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ab, und als der Soldat sich weigerte, ritz, er ihm das Käppi vom Kopf. Die Zivilisten ihrerseits entrissen dem Leutnant das Käppi and bewarfen d e n O s f i z i e r, der den Soldaten festgenommen hatte, mit Steinen. Dem Soldaten gelang es, zu entfliehen. Ms der Leutnant ihn verfolgte, wurde gegen diesen ein Schuß a b gefeuert, der jedoch nicht traf.
Aus Stafct nnd Land.
Gießen, 28. Mai 1913.
** Tageskalender für Mittwoch, 28. Mai. Konzert- verein: Reguiem'(Kroße Totenmesse) von Hektor Berlioz., Abends 7 Uhr in der Stadtkirche. *
** Vo m G roßh. Hofe. Das Großherzogspaar begab sich am Montag abend zu Besuch des Prinzen Paares Heinrich von Preußen nach Hemmelmark, um dort noch einige Tage zu verbringen. Die Rückkehr nach Darmstadt wir'6 voraussichtlich Ende der Woche erfolgen.
*• Erledigte Lehrer st ellcn. Eine mit einem cvang. Lehrer zu besehende Lehrcrstelle zu Groß-Karben, eine mit einem kath. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle zu Klein-Hausen, und eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Grebenhain.
•• Abschlag des Schweinefleisches. Infolge weiteren Nachgebens der Schweinepreise sehen sich die hiesigen Sehweinemetzger veranlaßt, bei nachstehenden Artikeln einen Preisabschlag eintreten zu lassen und zwar sollen laut freiwilliger Vereinbarung kokten: Bauchlappen mit Zugabe das Pfund 76 Psg., Dörrfleisch und Speck das Pfund 100 Pfg., Schmalz, ausgelassen, das Pfund 80 Pfg., Schmalz, roh, das Pfund 76 Pfg., Wurstfett das Pfund 60 Pfennig.
•• Bei dein Militär-Konzert zum Vesten des Invalidendanks spielt unsere Negimentsmusik vorwiegend patriotische und militärische Stucke, u. a. da? militärische Tongemälde „Die Völkerschlacht bei Leipzig" von R. Eilenburg.
** Die Kr iegerkameradschaft Hassia hält nächsten Samstag und Sonntag AU Hirschhorn'ihre Mitt gliederversammlung ab, zu der etwa 400 Vertreter der Kriegervereine erwartet werden. Die Hassia zählt in 980 Vereinen 70 400 Mitglieder; Verband und Verein verfügen über ein Gesamtvermögen von fast einer Million Mark. Den wichtigsten Punkt der Verhandlungen wird der A n t r a g d e s Präsidiums bilden, wonach jedes Mitglied den „Hessischen Kamerad", das Verbandsorgan, halten soll. Mehrere Bezirke und Vereine haben hierzu Unteranträge gestellt. Ein weiterer Antrag des Präsidiums befaßt sich niit der Abhaltung einer Verbandslotterie im Herbst 1913. Ein Antrag Darmstadt betrifft das Vortragswesen. Um den Hassiatag 1914 bewerben sich Butzbach, Lich und Gießen.
