Crttes Blatt
Dienstag, 25. Dezember 19(5
165. Jahrgang
EWner Anzeiger
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General-Anzeiger für Oberhessen
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•nonatl id) 7 J> i1! w Die rtel* :dbriid) Vtk. 2.90; biirtf) dibbele- u. ZweigneU« monatlich 66 durch biei^fl i'tt.l— viertel’ |ährt auMctü.
Zeilen preis: lokal 16 DU a»*iD<irt* SO t-«eimt* (‘bdrebafteur: 51 Goetz Sfrantiportlkt) lür ben poliL Leu- -Ina. »och; für .rveuideton'i .Bei» md(t>tHe uu».»cii<t)We ImI*: Rorl 4tniratb; ür ,Stobt imb Vaitb":
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Nr. 501
Tet •irbcect Supper crfd>eint : iflidu auger €onntoa6. - t*eilaaen:
Die heutige Nummer umsaht 10 Seiten.
Die Bluttat in Neu-Mecklenburg.
3« der Ermordung bei Forschungsreisenden Tei- n ingcr, eines enbemi beuridyrn oklchrlcn und vierzehn eingeborener Begleiter schreibt man tms von folonuilpoh- tischer Sette
3m ganze.! Bismarck-Archipel der Südser besteht der Grundsatz der Blutrache in ausgepr ifltcft. r ,3orm ?J?jrb ersordert wieder Mord Ader auch jode Vergewaltigung, ia ,ebe nur vermeintliche Beleibigung wird von ben Papuas dlmig gerächt. 3n einigen liegenden, rote auf ber WaicHc- Halbinsel, tfi Ablauf von «»stivaltiatcn durch -''iusckclottd möglich, dagegen erfordert bet den Stammen Ncu-Mecklen- durgS icdes „Unrecht' Sudnung durch Tötung von Geg itcrn, ohne das. die Mögltchleit einer anderen Beilegung gegeben ist Venn also in dem neuerbtttfl* beruhigt.n Schutzgebiet eine solche Greueltal geschah, so ist sie zweifellos ein Racheakt der Eingeborenen Aber wofür? Vir möchten ans erneu Umstand lnmoeisen, an den bis jetzt nicht gedacht worben zu fern scheint Bor einiger Zeit tnmen roieberholt Nachrichten aus ben deutschen SÜbseegebieten, die ahnen liehen, bah es bei ber Anwerbung sch war »er Arbeiter aus dem Neu^uincagetzicte nicht ganz fo harmlos zugeht, wie man im allgemeinen glaubt und wie es dem Ansehen und der Sicherheit der deutschen Kolonisten zuträglich ist So wurde in der amerikanischen Presse ein allerdings tendenziöser Bericht veröffentlicht über gewalttätiges Borgehen der Arbeiteranwerber gegen die Eingeborenen des deutschen Bismarck-Archipels und der Salomoninseln, von den Leiden der Verschleppten und den zahl reichen Todesfällen während des langen Seetransportes von diesen Gebieten nach Samoa, von brutalen Mißhandlungen der Unglücklichen auf den dortigen Pslan- zmigen, von ungenügender Fürsorge für sie und unverbält- nismoßig geringer Entlobnnng Gewiß lief dab.'t große Uebertreibnng unter, und für das amerilanifdie Publikum wurden die Berichte sensationell ausgebauscht Aber er- sahrene Lüdseeleuner bestätigen jetzt, daß bei den Arbeiter- Anwerbungen im d!eu-<9uineagrb,ete für die somoainschen Pflanzungen große Hehler begangen wurden V,e ein Eingeständnis dieser Hehler lieft sich eine Bekanntmachung des deutschen Gouverneurs Tr v a b f im Amtsblatt für das Schutzgebiet Neu-Guinea. Zn dieser Bekanntmachung wird „wegen in letzter Zeit vorgelommener schwerer A n • werlffcrausschreitungen und ber badurch verursach- :ch Beu n ru higung ber Eingeborene n ' eine Wethe von Gebieten für bie Anwerbung von Arbeitern gesperrt
DaS muß da alles vorgekommen sein, dis der als rudittflcr Wirtichastspolittler. aber auch als humaner Mann belanntc Gouverneur Hahl sich zum Erlaß einer solchen Beringung entschloß, die offen und ehrlich die schlimmen Zustände ejtthnllt ? Nock cm amtliches Tokument; In einem Bericht des Bezirkes staeivteng tu welchem sich letzt bie Bluttat ereignete an das Weichstolonialaml heißt es
