auch darüber hinan- forthoucnt, bczw. der jetzt vorgesehene Staatskommisssar als eine dauernde Einrick- tung beibehalten werden soll. Da weder die Re.7ierungsver1rercr. noch die Mitglieder des Finanzausschusses der Zweiten Kammer zu dielen neuen Anträgen sofort Stellung zu nehmen in der Lage waren, so beschränkten sich die Verhandlungen runäckü aui eine Erörterung der allgemeinen <«k>icktsvunkte der Reqi. runqS- vorlage. deren grundlegenden Bestimmungen von den Mitgliedern beider Finanzausschüsse zugcstimmt wurde.
Zur Landtagsersatzwahl in Waldmichelbach sind wir ermächtigt, mitznleilen, taR bi* nationalliderale Atm- oivatur Wünzcr in Waldmickelback, für die die Leitung der hessischen Lan.espartei agitatorisch tätig hl, als rein national- liberale Kandidatur durch die freie Bereinigung hessischer Nationalliberalen tatkräftige Unt-rnützung finden soll
Aus Stadt und €anb,
Hieben, 24. November 1913.
** Tageskalender. Stadttheater: Dienstag nach- mittag llijr; Kindervorstellung. .Schneewittchen und die sieben Zwerge."
Trinkers», rsorge stelle für Stadt und Landkreis k'jenen, Hieben, Alterweg 9. Sprechstunde: Jeden Tienstag abend vor» 6'/,—8 Uhr.
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•• Landesuniversität. Der ordentliche Prof-ffw und Direktor de" hygienischen Instituts an der Unio-'rntät Hießen Dr. med. et phil. Nudolf Otto Neumann hat einen Nus nach Bonn als Nachfolger von Prof W Kruse erhalten. Professor Neumann folgte am l. April 1910 eine n Nufe als Ordinarius und Direktor des hygienischen Instituts nach Hießen als Nachfolger von Professor N. Kassel.
” Prinz Friedrich Karl von Hessen siedelte heute, wie aus EronbcrZ gemeldet wird, zum Winteraufenthalt nach Frankfurt über.
** T i r Belcidigungs klagcHrünewald gegen Winkler. Bor beinahe drei Wochen brachten wir eine Notiz über Vertagung der Verhandlung in der fraglichen .Klagesache: heute erhielten wir von Herrn Rechtsanwalt Tr. Winkler aus Oppenheim folgende Zuschrift:
1. Tic in Nummer 261 des Gießener Anzeiger enthaltene Behauptung, ick hätte in einer vorbereitenden Verhandlung den Vorsitzenden des Scköfiengcrickts Gießen, Geh Justizrat '■ 5- bardl, als besangen abqelehnt. ist unwily:. Wahr in, daß Herr Geh. 3usti;rat Gcbl>ardt den Vorsitz aus eigenem Antrieb nieder gelegt und sich selbst für befangen erklärt Hit, weil er in einer früheren Angelegenheit des Herrn Grünewald tätig gewesen sei.
2. Ich habe allerdings schon seit Monaten gewußt, das; an Stelle des .Herrn (tzeih^rdt Herr Amtsgerichts rat Tr. Wachtel getreten ist. Ten Grund jedock, der mich zur All eh nung berechtigte, habe ick erst an demselben Tage erfahren, an dem ich meine tclegravhische Ablehnung absandtc.
