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24.2.1913 Erstes Blatt
 
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gestimmt.

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früher im Besitze eines Barons.

KreiS Friedberg.

Friedberg, 23. Febr. Weilern abend fand im Kasino die Abschiedsfeier der Abiturienten deS Gyin-

w Wien, 22. Febr. DieWiener Zeitung" meldet: Der Kaiser ernannte den ordentlichen Professor an der Universität Bonn von Kraus zum ordentlichen Professor der deutschen Sprache und Literatur an der Universität zu Wien.

älteste Ortseinwohner, Heinrich Schlägel, sein 92 Le­bensjahr Der noch recht rüstige Greis ist eilt' Veteran des schleswigschen und badischen Feldmges 1848 und 1849.

Unter-Schmitten, 22. Februae. Gestern Abend gerieten hier zwei Burschen bei einer Spinn stu be, die toeqen deS bevorstehenden Gesindewechsels vor Petritag all- jährlich in größerem Stile gehalten wird, in Streit. Der Müllerssohn D öll von hier verlegte den hiesigen Tagelöhner Dechert durch einen Schlag mit einem Buchenknüppel so erheblich, daß der Verletzte nach Gießen in die Klinik geschafft nuerben mußte.

Sitgegengehalten, baß dies der Stadt ivenig nutzen könnte, wenn die Schüler des Morgens mit der Bahn ankämen und am Mittag rrieber nach .Hause fahren würden. Trotz dem geringen Nutzen, dm man sich bon der Bahn verspricht, .ist der Gemeinderat bereit in nettere Verhandlungen cinzutreten, wenn die Gemeinden, die einen großen Vorteil von der Bahn haben, nach dein Gnindsatz .Zedern das Seine" handeln, und einen größeren Teil der Kosten fcii Gunsten Büdingens übernehmen. Bis dahin beharrt der Gc nrinberat bei seinem Beschluß vom 29. November. Dem Land­wirt Friedrich Eckert I., der um Entfernung eines Gcwann- wegs, der zu Unrecht über sein Grundstück .führt, petitioniert, soll eröffnet werden, daß die zum Wegbau verwendeten Steine auf Hosten der Stadt entfernt werden sollen, wenn Eckert auf weitere Ersatzansprüche an die Stadt verzichtet. Den Seinbruchsinhabern Franz und Ludwig Jäckel, die sich weigern, die Anerkennungs- gröiilir aus den Fahren 1909, 1910 und 4911 an die Stadtkasse zu ^zahlen, ist durch die Bürgermeisterei zu eröffnen, innerhalb 11 Tagen Zahlung zu leisten, da sie,niemals verwehrt worden seien, Steine in der Gemarkung Büdingen zu brechen. _ Cwfolgt die Zahlung nicht, dann ist die Bürgermeisterei beauftragt, Klage r-kgen die Säumigen anzustrengen. Das Finanzamt glaubt, daß es im Interesse der Sreuerpstichttgen läge, wenn jetzt, nach- d^mi das neue Gemeindesteuerumlagengesetz in Kraft getreten sei, die Steuerzettel im Briefumschlag zugestellt werden. Der Ge- ineinderat tritt der Ansicht bei nnd übernimmt in der Annahme, daß nur geringe Kosten entstehen, sie auf die Gemeindekasse.

h. Kefenrod, 23. Februar. Heute vollendete der

? ^berhessisS° lln sand am Sonn chvrrcin für den H Tenbautftrein umgtra titebtn. Lolche Crs K'.tgliedmi Dtrpisi trcinc irnmmnbdri ir is besteht in der.fyr Inteniscnkieis q--<; werden. Lokaltmr m gegründet, in :standswahl «gab: :< Stellvertreter 3*e :chnn Kreisam^H' « $enb«-'SüR?nI':T u-Mdgen un? Zbri iröberq teilt? ml. is re 1. rbt.fftVv) rg ftaftfänbt.

n die Obmänner le, um Ritgbede'

Kreis Schotten.