„Tie 'Ämorrbuu^ nach nnberrn Bezirken bat von Jahr zu .'•ebt nadiodaiicn. Lv wentg angenehm dieser llnutand tur die davon betroffenen P'lonzungi it nt, io nanirgemib erid>nnt .s, daß du Leute im »Lande bleib n. sobald sich ihnen lenuqender Verdienst ui XMuhe bietet Ctihr >iv icl iri*> Dir.« a.i ben ttzemubheitszusiond einen güitiiigen Einfluß haben Tir A n werduvg unberbeiraieter trauen aus Neu McAcn- dum ist ,etzl unlera» n^fbai. Tas ntrb hvnenilick langsam
tem auiv-rrteniluten >Mueiim an ad, uiUti dem gerade Reu Mecklenburg infolge der ladti langen Seyübruna aller unverheirateten trauen ;u leiden batte, steuern und dadurch dem Rückgänge der Bevölkerung entgegenwrrken "
Auch hier wird zugegeben, daß ber Raubbau mit Men schcnmaterial gefährlich und geeignet war, imiinirnc F rückte zu tragen. Bi.her hieß cs immer, daß die bcftänbtgen, blutigen u grausamen Kämpfe ber Eingeborenen untereinander, besonders aber bir Gewohnheit des Tötens von Weibern und st in dem das bedauerliche Hemmnis für bte Zunahme ber Bevölkerung des Bismarck-Archipels bilde Man baut wundervolle Straßen auf Neu Guinea von 6 Meter Breite, bie sich ben Landstraßen Teutschlands an die Seite stellen können, um die flemen Stamme der Eingeborenen einander naher zu bringen und ihre Nackdnrfchden auszulöschen, unb auf der anderen Seite hat man durch sinnlosen Menschen- ervvrt ganze Stamme vernichtet und bie etwaigen Reste zu Todfeinden gemacht Eine vom Staate scharf kontrollierte, nach den Geirven der Menschlichkeit öurtbqcfübrtr vorstck tifle Heranziehung ber Eingeborenen zur Arbeit tu ihrer Heimat, zur.stovnteuer unb zum Plantagendienst ist gewiß burchaus zu billigen Ter mehr ober minder gewaltsame brport bei Eingeborenen, di snstematische Vernichtung der Bevölkerung des Reu-lGuineagcbictes, rote sie jahrelang durch die V.tfcklcppnng nach Samen herbeiaesiihrt wurde und die auch heute noch nicht gänzlich eingestellt ist, muß zu lEsxplosionen naiver Reger rache führen, rote man jetzt möglicherweise eine erlebt hat Ter ?err Reichskanzler und sein Kolonialstaatssekretär nn-rben sich auf ein Bukett von Anfragen im Reichstag gefaßt machen muffen unb hoffent- lich schleunigst Abhilfe schaffen
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DcutldK» Neich.
Tc r (?nt Wurf eines neuen beutichen Wechte l r e ch t s wird dem Reichstage zugehen Tem Haager Ab kommen über die Einführung eines einheitlichen internationalen Wcckfelrcckls hat der Reichstag bereits im Sommer 1913 zugestrnirnt. Tiefes Abkommen ist von den meisten Vcr tragsstaaten bereits ratifiziert rootbeu. Rach brm Abkommen müssen alle Bert rag sstaa len sechs Monate nach ber Rati sizicrung bie neue Vcchsclordnung in Kraft treten lassen. Tic Beratung des neuen Wcckiclrcckks wird im Rcchötage lange Zeit nicht in Anspruch nehmen, da ber Entwurf fernem Inhalte »ach bereits durch da - Ähkommcn festgelcgi ist
Eine größere Reihe wichtiger Landtags Vorlagen soll bekanntlich dem vreußsichen Landtage zu Beginn des neuen Jahres zugehen. Um bie Verabschiedung dieser Vorlage bis Pfingsten möglich zu macken, beabnchfgi die Slaatsregierung, emen Teil ber Vorlagen zuerst i m Herren Hause vorzulcgen und zwar das A o m in u nalabgabengesctz unb das F i d e i ko m m > ß g ef e tz. Dein Abgeordnetcnhause werben das Parzeklierungsgeietz. das Fifchcrci^csctz. das Wohnungsg'setz unb brr Entwurf über die Reform der Landesverwaltung zugeben Trotz dieser Tie Positionen rechnet man schon heute damit, daß alle diese Gesetze bis Psingstm Nicht verabschiedet werden können, zumal eine Reihe kleinerer und alllährlich roiebcrfebrciibcr Vorlagen den Landtag noch beschäftigen werden Taster dürfte die Session auf ben Herbst vertagt werben. E? soll im Ab- geordnetenhause versucht werben, den Voranschlag bis Mitte März fertig zu stellen. Eo ist aber zweifelhaft, ob dies in neun Wochen möglich sein wird.
