Ausgabe 
4.11.1913 Erstes Blatt
 
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Deutsches Neietz.

Das Wehrbeitragsgesetz im Bundesrat

Wie dieTägliche Rundschau" erfährt, wird eine zweite Lesung der Ausführungsbestimmungen zum Wehr­beitragsgesetz im Bundesrat erforderlich sein, da mehr als 300 AbSuderungsanträge vorliegen. Die Beröfsentlichung der Be- stirmTningen wird ftrum vor Ende dieser Woche erfolgen können.

EinUuterftaatssekretär im Reichsmarineamt.

Wie dasBerliner Tageblatt" erfährt, wird die im Vorjahr vorn Reichstag abgelehnte Stelle eines Untcrüaatssekretärs im Neicbsmarineamt wiederum im Marinevoranschlag 1914 15 er­scheinen Es ist dafür Admiral v. Cha pelle ausersehen, der von manchen als der Nachfolger des Herrn v. Tirpiy bezeichnet wird. 3rt Marinekreisen halt man icdoch einen anderen Munira! für den künftigen Staatssekretär des Reichsmarineamts.

ErneBeförderung" des Herrn v. Orter er

Aus München wird gemeldet: Der Präsident der bäuerischen Abgeordnetenkammer v. Ortcrer soll zum Mitglied des R ei ms r als berufen werden Die Nachricht, meld e schon früher auttauchre, bunte jetzt sehr wahrscheinlich zutresfcn. Wie es bei6t, wird die Berufung v. CrtererS am Tage der Königsproklamation, die auf den nächsten Freitag verschob'n worden ist, erfolgen.

Aus Mecklenburg.

Der Großherzog von Mecklenburg-StreliK hat das Entlassungsgesuch des Staatsminlsters Bos- fart unter der Bezeugung fortdauernden Vertrauens und unter Anerkennung der von ihm geleisteten Dienste abgelehnt.

Eine verbotene norwegische Rede Amundsens.

DasBerliner Tageblatt" meldet aus Bersin: Der Entdecker des Südpols, Roald Amundsen, wollte am 15^ November in beut scher und am 16. November in norwegischer Lprache in Flens­burg Vorträge über seine Südpolexpedition halten butter Polizeibehörde verbot 2lmundsen nach anfänglich?! Ee- nehmigung den norwegischen Vortrag. Ein an den vrcußtlcktiNi Minister des Innern gerichtetes Gesuch um Aush'bung des Verbots ist jetzt vom Regierungspräsidenten in Schleswig, dem es von 'Berlin übermittelt worden war, abschlägig beantwortet worden. Tie norwegische Spache ist bekanntlich der dämichcn sprach' sehr ähnlich In einer deutschen Stadt brauchen ösfentliche Vorträge auch nicht in einer fremden Sprache stattzüsindcn. Wenn die deutschen Behörden in Flensburg die deutsche Kultur und Sprache fördern wollen, so tun sic gut daran.

Ausland.

Die Verhandlungen zwischen Serbien und Montenegro

über die Grenzlinie haben zu einem endgültigen Ab- k o m m e n igpführt.

König Albert von Belgien.

ist nach Deutsckiland abgereist, um das 2. hannoversche Dragoner- Regiment Nr. 16 in Lüneburg, dessen Chef der König ist, zu be­sichtigen Der König wird in Hamburg inkognito Wohnung neh­men, um dem Hasen einen Besuch abzustatten.

Au» Stdöt und Land.

Giehen, 4. November 1913.

Der Eifenbahnübergang an der frankfurter Straße.

Ein Mitglied der Stadtverordneten - Versammlung schreibt uns: 1

Eine vor Kurzem gemachte Reise hat mir gezeigt, daß man bei Bahnbauten neuerdings Strahenubergänge in gleichem Ni­veau, wenn irgend möglich, zu vermeiden sucht. Um Torf- und Vieinalstraßen, selbst Feldwege, zu überbrücken, werden lange hohe Bahndämme mit grobem Kostenaufwand gebaut. Wie reimt cs sich nun damit, das, die Eisenbahnbchörde den Niveau-Ueber- gang an bet Frankfurter Straße inmitten der Stadt Gießen, wo täglich Hunderte von Fuhrwerken und Taufende von Per­sonen verkehren, jahrzehntelang ruhig besuchen läßt? Und doch wäre der arge Mißstand auch ohne südliche Verlegung der Bahnlinie zu beseitigen.

