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5.2.1913 Erstes Blatt
 
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____Erster Blatt (65. Jahrgang _ Mittwoch, 5. Februar (9(5

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g&Jyy Verantwortlich für den

General-Anzeiger sür Oberhessen '

Rotfltionsbrud und Verlag der vrühl'schen Univ.-Buch- und Sieindruckerei R. Lange. Redaktion, Lrp-dMon und Druckerei: Schulftratze I.d-' LH-b' wr Ä.

Di« heutige Nummer umfatzt 12 Seiten.

wer wird siegen?

Wie wird die Entscheidung über Sieg oder Niederlage stoischen der Türkei und dem Balkan Vierbund au's- fallen? Diese Fragestellung ist freilich nicht ganz richtig, da auf der ein eit Seite nicht mehr wie Leim ersten Feldzug mit dem gesamten Balkanvierbund zu rechnen ist. Geht doch der Kampf diesmal Lanz vorwiegend um Adrianopel und die Tschataldschalinie, und hier werden die Kosten des Krieges fast ausschließlich von Bulgarien ^allein ge­tragen werden müssen. Äe griechischen Truppen dürften ihre Haupttätigkeit nach wie vor auf Janina rich­ten, und nur ihre Flotte kann wenigstens zur Beunruhigung der Türken dienen. Die Montenegriner kommen überhaupt nicht in Frage, da sie vielmehr der serbischen Hilfe bedürfen, um mit Skutari fertig zu werden. Was die Serben selbst betrifft, so sind sie offenbar erst durch die ihnen von den Bulgaren in Aussicht gestellten Kom­pensationen in Mazedonien zur Hilfeleistung bewogen worden. Nun sind allerdings die B u l g a r e n unterdessen in die Lage versetzt worden, ihre Lücken durch das Ersatz­material, soweit es überhaupt noch vorhanden ist, aus­zufüllen und vor allem neue Belagerungsgeschütze heran­zuschaffen. Aber jene Ausfüllung kann angesichts der Tat­sache, daß. die bulgarischen Verluste bei einer ziffernmäßigen Stärke des Heeres von 300 000 Mann auf 80 000 an Toten und Verwundeten Gemessen werden, nur sehr spärlich ge­wesen sein. Im Gegensatz dazu waren die Türken während des. Waffenstillstandes in der Lage, aus der asiatischen Türkei reiches, unverbrauchtes Hilfsmaterial, nicht nur an Menschen, herbeizuschaffen.

Nach einigermaßen zuverlässigen Schätzungen stehen zurzeit an der Tschataldschalinie etwa 150 000 bis 160 000 Mann türkischer Truppen, zu denen sich noch etwa 40 000 Reservetruppen gesellen. Die bulgarische Armee an der Tschataldschalinie und bei Adrianopel wird schwerlich auf mehr als 200 000 Mann zu bemessen sein. Sind so die ziffernmäßigen Chancen angesichts der Tatsache, daß die Türken noch , zu größeren Nachschüben befähigt sind, etwa gleich, so kommt doch in Betracht, daß die Bulgaren der ganzen Kriegslage nach auf die Offensive angewiesen sind, die sie ja auch vor Adrianopel ergriffen haben. Die am .M""t" - ?bend begonnene und seitdem mit stärker Energie fortgesetzte Kanonade läßt trotz einiger heute vorliegenden Gegenmeldungen vermuten, daß man an einen Sturm auf die Festung, der auch wohl aussichtslos wäre, fürs- erste nicht denkt, sondern einen planmäßigen Angriff ins Werk setzt, über dessen Erfolg sich natürlich nichts Voraussagen läßt. Das aber kann als wahrscheinlich gelten, daß die Bulgaren entscheidende Schläge zurzeit nicht an der Tschataldschalinie planen, sondern ihre gesamte Kraft auf Adrianopel richten wollen, um durch die Einnahme der Stadt eine günstigere Lage für die späteren Verhandlungen zu schaffen.

Diese Verhandlungen aber dürften, trotzdem zur­zeit die. Kanonen sprechen,-wohl alsbald wieder ausgenom­men werden, da ja auch die Mächte ihre Bemühungen zur Herbeiführung einer Verständigung keineswegs auf­gegeben haben. In Konstantinopel sollen bulgarische Dele­gierte in halbamtlicher Mission eingetroffen sein. Und da die Bulgaren immerhin schon das Zugeständnis gemacht

haben, daß nach der liebergäbe von Adrianopel dort ein Vertreter des Kalifen residieren soll, so wäre hier bei beiderseitigem Entgegenkommen die Grundlage zu einer Verständigung gegeben, die um so leichter herbeizuführen wäre, wenn entweder Adrianopel fiele, oder aber die Bul­garen sich die Köpfe blutig rennen,würden. .