A us dem Wahlkreis Offendu rg-Kchl Oberkirch. .500 Vertrauensmänner der Zentrumspartei
des 7. Reicksiagsroahlkrciies £fieitbiirfl-Äebl-£bcrftrd) stellten einstimmig als Kandidaten ber Zentrumsvarte' ben LanbtagSabgeo'dneten Profefsor Tr. Wirth für bie Reichstagsciiatzwahl auf.
Ter draunichweigische Staatsminister v Hartwicg beantragte wegen feines Gesundheit 5 rustan des seine Versetzung in ben Rudestgnb, bie ihm ber Herzog zum 1 Jvcbtuai 1914 genehmigte In Anerkennung seiner hervorragenben Verbimste um das Herzogtum verlieh ihm der Herzog die Brillanten zum Großkreuz bes Crbcn* Heinrichs bes Löwen. ________
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fluifand. •
Französisch-türki ck i Vereinbarungen. Wie au. Konstantinopel verlautet. würben vor ber Abreise des französischen Botscuaner» Bomvarb von diesem und dem Großweiir Ucbcrcinfommen unterzeichnet, bte sich aus die Errichtung französischer Schulen und anderer Anstalten beziehen unb gleichzeitig bic Verhältnisse gegenwärtig bestehender Anstalten dieser An regeln, sowie endgültig fest setzen, daß französische Staatsanaehör i g e, gegen du Anklage erhoben wird, mit Ausnahme der Tu- neuer unb Marokkaner, in ben französischen Konkulargesäng- nisscn uutergebracht werden Außerdem würbe ein llcbcrein kommen unterzeichnet, nach welchem die Forderungen französischer Privatleute, die hinter das Jahr 1908 zurückreichen, aus den« Wege des »Sckuedsgerichts ge regelt werden sollen. Frankreich machte seine Zustimmung zur Erhöhung bei Zölle unb Einführung von Monopolen von bet Regelung bicfcr Fragen abhängig Tic lieberem kommen werden dem Sultan zur Lanklwn unterbreitet, gleichzeitig mit den Verträgen über bic Franzosen >u erteilende Konzessionen für öffentliche Arbeiten, für die Frank reich die Kotierung einer großen türkischen Anleihe an ber Pariser Börse zulassen würbe.
Tic türkischen Kamm erwählen haben begonnen Es wirb erwartet, daß bic Parte, für Einheit unb Fortschritt eine große Mehrheit erzielen wirb.
Tic Aufstänbischen in Mexiko halten Tarn pico eng umschlossen, ein regelrechter Angriff wird bald erwartet Tas Gefecht, über welches bereits berichtet worden ist, war ein kleineres Scharmützel, das in einiger Entfernung von Tampicv geliefert wurde. — Auf Nachrichten des Adnnrals Fletcher, nach denen bei Tampico bic Feindseligkeiten wieder dufgciwmmcn wurden, hat das Marine- Tcvartement den ungeschützten Kreuzer „W h ce ling" von Veracruz nach Tampico beordert. • 1■■ ........— . - -......—- «
Deutfcbe Kolonien.