** D e r Verband der Detailti st envereine in Hessen hielt eine Ausschußsitzung ab, die von allen Vereinen gut besucht war. Der Vorsitzende W. K a l b- fu ß-Darmstadt gab einen Bericht über die Tätigkeit der Vcrbändsleitung seit der letzten Sitzung und erwähnte besonders, daß "die Geschäftsstelle der vereinigten Detaillisten, umfassend das Arbeitsgebiet des hessischen Detail- listen-Verbandes, des Detaillisten-Vercins Darmstadt, des Rabätt-Sparvereins Darmstadt und der Ortsgruppe Darmstadt des Textil-Detaillisten-Verb'andes (Hamburg» nunmehr ihre Tätigkeit im vollen Umsang auf-genommen habe. Es krürd dem Wunsche Ausdruck gegeßen/ daß diese neue Ein richtung berufen sein möge, zum Segen und 9?utzen des .gesamten hessischen Detaillistenstandes zu arbeiten. Eine Üebersicht über die in fast sämtlichen größeren Gemeinden Hessens eingeführte W a r e n h a u s - u n d Filialsteuer soll geschaffen werden. Da schon seit Jahren über das irrmicr mehr zunehmende Hausierunwesen und die Wanderlager geklagt wird, wird die Verbandsleitung Schritte tun, um die Klage zu prüfen und für Abstellung derselben besorgt zu sein. Bezüglich der Wanderlager — als einen bedeutenden Schaden für das ansässige (bewerbe — wird man sich der Bewegung des deutsche!: Zentralverbandes anschließen, der dieje Frage auf reichsgesetzlichem Wege geregelt sehen »rill. Einen fast noch größeren Schaden bereitet dem Detailhandel aber der sogen, heimliche Warenhandel. Er wird betrieben von vielen Privatpersonen, Damen der besseren Stände bis in die höchsten Kreise hinauf, dann vor allem von Beamten der Staatsund Kommunalbehörden, der Post, Eisenbahn, Banken usw Während dem legitimen Detailhandel ungeheure Mgaben in Horm von Steuern, Beiträgen zur sozialen Versicherung usw. auferlegt sind, ist der heimliche Warenhandel vollständig abgabefrei. Auch in dieser Frage wird das Vorgehen der großen Delaillisteti-Verbände unterstützt, die fordern, daß alte Personen, die Handel treiben, sei es mit oder ohne Gewinn, den Vorschriften der Gewerbeordnung genau so unterstellt und zur Gewerbesteuer herangezogen werden wie jeder Gewerbetreibende. Es wurde sodann Bericht erstattet über das Zugabeunwesen, das Petroleum- rnonovol und die neugegründete Detaillnmdels-Berufs- genossenschaft. Ter Verband zählt jetzt zirka 1400 Mit glieder.
** D i e Rabatt (Var bereinig nng, die dem Detail- listen-Verein angeschlossen ist, hielt gestern abend ihre .Hauptversammlung ad. Der Vorsitzende des Ausschusses, Kaufmann E. Röhr, erstattete den Geschäftsbericht. Die Bereinigung bc steht jetzt im 5. Jahre: sie hat sich immer mehr entwickelt. Die Mitgliederzahl beträgt jetzt etwa 90. .Hinzugetreten sind im letzten Jahre 6 weitere Firmen. Einige weitere Anmeldungen konnten nicht angenommen werden, da ihre Aufnahme nach der Geschäftsordnung nickt möglich und angängig war. Der Marken- nmtausch hat sich erhöht: er ist im letzten Jahre um etwa 8 Prozent gestiegen. Die Summe der eingelösten Bücher stieg mn über 10 Prozent. Im letzten Geschäftsjahre wurden für eingelöste Rabattfparbücher etwa 40 000 Mark ausbezahlt, sicher ein Beweis dafür, daß das Publikum und die der Vereinigung angeschlossenen Ostschäfte der guten Sache das richtige Verständnis entgegenbringen. Eine Aenderung der Geschäftsordnung geht dahin, das; die Marken nicht nur „auf Verlangen", sondern für die Zukunft von jebem Geschäftsinhaber ohne Aufforderung aus- gegeben tverden müssen. Etwaige Beschwerden, die deshalb ein» laufen, sind an den Ausschuß der Rabatt-Sparvereinigung zu richten. Das Publikum wird durch Beifügung eines entsprechenden Vermerks in den Rabatt Sparbüchern hieraus besonders aufmerksam gemacht. Dem Ausschuß wurde auch ferner u. a das Recket eingeräumt, in gewissen Fällen des unlauteren Wettbewerbs, den sich Mitglieder etwa zu Schulden kommen lassen sollten, die Rabattsparmarken ganz oder auf gewisse Zeit zu entziehen. Die Geschäfte der Bereinigung mürben in 10 Ausschußsitzungen, einer Mitglieber- unb einer Hauptversammlung crlcbigt. Zu ber Mitgliederversammlung waren außer den Mitgliedern alle Firmen der Kolonialwarenbranche eingeladen: in der betr. Versammlung handelte es sich um Stellungnahme zu dem Petroleummouopol. Die Vereinigung hat endlich Stellung genommen zu verschiedenen Standes- und gewerblichen Fragen: erwähnt seien hier nur die Angestellteu-Versicherung, die DetailberufSgeiwssenschaft. Gemeinde- und Gewerbesteuergesetz, Warenhaus- und Färalsteuer, Z^abo-Unwesen usw. Mit dem Mlaus des Jahres 1912 such
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Gerichts? aal.
Der Direktor der Hauptgenosienfchaft Friedberg vor der Strafkammer.
