S*«2ii _ Elstes Blatt 163. Jahrgang Freitag, 2l. November M3
Sr3äa flLX *< ßk a aa a *a aaaaIaäm;SeSss ässssb|mi>Oli5r IInxAiHOTBR fessVJIvlivIlvl ZlllivlUvls:WW BS iss
UU General-Anzeiger für Gberhefsen WZ
bis Bomüttnq'j 9 Uhr. Rotationröruck und Verlag der vruhl'schen Univ.-Vuch- und Steinöriderei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchulstratze 7. Anzeigenteil:' H? Beck.
Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten.
Tageskalcnder aus dem Jahre 1813.
21. November. Stettin, das noch von den Franzosen besetzt n>ar, kapituliert.
Das Ergebnis von Kokowzows Besuch.
,Am Tage vor meiner Abreise ist eS mir erfreulich, zu erklären, daß ich eine vollständige U e b e r e i n st i in in n n g t n allenF ragen festgestellt habe, welche die beiden verbündeten Stationen interesinren, und daß die B e z i e b n n g c n » w i s ch e n >t n s e r e n beiden Ländern u i e in a ls e n g er und inniger waren als beute."
„Tie Beziehungen Rußlands z n Deutschland waren s e i t I a l, r e n nickt so herzlich wie jetzt. Beide Regierungen sind in allen v o l i t i s ch e n Fragen vollkommen einig. Maßgebende russische Kreise erhoffen für die nächste Zukunst aus der deutsch- russischen Freundschaft ein er- sprießlicheS Zusammenarbeiten."
Diese beiden Acußcrungen weisen unverkennbar eine ltarkc Familienähnlichkeit auf. Die links wiedergegebene stellt die Erklärung dar, welche der russische Ministerpräsident Kokowzow über das Ergebnis seines Pariser Besuches im „Ma- tm" abgegeben hat; die auf der rechten Seite befindliche ist. emc offiziös-russische Auslassung über den Berliner Besuch Kokowzows. Da nun die Beziehungen zwischen Frankreich und Rußland „niemals enger und inniger waren als heute", und da die Beziehungen Rußlands zu Deutschland, „seit fahren nicht so herzlich waren wie jetzt", müßten eigentlich, da nach dem bekannten französischen Sprichwort „die Freunde meiner Freunde meine Freunde sind", auch die deutsch-fran- zos ischen Beziehungen im Lichte rosenroter Freundschaft erstrahlen, was sie aber trotz der äußerlich korrekten Beziehungen bekanntlich nur in sehr begrenztem Maße tun.
^X^ärungen der Diplomaten im allgemeinen und die der russischen im besonderen sind eben immer mit einem gc- wlfsen Vorbehalt aufzunchmen, der sich ergibt, wenn man nach den tieferen Beweggründen forscht. Schon die Gewohnheit der russischen Staatsmänner, auf der Rückreise vom Seinebabel in Spreeathen einzukehren, ist ein Ausfluß der diplomatischen Taktik. Nach Paris kommt man von der Newa bekanntlich alljährlich mit dem Gruße „pump mir Moos und sei mein Freund!" Diesmal ist dieser Gruß besonders freundlich erwidert worden, denn der Pump, den Kokowzow in Paris ausgenommen hat, übersteigt den jahresüblichen, und d,e Franzosen haben die neue Anleihe sogar gern bewilligt, da sie in erster Reihe für den Ausbau des strategischen Eisen-- bahnfpstems zur westlichen Grenze hin bestimmt ist. So konnte man sich am Quai d'Orsay damit schmeicheln, daß auch diese Eisenbahnen dereinst zum Revancheziel führen könnten. Die russischen Politiker sind klug genug, die Franzosen sich mit diesen Hoffnungen schmeicheln zu lassen und ihnen den schönen Traum nicht zu nehmen, denn Frankreichs Revanchchoffnungen sind Rußlands Geldquelle. Wenn aber die Staatsmänner von Newskij Prospekt ihre lieben Alliierten mit dem Scheidegruß verlassen haben, „seid umschlungen Millionen", dann kommen sie auf der Rückreise, die sic dank der geographischen Fügung über Berlin führt, in die deutsche Reichshauptstadt und tauschen mit den deutschen Staatsmännern Gruß und Handschlag und die Versicherung wahrer. Freundschaft aus.
