Ausgabe 
21.4.1913 Drittes Blatt
 
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tat heute früh geschrieben:Ob das Direktorium (Zuruf der (5oe.: Die Ueberschriftl), warten Sie nur ab, darauf komme ich uoch. Also ev heißt: Od daö Direktorium der Firma Strupp irgendwie un diejen Versuchen beteiligt ist, steht noch nicht fest. Der ganze Reichstag ist wohl darin einig, daß, wenn diese Be­teiligung sich Herausstellen sollt-, die erforderlichen Konsequenzen Gegenüber der Firma gezogen werden müssen, und daß kein Wort der deutschen Sprache scharf genug ist. um ein derartiges Verfahren zu kennzeichnen.

Ich persönlich und meine politischen Freunde stehen genau auf diesem Standpunkt. Nun bat de Schlußredakteur eine doppelte llcbcrfchrisi gemacht:Der :'Jiilitärcint" und darunter «Eine schwere Beleidigung der Firma Krupp". (Hört, hört b. d. Soz.) Daß das, was gestern hier gesagt wurde, eine schwere Beleidigung dec Firma .Krupp ist, ii! nicht zu bestreiten, allerdings hätte ich, hierin ich die Ucberschrist gemacht hätte, geschriebenSchwere Be­schuldigung". Aber wer in der Presse steht, weiß, daß man den Schlußcedakteuren nicht immer an der Strippe haben kann. Ge­rade die Herren vomVorwärts" haben dieselbe Erfahrung schon ost und noch bis in die letzte Zeit hinein gemacht. Ich betone noch, daß ich nicht geneigt bin, jedes Wort derDeut- s ch e n Tageszeit u n g" hier z u bertre t c n. Das ist nicht mein Beruf, und auch die Herren vomVorwärts" werden sich hüten, jedes Wort dieses Blattes zu vertreten. Wenn der Abg. Liebknecht mit einem deutlichen Hinweis auf uns gemeint hat, daß auf der rechten Seite die K e n n c r d e J P a n z e r Plat­tenkonzerns säßen, so erwidere ich ihm: Ich bin nicht im mindesten Kenner der Machenschaften dieses Konzerns. Ich glaube sogar, Herr Dr. Liebknecht >vird darin viel beschlagener fein als ich. Wenn irgend jemand die bedenklichen Auswüchse des internationalen Großkapitalismus bekämpft, so sind es meine politischen Freunde. (Ledh. Zustimmung rechts.) Wir werden darin fortfahren, hoffentlich mit dem erwünschten Erfolg.

Abg. Dr. Brabnnd lVv.):

In diesem Augenblicl, da die tatsächlichen Verhältnisse noch nicht geklärt sind, wird wohl niemand das Bedürfnis fühlen, den Anwalt der Firma K r u p p zu spielen. Die Angelegenheit lann nur geeignet sein, Wasser aus die Müblen jener Partei zu treiben, die jede Betätigung einer notwendigen Rüstungspolitik als etwas schädliches bezeichnen. Gerade deshalb wird auf bürger- ücher Seite niemand auf den Gedanken kommen, es sei wünschens­wert, wenn etwas vertuscht würde. Im Gegenteil. Ich bin fest überzeugt, daß jeder volle Klarheit wünscht. Es ist gewiß außer­ordentlich beklagenswert, was da passiert ist, aber ich glaube, daß die Beamten der Firma, wenn nicht in ihrem Auftrag, so doch jedenfalls in ihrem Sinn zu handeln glaublen. Wir wollen hoffen, daß es mangelndes Urteilsvermögen gewesen ist und wollen in dieser Richtung die Ergebnisse der Untersuchung ruhig abwarten.