Wir erhalten folgende Meldungen:

Das Bombardement auf Adrianopel.

Konstantinopel, 4. Febr. Ein vom Ministerium des Innern ausgegebenes Kommunique bestätigt, daß die Bulgaren gestern um 71 2 Uhr abends auf der Ost- und Südseite der Festung von Adrianopel mit Artillerie- und Jnfanteriefeuer das Bombardement auf die Stadt eröffnet haben. Die türkischen Truppen erwiderten das Feuer. In der Stadt herrscht Ruhe. Die Feindseligkeiten begannen auch auf der Halbinsel G a l l i p o lli. Bulgarische Kavallerie griff die türkischen Vorposten an. Es tzeht das Gerücht, daß am NackMittag die Feindseligkeiten an der Tschataldschalinie begonnen haben.

Konstantinopel, 4. Febr. Die Botschafter haben der Pforte das G es u ch d e r Ko n s u l n i n Adria­nopel um Festlegung einer neutralen Zone mit- geteilt, in die die Fremden flüchten könnten. Ter Groß- wefir erklärte sich bereit, dem Ersuchen stattzugebcn. Vor allem ist jedoch die Z u st i m m u n g d e k B u l g a r e n er­forderlich.

Der BerlinerLokalanz." meldet aus Konstanti­nopel: Die Bulgaren st eckten das Dorf Tscha- taldscha in Brand und zogen sich in nordwestlicher Richtung zurück, um die Türken aus ihren Positionen in eine offene Schlacht herauszulocken.

Das Ergebnis des Kampfes bei Galli­poli, dch um 2 Uhr nachmittags begann, ist unbekannt, da die.Telegraphendrähte durchschnitten sind. Auch östlich von Dede-Agatsch fand ein Zusammenstoß statt. Wie verlautet, bombardierten die Griechen Sa ros.

K o n st a n t i n o p e l, 4. Febr. 7 Uhr abends. Bis zur Stunde ist keine amtliche Meldung darüber ein­getroffen, welche die von den türkischen Abendblättern ver­breiteten Gerüchte von der Wiederaufnahme der Feind­seligkeiten an der Tschataldschalinie und bei Gallipoli be­stätigen.

Der Großwesir Mahmud Schefket Pascha reist morgen nach dem Hauptquartier bei Hademkoek ab. Die Pforte wies die o i t o»m a u i s ch e n Bevollmächt i g - t en in Lo n d an an, London zu verlassen.

Der Exgroßwesir Kiamil Pascha begab sich nach Aegypten.

Ein Sturmangriff auf Adrianopel?

Meldungen aus Sofia wollen wissen, daß gestern (Dienstag) früh eine ganze bulgarische Division unter dem Schutz der Kanonen zum Sturm gegen Adrianopel vorging. Das Kampfergebnis ist unbekannt.

Auf der Ostfront Adrianopels soll die bulgarische In­fanterie einen Kilometer vorgedrungen sein.

Weitere Verhandlungen?

Konstantinopel, 4. Febr. Einem bisher ander­weitig nicht bestätigten Gerücht zufolge sollen demnächst halbamtliche bulgarische Delegierten in Kon­stantinopel eintreffen, um über die Lösung der Adrianopeler Frage zu verhandeln.

Die WienerNeue Freie Presse" meldet aus Sofia: Gestern, Dienstag, nachmittags um 3 Uhr, begann der Mi­ni st e r r a t, der bis abends währte und eventuelle Zugeständ nisse der Pforteab wartete. Um 7 Uhr erschien im Ministerrat der griechisck>e Gesandte Panas, der lange mit Gechow konferierte. Dieser sowie der Kriegs­minister erhielten gegen Vzd Uhr im Hauptquartier die Meldung, daß die forcierte B e s chiejß u n g der Adrin- nopeler Festung beschlossen und bei Kadimköj die gegen­seitige Kanonade im Gange sei. Von den Bul­garen wurde den Konsuln und der Bevölkerung Adria­nopels Frist, gegeben, die Stadt zu verlassen.

