Ausgabe 
1.7.1919
 
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Vorlage so weitgehende Ermächtigungen erhalten soll. Im übrigen ist die Versammlung einstimmig der Ansicht, daß unter keinen Umständen freies Bauernland zur Eutriguung lM.in­gezogen werden darf und daß der freie Bauer, freie Handwerker und freie Arbeiter auf freier Scholle unbedingt erhalten bleiben muß.

Die Landwirte in Rheinhessen zum Landgefttz.

. Alzey, 29. Juni. Heule vor 8 Tagen trat hier eine mächtige, von 1000 Bauern Rheinhessens besuchte Versammlung zusant- men, die vonPh. Wols-Allia geleitet wurde. Die Versammlung gestaltete fHch zu einem ein­mütigen Protest gegen die Landgesetze der hessischen Negierung und gegen alle sozialisti­schen Enteignungspläne überhaupt. Den Hauptvortrag hielt Rechtsanwalt Kaege- Osthofen. In der Aussprache suchte Abg. Feldmann-Armsheim (Dem.) das Hessi­sche Landgcsetz zu verteidigen, fand aber star­ken'Widerspruch. Weiter sprachen die Herren Schott - Uffhofen und Stallmann - Waldülversheim. An die Volkskammer wurde eine Entschließung gegen die Annahme des Landgesctzes gerichtet. Es wird darin be­mängelt, daß sich das hessische Gesetz nicht an das Reichsgesetz hält, daß ferner der Umfang der Enteignung zu weit geht, daß der,Wert des Jahres 1914 nicht ausreichend set und daß die Spruchbehörden einseitig zusammen­gesetzt seien.

Vermögenssteuer, kürzlich brachten ttnr unter der UeberschriftNeue Re­gierungsvorlagen über Besoldungsverhältnisse und Steuern" die Mitteilung, daß die hessische Negierung u. a. Vorschläge, die Vermögens­steuer von 1 Mls aut 20 Mk. für je 1000 Mk. zu erhöhen. Dabei war ein Druckfehler unterlaufen« es muß richtig heißen,von 1 Mk. aus 1,20 Mk..

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 1. Juli 1919.

UnterstütznngSgesuche

werden von ehemaligen Heeresan geh origen des Mannfchaftsstandes und von ehemaligen Unterbeamten der Militärverwaltung sowie von ihren Hinterbliebenen häufig unmittel­bar an das Kriegsministerium gerichtet. Neber derartige Gesuche haben aber die ört­lich zuständigen Versorgungsämter entweder selbständig zu entscheiden oder mindestens Ermittelungen über die Verhältnisse der Un- terstützungsbedürstigen anzustellen. Letzteres geschieht unter Inanspruchnahme des Be­zirkskommandos oder der amtlichen Für- sorgestellen.

Um Verzögerungen in der Erledigung der Unt^rstützungsgesuche zu vermeiden, kann den Bittstellern somit zu ihrem eigenen Vor­teil nur dringend geraten werden, sich vor- kommendenfalls nicht an das Kriegs­ministerium, sondern an das für ihren Wohnort zuständige Versorgungsamt oder, wenn es sich um Hinterbliebene aus dem letzten Kriege handelt, an die amtlichen Für­sorgestellen nt wenden. Diese werden die Ge­suche an die für die Entscherdung zuständigen Stellen weiterleiten.

* Am tliche PersonalnaHrichten. Der Staatsanwalt am Landgericht der Provinz Rheinhessen Ed. Ha iner, zur Zeit in (5t e 6 eit, wurde am 26. Juni zum Direktor des Landes- zuchthauses Marienschloß mit Wirkung vorn 20. Juli ernannt. Ter Notar mit dem Amtssitz in Mainz Herrn. Kampf wurde auf sein Nach- stnchen mit Wirkung vom 1. Oktober an und die nachfolgenden in der Hessisch-Preußischen Eisen- bahngcmeinschaft auf Kündigung angestellten Be­amten: 1. der Triebwagenführer Hch. A mendt zu Oberlahnstein, 2. der Fahrkartendrucker Mathias Mohr zu Hcidesheim, 3. der Pförtner Johann Kühn zu Mainz und 4. der Bahnwärter Heinrich Appel zu Weisenau, wurden sämtlich mit Wir­kung vom 1. Juli d. I. an in den Ruhestand ver­setzt. Tie kürzlich erfolgte Ausschreibung von 22 Lehrer- und Lehrerinnenstellen an der Volks­schule zu Darmstadt wird Aurückgezogen.