Aus den Worten des Abg. Liebknecht klang nicht bloß die völlig berechtigte Mißbilligung über das Vorkommnis heraus, sondern auch der Wunsch, daraus Kapital zu schlagen. Zknruhe bei den Soz.) Das begreife ich von seinem Standpunkt au5, aber es liegt doch kein Anlaß und leine Berechtigung vor zu verallgemeinern. Wenn heute ein sozialdemokratischer Gewcrk- schaftssekretär Unregelmäßigkeiten begeht, oder ein Bankier Depots unterschlägt, werden Sie bann die Kontrolle aller fordern? Die ganze Industrie wird solche Verdächtigungen ablehnen müssen. (Abg. Ledebour sSoz.s: Sie rutschen ja noch unter die Konser­vativen herunter!) Aus der ganzen Angelegenheit geht dec eine Wunsch hervor, daß SchmiergelderuMveseu aus das Entschiedentste zu bekämpfen. Sehr wirksam wäre es, wenn jeder Einjährige, ber sich zu irgend Ivelcheu Schmiergeldern an Unteroffizieren ver­leiten tagt, rücksichtslos von der Ernennung zum Reserveoffizier ausgeschlossen würde. Wenn das dnrchgeführt würde, dann würde man den Mißständen schon sehr stark an den Leib gehen. .(Steb sall links.),

Abg. Dr. Spahn (Senk.):

Der Kriegsminister ist natürlich nicht in der Lage, in die Untersuchung einzugrerfen. Aber wir erwarten von ihm, daß er ftdj über den Fortgang der Untersuchung auf dem Laufenden hält unb haben das dringende Interesse, daß wir über diese Unter­suchung möglichst rasch und vollständig informiert werden. Für eine entsprechende Zusage deö Ministers wären wir sehr dankbar.

.kkriegsminister b. Heeringcu:

Ich bin selbstvecstündlich sehr gern bereit, Auskunft zu geben, so weil es die gerichtliche Untersuchung zuläßt. Es handelt sich nm zwei Gerichte: Das Kommandantiirgericht Berlin führt die Untersuchung gegen die militärischen, das Landgericht I die unter» suchung gegen die Zivilpersonen. Ich werde mich mit beiden Ge­richten in Verbindung setzen und sobald es mir möglich ist, dem Hause Mitteilungen machen,

Abg. Hegen schkidt (Np.)?

Dr. Liebknecht hat di-se Tinge vorgebracht, um der Wehr- vorlageSchwierigteiten zu bereiten. Von feinen zweifel­losen Uebcrtrcibunpcn will ich absehen, aber wenn Machenschaften vorgelommen sind, die das Licht der Oeffentlichkeit zu scheuen bähen, bann sind wir die ersten, die sie verurteilen. Die Notwen­digkeit zu unseren Rüstungen liegt so Har zutage, daß es nicht der Aufwendung künstlicher Mittel bedarf, um diese Ucberzeugung in das deutsche Volk hincinzubringen.

Abg. Dr. Liebknecht (Soz.) :

Es war meine verdammte Pflicht und Schuldigkeit, hier vor­zugehen, denn diese Vorgänge sind ungeheuer gefährlich. Hier muß mit eisernem Besen eingeschritten werden.

Damit schließt die allgemeine Aussprache. Das Gehalt des Kriegsministcrs wird bclvilligt.

A n g e n o m in en werden d i e Resolutionen der Budgetkommission, die eine Statistik über die Beförderung der Einjährig-Freiwilligen zu Reserveoffi­zieren fordern, die einen Verzicht der Fürsten auf zahlreiche A d j u t a n t e n st e I l e n befürworten und die anregen, zur Lösung der Duell frage eine besondere Reichstags- kommission einzusehen.

Zur Annahme gelangt ferner eine Resolution aller bürger­lichen Parteien, iuonadi bei Der Vergebung von Liefe­rungen, die ganz ober teilweise in der Hausarbeit her- gestellt werden, vor allem die Berufsorganisationen der Hauß- arbeitcr berücksichtigt werden soll n. Angenommen wird eine Resolution Ablaß (®p.), wonach bei der Besetzung militärischer stellen allein die persönliche Tüchtigkeit entscheiden soll und eine weitere Resolution Ablaß (Vp.), die eine Reform b c 3 gesamten Militärstrafrechts , des Beschwerde­rechts und dev ehrengerichtlichen Verfahrens gegen Offiziere fordert.

