Kreis Friedberg.
3 Bad - N anheim, 19. Cft. Tas erste musikalische Ereignis der Wrnteriaison war die heutige Aussührung der „Schöp- fuxg" durch den hiesigen Künstler L. Marguth mit dem von ihm gde^ticn Butzbacher (Gemischten Chor. Erstklassige Kräfte wirkten als Solisten mit: der bekannte Frankfurter Bassist Adolf Müller, der Tenorist Heinrich Kühlborn-Frankfurt und Frl. Seifert-Ofien- bach. Der große Saal des Sprudelhotels war vollkommen aus- Nerkauft. Die Mitwirkenden ernteten stürmischen Beifall, besonders Herr Marguth, der als Dirigent seine schwierige Aufgabe glänzend gelöst hat.
Kreis Lauterbach.
R. L a n d c n h a u s e n , 21. Lkt. Aus Anlaß der goldenen Hochzeit des Polizeidieners Kaspar Lang und seiner Ehefrau Dro- thea geb. Schäfer wurde ihnen am 18. Oktober vom Groß Herzog dessen Bild mit Namensunterschrift verliehen.
Unseren Anzeigenkunden zur gefälligen Beachtung.
Hm den größeren Anzeigen für die Samstagsnummer eine sorgfältige Satzausstattung zu sichern, empfiehlt es Zich dringend, die Aufgabe ein bis zwei Tage vorher zu bewirken. Bei der großen Menge der Anzeigen kann nur bei rechtzeitiger Bestellung eine tvirkungsvolle Anordnung gewährleistet werden.
Verlag des Siebener Anzeigers.
<terid?ufaaL
Unlauterer Wettbewerb.
Für die Käufer und Geschäftskreise ist ein kürzlich von der Straflammer 1 in Darmstadt verhandelter Fall des 27 Jahre alten Möbelhändlers Robert Viktor Bauer und des 34 Jahre alten Schreiners Anton Kappes wegen unlauteren Wettbewerbs höchst bemerkenswert. Tic Beschuldigung geht dahin, daß beide Angeklagte gemeinschaftlich durch wissentlich falsche und zur Irreführung des Publikums geeignete Peröffentlichungen den Anschein besonders günstigen Angebots erweckt Hütten. Bauer ist gelernter Mechaniker und wandte sich nach seiner Angabe erst durch einen Zufall deni Möbelhandel zu. Er war damals angeblich mit einer Frankfurter Bardame verlobt (ohne jedoch jetzt nähere Auskunft über sie geben zu können), mietete zwecks Verheiratung eine Fünfzimmerwohnung in der Heidelberger Straße Nr. 85 und brachte darin zwei durch Kappes gelieferte Einrichtungen mit je einem Küchen Mobiliar unter. Er will nun, weil sich die Per lobung zerschlagen habe und er die Einrichtung los sein wollte, -u den ersten Angeboten gekommen sein. Die unter der Stich marke: „Für Brautleute, Gelegenheitskaut wegen Rückgang der Verlobung" usw. segelnden Inserate wirkten günstig: schon nach einigen Tagen ivaren die Möbel abgefetzt, und dieser Erfolg feuerte >ur Fortsetzung an. Laut schriftlichem Vertrag wurde Bauer mit 3000 Einzahlung Geschäftsteilhaber des Kappes, und die von diesem sowie von einem Bruder Bauers aus Frankfurt gelieferten Einrichtungen wurden nunmehr im letzten und im lausenden Jahre mittels ähnlicher Inserate und sonstiger Aufmachungen schwunglwst vertrieben. Außer der ersterwähnten Wohnung diente als Verkaufslokal