** Aus dem Militär-Wochenblatt. Major Allport-Jreland, im Feldart.-Reg. Nr. 27, wurde der Abschied mit der gesetzlichen Pension und die Erlaubnis zum Tragen der Regi­mentsuniform bewilligt. Hauptmann Fix,, im Fußart.-Regt. 3, wurde in Genehmigung seines Abschiedsgesuchs mit der gesetzlichen Pension und der Erlaubnis zum Tragen der Regiments uniform zur Disposition gestellt.

L.U. Jahresfeier der Universität. Tie Universität beging heute in schlichter Werfe in der Neuen Aula bet außerordentlich zahlreicher Beteiligung ihre Jahresfeier. In Anbetracht Der Zeitverhältnisse waren Die Vertreter der Korpera- tionen nicht in Wichs erschienen. Nach einem ein­leitenden Musikstück trug der Akademische Geiang- verein das Terzett für Frauenstimmen und ge­mischten Chor:Hebe deine Angen aus" aus Elias vor. Ter Rektor Geh. Medizinalrat Pros. Dr. Strahl behandelte in seiner Festrede das Thema:Unserer Universitäten 3ufunft". Hier­aus erstattete er den Jahresbericht und verkündete das Ergebnis der Preiscmigaben, E das wir Loch

zurückkommen. Mit bem Gesangsvortrag für ge­mischten Chor aus Elias: -.Fürchte dich nicht" und einem Musikstück erreichte die Feier ihr Ende.

** Gießener W a l d b ü h n e. Man fdyreibt «ns: Infolge des lffstorisch gewordenenWald- bühnenlvetters" (kühl und regnerische findet die für Mittwoch, 2. Juli, angcsetzle Wohltätigkeits- Veranstaltung (zum Pesten erblindeter Krieger) leider nicht draußen im Walde, sondern im Einhor n" statt, dessen Besitzer den großen Caal zur Verfügung stellt. In Anbetrackst des nvit der Veranstaltung verbundenen edlen Zweckes ist die Saalmiete sehr niedrig bemessen worden. Da der Weg bis dorthin wesentlich kürzer ist als Der auf die Waldbühue, hat man den Anfang auf acht Uhr verlegt, also nicht auf 7 Uhr, wie auf dem Zettel steht. Aus dem Programm, welches als Einlaßkarte gilt, ist zu ersehen, daß die tiorfom- !>n enden Kunsttänze durch Schülerinnen von Fräu­lein Brandenburg ausgeführt nxrrbcn; wei­terhin hat sich Frau Müller-Bangert* in dankenswerter Weise bereitgefunden, an dem Abend mitzuwirken; sie singt die Arie der Elisabeth aus Lohengrin, das Solvejg-Lied, Waldeinsamkeit u. a. m. (Siehe Inserat.)

** Die Privatangestellten von Gießen unb Umgebung hatten zur Be­schlußfassung über Gehaltsforde­rungen gestern vormittag zu einer öffent­lichen Versammlung eingeladen, die aber nur schwach) besucht war. Herr Weidig sprach über die Mtlage der Privatangestellten, vor allem der Handlungsgehilfen und an Hand von Beispielen anderer Städte über die Mittet und Wege zu einer Besserung ihrer wirtschaft­lichen Lage. Er empfahl, den schon int Früh­jahr ausgearbeiteten Tarifvertrag der Han­delskammer mit der Bitte cinzureichen, die Arbeitgeber zu Verhandlungen 'mit den An­gestellten einzuladen. In der Aussprack-e wurde gewünscht,' die Verhandlungen mit den Arbeitgebern direkt durch die Verbände, nich>t durch Vermittlung der Handelskammer, zu führen. Bei der Abstivimung wurde aber am ersten Vorschlag festgehalten.

