Die Rede des Kaisers
bei der $<xabetafel lautete:
„An dem heutigen Tage bringe ich mein Wohl aus das <>. Armeekorps aus, um ihm meine Zufriedenheit mit der heutigen Parade lnud zu tun. Es ist ein beweglicher Augenblick, tzcrade 100 Jahre nach der großen Zeit, die hier ihren Ursprung nahm, und an der eine Reihe der Regimenter, die heute vorbei defilierten, ruhmreichen Anteil genommen haben. Beweglich auch von den: Standpunkt aus, daß zwei Regimenter hier vorbei kamen, die die Ehre haben, die Chiffre meines hochseligen Herrn Vaters Au tragen: Das eine, das er selbst kommandiert hat und an das ihn von seiner Dienstzeit liebe Erinnerungen fesselten, das airdere, das sich unter seinen Augen vor dem Feinde ausgezeichnet hat nnd in dessen Uniform das deutsche Volk den Kronprinzen Diedrich Wilhelm so oft zu sehen gewohnt war. Ich erwarte und hoffe, daß das 6. Korps den glorreichen Traditionen, die es in Krieg und 7; rieben stets bewahrt I?at, auch fernerhin treu bleiben wird. Das 6. Armeekorps Hurra! Hurra! Hurra!
Um 91/2 Uhr begann vor dem Königsschlpsse der große Zapfenstreich unter der Leitung des ersten Ärmee-Musik- Jnspizienten Professors Grawert.
Dem Grenadier-Regiment König Friedrich III. (2. schlesisch. Rr. 11) dessen Chef die Frau Erb- prinzessin von Meiningm ist, wurde bei,der heutigen Parade .ftunt Helm der Gardcadler ohne Stern, zu den Kragen und Aermelplatten wurden den Offizieren goldeneStik- kerei und den Mannschaften weiße Litzen verliehen.
Die vereinigten Staaten und Mexiko.
Washington, 29. August. Präsident Wilson erhielt von Lind eine lange Depesche, in der Lind zuversichtlich die Möglichkeiten der Beilegung des Streites skizziert. Obwohl im Weißen Hause völliges Stillschweigen bewahrt wird, verdichtet sich in amtlichen Kreisen der Eindruck, daß die Regierung Huertas und Lind zu einem Abkommen gelangen werden, welches zum Frieden führen könne. Eine hohe Stelle erklärte, die Lage sei günstiger als zur Zeit, da Lind nach Mexiko ging.
" Eine Depesche aus Veracruz bestätigt, daß Huerta Lind wissen ließ, er sei bereit, die Besprechungen wieder aufzunehmen und geneigt, die Bedingungen Wilsons anz unehmen, um den Frieden und die Anerkennung der mexikanischen Regierung zu erreichen.
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Deutsches Reich.
De r Reichskanzler.
Die Blätter melden aus Berlin: Der Re i ch s k a n z l e r gedenkt seine Reise ins Gebirge anfangs September anzutreten. Wahrscheinlich geht er in die österreichische Schweiz. sTie Reichs ta gsersatzwahl für den verstorbenen Abgeordneten Bebel
ist auf den 17. Oktober angesetzt.
Bclä st igungeinesDeutschenin Frankreich.
In der „Metzer Zeitung" berichtet ein junger selbständiger K a u f ma nn Erlebnisse, die er am vorigen Sonntag auf französischem Gebiet auf dem Bahnhof von Battillh (Dep. Meurthe et Moselle) hatte. In Battelly hatte am Vormittag eine Gedenkfeier am Kriegerdenkmal stattgefunden. Der junge Kaufmann war in Begleitung zweier Herren und einer Dame ungefähr um 8 Uhr auf dem Bahnhof Battillh angekommen, um den 9 Uhr-Zug nach Metz zu benutzen. Er wurde von seinen Gefährten getrennt und ließ sich im Wartcraum auf einer Bank nieder. Neben ihn setzte sich ein anständig gekleideter Mann und begann sofort eine Flut gemeinster Schimpfworte über ihn zu ergießen, wie „Sale Cochon", „Espece de Sauerkvautfresser", „Sale Prus- sien", und suchte ihn zu Tätlichkeiten zu veranlassen. Der junge Deutsche verließ darauf den War beraum, sah sich aber auf dem Bahnsteig sofort von einem wüsten Haufenvon Gesinnungsgenossen seines Verfolgers bedrängt. Schließlich kamen zwei Gendarmen hinzu, nahmen den Kauf« tznann in Schutzhaft und geleiteten ihn dann in ein Abteil des Zuges, wo er auch seine Gefährten wieder fand. Diesen war es ähnlich ergangen. Sie hatten sich vor der Menge in den Abort des Bahnhofes geflüchtet. Der Erzähler bemerkt noch, daß der eine Gendarm ihm ausdrücklich sagte: Sie haben nichts übles getan, sind auch nicht angeheitert.
