b-etr. Ker Operationen in Albanien und der etwa ffesfen Essad Pascha und Dschawid Pascha zu ergreifenden Maßnahmen erhalten 'haben. Da diese Punkte nicht einmal erörtert worden seien, so könne diesbezüglich von einem Einvernehmen Europas nicht die Rede sein.
Das „Journal des Deüats" führt aus: Der österreichisch- italienische Plan einer Besetzung Albaniens ist das Ergebnis jenes Zauderns, welches durch die klägliche Befehdung der Flottendemonftration in den montenegrinischen Bewässern und der Durchführung der einmütigen Entscheidung in der Skutari- frage verursacht turnte. Man müßte naiv sein, um zu glauben, daß Oesterreich die günstige Gelegenheit nicht ergreife, um auf dem Balkan festen Fuß zu fassen, unddaßJtalien dieses Beispiel nicht befolgen werde. Die anderen Großmächte werden bloß wegen Mbanien Iminen Krieg führen. Die Mächte der Triple Entente haben jedoch eine unverzügliche Pflicht zu erfüllen. In der morgigen Botschafterkonserenz müssen die Vertreter Frankreichs und Englands in der Lage sein, zu erklären, daß die Befehlshaber der beiden in den nrvntenegrinischcn Gewässern befindlichen französischen und englischen Schiffe ermächtigt sind, Truppen in Anti- vari und Dulcignio zu landen und erforderlichenfalls nach Skutari zu senden. Der Augenblick ist gekommen, um der Durchführung eines internationalen Beschlusses zur Wahrung des Gleichgewichts auf denr Balkan und Europas einen internationalen Charakter zu geben, wenn König Nikolaus nicht vollständig den Blick für die Interessen der Montenegriner und Serben verloren hat, und die gemeinsame Intervention der Großmächte geradezu herbeiwünscht. Man muß das überall und besonders in Petersburg begreifen, daß fein Augenblick mehr zu verlieren ist.
Eine Adria-Ausstellung in Wien.
Wien, 3. Mai. Die A-dria-Ausstellung wurde heute vormittag durch den Protektor Erzherzog Ferdinand feierlich eröffnet. An bem Fest nahmen außer zahlreichen Mitgliedern des kaiserlichen .Hauses Graf Berch- told, die anderen gemeinsamen Minister, der deutsche Botschafter, , sowie die übrigen Mitglieder des diplomatischen Korps, Marinekommandant Faust, die österreichischen Minister', die Geistlichkeit, die Spitzen der Zivil- und Militärbehörden Teil. Es folgte ein Rundgäng, bei dem der Erzherzog wiederholt seine große Befriedigung über die wohlgelungene Ausstellung äußerte, die gewiß den Zweck erfüllen werde, das Küstenland der österreichischen Adria, ihre Handelswege, Naturschönheiten und die Heilkraft ihrer Seebäder bekannt zu machen.
Eine außerordentliche Session des montenegrinischen Parlaments.
Eetinje, 3. Mai. (Amtlich.) Die Regierung beschloß int Einvernehmen mit der Krone die S k u p s ch t i n a am 8. Mai zu einer außerordentlichen Session einzuberufen.
Gerüchte über den Rücktritt des montenegrinischen Ministeriums und die Räumung Skutaris.
Die „Voss. Ztg." meldet aus Wien: Laut Gerüchten hat das montenegrinische Ministerium demissioniert. Skutari soll bereits geräumt oder in Räumung begriffen sein. Es besteht jedenfalls die begründete Hoffnung, daß König Mkita in letzter Stunde infolge des italienisch-österreichischen ?luftretens und der italienisch-russischen Bemühungen in Eetinje nachgeben wird. Ein Gerücht will wissen, daß König Nikita in einem direkten Telegramm -an Kaiser Franz Josef die Räumung Skutaris binnen 24 Stunden zu gesagt hat.
Nach einer Meldung aus Rom besteht begründete Hoffnung, daß König Nikita in der am Montag stattfindeitden Sitzung der Botschafter seine Bereitwilligkeit erklären läßt, Skutari gegen sofortige Zahlung von 30 Millionen Lire zu räumen. Diese Summe sei ihm angeboten und durch Deutschland, Oesterreich, Italien und Rußland garantiert worden.
