Ausgabe 
5.2.1913 Erstes Blatt
 
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Tracht von Diakonissinnen oder Ordensschwestern, die zur Füh­rung dieser Tracht nickst berechtigt waren. Auch soll in anderer Weise mit dieser Tracht Mißbrauch getrieben worden sein.

Ein Antrag auf Aenderung des Urheberrechts.

Im Reichstag ist ein von Mitgliedern der beiden kom'cr batrven Parteien und der Wirtschaftlichen Bereinigung unter zeichneter Initiativantrag auf Erlaß eines Gesetzes eingegangen, in denr eine Aenderung d»es Urheberrechts an Werken der Literckkur und Bühnenkunst vorgesehen ist, wonach Unter an der em das Urheberrecht erst zehn Jahre nach der 1. vom Urheber innerhalb des Bestimmungsortes gestatteten bühnenmäßigen Auf­führung erlischt. Dadurch würde WagnersParsifal" er­höhten Schutz erhalten.

Gegen den WetterlöschenNouvellist" kn Colmar bat, ivic derElsässer Kurier" mitteilt, Staatssekretär Zorn v. Bulach Strafantrag erhoben und zwar wegen Ajnes Artikels in der RtrnÄner vom 13 v. M., in welckfem mit Bezug auf den in derTäglichen Rundschau" dem Wgeordneten Wetterte . gegebenen Rat,er möge lieber in Frankreich bleiben", der ^Rou- vetlist" antwortete,man könne gerade so gut gewissen anberen Leuten sagen, sie möchten in Deutschland bleiben" und hinzusügte: Sic kehren dorthin zurück, aber erst dann kehren sic zurück, du' Sckstaumeier, wenn sie mit einer guten, fetten Pension ausgerüstet sind, die ihnen der elsatz-lothringrschc Steuerzahler berappt, dieser gute Kerl".

Ausland.

Prinz Eitel Friedrich in Bukarest.

Prinz Eitel Friedrich hat am Dienstag vormittag Bukarest verlassen. Der Thronfolger und Prinz Carol geleiteten ihn ,urm Bahnhof. Der Prinz ist nach Sinaia abgereist, irm Schloß.Pcmch und die Umgebungen zu besichtigen. Tie Weiterreise nach Berlin erfolgte Dienstag abend.

Aus Stafct und £anft«

Gießen, 5. Februar 1913.

Karneval in Gießen.

Ein .Tag im Jahre ist auch-in Gießen allgemein der Narrheit frei, nämlich der Fastnachtstag. Namentlich unsere akademische Jugend betrachtet es an diesem Tage als ihr heiliges Recht, teils einzeln, teils in ganzen Gruppen kostümiert die Straßen zu durch­ziehen und möglichst viel Lärm zu machen. Manche originelle Maske war gestern wieder zu sehen und da und dort hörte man Musik, gute und schlechte, grad wies trefft. Während am Vor­mittag kostümierte ©hifycntcn und zahlreiche maskierte Kinder allein das Straßenbild belebten, wurden die Straßen der inneren Stadt, namentlich Marktplatz, Mäusburg, Kreuz und Seltersweg am Nachmittag immer voller und das närrisch-frohe Treiben immer toller. Luftschlangen und Konfetti schwirrten umher, aber auf die nicht immer harmlos wirkcnben Knallerbsen hatte man lieber verzichten sollen: der Spaß ist nur bescheiden und der damit angerichtete Schaden oft recht ärgerlich. Namentlich im unteren Seltersweg war viel Betrieb und wenn sich der tolle Uebewnut manchmal auch so steigerte, daß eine kleine nette Maid sogar ein Küßchen abbekam, so blieb doch im allgemeinen alles in den Grenzen des Erlaubten unb bes Anstands. Eine besondere Note brachte die Korso-Auffahrt der Gießener Karne­val-Gesellschaft in das frohe Treiben. Es beteiligten sich daran elf Wagen, die sämtlich gelb ausgeschmückt und teilweise außer orbentlich geschnrackvoll waren. Bei der Preisverteilnng er­hielt den ersten Preis der Wagen mit den Kindern des Fabrikanten Kreutcr, den 2. Preis der Banerschc Gesangverein und den dritten Preis die sehr stattlich vertretene Metzgernmung, die keineswegs das Bild der teuren Zeit zeigte und einigen in die Stadt geeilten Landleuten Gelegenheit zu spöttischen Bemerkungen gab. Die Spitzenreiter der Korsofahrt, um es nicht zu vergessen, bewahrten in dem Trubel, wie auch schon beim Zapfenstreich am Samstag, ihre immer gleich bleibende Ruhe und Würde. Unter den karne­valistischen Würdenträgern bemerkten wir einige Vertreter aus­wärtiger Vereine, darunter den Vorsitzenden der Nürnberger Karne­val-Gesellschaft. Nach Beendigung der Auffahrt verteilte sich das Publikum, dem Beispiel des Hohen Rates folgend, der im Einhorn den Karnevals-Schluß durch einen Abschiedsschmaus be­ging, in die verschiedenen Lokale, wo es bei.. Kreppel und Bier. Knallerbsen und Kaffee, Luftschlangen und abgcmagertcit Geld­katzen sehr hoch cherging und das Volk des Gottes Jokus dem dämmernden Aschermittwochnwrgen entgegentobte. Zwischen den -2- »--- '> ........1 ............

