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Neue panslawistische Kundgebungen in Prag.
Prag, 26. April. .Heute kam cs hier wieder zu pans^wisti- schen Kundgebungen, gegen die berittene Wachen emschretten
Letzte 21ixcbricbtcn»
Noch eine Erklärung de8 Geheimrats Hugenberg.
Berlin, 26. April. Der „Berliner Lokalanzeiger" bringt heute eine weitere Mitteilung, die Geheimrat Hugenberg, der Vorsitzende des Direktoriums der Friedrich Krupp, Aktien-Gesell- schast in der bekannten Angelegenheit gemacht hat. Darin heißt cs: Herr Brandt hatte (außer den üblichen Weihnachtsgratifikationen) feste persönliche Bezüge in Höhe von zuletzt 10 500 M k^, jährlich. Die Industrie muß eben ihre Leute, zumal diejenigen in mehr oder minder verantwortlicher Tätigkeit mit entsprechend schnellerer Abnutzung sehr- viel höher bezahlen, als der Staat. Durch die Hände dieses Herrn Brandt ging — nach dem damals bestehenden Geschäftsgänge — der gesamte, auch der ganze geheime Schrift- wechsel zwischen den Militärbehörden und der Firma Krupp. In den Gesamtüezügeu steckt auch ein P o st e n von 35 00 Ml., der als Orts- und F u n k t i o ns z u l a g e gegeben war. Diese 3500 Mk. stellten im wesentlichen das Mehr dar, das Brandt im Vergleich mit dem Falle, das; er in seiner- früheren Essener Stellung geblieben wäre, mit Rücksicht auf die Berliner Lebensverhältnifsc und die besondere Verantwortlichkeit seiner Berlinere Stellung bezog. In diesen jährlich 3500 Mk. Orts- und Funktionszulage, von denen jeder Groschen, den er nicht für sich verwandte, ihm persönlich verloren ging — erblickt Herr Liebknecht offenbar die „großen Mittel", mit denen die Firma Krupp höhere und niedere preußische Beamte zwecks Verrats militärischer Geheimnisse bestochen haben soll. Herr von Dewitz ist als Uebeltäter durch den Reichstag und die ganze deutsche Presse geschleift worden. Er soll in Untersuchungshaft gesessen, über große Mittel der Firma zu Bestcchungszwecken verfügt haben usw. Das ist alles Einbildung und Schwindel. Herr v. Dewitz war weder Direktor noch Prokurist, sondern Handlungs- bevollmäckckigter und zwar auch dies erst seit Frühjahr 1912. Ms solcher bearbeitete er einen Teil der Geschäfte mit der Heeresverwaltung, hatte im übrigen die Oberaufsicht über gewisse Teile
der Registratur und verwahrte infolgedessen auch gewiße Sacken unter seinem Verschlüsse, darunter neben einigen Mobilmach ungS-I fachen auch jene „Geheimberichte". Für FF"
oder anfechtbare Handlung kommt er gar wicht tn Betracht. ;£ie Vollmacht, über die Mittel der Firma zu verfügen, hatte er Nicht, insbesondere stand ihm kein Geheimfonds zur Verfügung, Hast war er nicht, sein Pech war nur, daß sein Name m der dem Abg. Liebknecht zngegangenen Denunziation stand Es ist auch nichts bei ihm beschlagnahmt, sondern, als der Untersuchungsrichter plötzlich erschien, ist ihm gesagt worden: Es ist hier nichts zu verbergen, es ist auf Jahre zurück alles vollzählig vor- l-anden, obwohl wir durch allerlei Drohungen seit Monaten wissen, daß im Zusammenhang mit diesen Dingen irgend eine Denunziation oder der gl. kommen konnte. Es steht alles zu Ihrer Ver- fügung. Geheimrat Hugenberg glaubt, damit bis auf werteres die ihm aufgezwungencn öffentlichen Mitteilungen über den „Fall
tungen tn
Friedhöfen begangen.
Ein französisches Fischerboot un t er gegangen.
