Ausgabe 
23.12.1913 Erstes Blatt
 
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Kreis Friedberg.

zur Erledigung der Vorarbeiten sind gebildet worden.

** Zum Fall Nies. Wie wir teten, soll auch der Schuhmacher N. bruch der Gewerbebant sein gesamtes haben. Dazu erfahren wir, daß Nies l

** Der neue O b er b ü r g c r m e i st e r. In Frank­furter Zeitungen hat folgende Mitteilung Umlauf gefunden:

Als Nachfolger des jetzt in Pension gehenden Ober­bürgermeisters Mecum gilt Beigeordneter Bürgermeister Kelle r. Herr Keller ist Jurist und erhielt zum (Geburts­tag des Großherzogs den Bürgermeistcrtitel. Bei seiner Wahl würde man die für einen Juristen geschaffene und von ihm bekleidete Bei g e o r d n e t e n st e l l n n g vorläufig eingehen lassen.

Auf Grund eigener Erkundigung bei Herrn Beigeord­neten Justizrat Grünewald, dem Vorsitzenden des Aus­schusses, der sich mit der Neuwahl des Oberbürgermeisters zu befassen hat, können wir mitteilen, daß die Nachricht von einer schon jetzt bestimmten Nachfolgerschaft des Herrn Bürgermeister Keller nichts bekannt ist. Die erste Versammlung des Ausschusses hat der Vorsitzende für den 30. Dezember einberufen. Bis jetzt hat also noch keine Beratung stattgefundcn. Allerdings ist nicht in Ab­rede zu stellen, daß eine etwaige Wahl des Bürgermeisters Keller asuch von maßgebender Seite sehr in Betracht gezogen wird. Auch die Behauptung, daß die für einen Juristen geschaffene Beigeordneten st ellung ern- gehen würde, dürfte sich nicht bewahrheiten. Vielmehr ist anzunehmen, daß man einen technisch gebildeten Herr« zum Beigeordneten erwählen wird, da durch den

Jugend auf der blanken Eisfläche. Am Nachmittage lvar der Betrieb außerordentlich start. Hoffentlich hält die Kälte noch einige Zeit an, daß die Jugend besonders in den Weihnachts-

am Samstag berich- bei dem Zusammen- Vermögen eingebüßt edtglich versuchsweise

L. Friedberg, 22. Dez. In unserem neuen Post- gebäude werden verschließbare Fäckfer (Abholungs- sächer) eingerichtet werden. Dadurch kann der Abholer ferne Briefschaften auch außerhalb der Schalterzeit abholen.

h. Bad-Nauheim, 22. Dez. Die Badedirektion plant mit Unterstützung des Staates die Errichtung eines Bal- neologischen Institutes, das in erster Linie der allgemeinen Bäderkunde, dann aber auch den Aerzten aut Fortbildung und zum Studium dienen soll. Mil der Lei­tung der Anstalt soll ein hervorragender Balneologe be­traut werden.

? Pohl-GönS, 20. Dez. Auf Einladung des hiesigen Kriegervereins gab die Friedberger Militär-M usikschule gestern abend im Iung'schen Saale ein Konzert, da» sich eines recht guten Besuches erfreute. DaS Programm war recht ansprechend und die Leistungen der jungen Musiker zeugten von guter Schulung und ernstem Streben.

Starkenburg und Rheinhessen.

rm Darmstadt, 21. Dez. Heute früh gegen 11 Uhr wollte der Rangierarbeiter Ludwig Ra iS auf der Station Dorn berg bei Groß-Gerau eine hereinfabrendc Maschine an einen Wagenzug ankopveln. Ec geriet auS bis jetzt nicht aufgeklärten Gründen zwischen die Puffer des Wagens und der Maschine. Die Brust wurde ihm eingedrückt, er war so-

Rücktritt des Herrn Oberbürgermeisters Me cum die Stadtverwaltung ihren technischen Mitarbeiter verliert.