Durchquerungen unüberwindliche Hindernisse entgegengestellt hat. Auf Grund eingehender meteorologischer Studien,^bie von Fach­seite durchaus anerkannt worden sind, wies Dr. Siegelt die Be fahr barfeit der Ostsahara mit Luftfahrzeugen nach. Tie Vorzüge dieses Planes liegen vor allein in der leichten Zugänglichkeit der Operationsbasis, Aegypten, also einem Kulturland, in dem alle technischen Hilfsmittel zur Verfügung stehen, Werkstätten, Gas- unb Elektrizitätswerke, Eisenbahnen, Telegraphen, unb in bem auch, was nickt zu unter)duften ist, ein ausgedehnter mctcoro- logischer Dienst bereits organisiert ist. Da der Siegertsche Ex peditionsplan zeitlich zusammeisiiel mit ber Propaganda für bic Reise des Oberleutnants Filchner nach der Antarkris, sah Dr. Siegert auf Rar Berliner maßgebender Kreise von einer Ver­folgung seiner Pläne zunächst ab, um eine Zersplitterung der Kräfte zu vermeiden. So sein es zu begrüßen ist, baß ähnliche Gedanken auch von anderer Seite aufgegriffen werden, so sehr ist doch auch zu wünschen, daß der Siegertscke Plan nicht durch neue Projekte in den Hintergrund gedrängt wird, zumal es sich um ein Gebiet handelt, dessen Erforschung durch Nachtigall und Rohlfs ein Ruhmesblatt deutscher geographisckier Arbeit bildet.

Eine Lösung de r Dienstboten frage. Aus New Port wird berichtet: Frau Louis Tichacek, die Frau eines wohlhabenden. Eigentümers einer Marmorwerkstatt, nimmt für sich den Ruhm in Anspruch, die Dienstbotenfrage glücklich gelöst zu haben. Frau Tichacek, bereit Mann früher auch Abgeordneter gewesen ist unb in St. Louis heute eine bedeutende gesellschaftliche Rolle spielt, ist die glückliche Mutter von neun Söhnen. Jebem Dienstmädchen, das engagiert wirb, erklärt die kluge Hausfrau, daß sie nach einer fünfjährigen tadellosen Dienstzeit das Recht Haben soll, einen der Söhne zu Heiraten. Tret Söhne sind jedenfalls schon heute mit ehemaligen Dieitstmäbcknen ihrer Mutter glücklich verheiratet unb Frau Tichacek bom, daß auch die übrigen sechs bei Erreichung eines heiratsfähigen Alters diesem Beispiele folgen .werden Natürlich müssen die Tteuft Mädchen, die bei Frau Tickacck engiagiert werben 1 vollen, gut «utüsehcn und häusliche lugtubai besitzen. Tic Hausfrau bebauptet Weim die Mädchen gut genug sind, um film Zahre lang bet mir Hausarbeiten zu verrichten, bann sind sie auch gut genug, um die Frau eines meiner Söhne zu werden." Die 3öbnc werben mit ihrer Großjährigkeit jeweils Teilhaber im Geschäfte des Vaters, toobnrn m der Nähe des Elteruhmises und bie drei bisher auf diese Weise verheirateten Söhne haben keinen Grunb, ihre Wahl zu bereuen. ivrau Ticlraeek wird seitdem fortwährend mit Ange boten stellungsuchender M adchen überhäuft, bic gern fünf Jahre um einat Maim dienen wollen: biente dock in ber^Bibel der treue Liebhaber um Rahe! sogar sieben'