Das „Berliner Tageblatt" will aus Rom erfahren haben, der montenegrinische Kron rat solle beschlossen hüben, daß die Marinesoldaten der Mächte, falls sie in Antivari und Dulcigno landen, so lange nicht an gegriffen werden sollen, als sie sich ihrer Waffen nicht bedienen.
Ein Kampf
zwischen Dschawid Pascha und Essad Pascha.
Eetinje, 4. Mai. Nach aus Alessi o eingetroffenen Nachrichten kam es gestern vor Durazo zwischen den Truppen Dschawid Paschas und Ess uv Paschas zu einem mehrere Stunden dauernden Kampfe. Dschawid Pascha ist vollständig geschlagen, seine Truppen flüchteten nach verschiedenen Richtungen. Tie Serben gaben Essad Pascha den Weg nach Durazzo frei. Ein Teil der Truppen Essad Paschas zog siegreich in die Stadt ein. Essad Pascha soll in Zentralalbanien Herr der Lage sein.
Rußland als Schiedsrichter
zwischen Serbien und Bulgarien.
Sofia, 3. Mai. Wie in eingeweihtcn Kreisen verlautet, soll Rußland in Sofia und Belgrad mitgeteilt haben, daß es, nachdem Serbien und Bulgarien sich über die Teilung der strittigen Gebiete nicht einigen konnten, die Schiedsrichtere olle übernehmen wolle.
Athen, 3. Mai. Ein königliches Dekret verhängt über alle Inseln des Aegäischen Meeres, die Griechenland besetzt hat, den B e l a g e r u n g s z?r st a n d.
Lin Anschlag aus Öen Grotztzerzog von Vaden.
Ein ähnlicher Anschlag, wie er vor kurzem mir den König von Spanien versucht worden war, ist am gestrigen •Sonntag auf den Großherzog von Baden gerichtet worden, dar in Mannheim eingetroffen war, um dem dortigen Rennen beizuwohneu. Glücklicherweise besaß der Großherzog dieselbe Geistesgegenwart wie König Alfons; er stiel; mit seinem Säbeltnauf den Angreifer, der auf das Trittbrett des Wagens gesprungen war, zurück. Tb bei dieser Erbärmlichkeit politische Motive mitspielen, steht noch nicht fest: es ist sehr unwahrscheinlich, da der verd tstete Täler betrunken gewesen sein soll und sich eines rostigen Messers bedienen "wollte. Wie der Großlrerzog selbst mit> teilte, hatte er, als er den Angriff aus führte, kein Messer in dar Hand. Wir erhalten folgende Meldungen:
Mannheim, 4. Mai. Als der Großherzog von Baden heute mittag, von Karlsruhe kommend, am Haupt- bahnhof seinen Wagen bestieg, um zum Nennen zu fahren, sprang ein unbekannter Mann auf das Trittbrett des Wagens mit einem kleinen offenen Messer in der Hand Der Kroßherzog stieß den Mann zurück, der verhaftet wurde, dann setzte der Großherzog den Weg zum Renne» fort. Ter Täter soll geisteskrank sein. Der Verhaftete ist 43 Jahre alt und heißt Jung. In dem Wagen befand sich außer dem Großherzog auch die Großherzogin. Heute abend besuchte das Großhcrzogspaar das Großh.Hos- und National- Ijcetet, »e „Carmen" gegeben wurde.
i.
Zu bent tätlichen Angriff auf den Großherzog von Baben teilt die „Neue Badische Lanbeszeitung" noch folgende Einzelheiten mit: lieber den Hergang des Ueberfalles hat der Großherzog zu seiner Umgebung geäußert, daß er selbst nicht wahrgenommen l)abe, daß der Mann ein Meiser in der Hand gehabt habe. Der Angreifer sei auf das Trittbrett des Wagens gesprungen und habe versucht, den Großherzog an der Brust zu fassen. Der Großherzog habe ihm dann mit dem Säbelknauf einen Stoß unter das Kinn versetzt, sodaß er rücklings vom Wagen fiel. Das Publiknrn^stürzte sich auf den Angreifer itnb wollte an ihm sofort Justtz üben, was aber die Polizei durch die Verhaftung des Täters verhinderte. Der Verhaftete, der in einer Vorstadt wohnen soll, gab nertoirrte Auskünfte. Unter anderem erklärte er, er handle im Auftrage einer Bande, beren kanten er nicht verraten werde. Er fei gedienter Kavallerist.