-lr- Gonterskirchen, 22. Febr. Gestern Abend 10 Uhr stürzte ein Teil des unter Denkmalschutz stehenden Wohnhauses des Heinrich Graf, des ältesten Einwohners unseres Dorfes ein. Zum Glück wurde niemand verletzt. Das Gebäude ist der älteste Fachwerkbau hier und war

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Wetteraussichten in Hessen wr Dienstag, den 35. Zebr. 1913: Wechielno bewölkt, noch menst trocken, milder, pidoNlichc Winde.

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Vermischter.

* Eine ganze Karawane ertrunken. Aus Konstantinopel wird berichtet: Zeitungsmildungen zufolge ist Ende Januar eine Karawane von etwa 2 00 0 Pil­gern, die von Medina nach Jenba int Hedjas-Gebiet abmarschierte, in Hais, wo infolge eines starken Regen gusses eine Ueberschwemmung entstand, samt den Kamelen ertrunken. Der ganze Boden des Gebiets ist jetzt mit Sand bedeckt. Eine halbe Million Dattelbäume sind durch die Fluten vernichtet worden.

* Tod au f den Schienen. Auf dem Berliner Bahnhof Putlitzstraße versuchte eine 24iährige Arbeiterin auf, einen fahrenden Zug zu springen und siel hin. Der Stations­vorsteher sprang hinzu, um das Mädchen zu retten. Dieses ' lammerte sich so fest an den Beamten, daß er auf das Trittbrett des Zuges stürzte. Es gelang ihm jedoch, sich auf den Bahnsteig fallen zu lassen, während bas Mädchen unter den Zug geriet und überfahren wurde. Das Mädchen war sofort t o t.' In P o s e n wurden beim Ueberschreiten der Geleise auf dem Hauptbahnhof von dem einfahrenden Zug Nr. 375 zwei Arbeiter erfaßt und getötet. Es sind dies der Maurerpolier August Dietrich und der Hand­langer Franz Kor ach, die aus dem Bahnhof Maurer­arbeiten verrichteten. Die Schuld an dem Unglück trifft die Getöteten selbst.

Kleine Tageschronlk.

(ch) In Waldalgesheim bei Bingerbrück ist in der Rackst zum Sonntag der weltbekannteBerliner .Hof", ein früheres Gasthaus, gänzlich eingeäschert worden. Es konnte nicht gelöscht werden, weil das Wasser in den Schläuchen gefror.

In Eitorf (Sieg) zerstörte Großfeuer fast vollständig die Westdeutschen S p i r i t u s w e r k e. Der Schaden wird auf mehrere hunderttausend Mark geschätzt. Die Ursache ist noch nicht so'lg Der^ Straßbitrger Augenarzt Professor Landolt nahm in Bukarest an der Königin Elisabeth eine leichte vor bereitende Star-Operation vor. Der Gesundheitszustand der Königin jft ausgezeichnet. .

Der Historiker und ständige Sekretär der Akademie fran caise, Thureau-Dangin ist in sehr besorgniserregender Weise erkrankt. ,, .

Ein großer unbekannter Dampfer steht tn der Meerenge von Gibraltar vollständig in Flammen.

Aus Kamtschatka wird der Ausbruch des mitten auf der Halbinsel gelegenen Vulkans bei B e r e s o w s k v gemeldet. Der Aschenregen erstreckt sich auf einen Um- rreis von zehn Werft.

