Ausgabe 
22.10.1913 Drittes Blatt
 
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Nr. 248

Drittes Blatt

163. Zahrgang

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

Die«iehener Zamilienblätter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, daS Krcisblatt fir den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Zeit­fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Mittwoch, 22. Moder M

Rotationsdruck und Verlag der Brnhl'schen Universitäts - Buch- und Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

Aus Ktudt und Land.

Gießen, 22. Oktober 1913.

Mehr Natnrsinn.

Frühjahrsgebauken gleichen Auferstehungsgedanken. Ten finsteren, starren, allgewaltigen Winter, den Feind des wieder aufkeimenden Lebens, hat der Frühling mit den un­widerstehlichen Strahlen der jungfräulichen Sonne nicder- gcrungen, und die Natur schmückt sich mit neuer Blurnen- und Blütenpracht fürs kommende Jahresfest. Der scheinbare Tod war kein Tod, es war nur ein Jungborn. Ostern i't vorbei, das Fest der Auferstehung. Wir dachten an unsere Toten. Gingen an ihre Ruhestätten.

Aber nicht umgibt uns dort Leben, werdende Natur, an ihren Gräbern, sondern öde wie ein geometrisches Reißbrett mit rechteckigen Figuren, der vorgeschriebene Abstand pein­lich gewahrt, liegt der Friedhof da, kalt, schmucklos und leider meistens verwildert. Kein Baum spendet der leid­tragenden Mutter Schatten für ein Viertelstündchen am Grabe ihres einzigen Sohnes. Keine Trauerweide, keine Zy­presse teilt mit ihr den bitteren Kummer. Tas einzige Baum­artige sind vielleicht zwei, drei Dannen, nur erkenntlich an der Baumkrone, die übrigen Aeste sind abgeschnitten, oder eine verwilderte Hecke, die als Einfriedigung dienen sollte, den tüchtigen, praltischen Hausfrauen aber einen brauch­baren Ersa» für eine allzu kostspielige Waschleine bietet.

Scheinbar war cs eine falsch ausgefaßte Fried­hofsordnung, die jeden Baum aus dem Friedhof verbannte und das Ganze so mathematisch pedantisch anlegen ließ, viel­leicht auch grasser Materialismus, schnöde Geldsucht oder auch das Fehlen jeglichen Sinnes fürs Schöne und Edle.

Ter Friedhof sollte sein ein Abglanz der Ewigkeit, des jenseitigen Leebns; in Wahrheit ist er ein ganz blasser Ab-

Redaklion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag' e=g§>51. Rcdaltion:^KH2. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen.

Deutsche Kolonie«.

Staatssekretär Solf und die Südkameruner.

... Staatssekretär Tr. Solf hat bekanntlich, wie iuir aus­führlich berichtet haben, am 2. September in Kribi auf dem ihm zu Ehren von der Handelskammer für Südtäme- run veranstalteten Bankett eine Rede über die wichtigsten Wirtschaftsangelegenheiten des Schutzgebietes gehalten, die deil ihm von der Mehrzahl seiner Hörer vorgetragenen Wünschen tvenig Entgegenkommen zeigte. Nach seiner Ab­reise ins Innere des Landes trat daher die Handels-- kanrrner am 3. September zu einer Sitzung zusammen, um über die durch die ablehnende Haltung des Staatssekre­tärs geschaffene Lage zu beraten. In dieser Sitzung gab die Handelskammer in mehreren Beschlüssen, u. a. über die Kameruner Süd bahn, den Ausfuhrzoll auf Kautschuk und die Verbesserung der Güte des Kautschuks, ihrem dem Ko­lonialsekretär scharf entgegengesetzten Standpunkt lebhaften Ausdruck.