Der BerlinerLokalanz." meldet aus Konstantinopel: Die Entschließung Bulgariens, Delegierte nach Kon­stantinopel zu senden, soll auf Vorschlag Ruß­lands erfolgt sein. Geheime Verhandlungen sollen bereits im Gange sein. Das Wilajek Adrianopel fokl eine ähnliche Verwaltungsreform wie Tripolis erhalten.

DieTimes" teilt aus Sofia das Gerücht mit, die Pforte habe neue telegraphische Anerbietun­gen an Bulgarien gemacht und sei bereit, Adrianopel zu den von den Bulgaren als annehmbar bezeichneten Be­dingungen zu übergeben.

Angeblich hat in (Sofia ein geheimer Schritt der Mächte stattgefünden, damit der Balkanbund die türkischen Be­dingungen annehme. _____________________

Aus Hessen»

Ans dem vierten Ausschuß.

bs. Darmstadt, 4. Febr. In der heutigen Sitzung des Vierten Ausschusses wurde u. a. über die beiden Anträge Motthan, betr. Sonntagsarbeiten der Eisenbahnangestell- t e n und Einquartierungslasten in der Mainzer Um­gebung, erhandelt. Der Tendenz des ersten Antrages stimmte der Ausschuß zu; in der Frage des zweiten Antrages soll die Regierung ersucht werden, beim Bundesrate vorstellig zu werden, eine Erhöhung der Sätze für Quartiere einznführen. Es wurde dann ferner über eine Bittschrift des Gendarmen FrenndausGießen gesprochen, der seinerzeit entlassen wurde, jetzt aber wieder eingestellt zu werden wünscht. Die Regierung soll hier die Gründe der Entlassung angeben, bevor ein Beschluß gefaßt werden kann. Dann wurde über eine Eingabe eines Land­wirtes Dorsch aus Mainz wegen Rechtsverweigerung beraten. Der Ausschuß sah sich leider genötigt, die Bittschrift für er­ledigt zu erklären, da die Kammer nichts an einem rechtsgültigen Urteil ändern kann. Im übrigen wurden Berichte verlesen und genehmigt.

Deutsches Reich.

Der Prinzregent von Bayern

und seine Gemahlin begeben sich am 6. März zum Besuch des Kaisers nach Berlin auf zwei Tage. Sie werden von dem Ministerpräsidenten Freiherrn v. H erkling be­gleitet werden.

Das preußischeHerrenhaus

hat mit großer Mehrbeit das Wassergesetz wesentlich nach den Beschlüssen des Ausschusses angenommen.

Mißbrauch der Tracht katholischer Ordens­personen.

Die konservativ ^Fraktion und die Zentrums-- fraktion des preußischen Abgeordnetenhauses haben den Antrag gestellt, die Staatsregierung aufzufordern, Maß­nahmen zu trefien, welche geeignet sind, die Tracht der katholischen Ordenspersonen und der Diakonissinnen vor Mißbrauch zu schützen. Veranlaßt sind die Anträge durch die Wahrnehmung, daß in letzter Zeit Schwindeleien von Personen verübt worden sind in der

Die Ausgrabungen in Sufo.

auf der Bqlkanhalbinsel.

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erinnert, daß Susa von L... . _r -.

so entsteht die Frage, woher diese Kunst entstanden i|t. Die Aus­grabungen erlauben ben Schluß, daß in Susa in dem Zeitpunkte der chaldäischen Eroberung eine Vorliebe für hie Kunst der Sieger herrschte und daß man den neuen Stoffen einen sehr großen Raum bewilligte. Herr de Morgan nimmt an, daß die höchst originelle Kunst der Vasenmalerei überhaupt ihren Ursprung auf Susa, die Wiege der orientalischen und europäischen Keramik, zurückführt. Auf Grund gewisser Ornamente, die entdeckt ivorden sind, ist es nicht ausgeschlossen, daß die Ureinwohner von Susa Semiten waren, und so würde die chaldäqche Kunst semitischen Ursprungs sein, eine Hypothese, der jedoch sprachliche Erwägungen

die beinahe fünf Jahrhunderte hindurch gepflegt worden sind, lassen Albanien uns verwandter er|"d>cineh, als dem öster­reichischen Kaiserreiche, auf das die Annektion keine andere Wir­kung ausübte, als die Vergrößerung des Rafsendurcheinanders und der Sprachenverwirrung."

