Ausland.
Eine Unterredung mit Stönig Ferdinand. Die „Neue ^reie Presse" bringt den ihr zur gleichzeitigen V er offen tlichuug zur Verfügung gestellten Bericht über eine .Unterredung, die der Sonderkorrespondent des „New Vvrk Herald" im Palais Koburg mit dem König von Bulgar>en hatte. Zu den Abdankungsgerüchtcn erklärte der König, daß er wirklich nicht begreifen könne, woher diese »stammten. Sobald er seinen Erholungsurlaub absolviert habe, werde er nach Sofia zurückkehren Während seiner langen Regierung durch saft 30 Jahre habe es wohl .teilen gegeben, wo er daran gedacht habe, die schwere Last den Regierung abzugeben, aber das sei gerade jetzt sick)erlich nicht der Fall, jetzt tn dem Augenblicke, wo das Land mehr als je seinen trainierten Verstand brauche. Er glaube nicht einen Moment, daß eine einzige antldyuaslische Partei in Bulgarien existiere. Bei den Bulgaren gebe es fein Hebel- wollen: das alberne Geschwätz über die Abdankung sei nicht aus Sofia getommen, es sei vielmehr außerhalb Bulgariens erfunden worden. Ärenso bezeichnete der König die Berichte über geheime Unterredungen mit dem Grafen Berch- told als baren Unsinn. Auch der Ztzronprinz Boris lnrde telegraphiert, daß im Lande alles ruhig sei. Ter König schloß, daß er sich nur um den Fortschritt und die Unabhängigkeit seines Landes kümmere, und das behage manchen Leuten nicht.
Ter griechisch,»bulgarische Bündnisvertrag von 1912. Ter „Matin" veröffentlicht nunmehr auch den Wortlaut des am 10l Mai 1912 in Sofia abge< schlossenen griechisch-bulgarischen Bündnisvertraaes sowie des am 22. September v. I gleichfalls in Sofia unter-' zeichneten griechisch-bulgarischen Militärabkommens. Ter Bündnisvertrag hatte einen rein defensiven Charakter. So heißt es in einer Zusatzerklärung, daß Bulgarien, falls es infolge der Zulassung der kretisch.'n Ab geordneten zum griechischen Parlament zu einem kriege zwischen Griechenland und der Türkei komme, Bulgarien, lediglich zu einer wohlwollenden Ncutralitit gegenüber Griechenland herpfliditet war. Durch das vier Monate spät er geschlossene Militärabkommen wurde das Bündnis jedoch für den Hall eines .Krieges mit der Türkei in ein offensives umgewandelt.
Die Kämpfe in Mexiko. Nach einem Telegramm aus El Paso ist die Meldung, daß die Regierungstruppen in dem Gefecht bei Juarez sich zurück- zogen, von einem Journalisten bestätigt worden, der von einem 300 Fuß hohen Funlentelegrapl)enturm die Bewegungen der Truppen beobachten konnte. Bei Los Bogas gegenüber Diario (Texas) ist ein Gefecht im Gauge. Die Zahl der sich gegenüberstehenden Truppen beträgt etwa 400 auf jeder Seite. — Nach einer Depesche aus El Paso sind 700 gefangene Bundessoldaten in Juarez angekommen. Die Lazarette von Juarez sind voller Verwundeter.
An» Stadt und Land.
Gießen, 27. November 1913.
Das Spiel mit der Schußwaffe?
Es ist ein trauriges Kapitel in der Geschichte der Menschheit, das wir hier aufrollen: Tas Spiel mit der Schußwaffe! Unzählige Opfer hat es Jahr für Jahr gefordert, hoffnuugs volle Knaben und blühende Mädchen dahingerafft und doch immer wieder täglich dieselbe Nachricht: Sie spielten mit der Waffe, kamen dem Lahn aus Unvorsichtigkeit zu nahe, der Schuß ging los — schwerverletzt oder tot! Und wie ents.'tzlich für den jungen, unglücklichen Schützen, aus dem ein ganzes Menschenleben lang der furchtbare Truck liegt, Mörder, wenn auch unschuldiger Mörder zu sein!