F. E. Gießen, 27. Mai. Vor der Strafkammer stand heute der Strafprozeß gegen den Direktor der Landwirtschaftlichen Hauptgenossenschaft für die Provinz Oberhessen in Friedberg, die auch ein Schmerzenskind des .Hessischen landwirtschastliäM Genossenschaftswesen ist, der 35 jährige, aus Dresden gebürtige, jetzt in Düsseldorf wohnhafte Amandus Maennel, Oberleutnant d. R, zur Verhandlung. M. halle vom Jahre 1909 bis vor einigen Monaten diesen Posten inne. Es wurde ihm borge* morsen, in der Absicht, der Hauptgenossenschaft rechtswidrige Der- mögensvorteile zu verschaffen, durch mehrere selbständige Handlungen daS Vermögen anderer in betrügerischer Weise geschädigt zu haben und zwar in den Jahren 1910—1912 den Reichspost fistus durch ungenügende Frankatur von Briefsendungen um nicht zu ermittelnde Beträge, im April 1911 die Landwirtschaftliche Ein- und Verkaufsgenossenschast (Kornhaus) Hanau durch Zusatz von Wasser zu einer Probe gelieferten schwefelsauren Ammoniaks vor deren Untersuchung um 76,65 Mark, in 1911 die Saar- und Mosel-Bergwerksgesellschaft in Korlingen in Lothringen, oder den EisenbahnfisluS bei der Verrechnung der FrackS - ten für ea. 26 300 Mark gelieferte Kartoffeln um 72,50 Mark, in derselben Zeit und auf dieselbe Weise die Firma Cornelius Hehl-Worms oder den Eisenbahnfiskps um 216,79 Mark außerdem durch einen Betrugsversuch den Reichspoftfiskus um 20 Pfg.
14 Zeugen und 1 Sachverständiger waren zu hören. Der Angeklagte bestritt bei seiner .Vernehmung entschieden die ihm zur Last gelegten Handlungen und betonte, daß eine anonyme Anzeige dieses Verfahren gezeitigt habe, um ihn von dem Posten
die zuerst bezogenen Rabattsparmarken von grüner Farbe ungültig genrorben: das Publikum wurde vorher rechtzeitig in den hiesigen Tagesblättern besonders aufmerksam gemacht: nachträglich wurde die Frist zur Einlösung dieser Marken, bis zum 1. Februar verlängert. Mit dem Verband der Rabattsparvereine Deutschlands hat die hiesige Vereinigung stets in regem Verkehr gestanden: der Verband gibt monatlich eine Fachzeitung heraus, die allen Mitgliedern unentgeltlich zugestellt tvird. Tie Kassenverhältnisse sind günstige. Die Kasse wurde eingehend geprüft von dem Revisor der dem Verbände angeschlossenen Revisions-Vereinigung: dieser hat sich neben der Bestätigung des Richtigbefunds über Führung der Kasse lobend ausgesprochen. Zwei von dem Ausschuß eingebrachte Anträge auf Aenderung der Geschäftsordnung wurden einstimmig angenommen. AuS dem Ausschuß hatten nach der Geschäftsordnung und bezw. Los in diesem Jahre auszuscheiden die Herren N. Jmheuser, L. Kröll, I. Maternus und L. Levi. Sie wurden wiedergewählt.
•• In der Herberge zur Heimat kehrten im vergangenen Monat im ganzen 1275 Gäste (gegen 1133 im gleichen Zeiträume des Vorjahres) ein, davon waren 893 zahlende (892) und 382 Gäste, die die Herberge gegen Arbeitsleistung in Anspruch nahmen (241). — Durch den Arbeitsnachweis konnten Dort 145 offenen Stellen 141 besetzt werden, darunter 26 nach außerhalb. Es waren 93 ungelernte und landwirtschaftliche Arbeiter und 48 Handwerker. Unter letzteren mären 12 Schreiner, 3 Schmiede und Schlosser, 2 Metzger, 9 Schneider, 2 Spengler, 2 Sattler, 2 Glaser, 5 Lackierer, Maler und Anstreicher, 7 Bäcker und 4 Polsterer und Tapezierer.
** Eine Erkerscheibe zertrümmert. Ein Dienstmann fuhr in die Schaufensterscherbe des Schuhhauses L. Süß auf der Mäusburg und zertrümmerte sie vollständig. Glücklicherweise ist der D-ienstmann nicht verletzt worden.
