Ausgabe 
26.4.1913 Erstes Blatt
 
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^runrj oer dreijährigen Dienstzeit wird der Effektivbestand bei der Einreihung der Rekruten 658 000 Mann und der Mindesöbesttmd 600 000 Mann betragen.

TLZrche «nd Schule.

Der Religionsunterricht in Spanien.

Madrid, 25. April. Der König unterzeichnete ein Dekret über den christlichen Religionsunterricht in den öffentlichen Schulen. Der Unterricht bleibt obligatorisch; aber die .Kinder, deren Väter nicht katholischen Glaubens sind, werden vom Religionsunterricht befreit.

AvbeiLerberVeguug.

Tas Ende des belgischen Ausstandes.

Brüssel, 25. April. Die Wiederaufnahme der Arbeit ist noch nicht vollständig durchgeführt. Im Becken von Charleroi streiken 22 000 Berg- und Glasarbeiter, die erst am Montag die Arbeit wieder ausnehmen. In der Borinage streiten 35 000 Bergleute, in Lüttich 13 000 Bergarbeiter, 9000 Arbeiter in anderen Industrien. Am Montag' wird voraus­sichtlich der normale Zustand wieder hergestcllt sein.

Aus Stadt und £cm&o

Gießen, 26. April 1913.

** Tageskalender Biograph-Lichtspiele: Täg­lich Vorstellung.

BakossKammer-Lichtsniele: Täglich Vorstellung.

Lichtspielhaus: Täglich Vorstellung.

Ober hessisch er K n n st v e r e i u. Gemäldeausstellung im Turmhaus am Brand. Geöffnet täglich (mit Ausnahme von Samstag) von 111 Uhr, Sonntags von 113 Uhr, Mittwoch nachmittag von 3-5 Uhr.

,Mußeum des oberhessischen Geschichtsvereins. Geästnet Sonntag vormittags 111 Uhr unentgeltlich.

Museum für Völkerkunde. Geöffnet an Sonntagen vormittags von 111 Uhr unentgeltlich.

Alldeutscher Verband. Samstag abend 8'/^ Uhr in Steins Garten : V o r t r a g von I. A. Hoyer <Graz): Tie Be­deutung der Süd mark für Deutschlands Zukunft.

Militärkonzert auf derLiebigshohe* Sonntag nach­mittag 41/, Uhr.

Anlagemnsik am Sonntag vormittag 11 Ubr in der Süd- Anlage (nur bei guter Witterung). Spielplan- 1. Mit Giott für Kaiser und Reich, Marsch von Lenhardt. 2. Ouvertüre zur Oper Zcimpa", von Herold. 3. Frühlingslied (Komm Liebchen mit mir j m§ duftende Grün), von Gounod. 4. Frei weg, Marsch vonLatan.

*

** Hvfdienst. Der Großherz o g hat die Hof­junker 'Kreisamtmann Hch. Freiherrn von Senarcteus- Grancy in Büdingen, Kreisamkmanu Joh. Freiherrn Schenk $u Schweinsberg in Dieburg und Kaiserl. Legations-Sekretär Tr. jur. Wich. Freiherrn von Schoen in Tokio zu Kainmerhimteru ernannt.

** Lehrerpersonalien. Den Schulam'tsaspiran- trnnen Apollonia Beckerke aus Biblis', Kr. Bensheim, Johanna Dauern he im aus Marburg, Sopb.5" John aus Mühlhausen i. Th. und Luise Reitter aus .ftr uthcim (Kr. Mosbach) wurden Lehrerinnenstellen an der Bo.' sschule zu Worms übertragen. Erledigt ist eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lchrerstelle an der Gemeinde- schule zm Wendelsheim'.

** Blühende H erbstAeitlose'n im Frühjahr kann man m diesem Frühjahr häufig beobachten. In den warmen Märztagen waren sie in den diesen vor dem Philosophenwald oft massenhaft AU finden. Gegenwärtig blühen fte noch vereinAelt. Diese merkwürdige Erscheinung dürfte mit dem naßkalten Nachsommer und .Herbst des vergangenen Jahres zusammenhängen.

