zu schicken, da sie auch zu einem gewissen Teil für den Borddienst
nur die Ausgaben aus zukünftige Generationen abzuwälzen, die
ier Richtung hin sichergestellt, dann wird
beeinträchtigung des Pct'tionßrechls der Be-
preußischen Landtag verhandelt wurden, sowohl gegenüber dem
gegenüber zu». Durchführung kommt. Möge unsere Marine von
kaum noch in den Schiffslisten, aber die Verzinsung dieser Schul- den und Amortisierung drückt noch Jahrzehnte lang. Wenn wir auch bei der Finanzreform den Grundsatz aufgestellt haben, überall
Sparsamkeit am rechten Orte ist durchaus an. gebracht. Aber wenn eine Partei cs darauf anlegt, überall Ab. striche zu machen, um der Verwaltung Schwierigkeiten zu machen, so macken wir diese sonderbare Sparsamkeitspolitik nicht mit. Das mögen sich dre Herren vom Zentrum merken. (Sehr gut! links.) Bei den Tafel, und Mesiegeldern war die Zen» trumüminc etwas zu scl-arf geladen gewesen. Sie sollte daS Ressortschiff des Staatssekretärs nur beunruhigen, ober nicht in
hierher. (Lachen der Soz.)
Wir lehnen den freisinnigen Antrag über die Nicht«
die Flotte immer mehr ein Schuh unserer Weltpolitik sein können.
Abg. Krahmer (Kons.):
Nur wenig einzelne Bemerkungen. Leider sind einige Abstriche im Etat gemacht worden, obgleich er nur das Nötige fordert. Wir beantragen deshalb die Wiedereinführung des von der Kom- Mission gestrichenen Besoldungszuschusses für einen Seeoffizier als Topartemcntsdirektor, sowie die Bewilligung des gestrichenen Kriegsgerichtsrats, ferner die Bewilligung des Marineattaches in Argentinien. Erfreulich ist, daß das gesamte Haus mit Ausnahme der äußersten Linken die Notwendigkeit der Forderung für den Bau der „Hohenzollern" anerkennt. Tie Konservativen beantragen für die Diplomingenieure mit Keamtenqualifikationen etatsmäßige Stellen, vielleicht zur Hälfte. Sie sind auch für die Aufbesserung der Deckoffiziere; diesen würde, wenn sie hier wären, das Herz vor Freude gelacht haben über die Ausführungen des Staatssekretärs. Aber nut weiteren Forderungen sollten sie nicht hervortreten, die nicht erfüllbar sind. Politische Agitatoren ohne Unterschied der Partei gehören nicht in die Werkstätten und nicht in den Dienst (Lachen der Soz.), — ohne Unterschied aller Parteien. Sozialdemokratischen Agitatoren müßte auch der Zutritt zum Reichstag gründlich versagt werden. (Gelächter der Soz.) Bei ihrer Stellungnahme zur Staatsordnung gehören sie nicht
einen' überraschenden Ueberfall dienen, auSbildcn. Dann werden «sie für die planmäßige Besetzung unserer Küftenverteidigungs- roerle ausgebildet. Diese Ausbildung ist noch sehr viel weitgehender als die erste. Dazu kommt, daß wir aus den fünf Abteilungen, die wir im Fricdensfalle besitzen, im Kriegsfälle elf bilden müssen. Zu dieser Ausbildung brauchen wir anderthalb Jahre. Ein Jahr reicht dazu nicht aus. Dazu kommt, daß wir die Mannschaften auch als Pioniere ausbilden müssen, da wir keine Pioniere haben. Weiter haben wir auch den Wasserdienst 'der ganzen Marine übernommen. Auch dieser wird von allen Kompagnien der Matrosenartillerie auSgeführt. Wir müssen hierbei die Leute zu halben Seeleuten machen. Dazu kommt schließlich noch das Scharfmachen der Minen in den Depots. Tas alles ist eine ganz gewaltige Tätigkeit, wie wir sie beispielsweise bei der Fußortillerie überhaupt nicht haben. Dazu kommt, daß wir bei der Matrosenartillerie auch andere Offizierverhältnisse haben als beim Landheer.