"Kreisausschußsitzung. In der Kreisausschuß­sitzung am Samstag wurde über die Regelung der Ge­haltsverhältnisse der Gemeinderechner von Langgöns, Rödgen, Ruttershausen und Saasen verhandelt. Das Kreis- amt hatte den genannten Gemeinden nach Artikel 157 der Landaemeindeordnung angesonnen, die Gehalte der Ge­meinderechner vom 1. April d. I. an zu erhöhen.

hall des Rechners zu Langgöns sollte non 750 aus 1130 Mk., das zu Rödgen von 450 auf 700 Mk., zu Ruttershausen von 300 auf 475 Mk., und zu Saasen von 325 auf ?00Mk. festgesetzt worden. Die sämtlichen in Betracht kommenden Gemeinderäte widersprachen aber der Gehaltserhöhung, sie sind teils der Meinung, das jetzige Gehalt entspreche der Arbeitsleistung des Rechners und der ihm durch das Amt verursachten Zeitversanmnis. Teils stehen sie aber auch auf dem Standpunkt, dem Rechner gebühre daher keine Gehalts­erhöhung, weil er sich bei seiner Anstellung verpflichtet habe, für eine gewisse Reihe von Jahren keine GehellserHöhung zu beanspruchen. Da das Kreisamt gemäß der oben genann­ten Gesetzesbestimmung aber nicht nur berugt, sondern auch verpflichtet ist, darüber zu wachen, daß die Besoldung her Gemeinderechner im richtigen Verhältnis zu den an sie ge­stellten Anforderungen steht, entschied her Kreisaus'G u,, daß die Rechnergehälter, wie vom Krei s a m t berechnet und den Gemeinden angesonnen, vom 1. April 1913 ab fest zusetzen sind. Die Verhandlung über die Beanstan d u n g der Gemeinderats hl zu Saa, en wurde ausgesetzt, da ein Hauptzeuge ;-> "n Erkrankung am Erscheinen ver­hindert war. In Sachen bett'. Klage verschiedener Hor­loff- und Nidda-M 'n i. I c r gegen die Provinz Oberhefsen wegen Entschädigung fand Verpflichtung und Jnstruierung eines Sachverständigen statt.

' Krebs krank heft und Radium. Dem hessischen Landesverein für Erforschung und Bekämpfung der Krebs- kran ' heit sind zur Gewährung von einmaligen Beihilfen durch Vermittlung des hessischen Ministeriums deS Innern 80 000 und von ungenannter Seite 3000 Mk. zur Ver­fügung gestellt worden. Auch die Beschaffung von zunächst 200 Milligramm Radium ist gesichert, so daß in nächster Zeit in Gießen die Behandlung von Krebskranken mit Radium beginnen kann.

Aus dem Schuldicnst. Uebertragen wurde am 16. Dezember dem Lehrer Christoph Kredel zu Lauter, Kreis Gießen, eine Lehrerstetle an der Volksschule zu Schwal­heim, Kreis Friedberg; am 17. Dezember dem Lehrer JohS. Joseph Euders zu Frei-Laubersheim, Kreis Alzey, eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Laubenheim, Kreis Mainz. Bestätigt wurde der von dem Herrn Grafen zu Erbach-Fürstenau auf die erledigte 2. Lehrerstelle an der Volksschule zu Rothenberg im Kreise Erbach angebotene Schul- anitsaspirant Robert Vetter aus Schwanebeck (Preußen) für diese Stelle.

tagen zu ihrem Rechte kommt

D i e hiesige Regime n t skapelle begeht im Frühjahr nächsten Jahres das Fest des 10 0jährigen Bestehens. Die Vorbereitungen sind bereits im Gange, besondere Ausschüsse

. A«r Stadt und Land.

- Gießerr, 23. Dezember 1913.

Der Bebauungsplan in der Schwarzlach.