Haltungskursus für erwachsene Mädchen und fronen ab. Erfreulicherweise beteiligen sich auch Fabrikmädchen.
h. Frankfurt a. M., 27. Mai. Ein junger
Kreis Büdingen.
h. Büdingen, 27. Mai. Negenjahre, Fröste und andauernde Mißerfolge brachten den Weinbauern seit mehreren Jahren statt der volleft Fässer nur Aerger und Verdruß. Da auf eine Besserung der Lage kaum mehr zu rechnen ist, beabsichtigt man, die Weinberge in Ob st anlagen umzuwandeln, um so sichere und ständig steigende Erträge zu erzielen.
)( Büdingen, 26. Mui. In der Privatrlage des Joh. M. von Kleinstcinheim gegen die D. K. B. von Büdingen, Tochter des W. B. daselbst, wegen Beleidigung wunde die Angeklagte in eine Geldstrafe von 5 0 Mark, die im Uneinbringlichkeitsfalle mit zehn Tagen Gefängnis zu verbüßen ist, verurteilt und mit den Kosten des Verfahrens, einschließlich der notwendigen Auslagen des Privatklägers, belastet. Im Mai 1912 und um diese Zeit erhielt der Privatkläger eine Reihe von Briefen aus Büdingen, in denen der anonyme Absender den Adressaten (Privatkläger) mit Beleidigungen gröbster Art bedachte. Das Schöffengericht hat in eingehender Prüfung des Gutachtens des Gerichtschemirers Dr. Popp in Frankfurt a. M. und aller Beweisstücke die Ueberzeugung gewonnen, daß nur die Angeklagte als die Schreiberin und Absenderin der Briefe in Betracht kommen kann, unter Annahme eiltet fortgesetzten Begehung einer einzigen strafbaren Handlung.
x Nidda, 26. Mai. Im vorigen Jahr wurde auf Veranlassung und Kosten der Bczirkssparlasse Nidda eilte zahnärztliche Untersuchung de r Schulkinder der zum Sparkassebezirk Nidda gehörigen Gemeinden angestellt. Aus dem Ergebnis sei folgendes mitgeteilt: Im allgemeinen wurde gesunden, dast die Zahn- und Mundverhältnisse der Kinder zwar etwas günstiger sind, wie z. B. die der Kinder der Stadt Darmstadt. In letzterer Stadt ergaben die Untersuchungen, daß nur 1,4 Proz. aller Schulkinder gesunde Zähne hatten, mit anderen Worten, daß unter 1000 Kindern rund 14 Kinder mit gesundem Gebiß gefunden wurden. Im Bezirk Nidda ist die Durchschnittszahl der gesunden Kinder 13,7 Proz., mithin haben von 1000 Kindern durchschnittlich 137 Kinder gesunde Zähne. Die Durchschnittszahl in den einzelnen Gemeinden bewegt sich zwischen 30,4 Proz. und 0 Proz. (!). Aus dem Kreis Gießen gehören folgende Gemeinden zum Bezirk: 1. Langd mit 17,6 Proz., 2. R a - bertshausen mit 30,4 Proz., 3. Rodheim mit 15,6 Proz., 4. Stein heim mit 12,4 Proz. Aus den Gesamtzahlen der 25 Gemeinden ergibt sich als Durchschnittszahl etwa 13,7 Proz. .Kinder mit gesundem Gebiß. Durchschnittlich kommen auf jedes Kind mit erkranktem Gebiß ctnxi fünf erkrankte Zähne. Interessant ist die Tatsache, daß von den ersten großen 'bleibenden Mahlzähnen nahezu die Hälfte, 41,2 Proz., bereits erkrankt sind. Und gerade diesen Zäl-nen fällt beim Vertäuen und Einspeicheln der Speisen die wichtigste Rolle zu. Von den Untersuchten hatten 2304 Kinder im ganzen 50 999 Zähne, von denen nahezu der 4. Teil erkrankt war (11 721 ar krankte Zähne — 23 Proz.). Hieraus geht hervor, daß es im Interesse der Gesundheit der Kinder dringend erwünscht wäre, wenn eine geordnete zahnärztliche Fürsorge für den Bezirk, aber auch überhaupt im ganzen Land eingerichtet würde. Zahnarzt Köhler-Darmstadt beabsichtigt in Nidda einen Vortrag zu halten, um gleichzeitig Vorschläge zu machen, wie der erschreckenden Verbreitung der Zahnkrankheiten entgegengearbeitet werden könnte.