Ebenfalls zur Annahme gelangt eine Resolution Dr. Müller- Meiningen (Vp.), die eine Förderung der Wehrfähigkeit der Jugend durch Peffere körperliche Ausbildung verlangt. Die Sozialdemokraten verlangen dasselbe, betonen aber besonders die 9toitoenbig?cit des Ausschlusses jeder politischen Beeinflussung bei ber Ausbildung in Volks- und Fortbildungsschulen. Auch diese Refolution wird angenommen. Zur Annahme gelangen außerdem Resolutionen der Polen, der Wirtschaftlichen Ver­einigung, die Freifahrt für die Soldatenurlauber verlangen, die eine gleichmäßige Verteilung der Manöver, und Quartierlasten fordern und befürworten, daß die Reserve- un/ Landwehrübungen nicht in die Saat- und Erntezeit gelcg/ werden. Weiterhin angenommen wird eine sozialdemokratisch« Resolution, wonach kein Angehöriger des föcereö wegen seiner religiösen oder politischen Uebcrzeugung zurückgeseht werden sop>

In der Einzclberatnng bittet

Abg. Werner-Hersfeld CRfP.), möglichst bald eine Denkschrift über die Verhältnisse der Inten- danturfekretärc vorzutegen.

Abg. Knhncrt (Soz.)'

begründet eine Resolution auf Ausdehnung der N ach Weisung der K r i m i n a I ft a < i st i k für Heer und Marine durch Ver­öffentlichung statistischen Talsachenmatcriow über Haft und disziplinarisch verhängte Arreststrafen, den Ausschluß der Oeffent- lichkeit, die Summe der Freiheitsstrafen innerhalb jeder einzelnen ytrafart sowie alle Freiheitsstrafen, der Selbstmorde und Selbst.

Wetter

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Heber 34,000 ähnlich lautende schriftliche Anerkennungen!

Meteorologische Beobachtungen jer Station Eichen.

N... 381*4 dWjjtHwwrf

Regen

Bew. Himmel Nebel

Höchste Temperatur am Niedrigste ,

viiederschlag: 2,9 mm.

19. bis

19.

Stattfrcsamtetisicbrtdtfen.

(Nachträglich eingegangen.)

Leihgestern.

Eheschließung: April 12. Karl Jung, Landwirt unb

Marie Ott, beide in Leihgestern _ r

" Geborene: April 9. Karl Arnold ein ^>ohn, Walter.

20. April

20. ,

GericytssrzcrL.

Die Mainzer Silberdicbe und ihre Hehler vor Gericht.

h. Frankfurt a. M., 18. April. In nahezu sieben- stündiger Vcrhanbluilg fanden heute die aufsehemrregenden Silber­und llhrendiebstähle von Worms, Saarbrücken, Buch.schlag, Ober­ursel und Frankfurt a. M. vor der hiesigen Strafkammer ihre Sül-ne. Die Angeklagten Chauffeur Motsckmann, Eliausicnr Zainiuger und Mechaniker Röder wurden überführt, in W o r m S in der Villa Eifinger für 3000 Mk. Silbersachen, in Saar b r ii ri c n für 3000 Mk. Silber fachen, in Buchschlag Kleidungsstücke, im Kämsumverein Oberursel 077 Mark bares Geld, i n einer Villa ber F n r ft Haus ft r a ft c z u Fran k fuil für mehrere 1000 Mark und im Albartschen Uhrengeschäft zu Bockenfteim Uhren und Silberwaren int Werte von 25 000 Mark durch vandenmästigen Einbruch gestohlen zu haben. Sämtliche Gold und Silber)aii,ci wurden den Einbrechern in Kastel bei Mainz von den Althändlern Planitz er (Kastel), Max Urn- stein (Mainz' und Adam Broo (Mainz) für einen geringen Preis nbgctanft. Bei Nrn stein zerschlug man viele der Sachen und versteckte sie in dessen Gehöft. Der Frankfurter Kriminalpolizei gelang es, in kurzer Zeit Diebe und Hehler ausfindig zu machen und zu verhaften. Alle Angeklagten, bis auf Röder, waren ge­ständig. In Anbetracht der raffinierten Art, mit der die Dieb­stähle ausgeführt wurden, beantragte der Staatsanwalt für alle Angeklagten die Verhängung hoher Strafe. Das Gericht ging 311 in Teil über die Anträge hinaus und verurteilte wegen ge­werbsmäßiger Hehlerei Max Nrn st ein zu 4 Jahren Zucht­haus, B f o o 3ii 1 Jahr Zuchthaus, 93 I an i ber zu 2 Jahren 6 Monaten Zuchthaus, wegen Ladeneinbruchs Heinrich Rüder zu 12 Jahren Zuchthaus, Mots ch m a n u zu 8 Jahren Zucht­haus und Zaiuinger zu 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis. Die Angeklagten nahmen bis auf Arnstein und Röder die Strafen an. *

