Ausgabe 
24.2.1913 Erstes Blatt
 
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Die türkische Presse warf schon vor mehreren Tagen di" Frage ans, warum die ErlMHnis zum 2ftb?y*ge in hie neu träte Zone nur für die Ausländer und nicht auchfürdi' grauen und Kinder der Einheimischen verlang nrerbe.

Der Großwesir richtete an die fremden Kolonien ir Adrianopel Depeschen, in denen er ihnen für ihre Haltun.'- dankt. Dadurch daß sie es vorzogen, die Stadt nicht zu verlassen und in der neutralen Aon- zu verbleiben fegten sie ein Zeugnis von menschlicher Sol dar'tät ab und vermieden, durch ihren Auszug einen schlechten Eindruck bei der einheimischen Bevölkerung Hervorzurusen.

Türkische Meldungen.

Konstantinopel, 22. Febr. Der amtliche .Kriegs­bericht besagt: Das Artillerieduell vor Adria­no pel dauerte 20 Stunden. Ein von dem russischen Leutnant Nikolas gelenktes bulgarisches Flugs chi ff siel gestern innerhalb der Verteidigungs­linie von Adrianopel nieder. Der Leutnant mitsamt seinem Flugzeug wurde gefangen genommen.

Bei Bulair zeigt die militärische Lage keine Ver­änderung. Vor Tschataldscha wurde um 3 Uhr nach­mittags eine starke feindliche Kolonne, die aus Infanterie, Artillerie und Kavallerie bestand, in der Umgebung von Kadikoj wahrgenommen. Die Kolonne rückte gegen die Anhöhe von Sivritspe bei der Ortschaft Sürgünfnj. Es begann ein Gefecht mit unseren dort befindlichen Llbteilun- gen. Der Kampf dauerte bis 51/2 Uhr nachmittags. Der Feind mußte sich gegen Kadiköj zurückzielwn. Gleichzeitig rückte eine andere aus Infanterie und Artillerie zusammen­gesetzte feindliche Kolonne gegen Alissu und b"setzte die Anhöhen, die IV2 Kilometer westlich dieser Stellung liegen Tin Bataillon freiwilliger Kurden unternahm jedoch nachts einen Angriff, wodurch die Höhen zurückgewonnen wurden.

Konstantinopel, 22. Febr. Gestern und heute ist hier eine große militärische Bewegung bemerkbar Zwei Transvortschiffe mit Truppen und Freiwill'gen, von denen manche nicht uniformiert sind, sind angeblich nach Gallipoli abgegangen. Andere Trupven wurden von dort hierher gebracht. Der Großwesir Mähmud Schefket Pascha ist aus Bulair zurückgekehrt. Es verlautet, daß seit heute früh bei Bulair eine große Schlacht im Gange sei.

Nach türkischen Angaben übersteigen die türkischen Verluste in den bisherigen Kämpfen seit Wiederauf­nahme der Feindseligkeiten kaum 1500. Tie Zahl der in Konstantinopel in Pflege befindlichen Verwundeten über­steigt nicht 500. Die anderen Verwundeten befinden sich in Gallipoli und bei den Dardanellen in Pflege, wo die Schu­len in Ambulanzen umgewandelt worden sind. Ter tür­kische Rote Halbmond beschloß, 50 000 Pfund für die Pflege der Verwundeten und weitere 50000 Pfund für die Unter­stützung der mohammedanischen Flüchtlinge auszusehen.

Ein Einspruch der Botschafter in Adrianopel. Konstantinopel, 23. Febr. Infolge der von den Mili­tärbehörden in den Provinzen vorgenvmnrenen Requisi­tionen von Waren, die fremden Untertanen gehören, überreichten die Botschafter gestern der Pforte eine identische Note, in der sie zur Anwendung des Requi- fitionsges-etzes formelle Vorbehalte machen mtb cröären, Requisitionen tonnten nur geduldet werden, wenn die Kon­sulatsvertreter behufs Abschätzung der requirierten Gegen­stände zugezogen und wenn der Wert dieser Gegenstände in bar oder durch bei äer Ottomanbank ein lösbare Wechsel bezahlt werde.

Die Kinder Razim Paschas.

