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Der Artikel
gern auS dem .Mfaffenbcri dxt ieststelleider Verkehrs-Verein sirr den auI.^c miswandte Darum ist der Bericht
CuhMiifnbrt
Aschaffenburg, 23. Juli. Gestern landete hier ein belgischer Ballon mit drei Insassen, der in Brüssel aufge- stiegen war. Die Aufzeichnungen und Photographien wurden beschlagnahmt und an das bayerische Kriegs- ntinisterium gesandt, während die Insassen hier unter polizeilicher Begleitung stehen. Das Generalkommando Würzburg wird entscheiden, ob der Ballon und seine Fahrer anstandslos die Heimreise antreten dürfen.
Hannover, 23. Juli. Dec fran;ösische Flieger Le tert ist mit der ramschen Fliegerin Galanskoos i auf der Vahrenwalder ide gcla. bet. Er gedenkt nach Einnahme von Benzin und Ccl, ic halb das bettet sich aufgeklärt hat, weiter zu fliegen.
sich der VerkebrSver. in
vertehrsverein und Siebener Anzeiger.
Gießen, 24. Juli.
Ter Vorstand des Verkehrsvereins hat als Antwort auf unsere Bcsprcclntng seiner Tätigkeit in Nr. 155 des Gießener Anzeigers ein Rundschreiben an seine Mitglieder gerichtet, das folgenden Wortlaut hat:
Verkehrs-Verein Gießen c. V.
Gießen, den 16. JUli 1913.
An unsere Mitglieder!
In Nr. 155 des Gießener Anzeigers (5. Juli 1913) besaßt sich der Gießener Anzeiger, nadxbctn er eine Abwehr des Vorstandes des Verlelw^ Vereins gegen seine Auslassungen zurück gewiesen hatte, wiederholt mit der Tätigkeit des Verkehrs-Vereins und glaubt sich berufen, „Ausstellungen" gegen den Vorstand des Verkehrs Vereins machen zu sollen.
Ter Kassenbericht ist es insbesondere, der dem Gießener Anzeiger nicht gefallt. Er sei zu mager, er lasse vermissen die Angola über die Verwendung des Geldes. .Hätte der Gießener Anzeiger seinen Getönhrsmcknn in die Mitgliederversammlung geschickt, so nriirbe biejer dort den Kassenbericht genau gelwrt haben In den Ial/resbericht oder den sogenannten Y^esdrifts bericht gehört der ikassenbericht nidst. Der Vorstand deS Verkehrs Vereins ist bereit, dem Giessener "Anzeiger lxnw. seinem Inhaber mitzuteilen, wie das Geld verwendet nrhrbe, obwohl er keinerlei Anspruch darauf hat. Denn der Inl?aber des Gießener Anzeigers ist nidrt Mitglied des Verkehrs Vereins imb hat es nicht für seine Aufgabe gehalten, den Verkehrs Verein, dessen Bestrebungen er anerkennt, zu unterstützen. Das hat folgende Bewandtnis:
AlS der erste Führer lxrausgegeben werden sollte, imirben Offerten bei der Brüblsdten Tnrfcrei sowohl, inic bei der v. Münchonödnu eingeholt Die Iub<ts>er beider Olef drifte waren damals, und der Letztere ist eS nodt heute, Mitglied oes Ver kehrs Vereins. Die Brühlid-' Trurferei forderte 1500,— Mark, v Mündtow 1180, Mark, bei gleichen Leistungen Nadtdein der mittlmpeik verstorb ne Herr Ernst ^ktlfcr zu den Offerten gehört worden mar. befd'l?r der Ausschuß des Verkehrs Vereins, der von Rttinck»vwsdren T rurfrrri die AuSsbhrrmg zu übertragen In der Folge trat .Herr R. Lange, Inhaber der Brühlscken UuiversitälS Bud?- und Steindruckerei nnb deS Verlages de- Gies^uer Anzeigers aus dem Verkehrs Verein aus. Wie sclvn mehrfach, so wurde aitdi im vergangenen Jahre die Herausgab. neuer Mhrer notwendig Die Brüblsdre Trurferei konnte be- dem Verhalten ihres Inhabers nicht berürffiditüit merben Des
Verkäufer entsteherrden Unkosten wird empfohlen, die Pferde vor dem Berkans besonders auf Roaren eingehend zu unter,uchen Jur Llnzeige von dem Mangel eines Pferdes ist nicht nur drc Kom- mfffton, die es gekauft hat, sondern auch jede andere Stelle der Heeresverwaltung berechtigt, also and) der Truppenteil, dem das Pferd überwiesen ist. Verkäufer, die Pferde vorführen, die ihnen nicht eigentümlich gehören, müssen sich gehörig auSwenen rmnen. Der Verkäufer ist verpflichtet, jedem verkauften Pferde eine neue starke, rindlederne Trense mit glattem, starkem, einfach gebrochenem Gebiß und eine neue Äopfhalster von Leder oder Hanf nut zwer mindestens zwei Meter langen Stricken unentgeltlich mitzugeben. Die Verkäufer werden ersucht, die Schweife der Pferde nicht übermäßig zu beschneiden und btc Schwanzrübe nicht zu verkürzen.