wohltzu erlernten, und noch sicht man dort gewaltige Eisenringe an denen die genuesischen und venezianischen Schiffe damals festmachten. Die Umwallung der Stadt ist mit allen ihren Türmen, Wehrgängen, Pforten usw. lückenlos erhalten: freilich befindet sie sich schott seit Jahren int Verfalle, weil die nötigen Summen zur Ausbesserung nicht beschafft werden konnten. Jetzt aber ist ein Plan im Werke, der die noch immer großartige Schönheit dieses Prachtvollen Manerkranzes, den man von einem Ende zum anderen .abschreiten kann, gröblich entstellen würde. Unmittelbar vor den Mauent soll nämlich der Riesetrbau einer Genossenschaftskellerei errichtet werden, ein Bau, der nicht anders gedacht ist, als die Fabrilbauten dortzulande alle — das will sagen, int höchsten Grade nüchtern. Natürlich würde der Reiz der trotzigen einsamen alten Umwalluug, von bereit Höhe man auf bie schlafende Stadt einerseits, und auf das weite, ebene, von trägen Kanälen durckil- zogeue Proveueerland andererseits, hinausblickt, durch diese Nachbarschaft großen Abbruch erleiden. Der Unterstaatssekretär der schönen Künste, Herr Börard, hat denn auch gegen den barbarischen Plan nachdrücklich Einspruch erhoben, aber der Landwirtschaftsminister sand nichts dagegen einzuwenden und erteilte seine Zustimmung. Jetzt hat sich die Oeffentlichkeit der Sache angenommen: der „Temps" und der „Gaulois" bemühen sich, das Gewissen der französischen Kunstfreunde zu wecken und ihr Interesse für die Wahrung der Schönheit dieses prachtvollen Denkmales mittelalterlicher Besestigungsluust zu erreget:.
D e r B i e n e u sti ch als H eil m i ttel. Der Bienenstich ist im Volksglauben schon längst als Heilmittel gegen rheumatische Leiden bekannt, aber es fehlte die wissenschaftliche Sanktionierung. Neuerdings hat sich nun das ,Journal de la Santä" damit beschäftigt. Es teilt eine größere Anzahl von Heilungen mit, und sucht die therapeutische Wirkung zu erklären. Ein Bauer, der siel, vor Rheumatismus kaum bewegen konnte, wurde eiues Tages zufällig von mehreren Bienen geswchen. Sofort verspürte er eine bedeutende Linderung seines Leidens. Er teilte die Beobachtung dem Hausarzt mit, der daun eineBienenstichkur an ihm vornahm. Er biltierle ihm 18 Bienenstiche in der Woche und erhielte einen überraschenden Erfolg. Das gleiche galt von einer jungen Frau, die von einem akuten Rheumatismus befallen worden war, und von einem Geiger, der seit Jahren den Bogen nicht ntclyr fuhren konnte. Sogar in ganz alten Fällen hat sich der Bienenstich als wundervolles Linderungsmittel erwiesen. Man beginnt gewöhnlich mit 5 bis <> Stichen und steigert sie je nach dem Alter des Kranken und der Krankheit bis zu 24 in der Woche. Die Biene wird mit einer Piueette auf bie Haut gesetzt und daun zum Stich' gereizt. Ihr Stachel muß itngcfäljr 6 Minuten in der Stichwunde bleiben
1— Kurze Nachrichten aus Kun st und Wissenschaft. In einem Sanatorium bei Homburg v. d. H. verstarb der Eleklrophhsiker und Großindustrielle Professor Aron an einem Herzschlag. Er gehörte zu den bcfaiiutcftcii Berliner Forschern auf dem Gebiete der Elektrotechnik.