** Zu dem Bericht über die fortschrittliche Versammlung teilt uns Abg. Grünewald M der Wahlprü- fungsanHelegeirheit mtt, daß im Wahlprüfungsausschuß nicht wider Recht und Gerechtrgkeit Mandate für gültig erklärt worden seien u)to., sondern, daß, nachdem im Ausschuß eine sachliche Prüfung vorgmontmen worden sei und er einen eingehenden objektiven Bericht erstattet habe, das Plenum .die Gründe beiseite gesetzt habe, die früher, als freisinnige Mandate zur Prüfung standen, zur Ungültigkeitserklärung geführt hätten.

Kreis Büdingen.

h. Altenstadt, 25. April. In der hiesigen Kirche fmdet am Himmelfahrttage die Enthüllung einer Ge­denktafel für den vor 100 Jahren hie: geborenen Grün­der der Friedberger Blindenanstalt, I. P. Schäfer, statt.

Kreis Alsfeld.

a. Rain rod, 25. April. Einen erfreulicher Zuwachs ihres Tierbestandes hatte hier eine hernmzieheude Rctrertreiber- gesellschaft, indem das rnitgeführte Kamel ein Junges zur Welt brachte. Das alte und das junge Tier befinden sich wohl und gegen ein kleines Trinkgeld wurde das junge Tierchen während mehrerer Tage den Wißbegierigen gezeigt.

Kreis Friedberg.

L. Friedberg, 25. April. Bei der Gewerbeschule haben sich bis jetzt 130 Schüler angemeldet. Täglich treffen poch Neuanmel^ungen em. Bis zuin 1. Mai ist Schluß der Anmeldungen. Da die Schülerzahl erheblich zugeuommen hat, werben in verschiedenen Kursen Parallelklassen errichtet r. Bad-Nauheim, 25. April. In der heute nachmittag abgchaltenen Sitzung der Stadtverordnetenversamm­lung wurde unter anderem folgendes verhandelt: TerKanali - la 11 o ns-Z weckverband Bad-Nauheim-Friedberg hat Die Tmmsterielle Genelnnigung erhalten. In den Vorstand wur- den für Bad-Nauheim Bürgermeister Tr. Kayser, Geh. Baurat Tr. Eslo und Stadt-Ingenieur Rooler gewählt. Stellver­treter sind die Stadtverordneten Fritz und M i n d e r Geh Vaurat Eslo mürben in den Vorstand gewählt, da der Staat an der Kaualr,atwn das lebhafteste Interesse hat und zu beit Bau­kosten Bad-Nauheims 100 000 Mk. beisteuerte. Auf Antrag des Stadtv. Rissel bleibt der seinerzeit gebildete Kanalausschuß auch nach Fertigstellung der Anlage bestehen. Auf Antrag des Ärelsamtes-Friedberg soll wegen der durch Militäranwärter zu besetzenden stellen eine neue Einteilung getroffen werden.

5 °>v c roei n roir^ 8ur Errichtung eines städtischen «r. ^-TOf 31 e g e n to e i b c gegen eine jährliche Gebühr von 80 Mk überlasten. Der Butzbach-Licher Eisen- «arhOrh C rrf1 a Tit Genehmigung erteilt, an der

nördlichen Eisenbahn-Unterführung ein Beamten-Wohn- Z nszu errichten. Tie Versammlung ersucht die Bürgermeisterei tarrfS, Aeußere des Gebäudes geschmackvoller

werde, als m den Planen vorgesehen. Ein BebauungSgesuch des m der Lindenstraße gelegenen Ke ttelerheims, das um erhöht werden wll, wird abgelehnt Das OJefi rfi des Waldhauspächters, vor dem, von der Stadt Äch­teten Hochwald-Restaurant einen Tanzplatz mit Halle anuücnen abgdSfnt.' Versammlung war der Ansicht daß der Hochwald em Platz sei, dessen idyllische Ruhe durch keine lärmende- Unterhaltung gestört tocroeu dürfte Auch ein ÖiSfc des Weinhändler Huchfetd, der an feinem, in der Ludwigstta^ ne legmen Grundstück Schau- oder Aussüiiungskasten anbringen will wird abgelelmt. Stadtv. Rosenthal fordert den Bürgernimter auf, Schritte zu tun, damit dem LTeberbanbner.-mcu von -diif1 dern und Schaukästen in unserer Stadt geücu r im'ii c Tc - Bürgermeister erklärte, daß eilte Verordn mm darüber tu "Z ' ! bcreitung sei. I

h. Schwalheim, 25. April. Auf einem Neubau stürzte der Zimmerlehrling Otto Wagner so unglücklich ab, daß er mit schweren Verletzungen dem Nau­heimer Krankenhause zugeführt werden mußte.