Aus anderer Quelle verlautet noch, daß der Verhaftete der 41 Jahre alte Tapezierer Anton Jung ist, gebürtig aus Öttersdorf bei Rastatt. Er lebt in den ärmlichsten Verhältnissen, ist Vater von sieben noch schulpflichtigen Kindern und gilt als dem Trunk ergeben. Geistig scheint er nicht ganz normal zu sein, denn er mußte im vergangenen Jahre wegen großer Erregtheit eine Zeitlang im Krankenhaus unt-ergebracht werden.
Antrittsbesuche des Prinzregenten von Bayern.
Der Prinzregent von Bayern nebst Gemahlin reiften am Samstag von Württemberg ab, um an den süddeutschen Höfen Antrittsbesuche zu machen. Sie besuchen zuerst Stuttgart, dann Karlsruhe, die Rheinpfalz und Darmstadt.
Eine Rede über Neichsfrendigkeit.
Prinz-Regent Ludwig wurde am Samstag int Stuttgarter Rathaus von Oberbürgermeister Lauten- schläger mit einer Ansprache begrüßt, auf die or wie folgt antwortete:
Wie ich in Berlin schon gesagt habe, sage ich auch hier, es ist die erste Aufgabe des deutschen Reiches, daß nicht nur ein einzelner Staat, sondern daß alle Staaten gedeihen und blühen mögen. Es finden ja manchmal einzelne Widerspräche und Gegensätze statt, diese soll inan aber nicht auf die Spitze treiben, sondern denken, daß der andere Staat geradeso ein deutscher Staat wie der eigene ist, und gerade so gefördert werden soll. Wenn das geschieht, so wird das deutsche Reich jederzeit sich durch R e i ch s f r e u d i g k e i t auszeichnen. Es möge die Neckarschiffahrt, die jetzt Heilbronn erreicht, bis Stuttgart ausgedehnt werden und das Land so weiteres Mühen und Gedeihen erfahren. Die Schiffahrt allein ist nicht maßgebend, auch andere Verkehrswege gehören dazu, und ich möchte erwähnen, wie ich schon gesagt habe, gemeinsam sollen sämtlick>e deutsche Staaten dahin arbeiten, daß ihre Eisenbahnen, und sie bilden doch das wichtigste Verkehrsmittel, das wir haben, Mitarbeiten zum Blühen jeder einzelnen Stadt und zur Blüte des ganzen Reiches und nicht zum wenigsten zum Blühen Stuttgarts. Stuttgart lebe hock)!
Der König von Württemberg hat den Prinzregenten zum Chef des 2. Württ. Feldartillerie-Regiments Nr. 29 (Prinzregent Luitpold von Bayern) ernannt und im Anschluß daran verfügt: Das 2. Feldarttllerie-Regiment Nr. 29 (Prinzregent Luitpold von Bayern! hat diesen Namen weiter zu führen und den Namenszug seines hohen Chefs des Prinzregenteu Ludwig von Bayern nach den von mir genehmigten Proben auf den Epauletten, Achselstücken und Schulterklappen zu tragen.
Tas Luftschiff „Z IV" erschien am Samstag mittag kurz nach 121'2 Uhr von Baden-Oos kommend auf einer militärischen Uevungs- fahrt über Stuttgart und umkreiste zweimal den Wilhelms- Palast, wo das kürz zuvor aus München ein getroffene bayerische Prinzregentenpaar mit dem Königs - paar in kleinem Kreise das Frühstück einnahm. Gegen 1 Uhr verschwand das Luftschiff wieder in der Richtung auf Baden-Oos.
Trinkspruche im Refidenzschloß.