Paris, 22. Febr. Der frühere türk'sche Minister des Aeußeren Noradunghian, der borget em in Nizza ein­getroffen ist, erzählte einem Berichterstatter, der ermordete Kriegsminister Nazim Pascha sei so arm gest0 rben, daß die gegenwärtige Regierung seinen Kindern eine Pension angeboten habe, die von diesen iedoch mit Abscheu zurückgewiesen worden sei. Eine Tochter Na-ims sei im Wahnsinn gestorben, eine andere lebe im tiefsten Elend in Konstantinopel.

Die früheren Präsidenten von Mexiko ersckiossen-

Mexiko, 23. Febr. Der Expräsident Madero und der Exvizepräsident Suarez sind heute er­schossen worden, als man bei ihrer Ueberführung nach dem Gefängnis versuchte, sie zu befreien. Von den Angreifern wurden bei dem .Kugelwechsel zwei erschossen. Huerta hat diese Nachricht bestätigt.

Heber den Tod Maderos und Suarez äußerte sich Huerta folgendermaßen: Um Mitternacht griff eine Schar von 50 Mann die aus 100 Rurales bestehende Eskorte der Gefangenen an. Diesen wurde befohlen, die Wagen zu verlassen, auf welchen sie von einer Wache von 30' Mann umgeben wurden, während die übriaen das Feuer erwider­ten. Der Kampf dauerte 20 Minuten, nach dessen Beendigung Madero, -suarez zwei Rurales und ein Bürger tot aufgesunden wurden. Die Angreifer sind geflüchtet.

Deutscher Reick».

Militärvorlage und Deckungsvorlage.

DieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Ander­weitigen Erörterungen in der Presse gegenüber können wir mitteilen, daß an allen maßgebenden Stellen eine lieber» einstimn.ung dahin besteht, daß die Militärvorlage und die Vorlage über die Deckung der neuen Forderungen gleichzeitig b c m Reichstag zugehen sollen. Zur zweiten Beratung des Voranschlags der

Reichseisenbahnen

haben die liberalen Parteien, das Zentrum und die Polen im Reichstage den Antrag gestellt, den Reichskanzler zu ersuchen, anznordneu, daß die Verwaltung der Reichseisen, bahnen b.c Vergebung von Lieferungen, die ganz oder teilweise in der Hausarbeit hergesteklt werden, 1. die Berufsorganisationen und Genossensckwften der Hausarbeit ter und arbeiterinnen berücksichtigt, 2. solchen Lieferanten den Vorzug gibt, die für die in der Hausarbeit hergestellten Arbeiten mindestens die von den Perussorganisaiiönen und Genossenschaften der Hausard i er und »arbeiterinnen ge zahlten Löhne nachweislich zahlen, oder mit den Organi sationen der Hausarbeiter und -arbeiterinnen Tarifverträge vereinbart haben, oder deren für Hausarbeit g"zchlte Löhrn von dem zuständigen Fachausschuß als angemessen bezeich­net sind.

Die Betri ebsci nn ahmen der preußisch-hessi schen Staatseisenbahnen

haben im Monat Januar gegenüber dem gleichen Mvnat des Vorjahres im Personenverkehr 2,3 Millionen Marl gleich 5,58 Prozenck, im Güterverkehr 12/3 Milk. '.9bf. gleich

hältnis zu den Unkosten, die sie verursachen.

Wir möchten es

gleitschuhwerke in Potsdam, legte am Donnerstag natf-

Handels-

Groß

bei der

in der niederen Seemannschaftslaufbahn auf deutschen dampfern.

Natu r- 83ü Uhr

Die nächste Einstellung findet auf beiden Schiffen im April dieses Jahres statt. Die Annahme-Bedingungen können kostenlos von der Geschäftsstelle des Deutschen Schulschiff-Vereins, Bremen, Herrlichkeit 5, bezogen »verden. Die Anmeldungen müssen unter Einsendung der in den Annahme-Bedingungen geforderten Pa­piere bis spätestens bis Ende März eingetroffen sein.

der verhältnisrnäßq recht kürzen Z it von 8 Minuten zurückgelegt wurde»' Die wissenschaftlichen Grundlagen dieser Erfindung sito 1901 von Prof. Sommer in Gießen in der SchriftSto­

ber Gesandtschaft in München, seither im Generalstabe Hess. (25.) Division verliehen.