Die Geleise der Oberbessifchen Eisenbahn fallen von der Liebigstraßc bis zu dem Viadukt an der Ludwigstraße auf einer Strecke von mehr als ßOO Metern utms 1 Proz., im Ganzen also um 3 bis 3* Meter. Würde man sic am Bahnhof und bis zur Frank­furter Straße um 5 bis 6 Meter tiefer legen, so könnten sie u n t c r dieser Straße dnrchgeführt werden und dann mit geringer Stei­gung, etwa 1 '> Proz., die Höhe des Viadukts an der Ludwigstraße wieder erreichen. Damit wäre das Verkehrshindernis beseitigt, die Fußgängerbrücke könnte entfernt, die elektrische Straßenbahn nach Klein-Linden fortgesührt werden. Selbstverständlich müßten die Bahngeleise vom Bahnhof nach der entgegengesetzten Richtung allmählich ansteigen, um etwa zwischen Klinikstraße und Marga- rethenhütte das Niveau der KölnGießener Bahn zu erreichen.

Es soll nicht verkannt werden, daß die Ausführung dieses Planes erheblichen Geldaufwand erfordern und auf manche Schwie­rigkeiten stoßen würde. Aber ich glaube annehmen zu dürfen, daß die moderne Technik doch noch fdrtnengere Aufgaben gelöst hat und daß auch diese zu überwinden wäre. Dr.

Wir stimmen dem Herrn Einsender zu. Es bedürfte einer Vorstellung der Stadt Gießen bei der Eisenbahndirektion in Frankfurt, wobei die Stadt sich ja bereit finden lassen könnte, einen Teil der Kosten zu trogen. Die Aenderung liegt ja aber natürlich auch im Jnterefie der Bahnvorwal- tung, denn die Betriebssicherheit würde verbessert und die Unterhaltuttgslosten des Ueberganges an der Frankfurter Straße könnten e i n g e s p a r t werden. Wir hoffen, daß der Stadtvorstand das früher Versäumte nunmehr nachhost und alles daran seht, um diese für die Stadt Gießen sehr wesent­liche und wünschenswerte A.'ndcrung herbeizuführen. Wenn die U ni stände dabei ergeben, daß d i e oberhes­sische Bahn weiter nach Süden verlegt werden k annunddaß dieser s ch o n o f t e r ö r t e r t e P l a n s i ch verwirklichen läßt, umso besser! Wirken dabei alle Faktoren, Stadtvorstand, Handelskammer, Abgeord- nete usw. einmütig zusammen, so wäre doch vorläufig we­nigstens so viel zu erreichen, daß in einer gemein fam e n Beratung mit den Herren der Elsenbahndireklion Frank­furt die Aussichten, welche die Zukunft eröffnet, festgestellt werden Gerade int Zusammenhang mit anderen wichtigen Verkehrsfragen <wir erinnern nur an die durchaus noch nicht zweifelsfrei beseitigten Befürchtungen wegen einer Um­gehung des Gießener Bahnhofs von Wetzlar aus) müßte mit Entschtedenheit auf eine solche gemeinsame Beratung hin- gewirkt werden, und zwar unter Hinzuziehung aller maß gebenden und zuständigen Personen !

** TageSkalender für Dienstag, 4. Nov. Stabt- t Heater: .Die Hermannsschlacht*. Anfang h Uhr.

Audienz. Der Großderzog empfing am 1. Nov. u. a. den Oberstleutnant Zierold, Kommandeur des Leid- Dragoner-Regiments (2. Großh. Hess.) Nr. 24. den Oberst­leutnant Doerr beim Stabe deS Leibgarde-Infanterie-Regi mentS (1. Großh. Hess.) Nr. 116, den Major v. Petcrn beim Stabe deS 2. Großh. Hess. Feld-ArtiUerie-ReamientS Nr. 61, den Stabsarzt Dr. Stüblingcr beim Leibgarde»

Imanterie.Regiment (1. Großh Heff.) Nr. 115, den ^Zahl­meister Euler von demselben Regiment, den OberamtZrichter HauSmann von Ober-Ingelheim, den Dekan Müller von Lauterbach, den Amtsrichter Dr. Sittel von Groß-Gerau.