** Sitzung des Kr< i s aus schuss e S des Kreises Gießen am 22. November. Den Vorsitz führte Regi -- rnngsrat Welcher. Bei der auf Grund des Art. 157 Ms.2 der Landgemeindeordnung von dem Kreisamte veranlaßten Neuregelung der Gehalte der Gemeindcrechner wurde das Gehalt des Gemeinderechners von Beuern nach den für die Berechnung der Rechnergchälter von dem Kreisamte ausgestellten Grundsätzen auf den Betrag von 890 Mk. festgestellt und dem Ortsvorstand zu Beuern anempfohlcn, dem Gemcindereckner statt des bisherigen Gehalts von 670 Mk. mit Wirrung vom 1 April 1913 ein solches von 890 Mk. zu gewähren. Der Gcmeindevorstand zu Beuern lehnte es aber wiederholt ab, dem Rechner irgend eine Gehaltszulage zu bewilligen, da dieser sich bei seiner Anstellung im Fahre 1907 verpflichtet habe, vor Mlcruf lvon 10 Fahren keine Gehaltserhöhung zu beanspruchen. Nach Ablauf dieser 10 Fahre sei der Cöernrinderat bereit, eine Gehaltserhöhung eintrcten zu lassen. Nach Anhörung der Parteien und der Beteiligten erkannte der Krcisausschuß zu Reckt, daß das Gehalt des Gemeinderechners zu Beuern mit Wirkung vom 1. April 1913 an auf 890 Mr. jährlich s e st zu s e tze n sei unter Verurteilung der Gemeinde Beuern in die Kosten des Verfahrens. - Der Gemeinde Gröningen war vom .Kreisamt Gießen im öffentlichen Interesse ungeraten worden, für Instandsetzung und Erhaltung ihrer Stadtmauer jährlich den Betrag von 70 Mk auf- zubringcn. Tie Stadtmauer sei ein Baudenkmal im Sinne des TenOnalschutzgcsetzes und ihre Erhaltung im lpstorischcn wie im öffentlichen Interesse geboten. Die Gemeinde Gröningen sei auch zur Unterhaltung der Stadtmauer verpflichtet. Ta der Gemeinderat zu Gröningen das Ansinnen des KreiSamts abgelehnt hat, hat der Krcisausschuß zu entscheiden, ob und inwieweit dem Ansinnen stattzugcben ist. In der heutigen mündlichen Verhandlung wurden der Großh. Bürgermeister zu Grüuingen als Vertreter der Gemeinde und der Großh. Kreisbauinspektor als Sachverständiger gehört. Der >1 reis ausschuß beschloß, die Entscheidung auszusetzen.
** Stadttheatcr. Das am Freitag zum erstenmal hier zur Aufführung gelangende Lustspiel „K am nt er m u s i k" von Heinrick 31 ne int ein ist eine der wenigen neueren dramatischen Er- fdjeinnnoen, die den Titel „Lustspiel" mit Recht führen können. Originelle Erfindung der o-obrl, inibsche Charakterisierung der Personen, (iciftreithcr Dialog haben dem Werk überall, wo es bis jetzt iur ÄufsüInning gelangt ist, einen starbm Erfolg gesickert, der bei der sorgfältigen Einstudierung hier auch nickt ausbleiben dürfte. In Hauptrollen find beschäftigt die Damen L i n d e ck und F r c n > -et, sowie die Herren Goll, R o 11 e ck und Steinhofer.
** D i e hiesigen Lichtspieltheater haben in diesen Tagen beide ein außergewöhnlich fesselndes Programm anszuweisen. Im L i ch l s p i e l h a u s e überrascht das vier- aktige Schauspiel „Protca" durch die verblüffenden Leistungen einer Spionin, die von der bildhübschen Fosette Andriot ganz vorzüglich daraestellt ist. Wirkungsvoll ist auch der „Zirkusteufel" mit Wanda Trcumann und Biggo Larsen in den Hauptrollen, das dem immer gern im Mino gesehenen Zirkusleben entnommen ist. Ein packendes Detektivdrama amerikanischen Stiles ist der zweite Teil von „Menschen und Masken" in sechs Akten, das im Union-Theater gezeigt wird. Tie kühnen Operationen des Detektivs entbehren trotz ihrer fast unglaublichen Wagehalsigkeit den Reiz des scheinbar Natürlichen nicht. Ein sehr hübsches Bild aus dein Leben ist „TV silberne streu;", in dem Toni Snlva die führende Rolle spielt. Auch die übrigen Bilder im Union- Theater sind gut und unterhaltend.