In einer zweiten Besprechung mit der Handelskammer am 7. September erklärte der Staatssekretär, daß er offen­bar mißverstanden worden sei. Er habe lediglich festgestellt, daß es dem Handel nicht möglich gewesen sei, der Krisis aus eigener Kraft vorzubeugen. Die Reformbestrebungen der Kammer seien ihm bekannt und würden von ihn: vollauf gewürdigt. Demgegenüber betonte die Kammer, ein gruud- fätzlicher Unterschied zwischen den beiderseitigen Auffassun­gen scheine darin zu bestehen, daß der Herr Staatssekretär es als eine Aufgabe des Handels erkläre, veredelnd auf die Produktion zu wirken. Nach der Uebcrzeugung dev Kammermitglieder feien Handel und Produktion in ihrem Verhältnis zur staatlichen Wirtschaftspolitik und Wohlfahrts­pflege zwei selbständige, von einander unab­hängige Faktoren, die auf unmittelbaren staatlichen Schutz gleichermaßen Anspruch hätten. Gelinge es dem Handel, durch festgefügte Handelsorganisation die Produktion zu ver­edeln, so nehme er Funktionen wahr, die zur eigentlichen Zuständigkeit des Staates gehörten.

Am Schluß der auf beiden Seiten mit entgegenkommen­dem Verständnis geführten Verhandlungen (der Handels­kammer von Südkamerun vom 7. September) gab der Staatssekretär Tr. Solf über die koloniale Selbstverwal- tung folgende bedeutsame Erklärung ab:

,,Dic Verhandlungen mit dieser Kammer haben mir die Rich­tigkeit meiner Ueberzeugung bewiesen, daß das Schivergewickst der kolonialen Verwaltung, auch der Selbstverwaltung, in den Ko­lonien liegt. Das Vertrauen, das die Reichsregierung zu ihren kolonialen Beamten hat, müssen auch die Inhaber der Kameruner Unternehmungen zu ihren Hauptvertretcrn besitzen. Fast scheuet cs, als ob eine Äuffassung, die von der Verwaltung schon seit langer Zeit überwunden ist, nämlich die Meinung, als ließe sich eine Tausende von Seemeilen entfernte Kolonie von der Heimat, vom grünen Tisch aus, regieren, für die Leitung der wirtschaftlichen Unternehmungen der Kolonie noch Geltung behalten hat. Ich kann die Kolonie nicht zusammen mit den heimischen Geschäfts­leitern regieren, und der Gouverneur der Kolonie kann nicht von einem Stab von Personen umgeben sein, die keine Vollmachten be­sitzen. Hier Wandel zu schaffen und die Selbstverwaltung! d er K o lo n i e auf eine gesunde,Grundlage zu stellen, wird eine meiner nächsten Sorgen sein."

Tagung öes Zungdeutschlandbunde;.

W Berlin, 21. Okt. Heute nachmittag begann hier die Tagung der Bundesleitung des Jungdeutschlandbundes unter Vor­sitz des Generalseldmarschalls Freiherrn von der Goltz. Er­schienen waren u. a. Exzellenz von Kissing, Exzellenz Freiherr von Seckendorf, Exzellenz von Borries, Oberbürgermeister Do- minikus als Schriftführer, Generalkonsul Franz von Mendelsohn als Schatzmeister, Exzellenz Bernburg, Exzellenz von Moltke, ferner Geheimer Oberregierungsrat Hinze als Vertreter des Kultus­ministers, Major Kortegau als Vertreter des Kriegsministeriums, Exzellenz von Naegelsbach als Vertreter Baverns, Exzellenz von Broisem als Vertreter Sachsens, Generalmaior Freiherr von Hügel als Vertreter Württembergs, Exzellenz Jaegerschmidt als Vertreter Badens.

