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31.5.1913 Erstes Blatt
 
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und der Regierung über die Unterzeichnung des Friedens im St. James-.Pa.lust aus sprach. Er erklärte, es JH das beste, btpT Vertrag sofort zu unterzeichnen. Er würde dann an die Konferenz eine ausführlichere Ansprache richten. Die Abschriften des Vertrages wurden darauf den verschiedenen Delegierten eingehändigt, die ihre Unterschriften darunter setzten. Nachdem dieses geschehen war, erhob sich Grey und wandte sich nochmals an die Konferenz in französischer Sprache. Wir verhehlen uns nicht, so sagte er, daß noch Fragen zu lösen sind, bevor ein vollständiges Uebcreinkom- men erzielt wird. Aber ich glaube gern, daß der Abschluß dieses Friedens die Regelung dieser Fragen erleichtern und das Wohlwollen und Interesse der anderen Mächte, dessen bin ich sicher, für Sie alle vermehren wird. Grey sprach darauf von dem Vergnügen, mit den Delegierten in so häufige und freundschaftliche Beziehungen getreten zu fehl, und schloß: Bon ganzem Herzen wünsche ich, daß der hier geschlossene Friede eine vollständige Beruhigung zum Ergebnis haben möge, damit jeder Staat seine so stark angespannten Hilfsquellen wiederherstellen, seine Gebiete entwickeln und die Wohlfahrt und das Glück seines Volkes und das Gedeihen des nationalen Lebens sicherstellen kann.

Skuludis antwortete als Senior der Delegierten und dankte dem König und der britischen Regierung. Os­man Nizami Pascha sprach in ähnlicher Weise, worauf sich Dr. Danew zu einer Rede erhob. Er bemerkte zu­nächst, daß er im Augenblick der Unterzeichnung des Frie­densvertragest die Tatsache feststelle, daß er von den Mäch­ten Zusicherungen betreffend die türrisch-bulgarische Grenz­linie erhalten habe, und fügte hinzu, daß es hinsichtlich des Finanzausschusses in Paris hieße, daß die Verbün­deten mit den Delegierten der Großmächte auf gleichem Fuße stehen würden.

Das Reuter-Dureau erfährt, daß Griechenland an­gesichts der Zusicherungen, die es v o n der Türkei erhalten hat, beschlossen habe, den Friedensvertrag so, wie er ist, ohne Zusätze zu unterzeichnen. Dieser Beschluß, der dem Auswärtigen Amt mitgeteilt wurde, ist nach einer Konferenz zwischen den: griechischen und den türkischen Delegierten gefaßt worden, in deren Verlauf Nizami Pascha erklärt hatte, daß die Verträge und Konventionen zwischen Griechenland und der Türkei, die vor dem Kriege bestanden haben, 'wüstrend der Feindseligkeiten aber aufgehoben waren, morgen nach Unterzeichnung des Friedensvertrages wieder in Kraft treten würden.

Die Botschaftervereinigung,

London, 30. Mai. Die Sitzung der Botschafter-Ber­einigung am heutigen Nachmittag dauerte zwei Stunden. Die nächste Sitzung soll am Montag stattfinden. Die Bot­schafter beschäftigten sich heute hauptsächlich mit einer ein­gehenden Erörterung des Statuts für Albanien. Jin allgemeinen schien eine Ansicht zu Gunsten der Ernen­nung eines Oberkommissars vorhanden zu sein. Auch zeigte sich optimistische Auffassung sowohl hinsichtlich des Statuts für Albanien wie der Abgrenzung Mbaniens und des Schicksals der Aegäischen Inseln, denn in den Kreisen, in denen bisher sehr auseinandergehende Ansich­ten hierüber herrschten, beginnt die Neigung zu einem Ausgleich an den Tag zu treten. Man hofft und glaubt, daß die Botschaftervereinigung bis Ende Juni ihre Aufgabe beendet haben wird.

Aus Hefien.

Zur Unterstützung der Zentralkasse der bcssi- schen landwirtschaftlichen Genossenschaften beantragt Abg. Dr. Winkler, der Zentralkasse einen Staatskredit von 1 M i l - I i o n auf die Dauer von 20 Jahren gegen 3<>/o Zinsen einzu- rämnen und die Zentralstelle auf dem Vertragsweg unter Staats­aufsicht zu stellen.

