Ausgabe 
3.11.1913 Erstes Blatt
 
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daß die beanüanbete Summe von 12 000 Mark zu Sailen fron Bad-Nauheim verrechnet wird. Der Finanzausschuß der Ersten Kammer ist diesem Beschluß der Zweiten Sammer bechetreten unb beantragt, die RechTruuge» für die Etatsjahre 1908 und 1909 als richtig und gerechtfertigt gnzu erkennen.

Noch ein Antrag zur Hilfe für die Genyssen- schäften.

Die Abgeordneten Fenchel, Lutz und K o r e 11 - Angenrod Haben bei der Zweiten Kammer folgenden dringlichen Antrag ein- gereicht:

Eine (Gewissheit über die schnelle Hilfe zur Sicherstellung der Lage der in Not geratenen Genoii'enscharten und Genossenschaftler Hessens ist dringend erwünscht. Die Unterzeichneten fragen daher bei der Grossh. Regierung an:

1. Sind die Verhandlungen mit der Zentralgenossenschastsmne wegen Gewährung des zu diesem Zweck benötigten Kamt als ab­geschlossen '? 2. Ist Gwssh. Reglerung alsdann bereit, die in Aussicht gestellte Borlage an die Stänockammcrn zu beschleunigen?

mißlänge vom Baifan.

Sofia, 2 Nov lAgcmee Bulgare.) Zahlreiche bulga- rische Familien klagten bei der Regierung gegen das Vor­gehen der Griechen, welche die bulgarischen Kaufleute, die auf griechischem Gebiete reisen, in Hast nähmen, auf alle mögliche Weise belästigten und sogar manche töteten. Bei dem Austausch der griechisch-bulgarischen Kriegsgefange­nen fehlten beim Ausruf zahlreiche bulgarische Gefangene, deren Namen auf einer von der griechischen Regierung vor- aelegten Liste stehen. Tic bulgarischen Kommissare machten die griechischen .iwmmtssare darauf aufmerksam, doch diese weigerten sich, irgendwelche Aufklärung darüber zu geben. Die fehlenden Gefangenen sind wahrscheinlich umge- bracht worden.

Belgrad, 2. Nov. (W. B.). Vierzig bis fünfzig bul­garische Kvmitadschi überschritten zwischen Toiran und Strumitza die serbische Grenze. Sie überfielen zwanzig nach Strumitza wandernde türkische Familien, obgleich sie mit Passagierscheinen der bulgarischen Regierung versehen waren, «nd richteten ein Blutbad an.

Der Thron Albaniens.

DieBerliner Morgenpost" meldet aus Rom: Fürst zu Wied hat die Kandidatur für den Thron Albaniens angenommen. Italien, Oesterreich-Ungarn und Deutschland sind dafür, die Zustimmung Frankreichs, Englands und Rußlands wird erwartet.

Ausland.

Som Befinden des Oberstleutnants v. Winter-- feldt

wird berichtet, daß die ihn behandelnden Aerzte und der an das 5rrantenbett berufene Professor Dr. Hartmann von der Pariser Chirurgischen Klinik am Sonntag früh folgenden Be­richt veröffentlichten: Der Verletzte hat gegenwärtig das Sta­dium der ernsten Komplikationen hinter sich. Ter lokale Befund macht noch einen Eingriff notwendig, der in den nächsten Tagen vorgenommen werden wird.

' Der russische Ministerpräsident Kokowtzow, der vollständig wieder hergestellt ist, wird, wie ein italienisches Matt erfährt, Dienstag nach Paris reisen, wo er, obwohl seine Reise keinerlei politischen Charakter bat, mit Poincar 6, Bar- thou und Pichon Zujarnrnenkünftc haben wird. Von Paris wird sich Kvkowtzow wieder nach Petersburg begeben. Die ruf» fische BÄschastrr in Rom, Krupenski, wird einige Wochen Urlaub nehmen und den MinKcrpräsidenten nach Paris begleiten.

Kampfe in Fra-nzöfisch-Westafrika.