"Schluß der Banken an Sam Stagen. Wie nu3 dem heutigen Anzeigenteil ersichtlich, haben die hiesigen Banken und Banksirmen, wie dies bereits in zahlretchen anderen Städten eingeführt ist mit Rücksicht auf den 12 Uhr- Echknß der Reichsbank den Kasienschluß an den Samstag- Nachmittagen auf 1 U h r f e st g e se tzt. ES dürfte sich daher für das Publikum und die Geschäftswelt empfehlen, ihre Dispositionen entsprechend einzurichten. Bemerkt sei noch, daß daS Bankhaus Jakob Grünewald, welches, rote seither, den ganzen SamStag geschlossen ist, von dieser Neuregelung nicht betroffen wird.
•• Jagende Hunde. AuS Jägerkretsen wird unS ge- .schrieben: Am DtenStag abend kurz vor 7 Uhr wurde im Stadtwalde ein herumstromender Hund (Wolfshund oder deutscher Schäferhund) ongetroffen, der abgehetzt war. Er tjntte offenbar gejagt und dabei seinen Herrn verloren. AIS dem Hunde der verdiente Lohn zuteil werden sollte, erkannte er rasch die Gefährlichkeit der Situation: er nahm den Schwanz zwischen die Deine und suchte heulend im Schutze von Hecken das Weite DaS war für dieses Mal sein Glück! Dieser Vorgang gibt Veranlaffung, die Besitzer von Hunden wieder einmal darauf hinzuweisen, daß eS sich e.npsiehlt, einen Hund im Walde an der Leine zu führen. Geschieht daS nicht, dann kann dem Tiere leicht etwas Schlimmes zustoßen. Denn ein jngenber, d. h. Wild hetzender, Hund ist dem Tode verfallen! (Wir weisen im Anschluß an den oben geschilderten Vorfall darauf hin, daß nach dem hessischen Recht nur auf Landstraßen und Spazierwegen Hunde frei herumlaufen dürfen und zwar 100 Meter vom Wege ab. Bei jagenden Hunden empsiehlt e8 sich aber, sie auch aus erlaubten Wegen an der Leine zu führen. Red.)
Landkreis Gießen.
■= Heuchelheim, 22. Juli. Auch unser Ort hat jetzt eine kleine Talsperre. In der Gemarkung ist der Bieberbarl) gestaut, so daß ein Stauweiher entstand. Ob es sich um eine Arbeit der Gemeinde oder der Feldbereinigung handelt, ist im Ort nicht bekannt.
Hesfen-Rasfau.
Q Marburg, 23. Juli. Ein Auto in die Kirche gerannt. Heute mittag zwischen 1 und 2 Uhr setzte sich ein in der oberen Reitgasse stehendes unbesetztes und führerloses Automobil plötzlich in Bewegung und sauste in rasendem Tempo die steile Straße hinunter und geradewegs auf das Portal der reformierten Kirche los. Der Anprall war so gewaltig, daß die schwere eichene Tür total zersplittert und die linke Portalsäule, die aus großen Sandsteinen zusammengesetzt ist, auseinandergerissen und nach innen gerissen wurde. Dadurch, daß das Auto hier ein Hindernis fand, wurde auch die jedenfalls sonst unvermeidliche Verwüstung im Innern der Kirche vermieden. Zum Glück war die dort von Mauern begrenzte recht schmale Reitgasse, die nach Schluß der Kollegien sehr belebt ist, wegen eines Platzregens fast menschenleer. Das Automobil wurde natürlich tüchtig beschädigt.