Deutscher Reich.

Der Wahlprüfungsausschuß des Reichstags

verhandelte am Freitag über das Mandat des konservativen Abgeordneten v. Bolko (Sagaü-Sprottau), ohne zur Ent­scheidung zu kommen. Die Entscheidung über die Wahl des Abgeordneten Werner-Gießen (Wirtsch. Bgg.) bedarf noch der Stimmenzäh- I u n g. Es wird, falls nicht eine Beweiserhebung sich noch als nötig herausstellt, die Wahl für gültig erklärt werden.

Die württembergische zweite Kammer hat den Antrag der Rechten auf Beibehaltung der Kreis­regierungen, wegen dessen erst am Donnerstag es zu 'lebhaften Auseinandersetzungen gekommen war, mit 44 gegen 39 Stimmen bei einer Stimmenthaltung an­genommen.

Beide Kammern des elsaß-lothringischen Landtags wurden am Freitag abend durch den Staatssekretär Zorn v. Bulach geschlossen. Er verlas in der Ersten und in der Zweiten Kammer eine Kabinettsordre, datiert vom 4. Mai aus 'Wiesbaden an den kaiserlichen Stattlsalter Grafen von Wckel. In der Kabinettsordre heißt es: Auf Ihren Brief vom 1. Mäi bestimme ich, daß die am 6. Dezember 1911 begonnene Session des elsaß-lothringischen Landtages am 30. Mai 1913 geschlossen wird Die Kammern nahmen den kaiserlichen Befehl stehend entgegen und brachten ein drei­faches Kaiserhoch aus.

Aus dem Landtagswahl kreise Wetzlar.

Wir lesen in derKöln. Ztg":Die Konserva­tiven des Wahlkreises Wehlar haben ein Plänchen aus- aeheckt, dessen sich Pater Lamormain nicht zu schämen haben würde. Zur vollen Bewertung des gegen die Natio- nalliberalcn geplanten Schlages muß man sich zunächst zweierlei vergegenwärtigen: 1. Das Ergebnis der Urwah- Icn und ihrer Stichwahlen: 94 Nationalliberale, 74 Kon­servative, 49 Freisinnige und 12 Sozialdemokraten, also Stichwahl zwischen Nationalliberalen und Konservativen. 2. Die Tatsache, daß seitens der Kon­servativen gerade die Fortschrittliche Volkspartei als der Sozialdemokratie gleichwertig bekämpft und die National- liberalen als national und wirtschaftspolitischunzuverläs­sig" bezeichnet wurden, weil sie vielfach mit den Freisinni­gen Wahlbündnisse abgeschlossen hätten. Und nun kommt die Ueberraschung. Um dem Kandidaten der Nationallibe­ralen, einem eifrigen Mitglied des verhaßten Wachhorst scheu Bauernbundes, den sicheren Sieg zu entreißen, will man die 74 konservativen Wahlmänner auffordern, in der Ab geordneten wähl am 3. Juni unter Verzicht einer Stirn menabgabe für den eigenen Kandidaten sofort für den Kandidaten der Fortschrittlichen V o l t s p a r t e i zu st i rn m c n. Wir können aus guter Quelle niitteiün, daß Verhandlungen darüber in Berlin eingeleitet worden sind, die aber noch nicht zum Abschluß gelangt sind und hoffentlich scheitern werden. In nanonattiberaten Kreisen l?at man den Plan rechtzeitig durchschaut und entsprechende Maßnahmen getroffen. Uebrigcns dürfte der größere Teck

der konservativen Wahlmänner in Wetzlar einer so ehren­vollen Wahlaufforderung kaum nachkommen."

Ausland.

In die Spionageaffäre des Ober st en Redl ist angeblich noch eine in Galizien wohnende Persönlichkeit sowie eine höher stehende Militärperson verwickelt. Weiter ist vor kurzem ein Offizier aus Galizien nach Rußland ge­flüchtet. Auch er soll zu Redl in Beziehungen gestanden haben. Redl war als ein sehr eifriger Verehrer des weib­lichen Geschlechtes bekannt, weshalb die Meldung, er habe widernatürliche Neigungen gehabt, nicht für wahr gehalten wird.