Rennes, 26. SLpril. Aus Reikiawik (Island) kommt die Nachricht, daß ein französisches Fischerboot, oas 28 Manu Besatzung hatte, von einem Schleppdampfer migerannt wurde und unterging. Zwanzig Mann konnten von dem Dampfer gerettet werden, während acht Leute, darunter der Schiffsführer, aus einer Jolle ab fuhren, lieber ihr Schicksal h'ak man noch nichts erfahren.
Die Opiumsucht in der französischen Marine.
Paris, 26. April, lieber die in der Kriegsmänne herrschenden Opiumsucht äußerte sich der K r i e g s m ini st e r zu einem Berichterstatter: .Das Nebel mag vielleicht stark um sich gegriffen haben, aber es sei nicht stark eingewurzelt. Bet den Meißen Offizieren, die Opium rauchen, ist mehr Snobismus und schlecht? Angewohnheit im Spiel als wirtliche Leidenschaft, und gerade weil cs noch nicht zu spät ist, Muß man energisch eMchrnten., Dem Minister liegen in dieser Hinsicht zweierlei Ausgaben ob: er Muß einerseits eingefleischte Opiumraucher unbannherzig bestrafen, andererseits alles versuchen, um' diejenigen zu retten, btc noch gerettet werden können. ___________
mußten.
Ausschreitungen der Griechen?
Wien, 26. April. Nach der „Albanischen Korrespondenz" haben die Griechen die Albanier in Argyrokstro und Liaskowiko gezwungen, in einer freiwilligen Ent s ch l i etzun g jen Anschluß dieser südalbanischen Bezirke sowie Gontzas an Griechenland zu fordern und gegen JtaliM Stellung zu nehmen. Die griechischen Soldaten haben in Aghrokstro arge Aus schrei- - den Moscheen und den mohammedanischen
des Entsetzens ertönte, als das Paar sich gemeinsam hinabstürzte und mit einem furchtbar dumpfen Aufschlag aus dem Boden an- kam Der Mann wurde als der jüngste Sohn eines Hafenagenten erkannt: die Persönlichkeit des jungen MädclMis ist noch nicht feMte($ • f c n 6 a it u n f .a H. Aus Moskau, 24. Dlpril, wird gemeldet: Der gestern nbgegangene sibirische Ex- fi r e ß z u g ist vergangene Nacht 'bei Pachomowa infolge böswilliger Beschädigung der Gleise e n t g l e i st. Ne u n Reisende wurden verletzt.
* „O, Fräulein Leichtfuß," sagte der Jüngling auf dem Balle nach ihrem dritten Tanze, „Sie sind eine ganz wunderbare Tänzerin!" — „Wirklich? Glauben Sie das wirklich?", entgegnete sie. — „Ja, in der Tat. Wunderbarer ^noch als die Jungfrau, die vor Herodes tanzte und um das Haupt Johannes des Täufers bat." — „Wirklich? Wieso, bitte?" — „Nun, scheu Sie, als die tanzte, verlor ein Mann den Kopf, aber wenn Sie tanzen, verlieren alle Männer den Kopf!"
Kleine Tageschromk.
Ter Millionär Borden in New Bork bietet 5000 Mk. für die Auffindung seiner 17j.ährigcn Tochter, die von Frau Adams, der geschiedenen Frau des Millionärs, entführt wurde.
Der Vulkan „Hekla" auf Island entwickelt eine lebhafte Tätigkeit. Von Thjorsaapro wurde ein Ausbruch des Vul- kans beobachtet.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen.
Wetteraussichten in Hessen für Sonntag, den 27. April 1913: Wechselnd bewölkt, strichweise geringe Regen, Südwestwind.
Krupp" schließen zu können.
Berlin, 26. April. Der Abgeordnete Liebknecht hat seine Angaben über den bewußten Brief der Deutschen Waffen- und Munitionsfabriken an ihren Pariser Vertreter von einem früheren Beamten dieser Fabrik, Schöps, erhalten, dem Liebknecht als Rechtsbeistand zur Seite stand, als er, Schöps, wegen Betrugs und Erpressung zu drei Monaten Gefängnis verurteilt wurde, weil er sich den Brief auf unehnlichje Weise verschafft und dann und wann finanzielle Forderungen an die Fabriken gestellt hat.
