Gras Berchtolb fommt dann darauf ’,u sprechen, daß das Aufgeben Salonikis und des Sandschaks Novi Katars bemängelt werde. Was Saloniki anlange, so habt es sich um kein Aufgeben gehandelt, da keiner seiner Vor ganger an die Erwerbung dieses Handelsplatzes, unb des dorthin führenden Weges gedacht habe. Auch tat cs Andrafch nicht. Eine Erpanfion ^um Aegäischeu Meere hätte die groß ten Inkonvenienzen nach sich gezogen. Bezüglich des sand schaks Novibazar sei schon in der Delegation darauf hin gewiesen worden, daß durch den Verzicht des (Grafen Aehren. thal auf das Beseßungsrecht dieses Gebietes Oesterreich reicht mehr freie Sjaub hatte, auf denselben Anspruch zu machen.
f^raf Berchtold erklärte dann, bezüglich Albaniens sei die Monarchie wieder einen beträchtlichen schritt weiter gekommen, indem bie Fürstenfrage nunmehr als ge- I ö ft betrachtet werden könne und schon jetzt gesagt wer den könne, .daß die ersten Fahrlichkeiten, von denen das junge Staatswesen bedroht wäre, nahezu als üb^wunden betrachtet werden tonnten. Tie von mehreren Seiten ausgesprochene Besorgnis wegen der Eventualität einer Auf tcilung in zwei Interessensphären, eine österreichische und eine italienische, kann ich als vollkommen unbegründet bezeichnen. _______________________
Veutscbes Reicv.
Ter Kaiser ist am Donnerstag abend 10,50 Uhr nach Donaueschingen abgereist.
Aus der badischen Thronrede. Am gelingen Donnerstag erfolgte in Baden die feierliche Eröffnung der Ständeversammlung: dobei hielt der Großherzog eine Thron rede, in der er sagte: ,,Die Finanzlage des Landes hat sich günstig gestaltet. Infolge wiederholter I-ehlherbste bc sindet sich der Winzerstand in schwieriger, teilweise bc drängter Lage. Meine Negierung wird Ihnen Vorschläge zur Linderung unterbreiten. Die Geltungsdauer des Gesetzes Über die Aufbesserung gering besoldeter Pfarrei aus Staatsmitteln soll verlängert werden, da die Kirchen zur genügenden Besoldung ihrer Geistlichen eines staatlichen Zu schusses noch nicht entbehren können. Die Frage der Einfüh nnig der Verhältniswahl für die Wahlen zur Zweiten Kam mcr der Ständeversammlung, die auf. dem letzten Landtag in beiden Kammern erörtert wurde, ist in der Zwischenzeit von meiner Regierung einer eingehenden Prüfung unterzogen worden. Das Ergebnis wird Ihnen in einer Denkschrift demnächst mitgeteilt werden. Tie Denkschrift über die Vereinfachung der Staatsverwaltung, welche im letzten Landtag nicht mehr zur Beratung gelangte, wird ihnen auf den heutigen Stand der Verwaltung und des Verfahrens ergänzt von neuem vorgelegt werden. Unter den Gesetzesvorlagen, die meine Regierung Ihnen auf verschiedenen Gebieten der Staatsverwaltung unterbreiten wird, sind von größerer Bedeutung Entwürfe über die Berufsvormundschaft und über die Neuregelung der Umzugskosten der Beamten.
2litslditö.
König Ferdinand beim Kaiser Franz Josef. Kaiser Franz Josef empfing am Donnerstag mittag in Schoen- brunn den Besuch des Königs von Bulgarien. Der Besuch dauerte 40 Minuten, dann nahmen die Monarchen herzlichen Abschied.
Die Einkommensteuer in Frankreich. Der Steuerausschuß des Senats wird im Plenum ben von ihm nach üjähriger Beratung ausgearbeiteten Einkommensteuer- gesetzentwurf vorlegen. Durch ihn wird die bisherige Personal-, lür- und Fenstersteuer aufgehoben und eine Einkommensteuer mit fakultativer Erklärung und behördlicher Schätzung auf den bestehenden aeschästlichen Grundlagen eingeführt. Jur Steuerleistung sollen fünf Millionen Steuerzahler herangezogen werden: der bäuerlichen Bevölkerung soll durch diese Einkommensteuer eine Entlastung von 50 Millionen zuteil werden.