Mehrfach 1889 sowie 1897 hatte Crispi einen Balkan­bund militärischer Art vorgeschlagen, wie er heute verwirklicht ist, und int Hinblick auf Italiens Politik im nahen Orient hatte Crispi dem König Humbert eine montenegrinische Prinzessin als Gemahlin des Thronfolgers vorgefchlagen. Hier­über findet sich eilt Eintrag in das Tagebuch Erispis, der ein Gespräch mit König Humbert am 5. Dezember 1896 behandelt. Im Gespräche mit dem König sagte Crispi:Ich habe das Buch über Montenegro erhalten, das Eure Majestät mir zu.schicken geruht haben; ich empfinde das Bedürfnis, mich für das kost­bare Geschenk zu bedanken und gleichzeitig die Gründe ausoin anderzusetzen, wegen derer ich die Verheiratung des Sohnes Eurer Majestät, des Prinzen von Neapel, mit der Prinzessin Elena vorgefchlagen habe. Diese Beweggründe waren drei an der Zahl: die Verschwägerung mit einer Familie, die keinen Einfluß auf uns ausüben kann, die Wahl einer Prinzessin von gutem Blute, und im Falle eines Orientkrieges Sicherung eines Stützpunktes

In Susa, der einst so berühmten Hauptstadt des persischen Weltreiches, hat die Expedition des Herrn de Morgan, die dort Grabungen unternommen hat, zu zahlreichen interessanten Ent­deckungen und Ergebnissen geführt. Die Ausgrabungen galten in erster Linie der höchsten Erhebung eines künstlichen Hügels, in der man die Burgstätte zu ör fronen glaubte. Es zeigte sich, daß bereits die ersten, geschichtlich erkennbaren Ansiedler in Susa ' Kupferornamente zu treiben verstanden; ihre Frauengräber ent­hielten bewunderungswürdige Spiegel und kleine Hörner aus diesem Metalle, die zur Aufnahme von Schminke besttmmt waren. Aus einer nationalen Vorliebe für die Schmuckformen entwickelt sich nach und nach das Streben nach ftrengerer Nachahmung der Naturerscheinungen, und so verknüpft sich/die -Keramik von Susa mit jener Höhlenkunst, die zum Hauptthema bic Darstellung der Tiere und ihres Lchros hat. , , , .

Die ersten Susaner kannten bereits, wie wir einem Berichte derRevue" entnehmen, die Töpferscheibe, die Kunst d'er We­berei, die Verarbeitung des Kupfers, die Maleret, und sie be­saßen religiöse Vorstellungen. Die folgenden Kulturschichten be­kunden nun eine große Renaissance. Mer wenn man sich daran

der Ausgrabungen noch weitere ivertoolle Aufklärungen über die Kultur und die Geschichte von Susa..

Neues aus Crisp-s Erinnerungen. <

Crispi über die Orientfrage.

In Mailand ist soeben ein uVucr Band der Erinnerungen Crispis erschienen,Internationale Fragen" betitelt. Dieser neue Band beschäftigt sich hauptsächlich mit Dreibund-Angelegen­heiten, mit den Beziehungen .zu Frankreich, enthält auch Ab­schnitte über die Orientpolitik, die wegen der Ereignisse der Gegen­wart besonderes Interesse beanspruchen dürfen.

Im Jahre 1900 hat Crispi eine Aufzeichnung nieder geschrie­ben, die über die Autonomie Albaniens handelt:Stimmt man heute der Annektion Albaniens durch Oesterreich zu, so bedeutet dies keinen Vorteil für dieses Kaiserreich, dagegen un-

widersprechen. t

. Es sind zwei Tempel entdeckt ivorden: der des Gotte» Schuschmeik uiid der der Göttin Nin-Khar-Schag. Einer per Teilnehmer der Expedition, Herr de Macquernen, be,chreibt das Bild, das die Akropolis von Susa zu ihrer Glanzzeit gegeben haben muß, folgendermaßen:Die Flanken des .Hügels waren mit den Häusern der Wächter und der Kultusdiener beietzt; auf feinem Gipfel erhoben sich mehrere große Tempel, und m ihrer Nähe lagen zahlreiche Heiligtümer und Mausoleen, umgeben von Gebüschen und Gärten, die man unter Aufwendung großer Kosten durch Kanäle unb Maschinen künstlich bewässerte. Aue Königs­wohnung hat man noch nicht fest stellen können?"