" Weidmannsheil. Bei der am 1. November im hessischen Fagdklnb - Darmstadt stattgefundenen Ausstellung erhielt die goldene Medaille für den in Hessen erlegten besten Rehbock: Apotheker Werner-Gießen, die silberne Medaille Möller-Berlin, die bronzene Medaille Kommerziell- rat Hickler-Darmstadt, Dr. Mi chc l-Dannstadt und Prof.
• 3im mer-Darmstadt.
* * Unfug. In der Nacht auf Sonntag gegen 1 Uhr warfen, wie uns das Gießener Wackr- und Schliesunsrituk schreibt, 3 Studenten eine in der CfLuUngc aufgesteUte Bank in den Teich. Ganz verdutzte nd r r machten sie jedoch, als der Wächter Nr. 1 des Wach- und Schließ In
stiruts plötzlich vor ihnen üand und sic sich legitimieren mußten. Sie holten dann die Dank wieder auS dem Walser heraus und brachten sie wieder auf ihren Platz zurück.
*• Milde Stiftung Ter Kaufmann Adolph Buck in Hamburg, ein geborener Gies-mer, brr vor einigen Monaten rrr- •orbn ist, bat der Israelit', scken Gemeinde Mutter gem.-.nd- für ihre Dobltätigkei:?vereine an Kapital rwn 10 000 Mark vermacht. Es entfallen davon auf den Krankend rrin 5000 Vlarf, die Gemeinde nri W^hllLtigkeit-zwecke 2000 Mark, dem Hilfsrerein, dem Dobltän. ' r'T-rrein und bem Herein urr Verbreitung des Handwerks unter den Juden je 1000 Mark. — G ern nackmittag in hier auck im 67 Lebensjahre der Bruder des Vien Stifters, der Kaufmann Fulm? Buck, gestorben. Mir ihm ist nneder ein Mann aus Ym Lcbm geschieden, der iabriAnte- lang ein Gießener Original war. 3ul: Duck, roi* man den Mann allgemein bezeichnete, war ein hervorragend tüchtiger und bc« räbirrtcr Geiger, er war aber besonders in lüitgcren Fahren ein humorvoll veranlagter Meni'ck, der über eine scharfe <ra.ire verniite und gern in qcroiüen Wirtschaften der Stadt mit. Bürgern un: Studenten disputierte, er kannte als gehör m-r Gießener alle Berbättnisse und Personen und hatte bei den Wirtshausdebatr n durch seine witzwen Bem:rkung?n stets die Lacher ;um Schluß auf seiner Seite Mißgeschick im Leben inrv. baden den Mann i:t seinen letzten Fahren griesgrämig gemacht, fern Tod wird w
• r.’7 er er an Die Stundn erinnern, die sie mit demelben fröhlich im Wirtshaus verlebt fyaben.
Landkreis Gießen.
— Lolllar, 24. Nov. Der Direktor der Gewerbebank, £)erinann NieS, ift am Sginstag abenb um 9*/2 Uhr auf dein hiesigen Bkihnbofe verhaftet worden, als er gerade von einer Reife zurückk brte. DaS Gerücht, daß er sich nach Basel neflücktet habe, bestätigt sich nicht.
? Lick , 23. Nov. Zu den ä l t c st c n O r g e l n in Hessen zählt die in der Licker Marien st iflskircke: sie ist nahezu 250 "ahrc alt Im Fahre 1860 bat sie letztmalig einen größeren Umbau erfahren. Ta sich aber seit Fahren verschiedene Mängel u. a. steht das Werk zwei halbe Töne zu hock eingestellt haben, wird gegenwärtig wieder ein Um- und Erwe terung'bau an der alten Crgel üorgenommen. Die Arbeiten werden von der hiesigen bc> tar.nicn Crgelärma Nikolaus ausgesübrt und sollen bis Wcihnack ktcn beendet sein. Die Kosten des Umbaues belaufen sich auf 8- bis 1000) Mark.