Kurze Nachrichten aus Kunst unb Wissen- s cha st. Gabriel v. S e ib l ist in M ü n ck e n an einem schlvcren Unter!erWlaben erkrankt

den Cafes herausgekehrten Resten vergangener Herrlichkeit bemerkte man nur noch einige vor dem Besen flüchtenbe Lebewesen.

**! Tageskalender für Mittwoch, 5. Febr.: T b e a t e r- verein: Zweite Opernvorstellung, Gastsoiel bes Tarm- nädter Hoftheaters: .Wenn ich König wäre/ Anfang 7 Uhr.

** Ter Provinzialausschuß hält am M ittwoch, 19. b. M., vormittags 3 <9 Uhr eine Sitzung mit folgender Tag esordnung ab: 1. Beigeorbnetenwahl zu Inheiden. 2. Gesuch des Emil Santberg zu Hungen um Erteilung eines Wandergewerbescheins sür 1913. Eine weitere Sitzung am Samstag, 22. d. Mts., vormittags 3»9 Uhr, wird lick) mit folgenden Angelegenheiten beschäftigen: 1. Tie Drogerie des Apothekers Stockbauer in Bad-Rauhe i m. 2. Austau)ch der von fiskalischem Wald eingeschlossenen Wiesen in der Gemarkung Fauerbach. 3. Klage des Ortsarmenverbands Friedberg gegen den Ortsarm en verband Echzell wegen Unterstützung des Albert Kaufmann. .

** Preußische Kl a s s en - L o11 er i e. Tie Loie der II. Klasse müssen unter Vorlegung des Vorklassenloses bei Verlust des Anrechts bis zum 14. Februar abends 6 Uhr cingclöst werden, dluch müssen bis zu diesem Termin die Freilose gegen Rückgabe der gezogenen Lose in Empfang genommen werden. Zur Ver­minderung des übergroßen Andrangs empftehlt es sich, die Er­neuerung möglichst bald vorzunehmen.

Stadttheater. Beim Gastspiel des Fnebnch- Wilhelmftäbtischen Schauspielhauses in Berlin mit Herbert EulenbergsBelin de" am 13. Februar zahlen Abonnenten bei Vorweis des 5. Ermäßigungskupons gewöhnliche Preise.

Wohltätigkeits-Konzert am 9. Februar im Klubsaal. Dem Vorstände des Kronbauerschen QuartettoereinS ist es gelungen, zwei außergewöhnlich begabte Künstler für sein Konzert zu gewinnen. Tie Hosopern- mngerin Frau Hoffmann-Onßgln, ein geschätztes Mit­glied der Stuttgarter Hosoper, zählt zu den besten deutschen Altistinnen, sie wird ebensowohl als Liedersängerin, wie als Solistin in den Chören Mitwirken. Herb Basser mann, ein junger Geiger, der vor einigen Jahren einem Ruf nach Berlin folgte, ist ein geborener Frankfurter, ein Sohn des Künstlerpaares Bassermann, bic im bärtigen Musikchor eine ehrenvolle Stellung einnahmen, sie als geschätzte Pianistin und er als rin ausgezeichneter Geiger, so lange Professor Heermann in Frankfurt lebte ein Mitglied des berühmten Heermann-Qnartettes. VoraussickMch wird Frau Professor Bassermann ihren t alentierten Sohn am Klavier begleiten.