Wenn man alles das bedenkt, wird man das Verlangen nicht aufrechterhalten können, daß die Matrosenartillerie die zweijährige Dienstzeit bekommt. Bei den Kiautschou. truppen wäre die zweijährige Dienstzeit eine Unmöglichkeit. Die Truppen werden jetzt zunächst zu Hause ausgebildet und gehen dann hinaus. Für Ausbildung und die Aus- und Heimreise kann man etwa ein Jahr rechnen. Die Leute bleiben also zwei Jahre draußen. Wollte man die zweijährige Dienstzeit bei ihnen ein. richten, so müßten wir alle Jahre die gesamte Besatzung von Kiautschou abrufen; das wäre ganz unmöglich. Wir müssen sofort bei der Mobilmachung unsere Marineinfanterien zur Bewachung besonders schwieriger Punkte, wie Schleusen, Hafenanlagen usw. verwenden. Dafür können wir nur vollständig aus- gebildetes Material und keine Rekruten verwenden. Im Mobil- machungsfalle strömen in Kiel und Wilhelmshaven je etwa 40 000 Reservisten und Seeleute zusammen, und da haben wir auch eine gewisse feste Sicherheitstruppe. Die Matroseninfanterie
dem verantwortlichen Leiter weiter auf der Höhe gehalten werden. (Beifall rechts!) Ich schließe: Wir geben unserer Freude Ausdruck, daß unsere Marine sich in ihrer Ausrüstung auf solcher Höhe befindet. Wir wünschen, daß der ocrant- wörtliche Leiter sich weiter bemüht, sie auf dieser Höhe zu er» halten. (Beifall.)
Staatssekretär des Reichsmarineamts von Tirpitz empfiehlt den konservativen Antraa. der die in der Budaetkom« misiion gestrichenen Stellen von zwei DepartementS-Direktoren wie. der Herstellen will. Ter finan^ieUc Effekt ist gering. Dkan sollte daher hier keine Ersparnis madjen. Sonst wurde geradezu ein Not st and im Neichsmarineamt eintreten, von dem ich vorläufig noch nicht weiß, wie ich ibn beseitigen soll. Ich bitte daher dringend, diese Positionen wieder zu bewilligen. Wenn bezüglich des Submissionsverfahrens Verbesserungs- Vorschläge gemacht werden, so begrüße ich das mit Freuden.
Abg. Dr. Wiemer (Vp.):
Torpedowesen auf der Höhe steht, ist allgemein bekannt.
In der Kommission ist gejagt: Dre großen Anlagen für Helgoland, auf die sich zum großen Teil unsere Ver- teibigung wird stützen müssen, sind in einer Weise gefördert, daß
VöenaU.)