Nach Eintritt in die Tagesordnung hielt Generalmajor Jung einen längeren Vortrag über die Entwicklung des Bundes. Darin führte er iin wesentlichen aus : Der Jungdeutschlandbund ist in der Absicht entstanden, ein Mithelfer der in Preußen ins Leben gerufenen, staatlich geförderten Jugendpflege zu fein, um mit dieser an der Erstarkung der Heranwachsenden Jugend zu arbeiten, und in den anderen Bundesstaaten, in denen eine solche staat­lich geförderte Jugendpflege noch nicht ins Leben gerufen ist, an deren Stelle zu treten. Zu dieser werbenden Tätigkeit kommt die vereinigende Tätigkeit in Vertretung gemeinsamer Interessen der in Betracht kommenden Vereine und die ergänzende Tätig­keit, die schwächeren Vereinigungen zu unterstützen und, wo nötig, Neugründungen ins Leben zu rufen. Die Truppenübungsplätze »sw. sollten für die Wandererabteilungen mehr als wie bisher aus­genützt werden: vom Kriegsministerium ist besonders darauf hin- aewiescn worden, daß sich dieser Aufenthalt besonders billig ge­staltet. Um mit den Zünglingsvcreinen beider Konfessionen ein­trächtig arbeiten zu können, ist es unbedingt erforderlich, auf die religiösen Pflichten der Jugend bet Ansehen der Hebungen gebührend Rücksicht zu nehmen. Zwischen der Bundesleitung und dein Ausschuß der Deutschen Turnersckaft besteht das beste Ein­vernehmen. Eine der wesentlichsten Aufgaben für den Jnng- deutschlandbund ist, die aus nationalem Boden stehenden Arbetter- verbände für seine Bestrebungen zu gewinnen. Tie ganze Jugend­bewegung steht und fällt mit der Führ er frage; nur wenn es gelingt, ein tüchtiges und hingebungsbereites Führerkorps zu gewinnen, wird die Entwicklung des Bundes von Dauer und Nutzen sein.

An den Vortrag knüpfte sich eine längere Ausetnander- setzuitg an, in der den Richtlinien des Vortrags zugestimmt wurde. Die Verhandlungen sind auf morgen vormiitag vertagt worden.

qläuz' der Wirtlichkeit. Er sollte einem efeuüberwachsenen Walde gleichen, in den man mit einem frommen Schauer der Ehrfurcht eintritt, in dem man Gott durch das 'Dieben des Waldes am Grabe der Liebsten fürchten und lieben lernt. Nicht füllte man ihn betreten muffen mit einem röstelnden Schauer und einem Gefühl der Hätte und Ver­lassenheit. Unsere meisten städtischen Friedhöfe sind mit großem Verständnis und inniger Liebe angelegt, so erscheint besonders der alte Friedhof in Braunschweig als das wahre Ideal eines Friedhofes: angefüllt von Blnmenduft und Vogelsang, eseuumrantte Kreuze rind überall mit den schön­ten Gewächsen bepflanzt. In der Verehrung der Toten zeigt sich der Wert und die wahre innere Liebe des Einzel- meuschen und eines ganzen Volkes.

Wir leben in einer Zeit der Ernüchterung und des Aus­klärens doch setzt schon die Reaktioii mächtig ein alles muß praktisch und nutzbringend fein. Besonders schädlich ist in dieser Hinsicht oft ein allzu radikales Borge Heu bei der Feldbereinigung. 'Wie schön und herzerquickend wäre cs doch, wenn man einen solchen Waldfriedhof einmal auf einer Wanderung in unserem sonst so sinnigen und natur- schönen Vogelsberge mit senien liebevollen freundlichen Be- ivohnern anträfe! Wie weihevoll würde sich ferner eine Leichenrede in fo stimmungsvoller Umgebung gestalten, wo die Esche betrübt ihre Zweige hängen läßt, die silberhaarige Birke lauschend horcht und die ganze Umwelt mitzutrauern scheint! '

So wie die Leute in der Stadt ihre Friedhöfe schön machen können, so noch viel, viel schöner können wir es auf dem Lande. Darum sei für die Gegenwart die Losung: An die Arbeit!" M.