Das französische Kolonialministerium erhielt vom Gou­verneur Französisch-Westafrikas eine Depesche, die besagt, nach den ersten Berichten über den .Kampf bei Boutilis am ,18. September seien seitens der Franzosen 25 Eingeborene gefallen, jedoch sei fern Europäer verletzt worden. Die De­pesche fügt hinzu, daß der ReWouftamm, der den Angriff am 18. September unternahm, später von dem Hauptmann .Mangeot verfolgt und am 10. Oktober in Outfoun ein geholt wurde, wo ihm eine völlige Niederlage beigebracht worden sei. Die Franzosen erbeuteten über 600 Pferde, 15 Gewehre, das gesamte Gepäck und die Lebensmittel. Auf französischer Seite seren nur zwei Eingeborene gefallen.

'rattficrtnbc Ideen in daS Gewand nnverhMtrr Pikanterie zu kleiden Auch später, als Marcel Prövost seine ftanbibatur für die Akademie dadurch vorbereitete, dass er in nationalistischer Propaganda arbeitete und in dem täppischen und abgeschmackten RomanMr. et Me. Moloch" dem modernen Deutschland seinen Hass und seine Verachtung kundgab, auch dann haben gerechte Beurteiler bei Prövost nur die verblüffende Geschicklichkeit be wundert, mit der er moralisiert und dabei der Pornographie ein unschuldiges Mäntelcknrn nmznhängen weiss. In der dra- matisckun ^lusschrotung seines letzten Romans setzt er nun den deutschen (Gouvernanten bissig zu : eS wäre wirklich schade, über dieses Maäflverk ein Wort zu verlieren, falls man da nicht zwei Tatsackren konstatieren müsste: erstlich, dass das Pariser Publikum das Thema der .Komödie mit sichtlichem Unbehagen aufnahm, weil sich der künsüick gesckmrte Patriotismus des Vorjahres be­reits in normalen Dahnen bewegt, zum grossen Leidwesen der dramatischen Kärrner: und zweitens, dass die von dem Autor nicht sehr sanft behandelten CKmverrranten auS Italien und Eng- laitb letzt in dem Stück zu engelsansten, svmvathischen Wesen wurden, und mir die blonde Magda ist dafür sozusagen der Sündenbock, spioniert, feiert Orgien in ihrer Privatwohnung, verftibrt in der Familie, wo sie mitGüte" ausgenommen wurde, den Papa und mid> den Herrn Sohn usw. Mnseguenz in li­terarischen Dingen ist also nur ein leeres Wort: vor allem kommt das Geschäft, und da man mit England jetzt gute Be­ziehungen ausrechterhält und auch Italien nicht vor den Kopf ftofam will, so sind die zwei Kolleginnen von Magdageläutert" worden. Tem deutsck»enFräulein" liess man svlck>e Gunst nicht widerfahren.

(CD Eine neue Operette von Lconcavallo. Ans London wird berichtet: Im Prince os Wales-Theo ter soll am kom­menden Dienstag eine neue Operette von Leoncavallo ihre Urauf­führung erleben. DaS Werk, das sich in seiner Anlage sehr stark dem Charakter einer Revue und eines Ausstattungsstückes nähert, umfasst zwei lange Akte und führt den TitelAre von tberc?" Sinb Sie da?" Der erste Akt fvidt auf einem Televbcmamt unb bringt n. a. eine Satire auf das Telephonwefen, während der zweite Akt ein Spielkasino auf die Bühne bringt. Der Tert stammt von dem weiten Direktor des Londoner Hippodroms de Courville, und die weibliche Hauptrolle wird von der amerikanischen Sänge rin Mrs be Courville kreiert werden

(CK) Der grösste Radium kauf. Für 1 200 000 Mark hat daS Londoner Radio Active Crügen Institute 2000 Milli «ramm Radium, faß ein Drittel alles dessen, was von der faßbaren Substanz gegenwärtig vorhanden ist, zu Heilzwecken angelauft. Diese 2 Gramm stellen die gesamte Produktion der beiden Pariser Anstalten dar, die unter Aufsicht der Tinte. Curie Radium rr zeugen. Wie der Direktor deo Londoner Institutes mitteiltc, be­gehrt rn auch noch verschiedene anbav Länder, so Belgien, Russland und Anrrrika, den Vorrat, der sich durch besondere Reinheit auszeichnet, und England gelang es nur durch rasche» Sngrvifcn, sich den kostbaren Schatz zu sichern. Die Rachfrage nach Radium bei dem Institut ist sehr gross: sie war in diesem Jahre 600mal grösser als im vorhergehenden. Das Radium roirb an die großen Krankenhäuser ohne iedes Entgelt verlu-bci, und auch nir die private "Behandlung zu einem sehr niedrigen Preis zugänglich gemacht werden.