Ernennungen. Der Großherzog hat den ständigen Hilfsarbeiter bei der Landes-Hypothekenbank Finanz- amtmann Hermann Hesse zum ständigen juristischen Hilfs­arbeiter bei dem Ministerium der Finanzen, Abteilung für Forst- und Kameralverwaltung, mit dem AmtStitcl ,Cber» ttnanzassessor* ernannt; dem Oberförster der Oberförsterei Wahlen Eduard Eckstein zu Wahlen den Charakter als .Forstmeisterverliehen.

KreiSamtSprüfung. Die dieSiährige Prüfung der Kandidaten für die Prüfung der KreiSamtsgehilfen und KreiSamtSbureauvorsteher wird am Donnerstag, den 18. De­zember, vormittags 10*/\ Uhr, zu Tarmsta dt in dem ehemals Merckschen Hause, Eingang Paradeplatz Nr. 4b, ihren Anfang nehmen. Meldungen zu der genannten Prüfung sind schriftlich unter Vorlage der erforderlichen Be­lege und Zeugnlsie, soivie eines selbstverfaßten 2eben5laiifc5 bis spätestens zum 18. November bei dem Sekretariat Großh. Ministeriums des Innern einzureichen.

Steuerwesen. Erledigt sind die Stellen der Bezirkskassiere der Großh. Bczirltzkassen Main; I und Se l i g e n sta dt. Meldeschluß ist am Montag, den 10. Nov.

** Wohltätigkeitskonzert. Aus baS am Mittwoch in der großen Aula oer Universität stattfindende Wohllätizkcits- konrert zum Besten unserer Sanitäts-Kolonne machen wir nochmals aufmerksam. An den guten Leistungen des hiesigen Lr- chesler Vereins haben wir uns schon oft erfreuen dürfen und die Mitwirkung der Konzertsängerin Fräulein Ida Stammler und des Herrn Pianisten Hahn, die als tüchtige Künstler beliebt und geschätzt sind, verbürgt ebenfalls einen genußreichen Abend. Ter Ertrag des Konzertes, der von unserer eifrigen Kolonne ausschließ­lich zur Vervollständigung ihrer Ausrüstung verwandt wird, kommt unmittelbar wieder kranken und hilfsbedürftigen Menschen zu­gute, so daß der Besuch des Konzertes ein gutes Werk bedeutet. Ter Gießener .* - - verein hat dieser Tage in einem

Konzert zu Wetzlar mitgewirkt, lieber seine Leistungen schreibt ein dortiges Blatt:Herr Wigand Gernhardt handhabt seinen Tirigentenstab mit Diskretion und einer Sicherheit, die zeigt, daß er immer Herr der Situation ist. Das kam bereits in den ersten Orchesternummern zum Ausdruck. Mit 30 zum größten Teil ossen- bar wohlgeschulten Musikern kann inan ja allerhand ansangen das bewies schon das Debüt des Orchesters mit dem Krönungsmarsch aus denFolkungern", mehr aber noch dieOberon"-Ouverture, deren wundervolle Musik mit erfreulichster Wirkung zur Geltung gebracht mürbe. Alle Nummern brachten dem Orchester die ^un­eingeschränkteste Anerkennung der großen Zuhörerschaft ein. ^.atz der Orchesterverein auch bemerkenswerte solistische Kräfte besitzt, zeigten die Herren Eglh in der prachtvoll gespielten F-Dur- Romanze von Beethoven, S ch n e i b e r in einer Fantasie für Flöte über Werners Heidenröslein. Der Gießener Orchester-Verein kann nach seinem gestrigen ersten Anstreten in hiesiger Stadt auch künftig hier einer freundlichen Ausnahme gewiß sein."

ßnnötreiv Gießen.

= Sid), 3. Nov. Heute wurde hier das Wintersemester der l o n d iv i r t j ch a f 11 i eh e n W i n t e r s ch u l e mit 48 Schülern eröffnet.

Kreis Büdingen.

= Geib Nidda, 2. Nov. Am Sonntag beging unsere Gemeiiide ihre Hundertjahrfeier, verbunden mit Enihülluug einer Gedenktafel für die Kriegsteilnehmer 1870 71 In dem feierlichen Festgottesdienst am Vormittag fand in der Kirche, wo die Erinnerungstafel angebracht morden ist, die Enthüllung und Weihe ftait. Am Nachmittag bewegte sich unter Beteiligung sämt­licher Vereine und Körperschaften und der Schulen ein festlicher Zilg auf den Friedhof, wo eme Ehrung der verstorbenen Veteranen stattfand Kreisrat Böckniann aus Büdingen nahm an der ganzen Feier teil. Den Glanzpnnkt des Festes bildete die Vorführung des Festspiels: .Aus großer Zeit' von Pfarrer Durst imter Ver­wendung besonders entliehener Kosti'nne im Lelnnerschen Saale. Tie Schuler trugen mehrere vaterländische Festspiele und Gesänge unter Bei'all der Menge vor, der Turnverein stellte Pyramiden. Auch der Gefaugvereiu Orpheus beteiligte sich.