Herren und Damen bei der Ausübung dieses eigenartigem Sports beobachten. Tie dazu benötigten Wassergleitschrl sind heute schon so weit vervollkommnet, daß einer spor> lichen Ausübung dieser gefahrlosen Ucbung nichts mehrer: Wege steht. Herr Katodziey, der Leiter der Hansa-Wassn-

** Gehen au f dem Wasser. DieNordd. Allsi Ztg." schreibt am 15. Febr :D i e Ku n ft des Mass er laufens findet neuerdings immer mehr Anhänger. Dis L-.i 2een in der Umgegend Berlins kann man häufig

L. Fri iWino die 91 MfiumS [tat Ne finge! V Unferhof

F. C. A Mürtiqe Sch WFranksu *1 da, mäh Mvolykr he lassen, c

h e i l b e w e g u n g und Kurpfuscherei. Abends int Caiü Leib.

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* In Audienz empfangen wurde vom

Ni 10 Uhr ftür Wohnhau imferes Do Das Gebäu itther im S

daher nicht unterlassen, darauf aufmerksam zu machen, daß see- lustige junge Leute sich in erster Linie an den Deutschen Schul­schiff-Verein tuenden sollten.

Dieser Verein besitzt zwei Schulschiffe, das SchulschißPrin­zeß Eitel Friedrich" undGroßherzogin Elisabeth", ein drittes Schiff befindet sich im Bau.

Aus dem SchulschiffPrinzeß Eitel Friedrich" werden junge

Herzog am Samstag u. a. Oberlehrer S chonebohm von Gießen.

** Ordensverleihung. Der Großherzog hat das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen dem Major von Lewinski, Militärattache

Aus Stnbt ttttfc Land.

Gienen, 24. Februar 1913.

Schiffsjungen für die deutsche Handelsmarine!

Schon wiederholt bat der Deutsche Schulschiff-Verein, der aus seinen Schulschiffen jährlich einer großen Zahl kräftiger, unbescholtener junger Leute den Seemannsberus eröffnet, vor einigen gewerbsmäßigen Stcllenvermittlcrn ge­warnt. Die Leistungen stehen zum mindesten nicht tm Ver-

gegen unbescholtene junge Leute im Mter von 14",-18 Jahren Sietpajunraerre m Pvlsoam, legte am Donnerstag na®- aus unbemittelten Kreisen unserer Bevölkerung kostenlos ans-' mittag unter Aufsicht des Königlichen Wasserbauwarle­gebildet, unterhalten und verpflegt. Auch die Zah- Nölte auf dem Neustädter Hav.'lbassin in Potsdam ein* hing der Kleidung im Betrage trott 130 Mk. wird den Zungen Prüfung ab, die als neuesten Rekord ergab, daß mittel- im Bedürftigkeitsfalle erlassen. Diese Jungen sinden später als di.'ses Verkehrsmittels 500 Meter in der verhältnisrnäH Leichtmatrosen, Matroseti und Unteroffiziere lohnenden Verdienst

** Erled igt ist die Stelle eines NeallehrerS an höheren Mädchenschule zu Offenbach vom 1. April Meldungen hierzu sind bis zum 28 lsd. Mts. einzureicheu. ** D i e H c r b st ü b u n g e n des XVIII. Armeekorps sollen in diesem Jahr stattfinden im nördlichen Teil der

Problem des Gehens auf dem Wasser" dargestellt wort«. I

** Vermißt wird eine Rolle mit 500 Markin 20-Markstucken, die eine Lauffrau im Auftrage ihres Dienstherr?' | mit anderem Gelbe von einer Bank abgehoben hatte Der Frnter J wird gebeten, das Geld auf dem PoUzciamt abzuliesern, wo ür. | eine Belohnung in Aussicht steht.

** Brotdieb stähle. In letzter Zeit kommt eS HLu figer vor, daß aus den Bäckerwagen, die unbeaufsichtigt auf der Straße blieben, während der Bursche Brot in kßc Häuser trug, Brot und sonstiges Backwerk gestohlen würbet Am verflossenen Samstag abend wu'den wieder aus einem an der Ecke Goethe- und Stephanstraße stehenden Dass-n 5 große und 5 kleine Leibe Brot entwendet, ohne daß t« Täter bemerkt wurde.

Landkreis Gießen.

