Ausgabe 
30.1.1913 Zweites Blatt
 
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Abg 5<fifec 6^otL):

Auf die Gefahr, als Schlangenmensch bezeichnet zu Berber nmfc ich der Meinung entgegentretcn, daß

das preußische Er.tcignungsgesetz der Reichsvcriasiung wider­spreche. (Str: Enteignung an sich i st n ' ch t S n e u c j , tte soll der AUge.ncinficit zuguie kommen, ^as.wurde auch 'n diesen Fällen geschehen. In der £>aupl,ad)e handelt cs gch darum. Laß Preußen verlangen muß, die Polen icll?t. nicht bloy äußer­lich, sondern auch innerlich die Rech'e des preu^i,chcn Staates anerkennen. Cie sollen sich daran gewöhnen, n t cfi t r e u r e n euf Kundigu ng. sondern aui die Tauer zu lern, -wenn die Polen bei uns 'herrschten, würden sie mebt anders verfahren. <3uruf b. d Poleni Niemals') Tcnke'i Cie an Weüvreuyen, das vollständig deutsch lrar, und das seine Unabhängigkeit neben dem Königreich Polen behalten sollte. Diese B«rtrage und machnugen haben iic Poren niemals gehalten. Denken sie vocri an Guliz-cn. die Bukowina. Cie hckcn kein Recht, sich zu be­klagen. Endlich haben die Polen noch im lebten Jahrhundert zum Dank für di? preußische P e r s ö h n u n g s p o l i t, l Revolution gemacht. Wenn die Enteignung voll durchgeruhrr wird, wird sie auch Erfolg haben. Wir Deutschen sehen uns ge» nötigt, uns gegen die Polen zusammenzuschliehen. Gegen den Boykott haben wir schon in der« Kchzigcr Jahren kämpfen munen. Auf die Abwehr, die wir damals .rgrisfen, müssen wir uns heute wieder ziiriickzicfiea Wir wollen alle, auch die Polen mit Ge­rechtigkeit und Wohlwollen behandeln, ohne nach oben oder unten, nach rechts oder links zu seh-n. Co werden wir mit Ihnen «zu den Polen) fertig werden und auch mit Ihnen (zu den Coz.). (Beifall rechts und b. d. Natl.; Lachen bei den Polen und Soz.)

AbZ. (Srar Earmer-Zieserwitz CQonf.)?

So oft über diese^Angelcgenheit hier gcsrochen wird, muß man leider feststellen, daß eS in einem Tone geschieht, wie er in dem Pa-'am-nt? eines Staates zu finden ist. der der bitterste Feind Deutschlands und seiner Bundes­staaten ist. Tie Angelegenheit gehört nicht vor den Reichstag. Ich brauchte daher auf die erhobenen Angriffe Preußen nickt zu verteidigen (Lacken bei den Soz.) Ich stelle fest, daß die Ent­eignung der Reichsverfassung nicht widerspricht. Ter Artikel 3 der Reichsve ßassuna könnte allein in Frage kommen, er spricht aber nur vo: einem gemeinsamen Indigcnat. W i e der einzelne Bunde-staat seine Inländer behandeln soll, davon sagt er nickts. Darum, ist Preußen hier zuständig und nicht das Reich. Auch das Einführungsgeseß zum Bürgerlichen Gesetzbuch trifft hier nicht zu. Es behandelt nur Fragen privat reckt! icker Natur. Hier handelt es sich aber um eine Frage des öffentlichen Reckts, des .öffentlichen Interesses zur Wahrung des Staatswohles in Preußen. Vor dem preußischen Forum allein kann daher diese Frage verbandelt werden. Tut es der Reichstag, so wiiroe er fick eines schweren Einbruches in die Rechte des Eingelstaates schuldig machen. Preußen verfolgt eine deutsche Politik i u Pr - ußen ohne Schwanken, zielbewusst, weiter und e: ist daher allein für diese Politik verantwortlich. Wenn der Reichskanzler cs ablehnt, die Sache hier zu behandeln, so kann ihm nicht der geringste Borwurf daraus gemacht werden. Den polnischen Mißtrauensantrag lehnen wir ab.