Leider mehren sich gerade in und nm Gießen derartige Unfälle in beänstigender Weise. Erst kürzlich mußten wir von einem Todesfall durch Spielerei mit Waffen berichten, nm Dienstag trafen gleich zwei Meldungen solcher Art ein. Ter eine Vorfall hatte sich inBischosshei m bei Zeil am Main abgespielt und endigte mit tödlichem Ausgange, der andere ereignete sich in Tarrn st adt. Auch hier ringt ein getroffenes Mädchen mit dem Tode. Und nun am selben Tage, als die
wirkte damit, daß der wirtende Meister lächelte und sich wieder in den friedlichen Hausherrn von Trieben verwandelte. Er hielt es aber für seine Pflicht, noch einmal in den Barl zu brummen: „Aber daß öS fq viele Esel auf Erden gibt!" Ausfallend in dem Gegensatz ihrer Erscheinung wirkte da) berühmte Paar, wenn es auf der- Straße sich darbot „Frau Cosima, in einer hvck»st geschmackvollen Bcsuchstoilette, kam die Stiege hinauf, sich graziös aus den Arm Wagners stützend. Er trug einen ivci'.en grauen Mantel, der wie ein Sack um seinen schmächtigen Körper hing: ein großer, weitkräinviger sck/warzer Hut „ä la Wotan", der etwas schief saß, verlieh seinem Gesicht den Ausdruck gut wütiger deutsärer Biederkeit und sein ganze- Aussehen stach im höchsten Grade von der eleganten, schlanken Erscheinung Cosimas ab."
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— ElnDrama Halbesauf deren glischenBüh ne. Mai halbes kraftvolle« Drama „Der Strom", das im Jahre 1901 erschien und nach kurzen! Tbeaterersolg von der bnitidxm Buhne verschwunden ift, bat in England soeben eine glücklich? Auferstehung im Rampenlicht erlebt. Die Gesellschaft von Mr. Esrnk- Peron führte das Werk unter dem Titel „T h e Rive v" nm Repertoire-Theater von Dirmingbanr in der Uebersetzung von Ebriswvber Sandeman aus und übte damit eine bedeutende .Wirkung aus. Das Drama mit seinen starken Konflikten, seiner spannenden Handlung nnd dem Svmbol der im Eisgang wüten den Weichsel sand trotz oder vielleicht nn'gen seiner we.isisch deutschen Stimmung und der echten Heimat.ninst. die sich Her ausdrnckt. beim englischen Publikum Berdändni und Beifall, und die Londoner Blätter, die über die Aufführung berichten, wünschen dem Stück, daß es in England volkstümlich werden möge.
kf. Die Ursache der R o t s ä r b u n a d e S Herbst» laubech In der Pariser Akademie der Wissenschaften hat soeben O'aston Bonn ter vorftuftee Mitteisungen übet ch-mische Ar Beilen aus dem Gebiete der Pslanzenvbvsiologie gemacht die nach seiner Darstellung sehr wichtig sind Raoul Eombes bat fick nämlich mit der Chemie der Blatlver'ärbung beschäftigt und bat die Rotfärbung des S?crbftlaube> tnt Reageuzglase uackabmen können Nach Bouniers Angaben in damit ein Problem, das die Cbemiker jahrelang beschäftigt hat, gelöst. Eine weitere Arbeit über bis Sketche Gebiet, deren Endergebnis Bonnier gleichfalls mitteiltc, ommt von Guilliermond Dieser Forscher soll nachgewiesen baden' daß der rote Farbstoff des Herbstlaube» durch di- Mitochondrien erzeugt wird. Man muß natürlich nähere Einzelheiten abwar' n, efie man entscheiden kann. ob eS sich bei diesen französischen Jo-, schunaen nm neue Erkenntnisse handelt, die tn dem neuen, soeben zum Abschlüsse gebrachten Werke Richard W-Ustätters und Arthur StollS über das Ehlorophtzll noch nicht enthalten sind.
— Kurze N achr rcht e n au» ft n nst und Wisse n schäft. Der Maler und Radierer Professor Ignatius I a i cb ner ist gestern nachmittag in Dachau an Kerrlühmung g c storben.
Meldungen noch nicht in den Länden unserer Leser waren, em drittes schweres Unglück ganz tn unserer Nähe in Klein- Linden, das wiederum eine lebensgefährliche Verletzung im Gefolge hatte.
