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26.6.1913 Erstes Blatt
 
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Der Heeresausschuß der französischen Kammer stimmte dem neuen B.richte Pates über den 3jährigen Dienst M, wonach es durch Herabsetzung der lieber, chuMffer von acht aus seckss Prozent möglich wird, von der JahresMse 1913 und der folgenden jährlich 49000 nach zweijährigem Dienst zu entlassen.

Die falschen Ziffern des französischen Gene r al stab s.

Der Heer esaus schuß der f-ranzö fischen Kam­mer erörterte in fast sechsstündiger Sitzung die von Iaurös bestrittenen Ziffern. In einer amtlichen Mitteilung wird erklärt, der Ausschuß habe festgestellt, daß die durch das Gesetz über die dreijährige Dienstzeit e-rzielten Bestände 672 838 Mann betragen. Da die vom Generalstab angegebene Gesamrziffer sich auf 674 292 Mann belaufe, sei der Unter­schied durchaus nicht so bedeutend, tote Jaures behauptet habe. Unter den Anhängern der Militärvorlage haben die Feststellungen des Heeresausschusses lebhafte Befriedigung hervorgerufen.

' Ein Deutscher als Spion verurteilt.

Der deutsche Zahntechniker William Klare stand am Mitt­woch vor dem Geschworenengericht in Winchester unter der Anklage, sich ein geheimes Flottenbuch der Werft von Ports­mouth verschafft zu haben. Ter Angeklagte erklärte, daß'er unschuldig sei, wurde jedoch für schuldig befunden und zu tuns Jahren Z u ch t h a u s verurteilt.

Aus Hessen»

Aus dem Finanzausschuß.

rb. Darmstadt, 25. Juni. Der F i n a n z a u s s ch u ß der Zweiten Kammer hielt gestern und heute wieder ge­meinsam mit der Regierung Beratungen ab. in denen die Durchsprechung des B e s o 1 d u n g s t a r i f s zu Ende ge­führt wurde. Zwecks Vortrags des Berichts eines Referenten findet in der nächsten Woche noch eine Sitzung statt. Als­dann wird der Ausschuß in die Sommerferien eintreten.

Ans StaHt mrsD Lsttī

Gießen, 26. Juni 1913.

Das akademische Turn- und Sportfest.

Es wird uns geschrieben: _ . ... .

