Ausgabe 
4.7.1913 Erstes Blatt
 
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Reiter hatten die 93iiTgaren wichtrge Erfolge bei Aivatlt, vierzehn Kilometer nordöstlich von Saloniki. Nach Privatmeldungen derReichsposft' aus Sofia rücken die Bulgaren auf dem serbischen .Kriegsschauplatz gegen die serbischen Stellungen bei K'öprülü vor und umrlam- merten wichtige serbische Positionen auf der Höhe gegen .^atowo; sie bereiten eine Umfassung der Serben bei Egri Palanka vor.

Griechenland ruckt weiter vor!

S a l o n i l i, 3. Juli. (Agence d'Athönes.) 'Die g riecht- s ch e Armee kam auf ihrem s i e g r e i ch e n M a r s che vor Kilki ts ch. Äm Nachmittag errichteten die Bulgaren gewaltige Ber teidigungswerke. Sie rechneten da­mit, bei Kitkitsch Widerstand zu leisten, um das Vorwärts-» dringen der griechischen Armee zu hemmen. Gegen abend wurde Kilkitsch im Sturm genommen. Die Be­geisterung der griechischen Truppen ist un­beschreiblich. Sie wollten nach einem so denkwürdigen Zuge sich der wohlverdienten Ruhe nicht hingeben, sondern! verlangten von ihren Führern zu einem neuen Siege ge­führt zu werden/ Infolgedessen rückte das Heer n a ch N o r d e n weiter. In diesem großen Kampfe spielte das Bajonett die wichtigste Rolle. Die griechischen Ver­luste sind erheblich, wenn auch im Vergleich mit den bul­garischen gering.

Die Griechen in Nigrita eingedrungen.

Athen, 4. Juli. Der Kriegsminister erhielt folgendes Telegramm vom Kriegsschauplatz: Unsere Truppen sind in Ni grita eingedrungcn und fanden es von den Bul­garen in Brand gesteckt.

Saloniki, 3. Juli. Nach Einnahme von Gjewgeli durch griechische Regimenter wurden die Bulgaren von den siegreichen Griechen l)art verfolgt. Viele Bulgaren er­tranken auf der Flucht indenWellendesWardar- fl u s s e s. In Saloniki herrscht unbeschreiblicher Jubel über das siegreiche Vordringen der Griechen. *

Die Einberufung der griechischen Kammer.

Athen, 3. Juli. Die Kammer ist für morgen ein­berufen worden.

Sal oniki, 3 .Juli. Die B u l g a r e n begannen heute morgen mit einem Angriff auf die griechischen Stellungen bei Lan g ad ha. Die griechische Artillerie zwang die Bulgaren, sich zurückzuziehen. Die Griechen rücken vor.

Athen, 3. Juli. Die griechischen Truppen bemächtigten sich heute nach einem Kampfe GjewgeliA und Kilkitschs, die Bulgaren sogen sich zurück. Morgen erscheint eine Botschaft des Königs über die gegenwärtige Lage.

Athen, 3. Juli. Oberst Du sm anis, der Ches des Gc- ncralstabes, berichtet über die g e st r i g c n Ereignisse, daß die Truppen den Vormarsch auf der ganzen Front bis morgens mit außerordentlichem Schwung begannen. Dcr*Fcind in der gleichen Stärke wie die Griechen, wenn nicht'überlegen, stand im allgemeinen in gut befestigten Stellungen. In mehreren Gefechten wurde er schon aus seinen Stellungen bei Sulowo und von der 500-Meter-Höhe des Berges Vcrtisco nach erbittertem Widerftairde vertrieben und aus seinem Rückzug in der Rich­tung auf Migrita verfolgt. Zweitens: aus Visoka, ferner aus Zavowo und Berowo nach lebhaftem Widerstand, gegen La- hana znrückgeworfen. Er war hier mehr als 8 Bataillone nebst .Artillerie stark. Drittens nahmen wir mit dem Bajo­nett'die Höhen 5 4 4 und 605 Meter im Norden von Gucvesne. Auch hier hatte der Feind mehr als! 8 Regimenter und Artillerie beisammen. Unsere Truppen konnten die Artillerie sehr wenig verwenden, da sie keine Gebirgsgeschützc hatten und die Feldgeschütze wegen des Terrains nicht in Tätigkeit treten konnten. Trotzdem rückte unsere Infanterie lebhaft vor. Der Feind nahm seinen Rückzug nach Ligowani. Viertens warfen unsere Divisionen von Kilkitsch den Feind nach erbitterten Kämpfen nach und nach aus verschiedenen verschanzten Stellungen, die sie weist mit cmfgcpslanztem Bajonett entnahmen und verfolgten ihn bis Kilkitsch. Fünftens entspann sich ein heftiger Kampf auf unserem vorgeschobenen linken Flügel. Der Feind ivnrbe geworfen und nahm seinen Rückzug nördlich des Ardechan- Sees. Er scheint große Verluste erlitten zu haben. " Auch unsere Verluste siird beträchtlich, aber nicht übermäßig. Soweit es die vorläufigen Angaben' übersehen lassen, wurden vier S ch n e l l f eu e r g e sch ü tz e dem Feinde we g g c n o m m e n. Der König hat heute telegraphiert, daß die während der gestrigen Schlacht gefangen -genommenen Bulgaren ausgesagt haben, die bulgarischen Truppen hätten einen plötzlichen Angriff aus Saloniki vorbereitet. Dies wird dadurch bestätigt, daß die Truppen unseres linken Flügels beim Vorgehen starke bul­garische Kräfte vor ihrer bisherigen Vorpostenlienie angetroffen haben.