? Köln, 14. April. Vor dem Schwurgericht Neuwied wurde der aus Ungarn gebürtige angebliche Missionsprediger Szegh abgeurteilt, der lange Jahre die katholischen BolkSkrcise von Deutschland, Oesterreich und der Schweiz durch seine schwindel­haften Angaben zu täuschen verstanden hatte. Der Angeklagte, der nie Priester war, hatte sich aus unrechtmäßige Weise genaue Kenntnis der kinsdstägigen Verhältnisse erworben und reiste im angeblichen Auftrage von Starbinälcn und Bischöfen im Lande umher, um Gelder für fromme Zwecke zu sammeln. Rachge- wiesenermasteii sind ihm übet 100 000 Mark in die Hände ge­fallen. Ws Ausweispapiere führte er gefälschte Empselstnngs- f dir ei beit von ca. 40 Bifchösen mit fiel,. Er stieg gewöhnlich in Mastern oder bei Weltgeistlicken ab und verstand, alle, die mit ihm zusaimnenkameil, hinters Licht zu führen. Auch gottes- dienstlichc Funktionell übte er aus. Endlich ereilte den An­geklagten fein Schicksal in der Nähe von Loblenz. Er erschnm in Psassendorf bei der Vorsitzcndeii der Missionsvereinigung fa IHM eher Frauen und Jungfrauen nnb präsentierte einen Emp fehlungsbricf des französischen Bischofs DuPont. Die Dame kannte zufällig die .Haudfchrist des Bifchoss, die mit ber des Schwindlers gar feine AehNlickckint l>atte, imb gcnwnn somit die Neberzeugung. daß sie einen Betrüger vor sich habe. Sie übergab ihn ber

Mordversuche. In den vier Jahrzehnten deutscher Reichsherr- lichieit finit über lOOOOOJabrcFreiheitsstrafciiim Heer verhängt worden. Die Militärfondergerichtsbarkeit muß fallen.

Abg. Stadthagen (Soz.):

Die Bestrafung der Simulation führt unter Umständen zu ungeheuerlichen Konsequenzen.

Die Resolution wird angenommen.

Kriegsminifter v. Hceringen

wendet sich gegen die Resolution, wonach schon bis zur brrtten Lesung des Etats vom Kricgsminister versucht werden soll, die Zahl der Adjutantenftellcn zu verringern. Es bandelt sich da­bei doch nur noch um Tage. Der Bundesrat hat noch nicht Stellung genommen, und auch mit den Fürsten muß erst in 53er- bindung getreten werden.

Abg. Dr. Spahn (Zentr.):

Ultra passe remo oblißatnr. Das kann aber den Reichs­tag nicht hindern, die Resolution anzunehmen und damit de" Kricgsminister zu neuem Versuche zu veranlassen.

Die Resolution wird angenommen.

Abg. Znberl (Soz.) spricht über die Konkurrenz der Militärmusiker.

Generalleutnant von Wandel:

Eine erneute Prüfung der Bestimmungen hat ergeben, daß ein Grund für die Klagen der Musiker nicht vorliegt; das ist auch schon hier im Hause anerkannt. Es sind inzwischen erneute ver­schärfte Bestimmungen erlassen worden. Beschwerden über Ver­stöße werden geprüft.

Generalmajor von Werßdorf<

wendet sich gegen einen Sonderfall, den der Abg. Zubeil bezüglich des Regiments Nr. 103 vorgtäragen hat. Eine Konkurrenz zur Stadtkapclle hat nicht stattgefunden. Tie Stadtkapclle hätte sich ohnehin auflöfen müssen.

Abg. Lieschiug (Vv.):

Die Frage der Konkurrenz der Militärkapellen gegenüber den Zivilmusikcru beschäftigte die Budgetkommission, da eine Eingabe darüber vorliegt. Tas Haus wird also noch später Gelegenheit haben, zu einem Bcfchluffe hierüber zu kommen.

Beim KapitelB e! l c i d u n g s ä m t e r" führt

Abg. Boehle (Soz.)^

Beschwerde, daß mau die Arbeiterausschüfse nicht anhört unb Mit­glieder ber Ausschüsse entläßt. Die Akkordverhältniffe werden zur Lohndrückerei ausgenützt. In Straßburg hat man die Arbeiter zum Teil dem katholischen Frauenbund übertragen, der die Löhne sofort um 20 Pf. herabfetzte.