nicht zu trennen, ba das Bureau vom Vorhand geleitet wird Es mißfällt dem OHrHcner Anzeiger, daß ber Verkehrsverein sich des Blnmeirsckmucks aitgcnomwcn bat und er meint, es fei ches nicht die Ausgabe des VerkebrSvereins, sondern des Ver sckönerunasvereins Hätte der Verschönernnasverem die Förde rung des Vlmnenschmucks als feine *»«" -r
könnt, sc» märe eS nicht nötig gewesen.
damit befaßte. Das geschah bereits im Frühjahr 1907. Rachdev,
CanOivirtfcbaff«
— Schafbock» uktion z u Götzen. Tie diesjährige Schafbockanktion be5 Landwirts ckwüSlammer-AnUchmses findet am Tienstag, o. August, vormittags 11 Uhr in Götzen statt, wobei Gelegenheit geboten ist, die Stainniherde zu besichtigen. Es gelangen 37 Lammböcke zur Versteigerung Für die Tiere, die von overbelsifdten Gemeinden und Gesellschaftssckä'ereien, sowie zur ^andwirlschaftskammer beitragspflichtigen Prioatichäfereien erworben werden, gewährt bei Landwirtfcba wkammei-AuSsrbuß .'Oorozentige Zuschüße aus den durch Mehrerlös reduzierten SteigvreiS.
ein angeboren, in dem solche Machensck)aften möglich waren. Daß dem Vertehrsverein diese Tatsachen so ganz entfallen fein sollten, können wir nicht glauben, er hakte ja auch die Möglichkeit, sich aus dem damaligen Briefwechsel genau zu unterrichten.
Dieselbe Kampsesweise offenbart natürlich auch die Behauptung, daß der Jahresbericht nur deshalb mager genannt worden wäre, weil Herr Lange daraus nickt habe ersehen können, was der letzte Führer gekostet habe. Dabei haben wir kürzlich fd>on festgesteNi, daß. die erste Besprechung des Berichtes von einem unserer Mitarbeiter versaßt war, und zwar ohne unsere Anregung. Daß der Bericht nicht mager sei, wenn er nur über den Verbleib von 200 Mark Auskunft gibt, anstatt über sämtliche Einnahmen und ?lns- gaben, das können nur die Leute behaupten, die den Bericht verfaßt Haden. Dir wollen damit aber nickst sagen, als ob vieles, was im Berkehrsverein gescksteht, nur ver- kapkre Geschäftsunternehmen einzelner Herren wären. Uns würde es aber tief kränken, wenn wir mit solchen Firmen zusammengeworfen würden, von denen der Vorsitzende kürz» /ich behauptet hat, daß sie ihm während der Sitzung „die Truckaufträge aus der Hand rissen".
Ter Vorstand des Vertehrsoereins glaubt loeiter, daß es seine Aufgabe fei, für den Blumenschmuck der Häuser zu sorgen. Wir bestreiten das heute noch, und wenn der Vor stand des Berkehrsvereins wirklich so gute Beziehungen allen Gießener Vereinen hat, so hätte er den Blumen ickmuck bei dem Berschönerungsverein ja anregen und sein Geld zur Propaganda verwenden können Daß unser Rat zu spät käme, ist eine leere Behauptung, denn wir sind bereits lange vor dem Vertehrsverein für den Blumenschmuck der Häuser eingetreten, ohne allerdings zu behaupten, daß wir damit die V e r k e h r s v e r h ä l t n i s s e hätten bessern wollen.
Daß der Verkehrsverein seine Tätigkeit geheim hält und sozusagen unter Ausschluß der OefsenNichteit arbeitet, gebt daraus hervor, daß nientand seine Arbeit spürt. Wir Haven sck>on gesagt, daß die Leistungen eines solchen Vereines wertlos sind, wenn man sie in der Oeffentlichkeit nicht ständig bemerkt.