Fahnen, eine Deputation der Studentenschaft der Berliner Tech­nischen Hochschule. Aus der Empore hatten Marinemannschaften und andere Truppenteile Platz genommen. Bor der Kirche sanden sich ein der Kronprinz und die Kronprinzessin, sowie die Prinzen Eitel Friedrich, Adalbert, August Wilhelm, Oskar und Joachim. Unter Glockengeläute nahte um 12 Uhr das Automobil des Kaisers und das der Kaiserin. Dir Kaiser begrüßte zunächst den Groß­admiral v. Tirpitz und sodann den alten Grasen Zeppelin, und sprach längere Zeit mit beiden Herren. Sodann begrüßte der Kaiser den Kronprinzen und seine anderen Söhne. Die Majestäten nahmen daraus in der rechten Seitenloge der Kirche Platz. Die Feier begann mit dem GesangJesus meine Zuversicht". Als­dann hielten der evangelische und der katholische (tzarnisonpsarrer Ansprachen. Gesang schloß die Feier. Dann setzte sich der Trauer­zug in Bewegung, voran die Leichcnparade, dann die Leichen­wagen. Der Kaiser und die Kaiserin ließen die Leichenwagen an sich vorüberziehen und kehrten alsdann in das königliche Schloß zurück. Hinter dem Leichenwagen schritten die Angehörigen der Verunglückten, die Vereine und die .übrige Trauerversammlnng. Aus dem Garnisonsriedhof war die Gruft von Tannengrün aus­gelegt. Kraftfahrer senkten die Särge in die Grust. Infanterie und Artillerie feuerten Salut.

München, 21. Okt. In der Abgeordnetenkammer gedachte vor Eintritt in die Tagesordnung der Vizepräsident v. Fuchs des schmerzlichen Verlustes den die deutsche Marine durch die Kata- sttophe des LuftschiffesL. 2" erlitten hat und brachte das herz­lichste Beileid für die Hinterbliebenen der Verunglückten zum Aus­druck. Tas Haus erhob sich zum Zeichen des Gedenkens von den Sitzen.

Das Beileid Oesterreichs.

Berlin, 21. Okt. Bei dem Staatssekretär des Reichsmarine- amts ist folgendes B e i l e i d s t e l e g r a m m eingegangen: Wien. Mit tiefer Ergriffenheit wurde die erschütternde Nachricht von der Ervlosion des MarineluftschifsesL. 2" zur Kenntnis genommen. Eine innige Anteilnahme erfüllt die Armee umsomehr, als das tückische Element nicht nur das Luftschiff gänzlich zum Opfer forderte, sondern auch das teuere Leben so vieler tüchtiger Kriegskameraden unbarmherzig vernichtete. Ich beehre mich bei diesem neuerlichen so betrübenden Anlaß der verbündeten deutschen Kriegsmarine mein und des f. u. k. Heeres ausrichtigst gefühltes Beileid zu diesem schweren Verlust auszudrücken. gcz. Krobatkin, Feldzeugmeister.

Politische Tagesschau.

Arbeitslosigkeit.

Zurzeit mag in der einen oder der anderen Industrie, im Handwerk oder int Gewerbe die Möglichkeit, Arbeit zu finden, gegenüber den Vorjahren erschwert sein. Beispiels­weise im Baugewerbe ist die Beschäftigung entschieden zurückgegangen. Hier ist nicht nur das jedesmal mit dem Hcrannal>en der kälteren Jahreszeit festzustellendc Abflauen der Bautätigkeit zu verspüren. Die Flauheit geht weiter und tiefer. Forschen wir nach dem Grunde, so finden wir, daß das so häufig auf die Konjunktur angewandte Bild tioit der sich überschlagenden Welle gerade hier zutrifft. Tie Ar - bei tslöhite im Baugewerbe haben besonders in den in erster Reihe in Betracht kommenden Großstädten eine 5Me erreicht, daß das Bauen ein Luxus geworden ist, den sich nur noch sehr reiche Leute abgesehen natürlich vom Staat und von Kommunen leisten können. Dazu kommt, daß der sozialdemokratische Verband der Maurer jüngst in Berlin mehrere Versammlungen einberufen hatte, die sich mit der Frage der Arbeitslosigkeit im Baugewerbe befassen sollten Es wurde von Staat und Kommune verlangt: 1 1 alle Arbeiten, besonders alle Bauarbeiten in Angriff neh­

men zu lassen, deren Herstellung zurzeit irgendwie möglich Fstt Dabct ist Vorbedingung, daß der Lohn und dte Arbeitszeit nd) nnrft hen tariflichen Arbeitsbedingungen richten.