Neues von Essad Pascha.

Brindisi, 3. Juli. Essad Pascha ist heute abend gus Durazzo an Bord des TorpedobootszerstörersCa- cabiniers" hier eingetroffen und reist morgen nach Rom weiter.

Eine englische Acußerung

über die Aufgaben der Machte.

London, 3. Juli. DieT i m e s" schreibt:

Man sagt, daß die Mächte dein Kampfe auf dem Balkan ein Ende machen sollen, aber niemand ist bereit, genau zu sagen, w i e sie es an fang en sollen. Wenn die' Ermahnung des Zaren erfolglos bleibt, so wird bald nichts übrig bleiben, als eine aktive Intervention, aber eine aktive Aktion würde sick>crlich in ihrem Gefolge größere Gefahren haben, welcki-c zu vermeiden wir über alles wünschen müssen. Das europäische Kon­zert hat nickt versagt, denn es besteht nach und feine feste Aufrecht erhaltung bedeutet viel mehr als seine Unfähigkeit, die lokalen Kämpfe auf dem Balkan zu beenden. Wenn diese Kämpfe Timen sioncn an nehmen sollten, die die förmliche Kriegserklärung nur noch zu einer technischen Frage machen würden, so mürbe der sicherste Kurs für die Mächte fein, ihre Bemühungen fvrtzusetzen und den neuen Krieg zu lokalisieren, wie in dem Kriege zwischen den Alliierten und beit Türken.

Die Kieler Begegnung.

Kiel, 3. Juli. Kurz vor 10 Uhr 6cgaben sich das Kaiscrpaar, der Kaiser in Admiralsuniform, begleitet vom Reickpskanzler, dem Staatssekretär v. Jagow und dem kleineren Gefolge, mit dem VerkehrsbootHulda" auf die Trinacria", um das Künigspaar zu einer Fahrt durch den Kaifer-Wilhelms-Kanal abzuholen. Nach kurzem Aufent halt auf derTrinacria" fuhren die Majestäten, begleitet von den beiderseitigen Gefolgen, anf italienischer Seite der Minister Giuliano, nach Holtenau zur Besichtigung der Kanalbauten. Das Wetter ist trübe und regne­risch. Tie Fahrt der Majestäten führte durch den K^riegs- hafen und durch die im Gang befindliche Wettfahrt des Kaiserlichen Jachtklubs für kleine Rennklassen.

Tas Kaiserpaar traf um 10' , Uhr mit dem italieni­schen Königspaar und dem Gefolge bei der Alten Schleuse im Kaiser-Wilhelms-Kanal bei Holtenau ein und ging hier ait Land. Staatssekretär v. Tirp i tz, Kanalamtspräsident Dr. Kautz u. a. empfingen die Majestäten und geleiteten sie zunächst auf die Mittelmaucr der neuen Ostseeschleuse, um