** Wirtschaftliche Bereinigung der Kriegshinterbliebenen. Ju der auf de» 28. Juni abends im'Kelsenkelleri' einberufmar Mitgliederversammlung, in der Lehrer Funk- Bieben über Notwendigkeit, Zweck und Ziel der Hinterbliebenen-Organisationen steach, beschloß die Wirtschaslliche Vereinigung der Kriegs­hinterbliebenen Gießen ihren Anschluß an die hier bestehende Ortsgruppe des freien hessischen Lan­desverbands Kriegsbeschädigter und Kriegshinter­bliebener. Ein Et einet Teil der Mitglieder hatte sich Darbet mit Dem Vorstande der hiesigen Orts­gruppe des Reichsbundes aus bem Saale entfernt. Tie Vorsitzende, Frau Sck)wöbel, bezeichnete ein von gewisser Seite aus gesprengtes Gerücht, wonach- sie die gegenwärtigen Rentensätze der Hinterbliebe­nen als durchaus genügend bezeichnet hätte, al5: eine zu einem bestimmten Zwecke erfundene dreiste Lüge.

* Der Zweigverein Gießen des Hess. Polizei- und Schntzhunde-Ver- eins, Sitz Darmstadt e. V., der während des Krie­ges infolge Einziehung fast seiner sämtlichen Mit- glieder untätig sein mußte, insbesondere auch deo­halb, well alle ihm zur Verfügung stehenden Hunde als Sanitätshunde ins Feld geschickt worden waren, eröffnet demnächst wieder hier seine Tätigkeit. Alle Interessenten des Polizeischutz- und Srnilä.shuude« wesens erhalten von dem Verein jederzeit Unter- Stützung durch Rat und Rat. (Siehe Inserat.)

** Bezirks wettschreiben. Der Bezirk Gießen des Hess.-Nassauischen (Main- Rheingau-, Verbandes Gabelsberger Steno-- graphen wird anfangs Juli hier in Gießen seinen ersten Bezirkstag nach dem Kriege ab­halten. Ein Wettschreiben ist damit verbunden. Näheres wird noch bekanntgegeben werden.

** Ter Wa rtbur g-Verein Gießen veranstaltet am Tonnerstag, den 3. Juli 1919 im Konfirmmidensaal der Johannoskirche euren musikalischen Abend, zu dem nur eine beschrankte Anzahl Karten ausgegeben werden. Näheres rm Inserat dieses Blattes.

* Schwarz-Weiß-Lichtspiele, Sete tersweg 81, bringen ab heute bis einschl. Freitags 4 3uH, den 3. TeilKain", eine Menschh.itstra- Ködie in 5 Akten, in Der Hauptrolle Erich Kaiser- Titz. Dieses Filmwerk besteht aus 4 Teilen und 20 Akten, jeder Teil ist für sich abgeschlossen, der 4. und letzte Teil kommt ab Dienstag, 8. Juli, zur Aufführung. Ms Beiprogramm kommt das Saftige LustspielBocksprünge" zum obigen Spiel­plan.

** Der vermehrte Napsb au. Ueberall ist-' jetzt die Napsernte im Gang, die gleich der Heuernte bisher vom Wetteck sehr begünstigt wurde. Der große Mangel an Fett und Oel war die Veranlassung, daß jetzt in unserer Gegend Hunderte von Morgen Rapsfelder abgeerntet lverden. Vor Kriegs­beginn kam der Raps hier nur vereinzelt vor, jetzt Hat er sich in jedem kleinbäuerlichen B^> triebe eingebürgert und ist bald so unentbehr­lich geworden wie Getreide und Kartoffeln. Allgemein rechnen unsere Landwirte diesmal auf eine gute Mitteleritte.

Landkreis Gießen.

