Ausgabe 
27.2.1913 Erstes Blatt
 
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Parteien belastet ist.

Tie Opern bühnen in Frankreich. In Frank-­

Tie Llpcrnvuynen in i a n 11 e i ty. -o» ui1' reich beschäftigt man sich gegenwärtig lebhaft mit der Fra^. wie die Lage der Opernbühnen in der Provinz, die sich von

Zur Erinnerung an Zosefine Gavmcyer

zu Jahr schwieriger gestaltet, gebessert werden tonnte. Mlgemein besteht der Wunsch nach einer Tezentralisation auch mit dem Gebiete der Musik, und um den Operndirettoren der Provinz- Hauptstädte die Konkurrenz gegen das bisher übermächtige ^nns zu ermöglieben, werden die verschiedensten Versuche gemadft. Ter Abgeordnete von Toulouse, Auriol, ljat einen Antrag vorgelegt, nach dem der Staat in Gestalt von Prämien Kredite für cke Di^k- toren bewilligen soll, die bisher unaufgesührte Werke sranzolischer Komponisten zur i'rfteit Aufführung bringen. Sine besondere Kommission soll jährlich diese Prämien je nach den Leistungen der verschiedenen Tireftoren verteilen. So werden auch de Kom^ ponisten und die Librettisten, die ihre Werke zu Uraufführungen in der Provinz hergeben, eine Entschädigung erhalten. Tre Tlrck- toren begrüben natürlich dieses Vorgehen: denn selbst in den grosten Provinzstädten hat sich ihre Lage verschlechtert, do die Forderungen des Publikums gewachsen, die guten Künstler seltener und teurer und die Kosten so in jeder Beziehung,größer geworden sind. Tie Konkurrenz der Kinos und die wachsende Leidenschaft für den Sport entfremden außerdem das Publikum den Theatern. Man weist auf das Beispiel der deutschen Städten hm, in denen sich die Stadttheater einer namhaften Unterstützung der Stadtver­waltungen erfreuen, und fragt, tvarum dasselbe nicht auch in Nonen, Lyon, Marseille. Bordeaux niiv. geschehen könnte. Ter Abgeordnete von Toulouse hatte für 1912 einen Kredit von 25000 Franks zu diesem 3rverf durchgesetzt, den der Senat erst, nach einigem Sträuben annehm. Einige Prännen wurden darauf ver­teilt. Für 1913 hat Auriol 45 000 Franks durchgesetzt, aber auch das ist natürlich ungenügend, und man fordert 120 000 bis 130 000 Franks. Erst dann hofft man, daß entscheidendere Schritte auf dem Wege zur künstlerischen Tezentralffation und zur Besse­rung der Lage für die französischen Opernbühnen gemacht werden

Der oänijche Lesuh.

Potsdam, 26. Febr. Aus Anlaß der Anwesenheit des Königs von Dänemark wurde h nie vormittag auf dem Bornstedter Felde bei Potsdam eine Gefechtsübung gemischter Waffen abg halten, wozu die Potsdamer Garnison ausgcrückt war. Ter Kaiser und der König von Dänemark trafen im Automobil van Berlin kommend geg'.n 10 Uhr an dem (Gehölz in der Nähe der Artilleriekasernen bei Nedlitz ein. Punkt 10 Uhr fiel der erste Kanonenschuß vom Ruinenberge her, von wo sich die rote Partei entw.ck.l.e, während die blaue Partei von Nedlitz aus vorging. Es entwickelte sich ein lebhaftes Gefecht mit Reist-.'rat tack en, Maschinengewehrfeuer und abgesessener Kavallerie in Schützenlinie. Das Wetter war sehr schön.

Der König von Dänemark verlieh dem Reichskanzler v. Beth mann-Hollweg den Elefantenorden, dem Staatssekretär v. Jagow, dem Unterstaatssekretar Zimmermann und dem deutschen Gesandten rn Kopen­hagen, Grafen v. Brockdorfs-Rantzau, das Groß­kreuz des Danebrogordens.

Der König von Dänemark besuchte heute nachmittag den Reichskanzler. .

Nach dem Besuch des Reichskanzlers beftchttgte er den Marstall. Den Tee nahm das Wuigspaar bei der Kronprinzelliu, cuenso fand Abendtafel bei der Kronprinzessin statt, an welcher das Königspaar teilnahm. . . .