; Und diese Versicherungen entsprechen sogar den facher:! Tas Zarenreich bat das stärkste Interesse daran.
sich mit dem deutschen Nachbar, mit dem es eine lang gc streckte Grenze und starke wirtschaftliche Interessen gemein hat, auf guten Fuß zu stellen. Rußland hat mährend des Krieges mit Japan die deutsche Neutralität schätzen gelernt, und in der damals gewonneneil Erkenntnis, daß es au Deutschland einen ehrlichen Nachbar hat, ist die Einigung über Persien und die Bagdad bahn zustande gekommen, die freilich den Russen mindestens so viel brachte als uns. Ueber diese Fragen, die mit den kloinasiatischen und syrischen Eisenbahnfragen Zusammenhängen und über die schon Saso now in der Wilhelmstraße beraten hatte, ist auch jetzt bei den mehrfachen Unterredungen zwischen Herrn v. Bethmann Hollweg und Kokowzow verhandelt worden, nric versichert wird mit dem Ergebnis vol.ständiger Uebereinstimmung Eine solche ist auch inbezug auf das armenische Reformprojckt erzielt worden. Der erste deutsch-russische Vorschlag, der die Zustimmung der anderen Mächte gefunden hatte, und der die Einsetzung zweier von den Großmächten zu ernennenden Gcneralinspckteure für die europäischem Vilajets vorsah, wurde von der Pforte bekanntlich abgelehnt, und man will jetzt die nicht genehmen Generalinsekteure durch zwei euro^ Päischc Berater ersetzen, welche den türkischen Gen er algonver- neuren als Kontrolle zur Seite gesetzt werden sollen. Die gleiche Uebereinstimmung in den Anschauungen soll endlich auch inbezug auf die albanische Abgrenzungs- frage erzielt worden sein, deren Lösung man von einem neuen englischen Vermittlungsvorschlag erhofft. Herr Kokowzow ckrtlärtc ausdrücklich, daß Serbien bei seinen Ansprüchen auf albanisches Gebiet zu keiner Zeit auf russische Unterstützung rechnen konnte, und ma'n ist hier überzeugt, daß die eingehende und aufrichtige Aussprache zwischen dem deutschen Reichskanzler und dem russischen Ministerpräsidenten, wie sie erfreulick^erweise das Fehlen jeglicher Diffe- renaen zwischen den beiden Staaten ergeben hat, zugleich auch die Beziehungen zwischen Oesterreich-Ungarn und dem Zarenreich günstig beeinflussen wird. Wenn von dep: Berliner Besuche Kokowzows, der sich hierüber und insbesondere über die Audienz beim Kaiser sehr befriedigt ausgesprochen hat, auch keine positiven Abmachungen zu erwarten sind, so hat er doch nicht nur zur Förderung des Komplexes der k'leinasiatischeir Eisenbahnfragen, sondern auch zur Klärung der immer noch im Zeichen des Bal- kanproblems stehenden internationalen Lage in beachtenswerter Weise beigetragen.
Veutsehes Reich.
Der Kaiser ist, so schreibt das Wolfs-Bureau, infolge einer leichten Erkältung genötigt, sich einige Tage zu schonen.
Zur Affäre in Zabern. Der in Straßburg erscheinende „Elsässer" bringt in seiner Donnerstag-Nummer an der Spitze seines Blattes mit der Adresse Sr. Exzellenz des Kommandierenden Generals v. T e i m l i n g in fettem Druck einen vierspaltigen Artikel „Die Tragödie von Za- bern", in dem er sseft.ftellt, daß der beurlaubt gewesen^ Oberst v. Re ut ter das Kommando des 99. Infanterie- Regiments wieder übernommen und Leutnant v. F o r st ner im Dienst geblieben sei. Ferner wird mitgeteilt, daß die elsässischenSoldatendesRegiments, darunter Pl Rekruten den Garnisonen Neubreisach, Colmar und Straßburg zugeteilt worden seien. Der „Elsässer" veröffentlicht sodann unter Aufrechterhaltung der bisherigen Behauptungen den Wortlaut eines Schriftstückes vpit Rekruten, in welchem dem „Elsässer" unterschriftlich
bestätigt wird, daß Leutnant v. Forstner am 14. November tatsächlich die Aeußcrung: „Auf die französische Fahne könnt Ihr meinetwegen....." getan l)at. Der Artikel schließt,
indem er die Hoffnung ausspricht, der Kaiser werde die Stimmung des Volkes doch noch einmal genau kennen lernen. — Die Fortsetzung der Auseinandersetzung wird wohl im Reichstage erfolgen.