Auf Antrag des Abg. Sieg (Natl.) findet dic nament­liche Abstimmung über den Antrag Brandys morgen statt.

Aba.L)r. Pnchnickc sBvZ:

Wir bedauern die Polcnpolitik der Regie­rung. nicht aus Polenfreundlichkeit, sondern im Interesse des Deutschtums. Zur Stärkung des Deutschtums sind wir bereit, alle Mittel an die Hand zu geben. Preußischer Boden ist dort im Osten, und preußiscker Boden soll es bleiben. Wir haben die schlimmen Folgen der Polenpolitik vorausgesagt. Die Tinge sind immer schlimmer geworden. Tie Entfremdung hat zugc- uommen. Tie großpolmjchc Propaganda ist ermutigt durch die offizielle Polenpolikir. Die Enteignung war nicht das richtige Mittel. Auch die konservativen des Abgeordnetenhauses hatten große Bedenken. Und int Herrenhause haben Personen daaeaen gestimmt, die dem Throne nahe stehen. Ties Tun der Regierung trägt den Stempel der Schwäche. Sie hat dem Ost- ' markenvercin nacbgcgeben. Auch rein wirtschaftlich genommen, macht der preußische Staat das schlechteste Geschäft, denn die Preise >ind zu schwindelnder Höhe gestiegen. Diese Verletzung *c§ Heimatsrechts, diese Erschütterung des Eigentums­begriffs, gibt den Sozialdemokraten eine gefährliche Waffe in die Hand. Die Konservativen begeben sich da auf einen bren­nenden Boden.

Wcnii man bi? Polen aus dem Osten verdrängt, so gehen sie nach Schlesien usiv. Man löst also die Polensrage nicht, sondern verlegt sie nur Die Massen wert-m dadurch radikalisiert. Bittere Feindschaft herrscht zwischen Deutschen und Polen. Wir mißbilligen jeden Boykott. Die innere Kolonisation sollte man in ganz anderem Maßstabe betreiben. Ter Großgrundbesitz ist schuld an der Polonisierung. Unsere innere Politik leidet leider an einem U e b e r s ch u s; von A u ö ii a h «i e g e s e tz e n und Polizei- inaßregeln Der polnische Antrag richtet -sich an den Reichskanzler. Unsere Kritik aber wendet sich gegen die preußische Staatsregierung. Wenn wir also - und das sage ich im Namen meiner ganzen Fraktion uns der Abstimmung über diesen Antrag enthalten (Gelächter im Zcntr. und bei den Polen), so geschieht das deshalb, weil wir die Zu- ständigke'tSver hält nisse respektieren müssen, wie sie nun einmal sind. (Lacken bei den Polen ) Sachlich miß­billigen wir die Polenpolitik. Je eher eine Revision da eintritt, desto besser. (Beifall bei der Bp.)

Abg. Mertin fRv)?

Das war ein d i p l o m a t i s ch c s M eiste r st ü ck. (Heiter­keit.) Erst mißbilligt man die Polenpolitik, und dann enthält man sich der Abstimmung. Tic Interpellation ist eine ganz gegen- standslosc T c m o n st r a t i o n. Auch wir schätzen alten Be­sitz, den man lieb gewonnen hat, aber mir beugen und vor der SlaatSnotivendigkeit. Herr Wendel ist ein witziger Mann, aber diese Fülle von Witz war bei dieser bitterernsten Frage wenig an­gebracht. Wie kann inan von einer Beschränkung des Freizügig- keitsgesetzes sprechen? Dann wäre ja jede Zivangsversteigerung auch eine Beschränkung. Ter Freiherr v. Zedlitz fiat den Zeitpunkt der Enteignung für unglücklich gehalten. Ich bitte die Polen dafür 3U sorgen, daß der Frieden in der Ostmark nicht gestört wird. Noch heute aber wird großpolnischc Propaganda getrieben. Ein polni­sches Blatt warnt vor dem Umgang mit Deutschen, als wie vor Eholerakranken. Wir wissen uns frei von allem Haß gegen die Polen. Schicken Sie einen polnischen Arbeiter acht Tage zu deii polnischen Scklacksta. Er kommt auf allen Vieren nach Deutsch- land zurück. Wir perlangen eine stetige Politik. Tann wird Dentschland gewonnen haben, was Preußen erobert fiat (Beifall.)