einen GesamtüLerblick über die gewaltigen Anlagen zu ge­winnen, welche haute zum letzten Male in ihrer gesamten) Ausdehnung und Tiefe sichtbar sind. Der Kaiser er­läuterte an der Hand der aufgehängten Pläne den Gästen die Einzelheiten des Schleuseubauinerks. Die gesamten Schleusenanlagen werden voraussichtlick) am 1. April 1914 -bem Betrieb über geben werden. Jrn Anschluß an die Schleusenbefichtigung wurde mit dem KanaldampferAegir" eine Fahrt dmrch den Kaisar-Wi lh e l m s- Kan a l unternommen. Hierbei wurden die im Gange befindlichen Trocken- und Naßbaggerarbeiten an der Prinz-Heinrich- Brücke und bei der Herstellung der Stützmauern an der alten Leven-aucr Hochbrücke in Augenschein genommen. Ilm liy» Uhr war die Besichtigung beendet und die Fürstlich­keiten verließen, nachdem sie sich unter Worten ber Aner­kennung von den Beamten der Kanalverwaltung verab- schieder hatten, in zwei Salonpinassen den Kanal.

Nach der Besichtigung des Kanals begaben sich die Kaiserin und die Königin auf derHertha" nach Kiel zurück. Tie Kaiserin geleitete die Königin an Bord derTrinacria" und kehrte um 3112 Uhr nach derHohenzvllern" zurück. Der Kaiser, der König, Reichskanzler v. Belhmann-Hollweg und Staatssekretär v. Tirpttz begaben sich auf das LinienschiffKaiser". Der Kaiser führte den König, durch die Schiffsräume. Dec König besichtigte die Schiffs­mannschaft und betrat den Panzerturm, wo ein Geschützexerzieren stattfand, und wohnte auch dem Exerzieren am Torpedounter- wasserbreitseitrivhr bei. Die Monarchen begaben sich dann in die Offiziersmesse. Zuletzt zeigte der Kaiser dem Könkg die für den Kaiser bestimmten Sätzsssräume. Unter Salut verließen die Monarchen um 1/21 Uhr das Linienschiff. Ter Kaiser ge­leitete den König an Bord derTrinacria" unb fuhr nach der Hohenzvllern" zurück. Um 1 Uhr begann das Frühstück auf derHohen-ollern". Der Kaiser in Marineuniform, die Kaiserin in einer tiefweinroten Robe empfingen die italienischen Majestäten am.Fallreep. Der König trug Husarenuniform, die Königin eine fleischfarbene Seidenrobe. Nach herzlicher Begrüßung schritten der Kaiser und dec König die Front der Wache ab. Tie Matrosen brachten vorher drei Hurras auf den König aus. Die Musik spielte beim Eintreffen des Königspaares den italienischen Königsfan­faren- und Königsmarsch. Kapitän Karpf überreichte der Königin einen Blumenstrauß und stellte ihr die Offiziere derHohen- zollern" vor. Alsdann begann die Tafel. Ter König van Italien führte die Kaiserin, der Kaiser die Königin, der Fürst von Monaco die Kronprinzessin, dec Kronprinz die Prinzessin Heinrich. Neber achtzig Einladungen waren ergangen.

Die Majestäten pflogen bei Tisch lebhafte Unterhaltung und hielten nach der Tafel längere Zeit Cercle. Um 31/2 Uhr verließen die italienischen Herrschaften dieHohenzoÜern" und kehrten zurTrinacria" zurück. Nachmittags fand an B 0 r d derHo he n zo l l er n" eine Konferenz derleitendenfStaatsmänner statt. Das italienische Königspaar besuchte die kronprinzlicheu Herrschaften und den Prinzen Adalbert in der Villa Adalbert.

Nach der Tafel verweilten die fürstlichen Damen im Damensalon der Jacht, während der Kaiser und der König längere Zeit an Deck verweilten. Um IOV2 Uhr kehrten der Kaffer und die Kaiserin auf dieHohenzollern" zurück, wo der Kaiser sich auf das Promenadendeck begab, um die Ab­fahrt derTrinacria" zu sehen. Um 11 Uhr ging die Trinacria", gefolgt vom KreuzerAmalfi", in See. Die Kapelle derHohenzollern" spielte die italienische Königs­fanfare.

Kiel, 3. Juli. Das italienische Königspaar stattete heute nachmittag der Prinzessin Heinrich von Preußen im königlichen Schloß einen Besuch ab. Der Kaiser arbeitete nachmittags allein. Nach der Frühstücks- tafel an Bord derHohenzoll-eru" blieben der Reichs­kanzler, Minister San Giuliano, Staatssekretär v. Jagow und Botschafter Bvllati geraume Zeit tn einer längeren Unterhaltung vereinigt.

