Ausgabe 
5.2.1913 Erstes Blatt
 
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Kinder

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Kardinal ernannt.

Ein Bombenanschlag.

Vermischtes.

* Freigebige Mitbürger. In Guben erfolgte am Dienstag mittag die feierliche Einweihung des neuerbauten Z t a d t m u s e u m s. Aus diesem Anlaß überwies der Ubrrlaut Per W i l k c der Stadtgemeinde Guben für gemeiirnützige Zwecte die Villa seines verstorbenen Vaters, des Geheimen Kommerzienrats Friedrich Wilke, und 10000 Mark. Stadtrat Lew in stellte der Stadt anläßlich seines bevorstehenden 25 jährigen Jubiläums als Direktor der Berlin-Gubener Hutfabriken, Aktien-Gesellichaft, yi Wohlfahrtszwecken 25 000 Mark zur Verfügung.

* M o r d auf der Str a ß'c. In I ch en h eim ist auf der Drtsstraße der 19 Jahre alte Landnnrt Molchert von einem Maskierten mit einem Messer ins Herz gestochen worden, jo das; er auf der Stelle tot war. Sein .ihn begleitender Kain er ab

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Amtlicher Wetterbericht.

Oeffcntlicher Wetterdienst, Gießen.

Wetteraussichten in Hessen kür Tonuerstao, den 6. Febr. 1913: Werl f lud bewölkt, meist trocken, noch etwas kälter, in höheren Lagen Nachtwost.

Letzte Nachrichten.

Ein neuer Vermittlungsversuch.

Konstantinopel, 5. Febr. Ter hiesige Korrespon­dent desMalin" meldet, daß der Botschafter einer Drcr- bundmacht dem Großwesir den Rat gegeben habe, sich an Rußland zu wenden, nm durch dessen Vermittelung dem Sultan für Adrianopel eine ähnliche religiöse Stellung auszuwirken, wie er sie in Tripolis besitzt. Der Großwesir habe auf den Vorschlag noch keine Antwort gegeben.

Wie Finanznot der Türkei.

Konstantinopel, 5. Febr. Ein gestern adgehat- tener Ministerrat befaßte sich ausschließlich mit Fi­nanz f r a g e n. Bis jetzt ist der Türkei noch keine Finanzoperation gelungen.

Kardinal Nagl f-

Wien, 4. Febr. Kardinal Fürsterzbischof Nagl ist

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heute nacht gestorben.

Nach kurzer Wirksamkeit auf dem erzbischöflichen Stuhl von Wien ist Kardinal Fürstbischof Tr. Nagl im 58. Lebensjahr ge­storben. Er war ein geborener Wiener und wurde bald nach, seiner Priesterweihe der dortigen Hofgeistlichkeit zugeteilt. Im Jahre 1891 erhielt er als Borzugsposten das Amt des Rektors des deutschen Nationaliustituts und der Kirche San a Maria dell Anima in Nom Am 9. Juni 1902 wurde er Bischof von Triest. Mit -dem Titel eines Erzbischofs von Tyrus wurde er Koadiutor des greisen und kranken Kardinals Gruscha, deni er nach dessen Tode aus dem erzbischöflichen Sih nachfolgte. Für seine großen Ver­dienste und für seine kluge Kirchenpolitik wurde ec zusammen mit

Erzbischof Tr. Bauer von Olmütz am 27. Oktober 1911

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des Gewerbegerichks und des Kaufmiannsgerrchks BerNn, Dr. H. Prenner, Direktor des Gewerbegerichts München, und A. Nath, Beigeordnetei- in Essen a. R. Verlag von Julius Springer ui Berlin W. 9. Die Monatsschrift ist zu dem Zweck gegründet, eine Sammelliste für alles zu werden, was für die gegenseitigen Bezielwngen zwischen Arbeitgebern und, Arbeitern und deren Or­ganisationen von Bedeuttmg ist. Insbesondere sollen zur Behänd lung gelangen das gewerbliche und kaufmännische Einigungswesen, Entscheitmngen und Beschlüsse der Tarifvertragsrnstanzen, vor allem des Zentralschicdsgerichts für das Baugewerbe und des Haupttarifamtes für das Malergewerbe, sodann wichtige Fragen der Fortbildung des Tarifvertragstvefens, wozu auch die mittelbar zusammenhängenden Fragen des Koalitionsrechtes, Bereinsrechtes, des Rechts der Berufsvereine, der Streikpostensteher und dergl. gehören. Inhaltsübersicht des ersten Heftes: Zur Einführung. Von Freiherr von Berlepsch, Staatsminister a. T. Die Eni Wicklung des Tarifvertrags nach Maßgabe der Entscheidungen des Zeutralschiedsgerichts für das deutsche Baugewerbe und des Haupttarisamts für das deutsche Malergewerbe. Don Dr. H. Prenner. Tarifvertrags- und Einigungswesen im Auslande. Bon A.' Rath. Entscheidungen. Lohnbewegungen. Literatur.

vüchertisch.