Nicht eine Luxusflotte, aber mit bestem Material, mit erst- I klassigem Personal haben wir sie gebaut, die besten Schiffe für ,
unsere Matrosen. Jeder von uns hat sich wohl über den partio ° amten, Angestellten und Arbeiter ii. den B.trieben der Marine tischen Ton gefreut, den heute Herr Erzoerger namenS ab. Die dreijährige Dienstzeit muß auch in der Zukunft erhalten des Zentrums angeschlagen hat. So hocherfreuliche Töne, tverben; den Ausführungen des Staatssekretärs folge ich lieber wie sie gleich nach dem Beginn der Verhandlungen in der Bud- als denen des Berliner Tageblattes. In Frankreich wird bic g e t £ o m m i f f i o n am allerwenigsten erwartet wurden. dreijährige Dienstzeit für die ganze Sanbarmcc gefordert. (Bei- (Hört, hört!) Noch vor wenigen Tagen oder kaum Wochen war fall rechts!) Der Redner vertritr zum Schluß den Antrag seiner in der ganzen Presse eine bange Sorge, waö die Angriffe des Fraktionsfreunde, daß bei Lieferungen für die Marine die Zentrums sollten, die der Regierung und dem Staatssekretär das Submissionsbedingungen, die im vorigen Jahre im -Jebcn schwer machten, der selbst mit Rücktrittsgedanken preußischen Landtag verhandelt wurden, sowohl gegenüber dem und dergleichen mehr drohte. Da hat manch einer gedacht, das ' norddeutschen, als auch besonders dem süddeutschen Handwerk Zentrum wurde eine ganz andere (Stellung gur Flotten« ->• <xv. ..-c— <m—.—
Vorlage einnehmen, als es heute erfreulicherweise durch den Sprecher des Zentrums geschehen ist Aber ich möchte doch etwas Wasser in ErzbergerS Wein gießen. Er sieht nicht iveit genug zu. rück, wenn er heute den Schern erwecken möchte, alö ob d a S Z e n« rrum der eigerrtliche Begründer unserer Flöt- tenpolitikund jederzeit am patriotisch st en und opferwilligisten für b.c Flotte eingetreten Ware.
Ich erinnere mich noch der Zeiten — ich habe den ganzen Aufbau der Flotte im Parlament durcherlebt — recht gut, wo von jener Seite sehr böse Worte über „uferlose Flottenpläne" und dergleichen hörbar wurden. (Sehr richtig!) Aber man soll darüber nicht nachträglich rechten. Wir sind von jeher bereit gewesen, die Opfer zu bringen und werden cS weiter tun, am rechten Fleck und in der rechten Weise etwas leisten, auf das daS deutsche Volk wirklich stolz fein kann. Wer die neuesten Kriegsschiffe in ihrer Leistungsfähigkeit sieht, darf staunen, waö unsere S ch i f f S ba u t e chn i k in den wenigen Jahrzehnten jetzt schon zu leisten vermag. Wir haben dock) einen deutschen Schiffbau eigentlich noch rricht feit einem Menschenalter: noch vor zehn und fünfzehn Jahren waren unsere große SckiffahrtS- linien gezwungen, wenn sie ein gutes Schiff haben wollten, über den Kanal hinüberzugchen und dort ihre Schiffe zu bestellen. Mit stolzem Bewußtsein iverben wir sagen können, ba5 ist ein Wandel, zu in großen Teil auch dank der intensiven Arbeit unserer Marineverwaltung, die man sehr hoch anerkennen muß.
Heute sind unsere deutscher, Schiffsbauwerften
b** leistungsfähigsten der Welt, das darf man ohne, . .. . ---------------— .....______________ IMl™ in
Ueberbebung lagen. (Sehr richtig!) Was wir an Ozeanriesen' die Luft sprengen. DaS Sintrum zuckte dann auch zurück und gebaut haben erregt die Bewunderung anderer Nationen. Unsere brachte rasch einen ungefährlichen Antrag ein, dem der Staats- modernen Panzerschiffe können sich mit den sekretär auch -ustimmte. Der Draht, der zwischen Reicks.
c»r* n Vr10]1 N a i' o n en Meisen. Das dürfen wir hier marineamt unbZentrumspartci in der Kommission öffentlich aussprechen. (Beifall.) Daß wir nach der Richtung hin zerrissen schien ist wieder geknüpft. Herr Erzberger war wieder toeiterarbeiten, m der ^Ervollkommnung unseres Materials wei. ] auf5 eifrigste bemüht, dem Staatssekretär Anerkennung zu zollen tergehen, zeigt Ihnen auch unser Etat. Der Laie mag sagen, wo und ihm die bitteren Tropfen vergessen zu machen die et ihm in
o*?lmaL?ntCnVfab<r Technik steht ebenso wenig still der Kommission gereicht hat. (Sehr gut! links) Diese Prozedur- El?? ? mÄn Un* b?raUT machen, im Wett- j bat dem Staatssekretär auch sehr wohl getan Sr S ift bewerb mit anderen Nationen weiterzugehen; und daß w, r im- wiedcrheraei'tellt- sÄL«» r J r* «e.l*
stände sind, diesen Wettbewerb auSzuhalte" I SerBiSrtÄÄi’S JL^«Le’be (Heiterkeit.) darüber ist kein Zweifel. Wir haben dem Staatssekretär manchmal ren stimmen toir au «• t^«^'"^ntSdirekto.