Starkenburg und Nheinhessen.

Darin ftadt, 25. April. Dr. Kassel, welcher vom Oktober 1910 ab als wissenschaftlicher Hilfs­arbeiter bei der Handelkammer tätig war, ist vom l.sllpril ab zuin Geschäftsführer desProvinzialoerbandes Hessen-Nassau des Hansa b und es für Gewerbe, Handel unb Industrie in Frankfurt bestellt worden.

w rm. Pfungstadt, 25. April. T-er 10 Jähre alte ^vhn eines Arbeiters spielte mit anderen Knaben und versteckte sich dabei. Nach einiger Zeit wurde er vermißt und man fand ihn in einer benachbarten Baracke mit einem Strick um den Hals tot vor. Anscheinend ist er an dem vom Boden herab hängen den Strick herunter geklettert und verwickelte sich darin. Wiederbelebungsversuche hatten kei­nen Erfolg.

= Offenbach, 25. April. Die Frage der Auf­hebung des Anhaltens von Zügen auf dem Hauptbahn- Hof Offenbach bezw. der Umleitung von solchen über Frank- furt-.Oft-Mainkur wurde von der Offenbacher Handelskam­mer eingebend besprochen. Die Kammer war ber Ansicht, daß Offenbach auf das Hatten einzelner für den Persoucn- verkehr auf dem hiesigen Bahnhof weniger wichtigen Züge ohne Postbeförderung unter der Bedingung verrichten könne, daß unserer Stadt von der Eisenbahnverwaltung Gegen- zugeständnisse anderer Art gemacht werden. Als Zugestand- nisje, die als Grundlage der Verhandlungen mit der Eisen- bahndireltion Frankfurt a. M. in erster Linie zu gelten hätten, wurden genannt: 1. Lokalbahn, 2. Direkte Zugver­bindung zwischen Offenbach und Darmstadt über Loustä, 3. Einrichtung eines Triebwagenverkehrs zwischen Neu-Isen­burg (Stadt)-Neu-Jsenburg (M.-N.-B.)-Fraukfurt-Süd- Offenbach mit Anschluß in Neu-Isenburg an Züge Frank­furt (Hauptbahnhof), Darmstadt und zurück, 4. Für Frank- furt geltende Ausnahmetarife und Umschlagstaris-, 5. Er­richtung einer Stückgutabfertiguna im Offenbacher Hafen mit den Befugnissen der im Frankfurter Osthafen bestehen­den Abfertigung.

m. Offenbach a. M., 28. April. Aus Liebes­kummer brackfte sich am Freitag der 21jährige Weißf- 'binder Johannes Real aus der Sprcndlinger Landftr. 23, der mit der Fabrikarbeiterin G. ein Liebesverhältnis unter­hielt, im Beisein seiner Geliebten mehrere Schüsse bei, von denen einer in die Brust ihn schwer verletzte. Real hatte seine Geliebte mit (in den Wald genommen, wo er plötzlich den Revolver zog und die Tat vollführte. Das Mädchen holte Hilfe herbei, die den Schwerverletzten ins städttsche Krankenhaus brachte.

d. Mainz, 25. April. Ein vermeintliches Bom- benattentat versetzte heute die Beamten der Reichsbank in großen Schrecken. Der unter Vormundschaft stehende Kaufmann Val. Buchcnfeller leidet an der fixen Idee, daß er ein Depot auf der Reichsbank habe, das ihm nicht verabfolgt werde. Mit dem Zylinderhut auf dem Kopf fuhr >er in ne Nähe der Reichsbank. Nachdem er die Droschke verlassen hatte, begab er sich vor das Gebäude der Reichs­bank und schleuderte einen in Papier eingewickelten Gegen­stand in ein Fenster der Bank. Die Scheibe ging in Trüm- nw^und der harte ^Gegenstand blieb auf der Fensterbank liegen. Die Beamten glaubteif an ein ^ombenattentat. Ein. Schutzmann wurde geholt, der-dann den gefährlichen Gegen­stand hinwegnehmen mußte. Es war ein Kohlenbrikett. DerAttentäter" fuhr wieder nach Hause. Untersuchung ist gegen ihn eingeleitet. Von der städtischen Verwaltung hatte er in seinem Wahn s. Z. uuch eine bedeutende Summe verlangt, die ihm angeblich als Preis für die Rettung von Menschen Anerkannt worden sei.