Stuttgart, 3. Mai. Heute abend fand im Weißen Saal des RZidenzschlosses große Galatafel statt, bei der der König einen Trinkspruch ausbrachte, in dem er sagte:
Bei diesem ersten Besuche Ew. Königlichen Hoheit als des Königreichs Bayern Verweser und als Nachfolger Ihres in Gott ruhenden Herrn Vaters ist es mir vor allem eine liebe Pflicht, in warmer Dankbarkeit des hohen Entschlafenen zu gedenken, mit dem ich die große Zeit der Einigung unseres gemeinsamen deutschen Vaterlandes erleben durfte, und der mir von frühester Jugend auf bis in sein Alter ein allezeit gleich gütiger und liebevoller Freund gewesen ist. An Ew. Königliche Hoheit richte ich heute die Bitte, dieselben Gesinnungen auch auf mich zu übertragen und von der aufrichtigen und herzlichen Freundschaft, die ich Ew. Königl. Hoheit entgegenbringe, fest überzeugt sein zu wollen.
Der P rin zr eg e n t erwiderte mit folgenden Worten: Ew. Majestät danke ich aufrichtigst für den herzlichen Will- kommgrust, den Ew. Majestät der Prinzessin und mir geboten haben. Die gütigen Worte, mit denen Erv. Majestät zugleich im Namen der Königin Ihrer Freude über unseren Besuch Ausdruck verliehen haben, wecken leblaften Widerhall in meinem Herzen. Die Prinzessin und ich sind hoch erfreut über den überaus ivarmcn Empfang, den Ew. Majestäten, das gesamte königliche Haus und die Residenzstadt Stuttgart uns bereitet haben. In den Kundgebungen freundschaftlicher Gesinnung, die uns bei unserem ersten Besuche in dem schönen Württemberg zuteil geworden sind, erblicke ich eine kostbare Bürgschaft für die Aufrechterhaltung und innige Pflege der verwandtscha tlichen und herzlichen Beziehungen, die unsere Häuser 111D Länder verbinden.
Aris Krndr FnnH»
E' i e s; c n, 5. Mai 1913.
Tic öffentlichen Bauten
in unserer Stadt, die im vergangenen Jahre in Angriff genommen wurden und grösstenteils im Winter ruhen mußten, sind seit Beginn der diesjährigen Bauz-eit erheblich weiter gefördert worden. Die Turnl)alle für das Realgymnasium ist fertig gestellt und vor einigen Tagen ihrer Bestimmung übergeben worden. — Der Ob er realschul- b a u in der Sttrpl>austraße ist soweit gediehen, daß ein größerer Teil des Innenausbaues fertig gestellt ist. — Das Ha n d elskam m er gebäu de an der Lonystraße geht der Vollendung seiner inneren Einrichtung entgegen und soll in 8—10 Wochen seiner Bestimmung übergeben werden. — Das benachbarte R e i ch s b a n k ge b ä u d e an der Ecke der Dismarckstraße ist im Rohbau fast fertig, gegenwärtig wird der DackKuhl aufgeschlagen. — Am Lu pusheim wird die letzte .Hand an die Einrichtung gelegt. — Im Kliniksviertel ist die Ohren-, Nasen und Hals-Klinik im Rohbau fertig und mit dem inneren Auslxru ist begönnert. — Die Klinik für Haut - und Ge
schlechtskrankheiten ist noch am weitesten zurück Der Bau mußte ohne Ueberdachring überwintern und ist nun auch so weit gefördert, daß mit der Ueberbadyung begonnen werden soll. — Beim neuen Llmtsgericht an der Ost- Anlage hat man die Betondecke des Kellergeschosses her- gestellt und beginnt nun mit den Mauerarbeiten für das Erdgeschoß. — Das Adelphenhaus an der Kaiser-Allee ist vor einigen Tagen in Benutzung genommen. — In dem benachbarten Neubau für die Frankonen wird am Innenausbau gearbeitet, um das Gebäude in einigen Monaten den Bauherren übergeben zu können. — Der Er weitern n g s b a u des P e r s 0 n en ttlnn els auf dem M ain- Wes e r-B a h n h o f ist bis auf die Bekleidung der Wand- flächen usw. beendet und mit der Fundamentierung der eisernen Stutzen für die Ueberdachung des neuen Bahnsteigs hat man begonnen. — Vor einigen Monaten ist mit dem Vergrößerungsbau der Wagenhalle für die Straßenbahn begonnen worden. Die Arbeiten werden vom städtt- schen Hochbauamt so rasch gyföröcrt, daß der die Halle in ihrer Achse verlängernde Teil in den nächsten Tagen unter Dach gebracht wird. Der Anbau nach der Seite der Lahn hin ist in der Fundamentierung begriffen. — Das neue Eichamtsgebäude auf dem ehemals Eulcrschen Grundstück an der"Steinstraße ist in Angriff genommen. — In diesem Jahre soll noch die Cholerabaracke im Kliniks- Viertel errichtet werden.