den Borwurf gemacht, daß er mit de- Einführung und Ausbildung rechts de tVfam t - „ u^b fl tll J*? rh? *1 •' ° "1 “ der Unterseeboote mit anderen Rationen nicht gleichen DaS Ingenieursn,4.L Schritt zu halten scheint. Wenn er un« noch vor wenigen Jahren die Seeoffiziere Wi^vdrlana^mn gesagt hat die Frage ist noch nicht so weit durchgearbeitet, daß wnr Tie Ingenieure ruissen Mich^lS mit Sich-rh-.i d-n T-p fint™, auf d.n mit un. stütz". tonnen, omt berufen »eS
lüTiTnrnttCTT, 005 Die Morre so, wie ne seyr vesreyr, nur mu t sv war mancher bamaö nrchk DamU zusrseben, heule werden ihm 'Hilfe deS Zentrums entstanden ist. Ich für meine Person nehme nur sehr wenige einen Borwurf daraus machen. Im Gegenteil, auch keinesfalls an, daß der Abg. Erzbergcr mit seinem Anträge er hat uns Geld gespart, Erfahrungen gesammelt und wir haben 'eine Schädigung der Marine bezweckt. Nach nochmaliger ein- nach seinem eigenen Zeugnisse in der Budgetkommission heute gehender Besprechung mit dem Inspekteur der Matrosenartillerie allererstklassigstes Material zu verzeichnen. Daß bin ich aber zu der Ansicht gekommen, daß die zweijährige Dienst- wir auf diesem Wege weiter fortschreiten werden, hat er uns zeit für die Matrosenartillerie eine schwere Schädigung gleichfalls erklärt, wenn wir leider dafür große Summen noch des Dienstes wäre. Iwetter werden auSgeben müssen. Aber wir hoffen, daß bei der
z Die Ausbildung der Matrosenartillerie dauert allein schon ganzen Art unserer Küstenvrrteibigung unsere Unterseeboote wohl mindestens anderthalb Jahre. Wir müssen die gesamte Matrosen- imstande sein werden, bie^ Aufgaben zu erfüllen. Daß unser ariittetie zunächst für die Hauptkorps, welche als Schutz gegen v ‘ r'" Ä ‘ ~
wir schon in diesem Jahre den Hafen voll in Gebrauch nehmen können, selbst wenn der letzte Finish noch nicht gegeben ist. Das ist ein gewaltiger Fortschritt in den heutigen unruhigen Zeiten. Wenn dort unsere Unterseeboote, die große Zahl der Torpedoboote unter den großen gewaltigen Panzertürmen von Helgoland sich befinden, so ist damit die Kraft unserer Seerüstung wesentlich gesteigert und die Möglichkeit der Abwehr eines Feindes wesentlich verstärkt. Fängt man etwas an, dann soll man cS auch so schnell wie möglich durchführen; lange Reden darüber zu halten, bis cs eingeführt ist, ist immer nur vom Uebel. (Beifall.) Die Kraft unserer Secrüftung ist nach Möglichkeit gesteigert und die Abwehr gestärkt Und das ist in erster Linie der Energie unseres Marine- amtS zu danken. Die Entwickelung unserer Luftschiffahrt usw. ist in den Händen des Staatssekretärs gut aufgehoben. Der Redner betont die Notwendigkeit, für den Deckoffizier ft a n b in sozialer und wirtschaftlicher Beziehung zu tun, was möglich ist. Wir werden es gern tun - auf diesem Personal beruht ein großer Teil der Wehrkraft. In der zweijährigen Dienstzeit habe ich nie auf dem Standpunkt des Herrn Erz- Borger gestanden. Die Ausführungen des Staatssekretärs werden doch manchen überzeugt haben, daß die Gleichmacherei mit der
dreijährigen Dienstzeit schon sehr viel zu arbeiten und haben sie stets als Bleigewicht empfunden. (Beifall rechts.).