Kreis Wetzlar.

Aßlar, 25. April. Mit den im Dilltale belegencn Gemeinden sind zurzeit Verhandlungen in, Gange, um sie für die Einführung von elektrischem Licht zu gewinnen.

Hcffen-Nassau.

h. Marburg, 25. April. Vorgestern fand im Phllippshaus hier die diesjährige Tagung des Telegierten­konventes ätherischer Freikirchen statt. Tie Verhandlungen, bei denen es sich besonders um den engeren Zusammenschluß der deutschen staatsfreien lutherischen Kirchen handelte, wurden vom Pfarrer Anthes-ReichelslTeim geleitet. Tiefer Konvent ist von den in Altpreußen, Hannover, Hessen und Baden bestehenden, vom Staat unabhängigen, lutherischen Kirchengcmeinschaften vor einigen Jahren begründet wor­den zur Beratung und Vertretung gemeinsamer Angelegen­heiten.

.h- Aus dem Dillta'l, 25. April. In Eibelshausen geriet das dreijährige Söhnchen des Gastwirts Pfeiffer in den Mühlgraben und ertrank. Tie Leiche wurde in einem Abflußrohr gesunden.

h. F r a n k e n b e r g, 25. April. In Hallenberg sckwute ein Ochse, der vor eine Ackerwalze gespannt war, und über­fuhr deu 10jährigen Sohn des Besitzers des Gefälrrts des Landwirts Guntermann.

geständig wären. Der Vertreter der Anklage beantragte tüt jeden Fall aus eine Geldstrafe von 100 Mark. Ter Gerichtshof folgte diftem Anträge auch und verurteilte den .Kollekteur zu einer Geldstrafe von 675000, den zweiten Angeklagten zu 322 500 und den dritten z-u 45 Mark. Int Nichtbeitreibungsfalle wurden für die beiden ersten Angeklaglen^je drei Monate Haft ausgeworfen.

)v. Kassel. 25. April. Tie hiesige Strafkammer ver­urteilte den Zeichirer und Mechaniker Köhler-Kassel wegen Ver­gehens gegen den H 2 des Reichsgesetzes, Verrat militärischer Geheimnisse, zu zwei Monaten Gefängnis, weil er Zeichnungen einer optischen Kompaßübertragung für Unterseeboote der Öeffait» lichkeit zugänglich machte. Die Strafe wurde so niedrig bemessen, weil Köhler seine Kenntnisse nicht iw Tienste des Auslandes ver­wertete.

Kassel, 25. April, lieber Den Verbleib des am Sonntag vormittag mügeftiegenen und seitdem verschwundenen Ballons .111 e" und feines Führers, des Kaufmanns Franz W e y l a n d. ist noch immer nichts bekannt. Die von dem kurhessischen Verein für Lnslschjffnhrt auf die Anssindung des Ballons und des Führers ausgesetzte Vetobnmig ist von der Familie des Vermißten auf tausend Mark erhöbt worben.

Hauptversammlung der Medizinalbeamten.

Berlin, 25. Avril.

Unter zahlreicher Beteiligung trat heute vormittag in bet neuen Königlichen Landesmistatt für Wasser-Hygiene zu Berlin^ Tahlem der Preußische Medizinalbeamten-Verein zu seiner 29. Hauptversammlung zusammen. Nachdem der Vor­sitzende Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Rapmund ^Minden i. W.) die Erschienenen und besonders die Vertreter der Ministerien be­grüßt hatte, sprach Regierungs- und Medizinalrat Dr. Wolff (Lüneburg) über den neuen preußischen Wohnungsgesetzentwurf. Er sah in dem Entwurf einen brauchbaren Vorschlag, wenn auch noch manche Wünsche ber Erfüllung harrten. Vor allem sei eine Heranziehung der Kreisärzte zu den Wohinmgsaufsichtsämtern notlvenbig. In der Aus sprach- führte Geb. Medizinalrat Dr. Sacnger vom Ministerium des Innern aus, daß der Gesetzentwurf davon ausgehe, möglichste Freiheit in der Gestalttmg der Wob- nungsaufsicht zu lassen. Wenn das Amt des Kreisarztes mit der Wohnungsaussicht im Gesetz nicht in Verbindimg gebracht ist, so liegt das an der ganzen Organisation, da die WobTrnngSaufsicht nicht Sache ber Kreisinstanzen, sondern der Gemeinden sein wolle.