lieber den Verkauf der fortschrittlichen „Vios fisch en Zeitung" wird au? Frankfurt folgende Notiz verbreitet: Wie authentisch mitgeteilt wird, find — entgegen den Mitteilungen verschiedener Blätter — die Verhandlungen über den Verkauf des Verlages der „Vossi- schen Zeitung" an die Firma Ullstein noch nicht abgeschlossen. Der von den Zeitungen genannte Kaufpreis entspricht nicht den Tatsachen, der in Aussicht genommene Preis entspricht vielmehr demjenigen, der vor 2i/2' Jahren von den damaligen Erwerbern der Majorität der Anteile bezahlt wurde. ,
Ausland.
Erzherzog Franz Ferdinand und Gemahlin haben ihren Aufenthalt in England auf Einladung verlängert. Sie dürften erst Anfang Dezember nach Wien zu-> rückkehren.
Die internationale Konferenz für Weltnaturschutz, die in Bern tagte, wurde am Donnerstag geschlossen, nachdem die Gründungsakte eines konsultativen Ausschusses unterzeichnet worden ist, in dem jeder Staat zwei Stimmen erhält. Sitz ist Basel mit dem provisorischen Präsidium Dr. Sarasin-Basel. Der Ausschuß soll mindestens alle drei Jahre einmal zusammvntreten. Seine Aufgabe ist Me Sammlung und Veröffentlichung allen Materials sowie die Propaganda für Weltnaturschutz.
Der deutsch-französische Zollkongreß, der in Paris tagte, beschloß: 1. die deutsche Zollverwaltung möge alle Weine derselben Gegend als gleichartig betrachten und die gleichartigen Weine nur einer Untersuchung unterwerfen. Die Weine, die in Frankreich mit 2 Franks per Fslaschck verkauft werden, sollen in Deutschland als hoch-, wertige angesehen werden und als solche keiner Untersuchung unterliegen. Die französischen Behörden sollen unverzüglich auf die Gefahr aufmerksam gemacht werden, welche die französische Wcinausfuhr nach Deutschland bedroht infolge des von beit vier weinbauenden Staaten Süddeutschlands am 2. Juli 1913 beim Bundesrat gestellten Antrages, ausländische Weine zu verzollen, eine Maßnahme, die besonders die französischen Weine benachteiligt. 2. wünscht der Zollkongreß, daß die Art der Verzollung und die Streitigkeiten, zu denen die Auslegung der Tarife Anlaß geben könnte, Gegenstand besonderen Studiums durch eine deutsch-französische Zollkonferenz bilden sollen.
Ein neus französisches Armeekorps. Tie französische Kammer nahm ohne Aussprache die Schaffung eines neuen Armeekorps 21 an, das zwischen den Armeekorps 7 und 20 eingefügt werden soll. Die Kammer stimmte ferner der Aufnahme eines Kredits von 30 000Frs. zwecks Schaffung einer Abteilung für das Luftschiffwefcn im Kriegsministerium zu.
Französische Kämpfe in Marokko. Wie aus U d s ch d a gemeldet wird, wurde eine aus 28 Wagen bestehende militärische Proviant kolonne acht Kilometer von dem Lager von Nechila von 200 berittene rr Marokkanern angegriffen. Nach hartem Kainpfe wurden die Marokkaner in die Flucht geschlagen. Auf fron-
Die erste Publikation üer ttaiser wsthelm-Sesellschast.
Das in diesem Jahr eröffnete Institut für Chemie der Kaiser Wilhelms-Akademie zur Förderung der Wissenschaften in Dahlem bei Berlin beginnt soeben den Reigen seiner wissenschaftlichen Veröffentlichungen. Es handelt sich um die „Untersuchungen über Chlorophyll", die der jetzige Abteilungsvorsteher Prof. Richard W i l l st ä t t e r vor acht Jahren in Zürich begonnen und jetzt zu einem gewissen Abschluß gebracht hat. Sie gelten in der wissenschaftlichen Welt als bahnbrechend und gleichen Ranges wie die weltberühmten Arbeiten Emil Fischers über die Synthese der Zucker und der Purine, weil in ihnen zum ersten Male ein Gebiet, das ebenso wichtig wie dunkel war, systematisch durchforscht wurde.