Abg. v. Moiawöki (Pole'):

Auch aus bei*. Reden der Gegenteile geht hervor, daß hinter der Enteignung eine große soziale Gefahr droht. Tie fianb- fievölkerung in ganz Tentschlanb weiß, baß einmal der ganze G r o ß g r u 11 d b e f i tz, auch dec brutsch?. enteignet wer- b c« rann. In ihrer Notlage haben die Konservativen diese nationalistische Frage anfgerollt Dabei besitzt der deutsche Adel ungeheuren Grundbesitz in Oslelbicu und Vergrößert ihn fortgesetzt. Deutsche Gelehrte, u-ic Professor Bernhard uub Eonrad, haben die Aufteilung gerad. des deutschen Graßgruiidfiesihes verlangt. Ebenso denken die Ansiedler, Ihre Schoßkinder. Bei ihnen heißt es'

Ter Teufel soll die Barone holen,

Tie Deutschen und die Polen! (Heiterkeit.)'

Tie Sozialdemokraten waren furchtbar dumm, wenn sie setzt nicht zugreifen und den Konfervativen den Bruch'ihrer Prinzipien Vorhalten wollten Wir werden die Polen bleiben, öic mir wäre. Wir segeln bureb . Szylla der Hakalisten und die Eharybdi-. der Soualeemon Mit ihrer Enteignung haben die Konservativen den 'h'cipett <. ?eiv 'littergutc ertgtet. Sie wollen in unserer Pr> l . men Zu and schaffen. dem um vier Millionen Pele:: ein . l von B,,sonei . av'gee

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Meleoroloqische Beobachtungen der Station SieheT

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Jan.

1913

Höchste Temperatur tun 2\

Stiediigsie « 28,

Niederschlag 0,0 mm.

0 KlarerHimmrI

3 Bew. Himmel

29

29.

3d,1

vermischter.

* Tie Sicherheit \ur 5er. Tic Titanic-Katastrophe hat auch die englischen Behörden veranlaßt, bw gesetzlichen Vor- schristen über die Rettungsciniichlungcn der Sceschissc zu tcbi; dieren und die völlig veralteten Bestimmungen möglichst bald durch neue zeitgemäße zu ersetzen. Das britische Haubelsamt hat soeben die nach cmgebcnbcnjBer2uingcn festgesetzten neuen Beslmi- mungen bekanntgegeben. Sie treten bereits am 1. März bic, es Jahres in Strait und n;ir für die Erfüllung jener neuen Per fügungen, die größere bauliche Acnbcrungen aus den >schnken mit sich bringen, ist die Frist bis zum 1. November verlängert. Das neue Reglement ist aus den Beratungen einer bejonbeten Kommission hervorgegangen, deren Anregungen, Beschlüsse und Vorschläge von der Regierung zur Grundlage der neuen Besinn mungen gemacht wurden. Tie wichtigste unter ihnen setzt leit, daß alle ins Ausland fahrenden Schiffe fortan so viel-Rettungs­boote mit sich führen müssen, daß alle Mitreisenden sicher Platz linden und daß "bic vorgesehene Höchstzahl von Passagieren icbco zeit untergebracht werben kann. Auch_r die übrigen Rettungs- Vorrichtungen wie zusammensetzbart Flöße, Schwimmgürtel und dergleichen sind weitgehende Vorschriften erlassen._______________

Handel.