Londorf, 23. Febr. Erne Anzahl Leute oer j gnügte sich heute auf deut Siegler-Teich mit Schlittsckur ® laufen und Rodeln. Einige Burschen von 1618 JahnsiW rühren auf einem Rodelschlitten. TaS Eis brach durch utlT fünf Burschen fielen ins Wasser. Zum Glück war tr?I Wasier an der Stelle nicht tief und sie konnten sich glücklvhW retten.

der an.

Kreis Büdingen.

H. Büdingen, 21. Febr. In der heutigen Gemeint»' ratssitzung waren anwesend: Bürgermeister Fendt, BeigeocL neter Totler, die Gemeinde röte Schulz, Ändrae, Rullmann, K'L- Hinkel, 5Uein, Diemer, Wittckind, Methsessel. Ws Vertreter t& KreisamtS Tübingen Kreisrat Boecknumn. Der Balmbau Hanan- Büdingen bat die Vertreter deS Streifes und der beteiligten <*< meinden schon lahrelang beschäftigt 1906 ivar den Gemeini« von der Gesellschaft für Bahubau und Industrie miigeteilt worbe», daß die Geländeerwerbskosten für die hessischen Gemeinden eov» 19,7 Prozeiit betragen würden. Die Verpflicktungsurkunde nn unter dieser Voraussetzung auch von dem Gcmcinderat unta» zeichnet worden. Die weiteren Verhandlungen hatten sich i--* zum Herbst v I. hingezogeu unb die (Gemeinde Langenbergh^ hatte unter der Borausfetzung, daß die Bahn gebaut wüMt,

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** Tageskalender für Montag, 24. Febr. Vortrag im Naturheilverein von Paul S ch 0 r r m e i st e r - Berlin:

Off ^.Safl '^drhnunq toBn nunmek Schlosscri IPJI ist darf eNr nie ei Sb,tte Ai '^eitcrfatcga:

10,24 Prozent, insgesamt mit Einschluß her Mehreinnahmen rus sonstigen Quellen 17^ MiNionen Mark gleich 9,96 Pro ent mehr betragen.

Mecklenburg.

DieNeustrelcher Zeitung" erfahrt von unterrichteter stelle zu der Meldung über die eventue le Aushebung der lnion .pvischen den beiden Großherzog umern Mecklenburg, - diese Meldung jedes tatsächlichen Hintergrurckes ent .>ehrt.

Besuch des dänischen Königspaares in Berlin

DieNorddeutt'che Allgemeine Zeitung" schreibt zu dem Be­such des dänischen .Königspaares: Ihre Majestäten der König und die Königin von Dänemark treffen am Montag in Berlin -in, um als Gäste des deutschen Kaiserpaares mehrere Tage jei uns zu verweilen. Ter Besuch bekundet erneut die Freund^ schäft, durch die seit dem Regierungsantritt Kaiser Wilhelms das Haus Hohenzollern mit der dänischen Herrscherfamilie nun­mehr in der dritten Generation verbunden ist Wie sein Groß­vater (Sbriftian IX., dessen ehrwürdige Könrgsgestalt in Deutschland unvergessen bleibt, wie sein Vater Friedrich VIII., an dessen -rschütterndem Hinscheiden auf deutscher Erde im Mai des Dor- ahres unser Volk innigen Anteil nahm, ist König Christian X. von dem Wunsch erfüllt, gute Beziehungen Dänemarks zum Deutschen Reich zu unterhalten und zu festigen. Diese Gesin­nung wird auf deutscher Seite aufrichtig erwidert. In der Königin Algrandrine von Drinemark begrüßen wir mit besonderer Freude die erlauchte Schnroster unserer Kronprinzessin. Mögen sich die dänischen Maiestäten während ihres Hierseins überzeugen, wie mannigfache Bande Detltschland unb Dänemark in ihrem Kultur­leben miteinander verknüpfen, mögen sie bei der Rückkehr in ihre Heimat das Bewußtsein mitnehmen, unter Freunden geweilt zu haben.