Und immer wieder die gleiche Ursache: Spielerei und UnkenntnisderGetahr. Tcr lOjährigc Sohn des För- sters zu Bischofsheim spielte mit der gleichaltrigen Tochter des Landwirts Heuß. Sie erblidfcn das Gewehr des Försters und wußten nicht, daß es geladen war. Ter Knabe machte sich, wie alle Linder gern tun, an der Büchse zu schaffcnz zielte vielleicht auch auf das Mädchen, um es bange zu ma dien, da ging der tödliche Schuß los. — Genau dieselbe Spie- lerer hatte auch in Darmstadt ein Mädchen zum Opfer. Ter 14 Jahre alte Sohn der Familie Gaper hatte in der Woh- nung eine alte Reiterpistole gesehen und erklärlicherweise großen Gefallen daran gefunden. Er wartete daher den günitr gen Zeitpunkt ab,^aß die Eltern abwesend waren, um dann die Waffe seiner Spielerei nutzbar zu madjen. Tavon, daß die Pistole mit Schrot geladen war, hatte er keine Ahnung, zumal sie bei mehrmaligem Trüden des Lahnes nicht losging. Ilm nun wenigstens einen Knall hcrbeiznführen, nahm er ein Zündplättchen oder Knallpapierchen, das in Menge für wenige Pfennige überall zu haben ist, und legte dieses auf die Zündung. Tann zielte er auf feine 16jährigc Schwc Her, nm ihr Furcht einzujagen. Ein Schrotkorn trat das Auge, das nid)t zu retten ist, ein Korn verursachte eine schwere Verletzung der Schlagader. Leichtere Verletzungen befanden fid) im Gesicht und am Oberkörper. Tcr Zustand des Mädchens ist nod) immer lebensgefährlich. — Und nun das schwere Unglüd in Klein-Linden. Wieder das Spielen mit dem Schießgewehr. Verbotene Früchte schmecken ja so gut! Ter Sohn des Landwirts Schaum bekam eine Waffe in die Land, wußte ebenfalls nicht, daß fic geladen war, und hielt sie aus Neckerei gegen feinen Bruder. In den Unterleib getroffen stürzte dieser zu Boden. Wie wir hören, hat sich ba-3 Befinden des Unglücklichen noch nicht gebessert.
Immer und immer wieder find allein Spielerei und Unkenntnis der Gefahr die Urfachen, die solche Un- glüdsfälle Hervorrufen, niemals kommt tüdifchc Absicht dabei in Frage. Einer solchen Untat sind Kinder, auch wenn sie hassen können, doch niemals fähig. Darum ist cs unverständlich, wie ein Mensch nach solchem Unglüd seine ersten Schritte nach der Polizeiwache lenken kann. Tie kann nichts wieder gut machen, und nie wird ein Gericht daran denken, solchen unglücklichen Schützen in Strafe zu nehmen. Nein, vorher muß die Abhilfe cinsctzcn, den Kindern müssen die Möglichkeiten zu Streichen ans der Land genommen werden und das soll allein den Eltern überlassen bleiben. Sie tragen die Verantwortung für ihre unmündigen Kinder und ihnen fällt die Schuld zu, wenn sie nicht beizeiten Vorsorge getroffen haben. Tie Schule tut ihre Schuldigkeit, die Eltern können mehr tun. Helfen Warnungen und gute Worte nicht mehr, sind Schläge, fruchtlos-, so muß die Gelegenheit zu einem dummen Streiche beseitigt werden. In keiner Familie darf ein scharfer Säbel in der Ecke stehn, darf eine geladene Schußwaffe an dcr Wand hängen. Erst bann können bic Eltern ruhig bas Laus verlassen, ohne befürchten zu müssen, fick) nnb ihre Kinder unglücklich zu machen! K. B.
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** Tageskalender für Donnerstag, 27. Nov. Akademischer B tsin a rck b und: Oefsenllicker Vortrag «Der Ultra- moiuaniSnins in der Wissenschaft* *, Pfarrer Tr. Kirsch. Hotel Einhorn. Uhr.
Gesellschaft für Erd- u n b Völkerkunde: Tr. Rüdiger-Hamburg .lieber seine Teilnahme an der Cchrödei- Stianz-Expedilion nach Spitzbergen" mit Lichtbildern. Neue Aula, 8' . Uhr.
•• Der Großherzog hat den Staatsanwalt om Landgericht der Provinz Cbcrhcffcn Dr. Ernst Brill zum AiutLrichter bei dem Amtsgericht Schotten mit Wirkung vom 15. Dezember 1913 ernannt.
" Prinz Friedrich Karl von Hessen wird in etlichen Jahren von einem regelmäßigen Winteraufenthalt in Frankfurt, der durch den dortigen Schulbesuch feiner Söhne biß jetzt nötig >var, Abstand nehmen nnd bauernd auf Schloß FriedrickShof feinen Wohnsitz behalten. Die Vorbereitungen hierfür sind durch verschiedene Bauten schon einneleitet worden.