* Postscheckverkel) r. Der zwischen den Postscheckämtern in Berlin, Breslau, Köln, Fronknirt, Hamburg, Hannover und LeivZ'g und Den Abrechnungsstellen der Reicksbauk bestehende bargeldkofe Zahlungsausgleich weist für 1912 erfveidtrbe Ergebnisse ans. Tie Einlie'erungen um'aßten über 4o0 0>>0 Schecks im Be­trage von mehr als 4 Btilliarben Vlark Einschließlich der sonstigen nn Posticheckverkehr rein buchmäßig, also nomciitlid, burd) lieber* Weisung von Konto zu Konto, verreclmeteii Zatzliingen sind im Jahre I9i2 insgesamt 15,6 Milliarden Mark bargeldlos beglichen .worben, d. V über 51 Prozent des Gesa,ullnn!ayeS.

O B c i b e r Deutschen K o l o n j a l g e s e l l sch a f t _iül Südwestafrika hat sich bas erste Halbjahr wesentlich günstiger gestaltet als int Vorjahre. Man rechnet mit einer Divibenbc von 35 Pro-. , , , .

O D i e Vereinigten Z i n k w a l z w e r k e haben ben Grundpreis sür ihre Fabrikate um 1 Mk. ermäßigt.

--Tie F i n n l ä n d i s ch e il L e d e r s a b r i k a n t e n haben eine Preiserhöhung für Iucktenlebcr beschlossen _

-s- Der deutsche Autzenhandel zeigt m ,einer Statt,tik das erstemal einen Export von lenkbaren Lustfahr­zeugen int Werte von 918 000 Mk. aus. Fahrräder wurden int abgelaufenen Geschäftsjahr für 6,94 Millionen Mark gegen 6,5 Millionen Mark im Vorjahre ausgesührt. Die deutsche .luto- mobilausfuhr des letzten Jahres betrug 65 Millionen Mark lur Personen- und 7,27 Millionen Mart für Lastautomobile.

.jj T i e M e s s i n g p r e i f e sind im Zusammenhang mit hem Abschlag des Kupfers im Weichen begriffen

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G* i es

sonst gebotenen Gegcnmaßiegel antworten, daß ne autn lyrenerrs sei es selbst auch unter Verlust, billiger verkaufen. Ter mit Markenartikeln Schleudernde bewirkt also in jedem Falle in seinem Vorgehen eine Täuschung des Verkehrs und seine Handlung wirb beshalb als fittciiipibrig angesehen werben. Tas Urieil steht in erfreulichem E-inklang mit bent allgemeinen Rechtsernpfinben aller ehrlichen Leute. Wir haben manchmal ben Einbruck, baß einzelne Gerichte gegen ben Schwindel im Handel nicht Die nötige Energie zeigen und geneigt sind, im Handel Gepflogenheiten als gang und gäbe zu betrachten, bic Lei anbern Bevölkerungsfchlchteii als burchaus unfair gelten. Tas Gebiet bes unlauteren Wettbewerbes ist allerbings ein fo mannigfaltiges unb bic Grenzen zwilchen Recht unb Unrecht fo verschwommen, baß bic Rechtsprechung nicht leicht ist. Hier muß bas sittliche Empfinbcn der Richter ergänzend neben den Paragraphen nchen uno nur bann wirb cs gelingen, bic unlauteren Elemente ini Hanbclsstanbc als bas zu kennzeichnen, lvas sie in Wirklichkeit sinb: s ck iv i n b l e r!

Neue St wifebeutj- sinbigung t * in bet Ä! u jungti^v Ähnlichen Sn ^entsprechende

Zien, 30. - ^tilt eine W §üssenstiH^ lijt iporbcn istads, die nizenovtme N -efehl, daß $ fr-riegskoi rriplatz ni rie znr freie tznstanti .«Nag um 1 Misch 5 un mlnote de 7 einem gern« fegenjeiten. Ui Horte besteht :opel zu Lei ftziielmanen l !sariha-Ufl «egäischen ftalegischen Ä jmigen Insel, ihrer Küste Bestimmung d Mit werden f lijrjftädi/e, fii

Aus Hessen.

Aus den Ausschufien der Zweiten Kammer.

bs. Darmstabt, 29. Jan.