** L i ch, 29. Juni. Sluck) hier bildete sich heute eine O rtsgruppe K r t e g 5 b e l d) ä- big ter und Kriegshinterbliebener sur Lich und Umgegend, welche sich dem Freien

Dienstag, Juli 1919

Erstes Blatt

169. Jahrgang

enctcll üerboten ist, wurde beim Erscheinen des

'Sozialisten in der Kammer

r gegen den Frie - sollen. Eine andere fRe

densvertrag stimmen

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31 28. Imi 1919. meisterei Rsddckl.

Kröll.

>. Kopenhagen, 30. Juni. (Wolff.) Heber Ernennung des früheren Reicks tagsabgeord-

H a n s s e n zum Dänischen Minister für Hleswig teilte Ministerpräsident Zahle in Wr Rede mit, Daß zur Vorbereitung der Ver- Ur«ng des dänischen Teiles von Schleswig mit W-^niark ein Mittelpunkt für diese Arbeiten IFMfen werden müßte. Der neue Minister werde lk Angelegenheiten ganz widmen und an

Ministerberatungen und Reichstagsverhaud-

nimachung.

I der Gemeinde Dors-Si >on Dienstag den 1. Znd 8 den 7. Zuli auf un(n «sichtnahme offen. J-nnef et uns 6inwenöungen fik tzl Protokoll vorgelocht i düng einer.Umlage beschlä smäckr bentngvjogpi mm tn 28. Juni 1919. (7

eisterei Don-Ml.

i: Schmidt

Anr dem Neiehe.

Berlin, 30. Juni. (Priv.-Tel.)

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Aus Hessen.

Der Dauernrat für den Kreis Gießen und das Landqesetz.

Die 6. sehr zahlreich besuchte Versammlung der Ortybauemräte des Kreises Gießen beschäftigte sich am Sonntag mit Der Regierungsvorlage tetr. Landgesetz. In der vorliegenden Form wird diese Vorlage mit ihren teilweise sehr dehnbaren Bestimmungen für die Landwirtschaft als unan­nehmbar bezeichnet. Hauptsächlich wird schärfster Einspruch dagegen erhoben, daß das etwa zur Ent­eignung kommende Land in Staatsbesitz über gehen sioll: es tvird vielmehr gefordert, daß Der Staat bei Beschaffung von Siedlungsland nur als Ver­mittler auftritt und, weil es un Allgemeininteresse liege, auch die Kosten des Verfahrens trägt. Ferner wird entschieden dagegen Stellung genommen, daß dem Laudamtmami allein das Recht zustehen soll, Anspruch gegen gefaßte Beschlüsse des Landtezirks- Ausschusses bei dem Landessiedlungsamt zu er­beten. Auch wurde dagegen protestiert, daß das .Gesamtministcrium nach der vorlugcudeu Gesetzes-

Ministerpräsident Ulrich mfo Senrral Mangin.

Es ist ein selbstverständlicher Vorgang, stß, nachdem der Friede gesichert ist, der Gerste Beamte des 'Freistaates Hessen sich inri) einmal wieder um das linke Rheinufer skümmert. Bisher waren dem Darmstädter Ministerium die Möglichkeiten, dort einzu- iteifen, arg beschüitten. Immerhin, in dem saile der Putschrepublik Dorten hätte von karmstadt aus noch etwas mehr geschehen linnen. Die Darmstädter Regierung hätte so- brt ausführliche Dienstanweisungen an ihre Beamten ergehen lassen müssen, die diesen ihr Berhalten hätten erleichtern können. Man nauchle sich dabei nicht auf einen bloßen Pro-^ |ti't zu beschränken.

Wenn wir heute den wechselseitigen Be- ich zlvischen Ulrick) und dem französischen General Mangin betrachten, worüber uns der sechstehende kurze Bericht vorliegt, so haben Vt keinerlei Einwendungen zu machen. Wir böditen nur wünschen, daß dasEntgegen- iimmen" Mangins und die französischen Höf- Weiten nicht falsch eingeschätzt werden. Wor- m Mangin hinaus will, das hat er mehrfach sc'undet: auf die Lockerung des Reiches, die kslösung Hessens. Wir aber und die Darin- läblcr Politik haben uns ans Reich zu halten, tiricn uns von keinerlei Plänen französischen vsprungs einfangcn lassen, welches Gesicht auch haben mögen. Ministerpräsident Ul- lich darf keine eigene oder selbständige aus- lärtige Politik treiben. Das ist 05, was zu )tii Mainzer Besuchen das hessische Volk zu «gkkt^hat, ohne daß damit Herrn Ulrich ein kißtrauensvotum erteilt werden soll. Die riellung und das Amt des hessischen Ministe­riums wird künftig in bezug auf das linke RbtinufeT recht schwierig und heikel sein, viel leit und vor allem viel deutsche Festigkeit