** I m Stadttheater herrschte gestern ebenfalls Kar- nevalstimmiing. Am Nachmittag gab es eine Kindervorstellung Klein-Däumling", bic leib er nur mäß g besucht war. Die Abend-Vorstellung, Gustav Kadelburgs toller SchwankDer Weg zur Hölle", brachte dann bei ben außerordentlich zahl­reichen Besuchern bic richtige Karnevalstimmung hervor, bic durch zahlreiche im Zuschauerrrrum thronende Masken auch äußerlich gekennzeichnet wurde. Der aus dem Berliner Leben gegriffene Schwank wurde unter der Regie von Herrn Goll sehr flott gespielt und mit großem Beifall ausgenommen. Herr Norden gab den alten Dornwald mit köstlichem Humor, während Fräulein Scholz als Frau Agathe Dornwald eine so energische Schwiegermutter abgab, wie man 'sie sonst fast nur in Witzblättern dargestcllt findet. Herr G o l b gab ben Hugo Benbler mit all bem typischen Humor, ber bazu nötig ist, einen in 1000 Nöten befindlichen Ehemann glaubhaft darzustellen. Fräulein de Bruyn spickte dessen Frau mit schlichter Natürlichkeit, während Fräulein Jüngling die spanische Tänzerin Cornero etwas übertrieben wrrftellte. Zu er­wähnen ist noch die sympathische Wiedergabe der Rolle des Arthur Gernau imrd) Herrn Jensen.

** Duell Jttm ann-FigHera. Die Verhandlung gegen ben Leutnant a. D. Jttmann vom 3. Fußartillerie- Negiment Mainz, der im November v. Js. den Franzosen Fighera im Gießener Stadtwalbe im Pistolenbuell berartia verletzte, baß er an seiner Verwunbung alsbald starb, findet vor dem am 3. März beginnenden Schwurgericht der Pro­vinz Oberhessen statt.

* * T i e F a st n a ch t s t a g e verliefen int allgemeinen ziem­lich ruhig, gröbere Ausschreitungen kamen nicht vor. Zwei junge Leute, die gestern ben Unfug am Seltersweg etwas zu stark betätigten unb den Anordnungen der Schutzleute nicht folgten, warben ins Polizcigefängnis gebracht und heute früh wieder ent­lassen.

Landkreis Gietzen.

# £ i d), 4. Febr. Der Gemeinberat. hat beschlossen, für baS laufende Jahr eine Anleihe von 100 000 Mark aufzunehmen, von denen bic Hälfte für Straßenpflaster und der Rest für Kanalisation, elektrische Beleuchtung, Feld- bercinigimg unb Klcinpflaster verwendet werben soll. Tie Genehmigung des KreiscnnteS zur Aufnahme des Gelbes ist bereits nachgesucht worden.

Wettershain, 4. Febr. Heute fand hier zum zweitenmal B ü rg c rm eisterwa hl statt. Es standen sich zwei Kandidaten einander gegenüber. Wilhelm Reichert erhielt 69 und Moritz Sann 55 Glimmen. Die Wahl vom 20. November v. Js., bei der Reichert 71 unb Sann 60 Stimmen erhalten hatte, war wegen Freibierspendens beanstandet unb vom, Kreisausschuß für ungültig erklärt worben.

Kreis Lauterbach.