Provinz Starkenburg Kreis Offenbach, Kreis Darmstadt östlich der Linie GräfenhausenW xbausenArhcilgen Einsiedel (Orte einichließlichl, Kreis Dieburg nördlich der inic_ Gundernhausen Habitzheim Heubach (Orte aus­schließlich) und int südöstlichen und im südlichen -teil der Provinz Oberhessen Grenzen: im besten ahn BildelFriedberg, im Norden Linie Fried crSl Nidda (Bahn) OberlaisGedernHerchenhatn GrebenhainReichlos fCrte einschließl:ch). Diese Gegenden sind zuletzt im Jahre 1907 zur Abhaltung der Herbstübunge.' im größerem Umfange benutzt worden.

Leute im Alter von 14'^16 Jahren ungd falls sie die Be­rechtigung zum »injährig-freiwilligen Militärdienst aus einer Schule foen erworben haben, im Alter bis zu 18 Jahren ausgebildet, die zum größten Teil später die Navigationsschule besuchen unb Schiffs­offizier in der Handelsmarine werben wollen. Die Ausbildung kostet im ersten Jahre 250 Mark für Verpflegung und 175 Mk. für Kleidung, zusammen 425 Mk.

Auf dem SchulschiffeGroßherzogin Elisabeth" werden ba-

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Stadttheater. Tie Direktion beS 6fabttheotng ist bestrebt, bewährte Kräfte, so lanae e§ geht, unserer Düdt»c ;u erhalten. Wenn natürlich ein Mitglied einen Antrag an 'ne ganz große Bühne erhält, so ist diese Möglichkeit nitfai »ehr geboten Tiefer Fall liegt bei Fräulein Lore Schalz i'or, die nach fünfjähriger Tätigkeit in Gießen mit Schlufi i dieser Spielzeit in den Verband des Nürnberger Stabtth'-ater! j ibertritt. Die Direktion handelt geiviß im Sinne der Vielen, | die in Frl. Scholz die vorzügliche, gewisienbafte Künstlern l chätzen, wenn sie für nächsten Sonntag abend ;n I .Madame Bonioard^ eine Komödie angesetzt hat, bit I eine Paraderolle für die sog. ^Komische Alte^ enthält. Diese | | Vorstellung ist, wenn sie auch nicht da? letzte Auftreten von Zrl. Scholz bringt, als eine Art Abschieds- und Ehrenabetid für die Künstlerin gedacht. Bet dieser Gelegenheit sei nr. geteilt, baß von ersten Kräften für die nächste Spielzeit roieb-t verpflichtet wurden die Herren TivorkowSkt), Goll, Bntchwitz, I ßolcf und Großer, sowie Fraulein Pagny.

** Freie Studentenschaft Pfarrer Lie. E. Fuchz. q Rüsselsheim sprach am Freitag überS ch l e i c r m a ch c t" ! Schleiermacher blieb bei der Katastrophe von 1806 aufrecht, uiü I an ihm richteten sich auch andere auf. In dieser Seit crh-l I Schleiermacher seine Stimme für ein neues Ideal des Staats I lebens. Denn das war fein unb nur weniger anderer) fefct I Glaube, dessen Recht später allen offenbar werden sollte: bit I auf 'die Selbstsucht gebaute Reich Napoleons kann nicht bestehen I gegen die höhere Macht des Geistigen. Die rnannigsachster I Strömungen des geistigen Lebens haben aut Schleiermacher ge I wirkt: die idealistische Philosophie, Herder und Goethe. Er stan> | in dem romantischen Kreise unb ging hervor ans den Kreisen | des Herrnhuter Pietismus. All das gestaltete er innerlich einheit I lich. Solches Doppelwesen des geistigen finden wir zuerst bu I Schleiermacher so scharf betont: der Einzelne empfängt ans bml Gesamtleben vor ihm und um ihn den Stofs, den er zum Werken-1 feines Geistes macht, seines Geistes, den er in der Anschauung! seiner selbst als etwas von allem anderen Unterschiedenes uni I etwas Einheitliches erlebt bat.' Die sittliche Aufgabe ist, bul Welt zum Werkzeug unseres Geistes zu machen (organisieren^:! daraus folgt die sittliche Notwendigkeit des Staates, des Eigen.» tums: unser und der Welt innerstes Wesen auszudrücken in btrl Sprache, der Wissenschaft ufro. (fnmbolificrcn"). In beftm-l deren Augenblicken unseres Lebens, wo wieder die Anschauung iil uns kräftig wird, in der wir das Individuelle in uns und bail Individuelle in anderen Menschen erlebt haben, tut sich uns frei Anschauung eines Geistigen auf, eines Individuellen, Persönlichen.» bas alles wirkt unb schafft. Wir haben bann das Gefühl teil Abhängigkeit von einem Gesamtleben, das wir innerlich aaj j als etwas Individuelles und Persönliches schauen. Erst von big I aus, dem Standpunkt aller Frömmigkeit, ist Schleiermacher gmg I zu verstehen. Lebhafter Beifall folgte dem Vortrage.