Wenn wir auf den Verkehrsverein in Bad-Naubeim verwiesen, so geschah es, um darauf aufmerksam zu macken, auf welche Art dort gearbeitet wird, nickst mit welchen finanziellen Mitteln. Wenn man die Sache anzufassen versteht, dann kann auch mit geringen Mitteln etwas geleistet werden. Ob die Stadt Gießen „in Anerkennung der außerordentlich ersprießlichen und umfangreichen Tätigkeit des Verkehrsvereins" 500 Mark jährlich beifteuert, oder, damit endlich einmal lvas geschieht, das ist noch sehr die Frage. Daß das im übrigen „ein bemerkenswertes Pendant zu dem Verhalten des Gießener Anzeigern" ist, finden auch wir, denn wir arbeiten schon seil vielen Jahren im Interesse der Stadt Gießen und ihres Verkehrs. Daß der Verkehrsverein das anerkennt, freut uns, aber wenn er es bestreiten rj-oltte, so würde er damit nur ?ich selbst blamieren, denn unsere Arbeit unterliegt der ständigen .Kontrolle der Oeffentlichkeit und wird täglich von 18 000 Lesern begutachtet.
Daß der Verkehrsverein festgebende Vereine unterstützt, ist sehr schön, es bedarf aber eigentlich keiner Hervorhebung, denn etwas muß er doch schließlich tun, und damit, daß er seine Führer auswärtigen Verkehrsvereinen im Tauschverkehr zuschickt, wäre auch wahrlich nicht viel geschehen, denn in den auswärtigen Bureaus liegen die Führer, bis sie einmal verlangt werden. Das ist aber keine Propaganda, die muß tatkrästig sein.
Da der Vorstand des Verkelsrsvereins mit uns der Ansicht ist, daß die Hessennummer ein verfehltes Unternehmen war, so wollen wir nicht mehr darauf eingehen.
Der Vorstand des Verkehrsvereins behauptet dann sehr richtig, daß über den Geschmack zu streiten sei — und verteidigt das von ihm herausgegebene Plakat. Wir beneiden den Vorstand nicht um seinen 0se sch mack, aber es ist bejammernswert, wenn sich in einem solchen Verein niemand findet, der für künstlerische Dinge Verständnis bat, aber ein Plakat verteidigt, das verzweifelte Aehnlichkeit mit einem Neuruppiner Bilderbogen hat. Wir haben .Künstler genug im Lande, die ein schönes und wirkungsvolles Plakat zu verhältnismäßig geringem .Honorar entworfen hätten. Es ist nicht dasselbe, ob ein Dörfchen im Vogelsberg ein Plakat herausgibt oder der Verkehrsverein von Gießen, der die Stadt auswärts doch gewissermaßen zu vertreten hat. Daher haben die Stadtverwaltung und die Presse and> die Pflicht, seine Tätigkeit zu überwachen: sie müssen bafiir sorgen, das eine Stadt wie Gi?ßen mürbig vertreten wird uni) darum betonen wir gerade diese Angelegenheit so nachdrücklich. Daß uns der Verkehrsverein bei einem späteren Wettbewerb zu Rate zielten will, ist sehr anerlennenswert. Es würde aoer zugleich das erstemal sein, daß sich der Vorstand des VerkehrsvereinS mit uns ins Einvernehmen setzt, um gemeinsam mit uns zu arbeiten, obwohl heutzutage feder wissen sollte, daß ein gemeinnütziger Verein mit der Presse Hand in Hgud arbeiten muß Der Vorstand des Verkehrsvereins darf sieh daher iiidj ivundern, daß ihm das Publikum nach seinem Jahresbericht nur Lau begegnet, und wenn er weiterlfin so arbeitet wie in dem wieder gegebenen Rundschreiben, das sich an Verdächtigungen und Verdrehungen das mögliche leistet, bann ist es nur allzu verständlich, daß sich allmählich auch die Leute zu- rückziehen, die mit den Zielen des Vereins einverstanden find
durch hie Tätigkeit des Verkehrsvereins der Linn unserer Mit» । büraec für Häuser- unö Vorgartenschmuck durcv Broschüren und Preisausgaben geweckt ist, kommt der Gießener Anzeiger mit ; feinem Rat zu iirit. Tie infolge des VerkehrsvereinS auf diesem . Gebiete sind unbestreitbar und liegen, klar zu. Tag?.
Der Perkehrsoereiii hat niemals seine Tätigkeit geheim gehalten, wenn sie auch jdjctnbar dem Gießener Anzeiger verborgen blieb. Tas ist gewiß nidjt die Schuld des VerkehrsvereinS.