Von Herrn Dr. Spohr erhielten wir folgende Zu­schrift, die wir mit dem Bemerken unverkürzt auf nehmen, daß wir die unfruchtbaren Erörterungen damit abschließen wollen:

Wenn das heute im Gießener Anzeiger zum Abdruck ge­lange Expose des Herrn Oberbürgermeister wörtlich in der Stadt­verordnetenversammlung zur Wiedergabe gelangt ist, dann hat der Herr Oberbürgermeister weder, wie im Gießener Anzeiger gestern zu lesen war, gesagt, ich hätte mich auf falsche Zahlen gestützt, noch, wie tn der Oberhefsischcn Volkszeitung zu lesen stand, davon gesprochen bezw. seiner Verwunderung darüber Aus­druck gegeben, daß ich als öffentlicher Anwalt mich nicht vorher besser informiere, bevor ich solck>e Publikationen herausgehen laste. Wenn ferner richtig ist, was der Herr Oberbürgermeister über die Verhandlung vom 20. November sagt, so war auch der da­malige Bericht im Gießener Anzeiger ganz verseht t .ob­wohl die Redaktion am 5. Dezember meiner Eingabe die (Hnlä- rung bei fügte, der Bericht habe selbstverständlich nur das wieder­gegeben, was in der Verhandlung gesagt worden ist. Wer jenen Bericht über die Verhandlung vom 20. November ließ, konnte nur annehmen, daß die beiden Tärata sich ebenfalls aut dos kurz vorher genannte Psasssche Grundstück bezogen. Jetzt ist dieser Punkt also aufgeklärt und wir nässen, daß alles das nicht so gesagt worden ist, wie cs damals im Gießener Anzeiger zu lesen stand.

Wir wissen aber jetzt noch mehr: Die beiden ^.axatisnen bezogen sich auf das Grundstück des Heinz! Ausgerechnet gegen diesen aber hielt der Herr Oberbürgermeister den Entcignungs- antrag aufrecht. Es ist also eine etwas sonderbare Logik, daß solche Sachverständigenschätzungen, die sich auf rin ganz andres Grundstück beziehen, dazu Veranlassung gajbcn, den Enteissnung^antrag bezüglich ganz andrer Grundstücke zu­rückzuziehen, dagegen ihn gerade bezüglich des Grundssticks aus- rechtzuerhalten, auf das sie sich bezogen. Auch im übrigen ent­halten die Ausführungen des Herrn Oberbürgermeisters unlogische Dinge: es wurde abqr zu weit führen, das hier im Einzelnen darzulegen.

Ich weise also iviedeiholt den gänzlich unbegründeten Vor- wurf zurück, ich hätte mich aus ganz falsche Zahlen gestützt, ebenso den Borwurf, ich hätte mich nicht genügend informiert. Meine Eingabe galt lediglich dem in der Oeffentlichkeit allein bekannten Bericht des Gießener Anzeiger und der in ihm ge­gebenen falschen Darstellung der Dinge: daß dieser Bericht über­dies bett Verlauf der Verhandlung vom 20. November 1913 un­richtig wiedergab, war dafür ganz gleichgültig.

Schließlich bemerke ich noch, daß ich ztvar meine Eingabe sofort entworfen habe, als der Bericht erschienen war, daß '.h sie aber selbstverständlich erst Herrn Psaff zur Genehmigung 'wc- gelegt habe und daß ich sie erst in seinem Auftrage bann vytig redigiert und versandt habe. Wer sie dem Gießener Anzeiger gebracht zuaesandt tvurde sie ihm allerdings von mir und dort die Veröffentlichung veranlaßt hat, ist mir nicht be­kannt: ich war überrascht, ctls sie am 5. Dezember in ihm o.b- gedruckt war. Ich habe also im Auftrage des Herrn Pfaff ge­bandelt, aber selbstredend auf meine anwaltliche Verantwortung. Dagegen gehen mein gestriges und meine heutigen Schreiben nur mich an und ich erwarte von den geehrten Redaktionen die un­verkürzte Wiedergabe.

Mit vorzüglicher Hochachtung!

Dr. Spohr, Rechtsanwalt.