ßati&eL

Vom Kohlensvndikat

Essen, 21. Febr. Aus dem der Zeckenbesitzerver- sammln n g des Rheinisch-Äestsälisck^n K o hI en syn di ka ts erftatteren Bericht ist folgendes yu entnehmen: Der rechnungs - mäßige Kohlenabsatz betrug im Januar 1913 bei 2er1/, (tnt gleichen Monat des Vorjahres 253/j5) Arbeitstagen / 379 6<2 (i B. 6 276 823 Tonnen), oder arbeitstäglich 283 718 Tonnen (i V 247 362). Von der Beteiligung, die sich auf 6 652 361 T. ii. V. 6 616 419 Tonnen) bezifferte, sind demnach 110,93 Pro-,, (i. V. 94,87 Proz.) abgesetzt worden.

ch. ®untcr§ bin m, 23. Febr. Sehr hohe H o l z p r e i f c wurden auf der biei abaeha'teneu Versteigerung erzielt. Bezahlt wurden für den Nalmuneter Stockholm 44.50 Mk., Kniivvelholz 78 Pik., Eichen-Scheitholz 9-10 Mk., Nüster 9.50-10.50 Mk., für das hundert Papvelwellen 1.50 Mk, Eichen- und Rusterwellen 810 Mark. m .

Mannheim, 22. Febr. .Der Vorstand dA Vereins Che ­mischer Fabriken legte in der heutigen Sitzung des Auf- sichtsrates Geschäftsbericht und Jahresabschluß für 1912 vor Da­nach ergibt sich ein Bruttoüberschuß von 2 739 052 Mk. li-V 2 737 518.- Mk.). Nach Abzug von Skontis, ProvUionen Ge neratunfoften und der Abschreibungen nut 589 196 Mk. (i. V. 582 951 Mk.) bleibt ein R ein g ewi n n von 1 7610,9 Mk (i B 1 768 197 Mk) ohne den vorjährigen Gewinnvortrag von 390 000 Mk. Es wurde beschlossen, der .Hauptversammlung die Auszahlung einer Dividende von wiederum 20 Prozent (gleich 200 Mk. pro Oie) wie im Vorjahre vvrzu,chlagen und nach Mftelhmgen m 150 000.- WT. (i. S. 200000- TO.) m Gunsten des außerordeiitlichen Reservefonds, ->20 000 Mr. (t. V. 390 000. Mk. auf neue Rechnung vorzutragcn.

letzt ist an Stelle der konfessionellen Eintracht die äußerste Span­nung zivischen Katholiken und Evangelischen getreten. Das haben vir den Jesuiten zu verdanken. Schon 1814 wurde ihr protestan tenseindlicher Orden, den Papst Clemens XIV. 1773 aufgehoben hatte, wieder hergestellt. Zur Zeit des Kulturkampfs 1872 im deutschen Reich verboten, soll dieses Verbot jetzt wieder auf­gehoben werden. Dagegen müssen wir Evangelischen wie ein Mann protestieren. Mit dieser dringenden Aufforderung an uns Allendörser schloß der Redner. Drei neue Mitglieder meldeten sich, so daß unser Zweigverein nun 82 zählt.

Sport.

a Hungen, 23. Febr. Hier hat sich ein Oberhesfischer Radfahrerb u u d gegründet, dem etwa zehn Nachbarvereme beigetreten find. Ta der Beitritt weiterer Vereine ans Oberhessen erwartet wird, wird gebeten, die Anmeldung au den Radfahrer- verem Hungen zu senden.

ihretydbjercnugung unter Berücksichtigung dieses Projekts in- .wischen durchgeführt. Im Herbst vorigen Jahres wurde aber mtgdedt, daß firt> die Gelandeerwerbskosten auf etwa 28,6 fBro, «hohen wurden und der Anteil für Büdingen würde ungefähr 120000 Mark betragen, .Liefe Summe schien dem Gemeiuderal ht Anbetracht der geringen Vorteile, die das geplante Unter nehmen der ©tabt bringt, zu hoch, und am 29. November wurch "ieschlossen:^ »Der Gemeinderat von Tübingen lmlt die Bahn