derLokalanzeiger" meldet, beschloß die Voll­versammlung des Zweckverbandes Groß-Berlin den Ankauf der Stra­ßenbahn zu 137V-Prozent des Aktien­kapitals.

solution erklärt, daß Die sozialistischen Delegierten: am 14. Juli nicht Den Siegesfeiern teiwohnen sollen. Der 14. Juli sei für die Sozialisten Frank­reichs ein Trauertag. Den Sozialisten in den Be­hörden sott verboten werden, die Karten für diesen Anlaß zu bcneilen. Eine dritte Resolution verlangt (Den Ausschluß von etwa 20 Mitgliedern, die für den lAnschlliß an die dritte Internationale erntraten., DerMatin" stellt fest, daß die Bewegung der Sozialisten immer größere Kreise ziehe. Das Blatt hebt hervor, daß Lo n g ue t die Delegierten ersucht habe, kaltes Blut zu bewahren. Er habe hervor­gehoben, daß der letzte Parteitag sich gegen die dritte Internationale ausgesprochen habe. Fros - s a r d tiefte mit, daß die permanente VerwaltungS-, kommission fest entschlossen sei, alle Mitglieder aus­zuschließen, die sich der Dritten Internationale air- geschlossen hätten.

Rumänien.

Amsterdam, 30.Juni. (Wolff.) Das Allgemeen Handelsblad" meldet aus Paris, Rumänien werde bei der Unterzeichnung des Friedensvertrages mit Oesterreich viel­leicht dem Beispiele Chinas folgen, da es mit den angebotenen Bedingungen eben­falls unzufrieden sei.

nb politischen Korporationen in Mainz nachkom- itrtb, besuchte Ministerpräsident Ulrich am to igeit Freitag und Samstag zum erstenmal it der Besetzung die Stadt Mainz. Während das ufzichen nationaler Farben im besetzten Gebiet

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Tie Garautieerkläruus Englands und Amerikas für Frankreich.

Ge n f, 30. Juni. Wie dem LyonerProgr''s" mis Paris berichtet wird, umfaßt Die von Wil- s o n und Lloyd George am Samstag unter­zeichnete Garantieerklärung zugunsten Frankreichs mehrere Paragrapszen. Es weiden darin diejenigen Fälle einer etwaigen deutsch-n Vertragsverletzung spezialisiert, die Frankreich ein Neckst geben würden, die Hilfe der Verenngten Staaten und Großbritanniens anzurufen. Diese Einschränkung der Garantie aus beson­ders definierte Fälle soll die Zustimmung W nord- amerikanischen Senats erleichtern: aus Rücksicht aut diese Zustimmung des Seimts ist and) vor­gesehen, Da& k>ie Erklärung veröffentlicht wird, so­bald Wllson in Nordamerika eingetroffen ist«

Eine Acußernng Llohd Geor^cs.

London, 29. Juni. (Wolff.) Lloyd Ge­orge und die Friedensdelegierten sind heute abend in London eingetroffen und wurden auf bem Bahnhof vom König und Dm Mitglie­dern deH Kabinetts begrüßt. In Downing Street hielt Lloyd George eine Ansprache an die Monge, in bet er daS Volk auf forderte, sich des Sieges nicht im Geist der Prahlerei, sondern im Geist der Ehr furcht zu freuen.

Die französischen Sozia lsten und der Friedensvertrag.