Das Einigungsamt", eine neue Monatsschrift. Herausgcgeben von M. von Schulz, Magistratsrat, Vorsitzender

Handel.

. Deutsch-russische Handelsbilanz.

Unsere Getreideeinfuhr aus Rußland hat uit letzten Jahre einen bedeutenden Rückgang erfahren. So betrug die Einfuhr von Roggen nur 268 870 Tonnen gegen 5;>7 086 Tonnen im Jahre 1911, die Einfuhr von Weizen -558 439 gegen 1 119 353 Tonnen, von Gerste 2169 618 gegen 3 301565 Tonnen und von Hafer 376 881 gegen 515 598 Tonnen. Zusammen sind das für 1912 nur 3 373 308 Tonnen gegen 5 493 602 Tonnen im Vorjahr, also 2120 294 Tonnen weniger als 1911. Dadurch wird die Bilanz unseres Handels mit Rußland ganz, beträchtlich verschoben. Hatte doch im Jahre 1911 unsere Getreideeinfuhr aus Rußland einen Wert von rund 725 Mill. Mk., und machte damit 45 bis 46 Prozent unserer Gesamteinfuhr aus Rutzlaut». aus Umgekehrt ist z. B. unsere Kohlenaussuhr nach Rußland von 1623'972 Tonnen im Jahre 1911 auf 1964 903 Tonnen im Jahre 1912 gewachsen. Nach der russischen Handelsitatiitik war die Getreideausfuhr Rußlands in den ersten zehn Monaten 1912 um 266 Mill. Pud geringer, die Steinkohteuemfulw nach Ruß­land aber um 32 Mill. Püd größer als gleichzeitig 1911. Das Saldo im Warenaustausch Rußlands mit Deutschland zeigte per 1. November ein Minus von 58 Mill. Rubel, xnt Waren­austausch mit England dagegen ein Plus von 148 Mill. Rubel.

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London, 5. Febr. (Reuter.) In F u t s ch o u würde auf den neuen Ztv ilg ouv ern cur Ts ch ang eine Bombe geworfen. Dreißig Personen wurden dadurch getötet oder verwundet. Der Gouverneur blieb unverletzt.

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®n unbekannter Tierriese der Vorzeit.

Die vermische oder Tpas-Formatiou, die jüngste paläozoische, pnnittclbar auf die Steinkohlenfornrcrtion folgende geologische Schichtengruppe war in ihrer Landfauna bisher mir wenig be- annt und erschien schr arm au Tieren. Deshalb ist eine i§nt- tedimg von besonderer Wichtigkeit, die einem französischen Ge­ehrten, dem Professor von Montpellier, A. Delage, auf merk- vürdige und überraschende Weise gelungen ist. Delage stieß DLmlich in den Schieferschichten der vermischen Formation von tzerault in der Nähe von Neffies ctiva 30 Fustabdrücke eines großen unbekannten Viersüßlers, dem er den Namen Peemomegatl-erium «eilleri gab. Mögen diese Spuren auch zunächst noch einigen Zweifel über ihren Ursprung lassen, so haben die'näheren Unter­suchungen des Gelehrten, über die A. Latour in der Nature be­richtet, mit Sicherheit ergeben, daß es sich um das eigenartige Vermüchtuis eines prähistorischen Tieres Ijanbclt.

Die Nebeneinanderstellung der Spuren, die auf einem engen Raum von 34 Meter durchaus gleichmäßig erscheinen, läßt »nr diese Deckung zu. Ihre Entstehung wird von Delage in der Deise erklärt, daß sich an dieser Stelle früher eine große, wenig tiefe Lagune befand, zu der ein Trupp dieser Vierfüßler zur Tränke kam.' Es Müssen wenigstens 23 Individuen gewesen sein, die die Abdrücke ihrer Füße hier zurück! eßen. Alle Tiere gingen in derselben Richtung; ^ber auf dem mehr oder weniger trockenen Sand, der aus feinen Stückchen von Quarz und Braunspath ge Bildet wurde, drückten 'sich ihre Füße selten ab, oder die Albdrücke tburden so schnell.verwischt, daß man von jedem Tier mir noch ynen einzigen Fuß erkannt. An jenem Tage der Urzeit, da sie b?i ihrem Gang zur Tränke ein so dauerhaftes Andenken hinter­ließen, Muß das Wetter sehr ruhig gewescu sein, so däß die Spuren in dem sonst unruhigen Sande festhafteten. Nactcher legten sich Neue Saudmasseu darüber und durch einen ungewöhnlichen Zu­fall, der sich nach unserer Kenntttis an keinem anderen Punkt der Ufer dieses Sees der Dpas-Formation wiederholt hat, blieben diese Abdrücke unbeschädigt unter der Schicht von neuem Sand. spie biei Javier (prr.t'ok'n, läßt sich nach d^'en Jnßsvuren nur ungefähr ahnen. Knochen, die genaueren Aufschluß geben tvmui.L, )inu nirgends m uec Perun, cheu Format.on gesunden iöorbcn. Jedenfalls handelt es sich um sehr große Tiere, da die Fuß abdrücke fast genau 15 Zentimeter lang sind. Das Per- mmnegatherium Zeilleri muß, wenn vielleicht auch nickü völlig, so doch jedenfalls in der- Hauptsache, sich bereits dem Leben auf dein Lande angepaßt baßen, beim nichts in der Gcstaltting der Füße erinnert an imi W-afser lebende Tiere. EA»hatte fünf Finger en jedem Fuß, mit Nägelu, die entweder rudimentär oder während -es Marsches einzielsbar waren, dimn sic haben keine Spuren 'hinterlassen AuS der Form' der Spuren geht auch hervor, daß chc keine Kriechtiere wären, sondern aus nach innen gebogenan -Seinen daherwandclten und zwar fast auchchichlich auf der Spitze Les Fußes. Das Tier scheint an den Vorderfüßcn Finger und an Len HinterfüßM Zehen gehabt zu haben.