** Groß Herzogs Geburtstag. Am Mittwod) feierte der Kriegerverein Gießen in seinem Vereinslokal Groß- Herzogs Geburtstag. Die Ansprache hielt der 1. Vorsitzende, Staatsanwalt Trümpcrt. Sie klang in ein Hoch auf den Landcssitrsten aus. Oberbahnassißent M a r g o l f unterhielt die Anwesenden noch lange durch Schilderung seiner Erlebnisse aus dem Feldzug 1870 71. — Der Finanzbeamtcn -Verein feierte ebeusalls den Geburtstag des Großherzogs bei zahlrciäier Beiestigung seiner Mitglieder. Auf ein an den Landes Herrn ahgestiubtes Glückwunschtelegramm ging folgende Antwort ein:
„Für die treuen Gcburtstag-sglückwmische des Finanzbeamtcn- Vereins Gießen sage ich herzlichen Tank. Ernst Ludwig."
*• Das Stadttheater schreibt unS: Vor der morgigen Erstausführung dürste uoch beifolgende Besprechung 6c5 ,£>am- bürget Freindenblaltes" interessieren: In .Kammermusik* Int Jlgenstem daö Gebiet der politischen Satire verlassen, um eme aei-'ivoste Persiflage auf aewisse Kreise zu schreiben, die die Kunst als unsittlich und die Sittlichkeit als uukünstlerisch betrachten. Sein breiaflmc» Stück ist ein lustiges stets kurzwelliges Spiel in dem 'Willen des Ho'theaterS; e4 ist reich au aktuelleu Auspielunaeu, und brinnt so ziemlich alle jene TageSfragen aiös Tavek, die in den letzten Jabren Prüderie, Muckerium oder dovvelke Moral zu solweu zu ftemv'ln versucht haben und die hier in ftingeschlisseuen Pointen an den Mann nebrarbt werden. Ter Erfolg war d n r ch sch l a a e u b, lo baß sich ber anwesenbe Autor schon vom ersten Akte ab unzählige 'Ulnie verneinen konnte.
Eine Abschiedsfeier für den in den Ruhestand getretenen VolkSschnllehrer N i ck o l a i von vaufen fand gestern im .öotel Kobel* statt. Nickolai hat nahezu 50 Jahre al» Lehrer geivirft
** Tic Deutsche Gesellschaft für Kaufmanns- Erholungsheime schreibt uns: Landtagsabaeordncter M o l- l Han-Mainz, dem dos Ritterkreuz erster Klane des Verdienstordens Phiupp-s des Großmütigen verlieben nnirbc, bat nicht nur leit Jahren an den Verhandlungen und Aufgaben des hessischen L a n d tags als Abgeordneter der Zweiten Kammer und Mitglied des FmanzausschufskS tatkräftig mitgewirkt, sondern er hat sich auch in hohem Maße an den Arbeiten der Deutschen Gesellschaft für Kaufmanns-Erholungsheime, deren Vor- irand er von Anfang an annebört, beteiligt, und iitb sehr um sie verdient gemacht. Er ist Vorsitzender des hessischen Lan - V" slchuis cs dieser Gesellschaft, die bekanntlich in Bad « a l j I) a m c n Lberbciicn) in diesem Sommer ihr Crnst-Ludnng- vcrm eroimct bat.
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v,, iÄngste Veteran auS dem Feldzüge 1870/71.
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Darabc anrerurft j t M oft nrnbau t " -»anu. re-n ienbtc ftinem ebnnaliqen -angeSdn^cr br Sibe-.deii d not ^rortnual -Rab- btner < r renotr hielt die Grabe tv n^> t rend der c oren t'nr •
sitzende des Kriegervercin-, T
Kameraden einen warm eitä^funbenen Nachruf widmete, loorüt er nihmenb hervorhob, daß der Entschlafene, kaum zum Jüngling berangewachsen, begetftert für daS Batcrlarw freiwiNig mit in den Kampf nach Frankreich gezogen sei. Als 163 ddbriger war er beim b Jägerbalaillon, das dnmalS m Wetzlar »eine (»arm»on hatte, 2ls Freiwilliger änqctreten. Er nahm an den Schlackten bei (branelarte, Rancv nnd Orleans ruhmreich teil und feierte in Feindesland seinen 17. GebnNslag.