Aufzeichnungen.

Der König von Italien verlieh sein Bildnis mit eigenhändiger Unterschrift in kostbarem Rahmen dem Ober- hosmarschall Grafen Eulenburg, dem Hofmarschall Grafen Ptaten- Hallermund, dem .Kommandanten des kaiserlichen HauptguartierS Generaloberst v. Plessen, dem Chef des Militärlabinetts General­adjutant v. Lynckec, dem Chef des Marinekabinetts Geueral- adjutant Mmiral Müller. Das Großkreuz des Mauritius-Laza­rus-Ordens dem Chef des Zivilkabinetts Wirkl. Geheimen Rat v. Valentini, das Großkreuz ber Kgl. Krone dem Gesandten! v. Treutler, nnd weitere Ordensauszcichnungen.

Der Kaiser verlieh seinerseits eine große Reihe von Auszeichnungen.

Der Abschied.

Kiel, 3. Juli. Die JachtTrinacria" mit dem italie­nischen Königspaar an Bord machte um 11 Uhr abends von der Boje los und steuerte sodann in langsamer Fahrt aus dem Hafen hinaus. An Deck der Kriegsschiffe, welche dieTrinacria" passierte, hatten die Wachen Aufstellung genommen und Hornsiguale ertönten. Auf den Flagg­schiffen spielte die Musik. Die seewärts liegenden Schfife feuerten den Königssalut.

Das diplomatische Ergebnis.

Der italienische Botschafter i n B e c l i n teilte einem Korrespondenten in Kiel mit, daß in ber dreistündigen Be­ratung gestern nachmittag zwischen dem Reichskanzler, dem Staatssekretär des Aeußern, dem Marg 11 iS di San Giuliano und dem italientschen Botschafter B 0 l l a t i alle wichtigen politischen Fragen erörtert wurden. Auf die Frage des Korrespondenten, ob man das Ergebnis charakteri­sieren könne, erroiberte der Botschafter: Das Bestehen einer voll­kommenen U e b e r e i n st im m u n g der Auffassung über die poli­tische Lage ist bei den herzlichen Beziehungen ber Verbündeten selbstverständlich. Auch in Fragen wie der wegen der Aegäischen Inseln seien Mißverständnisse vollkommen ausgeschlossen. Nach demBerliner Lokalanzeiger" soll, wie Staatssefietär v. Jagow einem ausländischen Befrager mitteilte, kein Bericht ausgegeben werden. Man gehe aber nicht fehl in der Annahme, daß der große Tag von Kiel die feste Solidarität beider Regierungen in allen wichtigen und besonders in den schwebenden politischen Fragen er­geben habe.

Aus Stadt und Ccmd«

Gießen, 4. Juli 1913.

** Die diesjährige Kaiserparade des 18. Armeekorps tmrb hinsichtlich der dabei beteiligten Truppenmassen die stärkste fein, die bisher auf dem Großen Sande ftattgefunbeu hat. 17 verschiedene Truppenteile mit zusammen über 15 000 Mann werden diesmal vor dem obersten Kriegsherrn an treten. Zum ersten Male wird dabei das Eisenbahnregiment Nr. 3 zu Hanau, sowie das zweite Bataillon des im letzten Herbst in Mainz neu ge bildeten Fußartillerie-Regiments Nr. 18 neben dem Fuß- art.-Regt. 9h:. 3 beteiligt sein. Auch das Kavallerieauf­gebot von 2 Regimentern , Trag.-Regt. 9tr. 6 und Thür. Ulanen-Regiment Nr. 6) übertrifft das der letzten Jahre, wo meist nur ein Regiment vertreten war. Von Infanterie sind die Regimenter Nr. 80, 81, 87, 88, 115, 116 und 117 zur Truppenschau befohlen. Dazu kommen noch die Pionier­bataillone 97r. 21 und 25, die Untervffizierscklule zu Bieb­rich unbpie jFeldart.-Rgt. Nr. 27 und 63. Inf. Regt. 118 .fehlt wieder. \

" Schulangelegenheiten. Erledigt sind: Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle zu Gräfen« hausen, mit der Organistendtenst verbunden werden kann; eine mit einem evang. Lehrer und eine mit einer evang. Lehrerin zu besetzende Lehrerinstelle zu Ober-Ramstabt; je eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle zu Erzhausen und Wixhausen, sowie zwei mit evang. Lehrern zu besetzende Lehcecstellen zu Weiterstadt.