Herr de Macquemen hat sich inzwischen bereits wieder nach der Stadt des Darius begeben, und man hofft von der Fortsetzuiig

Das Schicksa l derParsifal"-Petition tm Reichstag. Arn kommenden Freitag dürfte sich, wie eine Berliner Korrespondenz mitteilt, der Reichstag mit der Petition desParsifalschutzbundes" beschäftigen, die ein Ausnahmegesetz fordert, das nur dem Bayreuther Festspielhaus das Recht der Parsifal"-Auftührung velassro will. Es läßt sich schon heute sagen, daß sich «eine Mehrheit für eine Ausnahmegesetz zugunsten desPar- sisals" kaum finden dürfte. Das ist das Ergebnis einer Son­dierung, die in diesen Tageir ein der Familie Wagner nahe- steheiides Mitglied des Reichstages unter den einzelnen Parteien vorgenommen hat. lieber die Stellung der Neichsregierung zur Petition hört man, daß die Neichsregierung keinesfalls gedenkt, von sich aus ein solches Ausnahmegesetz einzubringen. Dagegen, würde sie ein solches Gesetz wohl nicht ablehnen, wenn es vom Reichstag selber mit der genügenden parlamentarischen Mehrheit präsentiert würde. Der Bundesrat hat amtlich noch keine Stel­lung zu derParsifal"-Frage nehmen können. Soweit es bis jetzt möglich war, sich Meß die Stimmung in feinen Kreisen zu unterrichten, scheint sich zu ergeben, daß er einem eventuell vom Reichstag priifentiortenParfifal"-Schutzgcsetz wohlwollend gegenüberstehen würde. (Wir stehen nach wie vor.auf dem Stand­punkt, daß es ein Unding wäre, wenn einem einzigen ^Verk zulieb« eine neue gesetzliche Regelung des Urheberschutzes eingeführt würde. Auch ein Wagnerenthufiast wird nicht leugnen können, daß be­deutendere Werke wie derParsifal", z. B. GoethesFaust", trotz der geringeren Schutzfrist Meisterwerke geblieben find. Wer zudem den schon an Lächerlichkeit grenzenden Wagnerkultus im Hause Wahufried kennt, wie er uns kürzlich von einem'vorurteils­losen Besucher gefpräck>sweife geschildert wurde, der wird sich mit Grausen von dieser Uebcrfulhir abwenden. Die Red.)

Die Erforschung der Ostsahara im 2uft* schiff. Man schreibt dem B. T.: Mit großem Interesse wird man den Vortrag von Leo Frobenius über die Möglichkeit einer Luftftottenstation in Jnnerafrika am 5. Februar im Plenar­sitzungssaal des Reichstages vor den WgeordnetenMem Bundesrat und einem geladenen Publikum entgegensetzen. Tro Gedanke ist ja nicht neu. Liegen doch dem Plan watzrsckieinlich ähnliche Ideen zugrunde, hric sie bereits vor zwei Jahren von dem Landes- geplogen Dr. Siegert ausgesprochen wurden in Vorträgen in bet Hamburger Gesellschaft für Erdkunde und in der Geographischen Gesellschaft in Stuttgart. Dr. Siegert plant eine Luftschiff­expedition zur Erforschung der Dftfabara. Dr. Siegert ging von dem einzig richtigen Gedanken aus, daß Luftschissexpeditionro zur Erforschung unbekannter Länder sich infolge ihrer Kostspieligkeit nur dann lohnen, wenn alle anderen, billige r en Methoden aus­geschlossen sind. Eines der ivenigen Gebiete, die in diesem Sinne für geographische Forschungsreisen überhaupt in Frage kommen können, ist nach Dr. Siegert die Ostsahara, die bis letzt allen

berechenbaren Schaden für Italien, das so auf immer jede Spur )ciuc§ Einflusses in der Adria vernichtet sähe. Ein solcher An­griff auf unsere Anrechte, die eine ruhmreiche hundertjährige Ueberlicfernng geheiligt hat, darf nicht gescliehro. Albanien hat in sich alle Elemente zu einem autonomen Staate, mehr als laipanee. 210er roerin man |iu; um.au Serbien und Bulgarien sie gehabt haben, und wenn Europa diesem den Chaldäern erorbert worden ist, (Lande gleiche autonome Regierung cinräumen würde, leistete es ein ßs....a 4^ Kulturwerk. Die intimen unb herzlichen Freundschaftsbeziehungro,