Kreis Lauterbach.

R. Lauterbach, 3. Nov. Tie Gcmeinderatswahl fin­det am Montag, den 11. d. Mts., statt. Es scheiden auL: Fabrikant Jakob Die hm 2., ttonbitor I. E. Duchardt, Spediteur Adam Alz und Schuhmachermeister H. Schie­be l h u t h. Der am Donnerstag, den 30. v. Mts wieder­gewählte Beigeordnete Johs. Möller 10., welcher auch gleichzeitig als Ratsschreiber tätig war und bisher seinen <M)alt ans der Gemeindekasse bezog, konnte dieses Amt itad) der neuen Lanbgemeindeorbnung nicht in derselben Eigenschaft weiter versehen. In der letzten Gemeinderats­sitzung hat er die Stelle als besoldeter Gemcindebeamtcr nicdergclegt, tritt jedoch als Gehilfe des Bürgermeisters in dessen persönliche Dienste unb wird auch von diesem ver­gütet. Tas Gehalt des Bürgermeisters wurde entsprechend oer Vergütung des Beigeordneten Möller als Gehilfe des Bürgermeisters um dieser: Betrag erhöht.

KrriS Schotten.

h. Schotten, 3 Nov. Durch die anhaltende trockene Herbstwitterung ist auf den Höhen des Gebirges ein er heblicher Wassermangel entstanden, der sich in dem Versiegen zahlreicher bekannter Brunnen äußert. So führen der Michelbacher Born zwischen dem HoherodSkopf und Schotten, der Landgrasenborn bei BreungeSheim, der Ludwigsbrunneu jn der Nahe Ulrichsteins u. a. m. fast gar kein Wasser mehr zu Tage, eine Erscheinung, die seit langem nicht mehr beobachtet wurde. Neuerdings beginnt sich auch der Wassermangel in den Dörfern, die Leitung Haden, bemerkbar zu machen.

st. Schotten. 3. Nov. Ter Stadtvorstand hat das kreisamtliche Ansinnen auf Errichiung eines rf ent licken Schlacht- h a u s c s in Schotten in eingehend begründetem Beschlüße abge- lehnt, weil die Errichtung eines Schlachthauses öen Metz- gern neue, große Opfer auTerlegt, die zu einer Erl-öhung öer Fleischpreise führen müssen. Die meisten hiesigen Metzger haben vorschrittsmäßig eingerichtete Schlachtl)äuser und Arbeitsräume, nur einige Wintermetzger sind nicht in bei Lage, ber neuen Volizeivcrorbnung enlsvrechenb sich einzurichten. Die wenigen Schlachtungen bieser Metzger können aber bock^ nicht aussckstag q-benb sein, um bamit bic Notwenbigkest bes Schlackithousbaucs >u begründen. Tie Metzger wollen ihrerseits auch Stellung ge­gen baS Ansinnen nehmen, rocrat es dem öririsausschuß zur Verhandlung vorgelegt wird. Beigeordneter Zinser bat aus Gesuirdheilsiücks ichten sein Amt nieder gelegt, demnächst wirb eine Neuwahl stattsinden. Das neue FinanzamtSge- bäube, das mit einem Kostenaufwand von nahezu 40000 Mark tum der Stabt erbaut würbe, ist nun berogeu worben. Der Staat zahlt an Jnc Stabt als Miete 51,* Prozent der Bau summe. DaS alle <vinan,nmtsgcbäube, das nur 1100 M Miete nnbrachte und .xvotzc IlntcrhaltimgSbosten verursachte, ist für 31 500 Mark oarfau't worden. Hn-rdurw hat die Stadt einen finanziellen