** Personalnachrichten der O b ec - Postd i r e k- ti on in Dar m stabt. Verliehen aus Anlaß des Scheibens aus dem Dienste das Preußische Allgemeine Ehrenzeichen in Silber dem Postamenten a. T. Preß in Raunlzeim, das Hessische Allgemeine Ehrenzeichen mit der InschriftFür langjährige treue Dienste" dem Oberbriefträger Rettig in Darmstadt und dem Briefträger Emig in Bensheim: ferner der Charakter alsRech- nungsratt dem Ober-Postsekrelär Ochs in Darmstadt, der Cha­rakter alsPostsekretär" den Ober-Postassistenten Beck, Qfoeniert und Spitz so den in Darmstadt, sowie dem Postverwalter Zehsuß in Niedergemündcn: der Charakter alsTelegraphensekretär" den Ober-Telegraphenassistenten Georg in Mainz, Hammann in Worms unb 3 immer in Gießen: ber TitelOber-Postassistent" den Postasststenten Becker in Tarmstabt, Krause in Worms, Raab in Alzey, Rühl in Pfungstadt und Schäfer in Bingen. Ernannt zum Ober-Postsekretär ber Postsekretär Traub in WvrmS. Ueber­trag e n eine etatsmäßige Sekretärstekle bem Postsekretär Schä11- lec aus Mainz in Gießen. Versetzt bic Postsekretäre »erFe von Mainz noch Frankfurt fMainl-Bockcnheim unter Ucbertragung ciner^Oder-Postsekretärstelle, Keller von Mainz-Kastel nach Mainz, und Scholz von Mainz nach Gerolstein: bic Postassistenten Brück - bauec von Worms nach Main-, Gcbhacb von .Kaiserswerth nach Osthofen, Raum von Osth-ffen nach Kaiserswerth unb S ch wa l m von Lauterbach nach Alsfelb: Telegcaphengehilsin Unger von Weimar nach Tarmstabt. Etatsmäßig angestellt Tele- gcaphcngehilfin Jacob in Tarmstabt. Bestauben bic Post- referendarvrüsung bie Eleven Ta in m aus Büdingen und S pi e- l c r aus Friedberg : bic Postassistentenvrüfung Postgehilfe Höfler in Bubenheim: bie .«qravl,enassistentenprüfung Telegraphen- anwärter Schlapp in Tarmstabt. Angenommen als Tcle- gcatzhcnanwärtcr Vizcwacktmcistcr Lingler in Offenbach unb Bize- feldwebel Schul dt in Gießen: als Telegraphen gehilfin Blum, Enbexs iinb Mcricr in Offenbach. Cramer, Monsheimer, Rühl, Schäfer, Schrauth, Sommer unb Wißmann in Tarmstabt, H 0 h- mann in Fricbberg unb Kliffmüller in Gießen: als Post- agentin Philippinc Müller in Oberhilbcrshrim Freiwillig a u S g c s ch i e b e n Postgehilfc Herl und Telegraphcngchilfin Vogel in Tarmstabt, sowie PoNagent Müller in Obcrhilbcrshcim. Ent­lassen Postassistcnt Georg Fischer in Langen. Gestorben Postdirektor a. D. Wolbaum in Tormstodt.

* Erfolgreicher Musiker. Herr Eornelp, der Dirigent der Kapelle im Casö Ernst Ludwig, wird einem fNufe als erster Lehrer für Violine und als Äaininermufifcv am städtischen Konservatorium zu Crcseld Folge leisten. An seine Stelle tritt hier Konzertmeister Jean Ludwig aus Frankfurt a. M.