Generalmajor Stabs:

Die Bekleidungsämter verteilen die Arbeiten nur, wenn die schriftliche Zusicherung gegeben wird, däß die üblichen Löhne an die Arbeiter gezahlt werden. Eine Kontrolle ist den Deklcidungs- ämtern nicht möglich, doch werden wir, da uns jetzt ein spezieller Fall mitgeteilt wird, wegen eventueller Verletzung der Verpflich­tung cinschreiten können.

Abg. Diiffncr (Zentr.):

Die soziale Fürsorge der Bcklcidungsämter für die Arbeiter verdient volle Anerkennung. Die Löhne sind teil­weise hoch und mancher Bauer wäre mit solchem Einkommen sehr froh. Die Unterstützung der Heimarbeit durch die Militärver­waltung ist von höchster sozialer Bedeutung. (Abg. Böhle (Soz.): Sie sind ja der reine Negierungskommissar.)

Abg. Trimborn (Zsntr.):

Die Maschinenmeister, die komplizierte Maschinen bedienen, sollte man in eine gehobene Stellung bringen.

Abg. Jäckel (Soz.):

Die Militärverwaltung kommt der Pflicht, für Zahlung an- gemessener Löhne zu sorgen, nicht nach. Die Löhne der Hanh- iveber sind geradezu jämmerlich.

Generalmajor Stabs:

Die ^Kmdtoeber werden nicht direkt von der Verwaltung be­schäftigt, sondern die Arbeiten werden vergeben. Hierbei wird auf eine angemessene Bezahlung hingewirkt. In Zukunft sollen die Vergebungen durch den Minister für Handel und Gewerbe erfolgen.

Das Haus vertagt sich.

Montag, 2 Uhr: Weitcrberatung und ReichSfchatzamt.

Schluß 5 Uhr.

Lnftiehiffahrt.

Eine Untersuchung der Führt des Z. 4 nach Frankreich.

Friedrichshafen, 19. April. Graf Heppelin hat cm 2u f t g etid) t zusainnienberuseu, bas sich aus Führern ber 3eppelin- luitschiffe, Fachleuten ber Lustschissahil usw. znsammenfetzt und die Vorgänge untersud)en soll, bie zu ber Landung des LusE lreuzersZ. -1" in Frankreich geiührt haben.

Paris, 18. April, lieber bie Vorgänge bei bem furcht­baren Ballonnnglück bei F on tena D für M a r n c können, ba sämtliche Insassen umtameu, lediglich Vermutungen ausge­sprochen 1 werben. Mehrere Fachleute neigen zu der Annahme, bar, bie Ballonhülle bei bem Anprall an einen Baum zerriisen würbe, daß der Riß sich rasch erweiterte, so daß das ganze ausströmte. Doch hält man es auch für möglich, daß, einer ber Luftscft.iffer bic Geistesgegenioart verlor unb btc Reißleme in einer allzu großen Höhe unb so heftig gezogen habe, daß bic Hülle in ihrer ganzeii Lange platzte und der Ballon ime ein Stein hernieder fiel. Eine Explosion wird als ausgeschloftcu er­achtet, ba au ber Ballonhülle keine Spur einer Verbrennung wahr?, u nehm en ist. Der Führer des Ballons, 2lumond-Tyie - Pille, war ein sehr erfahrener Luftschiff er und hatte über 100 Fahrten unternommen. , ,, ,

W. Las Palmas, 18. April. Der Vertreter ber Unter­nehmer ber beabsichtigten Luftfahrt nach Amerika hat erklärt, bas Unternehmen sei aufgegeben worben. Die Teilnehmer kehren nach Deulschlanb zurück.

LLugesarrdt.

(Für Form uud Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion bem Publikum gegenüber keinerlei

Verantwortung.) ,

Wenn man jetzt durch bic Fluren Gießens wanbert, stoßt man überall auf .Holzpfähle mit bei Warnungstafel:'Äuudi; wegen find Hunde anzulcinen, lieber Ortungen werben oestro M

Pon welcher Vehörbc biefe Verfügung ausgeht, ist ntdrt ersichtlich, cs ist aber auch die Ausbrncksweisc Uebcrtrctuugcn nicht reckst verständlich. .