öanauiouoingCTi für die Stadt so lange für eine starke wirt 'Häßliche Schädigung, wenn nicht zum Ausgleich dafür auch du

| Erbauung der Bahn durch das Seemenbachtal beschlossen wird ^nb bitter das .Ministerium der Finanzen, die Konzession zur ..rrbauung der Bahn HanauBüdingen zu versagen. Inzwischen Hatten auch die Vertreter der Gemeinden Düdelsheim und Hailichen affört, daß sie kein Interesse mehr an der geplanten Bahuver 2iitbu.ng hätten., Kreisrat Bo eckmann teilte mit, daß das Ministerium beschlossen habe, nack>dem die genannten drei Ge

| -icinbeit fein Interesse mehr an der Bahnverbindung hätten, die .Konzession zu versagen; eine Eimnündung der Bahn in Büches Time außer Betracht. Von den Gemeinden Himbach, Langen Bergheim werden nun die größten Anstrengungen gemacht, die geplante Bahnverbindung zustande zu bringen. Auch in der Heutigen Sitzung kann der Gemeinderat einen anderen Standpunkt richt einnehmen, offen wird erklärt, daß der größte Teil der umliegenden Gemeinden ihre Geschäfte und wirtschaftlichen Be- äurfnifie in anderen Städten besorgten und daß es unvereinbar mit den Interessen der Gemeinde Büdingen sei, wenn eine solch »ohe Summe zu einer Bahnverbindung gewährt würde, die den ! »inliegenden Gemeinden noch mehr Gelegenheit gäbe, ihre Ein- laufe und Geschäfte in der Großstadt zu erledigen. Gemeinderat Ändrae ist der Ansicht, daß durch die Bahn den umliegenden Oemetnben Gelegenheit gegeben würde, ihre Müder in die hiesigen Schulen und sonstige Bildungsanstalten zu schicken. Dem wird

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[1 Marburg, 21. Febr Der im Jänückr' in Goßftkden verhaftete ^ihschweizer Wintrich, aus der Gegend von Trier Den man für den schon so lange gesuchten Zigeuner Ebender hielt, war mit dem schöffengerichtlichen Erkenntnis, das ihn wegen Landstreicherei an die Landespolizei verwies, nicht einverstanden. In der Berufungsinstanz vor dem hiesigen Landgericht machte er geltend, daß er zwar der Wissenschaft halber mit Zigeunern schon (Greift sei, er sei aber weder ein Zigeuner, noch ein Landstreicher, andern ein bis jetzt noch verkanntes Genie, ein großer Erfinder. Er habe sich damals nur in der Marburger Gegend umberge* trieben, um s-ine durch einen Hundebiß verletzte Hand, wegen der er ja auch in der Klinik gewesen sei, auszuheilen und um den Ent-- ckeid des deutschen Kriegsministerium^ bezüglich seiner neuesten triegstechnischen iSrfinbungen abzuwarten. Leider habe er teilt Entgegenkommen gefunden. Mit großem Redeschwall erffärtc der Angeklagte an der Hand von Zeichimngen feine Erfindungen, z. B. ein Panzer-Auto, ein Patent-Mühlrad, ein unübertreff liches Luftschiff-Projekt usw. Das Gericht hob schließlich die. ll Überweisung auf, gab dem Manne jedoch den Rat, sich lieber richtige Arbeit zu suchen und seine Erfindungen nur in seinen Muse stunden zu betreiben.

mfiumS statt. Hierzu war daS Lebrerpersonal der Augustiner- schule einqeladen. Ein Theaterstück und Vorträge dienten iitr Unterhaltung. Nack) 10iW ging der Ball an.

F.C. Afsenbeim, 23. Febr. Der 20jähriqe von hier , gchürtige 'Schmied Heinrich Schmitt wurde gestern abend i» Frankfurt von dem 21 Jahre alten Arbeiter üarl Löb man da, während dieser an einem dem Schmitt gehörigen Wevolver herumbantierte, aus Unvorsichtigkeit er­schossen. Löb kam in Hast

Starkenburg und Nhcinhcssen.