Kreis Lauterbach.
~ Lauterbach, 27. Mai. TaS 25jährige Regierung 8 j ubi läum deS Kaisers wird hier am 22. Juni durch ein Volksfest gefeiert werden. Zu diesem Zwecke fand am Freitag abend auf ergangene Einladung des Kreisrats d. Bechtold im „Johannesberg" eine Besprechung statt, zu der die Vertreter der Vereine erschienen waren. Am Festtage soll vormittags ein Festgottesdienst abgehalten werden. Die Schulen sollen ebenfalls den Tag mit einer kurzen Feier begehen. Nachmittags wird sich ein Festzug durch die Straßen der Stadt nach der Turnhalle des Turnvereins be-
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X Schlitz, 27. Mai. Hier wurden 1100 Mark zur „Nationalspende für die evang. Missionen in unseren Kolonien" gesammelt. Davon haben ber Graf von Schlitz genannt von Görtz, und dessen Tochter, Gräfin Elisabeth von Schlitz, 500 Mk. bezw. 300 Mk. gespendet.
Kreis Friedberg.
= Butzback, 26. Mai. Jubiläumsfeier Unser Ort rüstet sich zum Empfang der Mitglieder des Ok> erhessisck. Obstbauvereins, die am Sonntag, 1. Juni, hier das 25 jährige Jubiläum deS BereinsbestehenS feiern wollen. Nicht nur alle Mitglieder deS Vereins, auch alle Freunde deS Obst- und Gartenbaues sind dazu eingeladen. Da die Stadt Butzbach alles aufbietet, um ihren Gästen einen angenehmen Aufenthalt zu bieten, so wäre dem Feste ein starker Besuch zu iminfdien. Die Hauptversammlung am Vormittag beginnt um 1 41 Uhr. Das gemeinsame Mittagessen ist, trotzdem es das Festessen ist, einfach gehalten, so daß jedermann teilnehmen kann. ES wird erwartet, daß die Mitglieder ihre Frauen mitbringen, da gerade für sie es in Butzbach viel Interessantes zu. sehen gibt. Anmeldungen zum Mittagessen nimmt die Geschäftsstelle in Friedberg noch entgegen.
(h> Steinfurth, 27. Mai. Eine auffallende Erscheinung deren Fortentwicklung man mit ber größten Besorgnis entgegensieht, wird in den Ro senku l turen der hiesigen Gemarkung beobachtet. Die Rosen zeigen nicht mehr daS friüöc Wachstum wie sonst, namentlich in den älteren Feldern. Untersuchungen ergaben daß infolge der reichen Kuhdunggaben ein Spaltpilz große Geländestrecken durchfeucht und dem Boden eine gewisse Rosen- Müdigkeit verlieheir hat, die immer weiter fortfd>reitet. Auf Anraten von Sackwerständigen will man nun an Stelle des Kuh- dungs käe K a l k u n g des Bodens versuchen, der bann ein Bestreuen mit Schwefelpulver folgen soll. Man hofft, hierdurch die mehr als 800 Morgen umfassenden Rosenfelder zu erneuter ErtrabSsähigkeft zu bringen und dadurch die Züchter vor wirtschaftlicher Schädigung zu bewahren.
Starkenburg und Rheinhessen.
w Mainz, 27. Mai. Im Stadtteil Kastel wurde heute früh der 18 Jahre alte Heizer August Griffet von der Dampfwalze erfaßt, zu Boden gedrückt und getötet.
Hesscn-Naffau.
O Rodheim a. d. B., 27. Mai Der Gewerbeverein zählt 45 Mitglieder, die Zeichenschule wurde im Winterhalbjahr von 25 Schülern besucht. Lehrer Cloes wurde als Vertreter zur Hauptversammlung gewählt.
Q Rodheim a. d. Bieber, 27. Mai. Fräulein Herz- Biedenkopf hält einen zweiten siebenwöchigen HauS-
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Landkreis Gießen.