A Hungen, 23. Nov. Die Einweihung des neuen S ch u l h a n s e s soll an einem der nächsten Sonntage statt- iinben. Entgegen der bisherigen Gepflogenheit, alle öffentlichen Gebäude in dem neuen Stadtviertel am Bahnhof zu errichten, ist es gelungen, den Sckulhausbau dem alten Stadtleil zn erhalten. Das Gebäude macht in seinen schmucken äußeren Formen einen guten Eindruck. Es enthält sechs Säle, einen Sing- und Zeichensaal, Lehrerzimmer, Lehrmittelräume, im Dachstock eine Schulverwalter - und eine Sckuldienerwohnung und im Erdgeschoß ein Volksbad, ein Schülerbad und die Zentrasheizrmgsanlage. Das Volks- bad umfaßt Wannen- und Brauseb.ider. Die Kosten des Schulhauses stellen sich auf rund 100 000 Mk.
Kreis Alsfeld.
△ Schrecksbach bei Alsfeld, 23. Nov. In diesen Tagen bekleidet der Lehrer Wald sch mid t sein Amt im 40 Fahre. Er erfreut sich allgemeiner Achtung und Werb- fchätzung.
Kreis Lauterbach.
V Angersbach, 23. Nov. Der Kirchendiener Heinrich Möller XII. kann auf eine Amtstätigkeit von 54 Jahren zurückblicken. Er ist 81 Jahre alt, kann aber trotzdem fein Amt noch versehen. Der Großhherzog verlieh ihm das Allgemeine Ehrenzeichen für treue Dienste und auch dasselbe Ehrenzeichen für langjährige treue Dienste.
Kreis Friedberg.
L. Friedberg, 24. Nov. Ein Gaunerstreich, der chon Schicke grnrackt hat und daher die Ladeninhaber zur Vorsicht mahnt, trug sich am Samstag abend in Friedberg zu. In einen Zigarrenlaben auf ber Kaiserstraße kam ein Mann, und wünschte ein 20-Markstück gewechselt zu haben. Der Ladeninhaber hatte wenig Kleingeld in der Kasse und wollte auck seinen Standort nickt verändern. So ging der Mann weg, kam aber nach 8 Tagen, am Samstag um 7 Uhr wieder und brachte dasselbe Anliegen vor. Kaum batte der Ladeninhaber das Geld aufgczählt, so ergriff der Gauner Zigarren und Geld und rannte fort nach der Judengasse zu, ohne daß man feiner habhaft werden konnte. Die Sckutzmannfchaft ist auf der Suche nach dem Diebe. — Vom Sonntag an ist im Neubahnhof die Güterabfertigung, trcldic bisher im alten Bahnhof war. Ebenso ist die Abladestelle für bas Vieh, früher am Ujator, in den neuen Güterbabnbo' verlegt. — Die Stadtverordnetenversammlung bat die Straße, welche narfi ber neuen Kaserne führt, roic nadi ber Vergkascrne mit bem Namen „Moltkestraße" bezeichnet unb bic frühere Bahn hosstraße alte Bahnhofstraße genannt. — Am Sonntag eröffnete bas M u s c u nt eine reiche Ausstellung von Beständen aus den KriegSjabren von 1793 an bi« 1813.
h. Ober-Rosback, 23. Nvv Die Bemühungen einfluß- reicker Kreise, für bic Witwen bet Bergleute Lenz unb Back, bic bei bem Grubenunglück am 4. Juni ihr Leben ben Kannrabeii opferten, bic Wohltaten ber Carnegie st ift ung nutzbar zu macken, sinb von Erfolg gewesen. Jedes Kind ber beiden Witwen erhält eine jährliche Unterstützung von 100 Mark. Für das erste Fahr mürbe bic Unterstützung bereits ausgezahlt.