Kein Besuch des Königs von England in Petersburg.

Reuter erfährt, die Petersburger Blättermeldung über die für den Sommer geplante Reise des Königs nach Ruß­land entbehre jeder Begründung. Es sei darauf hinzu­weisen, daß der Besuch des Präsidenten Poincare die Reise im Juni unmöglich mache und daß im Buckingham- palast von irgend einem Plan für die Reise nach Rußland nichts bekannt ist.

Die Antimilitaristen in Frankreich.

Die Pariser Blätter berichten nur mehr über verein­zelte Fälle von Militärkundgebungen g c p n die dreijährige Dienstzeit. In Fonteprault be' ü-aumur sangen mehrere Soldaten in der .Kaserne antim- ituristische Lieder.' Bei der Durchsuchung ihrer Tornister wurden Briefe gefunden, in denen die Soldaten zur Unbotmäßigkeit und Revolte aufgefordert werden. Zwei Soldaten wurden ein­gesperrt. Infolge der Ergebnisse der jüngst vorgenom­menen Haussuchungen hat die Staatsanwaltschaft gegen mehrere Revolutionäre und Sozialisten Haftbefehle erlassen.

Französische Kämpfe in Marokko.

Aus Rabat wird unter dem 28. ds. gemeldet: D^r Kampf, der mit der Niederlage El Kl bas und der Einnahme von Tarudant endete, dauerte vier Stun­den und war sehr erbittert. Die Artillerie des Machsen entschied den Erfolg des Tages. Der Feind ließ 'bei seiner Flucht 500 Tote zurück. Die treugebliebenen Abtei­lungen hatten 17 Tote und 23 Verwundete. Sodann drangen die Truppen in Tarudant ein und proklamierten Mulay Jussuf.

Kabinettswechsel in Spanien.

Das Kabinett Romanones ist zurnckgetreten. Die Ver­anlassung zu dem Rücktritt des Kabinetts gab die Rede eines Führers der Konservativen, in der dieser erklärte, es sei ihm unmöglich, den Liberalen seine konstitutionelle Unterstützung zu gewähren, deren sie bedürfen, um regieren zu können. Maura würf den letzten liberalen Kabinetten ihre Kompromisse mit den Republikanern und Sozialisten vor, deren Ziel zwar scheinbar sei, diese für die Monarchie zu gewinnen, die in Wirklichkeit aber nur bezweckten, diese Parteien zu bewegen, daß sie den Liberalen die Macht überließen, Entsprechend dem Ratschlag des Grasen Romanones, der den Wunsch ausdrückte, die Krone möge die ^piminn all«"- vilitiscken Führer hören, cinpsing der König den Führer der Konservativen Maura. Graf Romanones gab in der Audienz beim stönig in der Kammer noch die Erklärung ab, daß nach den Ausführungen des konservativen Führers die Re­gierung nicht die Macht behalten zu können glaube, solange die Konservativen, nicht endgültig ihre Haltung feftgelegt hätten.

Ans Stadt und Land.

Gießen, 31. Mai 1913.

** Tageskalender. Jahrhundertfeier von Bürgerfchalt und Universität der Stadt Gießen. Sonn­tag nacknnittag 4-7, Uhr: Feier im Sta dttheater; Konzert in der Festüalle ans dein Trieb abends 7 Uhr; Fackelzug der Studentenschaft, Abmarsch von Oswalds Garten 9 Uhr; gemein- sainer K ommerS der Bürgerschaft und der Universität in der Festhalte ans dein Trieb.

B i o g r a v H-L i ch t s p i e I e: Täglich Vorstellung.

B a k o f s K a m m e r - L i ch t s v i e l e: Täglich Vorstellung. Lichtspielhaus: Täglich Vorstellung.

O b e r h e s s i s ch e r K u n st v e r e i n. Gemäldeausstellung im Turmhaus am Brand. Geöffnet täglich (mit Ausnahme von Samstag) von 111 Uhr, Sonntags von 113 Uhr, Mittwoch nachmittag von 35 Uhr.

