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Luftschiffahrt.
Zoppot, 30. Mai. Gestern abend wurde die Leiche des am 2. Februar mit dem Marineflugzeug „West- Preußen" verunglückten K a p i t ä n l e u t n a n t s I e n e tz k i in der Nahe der Zoppoter Straße im Meere treibend von Fischern aufgefunden und geborgen. Die Leiche des Obcrmaschinistcn- maates Dickmann, des Begleiters des Flugzeuges, ist bis jetzt noch nicht gefunden.
Bourges, 30. Mai. Als der Flieger Leutnant Kreyder nach einem Fluge über dem Polygon landen wollte, wurde der Apparat zwanzig Meter über dem Erdboden von einer Boe erfaßt und u m g e w o r f e n. Kreyder st ü r z t e und st a r b nach einigen Minuten.
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si Marburg, 30. Mai. Der Gau III b des Allgemeinen Deutschen Automobilklubs und der .Kurhessische Verein für Luftfahrt, .Sektion Marburg, veranstaltet am nächsten Sonntag mit Unterstützung des Offizierskorps des Kurhessischen Jägerbataillons Nr. 11 eine kriegsmäßige B al l onve r fo lgu n g durch '^raltfahrzeuge. Es sind im ganzen acht Preise ausgesetzt. Der Aufstieg der Ballons erfolgt vormittags um 10 Uhr vom hiesigen Flugplatz aus.
Erne unentgcLMche Mitteilung von unschätzbarem werte.
Klingt seltsam, ist aber wahr!
Wie doch die Unterhaltungen, die man bisweilen im öffentlichen Verkehre hört, interessant sind! Das folgende Gespräch entspann sich zwischen zwei Arbeitern in einer Straßenbahn in München: Ich habe Heinrich wieder zur Arbeit gehen sehen. Das ist unmöglich, da ich ihn erst Sonnabend besuchte, als seine Schmerzen geradezu furchtbar waren. Die Aerzte sagen, er hat Ischias oder Rheumatismus oder etwas ähnliches, und zwar in der schlimmsten Form. Möglicherweise muß er wochenlang das Bett hüten. Dann haben sich die Aerzte geirrt, denn als ich von der Arbeit kam, habe ich ihn gesehen und er sagte mir, daß er sich niemals zuvor besser gefühlt hätte. Sehen ist glauben, aber ich kann cs nicht efoer glauben, bis ich ihn selbst gesehen habe. Was hat er denn getan? Er sagte mir, daß ihm ein Mittel geholfen hätte, von dem er in einer Zeitung gelesen habe, und da auch meine Arau an Rheumatismus leidet, fragte ich ihn nach dem Mittel. Es sind Kephaldol-Tablcttcn, welche zu einem niedrigen Preise in jeder Apotheke erhältlich sind. Man nimmt am besten zwei aus einmal und alsdann eine weitere stündlich, bis die Schmerzen verschwunden-sind. Er sagt, daß ihn dieses Mittel geheilt hätte, und wenn es niemer Frau nicht hilft, meinte er, wird er mich -onnabend sreihalten. hv 7/5
Letzte Nachrichten.
Kin Besuch des Königspaars von Italien.
Berlin, 31. Mai. Der „Verl. Lokalanz." meldet aus Rom: Nach der „Tribuna" begeben sich der König und die Königin von Italien in der zweiten Hälfte des Juni nach Kiel zum Besuche der Kieler Woche. Von dort reisen ftc am 27. Juni auf der Jacht „Trinacria", hiervon zwei Kriegsschiffen begleitet wird, nach Stockholm, um den Besuch des Königs und der Königin von Schweden zu erwidern. Auf der Rückreise wird in Kiel eine Begegnung mit Kaiser Wilhelm stattsinden.
Die Ausnahmegesetze für Elsaß-Lothringen.
Berlin, 31. Mai. Die „Deutsche Rundschau" meldet aus Berlin: Der größere Teil dernationallibcrat enR eichs- tagsfraltion ist gegen die elsaß-lothringischen Anträge. Das Zentrum ist ausnahmslos gegen die Anträge, ebenso die fortschrittliche Volks Part ei, die Polen, Elsässer und Sozialdemokraten. Es wird aber ein großer Umschwung erhofft, sobald die reichsländische Regierung ihr Material vorlegen wird, das ganz erstaunliche Tatsachen enthält.
Die Behandlung der Juden in Rußland.