Der Dritte Ausschuß

ber 2 Mamniev verhanbelte heute über eine Eingabe ber Stein­brucharbeiter aus Aschbach i. £)., zur Schaffung von Arbeits­gelegenheit ein Granitlagcr vom Staat zur Ausbeutung zu erhalten. Die Regierung hat bieses Ersuchen mit ber Begrünbung abgelehnt, baß inzwischen von vrivaler Seite ein Steinbruck eröffnet worben und jetzt reichlich Beschäftigungsgelegenheit- vorhanben .sei. Der Ausschuß hat ber Regierung beigepslichtet. Weiter würbe über die Vorstellung bes Fachlehrers für Obst- und Gartenbau Pfeifer ans Ovpenheim verhandelt. Dieser wurde seinerzeit iuegen Krankheit pensioniert und bat seitdem wiederholt Anstcl- lungsgcsuche cingcri?id)t. Es wurde beschlossen, die Regierung zu ersuchen, Auskunft darüber ciiizuholen, ob bic Behauptung, daß der Bittsteller außerhalb Hessens eine Anstellung gesunden habe, richtig sei. Trisst dies zu, so würde sich die Vorstellung erledigen.

Ter Vierte Ausschuß der 2. Kammer verlianbelte heute über einen Antrag Adelung, Bag gerei bctrcfieTib. Pos. 1 fordert ein anderes Submissions- Verfahren, Pos. 2 eine Preisfestsetzung für das Baggergut, um her Monovolvilduna entaeaeniumirfen: Po,'. 3 bic Gebühren i-cihcit für bic H.anbbaaaerei wie bisher. Tic Beratung ergab einstimmige Ablehnung ber Pos. 1 unb 2 wegen ber Schwierig­keiten, bic biete Fragen in sich bergen. Pos. 3 bagegeu würbe einstimmig angenommen mit bem Zusätze, baß bic Regierung barciur bebacht sein solle, auch den maschinellen Mittelbetrieben Baggerstellen in ber Nähe ihres Betriebssitzes anzuweisen, damit sie den Großbetrieben gegenüber konkurrenzfähig bleiben können. Dann wurde ein Antrag Raab upb Genossen burchgesprochen bezüglich ber K r a n k e n v e r s i ch e r u n g s g e s c tz g e b u n g. In dieser Sacke lag dem Ausschuß eine neue Antwort der Regierung mit statistischem Material vor. Tie Beratungen wurden aber auf Wunsch verschiedener Ausschußmitglieder abgebrochen, die sich erst mir ihren Fraktionen ins Benehmen setzen wollen. Nächste Sitzung Tienstag, den 4. Februar.

Der Finanzausschuß der Ersten Kammer

hielt heute unter beut Vorsitz bes Grasen Erbach-Fürstenau eine Sitzung ab, bic ben Charakter einer Vorbesvreckung zu der morgen l'lattfinöciibcn Sitzung mit bem Finanzausschilssc ber Zweiten Mtimmcr trug.

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Es gibt dock noch eine thdtur: Ta werden Frauen an den Haaren ans dem Haufe geschleift, Kinder herausgeworsen. Es qif t d )ch noch Leute, dic Blut im Herzen haben Was wurden Sie Konservative tun, wenn man in Ifire Gehöfte 'eindringt und Sie herausjagt *u8 Ihrem Heim? Was tun eie da? (Zuruf: Revolution«) Sic sind nicht vorsichtig -genng: Sie sollten auch Die Toten aus Den Gräbern enteignen. Nun bleiben- die -toten, und ihre stimme ruft uns das heilige Wort von bem heiligen Boden, den man ihnen geraubt hat. Wir bekommen noch einmal den Boden zurück, denn geraubtes Gut bringt dem Räuber, keinen Segen.

kirchliche Nachrichten.

Israelitische «eligionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage). Samstag, den 1. Februar 1913:

Vorabend: 5.15 Uyr.

Morgens: 9.00 Uhr.

Nachmittags: 3.15 Uhr. Schriftertläruug.

SabdatauSgang: 0.10 Uhr.