Wenn sich Herr Dr. Spohr bei der Vertretung der Interessen seiner Klienten weniger auf Buchstaben als auf das vollständige Material gestützt hätte, so wären uns alle langstieligen Aus ein anders etzun gen erspart geblieben. Es ist doch klar, daß das, was die Gesamtheit «an diesen Enteignungsverfahren in der Schwarzlach interessiert, sich keineswegs deckt mit dem viel weitergehenden Jnforma- tionsbedürfnis der Interessenten. Wir konnten uns damit begnügen, von der Tatsache Kenntnis zu nehmen, daß die betreffenden Straßenanlieger für ihre Gelände zu viel forderten und daß der Oberbürgermeister recht hatte, wenn er sich zu ungerechtfertigten Geldausgaben nicht verstehen wollte. Daß es den Berichterstattern nicht immer möglich ist, Ausführungen int Stadtparlament eingehend und wört­lich aufzunehmcn, wird schon dadurch klar, daß einer der Stadtverordneten in der fraglichen Sitzung vom 20. Nov. scherzhaft in Aussicht stellte, er werde beantragen, daß nie­mals mehr als 7 Redner zu gleicher Zeit sprechen dürften. Die Vorhaltungen, die der Oberbürgermeister Herrn Dr. Spohr darüber gemacht hat, daß er ftch als Anwalt nicht ausreichend informiert habe, sind nicht unberechtigt. Da wir ausdrücklich bemerkt hatten, daß wir das Wesent­liche wiedergeben wollten, hätte Herr Spohr sich seine Wenn und Weder ersparen können.

Wenn es auch richtig ist, daß ein Anwalt die Presse nicht als einziges Jnsormationsinstitut in einer Sache an­sehen darf, die für die große Oeffentlichkeit ein beschränk­teres Interesse hat, so möchten wir dem Stadtvorstand bei dieser Gelegenheit doch auch einen Wunsch unterbreiten. Es ist bei den Rathauserörterungen einmal gesagt worden, der Oberbürgermeister dürfe sich in keine Presseerörterun­gen einlassen. Man sollte dem Stadtoberhaupt die Grenzen seiner Befugnisse nicht zu eng ziehen. Wäre gleich nach brr ersten öffentlichen Feststellung des Herrn Dr. Spohr in unserer Nummer vom 25. Oktober eine geeignete Erwide­rung dnrch den Herrn Oberbürgermeister erfolgt, so wäre dem öffentlichen und dem städtischen Interesse am besten gedient worden. Und das Bedürfnis deS Herrn Dr. Spohr nckch -geschichtlichen Quellenforschungen hätte keine Nahrung bekommen.

für die Butzbacher Schuhfabrik 14 Tage tätig war, und dies nach seinem Ausscheiden aus der Gewerbebant Lollar, um sich eine Existenz zu schassen Im übrigen stand die Firma schon seit 2 Jahren mit der Gewerbebank nicht mehr in Geschäftsverbindung. Im Aufsichtsrat ist der Inhaber niemals gewesen.

** Herr Geschäftsführer Heinrich Noll schreibt uns: Auf die Auslassungen des Herrn Rechtsanwalts Fischer in her Samstags-Nummer deSGießener Anzeiger" habe ich zu erklären, daß meine erste Darstellung in Ser Klage Kling gegen Noll durchaus richtig ist. In dem unter An­klage stehenden Artikel derOberh Bolksztg", der sich mit dem Fall Troß befaßte, war behauptet worden, daß Herr Lehrer Kling sich für seinen Parteifreund Troß bei der Gewerbe dank verwandt habe. Tas ist in dem Termin von Herrn Dixettor Möser von der Gewerbebant eidlich be­tätigt worden und damit war der Wahrheitsbeweis erbracht. Außerdem wurde auch in der Urteilsbegründung gesagt, daß die Verurteilung wegen formaler Beleidigung erfolgte. Ob übrigens das erstinstanzlich? Urteil von dem Berufungsgericht bestätigt wird, dürfte recht zweifelhaft sein. -

** Geschäftsjubiläum. Arn Montag waren es dreißig Jahre, daß bas von dem noch jetzigen Inhaber unter der Firma Otto Schaaf gegründete erste Spezial-Drogengeschöst hier, Adlerdrogerie Seltersweg 39, eröffnet wurde.

Landkreis Gießen.

F ®rüningen, 22. Dez. Am 4. Advent wurde die Kirche in Grüningen, nachdem sie während einer halb- jährigen angestrengten Arbeit eine gründliche Erneuerung erfahren hatte, in feierlichem Gottesdienst wieder ihrem Ge­brauch übergeben. Die Gemeinde Grüningen hatte bereit­willig die sehr beträchtlichen Mittel zur Verfügung gestellt, die zur würdigen Herstellung des Gotteshauses int Acußeren und Inneren erforderlich waren. Reichliche Stiftungen von Ortsangehörigen machten es möglich, das Kirchen innere so stilvoll und schön auszuschmücken, namentlich mit wunder- chönen Malereien, daß jedermann seine herzliche Freude daran haben muß.