Berlin, 31. Mai. Tie „Voss. Ztg." Meldet aus Petersburg: Für die Airfnahme von Juden an den Universitäten sind soeben neue,Jtrengcre Bestimmungen erlassen worden. Wenn die Zahl der Juden die vorgeschriebenen drei vom Hundert der Gesamtzahl Studierender überschreitet, wird unter ihnen eine Lotterie, betreffend die Aufnahme, veranstaltet. Die Universitäten dürfen überhaupt nur jüdische Abiturienten der Gymnasien bestimmter Bezirke aufnehmen.
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. * Eine Lupusheilstätte in Hamburg. Wie erst
ictzt bekannt wird, ist bereits im März in Hamburg eine Lupus- heilstätte eröffnet worden, die vom Verein für Lupusfürsorge eröffnet worden ist. Diese Heilstätte, deren Oberarzt Dr. Paul Wichmann ist, bietet für 25 Kranke Aufnahme und ist außerdem für ambulante Behcttrdlung von täglich 100 Kranken eingerichtet. Hauptziel ist die systematische Bekämpfung des Lupus 'im Anfangsstadium, das in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle im Kindesaltcr zu suchen ist. Es findet stetige Kontrolle der geheilten Fälle mindestens vierteljährlich durch eine besondere Ör- ganisation freiwilliger Helferinnen statt, was bisher von keiner Organisation durchgcführt worden ist. In der Fürsorge des Vereins befinden sich zurzeit über 600 Lupöse, die in den Jahren 1909 bis 1913 in einem Provisorium behandelt wurden, bis im März 1913 eine mit allen modernen Errungenschaften der Therapie ausgestattetc Lupushcilstättc in der Martinstraße eröffnet wurde
* Greueltaten polnis cher Bauern. Aus Kalisch wird gemeldet: In dem polnischen Dorfe Pöncw nagelten nachts Bauern die Türen und Fenster eines Hauses zu in dem eine jüdis che Familie wohnl.e, deren Oberhaupt einen Prozeß gegen einen Bauern gewonnen hatte. Sie steckten das Haus in Brand. Acht Personen kamen in den Flammen; nur das jüngste Kind der Familie warf die Mutter aus dem Fenster in den Garten, so daß es mit dem Leben davon kam. Die Täter wurden verhaftet.
* iE i n ,K i n d v o m s p a n i s ch e n H o f z u g ü b e r f a h r e n. Aus Sevilla, 30. Vdai, wird gemeldet: Der Hofzug, mit welchem der König die Rückreise nach Madrid angetreten hatte überfuhr in der Nähe von Utera ein Kind, Der König ließ den Zug halten und bemühte sich selber um das Kind, das jedoch seinen Verletzungen erlag.
* Ueberfall eines Postwagens. Aus Czernowitz wird gemeldet: An der russisch-bukowinischen Grenze überfielen Banditen einen Postwagen, erschossen drei Reisende, raubten über 50 000 Rubel und entkamen.
. * Unfall des Kreuzers Blücher". Einen leichten Unfall hat der große Kreuzer „Blücher" im großen Belt erlitten. Aus Kiel, 30. Mai, wird darüber gemeldet: Der große Kreuzer „Blücher" ist heute nacht bei dickstem Nebel im großen Belt nördlich der Insel Romsoc festgekommen. Einige tn der Nähe befindliche Schiffe oer deutschen .Hochseeflotte, die sich aus
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habe. Die Lwrzogm verlangt die Auszahlung einer Jahres- vension und die Rückzahlung bedeutender Summen, welche sie für ihren Gatten bezahlt habe. Der Prozeß beginnt morgen vor der Ersten Kammer des Zivilgerichtes.
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----- Bad-Nauheim, 30. Mai. Bis zum 29. Mai sind 9691 Kurgäste angekommen, wovon an genanntem Tage noch 5922 anwesend waren. Bäder wurden bis zum 29. Mai 96153 abgegeben.
Starkenburg und Rheinhessen.
(b) M inz, 30. Mcki. Im Hause Weihergarteu-' strafte 22 nwhut seit langen Jahren die in sehr ärmlichen Verhältnffsen lebenbe Witwe Sch weickhart in einer kleinen Wohnung. Die Witwe hezieht eine kleine Pension von der Eisenbahn, an der ihr Mann als kleiner Beamter früher tätig war. Da man die Frau in den letzten Tagen nicht fach, wurde die Pvliz-ei verständigt, die die Wohnung offnen ließ. Die Witwe wurde im Schmutze starrend krank in ihrem Bette aufgefunden. Die Kranke, ihr Bett und die Wohnung waren voller Ungeziefer, sie wurde ins Hospital gebracht. Der Schutzmann mußte an sich eine schwere Reinigung vornehmen, fo war er voll Ungeziefer geworden. Ms der Hausstand der Witwe ausgenommen wurde, machte man eine überraschende Entdeckung. Im Kleiderschrank sanden sich 140 000 Markin Gold! Das Geld wurde auf der Sparkasse angelegt und ein Vormund ernannt. Die 5rau hat keine .Mnder, Verwandte von ihr wohnen in Caud.