Die Abfichlen der Botschafterkonferenz.
London, 25. April. Wie das Reuter-Bureau erfährt, dauerte die heutige Sitzung der Botschaftervereinigung über zwei Stunden. Premierminister Aspmth und Lord Morley waren wieder anwesend. Tie nächste Sitzung soll am Montag nachmittag unter dem Vorsitz Sir Edward Greys ftatt- finden. Die heutige Beratung, der Besuche zwischen den verschiedenen Botsck-aftern vorausgingen, war völlig der Skutari- Frage gewidmet. Das allgemeine Ergebnis kann wre folgt zu- fammengefaßt werden: Der Geist, der die Beratungen beherrscht, ist der, daß mit Anwendung von Geduld wir gewiß und sicher.um diese Ecke biegen werden. Das wtck>- tigste Ergebnis der heutigen Sitzung war die Betonung der völligen Einmütigkeit, mit der die Mächte die bereits erreichten Entscheidungen aufrecht zu erhalte n bc ab - sichtigen, hinsichtlich welcher keine Mäßigung der Ansichten zu verzeichnen ist. Es herrschte die beste Stimmung und cs fehlte gänzlich jeder Wunsch nach übereiltem Handeln. Man erwartet, daß binnen wenigen Tagen die Mächte offiziell dem König Nikolaus notifizieren werden, daß er Skutari aufzugeben habe, obwohl die ^Methode und genaue Einzelheiten dieses Schrittes noch nicht sestgestellt tvor- den sind. Inzwischen besteht Grund zu der Annahme, daß die Blockade nicht nur fortgesetzt und ausgedehnt werden soll, sondern daß frische Weisungen an die Kommandanten telegraphiert werden sollen, damit die Blockade zu einer abfo Inten gemacht wird. Es wird bestritten,,daß Oesterreich irgend etwas von einer 48 stündigen Frist vor geschlagen habe, wie dies ans Wien verlautete. Obwohl Oesterreichs Entschlossenheit, daß kern unnötiger Aufschub erfolgen solle, unveränderlich bleibt, wird erklärt, daß kein Anschein dafür vorliegt, daß es seinerfelts irgendwie wünsche, die Angelegenheit zu überstürzen.
Der Kaiser in Straßburg.
Straßburg, 26. April. Ter Kaiser ist heute früh 7 Uhr von Metz hier eingctroffen und alsbald nach dem Kaiserpalast abgefahren. Trotz der frühen Morgenstunde waren sehr viele Leute auf den Straßen, die den Kaiser lebhaft begrüßten.
'F ranzösische Schiffe in derLevante.
Paris, 26. April. Auf Veranlassung des Ministers des Aeußeren geht eine Schiffsdivision nach der Levante ab, um die dortigen französischen Interessen zu schützen.________________
Eine Reise des Kaisers nach Korfu.
m einigen ^uuuniuu,u.tti^| Berlin, 26. April. Wie das „Berliner Tageblatt hör Für irgend eine strafbareI wird der Kaiser in den ersten Tagen des September d. su — ' einem voraussichtlich mehrere Wochen wahrenden Aufenthalt nach
Korfu abreisen. Tie Rückreise soll so rechtzeitig angetreten werden, daß der Kaiser an der Einweihung des Volker- chlachtdenkmals in Leipzig teilnehmen kann.
Der ungarische Hochadel und Kaiser Wilhelm.
Ofen pest, 26. April. Eine aus hundert Personen bestehende Abordnung des ungarischen Hochadels sott Kaiser Wilhelm zum Regierungsjubiläum tm Juni Die Glückwünsche des Adels und ein wertvolles Geschenk überbringen. Oberbürgermeister Wermuth ist in den Plan eiNgQvelht, für den sich auch der Berliner österreichisch-ungarische Botschafter interessiert. Im Verlause der Festlichkeiten soll auch ein Konzert von ungarischen Künstlern in Berlin veranstaltet werden.
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