Starkenburg und Rheinheffen.
rb. Darmstadt, 23. Nov. Der Verein H e s s i s clx s Lehrerinnen- Heim trat gestern nackmittag im Rathaussaal zu seiner Hcuiptversammlung zusammen, ber auck bic Ehrenvor- iif.cribc, Fürstin Marie zu Erback-Scyönberg und der Präsident des Lberrcrwaltuirgsaeriktitshoses, Geb. Rat Dr. Weber beiwohnten. Nack kurzer Begrüßung ber Versammlung durch die Vorsitzende, Frau Lili Wolfskehl, erstattet: zunächst Amt- Wann Krapp-Darmstadt Bericht über bic finanzielle Lage und bic Einnahmen unb Ausgaben für ba5 Lehrerinnen heim. Die
Gesamteinnahmen für das abgelaufenc Fahr stellten sich aut 26 400 Mark, bic Ausgaben auf 24 520 Mark, das Gcsamtver mögen ans 131 000 Mark Der Voranschlag für das j^nir Fahr schließt in Einnahme unb 2lnSgabe mit 21 550 Mark. Den Jadres- berirht über das Heim erstattete Frl. 29elsch. Danach beträgt die ;^ahl ber ständig im Heim molmcnbcn Dmnrn 15, tnm denen 12 hüben’ Lehrerinnen lind. Dazu kommen nod> 9 Tischgäste und eine Anzahl Passanten. Die in einigen Fällen iwtivenbrqvi ärztlicke Hilfe — ber GeiilnbheitSzustand ber Dewohnerinnen war im allgemeinen zufriedenstellend — leistete Dr. T1 raubt, bem
dafür herzlich gedankt imrrbe, ebern'o dem Stadtfekretär Dcchert für seine Bemühungen als Rechner und Frl. Binde wa Id als Vorsteherin de? Heims. Vermächtnisse stist^tw bic frühere Lehrerin an der hiesigen Viktoriafchick:. Frl. Lina Livs 2000 Mk , unb Fr! Pur g old 50 Mk. . Dureaudrrekri'r Taub, t-er aus Gel'unbstei' Zruckickten fein Vorstandsamt niederlegte, wurde für ferne lanaiäbnant B-nnüdimaen herzlich-r Dank ausgefprock'-n Für tht wurde Amimann Krapp in deu Vorstand gewiblt.
,1,r Vertreterin dr° Herms in beit vom Hesfi'ckieu Lanb'sl' bre - nnnenvernn [x-m unbeten HilsSkasse wurde Frl. Maria M ü l -
r. ’f”’V1: ''^ck Zustünnmnq der Berfanrnrlnng zu ben Vor- ,tand>^ unb bem Tank an ben Vorstand beS .Hessischen
L?" ihm artnährtnt Zuschuß T hrmn D a l t h e r - 'N. nnen ck^ckr über das
•in'« -iS? 13t - ^atrrlanbc?, worin ne
tne tntcrcnawtt -ehtlbrnma itbcr iirc '-Andrucke und Erinue nmgcn an btc IVHauvtocriannnicng des Allqcmernen Trut i4en nx IkHtm gab Ttc Periamn luwz i<2nf
'rau tüt Wo 11Sk.bl mit ^«iVwonci •• n H-rtrag^f in® an bic hohe Protekwrtn Fürstin zu Erbachschönbcrg.
m. Offenbach a. M., 2V Nov.Jim die Elcktrizi- tatsversorgunezdes Kreises - f f c n b a ch bemühen sich bekanntlich neben der Stadt Offenbach, bic ihr Werk zu einer Ueberlandzentrale auSbauru roill und auch mit einer Anzahl ^cmeinben bes Kreises bereits Stromliese- rungsverträge abgeschlossen h Jt, bic Berliner A. E. G., bic den Nachbarort Mühlkeim für sich gewonnen hat, sowie die Brown, Browern-Gcsellschaft M.innHcnn, die die Grube „Amalie bei Sengenstadt käuflich erworben Hat und dieses Derk in eine Ueberlandzentrale für einen Teil der Kreise Offenbach und Unterfranlen umgestalten will. Die Hessische Regierung hat unter Betonung dessen, daß drei UnterneHnrungen für die Elekrrizitätsversorgung wegen der Rentabilität aus keinen F.ill in Betracht fom- mc'n könnten, ben Konkurrenten anheirngestellt, eine Einigung untereinander in die Wege zu leiten. — ch werc Verletzungen am Kopfe trug ber Elektromonteur Peter Raiels bei einer Schlägerei davon, b:e feine Unterbringung ins städtische Krankenhaus erforderlich machen.
r. Mainz, 22. Nov Ter verheiratete Lokomotivführer Ludwig Engert aus Bischofsheim warf sich gestern alwnd auf der Eisenbahnstrecke nach Tarmftabt bei Bischofsheim vor einen Zug und wurde getötet.