K. B.

schaftliche Bilder aus.

Fainilienabend des Oberhess. Vereins für innere Mission. Herr Kirchenrat D. Schlosser schreibt unS: Der Gedanke, daß das christliche Gemeindeleben nur da recht gedeihe, wo die Gemeinde selbst es für ihre eigene Aufgabe erkennt, wo die Gemeindeglieder selbst ihre Ver­antwortung dafür fühlen und Hand dazu anlegen, ist inner­halb der evangelischen Kirche in den letzten 30 Jahren ganz besonders von dem ausgezeichneten Pastor D. Sülze in Dresden eifrig vertreten worden. Im Grunde ist fre viel älter. Er wurzelt tief in den Grundgedanken des Christen- tuniS. Vor allem gehört er zu dem Programm der inneren Mission, wie c§ Wichern aufgestellt hat. Deshalb hat sich der Oberhessische Verein für innere Mission von Anfang an gerade darum lebhaft bemüht. Dazu sollten unter anderern die Familie na den d e dienen, die er jedesmal bet einem JahreSsest zu veranstalten pflegt. Auch in diesem Jahre lädt er dazu auf den Abend deS 4. November nach Steins Garten ein (s. Inserat). Solche Mittel, daS Gefühl der Zusammengehörigkeit zu wecken und zu pflegen, sollten auf daS Verständnis und die Teilnahme aller derer, die noch ür christliches Gemeindeleben Sinn haben, rechnen können, unb bie Teilnehmer früherer Versammlungen wissen, dass auch sie dabei auf ihre Rechnung gekommen sind. Der Kirchen­vorstand hat außerdem mit Rücksicht auf diesen bevorstehenden Familienabend darauf verzichtet, einen solchen am Jahrhundert- est zu halten. Der morgende Abend gilt denn auch noch der großen Gedenkfeier unserer Gemeinde.

** Vom fortschrittlich-politischen Bil­dungsverein wird uns geschrieben: Um Missverständ­nissen vorzubeugen, sei darauf hingewiesen, daß die öffent­liche Versammlung des fortschrittlichen politischen Bildungs­vereins keine Agitationsversammlung sein soll, die vor­wiegend durch Polemik gegen Junker und Bund der Land­wirte ausgefüllt mirb. Die Versammlung soll vor allem der Aufklärung dienen. Professor U r ft a d t wird deshalb die geschichtliche Entwicklung der ostelbischen Verhältnisse behandeln, unb der Hauptredner, Rittergutsbesitzer Becker aus Bartmannshagen in Pommern, jetzt in Bensheim, wird die gegen nm rtigrn Zustände auf den grossen Gütern schildern, Leben und Treiben, Wirtschaft und soziale Ver­hältnisse. Ucber die ostelbischen Güter herrschen bei uns vielfach noch ganz falsche Vorstellungen. Wirkliche Aufklä­rung durch einen Kenner wird jeder begrüßen, wie er auch politisch gesinnt sein mag.

** 4 0 jähriges Dienstjubiläum. Auf dem Giessener Draunsteinbergwerk begeht heute der Bergmann Gottfried Bender aus Grüninaen sein lOjähriges Dienstjubiläum. Bender wurde von seinen Vor­gesetzten unb Mitarbeitern zu seinem Ehrentag beglück- bie Direktion übergab ihm für seine treue Pfltchterfullung in ber langen Reihe von Jahren ein größer^ Gelbgeschenk. Möge es bem Jubilar vergönnt fein, nod) recht lange'seinen Dienst auf bem Gießener Braunstein- bergmerf nnc jeither in voller Rüstigkeit zu versehen.