TarcS-Salam, 22. De» Ter (^ou»cmcur Dr 3 cknec ist nut (»Kinahliu vvn einer dreiwöchigen Reise in bte Nordbezirke zuvückgrkcstrt, auf ber er besonder» Planlagen unb Am'iöbelungcu Ufnnibaraj besuchtInfolge der üvutlckuk- Mrili» haben rintclnc uautschaikpilaiuungeii ihren 4*rtrieb emge* üfllt, andere emgrschrink? Tie dadurch sreignooiveuen Arlxnts- sräfie und vielfach auf Sisal pst anzun gen tätig, die in bedeut ender Au6dcl nunq begriffen find Tie Ä' a f f e c r n t c in O stu so m » Lara ist bie größte bisher da gewesene; die nahezu rvllendele iSmte ergibt auf manchen Pilanuingrn do» Treifarfx: be-5 rror'äbntim Ertrages Tie Loge der Ansiedelungen mn Acker- bau foroic (Hjrtnerci- und Viebzucklbctricb in Vcstusambaia ist gleichfalls günstiger al» un Vonahic Es ist eine rege Berei« Ugung an ber Landesausstellung in Tar-es-3olam aus den Nord- Icudcn ;u envarten Ter Vorstand des Wirtfäiasülchen Verbandes ber Nordbeiirke befcHon anfnnnnifl, fick nach den besten ftriften an der Ausstellung zu beteiligen
TCutiH, WiHcnfcbah utiö Leben.
- Vom Vorkcsen Wir lefen in der Köln 3tp Ich meine nicht doS Vorlefen am viiiurtlcn Vortragsvuli. für da» man •klb unv Händckloifchen cmlauscht Für dieics Vorlefen grlten die Regeln des Theaters, bie man lernen kann, ivic man einen Thottxruf erlernt Nein, ick meine das Vorlefen in der Fo mitte, vor Freund'n und guten «booteroden Was ist eigentlich
aus dieser FrnntlienkunN geworden ? Ist sie schon am Sterben - Ha um Höri man noch von tbi Und sie roor doch früher io Irtcnbta Wie wurde sie noch tzur Zeit unterer Großeltern qeübl' Gvoßvarers Augen leuchteten, wenn er davon ivrack T^irau» rnüfsen Cuclkit ebclücn Genufies gefloßen sein Aber ickwn bei unfern Ettern rann die Quelle ipärttchci Und beim lebenden Gefcklech^ in sie, nhr mir Ickeint. duvt vor dem Ver ücflen Worum? Haben «vir feine Zen mehr dafür? Ader nnr haben doch zu io vielen andern Tingen Zen. mir geben ins kontert und ins Thcaicr, nnr betuchen Maiers, bie mir kaum reckn kennen, wir leien lange Atzende die .roeifclbanen Bücker, „von denen man ivrichl' nein, an Zeit iehlt’o nicht. Tann haben mir vielleicht ben Sinn ffir Vor gelesenes überhaupt verloren Bitte sehr, mir find noch nie in io vielen Vorlefungen' ..narn hoher Autoren gtoangen wie gerade tetzi Es wäre ja auch nne Blamage, einen Advnd tm Fomttienkvetie »n pergäbnen, anstatt den Trinen ein gutes Buch ucnulckn. Daran liegt es „Man" mub^hic und die Veranstaltung draußen mitgemacht l»aben, aber man" lieft ni Hause mtbt inebt vor Man tauidu betablte Vir hiofenrocrtf draußen ein 'irr nnberahlte, weil unbciabibarc Fo rtiilienroeite bet der Adendlamor Uno trenn tue ^Vutler dock inmal einen schüchternen Vorleievemuch macht, io hnbet man , oaß ihr dock die tedmu'dK Vollendung »rblr. unb gar Vater Hart 7 Ul em fomiid, vor. wenn er eine 4ellevichc Novelle tmrläic. iatt in seinen Rauchverein >u geben Hat itck da- Fomtti.n- :<ben fr verladen? Hat die neue Zett hier Riffe Hanen lern, in welchen die chönen alten Vortetung^tzende rettungvlvs ner anken Wirklich rettung\!r-< ? E» wäre dock der Mühe wert, sie alle freundliche Fomrttrnkun't au»s neue nr beleben Wieder litt beiianrnten »u fitzen, auf die Vortrags Techmss' entichlo >en in verachten und Mutters Stimme zu-udbr.n. wenn