= Weickartshain, 21. Dez. Gestern abend fand int Saale des Gastwirts Hock eine Weihnachtsfeier statt, wobei die Schulkinder beschert wurden. Der V. H.-C. Frankfurt a. M. hatte für die Schule 150 Mk. bewilligt, die vom Lehrer Velte je nach dem Bedürfnisse an Geschenken verteilt wurden. Zwei Vertreter deS V. H.-C. Frankfurt waren bei der Bescherung anwesend.

Kreis Büdingen.

(;) Bingenheim, 21. Dez. Bei der Samstag, den 20. d. M., abgehaltenen Treibjagd wurden 102 Hasen ge­schossen. Lehrer K an tz, welchem eine Lehrerstelle zu Beienheim im Kreise Friedberg übertragen wurde, verläßt uns Ende dieses Jahres, um nach seinem neuen Wirkungs­orte überzuziehen.

Kreis Friedberg.

(;) Reichelsheim, 21. Dez. Eins nette Submissions­blüte ergab sich bei der Vergebung unserer Kanalisations­arbeiten. Der von Großh. Nulturinspektion Friedberg auf­gestellte Voranschlag lautete aus 36 000 Mk.; der Mindest­nehmende forderte 29 600 Mk., während von dem Höchst­fordernden 65 000 Mk. verlangt wurden. Dem Unternehmer Küster von Friedberg, welcher der Wenigstforderndc war, wurden die Arbeiten übertragen. Im Auftrage des An siedelungsausschusseS für Posen sprach am Samstag im Gasthof zur Post Herr Schaumberger aus Kassel. Er schilderte, unter welch günstigen Bedingungen deutsche Land­wirte in Posen sich ansiedeln könnten.

Kreis Lauterbach.

KLauterbach,22. Dez. Am Samstag sand im Rat­haussaale hier die Wahl von drei ausscheidenden Kreis­tagsmitgliedern durch die 50 Höchstbcsteuerten des Kreises statt. Es wurden gewählt: Kommerzienrat Leonhard Hoos (Lauterbach) mit 35, Beigeordneter Friedrich Zöl­ler (Schlitz) mit 33 und Fabrikdirektor Friedrich B o rt- f e I b (Blitzenrod) mit 31 Stimmen. Bortf'eld wurde an Stelle des verstorbenen Mitgliedes Kaufmann H. 93 orenn (Lauterbach) gewählt, während die beiden anderen schon bisher dem Kreistag angehörten.

KHerbstein, 22. Dez. Bei der Kreistagswahl für den hiesigen Wahlbezirk durch die Gemeindebevollmäch­tigten wurde an Stelle des Bürgermeisters Schneider Fabrikant Joseph 5i' übel (Herbstein) zum Mitgliede des Kreistags gewählt.

Kreis Schotten.

h. Schotten, 22. Dez. Nach dem Vorbild der übri$erf oberhessischen Kreise veranstaltet der hiesige landwirt­schaftliche Kreisverein im September 1914 hier zum ersten Male eine dreitägige landwirtschaftliche Kreis-

Ernennungen. Der Großherzog ernannte, am 20. Dezember den Forstafsistenten Gustav Buß zu Bingen­heim zum Oberförster der Oberförsterei Lindenfels; den Hauptsteueramtsassistenten bei dem Hauptsteueramt Mainz Albert Pfeifer zu Mainz zum Bezirks kassier der Bezirks­tasse Ulrichstein und den Hauptsteueramtsassistenten bei dem Hauptsteueramt Mainz Kurl Eckhardt zu Mainz zum Be­zirkskasseassistenten der Bezirks lasse Müntz I.: den Finanz- aspiranten Eduard Schneider aus Ranstadt (Kreis Bü­dingen) zum' Winisterialrevisor bei der Buchhaltung des Ministeriums der Finanzen; die Finanzaspiranten Peter Steuer nagel aus Frankfurt a. M. und Start Kühling ans Gundheim zu Hauptsteueramtsaffistenten.