• • Gegen den Häusermakler Rosenthal wurde erneut Anklage erhoben wegen Betruges im Falle Weißbäcker.
• • Ein Flugzeug überflog beute morgen zwilchen 10 und jll Uhr unsere Stadt. Es hänselt »ick um einen Eindecker, der die Ricktuna nach Frankfurt inne hatte. Das Flugreug befand fick in beträchtlicher Höbe.
• • Frankfurter Würstchen. Eine den Franksntter Metzgern und Snrüfabrifanten nicht gerade angenehme Eröffnung hat die HandcIska m in c r in einem 'Zkritbt an den Handels-- Minister gemacht. Während die Metzger den Standpunkt vertreten, daß die Bezeichnung „Frankfurter Würstchen" als strenge Herkunftsangabe gilt und daß nur die Würstchen Anspruch auf den Namen „Frankfurter" erheben dürfen, die in der Stadt Frankfun selbst herqestellt find, verttitt die .Handelskammer bat Standpunkt, daß auch den Fabrikanten in anrr Anzahl hessischer Orte auch Gießen wird davon berührt die schon feit Jahrzehnten ihre Erzeugnisse unter der B-zcicknuitg „Frankfurter Würstchen" in den .Handel bringen, dieses Recht auck fernerhin erhalten bleiben muß Damit ist eine seit Jahren wäl-rende 3treu- frage zu Gunsten der hessischen „Frankfutter Würstchcn"-Fabri- kamen entschieden.
Landkreis Gießen. '
— K l e i n > L i n d e n, 27. Nov. Die Bürgermeister w a h l findet, wie ortsüblich bekannt gemacht worden ist, endgültig am 4. Tczember statt. — Bürgermeister Schaum hat wegen seines vorgerückten Alters eine Wiederwahl abgelehnt, da er schon im 73. Lebensjahr steht. Er gehört dem Gemeindevorstand 41 Jahre lang an; zuerst als (Mcmcinberat, dann als Beigeordneter und zuletzt 18 Jahre als Bürgcrmei sler. Vor vier Jahren wurde er vom Großherzog mit dem silbernen Kreuz am Bande des Verdienstordens Philipp des Olroßmütigen ausgezeichnet, da er sich durch seine gute Amtsführung das Wohlwollen dcr vorgesetzten Behörde erworben hatte. Sein Rücktritt wird allgemein bedauert. Immerhin hofft man, daß er sich auch fernerhin noch zum Wohle der Gemeinde nützlich machen wird.
t. Rcinhardshain, 26. Nov Die Gemeinde Rein- hardshain fyat in ihrer Gemcrrlnng nodi eine Anzahl Triften und Rasenwege, die eine ©diaffyerbe bis zu 200 Stück gut ernähren können. In den letzten Jahren war die Weide and; an einen auswärtigen Schäfer verpachtet, der seine eignen Tiere hielt. Tie Gtemeinbc hatte dadurch eine Einnahme von etwa 500 Mk. Einige Schasliebhaber wollten nun eine eigene Gemeindeschäferei ins Leben rufen. Eine vom Bürgenneister einberufene Ortsbürgerverfamm- lung soNte darüber beschließen Tie dRoinungen gingen jedoch auseinander und die Schafe, an denen eben Geld verdient wird, bleiben vorläufig aus der Gemeinde.
Kreis Büdingen.
e. U n t e r-S ch m i t t e il, 26. Nov. Großes Glück im Unglüd hatte ein Zimmermann, der beim Aufschlagen eines Neubaues aus bedeutender Höhe ab stürzte und auf einen Erdhaufen fiel, so daß er mit dem Schieden und einigeck leichteren Verletzungen davon kam.
c. Echzell, 26. Nov. Im Alter von 61 Jahren ttnirbi der Mühlenbesitzer Heinrich Wagner 1. zu Grabe getragen. In drei Wahlperioden gehörte er dem Gemeinde rate an.
Kreis Friedberg.
L. Friedberg, 26. Nov. Tie Militärverwaltung beabsichtigt ein neues Lazarett zu erbauen und hat eine betreffende Vorlage bei dem Reichstage eingcbracht.
L. Bad-Nauheim, 96. Nov Tie Ortskrankenkasse hat bei dem Kreistage den Antrag ciiigcbrodn, ihre Ortskrankenkasse in eine allgemeine Ortskrankenkasse um» zuwandeln.