noch eine Rhönring Nr. 101. Mit- WRter wurde der „Rückgang der Verlobung" durch „Hinscheiden der Braut" ersetzt. Die Vertretung nach außen lag meist in den Händen Bauers. Kappes will jene Wohnung vorsorglich zum späteren eigenen Beziehen gemietet und vorläufig als Lager lbenntzt haben. Allerdings ist einem Bruder des Kappes die Braut gestorben, und es soll eine Einrichtung vorhanden gewesen sein, doch war die Veräußerung oem Kappes überlassen und dieser an- M»ciertc „wegen Todes meiner Braut". Beide Angeklagten bc streiten jede unlautere Absicht; Kappes will in bestem Glauben an Bauer zeitweise und bis zur Auslösung des OKsellsclwftsvcrtrags geliefert haben, ohne sich um dessen Veröffentlichungen zu küm mrar In dem Urteil erachtete das Gericht beide Angeklagte Nfc schuldig und nahm bei jedem ztvei fortgesetzte, durch das Ur teil der Kammer für Handelssachen getrennte Vergehen an, bc - zchglich eines dritten selbständigen Falls vom Juni d. I. erfolgte Freisprechung. Bauer wurde als die Seele des strafbaren Treibens, Kappes als der geringer beteiligte, weniger schwer belastete Mittäter angesehen. Inwieweit die gelieferten Aaren minderwertig und deshalb die Abnehmer benachteiligt waren, btieb mangels ausreichender Feststellungen unentschieden und ist auch für den Tatbestand des unlauteren Wettbewerbs au ficki belanglos. Die lange Tauer der Verfehlungen kam straf- crhöheud in Betracht, doch wurde, da bezüglich der Schädigung Anhaltspunkte fehlten, von der seitens des Staatsanloalts beau- tragteu Gefängnisstrafe abgesehen. Kappes wurde für beide Fälle M je 300 Mark, Bauer zu je 1000 Mark Geldstrafe verurteilt, die bei Uneinbringlichkeit mit je 1 Tag Gefängnis für TO Marl zu verbüßen sind, und ferner die Veröffentlichung des Urteils angeordnct.
Citfficbiftiibrt.
Johannisthal, 21. Cft. (Priv.-Tel.) Der Flieger Nölle, der in der letzten Nacht zum Fluge nach Paris gestartet ist, ist bei Hannover abgestürzt. Er zog sich dabei einen N a s e n b e i n b r u ch und leichtere Verletzungen am Knie zu.
Paris, 21. Cft. Bei Chaumont sind zwei Militär-- fRccicr, ein Pionierleutnant und ein Soldat infolge einer Motor- expivsion abgc stürzt. Beide Flieger sind tot.
Isst) les Moulineaux, *21. Cft. Der Flieger Tau court ist heute früh um 8 Uhr 20, begleitet von dem Passacher Moux, bei strömendem Regen .nach Schaffhausen zur ersten Etappe Paris — Kairo ausgcstiegen.
Sport.
* Schwi in in » und Wassersport-Verein Gießen. Es wird uns mitgeteilt, daß die Uebungsstunden vorerst auf Montag und Donnerstag abend 7—8 Uhr festgesetzt worden sind. Um den Mitgliedern und allen denen, die sich mit dem Schwimmsport beschäftigen, Gelegenheit zu geben, näheres zu erfahren, ist aut Donnerstag, den 23. d Mts., abends 81,- Uhr, in der Gastwirtschaft Kaiserhof eine allgemeine Versammlung festgesetzt worden.
Das akademische O l n m v i a in Leipzig.