M. Offenbach, 22. Februar. Der in der Schuh 8 ftbrik Hassia'' ausgebrochene Streik hat eine weitere i Ausdehnung erfahren, weil der Inhaber der Firma E. Ltcb- I nann nunmehr auch den Schreinern, Leistenmachern I und Schlossern gekündigt hat. Der Grund der Kundi- I qunq ist darin zu erblicken, daß infolge einiger Arbetts- ttilliaer nie entgegen den Bestimmiingen der Fabrlkordnung 11 veränderte Arbeitszeit fcstgelegt wird, mit der sich diese : Arbeiterkateaarie nicht einverstanden erklärten.

Kreis Wetzlar.

x Wetzlar, 23. Febr. Im Hotel Kaltwaffer fand I Leute die Vertreterversammlung des Kr er s -Kr ier- ! Verbandes Wetzlar statt. Schriftführer >l itter le I verlas das Protokoll der vorjährigen Generalverfammlung^ «Die Stärke des Verbandes betragt m 71- DA^inm 3.40 I Mitglieder: die Einnahmen betrugenc 2444,31 die Aus I,mben 2393 99 Mk der Kapitalftock ist auf -o99,5.) Jet. | .ingcwachsen imb bei der Kreissp-rkasse ang-kgt. D.e aus. I scheidenden Vorstandsmitglieder Heemann Reger und W- I terlc werden wiedergewählt. Für den verstorbnen lost- I Agenten Kustne-Kroldors wurde Förster lrchternacht gewählt. I 'Lem Antrag des Deutschen Kriegerhundes wonach der I 'Nitgliedcrbeitrag erhöht werden sollte, wurde nicht zu

verelnznachrichten.

in Vortrag o°n Arrer VZaWei^ Zuhör» L stch abends t'nr Gotteshaus -ing-i'mden und salgtm Mtt )to6er Aufmerksamkeit ben' kraitvollen Worten Der Rcomr Werte die OpferwilliMt des preuizischcn Volkes^ von oe,n >ü Freibeitsbewegung vor hundert Jahren a g g, wetteiferten Ltande in Betätigung ihrer Siebe »um Saterfanb

Die mit dem vaterländischen Smn frommer, m l .

ich ö er einte und wie da Evangelische und Katholikeß brudertta mfammengingen. In der Gegenwart fehlt lttchts l sh Uerwilkigkeif. eine große Partei.. v^orgert grundmtU ' 0 Mittel, das deutsche Heer dem iramlWn überlegen M maajen.

ig dieses eigeMl atm DassergleE met, daß einet M ohung nichts ter der

im Tonnerstag H ben Äasserbaunc^ (in in PotsdE« -d ergab, daß MM der verhältnMW

in der w1 "Ä t" M'f1'1112*J , mit 500 toben -B .

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Provinzial-Ausschutz der Provinz Lberhessen.

L. Gießen, 22. Febr.

Anivesend: Provinzialdirektor Gel)eimcrat Dr. Usinger als Vorsitzender, 4 Mitglieder und 1 Ersatzmitglied. Beginn 9 Uhr, Ende 121/2 Uhr.

1. Di e Drogerie des Apothekers Stockbauer in Bad-Nauheim. Bei einer Revision der Drogerie in 1909 durch das Kreisgesundheitsamt Friedberg ergab sich, daß St. keine Genehmigung z-um Handel mit Giften hatte, und eine große Zahl nicht freigegebener Stoffe führte, unbefugt Rezepte anfertigte und daß Gefäße, die verbotene Stoffe enthielten, mit anderen Schildern versehen waren. Deshalb wurde Anzeige erhoben und St., wie auch sein Vorgänger, zu Geldstrafen verurteilt. St. suchte hierauf um die Genelmngung zum Handel mit Giften nach und erhielt sie. Bei einer wiederholten Revision in 1912 wurde festgestellt, daß St. in noch größerem Umfange verbotene Stosse führte wie 1909. Aus diesem Grunde beantragte das Kreis­gesundheitsamt Entziehung der erteilten Erlaubnis mit der Be­gründung, daß es zu gefälirlich sei, wenn in Bad-Nauheim mit seinen vielen Kranken eine Stelle bestehe, wo \ftarf wirkende Mittel und Gifte erhältlich seien. Tas Kreisamt Friedberg Eckstoß sich diesem Antrag an. Ihm wurde heute von, dem Provinzialausschuß stattgegeben.