Starkenburg und Rheinhessen.
m Ollen bad», 27. Noo. Tie zweck« Herbeistihrnng einet früheren Ladenschlusses in den Ziaarrengeschäften unter ben Zigarrenbändlern vorgenominene Rniibftage halte da» Er- aebniS, baß saft sämtliche JnteresseiUen für bie Verkürzung bet LadenlchlusfeS um eine halbe Stunde (nu! */,9 Uhr) an ben Wochentagen stimmten. An ben SamStagen bin« aegen soll auch im Hinblick auf den Ü'llhr-Ladenfchluß dieser bei- behalten werden.
ck. Bingen, 26. Nov. Unter dem Verdachte, der langgesuckite Raubmörder des Kaufmanns B r c ch n c r aus Darmstadt zu sein, wurde hier ein Reisender verhaltet. Ein anderer Gcschästsrciscnder, der schon reichlich dem Alkohol zugesprochen hatte, hatte in den hiesigen Wirtschaften dieses Gcrudit auspcüreut. Die sofort von der Polizeiverwaltung eingcleitctc Ilntenuchung ergab die vollständige Haltlosigkeit des Olcruchtes. Der angebliche Raubmörder entpuppte sich als ein durchaus harmloser Bouillon-Würfel-Rcisender.
ch. Vom Mittelrhein, 26. Nov. Trotzdem in den letzten Tagen wieder Regenfällc eingetreten waren, acht das Wasser am Mittelrhein immer noch zurück Arn Oberrhem war ein geringe- Steigen des Waft'erS zu verzeichnen, doch war dieses bald beendet, da das Wasser bei der kühlen Witterung schnell ablief. Mit der Leichterung größerer Fahrzeuge dürfte bei weiterem Ab- sluten der Wassermengen in ben nächsten Tagen begonnen werden.
Lessen Nassau.
ft Kirdorf, 26. Nov. Entgegen den vielfachen Klagen über einen bedenklichen Geburtenrückgang kann Kirdorf mit einer Geburtenzunahme von rund 10 Prozent seit dem letzten Jahre aufmarten.
h Frankfurt a. M., 26. Nov. Die städtische Steuer' Verwaltung wird vorn kommenden Rechnungsjahr ab auch dir i ic n ft b o t c n. zu Steucrleistungen hcranziehen. Sie ermittelt das steuerpflichtige Einkommen brr Leute dadurch, haft sic am den Fragebogen, bic gegenwärtig den Herrschaften zugestellt werden, die Löhne feststellt. Frankfurt durfte die erste Stadi P " u ß c u s sein, die bic Dienstboten steuerpflichtig matfit.
vereinrnachrichten.
Gießen, 27. Nov. D^r Be r e i n dc r De t a i l l iste n hielt am Mittwoch abend in der Gastwirtschaft „KaiserHof" seine ordentliche Hauptversammlung ab Den Jahresbericht erstattete der erste Vorsitzende, Kaufmann E. R ö h r - Gießen. Die Tätigkeit des Vereins war auch in dem verflossenen Jahr sehr umfangreich Die Arbeiten de- Vereins nmrbni erledigt in sieben Vorstandssitzilngen und der gestrigen Hauptversammlung. In der d-m Detaillistenverein angeschlossenen Rabattsparvereini- a u n g sanden neun Vorstandssiyungcn und eine HaupVersammlung statt. Außerdem wurde eine Versammlung der Interessenten am P c t r o l e u m rn o n o po l abgehalten, in welcher Angelcgen- hcit da- Vorstandsmitglied Ang N o I l and) einer Sitzung zu Darmstadt und dem HandelSkammertag in Frinkfurt a M bei- lohnte. — In dein Verband 5? es». Tctaill,sten-Vcr- eine, dem der hiesige Verein anqebSrt, wurde gleichfalls eine sebe rege Tätigkeit gezeigt, inSbeiondere hat dieser Verband eine Anzahl von AuS'chußiitzungen abgehalten: an den Beratungen wurde für den hiesigen Verein immer tctlgenomnum. Tu* Hauptversammlung bc« Verbandes fand am 27. ÜTtobcrtnCffcnbaih statt T«r Verband läßt in Zukunft Anfragen, die einzelne Mitglieder an ihn n(fiten, nur an den Vorsitzenden deS bett. OrtsoereinS beantworten, n Vairic des ft obres wurde im Verbände zur besseren und sckniel- leren Gtlcitguug aller Verein-angelegenhciten eine eigene Ge-