** DieHessenausAmerika, die in einer -größeren Gesellschaft ihr Vaterland besuchen, weilten vorgestern unb gestern in einer Anzahl von rund 100 Personen in Gießen. Teilweise begaben sich bic Herren unb Damen in die nähere unb weitere Umgebung unserer Stabt unb nach dem Vogels­berg. Es hat unseren Landsleuten von jenseits bes OMins in Gießen gut gefallen, besonders bie älteren Leute, die 25 und längere Jahre brausten waren, sinb erstaunt wie sich unsere Stadt eittwickelt hat. Tie Geschäftsleute am Seltersweg würben vielfach von ben Amerikanern aus­gesucht und machten zum Teil belangreiche Verkäufe. Ein Teil ber Amerikaner begab sich nach Nicber-Ohmen, der größere Teil reiste nach Butzbach weiter. Dort begrüßte der Obst-- unb Gartenbauverein die Gäste burch Ueberreichen tzmr Blmncnsträußcheu. Vom .Hauptbahnhof wurden sic tn den Hessischen Hof gefichrt, wo' sie burch eine Be­grüßungsansprache des Bürgermeisters Flach vom Stadt- Vorstand und durch den Gesang des Orpheus empfangen wurden. Unter Führung der Vorstandsmttgliebcr des Ver­kehrs- und WandervereinS wurden si? nach der St. M arttis- kirche geft'chrt. Hier begrüßte sie Pfarrer Loos. Nack^dcm die Orgel gespielt und der Gesangverein Orpheus gesungen hatte, wurde der Marsch nach bem Schrei,zer fortgesetzt. Tort würben bic Brauerei Melchior unb andere Schcns- mürbigfeiten besichtigt. Als bann ging es burch den Zipfen­wald und bie Villenlolonie in ben Hessischen Hof zum Festmahl. Namens des Verkehrs- unb Wandervereins hielt .Hauptlehrer Storch die Begrüßungsansprache, wor­auf die Uederreichung eines Gedenkolattcs ftattfanb. Etwa 50 Knaben unb Mäbchen ber Stadtschule veranstalteten ein Festspiel:Im Walde der Heimat". Borträge desGe­mischten Chores", Einzelgesängc und Konzertstüte wechselten ab bis zum Abgang des Zuges nach Frankfurt a. M., wo morgen das amerikanische Nationalfcst gefeiert wirb. Tort trennen sich die Mitglieder unb begeben sich zu beit in Deutschland wohnenden Angehörigen zu Besuch.

* Steigende Schwe in ep reife. Nachdem am ver­gangenen Montag in Frankfurt a. M. bic Preise süc Schweine, sowohl für vollfleischige Schweine unter 160 Pfund, wie für die von 160200 Pfund, als auch für bic von 200 bis 240 bezw. 300 Psunb um zwei Pfennig das Pfund Lebend- und Schlachtgewicht gegen bie Vorwoche gestiegen sind cS wurde notiert 5759 Pfennig bas Psunb Lebend-, 73 bis 75 Pfennig dci§ Pfund Schlachtgewicht in allen Gattungen zogen auf dem heutigen Donncrstag-Schweinc-Hauptmartt die Schwcinepreise wieder an und notierte man bei festem Handel 58'/,60 bezw. 7577 Pfennig pro Psunb Lebend- unb Schlachtgewicht durchgängig. Bei einem Auftrieb von 1313 Schweinen wurde bei reger Nachfrage ber Markt schnell ge­räumt. In Metzger- und Händlerkceisen ist man ber Ansicht, daß bie Haussebewegung weiter anhält und bis zum Herbst exorbitante Preise im Schwcinehandel zu erwarten sinb und zwar solche wie nie zuvor.

" Die jetzt ziemlich beendete Heuernte ist vor­züglich au-gefallen. Noch selten hat es in Bezug auf Menge und Güte so gutes Heu gegeben. Auch die Saat steht präch- tig, und eine sehr gute Getreideernte steht zu erwarten. Koc- toffeln, Hackfrüchte unb Gemüse haben Dank ber feuchten Witterung das beste Aussehen und berechtigen zu guten Hoffnungen. Bei diesen Aussichten behält dec Landwirt sein Rindvieh, denn er hat ja Futter genug. Daher sind Die Schweinepreise jetzt wieder etwas angezogen.

**^*r Stgent I. Rosenthal und sein Schwager Willi Bär mann sind gestern nachmittag im hiesigen Provinzial-Arresthause cingelicfert und heute vormittag be­reits vernommen worden. Von einem Augenzeugen der Ankunft der beiden Gefangenen am Bahnhof wirb uns be­richtet: Mit dem Pcrfoncn-uge, ber 3 Uhc 8 Min. aus ber Richtung Frankfurt auf unserem Bahnhof anlangt, sind Rosen­thal und Bärmann, die vor vier Wochen fluchtig gingen, als Gefangene in ihrer Heimat wieder angelangt. Sie kamen in einem Gefangenen-Transpottwagen von Lörrach an und die Bahnoerwaltung hatte dafür gesorgt, daß der Transport über