rat von Ditfurth-Rinteln, in Hof-Geismar—Wolshagen, Kammerherr v. Pappenheim-Liebenau, in Hoinberg—Ziegenhain, Landrat ti Gehren^omderg, in Eschwege—Sckmal- talden, Amtsgerichtsrat Lattmann-Schmalt.lden. xn Marburg, Professor Tr. Bredt-Marburg, in Hanau—Gelnhausen, Amtsgetichtsrat Hengsberger-Schlucksern, in Kirchhain- - Frankenberg, Konsistotialpräsident Freiherr Schenk von Schweinsberg-Kassel, in Kassel-Land, Lehrer Heins Kassel. Im Regierungsb yrf Wiesbaden im Wah kreis B edenkops, Landrat v. Heimburg-Wiesbaden, im Wahlkreis Rheingau— St. Goarshausen—Meisenheim, Landrat Berg-St. Goarshausen (freikonservativ).
Tine Auszeichnung für Freiherrn v. Jenisch.
Der „Reichsanzeiger" Meldet: Den bisherigen außerordentlichen Gesandten und bcvollmäckff<Ncn Minister am g ro ft- herzoglich- hessis chen Hofe Freiherrn v. I eni s ck, wurde aus Anlaß seines Uevertrixis in den juiyenaitb der Charakter als kaiserlicher Wirklicher Geheimer Rat mit dem Prädikat „Exzellenz" verliehen.
Zur Angelegenheit des Pächters von Kabinen verlautet, daß der Kaiser Anordnung gegeben hat, ihm eingehenden Bericht zu erstatten über die tatsächlichen Verhältnisse in Kabinen und über die Protestbewegung innerhalb der Kreise der westpreuftischcn Landwirtschaft.
Die englischen Luftschiff-Phantasien.
Ein längeres Berliner Telegramm der „Kölnischen Zeitung" widerlegt die englischen Pressemeldungen über die nächtlichen Fahrten deutscher Luftschiffe nach England und führt aus: Tie Verteilung sämtlicher deutschen Luftschiffe ist in der breitesten Oefsentlichkeit bekannt. Die Fahrten werden von der Presse vermerkt. Unmöglich kann ein Luftschiff nach England fahren und zurückkehren, ohne daß irgendein Mensch das riesige Fahrzeug sieht, zumal es über die dichtbevölkertsten Teile Europas fahren müßte. Selbst im Winter reicht zu einer solchen Fnhrt die Nachtzeit nicht aus. Salbst das schnellste Luftschiff „L. 1" brauchte 12 Stunden zu der Fahrt von Friedrichshafen zur Nordse-- küste. Wollte ein Luftschiff wirklich zu nächtlicher Stunde England einen heimlichen Besuch machen, so würde es sich bod), wie auf der Hand liegt, sehr hüten, irgendwelche Lichter zu zeigen. Bedauerlich ist, daß in England nicht von sachverständiger Seite oder von einer Regierungsstelle aus, die die Tatsachen kennen, versucht wird, dieser üblen Massensuggestion den Garaus zu machen.
Ausland.
Der GotthardvErtrag.
Aus Bern wird gemeldet: Der Ausschuß des Nationalraies für den Gotthardvertrag beschloß mit acht gegen sieben Stimmen, den Staatsvertrag nicht zu ratifizieren.
Keine russische Anleihe?
Aus Paris wird versichert: Die im Auslande verbreiteten Gerüchte über eine große russische Anleihe sind unbegründet.
Die Luftschiffahrt in Japan.
Die japanft'che Regierung kündigte an, daß sie zur Förderung der Luftschiffahrt ein Ruhegehalt für Berussaviant'er und Amateure, sowie Jnvaliditätsgelder für Flieger, die bei ihrem Berus verunglücken würden, einführen werde. Ebenso sollen die Hinterbliebenen voxt verunglückten Fliegern unterstützt und Preise für Dauerfahrten ausgesetzt werden.
Aur den Reichrtagsaurschuffen.
:: Berlin, 26. Februar.
Der Solomalvoranschlag.