Auf der schön gelegenen Rennbahn an der Hardt wird eitrig gearbeitet. Ter Platz, der schon zu so manchem Feste gedient hat ist ein wundervoller Turn- und Sportplatz, sobald er geeignet hergerichtet ist. Und wenn erst die Trambahn an ihm vorbeifähtt, sollte er dauernd diesem Zweck dienen. Jetzt soll er wenigstens nächsten Samstag und Sonntag fröhlichen Wettkämpfen gewidmet sein, die die jungen Akademiker von Darmstadt, Gießen, Heidel­berg und Marburg untereinander ausfechten. Wenn uns der Wettergott einigermaßen wohl will, wird reges Leben in unserer Stadt herrschen. Wir haben es ja noch zu keinerGießener Woche" gebracht, aber wir sind doch auch recht festesfreudig, und wir verteilen die Feste hübsch übers ganze Jahr: so gibt es aua) dies­mal ein Fest neben anderen und besonders zu sehen, wenn die Aka- denriker einmal ihre Künste zeigen. Es ist ja bedauerlich, dast der ernste Sport und das Turnen, die so sehr den Willen stahlen, bei unseren Studierenden noch viel zu wenig gepflegt werden, das-, man eigentlich nur immer eifrig sich unterhaltende Pärchen am den Tennisplätzen fielst, aber das wird auch hier anders werden! Der frische Zug, der durch die deutsche Jugend geht, wird auch hier nock) kräftiger wehen! Und statt einiger Dutzend, die heute hier Sport und Turnen pflegen, werden es ebensoviele Hundert fein! Selbst wenn dann unsere studierende Jugend noch fleißiger als jetzt sein wird, wird sie die Zeit zu dieser herrlichen Erfrischung finden müssen und können. Von all dieser schonen Zukunftsmusik sind.jetzt unsere kleinen Wettspiele die ersten Aus­takte. Einen stärkeren Ton wird schon das große akademische Olympia in Leipzig haben, das im Oktober die Gedanken an die großen Schlachttaae vor hundert Jahren wecken wird. Bei dem Feste hier werden unsere Gäste em gut Stuck von Gießen sehen, man führt sie an die Lahn zum Militar- bad, dessen schöne Lage gar mancher Gießener noch nicht keimt; sie sehen den Trieb, wo die Tennisplätze . des Offiziers- tennisvereins wegen ihrer bes-onderen Güte benützt werden: und |te werden den lstlbschen Blick von der anderen Lahnseite aus ge­nießen können. Hoffentlich werden sie sich auch über die guten Leistungen der Gießener Studenten freuen, und hoffentlich zeigen sic uns auch selbst Tückstiges in Turnen und Sport. Taß unser. Großherzig sein Interesse an der körperlichen Ertüchtigung der Jugend durch sein Komnren beweist, wird ein besonderer An sporn zu größter Energie sein, und rüttelt hoffentlich manchen aus seiner Letargie ans! Das Programm ist ein reickchaltiges, und doch kann fes nur einen kleinen Ausschnitt ans dem großen Gebiet von Turnen und Sport darstellen! Aber jeder kann! auf seine Kosten kommen, beim Wassersport, bei Rasenspielen und Turnen. An spannenden Momenten wird es nickst fehlen. Ein wenig von der Begeisterung bei den berühmten Bootsrennen zwischen Orford und Cambridge mag auch uns erfüllen, wenn die besten Läufer von vier Hochschulen um den Kranz des Groß- herzogs streiten. Und Bewunderung darf es schon erregen, wenn in wenig Minuten ein Zweig von der alten Linde auf dem

und namentlich in der Fremdwörterfrage nach Möglichkeit Ent­gegenkommen gezeigt habe, war selbstverständlich. Wenn bei dem Vertilgungskrieg, der gegen die Fremdwörter noch auf deii Druck­bogen geführt wurde, manche Gedanken einen etwas unbelstlflichen Ausdruck gewonnen haben, so hat das, wie ich hoffe, doch nirgends die Deutlichkeit beinträckstigt."

Gerhart Hauptmann und sein F e st s p i e l. Auf ein Telegramm des Vorstandes des Berliner Goethe-Bundes hat Gerhart H a u p t m a n n geantwortet:Nach unendlichen lieber* legungen mußte ich von dem Gedanken abstehen, jetzt in Berlin persönlich hervorzutreten: es ist mir aus inneren und äußeren Gründen unmöglich geworden. Ich danke dem Vorstand des Goethe-Bundes aus aufrichtigem Herzen für die dargereichte hilf­reiche Hand und für die Absicht kraftvollen Eintretens für deut­sches, geistiges Reckst. Ganz ergebenft Gerhart Hauptmann."

Hk. Rasmussens Durchquerung vonNordgrön- land. Der dänische Eskimoforscher Knud Rasmussen hat in der Zeit vom 6. April bis 15. September 1912 mit P. Fre u - che n die Durchquerung des Binneneises von Nordgrönland bis zum Tanmarksjord und rückwärts von der Jnbependence Bay bis Kap Port ausgeführt, eine Leistung, die den bisherigen Wanderungen über das Binneneis an Bedeutung gleichsteht, an Ausdehnung noch weit übertrifft. NachPeterm. Mitt." ha! die Reise den Zweck, Nachforschungen nach den Schriftstücken von Mhlius-Erichsen anzustellen und das Schicksal seines Auffucher--- E. Mikkelsen aufzuklären. Bemerkenswert ist die Schlittenfahrt auch aus dem Gründe, weil sie ohne Mimahme von Konserven, nur mit Fleischvorräten, die die Jagd lieferte, durchgeführt wei­den konnte und weil zum erstenmal Eskimo sich auf das Binnen eis gewagt haben, vor dem sie bisher eine abergläubische Furch: besaßen. In 16 Tagereisen wurde die Strecke bis zum Danmark fjord zurückgelegt, doch mußten neun Tage wegen Schneesturm im Zelte verbracht werden: längs der Westküste des Fjorde ging es dann zum Pearylänal, der aber keine Verbindung nac dem Lineolnmeer bildet, sondern ein geschlossener Fjord ist, lvodurc Erichsens Nachweis Bestätigung finbet; Peary hatte sich als auf seiner Schlittenexpedition 1894 getäuscht. Nach fast 'zwei monatigem Aufenthalt an der Pearybucht, wo Naturwissenschaft lichc und ethnographische Sammlungen angelegt wurden, könnt die Rückreise nach Kap Dork über das Binneneis ohne Unfall zurückgelegt werden.

Gleiberg verabgebracht wird. Zur Zeit um eres geiles wird auch der Akademische Sportbund, dem sicher viel aus sporilichem Gebiet zu danken ist, hier seine Generalverscrmmlung^abhalte t. und wird sein Vorsitzender, der bekannte Sportarzt Tr^ Mall­witz aus Berlin, einen Vortrag über das inrernatümale Olympia halten, das 1916 im neuen Stadion zu Berlin gefeiert werden, soll. 'So ist für Anregung gesorgt. Das Fest soll aber nicht nur augenblicklicher Freude dienen, sondern es soll, wlyentlich nachhaltige Wirkung üben und alle anspornen, daß sie ihre Jugendfrische, ihre Arbeits- und Lebensfreude sich erhalten durch Turnen und Sport!

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* * Tageskalender für Donnerstag, 26. Juni: Drittes Abonnements-Konzert. Solist: Herr E. Dietz el-prank- fnrt, Trompete. Abends 8% Uhr in Steins Garten.

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Der Großherzog stellte fein Kommen zu dem Akademischen Sport- und Spielfest für Sonntag nachmittag in Aussicht.

""Die Provinzialdirektion Oberhessen bean­tragte bei dem Provinzialausschuß von Rheinhessen Ent- eignung von Gelände in der Gemarkung Heegheim. Bei der Anlage der Ueberlandzentrale wurden auf der Wiese des Landwirts Hch. Engel zwei Maste angebracht und die Wiese mit Leitungsdrähten überspannt. Die Ortskommission bot dem Engel als Schadensersatz eine einmalige Abfindung von 10 Mk., Engel forderte 100 Mark. Ein als Sachverständiger vernommener Oekonomierat war der Ansicht, daß der Schaden für den Engel noch weit geringer sei, als die Ortskommission angenommen. Da die Sache nicht vollständig geklärt war, wurde sie vom Provinzialausschuß von Rheinhessen an die Gießener Ortskommission zurückverwiesen.

Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde dem Schulamtsaspiranten Hermann Rau aus Lich eine Lehrer­stelle zu Beuern.

Die Fertigstellung des Grundbuches für die Stadt Gießen ist um ein weiteres Stück vorangekommen. Die Fluren 719 von der Kläranlage bis zur Wieseck, und die Fluren 4060 Waldfluren, als Fernewald, Gießener Stadt- wald zwischen Schiffenberger Weg bis zur Grenze der Ge­markungen Wieseck, Trohe und Rödgen sind jetzt fertig ver­messen und ist darüber ein neues Kataster ausgestellt, das bis zum 26. Juli für die betreffenden Eigentümer im Bürger- meistereigebäude zur Prüfung offenliegt. Nach dem Kataster wird das Grundbuch auch für diese Fluren angelegt.

Von der Viebertalbahn. Zwischen der Direktion der Deutschen Kleinbahn-Gesellschaft in Berlin und der Stadt Gießen sollen wieder Verkaufsverhandlungen wegen der Bieber- talbahn im Gange fein. Das Unternehmen soll in der letzten Zeit durch den Fortfall von Frachten BieberAbendstern erheblich geringere Einnahmen gehabt haben, infolgedessen die Kleinbahn-Gesellschaft sich bei den Verhandlungen entgegen­kommender zeigt, als dies früher der Fall war.

* * Musterschutz. Unter Nr. 553 581/34g und 553 581/341 ist dem Schlossermeister Georg Euler, Gießen, Hammstraße, für Tische und Bänke mit umlegbaren Füßen (zusammenlegbare Tische und Bänke für das Wirtsgewerbe) Patent-Musterschutz erteilt. Meister Euler beabsichtigt die Herstellung in Gießen zu betreiben.

""Zu dem Antonio bilunf all in der Frank­furter Straße, der sich am Sonntag abend ereignete, teilt unS der Chauffeur Ernst Walldorf mit, daß er der Führer des angeblich auf der falschen Straßenseite gefahrenen Auto­mobils gewesen sei. Wie er auch zu Protokoll gegeben habe, könne ihm aber keine Schuld an dem Unfall beigemessen werben, da er auf der richtigen Seite gefahren sei. Seine Fahrgäste bestätigen diese Aussage.

* * Fern s pr e ch an s ch l ü f s e. Im Interesse möglichst früh­zeitiger Inangriffnahme der Arbeiten zum weiteren Ausbau der Fernfvrechanlagen ist es erforderlich, daß die Anmeldungen neuer Fernsvrecl Anschlüsse f p ä t e ft c n 5 bis z n m 2 5. Juli den Kaiserlichen Telegrapbenanstalten vorliegen. Verspätet an- gemeldete Anschlüsse, die insolqedessen außerhalb des Bauplans nur mit Mehraufwendungen tz. B. durch besondere Entsendung einer Baukolonne usw.) herzustellen sind, werden in dem laufenden Bauabschnitt nur bann ausgeiührl, wenn die Antragsteller zu den entstehenden Mehrkosten einen Zuschuß von 15 Mk. leisten ober wenn diese Mehrkosten den Betrag von 30 Mk. übersteigen, den wirklich aufgeroenbeieu Kostenbetrag erstatten.

** Hessen in Amerika. In Brooklyn starb Frau Kath. M üH er, geborene Petry, aus Wöllstein in Rhrinh. Bon seinem Gdnvager durch RevolVorschüsse niedergestreckt wurde in Hamilton (Ohio > der Besitzer des Phönixhauses Ittlnzelmann, äns Lampert­heim gebürtig. Er war 1878 nach Amerika gekommen und hatte es zu Wohlstand gebracht, er war auch ein eifriges Mitglied des .Hessen-Darmstädter Vereins. 78 Jahre alt starb in Cleveland 1 (Ohio) ein weitbekannter deutscher Pionier John Koch aus Ost- bofett in Rheinh. gebürtig. Aus Giesen stammte der in Neu Ulm verstorbene Jakob Rinn. Ter Hessen-Darmstädter Volksfest- Verein New Dort' feiert am 17. August in Links-Astoria-Schützeu- park sein V o l k s f e ft

Landkreis Gietzen.

4- Heuchelheim, 26. Juni. Seit Freitag wird hier r (nicht, wie berichtet w-orden war, in Großen^Linden) ein t älterer Mann vermißt, der bis heute nicht wieder gesehen - worden ist. Es handelt sich um einen älteren verheirateten i Mann, der von Beruf Schmied ist.

^Mnschenheirn, 24. Juni. Arn Sonntag wurde das 25jährige Regierungsjubiläum unseres Kaisers in Form ' eines Jugendfestes gefeiert. Tie Schulkinder trugen alle Brust- : stücke, Helm und Fahne der verschiedenen Waffengattungen. In festlichem Zuge, an dem sich auch der Vorstand des Volksbildungs- = Vereins, der Gesangverein, Kriegerverein und Turnverein betei- t (igten, ging es in den Vorderwald. Hier begrüßte Lehrer Gün - t her die Erschienenen und dann sang manDeutschland, Teutsch- > land über alles". Bürgermeister Eiser hielt die Festtede, die in ) einem Kaiser hoch endete. Später brachte der Präsident des Krieger - t Vereins, K. Roth, ein Hoch auf den Großherzog aus. .Dann folg- i ten die üblichen Unterhaltungen.

l. Hungen, 25. Juni. Sein 30jähriges Be- stehen feiert am 20. und 21. Juli der Bienenzüchterverein ; Hungen 'n. Umgegend. Damit sind die Hauptversamm­lung! des o b e r h e s s i s ch e n B i e n c n z ü ch t e r v e r - ins, eine Jnrlerei-'Ausstellung und eine Verlosung ver­bunden.

Kreis Büdingen.

u O. Büdingen, 25. Juni. Mehrere h v chb e tag t e Veteranen, die noch den badischen Feldzug mitgemacht ; haben, leben in unserem Kreise. Dieser Tage feierte einer von ihnen, und zwar in K'albach, seinen 91. Geburtstag.

Gleichfalls 90 Jahre alt wird ein Veteran in Eckartshausen, Michelau lebt ein Veteran von 87 Jahren. Den ältesten Veteran hat Kefenrod; er ist 93 Jahre alt.

[i /^Merken sritz, 25. Juni. Ihr 8. B u n d e s f e st be­geht nächsten Sonntag hier die Vogelsberger San gern er=i cinigütig. Damit verbindet der hiesige GesangvereinLie­

derkranz" seine Fahnenweihe. 22 Gesangvereine aus dem Vogelsberg nehmen daran teil.

Kreis Alsfeld.

OK. Alsfeld, 25. Juni. Jrn K o n k u r s Q u i r i n sollen bis jetzt über 100 000 Mk. zu den Passiven angemeldet worden sein, denen nur ganz geringe Aktiven gegenüberstehen. Tie. Banken und die Hauptgläubiger sind zum Teil hypothekarisch gesichert. Quirin ist seiner Zeit von hier geflüchtet. Er beffndet sich, wie man hört, in einer früheren Stellung in Zurich als Bauführer. Er hat einer Anzahl von hiesigen Ge­schäftsleuten hauptsächlich durch Gefälligkeitswechsel sehr geschadet.

ok. Alsfeld, 25. 3uni. ImDeutschen Hause" tagte cm. Ausschuß, der eine würdige Völkerschlachtseier in die Wege leiten soll. Den Ehrenvorsitz haben Kreisrat Dr. Heinrichs und Bürgermeister Dr. Völsing übernommen. Die Festfolge sieht folgende Feiern vor: Samstag, 18. Oktober, Wecken vom Turm, 12121/2 Uhr Feftgeläute, abends Illumination der Stadt, Fackel­zug, Festatt' auf dem Marktplatz (Festrede und Massenchor der iAlsselder Gesangvereine); unter Ansprachen und Dem Absingen patriotischer Lieder soll daraus auf der Leuseler Höhe ein Freuden­feuer abgebrannt werden. ImDeutschen Kaiser" findet ^an­schließend daran ein Kommers statt. Sonntags: Morgens Fest- gottesdienst, mittags Pflanzen einer Erinnemngseiche und Ju­gendfest auf dem Lindenplatz.

§ Alsfeld, 24. Juni. (Stadtvorstandssitzung.) Anwesend: Bürgermeister Dr., Völsing, die Beigeordneten Weitz und Reh, sowie 10 Stadtvorstandsmitglieder. Als erster Punkt der Tages­ordnung war sich über die Festsetzung des Termins für die im Laufe dieses Jahres stattfindende regelmäßige Ergänzungswahl zum Gemeinderat schlüssig zu machen. Ms Wahltag wurde be­stimmt: Montag, 10. November 1913. Vieh­marktplatz: Namens der Marktkommission bringt der Vor­sitzende die Anregung vor, den städtischen Biehmarktplatz zu er­weitern, da re sich im,' LtrM der Zeit, namentlich für den Prämienmcrrkt und für Festlichkeiten, nicht mehr als hinreichend erwiesen habe, dies habe sich schon bei der letzten Zuchtviehauktionj gezeigt. Tie Marktkomnnssion hat vorgeschlagen, die angrenzende ca. 3300 Quadratmeter große Langsche Wiese hinzuzukauten. Der Stadtvorstand erachtet jedoch den von Lang geforderten Preis von 12 500 Mark zu hoch und überweist die Angelegenheit an die Marktkommission zur Prüfung, insbesondere darüber, ob nicht eine Verlegung des Viehmarktplatz einer Erweiterung vorzuziehen sei. Zu dem in der letzten Sitzung an die Elektrizitätswerks- kommission verwiesenen Gesuch der landwirtschaftlichen Wrnter- schule um Abgabe von elektrischem Strom zu einer Dreschanlage hat diese vorgeschlagen, dem Gesuche stattzugeben gegen Ver­zinsung der Anlagekosten mit 6 Prozent auf die Dauer von mindestens zehn Jahren, unter der weiteren Bedingung, daß die Stromentnahme nur zur Tageszeit erfolgen darf. Dieser Vorschlag wird zum Beschluß erhoben. Zu dem1 Gesuch des Emil Martin II. um Abgabe von elektrischem Strom für den Kinematograph ivar der Vorschlag der Elektrischen Werkskom­mission folgender: Marttn soll den gewünschten Strom erhalten, wenn er für die der Stadt Msfeld zu erfüllenden Verpflichtungen! eine Kaution von 100 Mark in bar stellt und ferner die Ver­pflichtung eingeht, denjenigen Betrag für rückständige elektrische Energie, insoweit damit die Stadt im Konkursverfahren aus­fällt, von der rechtSkrästtgen Aufhebung des Konkursverfahrens an in monatlichen Raten von 10 Mark zu bezahlen. Ter Stadt­vorstand beschließt denrgemäß. Ms ein dringendes^Bedürfvis hat sich erwiesen die allgemeine Kanalisation _ der . Stadt Msfeld. Ihre alsbaldige Ausführung ist bereits beschlossen. Der Vor­sitzende teilt nun in der heutigen Sitzung mit, daß das vorhandene ^Projekt zunächst nachgeprüft werde, um es auf den neuesten Stand zu bringen. Diese Prüfung erfolge durch das 9)tiniftcrium. und die Kulturinspektion. Es sei erforderlich, sich darüber schlüssig zu machen, welche Straßen in das Projekt ausgenommen und welche vorerst nicht berücksichtigt werden sollten, von den im Ortsbauplan künsttg als neu anzulegenden Straßenzügen. Die Angelegenheit wird zurückgestellt bis z-um Eingang des sich bei der Kultur-Jnspektton befindlichen Planes.

A Aus b c in Ohmtal, 25. Juni. Die Heuernte ist auf unseren Wiesen erst zur Hälfte eingebracht. DaS bereits eingebrachte Heu ist nach Güte und Menge sehr zu loben. Die Talwiesen bleiben indessen hinter den Tristen und Bergwiesen im Ertrag zurück. Auch sehr trefflich i|t der Stand dcs Klees; kaum kann er alle grün gefuttert werden.