Lauterbach, 4. Febr. Der P ferbeVersiche­rungsverein bes Kreises Lauterbach hat nach bem Ge­schäftsbericht seiner Hauptversammlung am Schlüsse bes Jahres 1912 eine Mitgliederzahl von 608 Pferdcbesitzern mit 1195 Der sickerten '''erden auszuweisen. Im Laufe des Geschäftsjahres sind 22 Mil st cd er aus btfm Verein ausgetreten, dagegen 24 neue Mitglieder ausgenommen worden. Für 31 Pferde wurde eine Entschädigungssumme von 10 788 Mark ausgezahtt. Ter Ber- mögensstand der Kasse beträgt 19 678,39 Mark. In ben Vor stand mürbe Bürgermeister Döring in Rimbach neu gewählt, da Fabrikant Weiß in Frischborn wegen Llusgabe ber Pfcrbehaltnüg ausscheiden mußte. Tie Höchstversicherimgssumme nnirbc wegen der höheren Ansckmfiuugskosten der Pferbe vom 1. Januar 1914 ab auf 1200 Mark feftgefclt. Der Prämiiensatz für 1913 beträgt 2 Prozent.

Starkenbnrg^ttnd Rheinhessen.

w Mainz, 5. Febr. Der Luftschiffer Trautwein, ber erst kürzlich sein FührcrzcugniS erwarb und sich durch seine Höhenflüge bald einen Namen machte, machte gestern bei Ncgenwetter einen Aufstieg. Er streifte einige Bäume und itürztc infolgedesicn ob. Ter Apparat wurde zer­trümmert unb Trautwein erlitt einen Beinbruch.

Kreis Wetzlar.

w Wetzlar, 4. Febr. Von 31 Abiturienten amhie- itgen Lehrerseminar wurden 27 für bestanden erklärt. '.Huf Grund guter Leistungen waren 5 von der mündlichen .Prüfting befreit.

X Launsb ach, 5. Febr. Ter zweite Lehrer Dittert wnb uns nachuens verlm'ien, er wurde zum Lehrer in Nieder kostens «Krris Zimmern gewählt. Tie Gemeinde sieht den türfp tigcn Lehrer ungern ithetbcn '

. ff P1- '"l *! n 1 ' b a u j cn , 5. Febr Die uralte Kirche Wil durch einen Neubau erseyt w rden Es hat sich deshalb ein Kllchbauverem gcbilbet. Auch em Schul hausneubau ist

beschlossen, die neue Schule ist für 5rri SH allen txrrgdäjai unb komutt auf ben Zünmerplatz zu stehen.

Hessen-Nassau.

h. Vilbel, 4. Febr. Die Stadt erhielt für das an Frank furt zur Einrichtung eines Exerzierplatzes verkaufte Russenlanb" 90000 Mark. g

vereinrnachrichte«.

** Ter Bauersche Gesangverein in Gießen hält sein Kostümfest am 8. Februar in der Turnhalle des Turn Vereins in Gestalt eines Sv m m e r se st e s ab. Ein rhrindessisches Welnrestauraitt, Münchener Bierkeller und sonstige Verannaltungen werden errichtet. Ein Fahnenreigen, gefahren vom Ravsahrer. verein 1885, sowie Uebcrrafchungen verschiedener Att werden den Frstbesuchern einige vergnügte stunden bereiten.

Taubringen, 4. Febr. Die Mitglieder des hiesigen * Männer turnv er eins hielten gestern abend int Saale des Ono Steuernagel ihren Maskenball ab. Das Lokal war dicht, besetzt Von dem sich ergebenen Ucbcrf(f<ufc wurden bem Bereni«! Kleinkinbersreunb 15 Mark gesttitel.

--- Allendorf a. b Lahn, 4. Fevr. Der diesige Gef a n g.< verein hielt eine AdendunterHaltung ab. Unter der LeitungW seines Dirigenten Lehrer Blaß wurden sckwne Chöre zur Auf. sührung gebracht. Auch die Theaterstücke ^Tuteten großen Beifall.« Der Gesangverein Pohlgöns, der auch unter Leitung des Lehrers Blaß steht, trug sein Teil zur Verschönerung des Abends bei.

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Dar normale Wetter im Februar.