Die Mittellandbahn, einstweilen der Bau der Bahn von Duala an den mittleren Njong, wurde heute nach längerer, lebhafter Aussprache in Fortsetzung der gestrigen Verhandlung entspreck)end der Etatsorderung für das neue Jahr, 1 800 000 Mark gegen 7 200000 Mark im letzten Jahr weiter bewilligt. Tr. Seitz, der frühere Gouverneur von Kamerun hebt mit Wärme den hochpolitischen und wirtschaftlickum Wert der Mittcllandbahix hervor. Das Gebiet von Jaunde, das ein bedeutender politischer Mittelpunkt fei, müsse so bald als möglich durch eine Bahn erschlossen werden. Er habe dreimal zu Fuß den Weg von Edca nach Jaunde zurückgelegt und habe auch die Schwierigkeiten wohl gesehen: er glaube aber bestimmt, daß sie zu überwinden seien. Das beweisen auch die speziellen Vorarbeiten. Tie Bahn werde zwar teuer sein, aber sich rentieren. Da der Ausschuß sich trotz dieser Erklärungen noch nicht für befriedigt erklärte, betonte der Staatssekretär iwch einmal ausdrücklich, es liege sowohl für die Verwaltung, wie für die Bausirma die Sicherheit der Durchführung der Arbeiten vor. Die Vorarbeiten sind abgeschlossen und er trage auch keine Bedenken, gelegentlich ihr Ergebnis vorzulegcn, nachdem der Vertrag mit der Firma abgeschlossen sei; Mehrausgaben von wirklicher Bedeutung werden hiernach nicht ein- trcten.
Die Konzessionsgesellschaft in Neu-Kamerun war sodann bei der Beratung der Steuereinnahmen des Schutz gcbiets und des mutmaßlichen Einkommens aus Neu-Kamerun Gegensland der Aussprache. Man verlangte die völlige Turck>- sübrung der wirklichen Handelsfreiheit entsprechend der Kongoakte und die Schaffung von Reservaten für die Eingeborenen, wie sie schön in den Konzessionsvcrträgcn der französischen Gesellschaften gefordert seien. Tic Konzcssions- gescllschaften sein auch verpflichtet, die Kosten für militärischen Schutz zu übernehmen: von diesem Vertragsrecht sollte Gebrauch gemacht werden. Staatssekretär Dr. Sols führte hierzu aus: Der Gouverneur habe sofort Maßregeln cingeleitet, um die Rechte der Eingeborenen möglichst zu sichern. Man sei auch entschlossen, die Reservate wirklich zu schassen. In einem Viertel des Gebiets von Neu Kamerun herrsche völlige Handelsfreiheit; in den übrigen Teilen bestehen Handelsfreiheiten, allerdings mit gewissen Beschränkungen, namentlich bezüglich der Ansiedelungen. Tic Verwaltung werde alles tun, um d i c Kongoaklc aufrecht zu erhalten, und man werde wohl schließlich ju dem Zustand kommen müssen, wie er mit der Südkamerun-Gcsellschaft vereinbart sei, nämlich daß kleinere Gebiete den Gcsellschasten als sreics Eigentum zugennesen werden. Die Gescllschastcn seien nicht verpflichtet zu Beiträgen für die allgemeine Verwaltung der Sckutztruppe, sondern nur zu Beiträgen für besondere Schutz' leistungen. Ter Gouverneur werde dieses Recht im Auge be halten.