2. A u s t a u s ch d e r v o n f i s k a l i s ch e m Wald e i n ge­schlossenen Wiesen in der Gemarkung F a u c r b ach. Im Jahre 1909 erwarben die Gemeinde Fmierbach und eine Anzahl Privater die sogenannte Fauerbacherhocke in der Gemar­kung Wallernhausen, die dem Fiskus gehörte und gemeindesteuer- frei war. Ter Staat erhielt dafür anderes, Gelände und verlangte und erhielt eine Entschädigung dafür, daß er steuer freies Ge lände gegen steuer pflichtiges hergegeben hatte. Das Finanz­amt Deranlagte nun die neuen Besitzer der Fauerbacherhecke zur Gemeindesteuer in Wallernhausen. Tie Bürgermeisterei Fauer bach sandte aber die Steuerzettel zurück und beschwerte sich beim Kreisamt gegen die Heranziehung mit der Begründung, das Ge­lände sei immer steuerfrei gewesen und es liege kein Anlaß zur Besteuerung vor. Der Kreisaussckuß entschied, daß der Beschwerde stattzugeben und die Heranziehung zur Ge­meindesteuer als zu Unrecht erfolgt anzusehen fei. Der Kreisaussckuß ging dabei von der Auffassung ans, daß dadurch, daß die Steuerfreiheit schon seit unvordenklicher Zeit bestehe, eine Berechtigung entstanden sei, die mit dem Grund und Boden zusammenhänge. Es sei kein irgendwie feststehender Rechtsgrund vorhanden, durch den Wechsel des Besitzers oder der Kulturart die Berechtigung erlöschen zu lassen. Gegen dieses Urteil erhob der Vertreter der Gemeinde Wallernhausen Berufung an den Provinzialausschuß, der ihr ftattgab und unter Aushebung der Entscheidung des K^eisausschusses erkannte, daß die Heran­ziehung des sraglichen Geländes zur Gemeindesteuer in Wallern­hausen zu Recht erfolgt fei. Die Kosten des Verfahrens hat die Gemeinde Fauerbach zu tragen.

3. Klage des Ortsarmenverbandes Fried­berg gegen den Ortsarmenverband Echzell wegen Unterstützung des A. Kaufmann. Seit längeren Jahren zahlte die Armenkasse Friedberg ein Pflegegeld für den Oben­genannten, weil dessen Vater in Friedberg den Unterstützungs- Wohnsitz besaß und sie annahm, daß bei dem Sohn die freie Selbstbestimmung bei der Wahl des Aufenthaltsortes infolge geistiger Beschränktheit ausgeschlossen sei. Es stellte sich aber heraus, daß K. mit dem Aufkäufen von Häuten und Fellen sowie mit Pferdetransporteu nach Frankfurt beschäftigt wurde und über sein Tun und Lassen geistig hinlänglich orientiert war, also auch einen eigenen Unterstützungswohnsitz erwerben konnte. Aus diesem Grund verlangte Friedberg Ersatz der ent­standenen Kosten von dem OrrSarmenverband Echzell, wo K. sich seit 16 Jahren aufgehalten hatte. Infolge der Weigerung vieles Armenverbandes kam es zur Klage, über die der Provuizialans- schnß heute zu befinden hatte. Auf Grund der heutigen Beweis­aufnahme und besonders des Gutachtens des Sachverständigen, Medizinalrat Dr. Nebel von Friedberg, verurteilte der Pro- vinzialaussckuß den Beklagten zur Zahlung der Entstandenen Kosten mit 312 Mk. nebst Zinsen und der Kosten des Verfahrens.

M <ni55ubtüdeit hei W). -Sn fijl öer btc Anschaur?-« m uns um dH ^btn, tut sick Quellen, ^etiönlioa d-mn das as ttht innerlich y wauen. Erst von ü ilt LÄeiemacher $. dem Vortrage.