Eine Friedensrede des englischen Premierin iniftets. In einer Versammlung der nationalen liberalen Vereinigung in Leeds bildete den Hauptgegenstand der Beratung eine Entschließung bett, die Einschränkung der Rüstungen. Premierminister Asquith wandte sich an die Versammlung, inbem er mit Genugtuung auf die letzten Errungenscl-asten der Regierung Bezug nahm. In den letzten Jahren hätten füllt Großmächte ihre Ausgaben für militärikhe Zwecke um mindestens 60 Millionen erhöht. Die britische Regierung beklage diese in der ganzen Welt zu Tage getretene riesige Ablenkung von Nationalvermögen in unproduktive Kanäle. Asquith fuhr fort: Ich für meine Person glaube, daß die stältdig wachsende Belastung durch neue Steuern und die zunehmende Schuldenlast den Erfolg haben werden, das herbei zuführen, lvas die Philantropen und Idealisten vergeblich versucht haben zu erreichen. Wir werden begierig icbe Gelegenheit ergreifen, welche wir entdecken oder schaffen können, um die Lasten allgemein zu erleichtern, welche die besten Hoffnungen uub das beste Streben der Menschheit beschweren.
2Iu$ IHerito.
M e x i ko E i t i), 27. Nov. Gestern hat in der Nähe von Santa Eruz zwischen Monieret) Victoria und Tamaulipas ein Gefecht stattgefunden. Die Rebellen zogen sich zurück Sie hatten 70 Tote. Die Bundestruppeu verloren 20 Mann
Nach einer Depesche aus Tampico drohten die Aufständischen, die Oelrefcrvoire von Tampico, die oberhalb der Stadt gelegen sind, zu zerstören, wenn das Kanonenboot ..Bravo", das die Bundestruppeu unterstützt, sich nicht ent ferne. Die Aufständischen tollen wenig Aussicht auf die Ein nähme Tampicos haben, solange der „Bravo" den Verteidigern Hilie leistet. Die von beit Europäern in der Hauptstadt eingerichtete Organisation ist eifrig an der Arbeit. Die fremden Einwohner hoffen, sich über eine Lcrtlichkeit zu verständigen, wo sie sich sammeln können und welche als neutral betrachtet werden würde. Es sind Schritte getan für den Ankauf von tausend Rindern, hundert Milchkühen. 1500 Hammeln und anderen Lebensmitteln für die Dauer mehrerer Wochen.
Au» Statt und Land.
Gieße n, 28. November 1913. Die angefochtene Stadtratswahl.
Dio Stadtverordnetemvahl ist von zwei Seiten als ungültig angefoälen ivorbcn und ibn- vollständige Aushebung beantragt In beiden Fällen ist das Verlangen gestellt worden, nochmals Neuwahlen vorzunchmcn. Ter erste Protest ist von dem Packer Marl thrnipi, .Kreuzplatz 1, erhoben und in der vauptiache da mit begründet, daß zwei Wähler an der Abstimmung teilgenommen hoben, die znwr in der Liste flehen, aber von Gießen lang«, wenn auch nicht abgemeldet, verzogen sind. Writer wird behauptet, taß der Schneider Heinrich Loos, der gar nicht in der Liste fleht, ebenfalls gewählt hat, wogegen sein Vater, der Schneidermeister Heinrich Loos, von der Abstimmung zurückgewiccn tour De. Einen weiteren Protest bat der Maurernieifter Johann tzK-vrg Piatt ein gereicht. Er behauptet, daß den für ibn gezählten 715 Stimm, weitere 29, für ungittig erklärte, Stimmen hätten hinzugeiaiilt
werden müssen. Weiter wird in der Anfechtung gerügt, bap. in 2 Bezirken je ein Stimmittel mehr abgegeben wurde, als Wählei von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht haben
Ter Oberbürgermeister ist verpflickuct, sämtliche Wahlakten mit einer gutachtlichen Aeußerung dem Kreisamt vorzulegen. Tei Krrisrar ist bei erheblichen Gesetzwidrigkeiten, oder bei ge Üblicher Unfähigkeit eines Gewählten zur Beanstandung Der Wad' von Amts wegen verpflichtet. Außerdem ist er berechtigt, du Wahl zu beanstanden, wenn ihm Vorgänge bekannt werden, die geeignet waren, das Wahlergebnis in unlauterer Weise zu beeinslussen. Tiefe Fälle werden im Protest der beiden Antrag steiler nicht behauptet und scheiden daher aus. Der Termin vor dem Kreisausschuß wird wahrscheinlich auf den 10. Tezember an gesetzt werden, wo diese Körperschaft sowicfo tagt.