Eine E u t s ch l i c ß u n g d e s Z e n t r u m s betr. Maßnahmen zur Errichtung von Eingeborenen-Reservat en und Sickerung der Handelsfreiheit deutscher Kaufleute in Neu-.Kamerun wird angenommen
Beim Voranschlag für Ost-Afrika ruft die Ar- beitersragc wieder eine Erörterung hervor. Sowohl ein Mitglied des Zentrums als bei" Sozialdemokratie haben Mitteilungen Über Schädigungen in der Plantagcnwirt schäft für die Eingeborenen gemacht. Es müsse auch die raschere Bc seitigung der Haussklaven gefordert werden Sehr bedenklich sei der starke Geburtenrückgang bei den Plantagenarbeitern. Der Staatssekretär weist demgegenüber daraus hin, daß die Plantagen kultur auch ein gutes Mittel zur Förderung der Eingeborenen- kultur sei: das Ziel der deutschexx Kolonialpolitik fei in der Tat, auch die Eingeborenen vorwärts zu bringen. Es sei aber klar, daß hierbei vielfach auch Gegensätze axtftreten, zwischcit denen es sehr oft schwer sei, die richttge Diagonale zxt finden. Jr wolle auch nickst sagen, daß sie zur Zeit schon gefunden sei. Man werde sich aber bexwühcn, auch den Interessen der Eingeborenen g recht
zu werden Eine Verordnung auf Einführung eines Arbnts- zwanges liege nicht, wie behauptet, vor. 2 i nV,1 $5-r Regierungsvertreter gibt eingehenden Auftchluß über die Ausbreitung der Lues in Ost-Afrika. -tiefe Krankheit fei auch dort verbreitet, wo die Europäer nicht hinkommen. Sic sei z. B. auf der Insel Ukrewe im Victoriasee offenbar endemisch mit vierprozentiger Verseuchung. Man bemüht lieh aber neuerdings lebhaft, die Seuche unter den Eingeborenen zu bekämpfen und das Salvarsan habe hier sehr gute Dienste geleistet.
Auf Anfrage von nationalliberaler Seite, ob dem Kolonial- anit etwas bekannt fei von einer Absicht Englands, e i neu Streifen des belgischen Kongogebictes. den Ruinm entlang bis zum Tanganjika zu erwerben, erwiderte Staatssekretär Tr. Sols, daß ihm keinerlei Unterlage für diese Zeitungsmeldung bekannt sei.
Weiterberatung Donxxerstag.
Der Ausschuß für die Konkurrenzklaufel der Handlungsgehilfen beschäftigte sich heute mit dem § 74 c, der die Anrechnu n g s - pflicht behandelt. § 74 c erhielt schließlich folgende -sanuug:
„Ter Handlungsgehilfe muß sich aus die fällige Crnti^Wv gung anrechnen lassen, was er während des Zeitraumes ’ur den die Entschädigung gezahlt wird, durch anbertücite Verwertung seiner Arbeitskraft enrirbt oder zu erwerben böswillig unterläßt, soweit die Entschädigung unter Hin-urechnung dxeicS Betrages den 5 4 fachen Betrag der zuletzt von ihm bezogenen vertragsmäßigen Leistungen überfteigen mürbe. Bei der Anrechnung bleibt jedoch ein Viertel der Entschädigung axifjcr Ansatz. Für die Tauer der Verbüßung einer Freiheitsstrafe kann der Gehilfe eine Entsckxädigung nicht verlängert, -ter Gehilfe ist verpflichtet, dem Prinzipal auf Erfordern über die Höhe seines Erwerbes Auskunft su erteilen."
Ter Ausschuß für das Reichs- und Staatsangehorigkeitsgesetz erledigte heute in zweiter Lesung den Gesetzentwurf. Eine Acnderung, die noch beschlossen wurde, bestimmt, daß nur diejenigen früheren Deutschen das Recht auf Wieder-- einbürgerung besitzen, die innerhalb Jahresfrist nach ihrer Entlassung aus dem Staatsverband nach Deutschland zurückgekehrt und seitdem ihrerx Wohnsitz dauernd im Deutschen Reiche behalten haben. Weiter wird durch Acnderung eines,Beschlusses erster Lesung die Bestimmung nnederhcrgestellt, daß das Recht der Micdcreinbürgerung den durch zehnjährige A n w e s c n^i c i t im Ausland ihrer Staatsangehörigkeit verlustig^ gegangenen deutschen nur dann zucrkannt wird, wenn sie bei Stellung ihres Antrags keinem ausländischen Staate angeboren. Nachdem noch einige minder wichtige Acnderungen an dem zugehörigen Militär gcsetz vorgenommen waren, wurden dic Gesetzentwürfe mit großer Mehrheit vom AuSschxlß angenommen.
Ter Wahlyrufnngsausschuß
kam heute zur Ungültigkeitserklärung der Wahl des srühcrexx Präsidenten des prexißischen Abgeordnetenhauses von Kroch er, dessen Wahlkreis Salzrvedel-Gardclcgen ist. Für dic Entscheidung über die Ungültigkeit kam insbesondere die alle Streitfrage der Unterschriften von A m t s v o r st c h e r >r unter Wahlaufrufen in Betracht. Die Prüfung der Streitfrage der Wahl des Abg. v. Hal em (Rp., Schweb), dessen Wahl von den Polen erneut beanstandet ist, wurde noch nicht zu Ende geführt.
Versammlung der 3u6errübenprodi!Mten.
eh. Friedberg, 26. Febr.
J.M Hotel Trapp tagte beute eine sehr gut besuchte 23 er tarn in lung dar Wetterauer ZuckerrübeniiUeressenten. Der Vorsitzende, Landwirt Hugo Jakobi-Utphe, teilte mit, daß in ganz Westdeutschland eine Bewegung eingesetzt habe, die Rübexxpreise aus eine stabile Höhe zu bringen.
Direktor Bauer von der landwirtschaftlichen WinterschVlc ui Worms führte aus, die Vereinigung sei gegründet worden, um die bei den Rüdenabschlüsscn und der Rübenabnahme zutage tretenden llnftirnmigfeiten zu beseitigen. Ferner wird angestrebt, den rübenbautreibenden Landwirten ein Mitwirkungsrecht bei der Festsetzung der Abnahmebedingungen zu sichern. Sodann wird erstrebt, die zurzeit bestehenden Unglcickcheiten in der Belstindlung der Rübenproduzenten lierbcizuführeix, namentlich hinsichxlich des Quantums und der Preisbemessung für dic zurückgeliefcrtcxx Rübenschnitzel. Tie Trockcnkostcn betragen für den Abnehmer 1,50 Mk., etwa das Doppelte von dem, was die Zuckerfabriken dafür an Selbstkosten aufzuwenden habexi. Tine Ermäßigung wäre deshalb durchaus am Platze. Ein wefterer Grund zur Vereinigung der Rübenbauer ist der verschiedene Preis, der für die Rüben von den einzelnen Fabriken bezahlt wird. Thüringen hat die niedrigsten Preise mit 2 Mk. für dm Zentner, dann kommt Hesses mit 2,17 Mk. Tie Sortenfrage ist auch zu regeln, dic Landwirte bekommen dm Samen von beit Fabriken. Ter Ertrag und der Zuckergehalt der Rüben ist selbstverständlich verschieden. Zu beseitigen sind ferner dic Unregelmäßigkeiten bei der Ab- nalwxe, vielfach werden zu viel Schmutzprozente abgezogen. Im November 1911 wurde die Vereinigung rübenbauenber Landwirte für Rheinhessen, das Ried und die Malz gegründet. Die Organisation beruht auf Ortsgruppen der rüden bauenden Landwirte in den einzelnen Orten. Die Mitglieder bezahlen 10 und. 5 Pfg. zur Deckung bet Unkosten des Vertrauensmannes. Dic Vertrauensmänner vereinigen sich zur Vertraumsmänncr-Ber sammlung, während sich die gefamten Mitglieder von Zeit zu Zeit zu Hauptversammlungen vereinigen. Die Geschäfte werden von einem Vorstand geführt, der sich aus Vertretern der verschiedensten Gcgmdcn zusammen setzt. Im vorigen Jahr fand eine Ver traumsmiännerverfammlung statt, um die Höhe der Rübenpreise scstzusetzen. Die Fabrikm wollten bloß 1 Mk. bezahlen, während die Vcrtrauensmännerversammlung dm Preis auf 1,20 Mk. fest setzte. Tie Wormser Vereinigung hat über 6000 Mitglieder mit einem Rübenbau von 25 000 hessischen Morgen. Maß-Lothringen beabsichtigt, sich der Wormser Vereinigung anzuschließen.
In der Aussprache führte zunächst das Vorstandsmitglied der Zuckerfabrik Frick>berg S ck u d t - Görbellxiiner Mühle aus, daß die Verhältnisse der rheinische Zuckerfabriken und der Fried benger Zuckerfabrik gänzlich verschieden feien. Die Friedberger Fabrik hat durchschnittlich 6,3 Prozent Dividende verteilt. Der Vorstand und Auffichtsrat der Friedberger Fabrik gehen stets von dem Bestreben aus, den fRübenbauern die höchstmöglichsten Rübenpreise zu gewähren. Die Llktionärc erhalten ihre Rüben schnitzel frachtfrei zurück. Die zu Anfang und Ende der Kam vag ne gelieferten Rüben werden mit 10 Pfg. Aufschlag bezahlt. Im Jahre 1912—1913 wurden von der Fabrik Rübm von 6700 Morgen verarbeitet. Bei der vorjährigm gutm Kubaernte und der großen Zuckerernte in ganz Europa sind die Aussichtm der diesjährigen Zuckerkampagne nickt sehr rosig. Landwirt Z ö r b von Torkeim fragt an, ob die im vorigen Jahr bezahlten, von Herrn Sckudt als Kampfpreiie bezabltm Rübenpreise für die Fabrik ein günstiges Ergebnis gehabt hätten. Herr Schudt erwidert, der ?lbschluß fei noch nicht fertig, werde sich aber nicht besonders günstig gestalten. Die Dividende werde kaum 5 Prozent erreichen. Direktor Bauer führt nochmals aus, daß die Vereinigung nicht in erster Linie wegen der Preisbildung gegründet nrorben fei. Die Vereinigung will auch der Sorten frage und Düngung näher treten. Redakteur Hirsche! Fried berg betont den Wert des Zusammenschlußes für die Landwirte. Auch die Zuckerfabriken feilten in ihrem eigenen Interesse die Bestrebungen der Rübenproduzexttm förbenx. Direktor S ch u b t stellt fest, daß nur die Preisfrage die Veranlassung zu der heutigen Sitzung gegeben habe. Die Friedberger Fabrik habe von vornherein auf dem Standpunkt gestanden, die Preispolitik von Frankenthal, den Rübmpreis auf 90 ober 95 Pfennig festzusetzeu, nicht nttizumachen. Es^ wird unter allen Umständen 1 Mark, bezw. 1.10 Mk. ohne Schnitzelrücklicferung bezahlt. Tic Friedberger Fabrik hatte im Jahre 1912 130 000 bis 110 000 Zentner Zucker zu verkaufen. Die Rübenvereinigung ist für £bcrW'en n-cht angebracht Bürgermeister Möller von Ockstadt schließt sich den Ausführungen Hirsckels an. Muhlenbesitzer Schudt erklärt, daß
reiner ’^arrei, iitu> vay ec na aimacn leiten ließ, beweist fein bie Polenpolitik der preußischer
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nicht von sentimentalen Re entschiedenes Eintreten für
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deutscher Eltern Geborene war ein ivarmherziger deutsche' Patriot. Er gehörte der liberalen Weltanschauuxri, freilich, wie schon bemerkt, keiner Partei, und daß er sich
Töchtern herzliches Mitgefühl cntgegenbrrngen.
Den äußeren Lebensgang des Verstorbenen schildcir.^ | noch folgende Notizen:
Karl Magnus Biermcr wurde geboren am 22. November 1Ä zu Bern in bet Schweiz. Er studierte in Breslau 1882—1883, rj Münckxcn 1883, in Berlin 1883—1885, xn Breslau 1885 m l in Göttingen 1885—1886. Zum Tr. iur. utr. wurde er l&J in Jena promoviert und zum Tr. Phil. 1898 jn GreisswL Don 1886—1889 xvar er Obcrlandesgericktsrefcrendar in B« S lau, 1891 Dozent an der Technischen Hockschule Aachen, lyj | bis 1893 Syndikus der Handelskammer für den Regierungsbe». । Münster i. W. Von 1893—1898 wirkte er als etatmäßyss ; außerordentlicher Professor an der Akademie Münster i. — ■ im letztgenannten Jahre mürbe er als etatsmäftiger orber licher Professor und Tircktor des staatswissensckaftlic« Seminars an die Universität Oftcifswald berufen, wo er bis « verblieb. In diesem Iahte folgte er mit Wirkung vom 1. S» an einem Ruse als orbcnHidur Professor der Nationalökonomie m Direktor des staatsnüfsenschaftlich-ftatistifthen SerninarS an 3 Universität Gießen Als solcher erhielt er 1907 das Ritter kni 1 Klasse des VerdienstordexxS Philipps ves Großmütigen, v- 1908 den preußischen Kronenorden 3. Klasse Am 25. Noverr,'« v. I ernannte ihn Seine Königliche Hoheit bet Gtotzhetzog Geheimen Hoftat. — Im Jahre 1898 erhielt et je einen « an die Technische Hochschule Darmstadt und an die Umven.o- Königsberg i. Pr.; beide lehnte er ab.
*
Regierung. Jn Wort unb Schrift hat er ba^u seine Beiträge geliefert und seine Gedanken auch nach Süddeutschlarf getragen. Er liebt wohl, feiner eignen, starken Natur em sprechend, diesen preußischen Staat, der durch Kampf groz' geworden lvar und auch heute n och die Rüstung tet . Kämpfers tragen muß. Sein streitbarer Sinn hat ^hn ■ mitunter in Verwicklungen geführt, die ihm später fclb* I nicht zur Freude gereichten. So hat sein jahrelanger, b I harrlicher Kamps gegen den agrarischen Professor Ruhlriro I den er persönlich angriff, in der letzten gerichtlichen En> I scheidung ßu einem Rückzug Biermers geführt, der ihe I wohl nicht leicht geworden sein mag. Biermers wissen-1 schaftliche Arbeiten sind unge.zählt. Für das allgemeir I .Haxrdbuch her Staatswisfenschäften schrieb er Abhattdchnge: I die die Arbeitseinstellungeix in England, Italien, den E I derlanden, Rußland und den Vereinigten Staaten, sow | das Warenhaus und die W<xrexxl)anssteuer behaxtdelten I
Besondere Schriftexx erschienen über Aufgaben und 2 ganismus der Handelskammern, Steuerfragen, Währung - fragen, Arbeiterbewegung, Zölle, Reichseifexrbahngedanle" Sozial- und Gewerbepolitik, Mittelstandsbewegung jirh I Warenhausproblem. Und es ist charakteristifch für Bierme:. daß er niemals von des Gedankens Blässe angekränkelt [OllUU war, sondern feine Darlegungen meist aus aktuellen Wicklungen heraus bearbeitete. So behandelte er im Jatn 1905 „Tie letzte deutsche Wirtschaftskrtjis", und tv Jahr später den „Streit um die russischexx Fi-nanz«^ 1909 hat ihn der Kamps um die Nachlaßsteuer schäl' stellerisch beschäftigt, und seine Samixrlung nationalökonr- mischet Aufsätze und Vorträge, die im Verlag von ExL. Roth erschienen sind, umfaßt xckcht wexxiger als 20 Heid
Ein sympathischer Zug dieses Cl-arakterbildes ist n>a Biermers warmherzige Verehrung des Altreichskanzl'-U' Bisxnarck, dem er manchen schwungvollen Artikel gern:'! met hat Ter Gießener Stadtverordnetenversammlung b*t der Verstorbene drei Jahre angehört, vom 1. Jan. 1-' bis 31. Dezember 1910, daneben xvar er stellv er treteistE; Mitglied des Provinzialausschusses. Als Mitglied des All" iichtsrates der Laxxdesversicherungsanstalt hat Biem«' gleichfalls nützliche Anregungen gegeben. Ein reiches Lekn- ist erloschen. Die Gießener Bevölkerung wird die ftol'uc markante Erscheinung mit lebhaftem Bedaxxern missen xrr) der Hinterbliebenen Gattin Biermers und seinen beiten
er mit einer Vereinigung sehr gern arbeiten wolle, wenn an ihrer Spipc ruhige, besonnene Leute ständen. Herr Seel von Maffer- beim schlägt vor, mit der Gründung des Vereins zu beginnet Herr Alles bemerkt, die Mitglieder des Aufsichtsrats und Bet. standes bauten zusammen über 1300 Morgen Rüben, sie hätten also selbst das größte Interesse daran, daß gute Rübenpreise bezatt: würden. Herr Jakobt) stellte fest, daß die Fabriken am bester stehen, wenn sie ihre Morgenzahl vermehren können Die B- hauptung des Herrn Schudt, die Friedberger Fabrik sei eine Fabrik der Landxvirtc, fei nicht richtig.
Der Anschluß an die Vereinigung in Worms wurde cinfthnntig beschlagen.
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An» Stadt und CantL
Gießen, 27. Februar 1913,
Geh. Hofrat Prof. Dr. Biermer t.
Gestern nachmittag um 4 Uhr starb infolge eines Her.- schlages plötzlich einer der auch außerhalb des Hessenlandc-z bekanntesten Lehrer unserer Landesuniversität, der ordentliche Professor der Staatswissenschaften Geh. Hofrat Prof. | Dr. jur. et phil. Karl Magnus Biermer. Tie Naci;. J richt verbreitete sich rasch; man mochte es nicht glauben, | daß dieser unermüdliche, rüstige und energische Mann, der I an leinet Krankheit zu leiden hatte, so schnell das Zeitliche I gesegnet haben sollte. Biermer stand im 52. Lebensjahre | Weit über den Rahmen seiner Fachwissenschaft hat er xrs J öffentliche Leben ein gegriffen; fein -Herz erglühte für alle | praktischen Aufgaben, die Staat uxxb Gemeinde 8 stellt sind, und seine streitbare Aatxrr hat keine Schwxenz I feiten gekannt Dabei war er kein Partei kämpfet, er I ging überall, seiner starken Persönlichkeit folgend, cigc?u I Wege, und so war die Zahl seiner Gegner größer als di. I seiner Freunde. Aber axx der Bahre dieses schneidiger I Kämpfers, der ohne Rücksichten auf die Gewinnung eigener ] Ehren und .Würden in allexx Dingen so rückhaltlos fein I Meinung sagte, der darum auch die hohe Achtung alle-1 derer besaß, die ihn kannten und zwar kein größeres parlo I mentarisches Mandat hatte, dafür aber in engerem Kreiscl an den Geschäften der Gemeinde und Provinz als Erwählter I tätigen Axxteil nahm, schxvindet aller Widerspruch und I nxir das schxnerzliche Gefühl bleibt, daß dieser Mann Jol schnell und graufam aus seiner Tätigkeit herausgerissen 1 wurde. In den letzten Jahren, nachdem er sein Stadl- verordnetenmandat niedergelegt hatte, zog er sich vor-. : öfsentlichexx Lebexx mehr und mehr zurück, und seixx rast loser Fleiß wandte sich den wissenschaftlichen und schrift. ,i stellerischen Arbeiten zu, die ihm einen guten Namen machten hatten. Denn Biermer verstand die Feder p | führe ix wie kein zweiter. Jn finanzpolitischen und Handels-1 politischen Fragen war er eine anerkannte Autorität, un> I wie er in der hessischen Politik, besonders in Dingen der I Cis e n b ahn g em eins cha f t mit Preußen, so temperamentvoll! die von Hessen errungenen Vorteile darzustellen wußte, I das ist aus der letztexx Zeit her am Juci-I
testen bekannt. Der in der Schweiz als Sohn
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Zahl bi littrfübruui Lften «erb 15-Mrektor I Päd I-Aft am 1. |ri ab H2 l^niittagS- Iwm.; ßchne I^nelljug 2' lj,-n ßrankfui Ivickluß an
w. Als ilnwksmd: Lcitz, sowie lvurde nxiigi kinspruck m gegen- dm T eines V e Alsfeld iidrtigt, die in Wegfall Altenburg iulcgen, Uli fischen 3 lanbe?Fofi;c Sctatung f! fßataKdtotq xrvbrndn C stm. 61,1 a tcrniin hat gemacht, ff ihn. 61,7 polizeilich links der und dem ( Feldbereiw der Bedin pflichtet, ei Strafte hei । in sorgen, unö Unter! befreit ist.
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