Leipzig, 20. Oft. Der Samstag wurde ivegen der Einweihung des Denkmals nur in seinem Nachmittag für die Kampfes- Ipielc deS Deutsch-Akademischen Olympia verwendet. ES sanden statt: Die Schlußrunde der akademischen Fnßballmeisterschast zwischen den akademischen Abteilungen der Vereine für Bewegungs- Ipielc zu Marburg und Leipzig, ferner die Vorkämpie in den 93er- «mSstasettcn über vier mal 1(X) m und in der 103 m-Meisterschait, sodann Speerwerfen und Kugelstoßen, sowie Cchleuderball und Schlagball. Die Ergebnisse dieser Wetlkämpie waren folgende: Schlnßrnnde Fußball V. B. Leipzig siegt gegen Marburg 8:2, Halbzeit 3:1. Faustballspiel von gestern, Schlußrunde: Sucvia- Bonn gegen Titmarsig-Kiel wird morgen um 2 llhr ausgetragen. Schlagballschlutzrnnde: Männerturnverein von 1876 (München) schlägt den A. T. V. Berlin 60 :40. Akademische Schleuderball- metsterschast. Mitteldeutsch-Akadennscher Verband für Leibesübungen schlägt A. T. V. Berlin mit 1:0. Speerwerfen 1. Bnck- oeifter mit 44 m, 2. Bäg mit 48,82 m, Jung mit 41,50 in. Tic Resultate vorn Kugelstoßen kommen erst morgen beraus.
Universitäts-Nachrichten.
— Zum Mteilungsvorsteher am pliysikalisch-chemifcheu In stitutdtt Berliner Universität ist an Stelle von Prof, von Wat- tenverg der Privatdozent für physikalische überaic und erste Af- fistent am genannten Institut Tr. Arnold Gutfen m Aussicht
genommen. Tr. Eucken, der Lohn des Jenaer Philosophen Prof. Tr. Rudolf Eucken, ist seit mehreren Jahren Assistent bet Geheimrat Nernst am Berliner physikalisch-chemischen Universitätsinstitut. Im Jahre 1911 erhielt er die venia legendi.
— Ter Leipziger Privatdozent Tr. jur. Walter Jel- linet hat den Ruf als. a. o. Professor an die Universität Kiel als Nachfolger von Pckof. Gmeltn angenommen und wird noch zu Beginn dieses Wintersemesters sein neues Lehramt antreten.
— Ernannt wurde der a. o. Professor Tr. Karl Boehm in Heidelberg zum ordentlichen Professor der Mathematik an der Universität Königsberg i. Pr. als Nachfolger von Prof. G. Faber.
wandern und Reisen, Bäder und Sommerfrischen.
— Friedberg, 20. Cft. Tie 7. Wanderung führte den Taunusklub „W e t tc r a u" (Zweigverein Friedberg-Dad- N au heim des P. H. C.) gestern von Bad-Salzhausen über Ulfa und Friedrichshütte zunächst nach Laubach. Auf herrlichen Waldwegen wurde dann Grünberg, das Endziel der Wanderung, erreicht. Tie gesamte Wanderung, die von Lehrer Hofmann-Bad-Nauheim geleitet wurde, nahm 6 Stunden in Anspruch.
Der Riewer Ritualmordprozeh.
Kiew, 21. Oft. Heute fand ein längeres Verhör des Journalisten Bruschkowsky statt, der aus eigener Initiative Ermittelungen über die Ermordung Juschtschinskis angestellt hat und der zu beweisen sucht, daß der Mord von gewöhnlichen Verbrechern verübt worden sei. Der Zeuge gibt Gespräche mit Wera Tscheberjak wieder, die, wie er zugibt, erfolglos geblieben sind. Wera sprach lachend von einem Ritualmord. Tie Frage des Aeltesten der Geschworenen, ob Margolin und der Zeuge Wera große Geld summen versprochen hätten, wenn sie die Sckfuld auf sich nähme, verneint der Zeuge.
Gelegentlich des Verhörs des Journalisten Bruschkowskt wurde gestern Wera Tscheberjak abermals vorgeladen. Sie wiederholte dabei, sie habe es im Gespräch mit Bruschkowsky und Margolin abgelehnt, die Schuld auf sich zu nehmen. Zeuge Rechtsanwalt Margolin erklärte, Wera habe bet ihrer Zusammenkunft in einem Hotelzimmer in Charkow gesagt, sie habe den Mord von Prichodjkv, Niejinski, Mifsle und Nazarenko verübt, weil ihnen von Suschtschinski zu vieles bekannt war. Bon Geldsummen sei, sagte Margolin aus, während des Gespräckfes mit Wera durchaus nicht die Rede gewesen.