Israelitische Religionsgesellschaft.

«Sotterdienst.

S a b b a t f e i e v am 1. Februar 1913:

Freitag abend 4.55 Uhr.

Samstag vormittag 8.30 Ulir.

Smnstag uachmittag 3.30 Uhr.

Sabbat-2lusga«g 6.10 Uhr.

Wockenaoltesdiensf Bl'oraeiis 7.00, abends 7.00.

roöcben r^ilie^

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SL'S

1!ie grpebtt'ö iir ^eve!-

Die heutig

Gerichtssaal.

- Wettbewerb. Herr E. Krumm schreibt "uns: Einer ber betanntciiMenschensreunbe", ein Herr L. in 'Berlin hatte m athreincrs M alzkafsee entgegen bem üblichen Preise von 35 P,g. pro ' Kilo Paket zu 30 Psg. vet kamt, um, wie er selbst gestaud, mit ber Unterbietung bic Kundschaft anzulockcn. Ein Berliner Amtsgericht verurteilte den Schlctiberer bei einer Strafe bic- ;.i >0 Mark ober brei Tage Hail für jeben Fall ber Zuwibci- Handlung ben Bei lauf zu 30 Pfg. zu uitlefka,',cn mit iolgenber Begrünbung: Eine ,' ol ch c H a n b l i: n g weife muß schon von vornherein als illoyal bezeichnet werben: Tenn wie 9io,"enthal Wehner RG. gegen ben unlantcreii Wett­bewerb ' anssührt, muß ein derartiges Verhalten oom Publikum dahin verstanden werben, daß einerseits olle Preise in dem Geschäfte d.o Gewerbetreibenben ganz besonders billig find, daß aber ander-- ,Xits bic Mitbewerber ungewöhnlich fjobe Preise verlangen. Diese, bereu Gcsckäflsgcbarcn auf wiche Art in ein hockn ungünstiges \tcht gerückt wirb, dürfen aber derartige Markcnartitkl nicht Li.t.f-v rerkauXn, können also nicht mit der im Konkurrenzkämpfe

Abg. Haussen (Töne):'

Tie Erfolge ber nationalen Politik in den deutschen Grenz­gebieten sind überall die gleichen: bic Gegensätze in ben ©renj- gebieten verschärfen sich, und das Deutschtum geht zurück. Eng­land fiat Louis Botha zum ersten Beamten bcs Burenstaates ge­macht; in Preußen bestätigt man einen gebotenen Dänen in »Schleswig nicht als Gememdeverstcher.

Abg. Thumann (Elsäsler):' verliest eine Erklärung seiner Fraktion: W.r hoben unter AuS» nahmczuständen in schweren Tagen gelitten und protegieren gegen jedes Ausnahmegesetz auf daS entsckicdenfle auch auf an­deren Gebieten. T e preußifckie Polenpolitik entrüstet alle Par. feien bei uns ohne Ausnahme. Von liberaler Seite in Elwß- Lothringen pflegen alle Verantwortung und jede Gemeinschaft mit der Haltung der Liberalen im Reiche und zumal in Preußen in Sachen der Polenpolitik aufs fckärfste abzuleben. Sic schafft un Reiche Rcchtsunsicherhcit, in Elfaß-Lothringen ein Mißbehagen, das den Fortfchritt ber Versöhnung und ben Ausblick in die Zukunft nicht möglich macht. Möge cs bem Beschluß des Reichs­tages gelingen, die preußische Regierung unb Volksvertretung auf den Weg des Rechts zurückzurufcn.

Abg. Lkdebour (Soz.)':

. Ich tue den Herren von der Fortschrittlichen Volkspartei die große Ehre an, sie zu den Gegnern der preußischen Polenpolitik zu rechnen (Heiterkeit.), trotzdem sie sich enthalten. Aber sie ver­urteilen mit uns das Enteignungsgesch. und deshalb ist mehr als Zweidr'ttelmehrhc't gegen dies Ausnahmegesetz, 270 gegen 125. Tie Regierung hat deshalb nicht das Recht, im Namen bcS deutschen Volkes zu sprechen.