Kreis Wetzlar.
--- Wetzlar-Niedergirmes. 24. Nov. Oie. Pfarrer Heep hielt am Totensonntag um 4 Uhr nachmittags auf dein Friedhöfe eine erhebende Totenfeier ob. Die Kinder der oberen Knaben- und Mädchcnklasien unb der Gesangverein unter Leitung seines Dirigenten Bauer aus Wetzlar brachten dabei Lieder zum Vorträge. '
— Wetzlar, 24. Nov. Die Arbeiten an der Lahn- drucke sind auf Anordnung ber Strornverwaltung in Koblenz auf das nächste Frühjahr verschoben worden, nachdem cm Teil dcS Gerüstes durch bc.B letzte Hochwasser bereits weg gerissen war.
Hessen-Nassau.
△ Vo n ber Edertal sperre, 23. Nov. Die Räumung des Wald eck er Sammelbeckens ist erfolgt, auch die letzten noch zurückgebliebenen Bauern und Gutsbesitzer haben von der heimischen Scholle weichen müssen. Tu Edcrbrücken bei Berich und Beinghausen werden durch Pioniere gesprengt. Die Friedhöfe zu Asel, Berich und Dringhausen sind mit einer Zementschicht vollständig überdeckt worden. Tie Stellen der einzelnen Gräber sind mit Nummern versehen worden, so daß man die Namen der bald tief im Stausee Ruhenden leicht fcftflülleii kann, wenn einmal das Becken leer ist. Manche Gräber Iniben auch besondere Sarkophagdeckel erhalten Die gcivaltige Sperrmauer ist vollendet Vor dieser auf der Hemfurther Seite werden im Tale große gärtnerische Schmuchmlagen und Nutzanlagcn von einer Kasseler Firma hergestollt. Sie sollen bis Frühjahr fcrtiggcftcllt sein Ucberall wird noch an der Ringstraße runb um den Stausee gearbeitet. diesen Wochen soll nun mit ber allmählichen 3iillung dec. 26 Kilometer langen Beckens begonnen werden.
W. Frankfurt, 22. Nov. Heute vormittag sand bic Grund steinleaung zum Erweitcrunasbau des ^cnckcubergischen Ncuscums unb für bas Zoologische Universitätsinstitut statt. In Vertretung der Kaiserin, ber Schirmherrin der iLCnckcnbergilcken Natursorschenben Gesellschaft, wohnte Prinz Friedrich Karl von Hessen ber Feier bei unb nahm auch den ersten Hammmchlag im ?^amcn der Kaiserin vor.
DcrHn$natf?rfd)teiL
A Gießen, 23. Nov. Tic Vcrtrctcrvkrsmnmlung des Po- sa u n c n ck or-Verba n d cs für Ober Hessen sand in Gießen statt. Ter Berbanb, bem I»ci feinet (Mrünbinti nur 7 Ehörc angebörten, zählt jetzt 20 Vereine mit 250—300 Bläsern Neu auf' genommen wurden Bersrod und Altenburg. Tas Verl'ands- feft 1913 fand in Klern-Linben statt. Die Sammlung nir die Mission ergab über 200Mark. Sangrnbergbcim erhält das oberbvn'iidie Po- saunenchorsest für näckstes Jahr. Es wurde auf den 19. Juli jest- gesetzt.