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** Tageskalender Trinker-Für sorge st eile Asterweg 9. Sprechstunde jeden Dienstag abend 67,-8 Uhr.
* * In Audienz empfangen wurde vom Groß- Herzog am Samstag u. a. der Kammerjnnker Kreisamtmann v. Senarelens-Grancy von Büdingen, Dr. Willmann von Bad Salzbausen und Oberst von Franken berg und Profchlitz, Kurdirektor in Bad-Ncncheim.
* • Neuer Kammerherr. Der Groß Herzog hat den Kamincrjlinker und Fürstlichen Kammerrat August Frei- Herrn Löw von und zu Steinfurth in Lich zum Kammerberrn ernannt.
* * In den Ruhestand versetzt wurde der Lehrer Phil. Ofenloch zu Sörgenloch auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste.
* * Erledigt ist die Stelle eines M i n i st c r i a l sc kr c- tärs bn der Ministcrialabteilung für Forst- und Ka- meralverwaltung.
* * Die Maul- und Klauenseuche in Neuftadt (Kr. Erbach), ist noch nicht erloschen.
* * D i e bis 7 Uhr verlängerte Geschäftszeit an Sonntagen hat, wie uns ein Geschäftsmann schreibt, für die meisten hiesigeil Ladeninhaber nicht an allen Sonntagen Nutzen. Dies tonnte man gestern beobachten. Das geschäftliche Leben war wie an jedem Sonntag um 3 Uhr erloschen. Die Leute, denen man begegnete, strömten ins Freie. Die Ladeninhaber aber am ^>elters- weg schlossen mit wenigen Ausnahmen ihre Geschäftsräume. In der Bahnhof- und Marktstraß? und in der Neustadt, in denen hauptsächlich die Landbevölkerung verkehrt, trat die Geschäftsstille erst um 4 Uhr ein. Auch hier mürben die meisten Läden geschlossen.
* * Der Bczirkstagdes H a s s i a b c z i r k s Gießen wurde am Soirntag nachmittag inttcr zahlreicher Heiligung abgehaltm. Für den verunglückten Kamer-aden Bolp-Ober- seiberlenrod wurden von den Vereinen des Bezitts rund 165 Ml. gesammelt. Der Bezirksvorsteher D a a b - Lollar erstattete den Jahresbericht: danach zählt der Bezirk 39 Vereine nut 3110 ordentlichen und 170 außerordentlichen Mitgliedern -ttc Zunahme gegen 1912 beträgt 80 Mitglieder. Die Vereine ver - fügen über ein Gefamtvermögen von 44 190 Mk. An Unter stützungcn wurden 1913 1865 Mk. und vom Beginn des Gebens von Unterstützungen 62 062 Mk. bezahlt. 1998 Hayrakalender wurden abgcsetzt und 518 Stück der Berbandszechchrnt gelesen. Aus dem Verband flössen an die Vereine für Unterstützungen uiw. 850 Mk., an Waiscnunterstützungcn 130 Mk. an Ostern 1912 und 260 Mk. an Ostern 1913. Das Sammel>ve,en ergab HVMk. An Joh Schäfer XI.-Steinberg, Henkelmann-Staufenberg, ,yerd. Balser - Reiskirchen und Fischer - Großcn-Linden mürben Ehrentafeln, gestiftet vom Präsidium, überreicht, da sie 2.) ^alpc als Vorstandsmitglieder mitgewirkt haben. Eine längere Aussprache erfolgte über den Präsidialantrag wegen des „Hesstschen Kamerad". De« Bericht über die Verhaimlungat des Ausschusses mit Zcitungsverlcgcrn erstattete Hansel-Gießen, ^arauschn wurde der Antrag des Ausschusses für den Fall angenommen, das; auf dem Vcrbandstag zu Hirschhorn die zivangswetse Eutfuhrung des „5)essischen Kamerad" beschlossen wird. Als Verttetcr des Bezirks für den Verbandstag werden gewählt ^aab-Lollar und Hansel-Gießen, als Ersatzmänner Leun-Großen-Linden und Buß- Leihgestern. Um den Verbandstag 1914 will sich Gießen te« werben. Das Bezirksfest findet am 25. Mai zu Garbenteich statt. Falls der Gros-Herzog zu dem x$iibiläum der 116 er kommt, werden sich die Bezirksvercine daran beteiligen. Der Vorsitzende ermahl die Vereine, aus Anlaß des 25 jadrigen Rearerungs- jubiläums des Kaisers und der Ysedenkfeier der Völkerschlacht bet Leipzig entsprechende Feiern abzuhalteu.