-y:ct [T.Sc 7 depauvarttg wirb an der Kanalisation der Lob- '-ave und bes ä?oh.mw,e'enwegs, gearbeitet Diese Straßen, sowie bic H Harbtnne unb am CckiNidorit fallen nach einem Beschluß tvcrnanb» m tret auiciiiandcriolgc.idcn Fahren knall fiert »verbell unb zivar nach dem Trennwstcm, wahrend dir Ka­

nalisation in der übrigen Stadt Mischmstan bat. Tie Anlage einer Kanalreinigungsanlage ist vom Kreisamt und der Äulturinspekrion als dringend notwendig be^ichnet worben, unb es ist deshalb beabsichtigt, eine solche nach dem Lauterbacher Muster anzulegen. Such die Verlegung der Heu wage, die vor dem jetzt verlausten alten Finanzamt sich befindet, nnrb nun bald erfolgen können. Kürzlich batten die'Pokizel- diener des Kreises Scholten in Schotten eine Versammlung, in der beschlossen wurde, wogen Regelung der Gehaltsver- h al t n i ss e embeitlid) für den ganzen Kreis bei Gvoßh. Kreisantt

vorstellig zu werden.

-z. Sichenhausen, 3. Rov. Bei der Selbst- lahrer-Trescbmaschine ereignete sich am Samstag ein bedauerlicher Unfall. Ein Arbeiter aus dem Nachbar­orte Breungeshain wurde mit einem Arm von einem Riemen so unglücklich erfaßt, daß er einen dreifachen Bruch

davontrug.

Kreis Friedberg.

h. Friedberg, 3. Nov. Um den weitesten Kreisen der Bürgerschaft Gelegenheit zur Weiterbildung zu geben, werden zu den Vorlesungen der Polytechnischen Lehr­anstalt, die Kunstgeschichte, Patentwesen. Recht-wtsseuschaft, Literatur usw. behandeln, Männer und Frauen in beliebiger Anzahl, so'ern eS der Raum gestattet, zugelasien. Auch an den praktischen Uebungen der Lehranstalt ist die Teilnahme

gertaltet.

L. Friedberg, 3. Nov. Heute vormittag wurde die Ackerbauschule eröffnet. Die Oberklasse zäkstt bis jept 23 Schüler. In die Unterklasse traten 41 Schüler ein. Bis jetzt zählt die Lehranstalt 63 Schüler.

L. Friedberg, 3. Nov. Tie Handelskammer Friedberg hat das Ministerium gebeten, eine Erhöhung des Staatszuschusses für laufmännische Fortbildungsschulen eintreten zu lassen.

L. Friedberg, 3. Nov. Tie Bürger Friedbergs, welche diesen Herbst ihren 70. Geburtstag hatten, kamen vorgestern zusammen und hielten eine kleine Feier ab. ES waren 7 Herren.

B »Itzbach, 3. November. Am 1. November feierte der Bralimesster'Ernst Frankov. b.Gambriuusbrauerei E.J.Melchior, Butzbach das Jubiläum feiner 25jährigen Täligkeit als Braumeister in genanntem Betrieb. Aus diefem ^'lnlaß wurden ihm Glückwünsche des Gewerbevcreins Butzbach unb anberev Vereine überbracht.

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8 Bad.Nauheim, 3. Nov Ter Vortragsverein. der zu seinen Konzerten stets Gutes bietet, eröffnete heut, am Todestage von Felix Mendelssohn-Banholdy, feine Winttrlatta- feit mit einem Arnold Mendelssohn-Abend im drubeb Hotel Frl. Tilly Ko en e n - Berlin trug Liederkompontionei von Prof. Arnolb Menbelssohn vor. Dieter ist bekanntlich en Verwanbter von Felix NbendclSfohn unb hat sich in Hessen bf- sonbers habe Verbicnste um djc Förberung des OrgelspielS er- worben. Der Komponist begleitete bic Künstlerin selbst am >Namer. Frl Till» Koenen imbmete sich mit ihrer herrlichen Altstirnn» ihrer schönen Ausgabe mit innerer Begeisterung unb verichame so bem Vortragsverein und dem Komponisten einen narkeu Ariola

baS Rechnungsjahr 1912 an uneinbringlichen Steuern 2381 Mk. Niederschlagen und 2680 Mk. Steuern, Gas- und Wassergeld l'hinbcn.