Oberhessisches Musen m undGail'scheSamm- l u n a e n. Geöffnet Sonntag vormittags 111 Uhr unentgeltlich.

Museum für Völkerkunde. Geöffnet an Sonntagen vormittags von 111 Uhr unentgeltlich.

A n l a g emusik Sonntag mittag um 12 Uhr in der Süd-Anlage. Spielplan: 1. Ouvertüre zur Oper .Die lustigen Weiber von Windsor" von O. Nicolai; 2. Fantasie aus der Oper Der Bajazzo" von R. Leoncavallo; 3. Wir spielen Soldat! Charakterstück von R. Eilenberg: 4. Marsch der Kurbranden­burger von E. Zimmer. *

Das Großherzogspaar kam gestern früh von Hernrnelmark mit großem Gefolge hier durch und nahm im Bahnhofscestaurant das Frühstück ein.

* ' Historische Kommission. Der Großherzog hat den ord. Professor Dr. Rtid. Hübner und den außerord. Professor an der Landesunviversität Dr. Ernst Vogt, beide in Gießen, zu staatlichen Mitgliedern der Höfchen Kommission für Hessen ernannt.

Ober hessischer Kunstverein. Morgen ist die gegenwärtige Ausstellung zum letztenmal zu sehen. Von Montag ab bleibt sie wegen vollständigen Wechsels der Ge­mälde vier Tage geschlossen.

Der Fackelzug morgen abend stellt sich um 9 Uhr auf Oswalds Garten auf und bewegt sich durch die West- Anlage, den Seltcrsweg, Plockstraße, Johaimesstraße, Goethe- straßc, Lüberstraße wo am Hause des Rektors Halt ge­macht wird Bleichstraßc und LudwigSstraße bis zum Trieb.

* Sommer-Abonnementskonzerte. Das erste Konzert findet nicht am 5., sondern erst am 12. Juni statt. (Näheres siehe heutige Anzeige.)

** Bcr sicherungspflicht der Schrei bgehil- f e n. Das Ministerium hat in Ausführung des Gesetzes über die Invaliden und Hinterbliebenenversicherung der bei den hessischen Behörden im Vorbereitungsdienst befind­lichen S chr e i b g eh i l f e n angeordnct, daß die im Amts­blatt Nr. 9 vom 29. April 1913 ausgesprochene Befreiung von der Versicherungspflicht sich nur aus die Dauer des Vorbereitungsdienstes erstrecken kann, ttnwe er durch die Bekanntmachung vom 2. November 1898 an­geordnet ist. Ist der Vorbereitungsdienst abgeschlossen, so fällt für die die Versicherungsfreibeit fort, die sich der auf den Abschluß des Vorbereitungsdienstes folgenden Prü fung nicht unterzoben oder diese Prüfung nicht bcftanben haben. Bei den Aspiranten, die die Prüfung nicht bestanden haben, lann jedoch der Vorbereitungsdienst verlängert wer­den. Die Behörden sind geilten, dem Vorstand der staat­lichen Betriebskranlenkasse in jedem Einzelsatt anzu geben, von wann ab der Vorbereitungsdienst als abgeschlossen zu gelten l>at und Beitragsmarken zu verwenoen sind.

* * Eine roho Tat wurde gestern rn einem Garten am Wißmarer Weg verübt. Zwischen 4 und 5 Uhr wurde

ein dicker guttragender Zwetschenbaarm abyesägt, und als der Besitzer in der Mittagsstunde zum zweitenmal in seinen Garten kam, war ein zweiter großer Zweffchenbaum ab- aesägt. Der Besitzer des Nachbargartens und dessen Tochter hatten am Morgen gesehen, wie der Täter den Garten auf- schloß, den Baum absägte und dann wieder sortging. Ter Mann, der seinen Garten noch nicht lange hat, dachte, der Täter wäre der Besitzer des Nachbargarteüs.

D i e Gemeindesteuerzettel werden in etwa 10 Tagen den Steuerzahlern zugellellt.