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** Tageskalender für Freitag, den 28. Nov.: Stadttheater: .Kammermusik" Abends 8 Ubr.
Alldeutscher Verband: ,1813—1815*; Neander. Steins Garten. AdendS H Uhr.
Akademischer Wartburgverein: .Schleiermacher und das Vaterland von 1800—1813*. Prolessor D. Eck. Stein- Garten. Abends '/,9 Uhr.
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** Ter Vorstand des Hessischen Richtervereins ist am Mittwoch in Darrn st adt zu einer Sitzung zu fannnengcmlen, zu der auch Vertrauensmänner aus der Zahl der Vereinsmiksilieder zugezogen mann Es wurde einstimmig seft- gcstellt, daß die schlechte Behandlung, die die Justiz bei der Veralung der Besoldungsvorlage im Finanzausschuß der Zweiten Kammer unverdientermaßen erfährt, überall im hessischen Richlerstande starken Unwillen und lebhafte Ent- r ü ft ii n g hervorgerufen hat. Es wurde beschlossen, f o i o r t beim Justizministerium und beim Finanzausschuß energische Borstel lungen zu erheben, bannt nicht wieder wie im Jahre 1898 die Besoldungsreform auf Kosten der Richter vollzogen wird.
’* T a 5 Stadttheater schreibt uns: Wie hoch die Künftlerschatt Friedrich Kanßlers und Helene FehdinerS, die am Mittwoch, den 3. Dezember, hier in .Rosmersholm* gastieren, in Berlin einqeschäm wird, erhellt ans beilolgender Notiz eines Berliner Blattes: .Beilins interessantestes und qeistii höchft* stehendes Schauspieterpaar, äriedrich Kavßter nnd Helene Fehdiner, ließen in erareiienber Darstellung die prächtigsten Erinneruiigen des Kleinen Theaters und an Reinhardt wieder wach werden, der diese beiden erften Schmuckstücke seines Kainmerspiele-EnsembleS hergeliehen hatte,"
" Ein studentisches Totcngeleite bewegte sich am Donnerstag mittag durch die Straßen von der Klinik nach dem Bahnhof. Ter feierliche Zug- war in üblicher Weise zusammengesetzt, sämtliche Korporationen waren durch ihre Chargierten mit Fahnen vertreten. Der Verstorbene, ein junger Mediziner, hatte vor klirzem sein Examen bestanden.
_ ** Das Flugzeug, das am Donnerstag morgen unsere Stadt überflog, hat, wie wir bereits durch Anschlag meldeten, in Der Nähe von Ober-Ohmen um 11 Uhr eine Notlandung vornehmen müssen. Durch den herrschenden starken Nebel hatten die Insassen, zwei Offiziersflieger, die Orientierung vollständig verloren. Das Flugzeug, eine Rumvlertaube, ging aut einem Acker nieder. Tie Flieger waren in Köln aufgeftiegen. Im Nu ver sammelte sich um das Flugzeug eine große Zahl Zuschauer. Nach einem Aufenthalt von P Stunde stieg die Taube von einer Anhöhe in die Luft, beschrieb einen Bogen über Ruppertenrod und schlug die Richtung nach Hersfeld ein, von wo sie angeblich nach Berlin weiter wollte.
" 2 5 j ä h r i q e S D i e n ft j u b i l ä u m. TaS Tienftfubiloum des Briefträgers Hermann Mickel gestaltete sich, wie man un« schreibt, in recht schöner Weise. 91(5 der Jubilar d«S morgens um 1,6 Uhr an seiner Arbeitsstätte erschien, war sein Platz mit Girlanden und Blumenstöcken geschmückt und der Jubilar selbst wurde gebührend gefeiert. Im Namen seiner Kollegen brachte ihm Briefträger L. B e d die herzlichsten Glück- unb SegenSwünsche dar und überreichte ihm ein Geschenk mit den Worten, daß es, wenn die Briefträger allein auch nur eine kleine Freude Damit bereiten könnten, unüomehr von Herzen komme. Er schloß mit einem Hoch aus den Jubilar, welcher bauvlsächlich auch vou feiten des Publikums als stets eutgegenkommender und liebenswürdiger Beamter bezeichnet wird.