Man muß sich erinnern, welche Bedeutung das Chlorophyll, der grüne Farbstoff der Pflanzen, im Naturreiche spielt. Nur durch das Chlorophyll sind die Pflanzen in den Stand gesetzt, aus der Lust die Kohlensäure aufzunchmen und aus dieser dann Kohlehydrate aufzubauen und damit Körpcrsubstanz zu bilden. Chlorophyllfreie Angehörige der Pflanzenwelt wie z. B. die Pilze entbehren dieser Fähigkeit zur Assimilation und sind auf ein mehr oder minder schmarotzerhaftes Dasein angewiesen. Was seine Funktion anlangt, läßt sich das Blattgrün am besten mit dem roten Farbstoff des Blutes, dem Hämoglobin vergleichen, das in der Lunge bett eingeatmeten Sauerstoff aufnimmt, und zu den Geweben trägt. In der Tat ähnelt aber das Chlorophyll nicht nur in diesem Punkte dem Hämoglobin, sondern auch in seiner Zusammensetzung. Zwar enthält es entgegen früheren Annahmen, wie die Studien Wiltstätters gezeigt haben, weder Phosphor, noch, wie das Hämoglobin, Eisen, vielmehr findet sich im Chlorophyllmolckül als organisches Element das Magnesium in einer komplizierten Verbindung.
Es würde zu weit führen, die aus dem Chlorophyll gewonnenen Abbauprodukte auch nur dem Namen nach zu erwähnen. Nur noch einmal sei auf die nahe Verwandtschaft mit dem roten Blutfarbstoff hingewiesen: wenn nämlich von dem Chlorophyllmolekül' die Kohlensäure abgespalten wird, entstehen rote Produkte, die sog. Phylline, unter diesen das Actiophyllin. Dieses Aetiophyllin kann man auch aus Hämatin, einer Umwandlungsstufe des Hämoglobins erhalten.
Wenn auch unsere Kenntnisse über die chemische Struktur des Chlorophylls durch die Forschungen .Willstätters und
seines Mitarbeiters, namentlich Arthur Stolls, mächtig bereichert worden sind, so machen sie doch keineswegs den Anspruch aus Vollständigkeit. Denn noch in Dunkel gehüllt ist die genaue Zusammensetzung, die chemische „Formel" des Chlorophylls, das damit das Schicksal seines Verwandten, der übrigen Eiweißkörper, teilt. Vielleicht dürfen wir hoffen, daß dem bewährten Forscher bei seinen weiteren Forschungen auch dieser letzte Schritt gelingen möge. Mit der genauen Kenntnis der Struktur eines Eiweißkörpers ist der Weg zu den anderen Eiweißkörpern offen, und, was noch mehr bedeutet, zur Synthese. Dr. R.
*
—-Uraufführungen. „Die große Katharina" nennt Shaw fein neuestes Bühnen werk, das jetzt im L o n do n er Vaudeville-Theater seine Uraufführung erlebte, und das sich als ein übermütiger, stark dem Grotesken zugewandter Scherz erweist, der bei dem von dem irischen Spötter allgemach seiner Selbstgewißheit beraubten Londoner Publikum herzhaft, wenn auch etwas mit bösem Gewissen, belacht wurde. Der 1. Akt ist ausgezeichnet, die übrigen leiden an einer gewissen Breitspurigkeik des Witzes. — Ein neues Stück von Henri Nathansen erlebte im Heidelberger Stadttheater eine Uraufführung. „Mutter hat Recht" betitelt sich dieses Stück, das sich von den meisten Dramen dadurch unterscheidet, daß am Scksluß alles beim alten bleibt. Das ist eben der Witz des Ganzen. Tas geschickt, fast routiniert ausgebaute Stück, das manche sehr hübsch gesagte Bemerkungen enthält, fand mit seiner behaglich warmen Atmosphäre großes Verständnis bei dem Publikum. Die gute Darstellung wurde durch herzlichen Beifall belohnt.