Ausland.
Die Deutschen in Böhmen.
Aus Wien wird gemeldet: Der deutsche Nationalverba n d erklärte in seiner .Vollversammlung am Freitag, an der Gemeinbürgschaft aller .Deutschen in Oesterreich, insbesondere in der böhmischen Frage unverbrüchlich festzuhalten. Der Verband verlangt, daß die Regierung sich für eine den deutschen Forderungen entsprechende 'Ordnung der Verhältnisse Böhmens mit aller Entschiedenheit einsetze, wobei die Deutsck-en allerdings die Persönlichkeit des gegenwärtigen Statthalters geradezu als ein Hindernis in der mi parteiischen Führung ber Geschäfte an sehen. Der Nationalverband erklärt, zur Durchsetzung der Forderungen der Deutschen in Böhmen die Gemeinbürgschast bis zu den äußersten Folgerungen bewahren zu wollen.
Aus Stadt und £an&
Gießen, 30. August 1913.
Vom Manöver des 18. Armeekorps.
In dem Manövergelände am Südabhang des Vögels- berges bis zum Kinzigta! ist es lebendig getoorbeit. Die Truppenteile sind in ihren ersten Quartieren angekommen, wo sie zum Teil auf eine Woche Standquartiere bezogen haben. Die Regimenter der 21. Division haben im Kreise Büdingen bis nach Büdesheint und Flbenstadt im Kreise Friedberg Quartier bezogen. Die 81er liegen in der Nähe von Stockheim—Bönstadt, die 80er in Büdesheim, die 27er Artillerie in Heldenbergen—Windecken. Von den Truppen der 25. Division liegen die 115er um Elm, die 116er in Rückers, Flieden, Wauroth; die 168er in Schlüchtern. Etwas weiter südlich in der Gegend von Wächtersbach hat die 50. Infanterie-Brigade (117er und 118er) ihr Quartier bezogen.
Das Feldartillcrie-Regiment Nr. 61 (Darmstadt—Babenhausen) hielt sein Scharfschießen in dem Gelände südlich der hessischen Orte Radmühl, Freiensteinau, Fleschenbach, Holzmühl in der Nähe von Ulmbach ab. Zwei in der Schußrichtung liegende Gehöfte mußten 'geräumt werden. Hier werden sich auch die Brigademanöver der beiden hessischen Brigaden abspielen, und die Truppen werden bis in den südlichen Kreis Lauterbach in Berm.utsha.in, Krainfeld, Freiensteinau, Grebenhain, Nieder-Moos, Satz, Reichlos und Gunzenau Quartiere beziehen. In Grebenhain ist ein Proviantamt und eine Feldbäckerei im Entstehen begriffen. In den Nächten vom 9. bis 11. September stehen Biwacks für sämtliche Fußtruppen bevor.
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** Tageskalender für Sonntag, den 31. August: BakofsKammer-Lichtsviele: Täglich Vorstellttng. Lichtspielhaus: Täglich Vorstellttng.
Oberhessisches Museum und Gail'sche Samnt- lungen. Geöffnet Sonntag vormittags 11—1 Uhr unentgeltlich.
Museum für Völkerkunde. Geöffnet an Sonntagen vormttags von 11—1 Uhr unentgeltlich.
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* * Lehrer-Personalien. Der Gvoßherzog hat den Lehramtsassessor Georg Freitag aus Butzbach zum Oberlehrer an der höheren und erweiterten Mädchenschule zu Gießen ernannt.
* * Erledigte Le h re r ste 11 e. Erledigt ist die mit einer katholischen Lehrerin zu besetzende Schulstelle zu Heusenstamm, Kreis Offenbach.