** In den Gießener Familienblättern be­ginnen wir heute mit der Veröffentlichung eines Rvmanes aus den Freiheitskriegen, der M. S?. Böttcher, von dem wir schon öfter gern gelesene Romane abgedruckt Haden, zum Verfasser hat. In lebendiger und spannender Handlung entwirft er packende Bilder aus der großen Zeit vor hundert Jahren, so daß der Roman: Die Flammen­zeichen rauchen von unseren Lesern gerade in diesen Tagen der Erinnerung mit besonderer Freiche ausgenommen werden wird.

Landkreis Gießen.

Steinbach, 31. Mai. Gastwirt Karl Horn I. und seine Frau Anna, geb. Erb, begehen heute ihre silberne Hochzeit.

= Bellersheim, 31. Mai. Das geplante Waldfeü am nächsten Sonntag findet nicht statt und zwar wegen eines s ch w e - tert Unfalls, in Folge dessen ein junger Mensch von hier heute g c st o r b e rt ist, der am Sonntag nachmittag beerdigt wird. - Der betreffende, ein Jüngling von 16 Jahren, war seit einiger Zeit in Bad-Nauheim am Bahubau be­schäftigt. Als er für seine Arbeitsgenossen Wasser zum Kasfee- kochen holen wollte, glitt er an einer Böschung herunter und kam unter den gerade daherfahrenden Material-Zug, der ihm beide Beine abfuhr. Im Krankenhaus ist er seinen Vcr-

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Kreis Schotten.

Schotten, 30. Mai. Die Leh rer des Kreises Schotten Hutten sich dieser Tage in der Turnhalle zur Kreislehrerversammlung Attsammengefunden. Auch die Mit­glieder der Kreisschulkommission nxtren fast vollzählig er-

Kröll, Schotten, und w iijr'cn

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die Rechnungsablage des Rechners der Bücherei, des Lehrers Held, Schotten. Aus den statistischen Mittel- tu n g e n des Schulrats Feuerbach entnehmen wir, daß im Schuljahr 1912/13 im Kreise Schotten 51 nach dem Be­kenntnis gemeinsame, nach dem Geschlecht gemischte Schulen bestanden, von denen 29 einklassig, 16 zweiklassig, 3 drei- klassig, 2 vierklassig und eine mehrklassig waren. In keiner Gemeinde des Kreises wurde Schulgeld erhoben. Die Zahl der Schulklassen betrug 84; in ihnen waren 83 männüdte Lehrpersonen und eine Schulverwalterin tätig. Im Laufe des Schuljahres starb Lehrer Karpf zu Eschenrod, in den Ruhestand trat Lehrer Mank zu Gonterskirchen. Die Zahl der Schulkinder betrug bei Beginn des Schuljahres 4641. Darunter waren 2373 Ktraben und 2268 Mädchen. Dem

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Kreis Alsfeld.

O Ruppertenrod, 29. Mai. Während eines Ge­witters schlug der Blitz in den Baum eines Landwirts. Der vom Blitz getroffene Birnbaum steht unmittelbar hinter der Scheuer. Die zersplitterten Aeste zertrümmerten auf dem Scheucrdach eine Reihe Ziegel. Das Gewitter war von Hagel begleitet, dessen Körner glücklicherweise nur vereinzelt sielen, die aber mitunter Taubeneiergröße besaßen.

Q Nieder-Gemünden, 29. Mai. Gestern ent­gleiste auf dem hiesigen Bahnhofe ein beladener Wagen. dadurch, daß er die Hemmklötze übersprang. Der in Schwung gekommene Waggon stieß auf einen anderen auf dem Gkeise stehenden, beladenen Wagen und zertrümmerte die Stirnwand.