Abg. Dr. Pausche (Natl.):
Aus die politische Seite der Frage gehe ich nicht ein, weil eß in den jetzigen Zeiten nicht vorteilhaft ist, die Debatten, die wir hinter verschlossenen Türen in der Budgetkommission gehabt haben, hier vor der Oesfentlichkeit weitcrzuführen. Nur kurz unser Standpunkt: Wir haben nie an eine Angriffsflotte ge- dacht, als Bedrohung für einen unserer Nachbarn, sondern alle verständigen Flottenpatrioten, hier im Hause wohl ausnahmslos, haben immer nur das eine Ziel im Auge gehabt, die deutsche Flotte so auszubauen, daß sie imstande ist, entsprechend der wachsenden Bedeutung unsere:' deutschen Welt- und Volkswirtschaft die Interessen des deutschen Volkes zu wahren. Wir können eß nur bedauern, roe n man anderwärts nervös ist; wir sind eö nicht, wir haben ganz zielbewußt unter der Führung des Staatssekretärs des Neichsmarincamts unsere Flotte auSgebaut nach dem einen Prinzip Deutschland ist keine einfache Landmacht mehr, sondern dank seiner wachsenden Volkskraft, Intelligenz und Arbeitskraft immer mehr Weltmacht geworden, muß Welt Politik treiben, ob rS will oder nicht. Nur diese Entwicklung, die nicht still steht, wollen wir schützen. Und das ist zielbewußt und unbeirrt geschehen, die Flottenpläne aus- geführt, so daß das Lob, daß Herr Erzberger unserer Marine gespendet hat, auch von uns voll unterschrieben werden kann.
zweijährigen Dienstzeii hier am allerwenigsten angebracht ist.
Was den Ersatzbau „H 0 h c n z 0 l l e r n" betrifft, so ist kein Zweifel, daß der Kaiser alö oberster Chef der Reichsmarine ein Schiff zur Verfügung haben muß, ein absolut zuverlässiges und leistungsfähiges Schiff, und daß wir das, was jeder Staat und auch jede Republik tut, in unserer aufblühenden Marine erst recht tun müssen. Deshalb werden wir gern für die Forderung stimmen, so sehr sie auch den Etat belasten mag. (Beifall.) In bezug auf die finanziellen Ausführungen sind wir mit dem Zentrum einverstanden, daß man die Flotte nicht auf zukünftige ... . .. o, ■ .... . - , .. .. - ... Lasten abbürbet. Die Schiffe, die uns heute noch in unserer
nö? Ä?mufcb-dr^n.find läng» SHleiJen g-w°rd°n, ,e£i»imn Marine greift alles ineinander. Wir würden keinen Augenblick zögern, einen Teil unserer Marineinfanterie sofort an Bord
ausgebildet ist. Wenn man alles erwägt, so kann ich cs nicht hZ Sim hZi/Sri»
rs cm • .7 „ ., 7. wirklich werbender Art und, 10 Ist bei der Flotte doch nie daran zu
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Dienst,-» genmch. wird. Wir haben L der L°»^n-7m^ ZWÄ
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Der Deckofsz^ ere. Der Ton für sie war ckwaS wärmer ab? sonst. Wir vrrlaugen aber, daß den warmen Versprechungen auch Taten folgen. Notwendig ist eine Vereinfachung und Verein- heitlichung des MarineverwaltungsbetriebS.