srmi Rimbach, 5. Nov. Zu der schon gemeldeten Nachricht über den Tod des 28 Jahre alten Obsthändlers Nicolaus Blatt in Rimbach erfahren wir, daß Blatt mit dem Vater des Landwirtes Will). Mader, mit dem er schon lange in Zwist lag, gelegentlich der Kixchwcihc in Streit ge­raten war. Als dies der in der Nähe befindliche Sohn des Mader, der Landwirt Wilh. M aber beobachtete, übtrficl er den Blatt von hinten und brachte ihm in blinder Wut mehrere Stiche bei, von denen einer das Genick durch­stach und den Tod des Blatt herbeiführte. Der Täter ist als­bald in der Richtung nach Heppenheim geflüchtet und hat nach dem von der Staatsanwaltschaft erlassenen Ausschreiben einen auffallende Backennarbe, O Beine, schwarz kurz ge­schnittenes Haar und starken dunklen Schnurrbart, er hat rasche nervöse Sprache, trägt dunklen Anzug, weichen Filz­hut. Heute nachmittag fand die gerichtliche Leichenschau statt. Nach dem Tater wird gefahndet.

Hessen-Nassau.

-u Offenbach, 3. Nov. Im Verein für Naturkunde hielt der bekannte Forscher und Weltreisende Prof. Dr. Koch, Freiburg i. B., im großen Saale deS Schlosses vor sehr zahlreicher Zuhörerschaft einen Vortrag über feine dritte Reise in Nordbrasilien bis an den Orinoco.

UnitKrfitäf$*nacbricbten«

Eine toang theol. Fakultät in Frankfurt a. M.

Au? Frankfurt a. M., 3. November wird unS nefcbricben: Ter Bezirks-3nnodc. der als Könialiwer Kommissar Konsiskonü- Präsident Dr. Ernst (®ir§babciO beiwobnte. wurde ein Antrag unterbreitet, in dem da« Konsistorium bei der LtaatSregienma vor­stellig werden soll, daß diese die Errickstuna einer evanaelifcy- h e o ( o q i f rb e n Fakultät an der Universität Frantturk im Juqe bebalten und «örbem fall. Zur Aufbringung der Mittel hir menta'tfiw enteil Lehrstuhl foll ein fünfgliedriger AnHfcfmß mierbalb uw oiiücrbolb Frankfurts freiwillige Beiträge zufammeu zu bnmien fliehen Ter ?'ntrnq winde einstimmig dein BerwattungSauSiwup überwiesen, um bann am Mittwoch im Plenum behandelt zu treroee*

91 m Albend veranstaltete bte Firma eine Feier, bei der ihm oie Geschenke und 6stückwünfche der Firma, bc*3 bentichen Braumeister- iniö Malzmeisteibundes, der Frankfurter, und Gießener Branmeister- vereinigungen wie auch ber Vertreter bes kaufmännischen und lechnifchen Personals der WnmbruiuSbfouerei übermittel wnrben.

$ Steinfurth, 3. Nov. Am Samstag fand hier Bürgermeisterwahl statt. Dadci wurde ber bisherige Bürgermeister Kottrad Falk I. mit 142 Stimmen wieder- gewählt.

s Schwalheim, 3. Nov. Der langjährige verdienst­volle Lehrer und Organist Konrad Bormuth ist, nach, dem er erst vor kurzem in den Ruhestand getreten war, nach schwerem Leiden dieser Tage in Armsheim ge­lt o r b c n.

L. Ober-Rosbach, 3. Nov. Am Sonntag morgen brannte hier eine Scheune nieder. Eine angrenzende Scheune wurde auch vom Feuer erfaßt, doch gelang es der hiesigen und der ^tieder-Rosbacher Wehr, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken.

Starkenburg und Rheinhessen.

mn ) Darmstadt, 3. Okt. Heute mittag wurde in dem nach 12 Uhr aus Darmstadt in dem Hauptbabnhof in Frank- surt eintresfenden Person en zug ein junger bewußtlosem i Mann mit einem Schuß in den Kopf afgefunben, dec ' bald darauf im Krankenhause starb Wie man fcststellen konnte, ist der Tote ber 24 Jahre alte Kaufmann Gustav Eppstein aus Frankfurt. Er sollte in eine neue Stellung eintreten, nachdem er seiner Militärpfl'cht genügt hatte. Epp­stein scheint ein nervös veranlagter McHscki gewesen zu sein, da er vor einiger Zeit schon einmal versucht hatte, sich die Pulsadern zu öffnen.

b. Langen, 3. Nov. Die Stadt kaffe mußte für

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