* * Sozialer Kursus. Der vom Evang. Arbeiterverein Gießen in der Zeit vom 6. bis 8. September l. Js. geplante soziale Kursus wird nach den bis jetzt eingelaufenen Anmeldungen einen guten Besuch aufzuweifen haben. Neben dem Referat von Professor Dr. Vogt am Samstag abend (Begrüßungsabend) wird der Vortrag über die deutsche Volks Versicherung (Sonntag vormittag) besondere Anziehungskraft ausüben. Für den Oeffent- lichen Vortrag am Sonntag abend int Cafo Leib haben neben dem Referenten des Abends, Werkmeister I. Bärrn- Frankfurt a. M., einem geborenen Gießener, eine Reihe bedeutender Redner Ansprachen zugesagt. Sowohl bei dem Begrüßungsabend, am Sonntag vormittag in der Stadtkirche, wie auch am Sonntag abend bei dem Oeffentlichen Vortrag, der als Familienabend gedacht ist, wird die Ge- sangsabteilung des Vereins mitwirken.
” Besitzwechsel. Das Haus Marburger Straße 27, den Eheleuten C. H. Stückrath gehörig, ging durch Kauf für 54 000 Mk. an die Bratterei Jhring in Lich über.
Landkreis Gießen.
r. Steinberg, 28. Aug. Der Geflügel- und Kaninchenzuchtverein von Steinberg veranstaltet am 31. August eine lokale Ausstellung in den Lokalitäten zur „Wil- helmshöh".
Kreis Lauterbach.
= Hebl 0 s, 28. Aug. Das M i s s i 0 n s f e st des Dekanats Lauterbach fand heute hier statt. Vormittags um 11 Uhr fand Misstonsgottesdienst statt. Missionar Blöcher hielt die Festrede. Der Wallenröder Posaunenchor empfing die Teilnehmer am Eingang der Kirche mit einem Choral Der Prediger suhr-te rührende Bilder aus seiner Tätigkeit an der Goldküste Afrikas vor. Das Rachfest fand um 3 Uhr statt. Für die Mission sprachen Ober-Pfarrer Müller, Stadtpfarrer Schlösser aus Lauterbach.
Kreis Schotten.
1. Lardenbach, 29. Aug. Sein 25jähriges Jubiläum als Pfarrer unserer Gemeinde beging Pfarrer Weinberger. Die Vereine und der Ortsvorstand brachten ihm ein Ständchen dar, der Bürgermeister übergab namens der Gemeinde einen Nuhesessel.
Kreis Friedberg.
= Bad-Nauheim, 29. Aug. Bis zum 28. August sind 3 1 040 Kurgäste angekommen. 398378 Bäder wurden bis zum 28. August abgegeben.
r. Bad-Nauheim, 29. Aug. Im gestrigen zehnten Sinfonie-Konzert der Kurkapelle wirkte der 12jährige Knabe Duci Kerekjarto als Violinspieler mit. Der Knabe errang einen Erfolg, wie er in dieser Saison noch nicht dagewesen ist. Das Publikum war entzückt von dem Spiel dieses ausgezeichneten Talentes. Der Ktmst des Knaben sind, bedingt durch sein Alter, noch gewisse Schranken gezogen, aber was er bietet, ist bewundernswert. Sein Pianospiel und sein Flageolet sind heute schon vollkommen zti nennen. Im Allegretto fehlt cS noch an Kraft, doch fällt das bei den sonstigen Vorzügen dieses musikalischen Talentes kaum ins Gewicht. Außer dem großen Konzert in H-moll von Saint- SaiittS spielte der Knabe Zigeunerweisen von Sarasate und, dem stürmischen »Verlangen des Publikums entsprechend, eine Serenade von Biernö als Zugabe. Der zweite Solist des Abends, Herr Ernest Planton, entpuppte sich als ein Frankfurter Kind Ludwig Koch, der hier schon mit sehr mäßigem Erfolg im Kursaale Konzerte auf eigene Rechnung veranstaltet bat. Auch unter der neuen Firma konnte er cS zu keinem
bedeutenden Erfolg bringen. Das Konzert war nahezu aus- oerkauft.
Starkenburg und Rheinhessen.