D i <. zweijährige Dienstzeit für die Marineinfan- terie und die Matrosenartillerie ist angebracht. Die Gegengründe des Staatssekretärs waren nicht durchschlagend. Sein Widerstand wird nicht unüberwindlich sein. Der Grundgedanke wird sich ohne Schaden für die Marine durchführen lassen.
Das notwendig i st zur Erhaltung und zum Ausbau der Flotte, daß werden wir bewilligen. Freilich im Rahmen der nachgewiesenen Notwendigkeiten. Opfer sind notwendig. Herr Erzberger hat sie in Aussicht gestellt. Hoffentlich erinnern sich die Rechte und baß Zentrum daran, wenn die Frage einer gleichmäßigen, gerechten und sozial wirkenden B e s itz l»e st r u c r u 11 g zur Debatte steht. (Zustimmung links.) Wir sind zu Opfern bereit. Aber durch zeitgemäße Reformen, durch Beseitigung ungerechter Vorrechte muß die Freudigkeit des Volkes zu Opfern gestärkt werden. (Beifall.)
Abg. Schultz (Rp.):
An unserem Opfersinn kann niemand zweifeln. (Lachen links.) Herr Wiemer, Sie sitzen im GlaShause! Gerade die Herren von der Linken haben sich bei der Bewilligung von Steuern zurückgehalten. (Lachen links.) Unsere Flotte wird getragen von der Sympathie aller bürgerlichen Parteien. Eine stetige Entwicklung unserer Flotte ist damit die Zukunft gesichert, innerhalb der Grenzen, die wir uns gesteckt haben. Der Staatssekretär wird mit Genugtuung feststellen, daß er die Flotte aus dem Streit der Parteien herausgehoben hat. Die hohen Kosten der Panzerplatten bedauern wir. die wir sie bewilligen müssen, am meisten. (Zurufe links: W i r müssen sie aber bezahlen, nicht Sie!) Man muß aber bedenken, daß die Firmen Krupp usw. ganz erhebliche Unkosten für Versuche haben. An der dreijährigen Dienstzeit Balten wir fest. Sie hat sich auf blutigen Schlachtfeldern bewährt. Tie zweijährige Dienstzeit hat ihre Feuerprobe noch nicht bestanden.
Abg. Hoff (Vp.):
Sic appellieren immer an den Opfersinn anderer! Greifen Sie doch einmal fest in die Tasche! Betätigen Sie sich mehr positiv! Tie Stellung der Deckoffiziere ist nicht befriedigend. Sie muß so auSgebaut werden, daß sie als eine wirkliche Lebensstellung von den Betreffenden angesehen iverben kann. Die Deckoffiziere müssen etwa den Assistenten ober den unteren Chargen der Sekretäre gleichgestellt werden. Auck ihre soziale Stellung muß gehoben werben. Tas Petitionsreckt der Beamten und Arbeiter darf nicht beschränkt iverben. Der Redner bringt dann Wünsche verschiedener Beamtengruppen vor und bezeichnet es als erfreulich, daß der Reichstag sich so freundlich zu den Wünschen der Fischer gestellt hat. Es ist befremdend, daß Angaben, die ich hier über den faiferli ck^ n Oberwerftdirektor in Kiel gemacht habe, im Haüse von der Regierung gar nicht beantwortet, dafür aber später in der „Slorbb. Allg. Ztg." als durchaus unberechtigt zurückgeiviesen ivorben sind. Ich konnte mich dagegen nicht verteidigen. Ein solches Verhalten gegen Abgeordnete halte ich für unzulässig.