Der Abschluß der Festlichkeiten zu Ehren des Komgs- paares von Dänemark bildete ein Hofkonzert beim Kaiserpaar im Weißen Saal des Königlichen Schlosses. An das Konzert schloß sich ein Souper an einzelnen Tischen an

Mawsons Südpolervedition. Der General- frmttiemeur in Melbourn e. erhielt ein drahtloses Telegramm non dem Südvvlwrscher M a w so n , .das den Tod des, Leutnants Rinncs und Dr. Mertz von der Expedition bestätigt und lünzufügt daß die Schlittenerpeditioneu von großem, Ersolg ge= liefen sind Man habe östlich und westlich von der Eommvn- wo o lck Buebt neue Gebiete in weiter Ausdehnung erforscht und wichtige Einzelheiten aus zahlreichen Stationen ganz nahe beim magnetischen Pol sestgestellt. Es sei toalm'cheinhd), datz Mawsvn selbst und sechs Mitglieder der Expedition noch für ein weiteres Jahr nicht zurückkekweu können. Mawwn fandte

ribre größte und gefürchtetste Nebent-uhierin. Die Redaktion!) konnte' sich an ursprünglicher Begabung und hmreitzendem Na­turell mit der G. nicht messen." So urteilen ztvei ihrer Zeit­genossen, und wir glauben, diesen Ausführungen über, ihre Person smd künstlerische Befähigung nichts mehr hinzulugen zu mugen. Verbittert und vergrämt, unzuftieden mit sich selbst und nut der ganzen Menschheit, hat die Gallmeyer ihre letzten Lebenslahre verbracht. Auch trug sie sich einmal ernstlich mit der Absicht, in ein Kloster zu gehen. Am 3. Februar 1884 ist der stets flatterhafte Geist aus dem Körper derfeuhen tzepi gewich-eu, und am 5. Februar ist ilpe sterblickte Hülle zur letzten Ruhe ge­bettet worden. Fast die halbe Stadt gab ihr das Ehrengeleit, ein sicherer Beweis dafür, daß ihr Tod überall roaljrhatte, tief empfundene Trauer hervorgerufen hatte.

Prüfungen gelenkt.

Dieses System beruht auf der Befugnis des Reichstags Mr Vornahme der Wahlprüfungen, und es stützt sich aus Artikel 27 der Reichsverfassung, welcher bestimmt:Der Keichstag prüft die Legitimation seiner Mitglieder und entscheidet darüber." Es sollte nun eigentlich als selbst­verständlich gelten und als die Verfassung geschaffen luurbe, hat man das als selbstverständlich angenommen daß die Prüfung der Mandate lediglich nach Rücksichten der Gerechtigkeit, nicht aber der Parteipolitik vorgenom­men werdens daß sie ohne Ansehen der Fraktion erfolgen solle. Es muß offen heraus gesagt werden, daß diese Selbstverständlichkeit nicht eingetreten ist, was ja am deut­lichsten daraus hervorgeht, daß die Abstinnnung über die «Gültigkeit ober Ungültigkeit der Mandate fast ausnahmslos nach Fraktionen erfolgt, obwohl doch Recht und Unrecht nicht in Fraktionen eingeteilt sind.

Aus dieser Erwägung heraus ist, wie schon oft so auch im Reichstage, und zwar von drei verschiedenen Seiten, cms den Kreisen der Nationalliberalen, der Fortschritt­lichen Volkspartei und der Reichspartei, die Frage an­geschnitten worden, ob es nicht sinngemäßer und der Ge­rechtigkeit entsprechend tuäre, d i e W a h l p r ü f n n g e n dem Parlament zu entziehen und einem unparteiischen Gerichtshof zu übertragen. Der landläufige Einwand, Latz damit die Selbständigkeit und Unablfängigteist des Par­lamentes geschmälert würde, wird am schlagendsten mit dem Hinweis darauf widerlegt, daß in dem Lande des Parla­mentarismus, in Großbritannien, die Wahlprüfungen be­reits seit dem Jahre 1868 infolge der gleichen ungünstigen Erfahrungen, die wir in Deutschland gemacht haben, dem 'Parlament entzogen und einem Gerichtshof übertragen wor­ben sind, der jetzt aus zwei Richtern der Kings Beach Divi­sion des High Court of Justice besteht, die von den anderen Richtern der Abteilung (das Gericht umfaßt int ganzen 15 Richter) gewählt werden. Aehnliche Einrichtuiigen be­stehen in Ungarn, Schweben, Finnland, Bulgarien, Serbien, Fapan und Kanada, und sie haben sich auch dort bewahrt. . Ab-r wir brauchen gar nicht iu die Ferne zu schweifen, demi in El saß-Lotbringen ist bekanntlich die Ent­scheidung über die Gültigkeit der Wahlen ebenfalls nicht dem Landtag, sondern dein O b e r l a n d e s g e r ich t i n Lolmar übertragen wordeii nut dem erfreulichen Er­gebnis daß ein. Terl der Mandatsprüfungen schon vor dem