Ich appelliere an das Zentrum, daß Sie in Preußen für daS allgemeine, gleiche Wahlrecht cintretcn. (Zuruf vom Zentrum: Tas tun wir!) Nun. dann .önnen Sie die Beseitigung der Aus­nahmegesetze, auch des Iesuitengesetz.s, erreichen, wenn Sie in Phalanx mit uns Sozialdemokraten für das freie Wahlrecht kämpfen; gegen diese Phlcmx kommt Herr v. Bethmann-Hollweg nicht auf. Tas preußische Junkertum, das hier nur in winzigen Exemplaren vertreten ist (Abg. Tr. Ceitcl: Lhol Große Heiterkeit) ick nuinc die Zabl. nickt dos gewichtige Eremplac des junkerlichen Helfershelfers bürgerlicher Provenienz. (Heiter­keit.). Aber auch sie, meme Herren Polen, haben schuld, Sie haben die Junker be: der Vcsitzfteuer unterstützt: jetzt bekommen Sie von ihnen den Fußtritt, jetzt brauchen sic sie nicht mehr: was kannst du armer Teufel bieten? Bei der Finanzreform aber konnten Sie es verhindern. Tie polnischen Arbeiter werden Ihnen aber Weggehen, sie kommen zu uns, im Westen haben wir die Erfahrung.

Ter Redner wendet sich in immer schärferen Ausdrücken gegen dic Konservativen, die wir nun nach ihrem eigenen System wir werden es noch alle erleben (Heiierkeitt enteignen wer­den, und das deutsche Volk von der Schmach und Schande be­freien, in die sic diese Junker, diefc Spekulanten, diese Hakatisten und Rechtsverdreher gebracht haben.

Präs. Kämpf rügt diese Kritik einer Partei als unparlamen- torisch.

Nach weiterer Aussprache erklärte nochmals Abg. Dr. Pach- nicke, wir wollen uns das wertvolle Recht, bei einer Interpella­tion einen Antrag zu stellen, nicht diskreditieren lassen.

Aba. Mumm (Wirtsch. 23g.)

lehnt den Antrag ab.

Dic Besprechung schließt.

Donnerstag 1 Uhr: Namentliche Abstimmung und Zoll- crleichtcrung bei der Flcischeinsuhr.

Schluß 7% Uhr.

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Scotts Emulsion besitzt alle die vorzüglichen Eigen­schaften des gewöhnlichen Lebertrans, dagegen keinen seiner Nachteile. Sie ist daher e

für alle, jung uub alt, gleich zuträglich und bekömmlich, beshalb zweifellos überall da am Platze, wo es auf eine balbige, bau* ernbe Kräfjezunahme ankommt.

Ader e5 muß die echte Scotts Emulsion sein l

Markte.

OK. AlSfeld, 29. Jan. Auf bem S ch w e i N e m a r k t am 3. Februar bürien auch Sckwcine aus ben Kreisen Ziegen Hain, Rircbboin unb Hcrsselb mifgetrieben ivcrbeit, selbstversiänblich unter gewissen Bedingungen. Da diese Kreise jahrelang verseucht waren, ist es das erflemol seit sechs Jahren, basi diese Erlaubnis erteilt wurde.

Limbnrq n. d. Lahn, 29. Jan. F r u ck, t m a r k t.Durch­schnittspreis vro Btalter. Roter Weizen (nassanifcber) l,00 Mk., weißer Weizen (anaebante Freinbkorten) 16,50 f., STorn 13,10 2JIU Gerste: riittergerfte 11,00 Dtk., Braugerste 12,75 ^kk.. Vater 8,009,00 Alk., Erbsen 0,00 Mk., Karlosjetii 4,00 bis o,00 Mk.

bis 29. Januar -f- 1,5

, 29. .= - 5,3

2,2 47 ! SE 2

2.6 66 ESE ' 2

2,2' 71 1 NE 2

51.4 04

50,919

50,2 - 5,4