Wie wenig der Gießener Anzeiger sich bemüht hat, sich über die Tätigkeit des Gießener VerkchrsvercinS jnn Bild zu ve» schaffen, zeigt der Umstand, daß er auf die Tätigkeit des Verkehrsvereins Bad^Rauheim verweist. Dieser Berkehrsverein ilt finanziell ausgezeichnet gestellt, da ihm von der -Stadt alltährlich 3000 Mark zufließen und überdies sämtliches Reklamematerial von der IhirDcmxiItung zur Verfügung gestellt wird, wofilr diese jährlich ca. 12—15 Tausend Mark auiwendet. — demgegenüber hat der Gießener Berkehrsverein der Hauptsache nach seither nur mit den geringen 'Mitgliederbeiträgen, zu denen Herr Lange nicht einmal sein Scherslein beitragen will, zu rechnen. Neuerdings steuert die Stadt Gießen in Anerkenniiiig der außergewöhnlich ersprießlid)en und umfangreichen Tätigkeit des Ver- kebrsvereins 500 Mark pro Jahr bet Ein bemerkenswertes Pendant zu dem Verhalten des Gießener Anzeigers. Die Verdienste des Gießener Anzeigers für die Stadt sollen hier nicht behandelt ' und auch nicht bestritten werden.
Der Vertehrsverein hat allzeit, das mag der Gießener Anzeiger in sein Erinnerungsbuch schreiben, damit ihm das nickt vergessen geht, mit Vereinen und Unternehmungen in und für die Stadt Gießen innigste Fühlung gehabt, ist stets sestgebcnden Vereinen zur Seite gewesen mit Nat und Tat und hat dafür gesorgt, daß die fremden Gäste dieser Vereine mit Führern der Stadt und dergleick-en versehen wurden.
Der Gießener Verkchrs-Vcrein hat von vornherein auf dem Standpunkt gestanden, daß die sogenannte Hessen-Nummer ein verfehltes Untern chmen war, er konnte aber mit seiner Ansicht bei den Beratungen des Verbandes Hessischer Verkehrs Vereine nicht durchdringen und mußte, da Gießen sonst überhaupt nicht berücksichtigt worden wäre, nolens volens dem Beschlüsse des Verbandes sich fügen. Nicht allein Gießen, sondern überhaupt ganz Oberhessen, mit Ausnahme von Bad-Nauheim, auch der größte Teil von Starkenburg, mit Ausnahme der Bergstraße, und ebenso auch das linksrheinische Hessen, mußten erfahren, das; die von ihnen beantragten Aufnahmen und Wiedergaben in der Hessennummer nicht erschienen. So war es and) mit dem Aussatz über Gießen, der überhaupt nickst von dem Verkehrs- Verein herrührte.
Das von dem Verkehrs-Verein seinerzeit herausgegebene Plakat ist ein weiterer Stein des Anstoßes für den Gießener Anzeiger. Das Plakat wirke nicht künstlerisch. Man fribe wohl- gemeinten Rat lvom Gießener Anzeiger natürlich! versck>mäht, und so sei das Plakat auch ausgefallen. Nun, über den Geschmack und namentlid) über künstlerischen Geschmack läßt sich ja streiten. Daß aber der Geschmack des Gießener Anzeigers maßgebend wäre, können wir nicht zugeben, zumal uns über dieses Plakat eine Reih? von Anerkennungen zugegangen sind, und gerade von Persönlichkeiten, denen mir Gesd-mack zutrauen. Das Plakat verdankte damals seine Entstehung dem Umstande, daß von dem Druck des Führers noch eine Reihe von Klischees vorhanden waren, die man fixer Oeffentlichkeit zugänglich machen wollte. Es war durchaus nicht ein Plakat nach der Art der Badeorte und Sommerfrischen bezweckt. Zudem waren unsere Mittel beschränkt. Sollten wir aber eines Tages in die Lage kommen, zu einem künstlerisch ausgeführten wirkungsvollen Gesamtbilde von Gießen die Mittel aufzubringen, so werden wir dies mit Freude tun. Wir werden aber dann nicht versäumen, auch den Gießener Anzeiger zu hören, damit uns nicht der Vorwurf erwächst, wir seien ohne Sorgfalt und ohne Fühlung mit der Presse vorgegangen.