Geh. Medizinalrat Dr. Fiedlitz: In den kleinen Orten wird es nach den Bestimmungen des -Tutwurfes den Haiisbesitzern stets gelingen, die Mitwirkung des Kreisarztes mrszuschalten. Ich kenne sowohl städtische wie ländlichre Verhältnisse, und da muß ich fegen, daß wir die Wohnungsaufsiclft .für die Großstädte so gut wie gar nicht brautfien. Tie länölichchen Verhälttrisfa sind, das werden mir alle älteren Kreisärzte bestätigen fönnen, außerordentlich viel schlimmer. Hierauf sprach Medizinalrat Dr. Rogopsky iVerlin! über das ThemaDer ärztliche Sach­verständige auf dem Gebiete der Angestelltenversicherung".

Geheimer Obermedizinalrat Tr. Abel behandelte das Thenta: Neue Erfahrungen auf dem Gebiete ber Wwässerreinigung. Der Redner erörterte die verschiedenen Verfahren der Vergangenheit und der Gegenwart und besprach zum Schluß die Tätigkeit der neuen Landesanstalt für Wasserhygiene. An den Vortrag schloß ilf) eine Besichtigung der Anstalt unter sachverständiger Führung. Tie sodann vorgenommenen Wahlen ergaben Die Wiederwahl des Vorstandes. An die Tagung schloß sich die Generalversammlung der Jubiläilmsstiftung des Preußischen Mediziualbeamtenvereins.

Märkte.

F.C. Wiesbaden. Viehhof «Marktbe richt vom 25. Aoril Auftrieb: Rinder 106 (Ochsen 23, Bullen 0, Kühe 83), Kälber 172, Schale 22, Schweins 210.

Geschäft mittelmäßig. Preise für 100 Pid.

Lebend- Schlacht- O ch \ c rt. gewicht

Vollsteifchige, onsgemäftete. höchsten Schlacht- Mk. Mk. wertes int Alter von 47 Jabren .... 5156 9197

Die noch nicht gezogen haben (unqejocht) . . 5055 9096 Lunge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere

auSgemästete 4649 8288 Butl en.

Vollfleischige^ ausgew^ höchsten Schlachtw. . . 4953 8388

LoUsleischtge, jüngere 4448 7683 k

t) ä rf en. llü h:.

Vollsteischigs auSgemästete Färsen höchsten

Schlachtwertes 5156 9195

Tollsleischigs auSgemästete Kühe höchsten

Schlacht,oertes bis zu i Jahren ... . 4245 7580

Wenig gut entwickelte Färsen 4550 8089 keltere ausgemaslete Kühe und wenig gut ent-

widelle jüngere Kühe 3741 6876

Dtäßig genährte Kühe und Färsen 3035 6168 51 ä l der.

Feinste Mastkälbee .......... 6466 107110

Mittlere Mast- unb beste Saugkälber .... 6063 100105 Geringere Atast« und gute Saugkälber . . . 5559 93100 Eeringers ......... 4853 8490

Scha fj.

Weidemastschafs:

Mastlämmer und 'Masthainnrel . . . 47.0049.00 9698 Schwein;.