ne dos Fadn ein der iicben Aufrechten rertten oder ans der emg ^ngen Rärcken Es ist idxm wahr, rin wenig kunülos tieft ur Mutter xn Aber 'cktteßt einmal mir eine Muntre lang kn. Ina ■ unk :ut bafär die inneren Cbren ou' Was hir aut und oüni: ,e tmge steigen da aus Mutters Stimme, wie belebt nch heimlich mitte Stubt*. wie still wird da unser zervf'rrnes Togder«. me 'no’pt es wieder langsam in beut Erdr. ch der Forntti mir achfen wieder längst verdorrt geglaubte Bürzeln . . Ihr glaubt -- mdn ? Veriuckl s einmal. Die Derbnackt-z ir stebt vor der für. Ta legen mir bic Technik ab Da klingt ber Mutter Tiirmxe ohne Technik noch viel schöner. . ,
— W ie unterrichtet iidi bic Nobclfttstung? Int Anschluß an die vielerorts mit Verwunderung aufgenommene Zuerkennung de» Nobelprenes tür Literatur an einen in bischen Dichter dürften folgende Feststellungen interessieren, bic tm 2. Tezemberbefte des Kunstwort gemacht werden Es beißt da Sie unterrichtet sich die Nobelsttstung? „Zwei Tatfaä»it Etstenc. der Sekretär ber Notzelsttstung, Tr Jensen, ist bet den Stornin Ccftermd)» geirierter Kenner ihrer Sprachen und in Skandinavien etwas mte ein Apostel ihrer Literoturen In beri Rarodnt Ltstv verönentlickt er jetzt einen Auisotz, au* tk*m bet - vorgebt, baß er fick über Roiegger weder bet den Tcutftben. noch bei den Franzosen, etwa bei Bull tob oder Srillsrc, noch bet den Engländern unterrubtet hat, bei denen sich eine An von BvNskunfttzewegung geradezu auf Rosegger stutzt. — sondern bei Tschechen Er habe deren Bedenken gegen Roiegger audi ben übrigen Herren ber Nobelstiftung fachlich nntgeteilt Tie Be denken der Tfchecken über Roiegger' ^wettens; Von Rabindra Aatb Tagora wußte, bekanntlich bisher fo gut rote niemand etwa» Aber: Prinz Wilhelm von Schweden erzählt in einem eben endnenenen Buche. Bo die Sonne leuchtet, tum feiner Indienfahrt, wie er dort Ralnndra Naib Togvra. übngene. einen
»ucht bal-«. uns mte schön es bet ihm gewesen fei Die unterrichtet sich die Nobelstiftung ?Tic Frage iänit an. brennend »n werden, wenn bie 3tifning ihre Bedeutung <m Sinne des Stister* be halten soll"
Tie hessische Literatur bc» letzten Iadrec wird •:t tem soeben von Richard Wen» im Verlag von Hesse und Becker herau»gegebenen Merkbuch ber schönen Literatur sehr günstig besprochen --- Ein lief in her Landick»a't munelnbe. Werk ist die Sammlung ausgewoblter Romane und Novellen, bte Alfred Bock unter dem Triel Tie hone Sckolle" prrönmtliibr Ära’i- vollftc W,rN,ckkett-schi!kerung in durchatt- künstlerischer Bin tiguna Alles knarr, fomptimicn unb herb frisch feiner tchrnbt io kurte, ienfleiittiqte Romane wie bteitt bcmidie Ttdrter Es mag ta wohl die tvpiickc Art dtries Volkes und ieiner Landichgir fein; ab r kann bet Bvii eben bte anrig.-. b-r er An adaouaie Form geiund-n — Hier ict euch icme? rrühvernorbenen Lands- rr an ne t Wilhelm Holromer gedockt, aus dri'en ^'ackkaß »nui Btnc Nvrefl :t und Sf-.zen vontegen: ..Pendeli.l'läge' unb ..Paitfer ürMbUingnt' Ls hab Grichickren eines stellen, marw- rer;tgen Tickier-. fo tebr aus dem Mitt eben ber au- oerporben, daß man nc al- Sribstbck nnnnn'e oder dock al* Betenn^ii'ie ren Freunden und '’-mrauien des T,ch:ers binnebnren fönun- Tflc "*r ,f< üle,"l"aun* ein »»rnntiug «"'t* bi'*,f',r-«*er.