Der BallonMainz II" verbrannt.

Mainz, 22. Februar. Dcr MililärfreiballonMainz 11" ist gestern nachmittag nach fünfstündiger Fahrt nach Metz bei der Landung explodiert und verbrannt. Die drei Offiziere, mit denen der Ballon bemannt war, konnten sich nur mit vieler Mühe aus dem umgestürzten Korb befreien. Der Unfall, der sich vor den Augen der Wache eines Forts bet Courcelles ereignete, wird auf Selbstentzündung des Gases während des Äufreißeus des Ventils zurückgeführt. Trotz der außerordentlichen Gewalt der Explosion erlitt keiner der drei Offiziere Verletzungen.

Zur Kcfung der deutschen Spitzbergen-Lxpedltioi

Aus Kristiania, 22. Febr., wird gemeldet: Kapitän Stavru d ist zum Leiter btr Hilfsexpeditiott' nach Spitz- beraen ausersehen worden. Die Expedition besteht aus neun Mann, darunter drei Lappen. Der Seehundsfängcr Hertha" ber für die HilfserPedition bestimmt ist, war früher au Forschungsreisen des Herzogs der Abruzzen be­nutzt worden. DieHertha" bringt die Hilfsexpedition nach Spitzbergen rrnb geht darauf nach deit gewöhnlichen Fangortcn um Gröndland weiter. Die Mitglieder der Hilfs- erpcdition werden mit den Ucberlebenden der Schrocder- Stranz-Expedition mit dem ersten von Spitzbergen ab­gehenden 'Schiffe, wahrscheinlich Ende Mai, nach Norwegen iiirücklchren. DieHertha" geht wal;rscheinlich morgen von H a r d a n g e r f j vr d nach Tro in s o e ab, wo die An- iunft in etwa 10 Tagen erfolgt. Die Hilfsexpedition nimmt dort eine Landungsabteilung vielleicht auch einen beson­deren Eislotsen an Bord. Das Schiff geht darauf sofort nach Alten wo Lappländer und Renntiere eingeschifft werden md nimmt daraus seinen Kurs auf Spitzbergen. Die "chlittenausrüstung erfolgt teils in Kristiania, teils in Tromsoe, wo auch starke finnische Hunde eingeschifft werden.

n in Uhr oeöfinfi

Die Iordd ! unit b^JBafi; mehr Anhänger - kann man

Letzte richten.

Neue Verkehrsstockungen im Industriegebiet.

Köln, 23. Febr. (Priv.-Tel.) Im rheinisch-westfälischen Industriegebiet scheinen die Verkehrsstörungen erneut zu beginnen In den Bahnhöfen Speldorf und Weddau sink» die Gleise mit Wagen angefüHt und auch die davorliegenden Stationen können der Ueberfüllung nicht abhelsen. Auch der Rangierbahnhof in Essen beginnt sich zu verstecken. Tia* besürchttt, daß wieder eine allgemeine Störung eintritt.

Die Lage der türkischen Armee.

Konstantinopel, 23. Febr. lPriv.-Tel.) Die tür kische Armee bei Bulair ist reichlich mit Proviant versehen und im allgemeinen gut ausgerüstet.

Maderos Tod.

N e w Y o r k, 23. Febr. Präsident Taft empnng die Nach * richt vom Tode Maderos, als er nach Washington abfahren wollte Er gab seinem Bedauern Ausdruck, erklärte aber, daß bei Vorfall keinen Anlaß zur Intervention gebe.

*

Oviedo (Spanien), 24. Febr. Jnwlge von Schnce- uertvehunaen entgleifte ein Zug und füllte m das F bett. Ter Heize r wurde getötet, cm anderer Beamter uedci-t.

Rechtzeitig erkannt

hot haä deutsche Volk den gesundbeitlichen Wert der in stetig DZ-SLSFWPWW in Frankfurt a. M. am 7. 10. 12 beurkundet worden »st. l ü