* Bessere Bahnverbindung. In der neuesten Jahressitzung der Großh. Handelskammer Dar ni­st a d t wurden der Eisenbahndirektion Mainz die Wünsche der Handelskammer bezüglich des kommenden Sommer­sah r p l a n s' übermittelt. Es handelt sich hierbei u. a. um bessere Verbindungen vom Rheinlande über Mainz und Darmstadt. Verschiedene Wünsche wurden wegen der Ver­besserung der Anschlüsse von Darmstadt nach Gießen, Kassel, Hannover, Hamburg in Frankfurt geäußert. Im An­schluß an eine Eingabe der Handelskammer Neuß hat sich die Handelskammer Darmstadt ebenfalls dafür ausgesprochen, es möchten zur Herabminderung des so fühlbaren und be­deutende Schädigungen bringenden Wagenmanaels die bestehenden Seehafenausnahmetarise allgemein bezüglich der nachweislich zur Ausfuhr bestimmten Artikel auch auf den Verkehr nach den im Binnenland gelegenen Fluß- und Kanalhäfen, zum lieber gang auf das nach dem Seehafen fahrende Schiff bezw. umgekehrt ausgedehnt werden. Ti« hierdurch der Eisenbahnverwaltung entgehenden Frachten würden dadurch wieder ausgeglichen, daß man den Anforde­rungen an den Wagenpark im Binnenland durch diese Maß­nahmen künftighin bedeutend besser würde entsprechen können.

** Gewerbebank-Direktor Carl Loos s. Ein an reicher Arbeit gesegnetes Leben hat am gestrigen Montag morgens um V»12 Uhr seinen jähen Abschluß gesunden. Carl Loos wurde am 24. März 1847 zu Gießen geboren. Ein eigenes Geschäft, das er sich am Kirchenplatz gründete, er­freute sich seiner sleißigen Arbeit. Lange Jahre gehörte er dem Aussichtsrate der Gewerbebank an, war einige Zeit Vor­sitzender des Aufsichtsrates und wurde im Jahre 1902 rum Direktor der Bant gewählt. Unter seiner Leitung entwickelte sich die Gewerbebank zu einem blühenden Geldinstitute. Seiner Militärpflicht genügte er im 32. Regiment, in dem er den Feldzug der Jahre 1870'71 mitmachte. Seine Gattin, eine geb. B us ch aus Gießen, ist ihm schon vor sieben Jahren im Tode vorangegangen. Im Jahre 1895 wurde Loos durch das Vertrauen seiner Mitbürger zum Stadtverord^ neten gewählt, als welcher er besonders in der Finanz­deputation durch seine reichen Erfahrungen und Kenntnisse eine geschätzte Straft war. Durch sein biederes, leutseliges! Wesen hat er sich viele Freunde erworben, die ihm ein ehren­des Andenken bewahren werden.

** Stadttheater. Die Aufsühurng der neuen Operette ,,T a S Musikantenmädel" am Samstag, ben 27. De­zember, wirb eine besondere Unterstützung durch die dankens­werte Mitwirkung eines hiesigen Gesangvereins in den Chören erhalten. Die sorgfältigen Vorbereitungen unter Leitung des Regisseurs Goll und Kapellmeisters Adam lassen eine ge­diegene und abgerundete Aufführung erwarten. Mit dem MärchenRumpelstilzchen" in der neuen Bearbeitung von Alice Bcrendt und der Musik von Kapellmeister Adam wird bei Jugend ein reizendes Poetisches Werk geboten, das obwechsclungs reiche bunte Szenenbllder zeigt. Trotz beträchtlicher Kosten für neuejllu^tattung gibt die Direktion das Stück -Erstausführung am ssonntag, ben 28. Dez., nachmittags) bet Volkspreisen, urr loeiteften Kveisen ben Besuch zu ermöglichen.

** Die Eisbahn ist seit gestern morgen eröffnet. Schon am frühen Nachmittag tumm-eltc sich die Gießener