** Unfall. Gestern abend verunalückte ein Junge, der mit einem kleinen Leiterwagen den Berg, Der sich von her 9Inatomie bis zur Wiescck-Brücke hinzieht, hinunter fuhr. Ter Junge würbe bewußtlos aufgefunden und nach der elterlichen Wohnung gebracht.
** 3 00 0 Mark spurlos verschwunden. Ein eigenartiger Vorfall ereignete sich am Donnerstag morgen zwischen 10 und 11 Uhr in der Zigarrenfabrik I. B Noll zu Gießen. Ein Kaufmannslehrling der genannten Firma hatte von der hiesigen Reichsbanknebenstclle 3500 Mark abgeholt und sie zu Rade nach seinem Geschäfte befördert. Er war auf der Fahrt von einem Lehrling eines anderen Geschäftes begleitet und benutzte mit diesem zusammen einen Weg, auf dem er sonst nicht fuhr. In Demi Privatkontor seines ChesS legte er das Geld: 2900 Mark in Papier, 500 Mark in Gold und 100 Mark in Silber auf einen hinter dem Rücken des Geschäftsinhabers stehenden Tisch Dieser war an seinem Schreibtisch beschäftigt und zählte daher das Geld nicht gleich nach. Nach einiger Zeit gewahrte der Buchhalter, der das Geld einschließen wollte, daß das Papiergeld, die 29 00 Mark, von dem Betrage fehlte. Der herbeigerufene Lehrling heft ritt jede Schuld, ihm selbst sei das plötzliche Abhandenkommen des Geldes, das er vor kurzer Zeit auf den Tisch gelegt habe, rätselhaft, erklärte er. Nach seinem bisherigen Verhalten ist ihm, wie man uns mitteilt, auch kaum eine solche Tat zuzutrauen. Tic Angelegenheit wird dadurch nur umso seltsamer, zumal während dcr fraglichen Zeit kein Fremder im Privatkontor war. Polizeiliche Nachforschungen sind bereits ins Werk gesetzt worden.
** Zu der Verhaftung des Leiters der Gewerbebank Lollar teilt uns der Vorsitzende des Kriege r v e r c i n s Lollar mit, daß der Kriegerverein bei der Gewcrbebank Lollar nur eine Forderung, cinschl. Fah- uensonds, von etwa 700 Mark habe. Die Anschasfung einer neuen Fahne, deren Einweihung zum 70. Stiftungsfeste 1914 erfolgen sollte, sei nicht geplant gewesen. Damit ist also die von vielen Seiten geäußerte Meinung hinfällig, der Verein sei durch die unerwartete Verhaftung des Gewcrbebank-Lei- tcrs in große Verlcgenlieit gebracht.
3um Spiel mit der Schußwaffe schreibt uns der Landwirt Ludwig Schaum II. aus Klein-Linden, Wetzlarer Straße 32: Das Spielen mit der Schußwaffe zu Klein-Luiden^ war nicht in meiner Hosreite, sondern da4 Unglück trug iid) in der Hofrcite be5 Bahnarbeiters Friedrich llicc i frankfurter Straße) zu, in dessen Holzschuppen die UnglüctSwaffe geladen an der Wand hing. Ter Junge zielte u-cht auf feinen Bruder, sondern schoß aufs Geratewohl zur offenen Tur hinaus. Dem älteren der Brüder ging die Kugel dicht am Kopf vorbei. Den jüngeren traf sie, der ahnungslos ui vof verweilte. Für solche Unvorsichtigkeit Tann man I das Kind nicht gleich verantwortlich machen, bem eine Mord- idttfie doch ganz fremd war. (In unserem Sldifcl machten
wir auch nicht das Kind, sondern bie Eltern üerantroorfh*, die eS nicht mit den Gefahren der Waffe bekannt gemacht haben. T. RedI.