Paris, 30. Juni. (WTB.) Havas. Der ,-Matin" teilt mit, daß der Sozial! st enver- (band der Seine, Der am Sowttag tagte, mit 6800 Stimmen bei 10 Stimmenchaltungen eine (liefolution annahm, in der erklärt wird, daß die

lidjcn MinisterpräsiDenten die weiß-rote Flagge :n der Tricolorc gehißt. Am Freitag nachmittag Ic Der Ministerpräsident längere Konferenzen it den Mainzer Behörden und Korporationen.

Turch den Obersten Glauben ließ der General Mangin den Ministerpräsidenten Ulrich um nett Besuch für Samstag vormittag bitten. Tie- |r Empfang durch den General vollzog sich in Mckicher Form mit militärischem Gepräge. Ter Ui^'.isterpräsident verhandelte mit dem ftanzösischen leneral insbesondere über die Schwierigkeiten des Mtlichen Verkehrs zwischen dem beietzten und Bit besetzten Gebiete Hessens, über die Fragen « NahrungsmittelVersorgung wie auch einer Am- lilie für Die kürzlich ausgewiesenen Mainzer unD üenirteiften Eisenbahner. Ter General be- dcte Entgegenkommen imD sagte insbesondere Anweisung geben zu wollen, daß alles getan rbe, was geeignet märe, die wirtsckwftliche Lage 10115" zu erleichtern. Im Verlaufe der Unter» mag legte Ministerpräsident Ulrich ausdrück- i Verwahrung ein gegen die von'T orten und nforten betriebene Agitation für eineRheinische mblik".

Am Nachmittag stattete General Mangin bem il'cten Negierungsverireter seinen G^enbesuch Um allen Wünschen der hessischen Regierung e b schleunigte Erledigung zu sichern, hat Gene- Mangin einen besonderen Verbindungsoffizier b Tarmstadt b. ordert. Der den Direkten Verkehr dem französischen Oberkommando in Mainz Hellen soll. Tcr Verbindungsoffizier, Haupt- ttn Boifson, wird schon in Diesen Tagen mit cm Stab in Darmstadt Wohnung nehmen.

Crzberger.

Berlin, 30. Juni. (WTB.) Wie die mlfche Allgemeine Zeitung" seftstellt, sind die Ihmgcn verschiedener Blätter, wonach Reichs- iifter Erzberger einen Erholungsurlaub nach Schweii angetreten habe, unrichttg. Erzbergcr ibet sich in Berlin unb widmet seine gesamte 1 der Arbeit an Den Steuervorlagen, er vor der Nationalversammlung Persönlich ver- wird. Er denkt nicht daran, sich Den AnforDe­mi zu entziehen, welche die Pflichten des ai-ssinanzministers und des Vizeprä-identcn Des 'hsministeriums an ihn stellen.

Der frühere ReichstagSabgeordnete

Hanfsen dänischer Minister.

mark bis zu Ende bearbeiten, gleichviel, welche Regierung am Ruder sei.

Haussen schreibt in seinem OrganHeim- dal" in Apenrade über seine Ausgaben u. a.: Sollten sich die letzten Nachrichten aus Paris be> stätigen, so wird Die Ratisizierung des Frietens- vertrages Ende Juli zu erwarten sein. Spätestens 31 Tage nach Der Ratifizierung wird Die Abstim­mung in der ersten Zone von Schleswig vor'enom- men werden Wenn alles gut ge;,t, ist es nicht ausgeschlossen, daß Die Frist noch etwas abgelürzt wirD. Unter den Aufgaten, die in Schleswig zu lösen sinD, steht in erster Reite Die Regelung Der Balutasrage. Die t(en dänischen Staat Mil­lionen kosten roirb, von Der ater die Cristen,; vieler Nordschleswiger abhängig ist. Viele beste.,ende Ge­setze müssen außer Klarst gesetzt und neue vor­läufige, Die aus Der alten Zeit in Die neue hinül-er- sühren sollen, ausgearteitet sein. Auch Persv>.en- fragen werden zur Entscheidung Drängen. So harren Tausende von Aufgaben ihrer Löfting.

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Bietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberhesien

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Darmstadt, 30. Juni. (WB.) Wiederholt

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