1 a hrt gc «r beitSjubiläum konnte am Sams- Heller m ber Eisenbahn- ihm * -Wt ar bei ter überreichten

w geschmückten Arbeitsplätze ein tvert- rnCbft nnem ^eenbiplom Von ber Eisen- bahnbeborbc bekmn er cm namhaftes Geldaefchenk. Am Abend sand eine gemütliche Feier im Restaurant Kobel statt. Eingcleitet von einem Prolog wurde ui einigen «w-

Xus Stadt und Land.

Giessen, 3. November 1913.

Trinker-Fürsorge stelle für Stabt unb Landkreis Gießen Gießen Asterweg 9. Sprechstunde jeden Dienstag abend 6'/, bis 8 Uhr.

* Veränderungen im Schulwesen. Uebcrtra- gen wurde dem Lehrer Georg Hopp zu Nieder-Kinzig, Kreis Erbach, die zweite Lehrerstelle an ber Volksschule zu Steinbach, in demselben Kreise; dem Lehrer Johannes M a y e r zu Kelsterbach, Kreis (vroß-Gerau, eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Nieder-Ingelheim, Kreis Bingen; der Schulamtsasvirantin Gertrude Hammer aus Mainz eine Lrhrerinstelle an der Volksschule zu Heides heim, Kreis Bingen.

** In den Ruhestand versetzt wurde auf fein Nachsuchen der Weichensteller in ber Hessisch-Preußischen Eisenbahngemeinschaft Philipp Leißer zu Wixhausen vom 1. November an.

"Ernannt würbe am 1. November der Gerichtsvoll­zieher-Aspirant Friebrich Reichert in Schlitz zum Ge­richtsvollzieher mit bem Amtssitz in Schlitz.

** Giessens Lichtbühnen bringen seit Sams­tag neue Silber, auf die näher einzugehen es sich ver­lohnt, da sie in beiden Theatern dem Besten, was dort schon geboten worden ist, in nichts nachstehen. Das lln i o n- Theater hat ein Programm aufzuweisen, das in seiner enormen Länge an Reichhaltigkeit nichts zu wünschen übrig läßt. Das Hauptaugenmerk bei der Zusammenstellung ist diesmal in lobenswerter Weise auf den Humor, das ur- eigentliche Gebiet des Kinos, und auf das prunkhafte Aus­stattungsstück gerichtet worden. Dem Humor ist das reizende breiartige LustspielSeine Kammerjungfer" gewibmet, ein allerliebstes Werkchen, bas schon durch seine behagliche Auf­machung ungewöhnlich fesselt. Tie Tarsteller befleißigen sich einer großen, pathetischen Geste, die, in recht komischem Gegensatz zu der humoristischen Handlung, die Lachmuskeln unwillkürlich kitzelt. Eine glänzende Aufmachung weist da­gegen das Drama von der Eroberung Konstantinopels auf. Hier sind dem Film Möglichkeiten gegeben an Massen­wirkungen und durch den blitzschnellen Wechsel der Schau­plätze, wie sie das Theater niemals erreichen kann, und unser Schauspiel nützt diese Wirkungsmöglichkeiten nach Kräften aus. Neben den belehrenden Bildern aus dem west­lichen Senegal weiß auch der übrige Teil des Programmes sein Publikum zu unterhalten.Die Sumpfblume" ist der neueste Schlager des L i ch t s p i e l h a u s e s, der erste Film der neuen Treuma'un-Larsen-Serie, für welche das Lichtspielhaus das alleinige Aufführungsrecht in Gießen er­worben hat. Ter Vierakter greift in die innersten Tiefen des Lebens y^b schildert in grellen Farben die Geschicke eines Mädchens aus den tiefsten Schichten der Menschheit, einer Sumpfblume, die auf fremdem, vornehmem Boden nicht ge­deihen kann und elend zugrunde gehen muß. Die Handlung ist spannend und geschickt aufgebaut. Seinen Erfolg ver- )ankt das Drama jedoch zumeist ber glänzenden Darstel­lung der einzelnen Schauspieler. Wären Wanda Treumann und Viggo Larsen, die Spieler der Hauptrollen, nicht so überzeugend wahr in ihren darzustellenden Charakteren, so würde das Stück mit seinem unbefriebtgenben Schluß we­nig Einbruck hinterlassen. Auch bie Ausstattung ist prächtig. Den Zeitraum zwischen ber Aufführung berSumpfblume" füllen humoristische unb allgemein intereffierenbe wissen­