n %^ieVermittlung aller Arbeitskräfte bcncr zu gestalten und eine Regelung der Arbeitsnachweisfragc anzubahnen;

unö o .ine Unterstützung aller Arbeitslosen durchzusuhren, denen Arbeit nicht nachgcwiesen werden kann, die ihren beruflichen ^ährg- ketten entspricht Diese Unterstützung darf nickst als 'Dlrmen»

H eu de Besserung wird damit vielleicht erreicht, aber ob die Baulust im allgemeinen großer wird, ist recht zweifelhaft. _________________

"Veränderungen in der 25. Divifion. Riedesel Frhr. zu E i f c n b a di (Ludwig), Obertt. im Leib-Drag.-Regiment (2. Großh. Hess.) Nr. 24, in dem Kommando zur Dienstleistung bei e. K. H. dem Grobherzog von dessen und bei Rhein bis Ende Oktober 1914 belassen. Zu Oberleutnants bc'ötbcrt die Lts. Kienitz, Koch int Juf.-Rgt. Kaiser Wilhelm (2. Grosch- Hess.) Nr. 116, Sieger im Jw.-Leib-Rgt. Großherzogin (3. Großh. Hess.) Nr. 117. Zum Fähnrich befördert die Unteroffiziere Telleu- b a ch int Inf-Leib-Negt. Großherzogin (3. Großh. Hess.) Nr. 117, Dupuis int 5. Großh. Hess. Jns.-Regt. Nr. 168, Maaß, Heyne im Großh. Art.-Korps, 1. Großh. Hess. Feld-Art.°Regt. 9k. 25, Hahn im 2. Groß!). Hess. Feld-Art.-Negt. Nr. 61. Der Abschied mit der gesetzlichen Pension und der Erlaubnis zum Tragen der Regimentsuniform bewilligt: Ning, Hauvtm. im Jnf.-Negt. Prinz Karl (4. Großh. Hess.) Nr. 118. Ter Abschied mit der gesetzlichen Pension bewilligt dem Major v. Lehmann, Bats.°Kom. int 2. Lothr. Jni.-Regt. Nr. 131, mit der Erlaubnis zum Tragen der Unis. d. Leibg.-Jns.-Regts. (1. Großh. Hess.) Nr. 115. Befördert zu Oberleiituants die Lts. d. Res.: Frhr. o. N o r d e ck z. R a b e n a u (Ludwig) des Garde-Drag.-Regts. (1. Groß. Hess. Nr. 23 (Sprottau), 91 a t al e (I Köln), des Jns.-Leib-Negts. Großherzogin (3. Großh. Hess.) Nr. 117, Martins (Bonn), des Leib-Drag -Regts. (2. Großh. Hess.) Nr. 24, Ansch ü tz (Bonn), des Großh. Art.-Korps, 1. Großh. Hess. Feld-Art.-Negts. 9k. 25, Hilsdorf (I Frankfurt a. M., Traub, Micha elfen (Worms), des Ius.-Regts. Prinz Karl (4. Großh. Hess.) Nr: 118 Befördert zum Assistenzart: S ch m i dt beim Leibgarde-Inf.-Negt. (1. Großh. Hess.) Nr. 115. Im Be­urlaubtenstande : Zum Oberarzt befördert der Assistenzarzt d. Res. Dr. 9t o r d m a u n (Gießen). Zum Assistenzarzt befördert der Unterarzt d. Nes. Dr. P ö l l o t (I Darmstadt).

** Erweiterung der Abfertigu ngsbefugnisfc. Mit Gültigkeit vom 1. November 1913 werden, wie die König!. Eisenbahndirektion bekannt gibt, die Abfertiglingsbefugnisse _bcr Station Saasen erweitert. Die bisherigen Absertigungsbefug- nisse für Saasen, die aus Personen- und Gepäckverkehr sowie. Stückgutverlehr in Sendungen bis 250 Kilogramm Einzelgewicht bestanden, sind auf die Abfertigung von Wagenladungen der an- geschlossenen Werke erweitert worden. Die Abfertigung von Spreng­stoffen und von Gegenständen, zu deren Ver- oder Entladung eine Kopframpe erforderlich ist, bleibt ausgeschlossen.