Darmstadt, 29. Aug. Geheimerat Wilhelm Wilbraud, der Vorstand der Mtcilung für Forst- und Kameralverwaltuug im Großh. Finanzministerium, begeht demnächst sein 50jähriges Dienstjubiläum.
— Darmst ad t, 29. Aug. Die Kunstschule von Professor Adolf Beyer veranstaltet vom Sonntag, den 31. August, bis Samstag, den 6. September, eine A u s- stellung von Schüler ar beiten. Es gelangen nur Zeichnungen, Skizzen und Malstudien nach der Natur, besonders Zeichnungen nach dem lebenden Modell, Köpfe, Akte und Bewegungsstudien zur Ausstellung. Das Atelier (Saalbaustraße 73, Garteugebäude) ist täglich von 10—1 und 3—6 Uhr dem Besuche geöfnet.
r. Da r m st a d t, 29. Aug. Auf der Fliegerstation auf dem Truppenübungsplatz Griesheim herrscht allabendlich ein lebhafter Betrieb. Dort unternehmen die Piloten, sowohl Offiziere, wie Unteroffiziere, meist tnit Begleitern oder Beobachtern, auf den zur Verfügung stehenden Apparaten kürzere oder längere Flüge unter Anwendung der verschiedenartigsten Landungsversuche.
rm Da r nt fta d t, 29. Aug. Teuer wurde einem hiesigen Studenten eine mit einem ebenso durstigen Kneipkumpan, der angeblich aus Frankfurt war, unternommene Bierreise. Nachdem man bis zur Feierabendstunde die nächtlichen Lokale einer eingehenden Besichtigung unterzogen, bemerkte am nächsten Morgen der Bruder Studio, daß ihm sein ganzer Monatswechsel mit noch beinahe 120 Mark entwendet worden war. Man ist dem fremden Langfinger auf der Spur.
ds. Darmstadt, 29. Aug. Den Mitteilungen über die Sitzung der Handelskammer Darmstadt vom 25. August entnehmen wir, daß die Rechnung über Einnahmen und Aus» gaben der Handelskammer, sowie der kaufmännischen Fortbildungsschule Darmstadt für das Rechnungsjahr 1912 abgeschlossen worden ist. Die Einnahmen der Handelskammer, sowie der Fortbildungsschule betragen 52106,69 Mk., dem gegenüber stehen Ausgaben int Betrage von 43 633,24 Mk. Die Handelskammer selbst hatte 38 761,07 Mk. an Einnahmen und 30 287,62 Mk. an Ausgaben zu verzeichnen, so daß ein Kassevorrat von 8 473,45 Mk. auf das Jahr 1913 übernommen werden konnte. Die kaufmännische Fortbildungsschule schloß mit 13 345,62 Mark in Einnahmen und Ausgaben ab.
— Mainz, 29. Ang. Hier wurde eine Ortsgruppe des >LchutzverbandeS gegen die Fremdenlegion gebildet, der sofort eine größere Anzahl Herren beitrat.
ä. Mainz, 29. Aug. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten wurde beschlossen, von den städtischen Bauämtern außer den Ressortchefs fünf Arbeiter zur Baufachausstellung nach Leipzig zu entsenden. Es wurde hierfür ein Kredit von 500 Mk. bewilligt. — 13 Schutzleute, welche die Prüfung als Wachtmeister bestanden, erhalten den Titel Vizewachtmeister.
Hessen-Nassau.
0 Ma r b u r g, 29. Aug. Bei dem gestern abgehaltenen Königsprämienschießcn des Jägerbataillons gab Vtzefeldwebcl Klose von der 4. Kompagnie mit 69 Ringen den besten Schuß ab. Von der 1. Kompagnie blieb der Jäger Bertrams, von der 2. Kompagnie der Jäger Klein und von der 3. Kompagnie der Oberjäger Häde mit je 68 Ringen der beste Schütze. D^n Ehrenhirschfänger erhielt der Jäger Bertrams.