‘ ** Mainzer F l 0 t t en fahrt. D,e Kreisgruppe Mainz des Deutschen Flottenvcreins veranstaltet in diesem ^ahrc wieder eine Fahrt nach der Wasserkante und zwar unter Oritung ihres ersten Vorsitzenden. -Lic §ahrt, die am 16. ^un in Mainz beginnt, soll den Teilnehmern Gelegenheit bieten, sich selbst zu überzeugen von der regen, an Bedeutung stets wachsenden Tätigkeit Deutschlands zur See, von der erfreulichen Entwicklung unseres Welthandels und der stolzen Flotte, die feinem Schutze bient Dem vorläufigen Rciseplan entnehmen wir, da» die Fahrt Lübeck, Kiel, Hamburg, Helgoland berühren roirb. Die Führung bei Besichtigung der hochinteressanten Kaiserlichen Werft und auf den Kriegsschiffen haben Offiziere der Kaiser!. Marine übernommen, eine Vergünstigung, die nur bet den Fahrten gewährt wird, die vom Teutscksen Flottenverein veranstaltet werben. (Näheres siehe Anzeige.)
Landkreis Gießen.
d. W i e seck , 4. Mai. Heute feierte her Spar- undDorsch u ß v e r e i n Wieseck sein 50jähriges Jubiläum aus ber Karlsruhe. Vom Direttor des Vereins svurde sehr anschaulich die Entstehung des Genossenschaftswesens bis zur Grwwung des Vereins, dann das Verdienst der Gründer und der WerdcgMtg bis zum heutigen Tage vorgetragen, an dem der Verein 344 Mitglieder und bei 600 000 Mk. Jahresumsatz einen Reservefonds von 27 000 Mk. und ein Stammanteilvermögen von 36 000 Mr. hat Die ausgeliehenen Kapitalien seien z>u 500 000 in erst- stelligen Hypotheken und etwa 100 000 Mk. gegen doppelte Bürgschaft ausgeliehen. Ein Verdienst des Rechners sei es, daß man in den letzten fünf Jahren das Gerichtskostenkonto nicht gebraucht habe und doch seien keine rtickständigen Zitrseti vorhandeit. iw Mitglieder sollten mehr örtlichen Geist zeigen und von der Kaste auch beim Geldeinlegen ausgiebigeren Gebrauch machen, 00 die Kasse doch gewiß die notige Sicherheit biete und der Znlöfuv von 4 Prozent doch auch sehr annehmbar sei. Nachdem der Redner der jetzigen kritischen Zetten des Genossenschaftswesens gedachte uiid auf den Artikel voni 30. Llpril im Gießener Anzeiger von Professor Dr. .Krüger über den jetzigen Stand des Genossenschasts- wesens in Hessen verwies, forderte er in eindringlichen Worten die fast vollzählig erschienenen Mitglieder auf, die Generalversamnr- lungcii so wie heute zu besuchen und dort ihre Reckste und Pflichten auszuüdeu und nicht den- Vorstand und Auffichtsrat, auch wenn man das Vertrauen zu ihnen habe, ohne jede .Kornrolle zu lasten. Weiter soll man durch Gesetz, dem gerichtlich bestellten Verbaitd»- revisor die Pflichten auferlegen, bei Revisionen mit mehr Strenfl« vor-ugehen und sich ergebende Untevvilanzen fofort gründlich i®
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