ttc es cfb-"tecgri: c sei o aller, wo- t n zum -ck »sen brongf; es wu-. immer irgeuonn ProXem im 2eben seiner Meuichen, das ihn selber stark bewegte, ihre Schicksale waren bte ientex.
wenn auch nur innerlich; er kostete Idhrr ihres Daseins Leid und Süße, und am meisten wohl ihr Leid Tenn wenn von irgendeinem Dichter gesagt werden kann, daß feine Seele am Leben litt, fo war er'S Und doch ein io starker, gläubiger Lebenskünstler unb -bezwinger! Nickt Pietät, sondern Ehrfurcht sollte viele bewegen, an diesem schönen Vermächtnis tnhubaben. — In bic Gefolgschaft dieser beiden hessischen Heimatkünstler icitf Marl Neurath mit seinem Roman „Tos Tomgul" Von beiden leinte er; besonders die feine HoUamerfche Reslezion begegne» einem ifft Ttt Roman ichildeN den Niedergang eines rbrm- beffifchen Bauetngefchlecktes Dabei fallen scharfe Schlaglichter out hnmifeh-ioMflk Verhältniffc, und bisweilen wetterleuchl'i ganz in der Ferne eine vergangene große Zeit: Navol/on To^ 3iärfftc an dem blutvollen Erstling m bte Hratt der Eharakleri - sierunq; Neurath beovr»ugt holzfchnittartige Äonturm, bte Derb heil und Giobicklächngkett erzeugen Recht glücklich ist er in bet Verwendung des äußerst plastifchen Tialeftc»; ein paar S-ioBbeitrn hätten allerdings ohne Gefahr für bie Echtheit, stilisiert werden können
- Tic .LtnkSkultu r" lleber bic Ergebniifc der Lütls- hilrut tn ben Berliner Hilfsschulen sprach Stadt'chuldirektor Tr. T ickboff im ErztehungS- unb Fürlorgevcretn füt geistig zurückgebliebene Minder Tic Linkskultur bat bei ben Versuchen in ben Sckulen für <»eisckg minder begabr Mntbcr tn den HilsS- fckulen durchaus ifriagi ; voraussichtlich nnrb man von m- ucrcn Ber'ucken Abstand nehmen Immer bin sind bir Vcriuckc von Interesse, ba iic on 2600 Kindern vorgenommen rourben Tic Linfskuttur wurde in ber An gepflegt, dof- man neben r-rr redunt Hand auck die linke beranzog beim Turnen, Hanbsertigkettsunter- rick:e, beim Schreiben unb .Zeichnen Bahrcno beim Hanofertia- fcü: und ?,-ickrnunterrickt' immerhin im ollgemeinen nickt un- flüniiige ErioKrunoeu g-mocht nmrden, sind die-Bert chic einig in ber Abtednung bet Linkskultur beim Schreiben Auf Meilen ber Reinlichkeit und Cnboqraohic entwickelte ,'ich eine aroundie Hchtmcmti. Tat, eine gesteigerte geistige Entwickelung tm oHolr ber Links-- kultur ausgetreten fei, liM sich nickt bebaupien. Selbst in den Fällen, wo infolge Lähmung der rechten Seite eine energische Kultur der lmken Hand cirae&tt ist bet große Jriolq, der tn der ba- stigen Entwicklung einhYtni i'ollle, au geblieben Fast alle De. tickte beben hervor, baß der Nutzen auS der LtnkSkultur in krimnn Berhölnirsse steht tu bem Aummnb an Arbeit unb Mühe So trat denn Tr. Tufbon bafür rin, daß bte Versuche an oen Hilfsschulen ^ng-s-ellt mürbrn Besser als bei Hilfs» und BolkSschul« rrürbe eine Erprobung der Linkskultur anj>en Erztebungsonstalten mn 3ntcmaien vorgenommen werden Tarrn: dürste bie Lmks- bilrur für unkte Schulen begraben kin.
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