— Der Entdecker der „weißen Eskimos" verschollen? Aus Ncwyork wird berichtet: Nach den Berichten von Walfischjägern bestehen schwerwiegende Gründe zur Sorge um den Verbleib Stcfanssons, des bekannten Polarforschers und Entdeckers der „weißen Eskimos", der im vergangenen Sommer mit einer von der kanadischen Regierung ausgerüsteten Expedition zur Erforschung der nördlichen Küsten des amerikanischen Erdteiles die Ausreise von Viktoria angetreten hat. Tas Expeditionsschiff Ste- sanssons, der Tampfer „Kartuk", wurde zuletzt am 14 August in der Hohe der Flaxman-Jnsel gesichtet: seitdem fehlen alle Nachrichten, obgleich man sich eifrig bemühte, den Verbleib des Schiffes ausfindig zu machen. Es besteht die Befürchtung, daß das Schiff mit allen an Bord befindlichen Personen verloren gegangen ist Die aus dem Norden zurückkehrcnden Walfischfänger sprechen sich fel)r pessmiistiich aus, jedenfalls hat die „Kartuk" in den ersten Loochen des L i tob er, ganz ungewöhnlich schwere und gefährliche Witlerungsverhältnisst zu erdulden gehabt, und man weiß nicht, tote sie diesen Kampf bestand. Das Schiff wurde vom Kapitän Robert Bartlett geführt, der bei Pearys Nordpol-Expedition auch
die „Roosevelt" führte. In der Gegend, in der sich die „Kartuk" Mitte Oktober befinden mußte, traten um jene Zeit ungewöhnlich schwierige Eisverhältnisse ein: andere Fahrzeuge, die sich in jenen Gegenden befanden, mußten beschleunigt den Rückzug antreten, so daß es nicht ausgeschlossen erscheint, daß Stefanssons Schiff in das Eis geriet und von der Besatzung verlassen werden mußte.
— Von der Gruppe Buchhandel-Literatur auf der großen Internationalen Buchgewerbe-Aus" stellungLeipzig — Mai bis Oktober 1914 — (1. Vorsitzende Frau Kommerzienrat Dürr-Gontard, Leipzig, stellvertretende Vorsitzende Frl. Louise Marelle, Berlin) wird eine „Sammlung guter Frauenliteratur" zusammengestellt, für die Meldungen von Schrift- stellern und Verlegern sobald als möglich erwünscht sind. In einer Musterverkaufsstelle gelangen diese Werke durch Buchhandlungs- Gehilfinnen zum Verkauf. Anmeldungen und Auskunft bei den Vorsitzenden der Städte-Kommission für Berlin (Zentrale für Nord- nnb Ost-Deutschland), Frl. Louise Marelle und Freifrau von Funk, Exzellenz.
_ — Englisch-französisches Austauschtheater -vw Entente Cordiale hat in Paris und London auch die Sehnsucht nach einer künstlerischen Verbrüderung von Galliern und' Briten erstehen lassen und der erste Schritt dazu wurde bereits vor kurzem mit der Gründung einer „Little Frensh Theorie Society" getan, bie in England bereits über 600 Mitglieder zählt und seit einiger Zcrt die Einrichtung getroffen hat, daß einmal im Monat eine tranzonsche Schauspielergesellschaft nach London fährt und dort an einem Sonntag abend eine Vorstellung in französischer Sprache gibt. Am kommenden Sonntag spielt z. B. im Londoner Court Theatre emc Truppe des Pariser Grand Guignol. Ta das Unternehmen bisher ausgezeichnete Erfolge erzielte, will man sich mit der Cinseittgkeit bteier Gastspielfahrten nicht mehr begnügen • wie bie Londoner ichon jetzt regelmäßig in ihrer Heimatstadt französische Theaterkunst gemeßen können, sollen auch künftig die Pariser Gelegenheit haben, englische Schauspielkunst und englische Dichter zu bewundern. Tie Vorarbeiten zur Ausführung dieses Gedankens Und |o weit gediehen, daß der Organisator der Idee Mr. Philip Carr jetzt im Pariser Lyzeumsklub den ausgearbeiteten Plan bekannt gab, dem die Gründung einer Pariser Schwestergesellschaft unter dem Titel „Le Petit Theatre Anglais" folgen wird. Eine Anzahl führender Londoner Schauspieler haben ihre Mitarbeit bereits zugesagt. Auch in Paris werden diese Gastspiclvorstellungen einmal im Monat stattfinden, bei wachsendem Interesse nötigenfalls öfter. Man wird int englischer Sprache Werke von Shakespeare, Shaw, Synge, Oskar Wilde und Sheridan spielen und da das Programm des Unternehmens in der französischen Hauptstadt nicht weniger Anklang findet als die französischen Gastspiele in London, wird mit diesen franco-britischen Austauschvorstellungen voraussichtlich noch in dieser Saison begonnen werden. ,B.