iei dann in voller Ordnung die Einschiffung erfolgt, wobei es gelang, Munition und Lebensmittel mitzunehmen. Die Bulgaren hätten 240 Tote und zahlreiche Verwundete, bie Türken 35 Tote und 56 Verwundete gehabt. .

Konstantinopel, 26. Febr. Ein -spttalfchrff brachte gestern 457 Verwundete und kranke o o l =* baten aus Gallipoli sowie 36 verwundete freiwillige

aus Ts ch at a lb s ch a.

Griechische Truppenbewegung.

K o n st a n t i n o p e l, 26. Febr. Wie derTcnnn er- fährt, dirigiert Griechenland 40 000 Mann von Saloniki über Karaferia und Gorica nach Janina.

Konstantinopel, 27. Febr. LautJoune Turf sollen die Friedensverhandlungen, wenn Bul­garien nicht neue Verzögerungen wegen Adrianopels ver­anlaßt, am nächsten Montag wieder beginnen

Die WienerPolitische Korrespondenz" meldet aus Lon­don: Der Verlauf des Meinungsaustausches nut den füh­renden türkischen Persönlichkeiten, die zunehmende Erstar­kung des Wunsches nach Frieden in Konstantinopel und der Stand der Dinge auf dem Kriegsschauplätze rufen rn diplomatischen Kreisen den bestimmten Eindruck her­vor, daß das Ende d e s B a l ka n k r i e g es nahe ge- r ü cf t sei. Die Bereitwilligkeit zu einer Verständigung dar kriegführenden Parteien ist zu einer solchen Reife gelangt, daß die Zustimmung der Pforte zu den Ratschlagen der Mächte und die Eröffnung der Friedensverhandlungen rn aller Form bald zu erwarten ist.

Eine^ürtischc Anleihe.

Konstantinopel, 26. Febr. Es verlautet, daß D s ch a v i d Bey, der wahrscheinlich morgen mit dem ge­wesenen ersten Sekretär des Sultans Halid Zia nach Paris und London abreisen wird, über eine große Anleihe verhandeln werde. Dschavid Bey hat eine offizielle Mission.

Zusammentritt des Landtags und der Rest nachher in erfreu­licher Schn.lligk.it erledigt werden konnte. Irgend w lche Beschwerden über Parteilichkeit sind nicht laut geworden, und Gründe hierzu können ja bei uninteressierten, unab­hängigen Richtern kaum gegeben sein. .Hervorragende Ttaatsrechtlehrcr und Politiker treten deiin auch seit län­gerer Zeit dafür ein, die Wahlprüfungen des Reichstags einem unabhängigen Gerichtshof zu über!ragen, sei es, bay man dabei an das von Professor Stier-Somlv vorgeschlagene Reichsverwaltungsgericht oder an den weiteren Vorschlag eines aus Mitgliedern der höchsten Gerichte der Einzelstaaten zu bildenden W a h l Prüfungsgerichts­hofes denkt, der nach den Wahlen auf einige Monate und später nur im Bedarfsfälle zusammentritt. Hat man Be­denken, daß hiermit die Rechte des Reichstags geschmälert werden, so könnte dem dadurch begegnet werden, daß dem Reichstag die Wahl der Mitglieder des Gerichts überlassen wird. Jedenfalls hätte der Reichstag,.ten alle Partenn begründete Ursache, selbst die Initiative zum Verzicht auf ein Recht zu ergreifen, das allgemach mit einem recht be­denklichen, das Ansehen des Parlamentes schwer schädigen­den Odium für die Volksvertretung wie für die einzelnen

können.

Kurze Nachrichten ans Kunst und Wissen, schäft. In der Wiener Akademie der Wisicnschaf- t en sand heute bie Gedenkfeier für den längs adrigen ver­storbenen Kurator Erzherzog Rainer statt. Bei lieber- Herstellungsarbeiten der Kapelle Nikolaus V. im ,a £1 *a 3 deckte man ein Gemälde von hohem Werte. Es durfte mach Ur­teilen von Kennern von Fra Angelico herruhren. Mn Tonkünstler Geheimer Hofrat Felix Drac 1 ecke ist m Dresden gestorben.

vom Krieg.