Gilt cs schon als eine Heber tret nng, bie bc|tra|t wirb, wenn ein 5)und, ber auf bem Wege bleibt auf einem bem Verkehr ober bem Spaziergänger bienenden Feld oder Wunen- Wege nicht angelcint ist, oder soll nur Daraus .^ugewiesen wer­den, Hunde anzuleinen, um cütl. ^StrafTalltgfeitcn wegen Flur- unb Jagbschäbcn vorzubeugen'? v>m ersten ^allc müßte Z>ann aber gejagt sein3utoiberhanblungcn,/, unb bann wäre btc ,trage bic, auf wcldic gesetzliche Bestimmimg stützt )idy diese Verfugung Dient solche aber nur als Hinweis in dem vorhin angedeutettn Sinne, bann können nur Flur unb ^agchchaden unter Sttase fallen, nicht *a ber das Freilaufen eines ungc) lidjcn Hundes auf geradem Wege, eine Auffassung, die vielseitig vorhaitixm ist. . . . ,

Zweckdienlich würde es jeiu, wenn btc tu Betracht tont- incnbc Behörde sich hierzu äußern würde.

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Polizei, bic bann die falschen Empfehlungsschreiben bei ihm vorfand. Das Schwurgericht verurteilte den Angeklagten mit Rücksidst auf seine llnöcrfrorcnljcit zu einer Zuchthausstrafe von 3 Jahren. Rad)dem er diese abgebüßt hat, wirb er nach Oester reich ausgeliefert werben, um sich bart zu veratworten, so bafi er bie fommenben 10 Jahre wohl im Zuchthaufe zubringen dürfte.

Thorn, 18. April. 50 0 Fälle von Soldaten- m 16 1) a n t> l ii n g e n. Vor dem Kriegsgericht der. 35. Division findet ziirzeil ein 8tiesenpiozeß statt, der vorailösichtlich acht Tage in Anspruch nehmen wirb. Im vergangenen Jahre wurden mehrere Slaiiimlellte bet 1. Kompagnie bc-3 Infanterie Regiments Nr. 176 beftrarf, weil sie als Unteroifizierbiensltuer bie ihnen unterstellten Leute mißhandelt patten. Die Angeklagten redeten sich damals barauf hinaus, baß biese Erziehungsmethobe in der Kompagnie gebräuchlich sei. Tas Kriegsgericht stellte umlassenbe Ermittelungen an, bic ;ctzt zur Anklage gegen den Kompagniechei Hauptmann Köhler und gegen ben Feldwebel K r e m i n führten. Zux An- klage flehen etwa öOO Fälle, die sich aus mehrere Jahre erstrecken. Geladen sind mehr als 130 Zeugen, zumeist Reservisten. Ten Vorsitz führt Dbevflleutnant Feldikeller, Verhaiibtungsleiter ist Kriegsgerichtsrat Tr. Haaa-Broinberg, Anklagevertreter Kriegs- geiichtsrat Zorn. Tie Oeffentlichkeit wurde für bie ganze Tauer ber Verhimblnng ausgeschlossen unb zwarwegen Gesährdung militärdtenstlicher Interessen unb Verletzung des Ehrgefühls bes mitimgeklagten Offiziers". _________

Sport«

c. Mainz, 19. April. Der Verein der Hundefreunde von Mainz und Umgebung E. V. hält am 22. Juni t). Js. in den Räumen des Schlackt und Vichhofes seine 2. inter­nationale Ausstellung ^on Hunden aller Rassen ab.

April

1913

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Das Besitzsteuerg km jedem Vermöge mcbsoermögen und fällig, soweit der Zck jicht. Vermögen ir btt Zuwachsbesteuer scibst ist von 0,5 Pr me Million Mark Mchs soll auch de Ngm gelten.

Die hessische Rc bie Absicht hegen - nissen des Reiches r geregelt werden iningung der weite so daß das Reichswegen z Erklärung des Fi: nun zu ersehen, da verwirft, denn sei den Reichsfinanzges der Lej'oiöungsrefoi Mit in bet Voraus, W notwendigen

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Diese Ctellui Vorgänge der letz Gesetzgebung beg Verbündeten Regi lchen Wehrbe and- und forfttc und, den Ertra qelbe Seranla «Wen Kamm-

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