Dermiicbtef.
* Gatte nmo r d oder Unfall? Aus Paris, 21. Cft., wird gemeldet: In Thouard, Dep. Teux-Sevres, wurde der Gutsbesitzer Philipon verhaftet unter der Beschuldigung, daß er aut einem Spaziergang aus Eifersucht seine Frau mit einem Gewehr erschossen habe. Philipon behauptet, daß. seine Gattin während eines Jagdausflugs das Opfer eines verhängnisvollen Unfalles geworden sei. Sein Gewehr sei mit dem -Hahn an einem Brombeerstrauch hängen geblieben, der Schuß set losgegaugeu und halw der Frau die Lunge durchbohrt.
* I u Seenot. Aus Ochotsk, 21. Oft., wird gemeldet: Ter Dampffutter des Dampfers „T u l a", der drei bemannte Barken schleppte, rannte auf eine Sandbank auf und wurde von den Wellen ans Ufer geschleudert. Tie erste Barke sank mit 11 Mann Besatzung und der Fracht. TrerMann wurden gerettet. Die zweite Barke erreichte ungefährdet durch Rudern das Ufer, die dritte Barke wurde mit der Mannschaft ins Meer hinausgetrieben. Ihr Schicksal ist unbekannt.
* Eine Ki no s ch a ii s p i e l e r i u von einem Leoparden angefallen. Die Suche nach sensationellen und aufregenden Kinodramen hat, wie bereits kurz gemeldet, in Turin bei einer von der Savoi Film-Gesellschaft veranstalteten Ausnahme zn einer blutigen Szene geführt, die die italienische Oeffent- lichkeit lebhaft erregt, denn das Opfer des aufregenden Vorfalles wurde eine in Italien sehr bekannte Schauspielerin und Kino-Darstellerin, die Adriana Costamagna. Ter Film sollte in der letzten Szene schildern, wie die Heldin von einem liebes wahnsinnigen Marineoffizier mit Anträgen verfolgt wird, die sich zu Trohungen und zu dem Versuche von Gewalttätigfeiten steigern. Im kritischen Momente ersck-eint im Zimmer der Heldin, die in ihrem Privatleben Tierbändigerin ist, ihr Leopard: entsetzt ergreift der Offizier die Flucht, die Heldin ist gerettet und zum Schluß liebkost sie dankbar ihren Leoparden. Man versprach sich einen großen Erfolg und scheute feine Kosten: und so hatte man zur Aufführung auch einen wirklichen Leoparden beschafft, der unter der Aufsicht seines Bändigers, des Schweizers Piver, als vierbeiniger Kino-Schauspieler debütieren sollte. Tie Vorstellung verlief ohne Zwischenfall, die Schauspielerin, die durch ihren Beruf an gefährliche Situationen gewohnt sein mochte, zeigte keinerlei Angst, aber als sie sich im Schlußakt der Bestie näherte, merkte der hinter den .Kulissen stehende Bändiger bereits, daß das Tier nervös zu werden begann. Die Costamagna tnicte neben der Bestie nieder, legte ihre Hände auf den .Nopf und murmelte noch: „Welch prachtvolles Tier". Tann näherte sie, wie die Rolle das vorsah, ihren Kopf dem des Leoparden: das war der beabsichtigte Schlußeffekt. Aber die Nähe der Fremden, die zudem ein weitausgeschnittenes Gesellschaftskleid trug, elektrisierte die Bestie: plötzlich richtete sie sich aus, streckte mit einem furchtbaren Tatzenhiebe auf den Kops seines Opfers die Schauspielerin zu Boden, fiel über die Unglück liche her und riß ihr die Kleider vom Körper. Es war eine ent schliche Szene, der Geruch des Blutes entfesselte die Wut des Leoparden, in sein zorniges Fauchen und Brüllen mischten sich die Hilferufe der unglücklichen Frau, die über und über mit Wunden bedeckt und wohl für ihr ganzes Leben entstellt, erst nach einem harten Kampfe durch den Bändiger dem Raubtiere entrissen werden konnte. Und während dieser ganzen Szene stand der Operator an seinem kinematographischen Apparate und kurbelte unverdrossen. . .