Wie kommt es nun, daß von diesem Tier sich keine Knochen, 'sondern nur diese flüchtigen Fußspuren int Strandsaud erhalten Haben? Man Muß oabei in Betracht ziehen, daß die Bedingungen, Hinter denen ein Tier, und besonders ein Landtier, .in diesen frühen seologischen Perioden lebte, die Erhaltung von Knvck-en bis auf unsere Zeit zu einer großen Seltenheit machen; wir kennen ja wahrscheinlich kaum den hundertsten, vielleicht nicht einmal den tausendsten Teil der Tierarten, die gelebt haben. So sind denn borlÄifig diese Fußspuren das einzige,, was von diesem Tier auf Uns gekommen ist, aber vielleicht gelingt es, nun in anderen Vermischen Formationen nähere Aufschlüsse zu finden.

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namens Stork wurde ebenfalls durch Messerstiche lebensgefährlich verletzt. - Der Täter ist laut Wahrer Zeitung" ein 18 Jahre alter Lantüvirt namens Bieg ert, der bald nach der Tat verhaftet wurde.

* Dampferunfall. Aus Kopenhagen wird ge­meldet : Der norwegische Dampfer ,,F a n c y" rannte bei dichtem Nebel im Kattegat mit voller Kraft in den finnischen Passagier­dampferUrania" hinein, der vollständig durchschnitten, nach wenigen Minuten sank. Kurz nachdem alle Personen in die Rettungsboote ausgenommen worden waren, richtete sich das Schiff mit dem Hinterteil.in die Höhe und verschwand in den Fluten. Die Passagiere und die Besatzung, die ihr ganzes Gepäcl im Stich lassen mußten, wurden von dem norwegischen Dampfer in Helsingfors gelandet.

* Diebstähle i n der Kaserne. Aus P e r l c b' e r g wird gemeldet: Seit einiger Zeit kamen bei der 2. Abteilung des Artillerie-Regiments Diebstähle in Kleidern, Gcnußmitteln und Wcrpachen vor. 9hm endlich wurde der Kasernenwärler Theodoczik dabei übcrtascht, ate er mit einem Nachschlüssel die Spinde öffnete. Es ivurdc sestgestellt, daß der Mann die Dieb-- stähle. gewohnheitsmäßig ausführte. In seiner Wohnung wurden ganze Vorräte von Wein, Zigarren und Eßwaren aufgesuuden. * Nobel. Diener (des Protzen zu einem Bekannten»:Tu

glaubst gar nicht, wie fein es bei uns zugeht, ein arabisches Mokkazimmer, japanische Malereien, Meißner Porzellan, venezianische Gläser, türkische Stickereien, persisches In­sektenpulver, das alles haben wir!"

*. A u ch eine Freuds Karlchen:Na Max et, du freust dich ja so, was haste denn?" Maxl (auf den Hauslehrer deutend, der vorbeigeht):Der hat die Erna vorhin geküßt und der ihren Heuschnupfen, den gönn' ich dem Kerl!"

Kleine Tagrschronik.

InPforzheim hat ein stellenloser Kaufmann namens Fritz Ohr seiner Freundin die Kehle durchschnitten und dann einen Selbskniordversuch gemacht, sich aber nur an der 5)and verletzt. Er hat sich darauf sekbst ans dein Polizeiburcau gestellt.

Aus F r e i st e^d t (Schlesien) unrd gemeldet: Auf der elektrisch betriebenen Strecke Freistedl-Kermnn entgleiste heute ein Zug. Ein Wagen kollerte die Bösck-ung hinab. Zehn Personen sind s ch w e r v e r l etz t worden. , . ' .

InPeulebec (Departement Cotes-du-NoriL brach tu einem Bauernhause ein Brand pus, bei dein drei K i n d e r, die in einem Bett zusammen schliefen, verbrannten.

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