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** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Frankfurt a. M. starb am Mittwoch im Alter von 63 Jahren der Mitinhaber des Bankhauses Gebr. Sulzbach, Kommerzienrat Hermauit Kohler. — Bei der Wahl des ersten Vorstehers der israelitischen Gemeinde in Butzbach wurde der seitherige Vorsteher, Kaufmann Leopold Metzger, einstimmig wiedcrgcivählt. — Jit Biebrich würbe der 45jährige August Fath au§ Wiesbaden in dem Augenblick, als er seinen durch den Wind entführten Hut von bett Schielten aufheben wollte, von einer heraitkontmenden Lokomotive erfaßt und gelötet. — Von dem Zug Nr. 278 Koblenz—Mainz—Frankfurt ersaßt wurde am Freitag nachmittag zwischen Obenvesel und Bacharach eine das Geleise überschreitende Frau mit einer Traglast auf dem Kopf. Sie wurde sofort getötet.
Landwirtschaft.
— Frankfurter Arbeitspferdcmarkt. Nächsten Mittwoch wird bei her landwirtschaftlichen Halle wieder ein Ar- beitspferde markt abgehalten. Die Frankfurter Pferdemärkte haben in Züchter- und Händler-Kreisen derart an Bedeutung gewonnen, daß selbst aus den Nachbarstaaten und besonders aus der Schweiz und Ungarn Käufer itach hier kommen. Zum bevorstehenden Markt sind bis heute 815 Pferde zum Verkauf gemeldet: diese bestehen aus schweren und inittelschweren belgischen Arbeitspferden 1111b volljährigen norddeutschen Wagenpferden. Bei günstiger Witterung wird wie üblich auf dem Marktplätze eine Kapelle konzertieren.
Z Bad-Nauheim, 29. Aug. Ter in Qualität und vor allem auch in der Quantität außergewöhnlich gute Ausfall der diesjährigen Heu- und ®tu in meternte war wohl bie Ursache bavon, daß sich kaum ein Käufer eiugefunben hatte, als heute das Grummet auf bett stäbtischen Wiesen versteigert werben sollte. Die Folge davott war, daß die Versteigerung abgebrochen worben ist. Die Stadt wird nun voraussichtlich ihr Grummet selbst machen müssen.
Gerichtssaal.
h. Friedberg, 29. Aug. Ein hiesiger Geometer weigerte sich fortgesetzt^ seine Pflicht als Mitglied der Pflichtfeuerwehr zu erfüllen und blieL den Hebungen fern. In einem Schreiben an das 'Feuerwehrkommando bezeichnete er feine Hinzuziehung zu den Hebungen als Ungerechtigkeit und betonte, daß er nicht der Feuerwehrpflicht nachkomme, da er unter den gegenwärtigen Umständen in seiner Heranziehung zur Pflichtfeuerwehr eine Herabsetzung seines Standes erblicken müsse. Das Schöffengericht hat den Herrn für jede versäumte Uebung zu 2 Mark G e 1 d st r a f e 11 n b i n bie Kosten verurteilt.
F.C. Wiesbaden, 29. Aug. Der Taglohner Joh. Reuter von hier war am Pfingstmontag b. I. auf seinem Grunbstück damit beschäftigt, frisch aufgeworfene Maulwurfshügel einzuebnen. Der Taglohner Jakob Haas nahm an dieser Beschäftigung Anstoß und erstattete Anzeige >vegen Feiertagsentheilioung- dlus den von Reuter eingelegten Einspruch erkannten die Schiffen auf Freisprechung, da die von ihm verrichtete Arbeit nicht als eine solche anztisehcn sei, an der man Aergernis nehmen könne. Tas Gericht, bas die ganze Affaire als. höchst unsympathisch bezeichnete, bebauert, baß man nicht dem Anzeiger für diese Bagatellanzeige die Kosten des Verfahrens aufbürden konnte.
F. (£• Wiesbaden, 29. Aug. Das hiesige Schöffengericht hatte sich beute mit einem jungen Burschen aus dem Hessischen zu beschäftigen, der, obwohl er arbeitswillig ivar, keine Arbeit finden konnte und in bitterster Not bei einer Herrschaft um ein Stück Brot bettelte. Er wurde von der Polizei aufgegriffen und vor die Richter