*' Bei den, ärztlichen Fortbildungskurs, der im W.-S. an unserer Universität abgchalten wird, iverden folgende Vorträge gehalten: Prof. Dr. Bostroein: Neuere praktisch ivichtige Fragen der allgemeinen und speziellen Pathologie. Prof. Dr. Voit: a) Allgemeine Behandlung akuter In­fektionen; b) Behandlung des Diabetes mellitus. Privat­dozent Dr. Hohlweg: a) lieber Nierenbeckenerkrankungen; b) Pneumothoraxbehandlung. Privatdozent Dr. Weber: Behandlung von Blutkrankheiten. Privatdozent Dr. Stepp' Pankreaserkrankungen. Prof. Dr. Strahl: Topographie der Leistenregion mit Demonstrationen von Leistenhernien. Prof. Dr. Geppert: Neuere Jodpräparate. Prof. Dr. So mnter: Die Diagnostik des primären Schwachsinns (Dementia praecox) mit Anwendung der Abdcrhaldenschen Methode. Privatdozent Dr. Berliner: Demonstrationen aus dem Gebiete der klinischen Gehirnanatomie. Prof. Dr. Opitz: Beziehungen derDarmerkrankungen und Frauenleiden. Privatdozent Dr. Jaschke: Neuerungen in der Pflege und Ernährung der Neugeborenen. Prof. Dr. Poppert. Krankenvorstellungen. Prof. Dr. Brüning: Chirurgische Behandlung der Epilepsie. Privatdozent Dr. Thies: Be­handlung der Phlegmone. Prof. Dr. Neumann: Uebcr den gegenwärtigen Stand der Jmmunitätslehre. Prof. Dr. Voss ins: Die moderne Behandlung des Schielens. Privat­dozent Dr. Jeß: Kopfschmerz und Auge. Prof. Dr. v. Eicken: lieber Diagnose und Therapie von Empyemen der Nasennebenhöhlen. Prof. Tr. Koeppe: a) Klinische Demonstrationen; b) Albuminurien im Kindesalter.

Landkreis Gietzen.

Burkhardsfelden, 19. Okt. Am 1.8. Oktober wurde hier eine Gedeukeiche gepflanzt, woher Bürgermeister Hofsmann der Bedeutung des 18. Oktober gedachte. Lehrer Reusch hielt einen rührenden Vortrag über die Bedrückung vor 1813. Am Abend sand ein großer Lampionzug zur Friedenslinde statt, wo Gedenk- Teuer abgebrannt wurde. Darnach waren gesellige Zusammenkünfte Am 19. Oktober war Festgottesdienst. Nachmittags wurde unter Leitung des Lehrers Reusch in dem Saale von Hofmann die Feier­lichkeit fortgesetzt.

Kreis Büdingen.

-- Selters, 21. Okt. Wie wir hören, soll der im Jahre 1903 erbohrte BenedikluSsprudel an eine Gewerkschaft verkauft werden, welche das Wasser zum Versand bringen und die darin enthaltene Kohlensäure verwerten will.

Gichener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhejfen

£ 2.

Trauerfeier für die Verunglückten.

Berlin 21. Okt. Heute mittag wurde in der neuen evan- A^infnntirdic auf dem Katter-Friedrich-Platz die Traner- gelüchen Gar in w a, H^jiw-Lnstschiff L 2 Verunglückten abge-

feier für bi weihevoll geschmückt. Zn Seiten des Altars

halten. DuKirch . ^^orflaggen herab. Vor dem Altar waren äärae'mckaebahrt, die unter einem Hügel von Blumen und du23 Garg^ anigeo , s)([bert ^ttc um 10 Uhr einen Kränzen ?^ 'rs unb einen solchen der Kaiserin niedergelegt. Von rriTllbr an erschienen die leidtragenden Angehörigen der Ver- ,AVÄ mürben von Marineoffizieren zu ihren Platzen füttesich allmählich bie Kirche Mit emer großen geleitet. Dann lullte l ) bemetfte u. a. den Reichskanzler, der Trauerveriammlimg^ Man Freiherrn v. Sell

einen großen Kraiz nb Staatssekretäre, bie Abnnrali-

meberltgen Großadmiral Tirpitz. ben

mit