g. Butzbach, 23. Nov. Der 'l riegervcrcin feierte am Samstag abenb im Saale des Hessischen Hofes ben Okbiirt?« tag des Großherzogs. Tic Mitgliebcr waren sehr 3aMreich ci|d)icneit. Ter Vorsitzende, Mcdizinalral LDr Pogt, h?b in einer kern hasten Anspracke ben Gros-Herzog als Friedens förderet heivor. — Hierauf wurde bic Aiifnal/mc neuer Mitglieder genehmigt. Ter Antrag auf SBieberaufnähme passiver Mitglieder wurde abgclehnt, dagegen bet Antrag bcs Voifitzcnben angenommen, e5 dem Vorstand zu überlassen, Nichtmitgliedcr, die sich lun das BcrcinSwescn sehr verdient machen unb großes Interesse für die Vcieinsangclegcnhciten haben, dem Verein aber, da sie nicht Soldat gkweseii sind, nid)t beitreten können, bei besonderen festlichen Veranstaltungen dazu cinzuladen. Alsdann hielt ber Vorsitzende einen Vortrag über: „Tie Erlebnis soeincS Butzbachers in ber französischen Fremdenlegion, auf Grund seines Tagedudies." Ter Vortrag wvt sehr interessant und fand reidicn Beisall. Nack den Aufzeichmmgen des Trrnnben - tcgionäxc’, Lelwet Knabenschnh aus Butzback, (ber im Iahte 1895 int Vogelsberg als Lehrer verstorben ist) in seinem Tage- L*ud>, ist bas Leben der Frombenlcgionäre als entsetzlich geschildert, ivonach es wirklich nottut, die Jugend vor solchen Gefahren zu schützen.
£andir>irfid>aft»
* Kleine Viehzählung. Am 1. Teiembet d. F». hat eine loqcnannte kleine Viehzählung stnttzusinden. Um die Diebdesttzer soivobl wie die Gemeindebehörden tun(td)ft wenig yi belasten, wird die Ausnahme des VlebbestandeS so ciufad) wie möglich gestaltet. Tie mit der Aufnahme betrauten Personen CBabler) werden von Hau» zu C)ait8 gehen und den Viehbestand, hir jede viebbesttzende Haushaltung gesondert, in eine Vifte ein- tragen. Jin Hinblick auf die grone Bedeutung der Viehzähtuna füt die Volköivirischait unb besonder« füt die Frage der Fleiid»- uerloraimg ist es btinaenb zu wünschen, daß die Piebbesttzec da« 3nh(geld)äU durch bereitwillige« thitncgenfommcn gegenüber den öäblem unb TrtSbehörden möglichst erleichtern und durch ne- wißenlmste unb uollftänbigc Beantwottung ber an sie gestellten Fragen zu bem Gelingen der Zählung beitragen.
? Lang-Göns, 22. Nov. Die Fcldbereinigung in ber über 1500 Hektar großen Gemarkung ist jetzt halb beendet. Dr. Hofsmann - Friedberg weilte Iper wegen ber Anlage neuer CI rtbaumhi(turcn, woran sich viele Interessenten beteiligten. Abends fand ein sehr gut besuchter Vortrag statt, in dem Dr. Hoffmann Erläuterungen über die Cbftbaum- anlagrn gab Ta jetzt alle Hecken, Sträucher unb allrinsteh nden Bäume niedergeschlagen werden, märe c> poch sehr angebrackk, wenn letzt schon überall neue Hecken und Sträucher zum Schukie der Vogelwelt angepflanzt würden.
Der Roman einer gräffithen Srisette.
4. Berlin, 22. Nov
In ber fortgesetzten Verhandlung gegen bic Gräfin Fischs^ von Treuberg hielt ber Vorsidende der Angeklagten vor. daß sich der Steinbruckibcsitzer Kirchhoff au5 Eilenburg ihrehregru in Sckmlden getan: habe Vors.: Er Mt wn Ihnen mehrmals Darlehen mm ntmumm, btt er ungcwöbnl'.ch bod» beteff.t ■ Angckl.: Auf die Einzelbeiktn kann ich mich niet mehr bestimmt enttinncn.
Hieraus bekundet brr Strinbruckbesitzer Kirchhoff, baß ihn ine Frau I. Um Gckd angagangen habe. Ta er gerade rid* bei Kasse war, sei er zu der Angeklagten gegangen. Sie habe nachlässig in Tausendmarkscheinen b rumgcblättrrt unb cciragt:


