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städtische Beamte wohnen in auswärtigen Orten und ein groher Teil davon 2 bis 3 Stunden von Mainz entfernt Turch eine Verfügung des Oberbürgermeisters, welche die Genehmigung der Stadtverordneten fand, sollen die Beamten veranlaßt lverden, im Dienstbezirke der Stadt ihre Wohnung zu nehmen. Es lvurde hervorgeboben, daß die freu erzählen dm Geschäftsleute und Hausbesitzer ein Recht darauf hätten, daß die städtischen Beamten in Mainz wohnten. — Zur Erbauung einer Lagerhalle im Macht- und Diehhof wurden 21 OOO Mk. und für die vierte Bauperiode der Wiederherstellung des Kurfürstlichen Schlosses 20 000 Mark bewilligt. — Zur Zusammenlegung von Bau-Grundstücken in Mainz-M o mb ach konnte mit einem Teil der Bescher keine Einigung erMt werden. Es wurde beschlossen das Enteignungsverfahren einzuleiten.
Hesseu-Naffau.
D Marburg, 25. Juni. Der Verein deutscher Studenten, der Studenten-Desangverein Fridericiana, der Akademische Turnverein, sowie dec Akademische Turnverein tturhcsscn, die nach der Auflösung des Studenten-Ausschusieö ein eigene? Kartell bildeten, das zunächst „Schwarzer Verband" bezeichnet wurde, jetzt jedoch den Namen .Verband nichtfarbentragender Korporationen" führt, veranstaltete heute eine nachträgliche BiSmarckfeier. Nachmittags bewegte sich ein stattlicher Zug mit mehreren Musikkorps durch die Stadt nach der WeintrautSeiche in der Nähe der Bismarcksäule, wo bis zur cinlretendeu Dämmerung verweilt wurde. Dann schloß sich bei der BiSmarcksäule, von dessen Zinnen die Klammen weithin ins Lahntal leuchteten, ein Festakt an. Ein Fackclzug beschloß diese zweite BiSmarckfeier.
-h. Königstein i. T-, 25. Juni. Nach dreitägigem Aufenthalt im hiesigen Schlosse begab sich heute siüh 9 Uhr die Großherzogin von Luxemburg mit ihrer Mutter im Automobil nach Weilburg, wo sie um 11 Uhr cintrasen und sich nach dec Jürstengrust begaben. Nach längerem Aufenthalt fuhren sie über Limburg bis Bad Ems, und kehrten dann mit der Bahn nach Luxemburg zurück.
Univerfftäts-Nackrichten.
* Die Straßburger Profess ur der Philosophie. Das Straßburger Zentrumsorgan, der „Elsässer^, mel bet die Berufung des Professors Dr. Arthur Schneider, der gegenwärtig an der Universität Freiburg i. Br. wirkt, an die Universität Straßburg.
Luftschiffahrt.
w. Mannheim', 25. Juni. Heute früh 4,40 Uhr stieg der Doppeldecker von der Fliegerstation Darmstadt „B. 40" stiit einem Unteroffizier vom 126. Inf. Regt, und einem Gefreiten vom 6. Trag.-Regt. Mm Fluge nach Straßburg und Monstan.', lauf. Bei Rheinau erlitten sie einen Motorschaden, und beschloffen ziu landen. Auf der Landungsstelle in Ketsch überschlug sich der Apparat. Die Jnsaffen konnten sich im letzten Augenblick durch Abspringen retten. Ter Apparat wurde stark beschädigt.
w. Reval, 25. Juni. Brindejone trat den Flug nach Stoäbolm um 3,30 Uhr morgens an und landete um 7,50 Uhr glücklich in Stockholm.
wandern und Reisen, Bäder und Sommerfrischen.
— Wanderungen und Rundreisen im Schwarzwald. Einen Wandervorschlag für eine 16 tägige Tour sowie Angaben über empfehlenswerte Rundreisen durch den badischen Schwarzwald enthält die unter obigem Titel erschienene Drucksache, die durch Vas Internationale öffentliche Bercehrsbureau, Ab«. Baden, Berlin W. 8, Unter den Lücken 14, kostenlos erhältlich ist. Die Wanderungen und Rundschreiben berühren all die bevorzugten Punkte dieses herrlichen Waldgebirges, dessen .Hauptgebirgskamm, nördlich bei Karlsruhe und Pforzheim beginnend, sich durch das Großherzogtum Baden bis zu dem Oberrhein hinzieht. Als Anhang enthält die praktische Drucksache ein Verzeichnis der festen Nuudreisekatten Baden—Schwarzwald— Schweiz.
Vermischtes.
* Gerö stete Sägespäne als Wundpulver empfiehlt Di'. F. Hammer-Stuttgart in der „Münch. Mck Wochenschrift". Die Bakterien abhaltenden Eigenschaften verkohlten HolzeS sind von altersher bekannt Kohlepulver ist schon
direkt als Wundmmcl verwendet worden. Auch frisch gerösttter und gemahlener Kaffee wurde zu solchen Zwecken schon empfohlen. Die Japaner sollen verkohltes Sttoh als Derbandmittel verwandt haben. Das unter stetem Umrühren gerösteter Sägespäne fein’ gesiebte Wundpulver Dr. Hammers besitzt iwck die gewallige Auffaugunqssahigkeit der rohen Sägespäne, die das Kvhlepulver nickt mehr besitzt und ist deshalb zur Auffaugung der Wund absonderungen besonders geeignet. Die leichte und billige Her stellbarkeit dürfte dem neuen Wundpulver auch ht der Kriegschirurgie einen Platz sichern.
Ff. Blaubnrt — ein Bivisektor! Überraschende Urkunden sind nach dem „New Bork American" in dem Arckno des Schlosses von Nantes geftlnden morden. Sic betreffen die Person deo Barons Gilles de Retz, der in der .Geschichte als das wahrscheinliche Vorbild der Blaicbartsage angesehen wird. Die Ueberlieferung schildett ihn als ein Ungeister, das nicht Niger als acht Frauen und eine große Anzahl minder auf scheust lichc Weise ermordet habe, und daß er infolge dieser Berbrechen im Jahre 1440 in Nantes hingerichtet worden sei. Rach den neuen .Funden soll Baron Retz, der seine Schlndtaten cacs wissenschaftlichem Drange vorgenommen und nebenbei auch mit Satanas int. Bunde gestanden haben soll, bedeutende anatomische, phpsi logische und alchimistische ftcmttniffc besessen haben. Die eigenartige Persönlich-keit, die auch in die Geschichte der Jungfrau von Orleans hineinspielt, habe sich iramentlich der Lösung des anatomischen Problems der Transplantation gewidmet. Er soll seine Experimente in dem Sclchosse von Macheeoul, dessen 2>/s Meter dicken Manern ihn vor jeder unliebsamen Störung schützten, ausgefül;rt haben. Tie amerikanische Zeitung, ter wir die Verantwortung für diese Angaben überlassen müssen, weis; sogar einige interessante Einzelheiten aus dem ebenfalls nenaufgesun- denen, in Spätlatein geschrittenen Tag.ckuck des Barons mitzn- tcilen. Er schildert darin die Transplantatton ttnes Armes von einer Negerin ans eine feiner Verwandten Isabella de Craon. Das Experiment soll angeblich gelungen sein, nur sind, wie es auch heute noch vorlommt, die unfteiwilligen Patienten daran geftirben. Baron Retz hat sich auch mit der Transplantatton von Nieren und Drüsen beschäftigt. Betreffs der letzteren teilte er mit, daß durch die Vertauschung von Halsdrüsen das menschliche Wackstum vollständig unterbunden werde. Angeblich hat Baron Retz über 500 Menschen, unter denen sich besonders viele Kinder befunben l)aben sollen, seinen schauerlichen Zwecken geopfert. Zwei Diener, Henri et und Poitou, uitd eine ,La Meffraie" genannte Magd waren seine Helfershelfer, die ihm mit List und Gewalt die bedauernswerten Opfer ziffühtten. Schließlich erreichte ihn sein Geschick. Ein tapferer Bischof wagte es zuerst, denr mächtigen Ansehen des Barons gegenüberyutreten und ihn den Gerichten zu überliefern. Schloß Macheeoul, in dem sich die unheimlichen Vorgänge abgespielt haben sollen, rourbc bald nach seinem Tode zerstött. Heute sind nur noch spärliche Reste davon vorhanden.
* Staatliche M i t'q i s t e n. Eine eigenartige (Sitte herrscht im englischen Postiveien.. Das Postministcrium zahlt nämlich jeder teiner Beamtinnen, je nach der Zahl der Dienstjabre, für den Fall, daß sie sich verheiratet, eine fDhtgiit. Im letzten Jahre betrug die Summe, die für diesen Zweck ansgegeben wurde, nicht weniger als 25 000 Pfund Sterling. Im englischen Postbetrieb sind gegenwärtig mehr als 14 000 Frauen beschäftigt. Roch vor einem Jahre waren es mindestens 33 000. Von diesen haben 413 in einem durchschnittlichen Alter von 28 Jahren geheiratet. Tie Zahl ist gegen früher gestiegen. 1907 betrug sie z. A, wie eine englische Postzeitschrift angibt, nur 329, dagegen stand das durchschnittliche Alter 2 Jahre tiefer. Tie durchschnittliche Dienstzeit umfaßte neun Jahre. Für das Jahr 1914 sind im Haushalt des Postministeriums 28 500 Pfund Sterling zu Mitgiftzwecken vorgesehen. Die Behörde rechnet also mit einer weiteren Heiratssteigernug der weiblichen Angestellten. Soll durch diese sonderbare Einrichtung verhindert werden, daß ztt alle Frauen im Staatsdienste bleiben ?
* Im Eifer. Bekannter: „Nun, wie gcfällt's Ihnen denn im Ehestände, Herr Blümlein . . . tut's Ihnen noch nicht leid?" — Junger Ehemann lenthusiastisch): ,Leid? Im Gegenteil! Ich tat’ gleich die -weite nehmen . . . wenn ich die and're los werden könnt'!"
Kleine Tagerchrontt.
Aus Anlast der außerordentlichen Hauptversammlung des Vereins ;icr Wahrung der Rheinschsifstrhttsintercssen fand am Dienstag vormittag in Karlsruhe die Feier der Eröffnung des Nvrdbcckens des städtischen Rheinhafens statt, das allerdings säion int vorigen Jahre in Betrieb genommen war. An einer Festfahtt auf bem Rhein nahmen außer hem Großherzogspaar und dem Pttnzenpaar ALax von Becken mit seinen stindem, das geformte Ministerium und eine große Anzahl Träger bekannter Namen der Industrie, des Handels und der Schifffahrt teil. Nachmittags 2 Uhr versammelte die Handelskammer die Mitglieder der Vereine und die sonstigen Festgäste zu einem Atahle in der Kleinen Festhalle.
Vie von anrtlidjer Seite aus Osn abrück mit geteilt wird, ist die Zabl der Erkrankten vom Regiment Nr. 78 weiter geftiegen Beim 1. Bataillon sind jetzt 289, beim 2. Bataillon 42 Soldaten erkrankt. Das Befinden der Er- tomtten gibt zu ernsten Besorgnissen Seinen Arrlast. Die Fieber endjeutungen sind im allgemeinm jMrMgcmmgtn. lieber die Ursache der Erkrankungen verlautet nock, nichts.
Wie die „Äschasienlnrrger Zeitmrg" auS Alzenau vom 24. Juni meldet, erschlug der Blitz roährcnb eines ®e* witters die 16 Jabirc alte Zigarrensorttererin Anna Amberg, wttche in der Stube beim Waffectrinfcn saß. Die neben ibd sitzende Hauskatze wurde gleichialls getötet.
In St. Jean-Brevelav bei Lorient fuhr ein Automobil in eine Prozession hinein Fünf Kinder wurden schwer verletzt. Tao Auwnwbil fuhr davon.
Aus Ottawa wird gemeldet: Bier Waggons eines Zuges der Canadian-Paci sic- Dahn sind in den Ottawasluß gestürzt. Acht Personen tmirden getötet, fünfzig verletzt Der Zug war stark mit Ein wanderen,, besonders schottischer Nattonalität, besetzt.
Bei der Besteigung des 2491 Meter lwhen Türmlihvrnes ist der Pfarrer Baumgartner aus St. Stephan im Derner Oberland eine 200 Meter hohe Wand hinunteryestürzt. Beim Srtcttcm traf ihn ein Stein so hart an den Kopf, daß er den Halt verlor Sein Begleiter suchte den Abgestürzten mit dem Seil zu halten, dieses ritz äber. Ter .Abgestürzte war fofort tot.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen.
Wtttermtssichten in Hessen für Freitag, den 27. Juni 1913: Zeitweise heiter, meist trocken, etivaS wärmer.
Letzte Nachrichten.
Ein starkes Erdbeben.
Darmstadt, 26. Juni. Die Erdbebenwarte in Jugenheim teilt mit: Seit heute früh 617 Uhr sind die Apparatr ununterbrochen in Bewegung infolge starken Weltbebens. Die Erschütterung dauert noch fort, doch scheint das Maximum vorüber zu sein. Der Herd liegt in einer Entfernung von ungefähr 10000 Kilometern.'
Eine Botschaft Poincar^s.
London, 26. Juni. Die ?kbendblätter veröffentlichen in Fettdruck eine Botschaft Poincarös an .die britische Nation, worin die fruchtbare englisch-französische Freundschaft gefeiert wird.
Die Kriegsgefahr.
Berlin, 26. Juni. Die ,,Bossische Zeitung" erfährt aus Petersburg: Im Auswärckigcn Amt traf die Nachricht ein, daß Bulgarien die diplomatischen 23c« Ziehungen zu Serbien abbrechen wird.
Die Ermordung des Deutschen Oswald Heinrich.
Berlin, 26. Juni. Aus die tleine Anfrage betr. die Ermordung des aus Dortmund gebürtigen, in Colorado e r m o r d e t e n D e u t s ch e n O s w a l d H e i n r i ch hat das Auswärüge Amt schristlicti geanttvorlet, der Ermordete habe kein Vermögen hinterlassen. Das Konsulat, das sich nm Sühne des Verbrechens nichr gekümmert habe, weil Heinrich sich um die Mnerikanische Staatsangehörigkeit beworben hatte, sei angewiesen worden, in derarttgen Fällen eine strafrechtliche Untersuchung KU bewirken und die Interessen etwaiger deutschen Erben zu wahren.
Schwedische Instrukteure für Persien.
Teheran, 26. Juni. Die persische Regierung beschäftigt sich mit dem Vorschlag des Oberst Hjamerscn, wettere 16 schwedische Instrukteure anzustellen, hauptsächlich, um den Gendarmeriedienst nach Hamadan, Jspahan und Kerman auszudehnen.
Ein bestohlener amerikanischer Botschafter.
Paris, 26. Juni. Dem auf der Durchreise befindlichen amerikanischen Botschafter in Petersburg!^ Curtins Guild, wurden in einem hiesigen Hotel mehrer e Briefschaften mit bedeutenden Geldsum-^ men und Kreditbriefen im Betrage von nahezu 60000 Franken.gestohlen.
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Heute früh 51/- Uhr verschied sanft nach langem, schwerem Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Tochter, Schwiegertochter, Schwester, Schwägerin und Tante
Frau Louise Kreiling geb. Römer im 35. Lebensjahr.
Die trauernden Hinterbliebenen.
I. d. N.: Familie Heinrich Kreiling VI.
Heuchelheim, den 25. Juni 1913.
Die Beerdigung findet Freitag, den 27. Juni, mittags 1 Uhr, vom Sterbehause, Kirchstrasse 8, aus statt. (<1Q
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