** T ie Jagd nach Dem Ueberzieber. Die Gießener Bevölkerung, besonders Die liebe Jugend, mürbe am Donnerstag morgen kurz nach 10 Ubr in eine gelinde Aufregung versetzt durch eine wilde Jagd, bie von her Neuen &üie ausging. Es war aber auch gefährlich anzuiehen, wie eine nxlbe 5d»r Die Neuen-Bäue bcruiuer eilte und Ausrufe, wie „Haltet den Dieb!", „Nehmt ihn fest'" laut werben ließ. So aufgeregt waren Mann und Weib, baß man erst nach vieler Mühe Licht in bas bunfle Geheimnis bringen onnte, um selbst Die nötig: Wirrheit m gewinnen. Ein unbekannter Mann von annäbemD 10 Jahren, mit einem braunen Anzug bekleidet, hatte sich in bösartiger Weife an einem Ueberzicher bet? Firma- P W Schneider vergriffen unb filcnbs mit seinem Raube ?as Weite gesucht. Der erste Gavg nur nach hem Pranhhause beS Herrn Ctt Ter Dieb wollte sich io ben Gewinn seines Raubes wenigstens sickern Dock mit beS Geickickes Mächten . .! Er hatte nickt nm der Schlauheit des bestohlenen Geschästsinbahers gerechnet. Ter batte sofort einen jungen Mann beordert: „Gehen Sic nach bem Pfandhaus Dort finden wir ihn zuerst." Ein junges Mädchen rief enden en bi: Polizei ju Hälfe. Der Cdci hcs HauseS batte sich nick t getäuscht Man erwischte ben Dieb richtig im Hause des AlthändlerS, her ein sehr erstauntes Gesicht mad-v, als er erfuhr, mit wem er soeben verhandelt hatte. Doch für den Gesuchten yad's nur ein kur^s Besinnen, bann lief er baoon. so schnell ihn leine Beine trugen. Der junge Mann hinterdrein. Biele schlossen sich an. Aus dem Wochenmarkte^ kam ein Radfahrer vom städtifchen Tiesbauamte hinzu, in her Senckenbergftraße Herr ll m b a ch von her Wetzlarer Wach- unb Schließgesellschait. Doch bie Jagd ging weiter bis zur Brücke und hinüber quer durch ben Botanischen OZarten Ein Heer von Verfolgern hinterher. Hier glückte cs endlich Herrn llmbad), des Ausreißers habhaft zu werben. Schutzleute kamen hinzu, führten ihn im Triumph ab, unb bas Straßenbild erhielt allmählich wieder das gewohnte Aussehen. Auf der Polizeiwache stellte man fest, baß man einen guten Fang gemacht hat. Ter Festgenommene ist der st e ck b r i e s -
l i ch von Saarbrücken aus gesuchte Kellner Johannes Herbst aus Posen, ein alter OtalqenDogcl, der auch anderwärts gesucht wird Man fand bei ihm 10 Einlaqebücher österreichischer Banken und sonstige für ben Staatsanwalt interessante Papiere. Einen Teil dieser Papiere, die gefälscht sind, bat her Flüchtling ennveber im Bvtanifckien Garten verloren oder von sich gemonm, wo sie der Radler gefunden hat. Der Ueberzieber wurde von dem Althandler nach der Polizei geholt.
Landkreis Gießen.
? L i ch, 27. Nov. Tie Kosten für die Wieherhcrstellung der Crgcl in der Marienkirche sind durch Spenden und Konzerte schon teilweise aufgebracht worden.
Kreis Büdingen.
e. Echzell, 27 Nov. Tie Kaiserliche £? b c r p o ft» dircktion trägt sich mit bem Gedanken, das hiesige Postamt in eine Agentur umzuwanbeln. Das Amt ist in einem Privathause untergebracht und der Besitzer fordert einen höheren Mietzins. Tie 17 Teilnehmer des Telephonnetzes sind beim Postamt Reichelsheim >Wetterau> angeschlossen.
= Ortenberg, 27. Nov. T-er langjährige Rechner unseres Vorschuß- und SVrcbitDerein-5 Aktiengesellschaft) F. Kämmerer hat die Rechnerstelle der Bezirkssparkasse in Reinheim übernommen. Zu seinem Nachfolger wurde Heinrich Wehner bestimmt.
i. Wallernhauscn, 37. Nov. In den Gemeinderat wurden gewählt: Karl Eeum mit 116, Otto Bach mit 99 unb Adolf Be cker mit 88 Stimmen.
Kreis Friedberg.