sprachen von seinen Vorgesetzten der besonderen Verdienste des Jubilars gedacht, die er sich um den 3taat und s«ue Mitarbeiter erworben hat. - Sie gipfelten alle in dem Wunsche, daß bem Jubilar noch ein recht langer, sorgenfreier Lebensabend bq(hieben sein möge. Ter nachfolgende Kom­mers, bestehenb in humoristischen Klaviervorträgen und gemeinsamen Liebern, hielt die zahlreichen Teilnehmer bis lange nach Mitternacht in fröhlicher Stimmung zusammen.

Baumfällen. Das K aiserliche Tele­graphen amt Gießen bittet uns, mitzuteilen: In der Zeit des Baumfällens werden an den Straßen unb in den Ortschaften die Reichs-Telegraphen- und Fern sprech- lei t u n gen durch umstürzende Bäume oder durch herab­fallende Acste häufig beschädigt, weil bie Personen, denen das Baumfällen obliegt, rn der Regel die zur Sicherung der Telegraphenanlagen gegen Beschädigungen erforderlichen Vorkehrungen überhaiipt nicht ober in ungenügendem Maße treffen und es unterlassen, von den bevorstehenden Arbeiten ber nächsten Postanstalt rechtzeitig Mitteilung zu machen Ta auch fahrlässige Beschädigungen der Telegraphenanlagen im § 318 des Reichs-Strafgesetzbuches mit Strafe bedroht sind, wird den Baurnbesitzem empfohlen, die nächste Post- anstalt von der bevorstehenden Baumfällung so zeitig zu be- nachrichtigen, daß die Entsendung eines Beamten zur Sicherung der Leitungen veranlaßt werden kann. Tadurch erspart sich der Baumbesitzer Unannehmlichkeiten: alle Kosten für die Sicherung der Telegraphenleitungen trägt außerdem in diesem Falle bie Telegrap l-enverwaltung.

Landkreis Giessen.

= Rn t t ershau sen , 2. Nov. Heute nachmittag sand bei schönem Wetter unb reger Beteiligung ber ganten Gemeinde die Einweihung unserer neu erbauten schule statt. Nach bemJMang der Schüler an ber alten Schule sprach Schulverwalter Sarer herzliche Abschiebsworte, worauf Dekan Gussmann an ber neuen Schule bie Wei berede hielt. Regierungsrat Weicker bcqlück- wünsckite im Namen der Behörde die CKmemde tu ihrer bcroicicnen Cpfenvilliglrit und auch Professor Alles richtete anerkennende Worte an die Versammelten. Nach bem Vortrag eines Gedichtes durch die älteste Schülerin übernahm Bürgermeister Ä l i n k e l das neue Haus in den Schutz der Gemeinde, übergab cs mit Segens­wünschen seiner Bestimmung und öffnete die Türe. Die beiden Gesangvereine waren erschienen und umrahmten die Feier mit schönen Gelängen. Ein grocr Strom von Neugierigen, jung und alt, besichtigte nun bie inneren Räumlichkeiten, die nach den Plänen von Baurat Hechler erbaut die Bewunderung unb das JÜob aller fanden.

= fiid), 3. Nov. Am Dienstag feiern Dachdeckermeister Christ. Vater und Ehefrau das Fest der silbernen Hochzeit.

4 Lich, 1. Nov. DaS Fest der silbernen Hochzeit begingen heute Buchhändler Wilhelm Dietz und Frau.

Kreis Büdingen.

Ober-WidderShetm, 2. Nov. Bürgermeister unb Brauereibesitzer Weiß ist plötzlich gestorben. Er ist jetzt 27 Jahre als Bürgermeister tätig gewesen unb war erst vor einigen Wochen einstimmig zum vierten Male gewählt worden.

Kreis Alsfeld.