Konstantinopel, 26. Febr. Die bulgarischen Mel­dungen, daß die Türken in der letzten Schlacht bei Scharkoej über 1000 Tote gehabt hätten, werden hier als unzutreffend bezeichnet. Bei Scharkoej seien nur i tu e i Kompagnien gelandet worden, welche durch einen Flankenangriff zwei bulgarische Bataillone zum Rück­zug zwangen. Es seien darauf sechs weitere Bataillone bulgarischer Truppen zur Verstärkung herangerückt, doch sei es den Türken gelungen, sie in Schach zu halten. Es

Am 27 Februar jährt sich der Tag zum 75. Male, an dem Josephine Gallmeyer, die gefeiertste Soubrette aus Wieus . lustiger SSmeit" im Jahre 1838 zu Leipzig das Lickt der Welt SSt hatte. Bei derfeschen Pepi", wie bie Gallmeyer m üöicn allgemein hieß, waren alle Charaktereigenschaften ücrtreicn, die nack ein^r in weiten Volksschichten verbreiteten aber fallen Anfickt noch H ute bei allen Schauspielern, insbesondere aber bei ben Vertretern des zarten Geschlechtes, vvrherrick>end sind Als ein recktes Theaterkind, das schon mit 11 Zähren sunt erften Male die'weltbedeutenden Bretter" bestieg, war |ie stet-, gewöhnlich zu lagen, unv w iwm , » fccrauSlant. Aber

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WKW*1« Einkommen standen. Jtut.t mir umt jic ^brief, als

M°r W-ldstein .'»«n., der öfarmctochen

f« noch ine gefeierte unbwrehrtc -oraig bcro(l()rt i,abe.

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Ct ,, - ,, r. pp Fi Pt i fiten'1 Zeitgenossen nur eine lerischeu Fähigkeiten gab es bei ihttn ^irgen^ Stimme: Uniil-ertresflich! ®fllSbre 1867,-ift weder Allgemeinen Illustrierten Leitung lieblich gebaut und jede schön noch häßlich. Ihre Gestatt pikant nicht vor-

ihrer Bewegungen, graziös. Ware Ausdruck ihrer uu-

handen, man müßte es eifinben, u treffend zu bc-

regelmaßigen. Züge und ^.oan ,^1 nfln5Gn Welt." zeichnen. Sie hat das ßsuriglte g\ (tunq§funft folgcuder-

Ludwig Speidel urteilte über ihr ar 1 bie Wirklichkeit maßen:Bei einer -^^^ellung^af., ^5 Leben

im Kem erfaßte, und Malaie, inbfm sie in die

in allen fernen narben ivielen iietz, oci o ? sm-engte, eine,... ......... ...

Gegenstände eindrang und ne. von innr der Wiener Vor- ein weiteres Jahr nicht zuruckkehren können,

wahrhaft vernichtende, parodistilcke Gab . m. r^e Geistinger! auch an den König von England cm Telegramm,

stadtbühne hat sie ihresgleickM nicht gehabt,

3 u r Erhaltung des Heidelberger Schlos­ses und insbesondere des Otto-§>eiiirichs-Baus ist im vergan­genen Sommer nach einem von der Firma Dyckerhon u. Wiomann vorgeschlagenen Verfahren- versucksweiie, an einem weniger wich tigcn Teile des Schloß es, dem Ludwige'bau, die Fassaden- mauer mit einer E i sen b e t on schal e aut der fRurfieite ver kittet und durch Windstreben guS Ellenbeton geitutzt worden. Wie jetzt Heidelberger Blätter berichten, scheint dieser Versuch a e 1 u n g e n zu sein, so daß es auch zur Anwendung einer solchen Eisenbetonkonstruktion am .Otto-Heinrichs-Bau kommen dürfte Es sollen jedoch zunächst noch weitere Ersahmiigen^oaruber gesammelt werden, wie sich das Erperiment am ^idwigsbau be- währt und wie namentlich das chemiick>e verhaften res Gtf<.n betont zum Sandstein sein >vird. Dock glaubt man, daß auch hier das Ergebnis günstig ausfallen wird.

Dcuficbes Reich.