♦ Der Einfluß der Nahrung auf das Blut. Das Blut enthält bekanntlich zwei Arten von Körperchen, die eine bedeutende biologisch Nolle spielen: die roten und die weißen Plutkörperchcn. In normalem Zustande zählt man 4—5 Millionen roter Blutkörperchen auf den Kubikmillimeter Blut. Tie Zahl der weißen Blutkörperchen dagegen, die gewöhnlich etwa 10 000 beträgt, wechselt sehr leicht. Um die Einflüsse dieser Ver änberung zu erkennen, hat der französische Biologe Richet die Veränderung der Zahl der weißen Blutkörperchen aus einen Kubik Millimeter unter dem Einfluß verschiedener Ernährung beobachtet und festgestellt, daß die Zahl der weißen Körperchen^ nach dem Genuß von Fleischsaft 17 300, nach dem von rohem Fleisch 16 800 und nach dem Genuß von gekochtem Fleisch 9500 beträgt. Nach dem Genuß von rohen Eiern beläuft fiejid) aur 15 100. Die Injektionen organischer und anorganischer Substanzen rufen ähnliche Veränderungen hervor.
' Bismarck über die Kriegs Möglichkeit i in Jahre 1889. Im Jahre 1889 war Fraukreick) bekanntlich geneigt, sich auf Italien zu stürzen. Es suchte augenscheinlich nur nach einem guten Vorwand, um loszuschlageu. Am 12. Juni erhielt Crispi von dieser Möglichkeit zum ersten Male genaue Kunde, und am 14. war bereits Francesco Cucchi nach Deutsch land abgereist, um mit Bismarck über die Haltung Teutschlands zu verhandeln. In einem Briefe, den soeben das „Giornale d^Jtalia" veröffentlicht, berichtet Cucchi über den Erfolg seiner Sendung und über die Ansicht Bismarcks. „Bismarck", so schreib* er, „glaubt auf Grund der von ihm eingezogenen Erkundigungen nickt unbedingt an die Möglichkeit eines Angriffes auf Italien. Er meint, daß eine solche Tat den Abscheu der ganzen zivili fierten Welt erregen würde. Die Verantwortung, einen neuen Krieg durch einen Rauberstreich hervorgerufen zu haben, fnnv Frankreich unglaublich, teuer zu stehen: er käme eines iinis galliae gleich. Der Schaden wäre bedeutend größer, als die 5 Milliarden von 1871. Vom materiellen und EinigkeUsgesichts- punkte aus wäre allerdings ein solcher Angriff zu wünschen.
In den höheren militärischen Kreisen würde man einen raschen Krieg vorziehen und ihn nicht auf spätere Zeil verschieben, in welcher Zeit Frankreich seine Heere vervollständigen könnte. Aui alle Fälle, sagt der Fürst, sei Deutschland bereit. In zehn Tagen könnten 1200000 Mann in französisches Gebiet ein rücken."
ff. Sonderbar e A em ter nm englischen Königs- hofe. Am englischen Königshofe haben sich bis in die jüngste Zeit mehrere sonderbare Aemter erhalten, die in ihren Anfängen bis ins Mittelalter zurückgehen. Da ist zunäckst der lönigliche Mäusefänger, der von König Eduard VII. im Jahre.1905 aller dings abgeschafft worden ist. Er erhielt ein jährliches Gebalt von über 5000 Mk. und außerdem eine Entschädigung für die Anschaffung der Fallen und den Unterhalt feiner Geräte. Tiefes Amt war während der Herrschaft Karls II. eingerichtet worden. Der königliche 'Sier prüf er bat die verschiedenen Biersorten, die auf der königlichen Tafel aufgefahren werden, genau zu überwachen und zu prüfen. Sein Posten wird aber nur mit 1000 Mk. jährlich bezahlt. Dafür hat der Bierprüfer das Reckt, über alle halbierter Flaschen der königlichen Tafel zu verfügen. König Eduard hat iwck ein anderes, eigenartiges Amt aufgehoben, das des „Oefsners der Flaschenposten". Tiefes Amt wurde während der Regierungszeit der Königin Elisabeth geschaffen, und zwar aus folgendem Anlaß. An der Küste von Davonshire wurde eine Flasche mit einem Schreiben an den ersten Lord der englischen Admiralität aufgefiidit, aus dem hervorging, daß die Holländer von Nova Semlja Besitz genommen hätten. Unter der Königin Viktoria war das Amt des Prügelmeisters der königlichen Kinder abgeschafft worden. Der Träger dieses Amtes — es durfte natürlich nur ein Edelmann sein— hatte an den königlichen Kindern, je nach Bedarf und Ver dienst, die körperlichen Züchtigungen auszuüben.
Eittgesandt.
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Gießen, 21. Oktober. 1913.
Dem allgemeinen, so sehr berechtigten. Streben nach guten Vorstellungen aus dem Gebiete der dramatischen Kunst dient das vorzüglich geleitete Stadttheater Gießen.
Um diesem Streben auch Tür die Nachbarbevölkerung Gießens Wetzlar, Lollar, Lich, Großen-Linden, Hungen, Nidda, Butzbach, Großen Buseck, Grünberg und Umgegend gerecht zu werden, also den Besuch guter Schauspiele zu erleichtern, sind die Sonntags nachmittags-Borstellungeu eingerichtet worden. Leider ist der Besuch dieser Vorstellungen durchaus ungenügend. Man fragt sich, w o bleibt die kunstverständige Bevölkerung der benachbarten Wohnorte, herunter Angehörige des Höch sten Adels, hoher Beamtenstelluitgen, hervorragende Industrielle und Kaufleute, Reckstsanwälte, OKtlsbesitzer, Gutspächter usw., die mit ihren hohen Einkommen sich und ihren Angehörigen wohl den Besucydes schönen Tl, eatersderoberhessi scheu Provinzialhauvtstadr leisten können. Man soll die loben» werten Bestrebungen der Gießener Theaterleitung durch guten Besuch ft ä r f c n und st ü tz e n.
Dem gestrigen Einsender, der den Vorschlag brachte, die alte Reitbahn am Braudplatz für den neuen Rathausbau zu erwerben, sage id) hiermit, und mit mir jedenfalls alle Hypotheken.zinszahler Mitte der Stadt, meinen herzlichen Dank, wenn es auch nur ein Vorschlag war. Wir hoffen aber, daß er an kompetenter Stelle Anklang finden wird. Damit entstände nicht nur eine Zierde, fon • dem auch ein geschäftliches Aufblühen des arg vernachlässigten Zentrums unserer schönen Stadt. Tics hat ja auch der Herr Stadtverordneter Löber, der jedenfalls die Verhältnisse genau kennt, mit vollem Recht in der fragt. Versammlung betont. Ter Herr Oberbürgermeister und die Herren Stadtväter mögen den Vorschlag mal näher ins Auge fassen. Sie würden den meisten Bürgern von Gießen bannt eine Wohltat erweisen und fidi einen unauslöschlichen Denkstein in bet Geschieht erridyten. Man käme auch dadurch vielleicht billiger zu einem mo bernen Rathaus, als wie es eine alte Klinik barftcllt. I. K.
Die Marktpreise für Bieh mtb Frucht und die Gießener Fleisch- nnd Brotpreise am 20. Oktober 1913.
Schlachtviehpreise m Frankfurt a. 9)1.
Fleischpreise in Gießen
Ochsen
Kalber Schweine
50 Kg. Schlachtgewicht 83—98 Mk.
Kg. Schlachtgiv. 102-llbPf.
V, , , 78-82,,
7, Kg. 92-100 Pfg.
, 94—98 ,
'/, 90-110 ,
Getreibepreise in M a n n h e i m
Brotpreise in Gießen
Wetzen 100 Kg. 19.7b-U0.00 Mk.
Roggen 100 Kg. 16.60-00.00 Alk.
Märkte.
1 Wetßdrot 2 Kg. 62 Ptg., | Schwarzbrot 2Kg. 54 Psg
fe, Frankfurt a. M., 21. Okt. Heu- und St roh markt. Am heutigen Markt war weder Hen noch Stroh angefahren.
Meleorologijche Beobachtungen der Station Sieben-
Cft.
1813
7,8
6,5
6,6
-ff
&
73
87
86
12,2
7,1
7,5
8S S eo
<5 ZZ
21. 2?t 744,2
21. 916 742,3
22, 7“ 744,0
Wind- richlting
Windstärke
Grad twr 'vewvlkung in gehnirl btr R<htb. Himmelrfl.
Wetter
8
2
0
Sonnenschein
SE
2
5
Bew. Himmel
8
2
5
* *
Höchste Temperatur am 20. bis 21. Oktober ■ + 12,5' C.
Niedrigste , , 20. „ 21. , - + 4,6‘C.
Niederschlag: 0,0 mm.
Lehrern und Lehrerinnen, die sich gegen Ende der Schulzeit mübc und ab- ! gearbeitet fühlen, ist anzuratcn, eine Zeitlang ohne । Vorurteil Scotts Emulsion zn nehmen. Auch für Erwachsene verliert der Lebertran in der (Gestalt ! von Scotts Emulsion seine Schrecken und wird j so voll ausgenutzt werden können. Scotts Emulsion hebt die Eßlust, regt die Verdauung an und bewirkt ein Gefühl der Frische. Gewichtszunahmen sind häufig, man wird kräftiger und ost bemerken, daß die Reizbarkeit der Wcruni nachläßt. Gewiß J ein einfacher, bequemer Weg, und die Ausgabe ' von ein paar Mark wird niemanden gereuen. ,
Doch es muß die echte ScottS Emulsion sein! CV»
Die heutig
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Sonntags- d .
iut ,d'e,i Erpeditio' 'crl r1 s'^tp-sck Messe wr
«"Nm von 2lnjC!
bis vormittags
Tageskalt o3 Oktober. Na “wo aus den
Truppen und
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Karlsruhe lichen Ermittelung
Bon den abge nolliberalen schritt ter 3030 (raten 74638 ob und Reichspartei 3( 2566.
Das Zentru' jutfj, Konstanz-Eng Fortschr. Volksparter 4 Zjtze, verliert u
Tic Konserve "Mr natl.1, Sinshc kr (fort) dir. Volkspc
Tie National Mr Fortschr. Vc icidelberg-Wiesloch^ V.?ren Meßlirch-S •<Ttrum>, Sinsheim kirn jetzt konferval ) Zitze.
Tic Fortschr .and lietzt konf'ervi 3tobt jetzt 3mtn Die Soziali kirn IV, bisher na' heidelberH-WieÄoä natl., Karlsruhes Man sieht, । Linke eine regest 'M tert; im testet ttttn, 26 Manda I'eüngebracht hatt .'>auptwahl iiberl trumstaktik hatte Mlerstützte alle r '-ozialdemokratie vermocht hat, ha :toße Enttäuschui seit besteht nicht ^ichsfinanzreforn mir zahlenmäßig, den, denn von bet bild darauf hinge ihr monatelanges Lblvägen der Mac dorben haben. Den täen der Rechten ।
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