Mainz, 30. Mai. Der Schnellgüterzug Koblenz-Bischofsheim stieß heute 6.10 Uhr auf Station Mo mb ach auf eine Rangierabteilung. Mehrere Wagen wurden zertrümmert, die Lokomotive wurde schwer beschädigt. Der Lokomotivführer und der Heizer konnten sich durch Abspringen retten. Es ist großer Materialschaden entstanden. Die Wagen stehen senkrecht in die Höhe, die Lokomotive steht auf dem Gepäckwagen der Rangierabtei- lllng. Der Personenverkehr war anderthalb Stunden ge- sverrt, sämtliche Züge hatten große Verspätungen; das Eüterzugsgleis ist noch gesperrt.
Hessen-Nassau.
fc. Wiesbaden, 30. Mai. Aus Anlaß des 25jähr. Negierungsjubiläuins des Kaisers bewilligte die heutige Sitzung der Stadtverordnetenversammlung 376 000 Mark. Zur Errichtung eines Kaiser-Wilhelm- Siech en-He im s soll der Grund und Boden bereitgestellt sowie die 200 000 Mk. betragenden Baukosten von der Stadt aufgebracht werden. Die jährlichen Zinsen von 150 000 Mk. 'k000 Mk.! sollen alljährlich an Veteranen verteilt werden, die am Tage des Jubiläums über ein Fahr in Wiesbaden ilren Wohnsitz haben, 25 000 Mk. will der Magistrat zur freien Verfügung des Kaisers stellen, währed 1000 Mk. zur Anschaffung von Büchern bestimmt sind, die aus Anlaß des Jubiläums an die würdigsten Schüler verteilt werden sollen. Die Bewilligung der Summe fand gegen die Stimmen der drei Sozialdemokraten Annahme. Zugleich wurde der Magistrat ermächtigt, die Glückwünsche 5cr Stadt dem Kaiser zu unterbreiten. Zur Beratung der Vorlage betreffend die Besteuerung der kinematographi- scben Vorstellungen soll der Verein zur Bekämpfung von Schund und Schmutz in Wort und Bild in Wiesbaden zugezogen werden.
Gerichts
Die Herzogin von Orleans und ihr Gatte.
Paris, 30. Mai. Der „Tcmps" meldet aus Brüssel: Die Herzogin von Orleans, geborene Erzherzogin von Oesterreich, die sich gegenwärtig bei ihrer Mutter, der Erzherzogin Klothilde er Ungarn aufhält, strengte tor dem Brüsseler Zivilgcricht einen iArozcß gegen ihren Gatten, ben französischen Thronprätendenten Herzog Philipp von Orleans, an, der sie angeblich verlassen
Gerüststricke und RoNeile
Die Rüststricke aus rßssischen Hanf besitzen nur 50%, d. b- bei 9 ihm Stärke nur 245 kg höchste Bruchfestigkeit, während solche aus badische» .steriihanf schon 480 kg aushalten. Grundsätzlich stelle ich solche nur aus letzterem her. Durch Massenherstellung und ständigem Lager bin ich in der Lage, sie im Preise der russischen miuderwcrtige» Ware gleichzustellen.Zerreißproben beider liegen bei mir zur Einsicht offen. Nur echt in der Seilerei 12847 Wilh. Nebhuth,
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benf Wege nach Kiel befanden, leifteten Hilfe. Sie konnte» den Kreuzer jedoch nicht abschlcppen. Gefahr für das Schffs b e st c h t nicht, da es auf weichem Sandboden sitzt. Von Kiel stnd erntge Werftfahrzeuge zur Hilfeleistung unterwegs.
Unfall durch eine Hochspannleitung. Aus Ludwigsburg, 30. Mai, wird gemeldet: Bei einer Hebung der Santtä tskomPagnie kamen fünf Mann durch eine Signalstange in Berührung mit der Hochspannlcitung der Straßenbahn. Me wurden sofort betäubt, ein Mann ist tot, drei wurden ins Lazarett gebracht.
Wctteraussichten in Hessen für Sonntag, den 1. Juni 1913 : Wechselnd bewölkt, Gewitterregen, ivarm.
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