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Itt g, iUlö°6nen.

evangelischen Bekenntnis gehörten 4565, dem römisch-katho­lischen 16 und der israenttschen Religion 60 Kinder an. Die Durckschnittsstärke einer SckMklasse betrug 55. Tie Privatmäochenschule zu Laubach war zu Beginn des ver­gangenen Schuljahrs von 22 Schülerinnen, die Privat(hof- kaplanei)schule zu Gedern von 12 Knaben und einem Mäd­chen besucht. An ersterer wirkten 2, an letzterer eine haupt­amtlich beschäftigte Lehrerin, die übrigen Lehrkräfte waren Hilfslehrer. Fortbildungsschulen waren im letzten Winter im Kreise Schotten 51. Die Zahl der Fortbildungsschüler betrug 704, die Zahl der Klassen 54. Von den 51 Hand­arbeitslehrerinnen .des Kreises nahinen im Herhst 13 an einem Fortbildungskursus in Schotten teil. Zur Teilnahme an einem Zeichenkursus in Friedberg waren 2 Lehrer ent­sandt worden. Neue, zweckenffprechende Schulräume er­hielten im verflosseneir Schuljahr die Gemein de schulen yt Höckersdorf, KölKenhain und Ober-Lais. Mit der Versammlung war eine Ausstellung von Schüler- Zeichnungen verbunden.

Kreis Friedberg.

r. Bad-Nauheirn, 30. Mai. In der heute uachmittae abgehaltenen Sitzung der Stadtverordnetenversamm­lung wurden u. a. folgende Angelegenheiten verhandelt Der Vorsitzende, Bürgermeister Dr. Kayser verliest ein Schreiben des Vorsitzenden des Bczirkslehrervereins Friedberg-Bad-Nauheun, in bem dieser namens des Vereins den herzlichsten Dank für Die freundliche Ausnahme ausipricht, die der Landeslehrerverein M unserer Stadt gefunden habe. Die Ortsbausatzung der verlängerten Kur st raße wird mit der Abänderung genehmigt, daß vor dem alten Bethaus, ein drei Meter breiter Streifen, ge* wissermaßen als Borgatten, liegen bleibt. Ein Befreiung^ gesuch des Technikers August Wittig, der ein nicht den Criy bausatzungen entsprechendes Gebäuoe in der Mittclstraßc errlchker bat, wird gleich dem ersten in dieser Sache ergangenen^ lpc'iw) einstimmig abgelehnt. Das erste Gesuch hatte übrigens sämtliche Instanzen bis zum Ministerium durchlaufen, ohne Erfolg zu habew Für ein im Laufe dieses Sommers hier flattnnDenl*» internationales Tennis-Tournier bewilligte die 3er* scunmlung den Betrag von 250 Mk. Der Ortsbau plan für die Wil Helm st raße wird genehmigt. Am Mittwocy gastietten die Geschwister Wiesent Hal im Kuttl-eater. iw bedeutend erhöhter Preise war das Theater beinahe auSveriauil. Der Detailli st en-Verein beschloß in seiner nm gicicöen Abend abgehaltenen 5)aupwersamnrlung gegen bar von einigen hiesigen Firmen eingesührtc R a b a t t m a r k e n s n st^e m vorzn- gehen, da man per Ansicht ist, baß sich dieses System mH bem großen Frernbeiwerkehr, den unser Badeplatz ounveilt, mr unsere Verhältnisse nicht eignet. Tas am gestrigen üoeno veranstaltete Be e t h o v e n K o nzert der K u r l a pe lle sino not fast ausverkauftem Saal statt. Die Variationen für orchester und das Ronbino für Blasinstrumente .wurden. kunl^ lerisw vollendet gespielt und vom Publikum mit begeiftenem Beifall aufgenommcn. Für das am nächsten D)onnerswS ftattfinbcftöc Konzert des GeigciiküustlerS Ivan de Manen macht sich schon jetzt ein lebhaftes Interesse bemerkbar

schienen. Die Verhandlungen leitete Kreisrat Dr Kranz­bühler. Lehirer Hallstein, Groß-Eichen, sprach über Schülerbeurteilung, Schulzeugnisse und Schülerversetzung, Medizinalrat Dr. Koenioer, yutl9 Schotten, über körperliche Mißgestalt bei Schul- j Söie sz-erjoain rindern und Krüppelfürsorge. Weitere Verhand- I [bit üd, gegen..,, lungsgegenstände waren der Bericht des Bücherwarts i>er lingcm auib Kreislehrerbücherei, des Lehvers -ir* ...