— Lollar, 27. Mai. Eine öffentliche Genie inde- ratssitzung findet am Donnerstag, 29. Mai, abends 8 Uhr, im Nathause statt. Die Tagesordnung lautet: 1. Gesuch des Turnvereins Lollar um Ueberlasftmg ber Festwiese. 2. Genehmigung des Wirti'chaftsplanes für 1914. 3. Die Anschaffung eines Kanalwagens. 4. Antrag von verschiedenen Orts- einwohnerü: Erbauung eines LumdastegeS an der Holz- mühle. 5. Beitritt zum Kreis-Obst- und Gartenbauverein Gießen«
betreibt gegenwärtig in den Orten der Nachbarschaft ein einträgliches Schwindelgeschäft, indem er sich als Vertreter des hiesigen Archäologen Proseffor Dr. Georg Wolfs ausgibt, um in dessen Auftrag die Vorbereitungen für umfangreiche Ausgrabungen zu treffen. Der junge Mann nennt sich Ba u sch (Bausch ist der Vorarbeiter von Prof. Wolff) und erschwindelt sich bei den Besuchen, die er den verschiedensten Personen macht, nicht unerhebliche Beträge.
sc. Wiesbaden, 27. Mai. Die Hälfte genügt au ch. Der Arbeiter Kraus aus Dotzheim traf an einem Dezembertag mit dem Invaliden Johann Nathgcber auf der Ortsstraße zusammen. Dresen begrüßte er mit wenig schmeichelhaften Worten, warf ihn auch, als Rathgeber sich die Schimpfworte verbat, zu Boden, so daß sich der alte Invalide nicht unerheblich verletzte. Das Schöffen- gericht hatte für die Mißhandlung und Beleidigung zwei Monate Gefängnis ausaetrwrfen, indem es berücksichtigte, daß Zeugen vor Angeklagten geschützt werden müssen — Rathgeber hatte in einem Strafprozeß gegen Kraus un- günsttg für diesen ausgesagt. Tie -Ltrafkarnmer erkannte auf einen Monat, indem sie die Hälfte der schösfengericht- lichen Strafe für genügend hielt.
zu entfernen, den andere einnehmen wollten.
In der Zeugenvernehmung bekundet Kau.fmcmnSlehrling v. b. H eid aus Friedberg, er habe im April 1911 cruS einer 50 Sack betragenden Lieferung von schwcselsaurem Ammoniak eine Probe genommen unb in einem Blechgesäß dem Angeklagten übergeben. Dieser hätte etwa 2/in Liter Wasser der Probe beigegeben, die fobeutn ber landwirtschaftlichen Versuchsstation Darmstadt zur Untersuchung übersandt wurde. Tie Umersuchung habe 9,09 Prozent Wasser ergeben. Die Hanauer Sendung sei allerdings feudx gewesen, aber so wässerig nicht. Der Zeuge fügte hinzu, Männel habe nach der „Taufe" sich telephonisch mit dem Kvrtthaus m Hanau verbinden lassen und dem dortigen Direktor .Tillmann erklärt, die Sendung enthalte zu viel Feuchtigkeit. Dieses Geipram sei von ihm bei ber Umschaltungsstelle belauscht worden. Direktor Tillmann vorn Kornhaus Hanau ergänzte diese Aussage, vr habe nach dem Gespräch und einem Telegrammm des Männel sich nach Friedberg begeben und gemeinsam mit Männel Prooeu des Ammoniak entnommen, die in je ein reines Glas gttulN worben seien, ohne sie zu versiegeln. Er habe die Probe nack Cassel zur Untersuchung gesandt, Männel die (einige zu demselben Zweck nach Darmstadt. Die Casseler Probe zeigte Prozent, die Darmstädter 9,09 Prozent Feuchtigkeit. Ter 5cugc war erstaunt über daS Ergebnis. Ein Rohäbruch, der um btew
. . ~ , a, 1 v Zn r । Zeit im Keller des Kornhauses sich ereignet, tonne umnogluo
wegen, wo nur dem .veiiplatze Vortrage der Gesangvereine Einftuß auf den Ammoniak ausgeübt haben. Um .des/, unb eines SchülerchoreS, sowie turnerische Vorfühnmgen statt- lieben Friedens willen hat Tillmann 76.65 Mk. an der Arnrnomat- finben sollen. Ter Kriegerverein wirb auf feinem bei bem lirrenmg narfigelaffen. Der Virchhalter bei ber HauvtgenosicN^ geftpMe gclcflcncn ^irültanbc ein S eh e ibensch i-b,n Uz M ücramialtcn. Für "'uftkalgche und ^anzbclusftgungen ivtrb üud[) lpenu Briefe beigelegt waren, als. GeschäftMunett ebenfalls gesorgt werden. 1 (Drucksachen) zu behandeln. Der Buck-Halter W.ilh. KockK-Frtc>