L. Friedberg, 27. Nov. Man glaubt jetzt den Gauner im Zigavrenladcn, von bem wir berichteten, ertappt zu haben Tie schutzrnannsckaft bat heute einen jungen Maurer fcftgnwmnicn, der dringend verdächtig erscheint. Er leugnet zwar, im Laden gewesen zu sein. Zeugen können aber das Gegenteil beweisen. Auch am fraglichen Abend glaubten sie den Durchbrenner zu erkennen. Heute finden wettere Bemehmungen statt
L. Ober-RoSbach, 27, Nov. Born 1 Dezember an werden die beiden Mangangrubcn in gemeinfamen Betrieb der Firma Bartling u. Comp. übergehen.
st. Kirch-GünS, 27. Nov. Bet der heutigen Beigeordnetenwahl erhielten Wilhelm Müller III. 67, Jobs. Röhrig II. 52, Karl Heinr. Hanack 17 und 911fr. Müller 3 Stimmen. Es wählten etwa 80 Prozent der Stimmberechtigten. Zwischen W. Müller III. und I. Röhrig II. ist Stichwahl erforderlich.
Starkenburg und Rheinheffen.
m. Offenbach a. M., 28. Nov. Die .50jahrigc Witwe Anna Riesling, bie in einer Privatbeleidiaungsklage als Zengin vernommen werden sollte, erlitt gestern vor dem Offenbacher Schöffengericht vor Aufregung einen, Schlaganfall, an dessen Folgen sie bald nach ihrer Einlieferung ins städtische Krankenhaus verstorben ist. — Ein Einbruch wurde in dem Hause Geleitsstraße 47 verübt. Diebe drangen dort in den Laden des Möbelhändlers Jakob Pohonjsles ein und entwendeten Gegenstände im Werte von über 300 Mark. Tie Täter konnten bisher noch nicht ermittelt werden.
h. Langen, 27. Nov. Ter Rechnungsabschluß der Bezirk s s p a r k a s s e für 1912 ergibt einen Reingewinn von 28 605 Mark. Das Vermögen beträgt nach Abzug der Sckmlden 554 648 Mark.
— Mainz, 27. Nov. Im Bahnhof Mainz-Süd geriet heute vormittag eine etwa 32 Jahre alte Frau unter einen nach WormS abgehenden Perfonenziig und wurde auf der Stelle getötet. Ob ein Unglücksfall oder Selbstmord vorliegt, ist noch nicht aufgeklärt ivorden. Die Persönlichkeit der getöteten Frau konnte bis jetzt noch nicht festgestellt werden.
Kreis Wetzlar.
w. Hohensolms, 27. Nov. Bei den Arbeiten für die Wasserleitung G ro ß- A l te n st ä d t e n ist man in einem Stollen bei einigen Metern Tiefe auf ein Lager von Kupfererzen gestoßen. — Tas Kaiserin Augusta- Viktoria-HauS in Ehringshausen wird am l. Dez. von einem Diakonissen-Mutterhaus übernommen und mit fünf Schwestern besetzt.
Heften Nassau. <
w. Rodheim a. d. Bieber, 27. Nov. Die elcktr Versorgung ist hier zur großen Zusriedenheik ausgefallen, es werden fortgesetzt immer mehr Häuser angeschlosscn. Bis zum Weihnachtsfest wird auch Fellingshausen im neuen Licht erstrahlen unb selbst in Crumbach, Frankenbach unb Vetzberg ist man nickt abgeneigt für ben Anschluß.
— Marburg, 27. Nov Tie Herren Karl Albert und Huco Strauß in Marburg unb Frankfurt a. M., Inhaber der Bonk- nrma Baruch Strauß, Marburg a. d. L, haben bet Deutsche nGcsell schalt für flaufman n«-6r h o l n n gehe i m e eine 5 i in m e t - 6 t i 11 u ii g zuteil werden lassen, bie den Namen ihre« Vaters Baruch Strauß, des Begründers dec Iirnia, tragen soll.
}( Franken berg, 27 Nov. In ben Wäldern der Um- gegenb scheinen sich weiße Füchse auszuhalten. Kürzlich würbe ein solcher im Burgwald unb jetzt ein anderer bei Louisendorf erlegt
)< Aus bem Siegerland, 27 Nov. Auf der Grube „Brüdcrbunb" bei Eiserfeld kam der Bergmann Emil Kaiser aus Liebenscheid auf gräßliche Weise ü m s Le h e n.