Ter Februar gilt meteorologisch als der letzte Wintermonst, der zum Frühling überleitet. Seine mittlere Temperatur liegt 1,52 Grab über ber des 3anu«. In der ersten Monatshälste macht sich ber Einfluß ber höher fteigenben, Sonne nur wenig be­merkbar: bic Temperatur ist nahezu konstant. Erst bie zweite Hälfte bringt eine rasche unb stärkere Zunahme ber Tageswärme, ji Wegen ber starken Wnahme ber Wärme mit steigender Höhe ver- jchwiubct, je höher die Gegend liegt, umsomehr bie Wärmczunahme im Februar. Daher sind unsere Mittelgebirge nur wenig wärmer als int Januar, oberhalb 2000 Meter ist biefer Monat sogar Filter als fein Vorgänger. In noch größeren Hohen wirb schließlich ber Mckrz zum kälteren 'Sintermonat. Tie mittlere Nachmittags-1 warme beträgt in unserer Gegenb runb 5 Grab, die Nachttem- . peratur 1 Grab. Die normale Zahl ber Frosttagc ist im Flachlanb etwa 14, bic ber Eistage 3. Dabei können in ben ; einzelnen Jahren wie immer große Temperaturgegensätze Vor­kommen So hatte ber Februar 1895 27 Frost- und 17 Eistage, 1869 aber nur einen einzigen Frosttag, wahrend Ästage gatp ehlten, so daß außerordentlich milde Witterung herrschte. Dir tiefste seit 1857 beobachtete Februartemperamr dürfte im Rhem- und Maintal 20 Grad erreicht und in höheren Gegenden noch überschritten haben Arn 8. Februar 1895 wurden 1920 Grat Kälte vielfach gemeldet. Dagegen stieg am 25. Februar 1906 die Temperatur aus den geradezu sornmerlickien Betrag von 19 Gvch an. Am selben Tage Iferrschtcn 1858 unb 1888 10 Grab Kälte, > also eine um 29 dlrab tiefere Temperatur. Fnnerhalb so wattiger Grenzen pflegt bic Februarwärmc zu schwanken. Der Temperaturcharakter ist völlig von ber europäischen Timckverteilung abhängig. Herrscht hoher Druck im Süden Europas unb tiefer im Norbeu vor, bann wehen roarme Südwinbe, während im um­gekehrten Falle eisige Norbwindc Europa überfluten. Denn bie im Lohen Norben lagernben Srbräumc haben ebenso wie bic höheren Luftschichten erst im Februar unb März ihre tiefste Jahrestcm- - peratur erreicht. Die einzelnen Gegeirbcn Deutschlands verzeichnen nachfolgenbe Fchruartempe^attirm: Aachen 3, Berlin 1, Breslau 1, Bromberg2, Königsberg2,4, Dresben 1, Frank« hirt 2, Hamburg 1, Helgolanb 1,4, Karlsruhe 2, Straßburg 2, Stuttgart 2, München 1 Grab. Feldberg ,Taunus) 880 Meter 3,5, Brocken 1145 Meter4,4, Sckureckoppc 1610 Meier 7,9, Zugspitze 2964 Meter12,6 Grad.

Im Großherzogtum Hessen wird folgende Tm> peraturverteilung festgestcllt: Darmstadt 1.9, Gießen 1.1, Bad- 'Nauheim 1.0, Mainz 2.3, Lfi'enbach 1.7, Schotten 0.2, Worm-^0, Alzey 1.4 Grad. Bezüglich der Niederschlage iff tfrr AeoruoFj" Dielen Gegenden der trockenste Monat des ganzen Wahres Tic mittlere Zahl der Schneetage beträgt 6, während tm Tiefland eine Schneedecke an 4 Tagen eintritt. 1895 hatte 27 Tage mit Schneedecke.