Tollsteischige Schweine von 80100 k<* Sebenb-

gewieht 56-58 7274

Lollsleischige Schweins unter 80Lebendgewicht 55-57 71-73

VLUfleijchige Schweine von 100120 kg Lebend­

gewicht 577,-59 7274

Vollftetschige Schweine von 120150 kg Lebend­gewicht .............. 55-56 7172

w. Hanau, 25. April. Vom Kreistage ded Land­kreises Hanau ist beichloffen worben, aus Anlaß bes Ne- gierungSjubiläumZ des Kaisers eine Kaiser-Jud i umS - Stiftuiig zu wohltätigen Zwecken zu errichten, bie zunächst ein Kapital von 10 000 Mk. Angewiesen erhält mit bein Vor­behalt, baß bie nähere Zweckbestimmung noch erfolgt unb bie spätere Erhöhung des StislungskapitalS in Aussicht ge- noinmen wird.

ft. Frankfurt, 25. April. Der Umsatz in Im­mobilien ist seit 1905, mit Ausnahme der beiden letzten Jahre, stetig zuruckgegangen. 1905 wurden 1782 Objekte im Werte vou 153 736 463 Mk. umgesetzt, 1907 waren es 1082 im Werte von 94 988 733 Mk., 1910 waren es 855 Objekte mit 52 450 147 Mk. Wert, 1911 1065 im Werte von 78 097 427 Mark und 1912 1063 Objekte, die mit 77 233718 Mk. bewertet waren. Der Rückgang ist z. T. in ber 1904 eingeführten städtischen Umsatzsteuer, bcin Währ- schaftsaelb, zu erblicken.

GerecbtriaaL.

v Qin Geldstrafe von einer Million

.^Braunschweig, 21. April. Mne Geldstrafe, wie sie >"..wieher Hohe woht noch nie von einem deutschen Gericht aus- griVrotpen worden i)t, verhängte das hiesige Schöffengericht genagte waren em Lotteriekollekttur und zwei Angestellte von ihm

"k Brannick-welg Verbotene Lose vertrieben hatten In ber Mehrzahl b mbejte es sich um Anteile der bämüfan Kolonial lotterte und der vamburaer Stadtlotterie. Bei dem Hauvt ftnqedagten, dem Lotteriekollekteur, standen 67.50 Fälle unter ~mnagc bet bem zweiten Angeklagten 3225 unb bei dem dritten 9 4/ie Verhandlung geit.fttete sich in)ofcrn einfach, als die Artgektagten

vermischtes.

* Die Hebung desS 178". Aus^ Hamburg, 25. April, wird gernefoet: Heute morgen 9 Uhr begann die Hebung des Hecks des Torpedobootes8 178". Die Hetnmg war gegen 3 Uhr nachurittags beendet. Das Heck des Bootes ist bis einen halben Meter über Wasser gehoben von dem PrahnrOberelbe" des Nordischen Bergurrgsvereins. Das Heck wird mit dem Prahm durch die SchlepperAlbatros" undReiher" nach Wilhelmshaven geschleppt, wo der Schleppzug erst morgen nacf)mittag an kommen dürfte, da das Schleppen nur sehr langsam vor sich geht. Das Vor­derteil des Torpedobootes wird später gehoben.

* Vom ,Jmperat0 r". Von den acht Personen, die bei der Explosion auf dem ,Jmpcrat 0 r" verletzt worden ftnb, sind zwei im Kranken hause zu Cuxhaven gestorben. Drei sollen noch in Lebensjahr schweben.

* Schw ere Explosion. Aus Marggr-rbowa, Oftpretlßen, 25. April, wird gemeldet: In der Werckstätte eines hiesigen Schlossermeisters sollte ein Aeetylenapparat gereinigt werden; als der Meister sich einen Augenblick entfernte, zündete einer der beiden Lehrlinge verbotswidrig ein Streichholz an. Die zurückgebliebenen Gase entzündeten sich und die beiden Lehrlinge wurden bei der Ex­plosion getötet.

* Landesverrat. In Petersburg wurde ent Schrei­ber des russischen Generalstabes Verhaftet, als er im Begriffe stand, wichtige Geheimpapiere des (vcneralstabes ft'ir 40 000 Mk. an einen Agenten der Geheimpolizei, der ihm eine Falle gestellt hatte, zu vcrf<niicn,

* Schrecklicher Selbstmord Aus Antwerpen wird gemeldet: SÄihrend auf dem Platze vor der Kathedrale oeftern vormittag der lebhafteste Verkehr herrschte, erschien plötz­lich auf ber Höch Yen Galerie des Turmes ein Mann, dec bann auch einer weiblichen Person hinaufhalf. Ein vielstimmiger Schrei