A Alsfeld, 2. Nov. Der veraltete Brauch, die KreiS- straße mit grobem Basaltschotter zu bedecken, hat eS mit sich gebracht, daß die Automobilpost Kirtorf Ehrings­hausen ihren Betrieb einstellen musste. Leider werden hier immer noch nicht die Straßen gewalzt, vielmehr bleiben die Steine so lange liegen, bis sie eingefahren sind.

ok. Alsfeld, 2. Nov. Das Wohnhaus des in Kon­kurs geratenen Steinmetzen unb Kuiematographenbesitzer« Emil Martin II. ging nebst anderen Gebäuden und Garten bei der zweiten Versteigerung zum Preise von 20 000 Mk. in den Besitz des Herrn Sattlermeister Koch, Obergafle, über. Die erste Versteigerung, bei der 17JD00 Mk. geboten worden waren, war nicht genehmigt worden. Die Kino­einrichtung ist noch nicht verkauft worden.

ok. Alsfeld, 2. Nov. Nächsten Dienstag feiern Schuhmacher Andreas Schmidt unb seine Ehefrau, Elisabeth, geb. Köhler, ihre silberne Hochzeit. Am 10. b. Mts. finbet hier v.t Neuwahl von 7 GemeinberatSmitgliedern statt.

ok. Münch-Leusel (bei Alsfelb), 1. Nov. DaS Kroßh. Ministerium beS Innern hat genehmigt, daß daS Dorf vom 1. November b. IS. ab eine eigene Bürger­meisterei erhält. Bisher war es mit ber Bürgermeisterei Schwadenrob verbunden unb das Dorf hatte nur einen Bei- georbneten aufzuweisen.

Kreis Lauterbach.

A Ilbeshausen, 2. Nov. Auf eine 2bjährige Tätig- feit als Maschinist blickt Sebastian Greb zurück. Die Maschinenbaufirma Platz-Weinheim sandte bem Jubilar 25 Mark.

Kreis Friedberg.

Friedberg, 2. Nov. Unter zahlreicher Beteili­gung wurde am Donnerstag imHotel Trapp" die KreiS- lehrerkonfer^enz des Kreises FrirHberg abgehalten. Es erschienen die Mitglieder der Krelsschullornmission, die geladenen Gäste unb 250 Lehrer und Lehrerinnen Zri?eisvat prbr. u. Schenk hielt die Begrüßungsansprache, darauf hielt Schulrat Süss einen Vortrag überDie wahre Bil- bung". Lehrer Bur k-Vilbel fprud) überDeutschlarrds tiefste Erniebrigilng, seine Befreiung vorn Joche Napoleons unb sein glorreiches '.Serben nach 1870". Den Schluß bet Feier bilbete ein Festmahl mit 220 Gedecken.

L. Friedberg, 2. Nov. Der Voranschlag bei HanbelSkammer Friebberg für baS Jahr 1914 beträgt in Ausgabe 10 000Mk.Vom 1. Jan. 1914roirb bie hiesige Orts­krankenkasse in eine KreiSkrankcnkasse umaewanbelt. Die ver- schiebenen Krankenkassen beS Kreises Haden bereits ihr Ein­gehen beschlossen.

Butzbach, 2. Nov Sein 25jähriges Jubiläum als Braumeister derGambrinus-Branerei" konnte Braumeister Franke begehen.

I Ossenheim, 1. Nov In der Gemeinderats­wahl würben gewählt: Landwirt G Kopp, Schmiede- meiftcr Plftlipp Wagner, Arbeiter PH. Cfübler.

$ Schwalheim, 1. Nov Sein 25,ähriges Jubiläum als Straßenwärter im Kreise feierte heute L. Peter- mann von hier.

Groß-Karben, 2. Nov. Hier und in zahlreichen Orten unserer Gegend tritt der Scharlach mit Heftigfeit auf und hat schon verschiedene Opfer gefordert.

4- Münster, 2. Nov. Auf der vorn Naul>eimer Jagd- vcrein am Samstag im Münsterer Walde abgehaltcnen Hirschjagd wurden von 32 Jägern 7 Hasen zur Strecke gebracht.

Starkenburg und Rheinhessen.

ch. Darmstadt, 3. Nov. In Rimbach im Oden­wald wurde heute nacht nach der Kirchweihe ber 28 Jahre alte Obsthändler Nikolaus Blatt von dem Landwirt Michael