Die Kaiserin trifft am Samstag um 3,30 Uhr nachmittags m Gmunden ein Der Aufenthalt bmierr voraussickülich zwei bis drei -tage. Am Donnerstag trifft daS Großherzogspaar von Mecklenburg- Schwerin und am Freitag das Prinzenpaar Max von -öatnrn ein. Prinz Ernst August ist nach Berlin abgereut.

Eine Denkschrift über den Ban v 0n Kleinba hnen und die Verivendimg der vom preußifck>en Landtage b^oUltgtat Mittel zum Ausbau des Kleinbahnnetzes ist dem vr eu ßi, chen Landtage ;ugegangen. ' In b<er Tenkschrift wird der Slmrd des ^leinbahnbaues in Preußen dargelegt und Rechenschaft über die SS en» r.bung der Mittel gegeben.

Neue Anträge zur preußischen Besolbu'ngs- ordnung.

Deni preußischen Abgeorbnetenhaufe srnd folgende Anträge des Abgeordneten A r 0 n s 0 h n und Ge­nossen zugegangen: 1. Die K. Staatsregierung zu ersuchen, baldigst einen Gesetzentwurf vorzuleg.n, durch den dte bet der B e s 0 l d u n g s 0 r d n u n g v 0 n 19 0 9 hervortretend'en Härten und Unbilligkeiten beseitigt und die bei der neuen Servisklassimeinteilung durch Herabsetzung des Woh- nungsqeldzuschusscs g. schädigten Beamten besonders berück­sichtigt werden. 2. Tie Staatsregierung zu ersuchen, vom 1 April 1914 ab die bestehenden Fonds für Remunera­tionen in den einzelnen Etats zu verringern uitb die hierdurch erzielten Ersparnisse zu festen Vergütungen an kinderreiche Beamtenfamilien zu verwenden.

DiepreußischenLandtagswahlen.

Die konservative Partei wird im Regierungsbezirk Kassel folgende Kandidaten für die kommenden Landtagswahley: aufstellen bezw. untersttitzen: Im Wahlkreise Rinteln, Land»

Ur. 49 Erstes Blatt 165. Iahrgang Donnerstag, 27. Lebrncr 1915

Der Siebener Anzeiger jdrdw BezuaSvrei »:

erscheint täglich, außer 'ep MW monatlich7öPf^viertel-

ImAiiAnAr IIUUxD-i 1Tl>r (JteSHjSbBlSJS wP WI Bk. laif I I 11 IbI B

zweimal nwnatl. Land- HU' M IX W W JSL W M, W W WW CV ciuswarts 20 Pfennig,

wirtschaftliche 5eitfragen W K O W W W W KJ M 6yefredakleur: A Goetz

^entsprech - Anschlüsse: Ä Verantwortlich snr den

für bie Redaktion 112, fVjF polilüchen Teil:^Augui

NLE General-Anzeiger für Gberhejsen WSE rnabhi^^agne5^nnuncr Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Vuch- und Steinbruderei B. Lange. Bebaltion. Lxpebition und Druckerei: Schulsttatze 7. Land": E.Heß^für deV. vis vormittags 9 Uhr. Bübingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 16a. Anzeigenteil: H. Be .

Dte heutige Nummer umfaßt 12 Seiten.

Ein Gerichtshof für Vahlprüfunaen.

Als der Reichstag von 1907 seine fünfjährige Legis­laturperiode schloß, war über die Gültigkeit von vier Man baten noch kein Beschluß gefaßt worden: ein halbes Jahr­zehnt hatte für diese-Entscheidung nicht hingereichj! Ter jetzige Reichstag arbeitet zwar schneller als der ver- .ssangene, doch auch das muß als ein unhaltbarer Zustand 'bezeichnet werden, daß der Reichstag von 1912 jetzt, im Jahre 1913, erst einen Teil der W a h l p r ü f u n g e n er­ledigt hat. Aber es ist dies nicht die einzige Beschwerde über die Wahlprüfnngsmethode des Parlamentes, und Menn die Dinge auch nicht ganz so schlimm liegen wie im alten Reichstag, wo ein Llbgeordneter mehreren Parteien rorwarf,sie hätten eine Versicherungsgesellschaft auf Ge­genseitigkeit für wurmstichige Mandate" gegründet, so haben roch die letzten Vorgänge im Reichstag, insbesondere die Gültigkeitserklärung der Wahl des Abg. Becker mit der Zufallsmehrheit von 159 gegen 158 Stim­men, die Aufmerksamkeit erneut auf die mit dem jetzigen System verbundenen schweren Mißstände bei den Wahl-