Der vergangene Januar war, wie schon der Dezember, erheblich zu mild. Der Wärmeübcrschuß war im , Westen bes Reichs erheblich größer als im Osten. Im äußersten Ost bcutfchlanb war bie Temperatur unter normal. In ben enten Januartagen lagerte sehr hoher Luftbruck über Osteuropa. Er brachte bereits vom 4. ab in Ostdeutschlanb (östlich ber Cbcv Frost. Als am 9. ber Hobe Druck nach Finnlanb Kuniberte, erfolgte bei Nordostwinben westwärts sortschr> itenb auch int übrigen Teutdv land Abkühlung bis unter den Geftierpuntt. Arn 11. unb 12. brachte ein Teil der roeftlidjen Zyklone in Westbeuftchland aus­gedehnte Schneefälle, die burchschntttlich 1015 Zentimeter Hocy ben Boben bebedten. Oestlich der Ober blieb es ttocken, ber Fwk stieg an einzelnen Orten auf 2022 Grad Kälte. Bereits vom 1'5. ab fetzten im äußersten Westdeutschlanb Südwinde mit Regen* unb Tauwetter ein, am 17. Hatten birfelben Mitteldeutschlam) erreicht, bis zum 19. auch ganz Ostdeutschland. Am 27. bracht ein quer durch Deutschland wanderndes Hvchbrtcckgebiet iwchmaÜ kurze Zeit Frost, der östlich der Elbe unter 10 Grad, östlich kr Oder sogar unter 18 Grad herabging. Der Februar brach» überall wieder Tauwetter.

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Der Prozeß gegen die Pariser Automobilapachen.

< Paris, 4. Febr. Die 21 Angeklagten in bem umsarrq« reichen Prozesse wegen ber großen Reihe von Verbrechen, d« auf bas Konto ber Pariser Automobil-Apachen Hu setzen fmb. touroen unauffällig in bas Gcricktsgebäube überführt. Sie waren währenb bes Transpottes gesessel unb behielten die HandsedEen auch während der Verhandlung bei. Mit ber Ausgabe von Ein­trittskarten für bas Publikum ist man anscheinend sehr vorsichvß vorgegangen. Ten Zuhörerraum bevölketten etwa 10l) Mann, bencii man )ium großen Teil ben Beruf bes Geheimpolnisten an ber Stirne mtsieht. Ein großes Aufgebot ber repulü-kamschen Garbe umstellt bie Angeklagten, bie in brei Reihen Platz nehmen. Bor bem Gerichtstische befinden sich in zwei Kästen bie Ueber- fühmngsgegenstönbe: Dolche, Revolver, Messer, Schlagringe, blut­befleckte Kleidungsstücke unb verschiedene Gegenstände, die den Verbrechern bei ihren Einbrüchen in die Hände gefallen inw Unter den Angeklagten befinden sich brei Frauen. Von ihnn- wirb bic geistig bedeutendste, die Mitarbeiterin an einer anarchliw scheu Zeitschrift, die erst 25 Jahre alte Frau Maitreiean zuerst vernommen. Sie behauptet von ben Straftaten übt rhauPt nichts zu wissen. An bem anarchistischen Blatte habe sie zwar mitgearbeitet, aber in ganz untergeordneter Stellung. An tbn Vernehmung schließt sich bic ihres Geliebten Ä i halt war ber Hauptleiter ber anarchistischen Zeitsckfttft ,,1'Änarch«» will aber eine Propaganda der Tat nicht betrieben haben.

Leipzig, 4. Febr Das Reichsgericht verwarf die M vision bes Koksmeisters Pobkowa, ber vom Schtmrrgcttcht Beulb» am 6. Dezember wegen Morbes zum Tobe omirtcilt merben war Pobkowa hatte einem Arbeiter Geld unterschlagen, ihn zttole unb bie Leiche im Koksofen verbrannt.________________

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Straßburg i. E, 4. Febr. (Jntemationalc Ballon ivettfahrt Am Donnerstag, Frettag unb Samstag, oen 6., < unb 8. Jtbniar Hüben in ben Morgenstunden intemaiwiui-' wisienschaftlichc Ballonausstiege statt. Es steigen Drachen, vc nannte ober unbemannte Ballons in den meisten Sjaupm«» Europas auf. Der Finder eines leben unbemannten Baston. rüält eine Belohnung, wenn er der icbem Ballon beigegebencn fruktion gemäß ben Ballon unb bie Instrumente wrgfälvg Miß- unb an bic angegebene Abresse sofort tclegrophisch Nachricht lenoer

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