** T i e Neuorganisation des O b e r h e s si sche»! Obstbauvereins für den Kreis Gießen fand nm Sonnte»I im Felsenkeller statt. Der bisherige Bezirksverein für den Kre^ I Gießen wurde in einen Kreisobst und Gartenbauverein umgewar-» beit. Die alten Ortsgruppen bleiben bestehen Solche Ott< » gruppen, die über eine gewisse Zahl von Mitgliedern verfügen,» können sich in Lrt^ Obst und Gartenbauvereine umroanbeht. D.r» Zweck des Kreisobst-- unb Gartcnbauvereins besteht in der Klein I arbeit. Auch die Frauen sollen in den Jnteressenkreis ncgoginl und für sie Versammlungen eingerichtet werden. LokalvereincI wurden in Gießen, Wieseck und Heuchelheim gegründet, in Grüu 1 berg steht die Gründung bevor. Die Borstandswahl ergab: Nc gierungsrat Langermanu, Vorsitzender, Stellvertreter Stabten! Simon Gießen, Schriftführer unb Rechner ilreisamtsgehilnl Schmidt-Gießen, Dietz--Staufenberg, Lehrer Bender-Watzenborn I Steinberg, Wagner-Lang-01öns, Rabenau-Rödgen und Ihcipl Stockhausen, Beisitzer Dr. Hoffmann-Friedberg teilte mit. dcfD in Friedberg vom »27. bis 29 September die 1 C b c r h e i " J. Gartenbau- und Obstausstellung ftnttfänbc. 'Hept 1 rungsrat Langermanu gab bekannt, daß an die Obmänner um I die Bürgermeister ein Zirkular ergehen solle, um Mitglieder Ür I den Kreisverein zu werben.

* (Stn Militärflieger ist Henle vormittag hieraus» dem Trieb gelandet. Er wird morgen früh seinen Flv? I fc'rtsctzen.

"* Die Eisbahn ist heute von 10 Uhr bis 1 UL I und, wenn möglich, von 7 Uhr bis um 10 Uhr geöffnet.

Ausland.

Der 7 0. Geburtstag des Admirals v. M 0 n t ec u c c 0 l i.

Kaiser Wilhelm hat an Admiral Graf v. M 0 n t e c u c - coli, der am 22. b. M. feinen 70. Geburtstag feiert, ein in Herzlicken Worten gehaltenes Glückwunschtelegramm gesandt. Auch Staatssekretär v. Tirpitz unb Abmiral v. feecringcn namens bes Admiralstabes der Deutschen Marine schickten Glückwunschtele­gramme.

In der italienischen Kammer crHärte in Beantwortung einer Anfrage des Abgeordneten de Felice der Staatssekretär des Aeußem, daß der Deutsche v. Loechow infolge der kriegerischen Vorgänge in Libyen von Italien einebeträchtlicheEntschäbigung ver­langt habe. .Diese Forderung sei aber zurückgewiesen worden. Darauf habe er'der Regierung die Abtretung einiger Ländereien, die er in Libnen besitze, vorgeschlagen. Ein Beschluß sei darüber noch nicht gefaßt worden, denn es müsse erst festgestellt werden, ob ihm diese Ländereien auch gehörten. Der Abg-, de Felice griff v. Lochow wegen seiner Haltung während des Krieges heftig an.

Französische Kampfe in Marokko.

Aus Fez wird gemeldet: Tie Kolonne Mazillier hatte am 19. Februar einen neuen heftigen Kampf mit der Abteilung des Roghi zu bestehen, welche auf der Hochebene von Metra el Diuf ihr Lager aufgeschlagen batte. Der Feind erlitt auch diesmal eine Niederlage imb ließ 21 Zote zurück. Der größte Teil des Lagers fiel in die Hände der Franzosen, welche im ganzen sechs Verwundete hatten.

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