L. Aus Ober Hessen, 25. Juni. Die Spar- und Tarlehnskasse zu Nieder-Ohmen erleidet durch den Zu­sammenbruch der landwirtschaftlichen Genossenschaftsbank außer einem kaum nennenswerten Betrag keinen Verlust, da sie noch vor dec Krisis ihren Betrag von 18 000 Mark zurück­gezogen hat.

Kreis Lauterbach.

r. L au t er b a ch, 25. Juni. Tas Dragoner-Regiment Nr. 23 hat in diesem Jahre wieder das Heugras von mehreren Morgen Wiesen der Gräflich Gvrtzschen und Freiherrlich Riedeselschen Be­sitzungen fteihändig erworben. Eine Anzahl Mannschaften dieses Regiments ist zurzeit in Schlitz unb hier einquartiert und besorgt das Einernten. Tie Heuernte füllt in diesem Jahre so reichlich aus, daß es den Landwirten an Platz mangelt, das Heu intteryi^ bringen, zumal auch noch ein großer Vorrat der vorigen Ernte vorhanden ist. Heute nachmittag wurden durch einen Ingenieur der Dresdener Dynamitfabrik die bereits angekündigten Spreng­versuche mit dem Sichers-eitssprengstoffeRomperit C" Borge» führt, wozu sich zahlreiche Zuschauer eingefunben hatten. Tie Sprengungen, bie auf verschiedene Art an Felsen, Hecken, Baum­stümpfen vor genommen wurden und hauptsächlich der Bodenbe-. wirtsckwftung dienen sollen, sanden bei den Interessenten Anklang.

Kreis Schotten.

l. Wett er seid, 25. Juni. Mit einem Verlust vvn 2000 Mk. schließt die hiesige Genvsscnschcrftsmvlkerei ihre Fahresrechnnng ab. Die Einnahmen betragen 47 000 Mk., die "Ausgaben 49 000 Mk. Die Molkerei verarbeitete nahe^ eine Million Liter Milch unb zählt 245 Mitglieder.

x Vom Vogelsberg, 25.Juni. Trotz de§ wenigen Sommerwetters gibt e§ bei den Imkern doch reiche Honig­erträge. Das vorzügliche Wachswetter zeitigte auch einen trefflichen Blütenstand, insonderheit des Weiß- und Stein­klees. Schwärme gibt es in diesem Jahre viel weniger als nn Vorjahre.

Kreis Friedberg.

L Ober-Rosbach, 25.Juni. In unserem Mangan- Eisenstein-Bergwerk, in dem kürzlich vier Bergleute verunglückten, wird wieder weitergearbeitet. Nahezu hundert Bergleute sind darin beschäftigt.

Starkenburg und Rheinhessen.

Mainz, 21. Jmfi. Jrn hiesigen Haupt bahn Hof über­gab gestern nachmittag ein fremder Bursche einem Lohnmonne ein zweijähriges Mädchen mit dem Auftrage, das Kind zu einer in Wiesbaden wohnenden «Familie zu bringen. Als der Lohn- mann mit dem Stinte dort cintraf, verweigerte die Familie die Einnahme des Kindes, da es ihr völlig iinbefaimt sei. Die polizeilichen Ermittelungen ergaben, daß das kleine Mädchen au? Kreuznach stammt, und von seinem eigenen Bruder, der gering nicht normal sein sott, ohne Wissen der Eltern hierher gebraoK und von hier nach Wiesbaden verschickt worden war.

d. Mai NF, 25. Juni. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten wurde der Voranschlag des cm- gemeindeten Stadtteils Kostheim in Einnahme und üus- gäbe auf 315675.62 Mk. festgesetzt. Der Zuschuß der Stabt beträgt 45 000 Mk. Die Kostheimer Stadtverordneten brao)- 'en verschiedene Wünsche vor, jo wollen sie eine baldige^ Badegelegenheit geschaffen haben. Der OberbürgernMller stellte dies in baldige Aussicht. Mcht weniger al5 40