Staatssekretär des ReichSmarincamts von Tirpltz:
Ich möchte nur noch feststellen, daß von den sämtlichen Unter- Offizieren der Marine im letzten Jahre nur 7 Proz. abgegangen sind. DaS ist keine hohe Zahl. T-er Abg. Hoff ist hier auf den Tagesbefehl des Oberwerftdirekto 'S in Kiel zurückgekommen. Ich muß noch feststellen, daß ich doch der Schuldige bin. Meine Verfügung hat den Tagesbefehl zur Folge gehabt. ES war eine Krllektiveingabe junger Herren eingegangen, die einer höheren Beamtenkategorie angehören, eine höhere Stelle und höhere Ge« hälter haben wollten. Eine solche Kollektiveingabe ist nach meinem Empfindn ungehörig. Wir haben in diesen Dingen eine alte Praxis, und über eine solche PraiiS soll man nicht zur Tages- orbnung übergehen. Meines Erachtens wäre jeber Streit ausgeschlossen gewesen, wenn ein älterer Beamter zu bem Oberwerftbirektor gekommen wäre unb hätte die Beschwerden und Wünsche vorgetragen. So hat baS Verhalten boch einen Beigeschmack. Man muß doch auch bebenten, daß der Vorgesetzte selbst baß größte Interesse hat, seine Beamten zufrieden zu sehen unb daß er eine solche Vorstellung ruhig angehört hätte.
Die Berichtigung in der „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" bezog sich nicht auf die sachlichen Ausführungen des Abg. Hoft, als ob wir die nicht genügend hätten beantworten können. Sie bezog sich auf die persönlichen Angaben deS Abgeordneten. Nach meiner Erinnerung hat er gesagt, daß sich unter den höheren Beamten eine Mißstimmung gegen den Oberwerftdirektor zeige wegen feiner Geschäftsführung. Nack meiner Auffafiung vertritt er sein Amt ausgezeichnet. DaS haben auch sämtliche Beamten der Werft in einer gemeinsamen Aussprache anerkannt. Der Abg. Hoff wird mir selbst recht geben, daß bei der Klein- lich kett des Lebens in einer Provinzial stadt auch solche lokalen Verhältnisse berücksichtigt werden müssen. Wenn dem Direktor vor der ganzen Stadt solche Vorwürfe gemacht werden, dann ist eine Abwehr nötig. Sie bezog sich aber nur auf diese persönliche Seite der Frage. Für die Fischer, die durch die Tätig- feit der Marine geschädigt werden, denke ich im nächsten Jahre eine Summe im Etat einzustellen, um ihnen eine Entschädigung zahlen zu können.
Abg. Herzog (Wirtschaft!. Vgg.):
Hoffentlich creidjen wir das Ziel, die Ausgaben für die Marine aus lausenden Einnahmen, nicht aus Anleihen zu decken, und hatten eß fest. Selbstverständlich müssen wir in der Marine alle Hilfsmittel der Technik verwenden. Schwimmende Särge zu bauen, hat keinen Zweck. Die Fürsorge für den Bau von Unterseebooten und Luftfahrzeugen iit sehr erfreulich. §ür den Antrag der Zentriimspartei auf Einführung der zweijährigen Dienstzeit bei der Matrosenartillerie können wir uns nicht erwärmen. Die Ausführungen deS Staatssekretärs waren sehr überzeugend. Tas entgegenkommende Interesse deS Staatssekretärs für die Teckoffiziere ist sehr erfreulich. Von der Wick- tigkeit dieser Beamten, namentlich wenn sie technisch ausgebildet sind, sind wir alle überzeugt.
Abg. Hoss (Vp.):
Es hat mir völlig fern gelegen, den Cbcrtvcrftbireftor Person- lieb anzugreifen. Ich habe nur baß borgetragen, was mir von absolut zuverlässiger Seile mitgeteilt würbe.
Staatssekretär des Rcichsmarincamts von Tirpitz:
Durch die Veröffentlichungen der „Kieler Zeitung" ist zweifel- loS eine große Beunruhigung entstanden.
Abg. Dr. Struve (Vp.):
Die Beschwerden beß Abg. Hoff hat man als ganz haltlos be- 3eia)net; baß find sie nicht. Für tue Familienväter sollte auf den staatlichen Betrieben der Sonnabend nachmittag unb der Sonntag freigehalten werden.
Seitcrbcratung: tzkonlag 1 Uhr.
Schluß %5 Uhr,