Das Vorstehende dürfte genügen, um das Verhalten des Gießener Anzeigers in seiner Kritik über die Tätigkeit des Verkehrsvereins zu kennzeichnen.
Der Vorstand des Verkehrs Vereins.
Wir finden es zunächst befremdlich und aller guten Gewohnheit widersprechend, daß der Verkehrsverein uns nicht öffentlich ernndert oder uns wenigstens umgehend eine Abschrift seines Zirkulars übermittelt hat, da er sich darin ausschließlich mit dein Gießener Anzeiger und unglaublicherweise auch mit der Person seines Verlegers befaßt. Namentlich aus letzterem Grunde sehen wir uns zu unserem Bedauern veranlaßt, noch einmal auf diese Angelegenheit eingehen zu müssen. Wir hatten seither geglaubt, daß der Verkehrsverein trotz einzelner Mißgriffe, besser beraten wäre, aber aus seinem jetzigen Gebaren, das wir nicht näher kennzeichnen wollen, geht llar hervor, daß seinem Vorstand jedes Verantwortlick)- keitsgesühl mangelt, denn sonst hätte er kein Rundschreiben verbreiten können, das in fernem wesentlichsten Teile aus Verdrehungen der Tatsachen besteht. Deshalb hat er sich auch gehütet, seine Behauptungen in der Oeffentlichkeit auf zustcllen, denn er tnnß wissen, daß ans den Men ganz andere Tinge hervorgetan. Dabei scheut er sich auch nicht vor Verunglimpfungen persönlicher Art, die seine .Kampfes- weise vorzüglich kennzeichnen, aber trotzdem wir auch genug Handhaben und Belege haben, um den leitenden Herren in demselben Ton zu mitworten, so sehen wir doch davon ab, Person und Sache zu verquicken, da wir das nicht für anständig halten.
Schon der erste Satz des Zirkulars ist eine bewußte Unwahrheit, denn es ist uns niemals eingefallen, eine Abwehr des Vorstandes des Derkehrsvcreins znrückzuweisen, wir haben sic ja in eben der Nr. 155 veröffentlicht, und zwar ohne jede Kürzung, verwahrt haben wir ^ins allerdings gegen die Zumutung, auf die Abwehr nichts zu erwidern. Aber diese Verdrehung, die schließlich in mangeln der Auffassungsgabe begründet sein könnte, ist nur eine Harmlosigleit gegenüber der perfiden Dreisttgleit, mit der der Verleger des Efteßener Anzeigers angogrisfen wird. Da die sachlichen Beanstandungen oer Redaktton nicht zu widerlegen sind, scheut sich der Berkehrsverein nicht, Herrn R. Lange persönlich anzugreifen und ihm unlautere M actum- schäften zu unterschieben — denn es geschah ja in aller Heimlichkeit. In Wahrheit sicht die Sache aber ganz anders aus. Im Jahre 1904 schrieb der Verkehrsverein eine Submission für seinen ersten Gießener Führer aus und zwar zwischen
von Münchowschen imb der Brühlfchen Druckerei. Unke rm 10. Februar hat die Brühlsche Druckerei ein Angebot gemacht, das von der anderen Firma wesentlich überboten wurde. Anstatt nun der Brühlschcn Druckerei als der billigsten den Auftrag zu überweisen, schrieb man unter fadenscheinigen Gründen eine zweite Submission aus. 9hln stellte allerdings die v. Münchowscke Druckerei die geringste Forderung, denn man hatte sie unter der Hand non der ersten Forderung der Brühlfchen Druckerei in Kenntnis gesetzt. Am 4. März 1904 gab die Brühlsche Druckerei -.irrer Verwunderung darüber Ausdruck, daß sie noch keine Nachrid)t über die Submission bekommen habe, obwohl sie itackwetslrch die billigste gewesen märe. Diesen Brief bat ber Vorstand des Verkehrsverems nicht beantwortet — Lelb,tverstandlich hätte es dem Berkehrsverein sreigestan- dcn den Truckmistrag jeher ihm genehmen I-irma frei- länbia zu vergeben, aber wenn tr einmal eine Submission teranitoltete, bann durfte er sich nicht über die im Geschätt., leben allgemein gültigen Bedingungen hinmeafefcer Dieses sonderbare Verhalten lvar für .Herrn R. Lange bei Grund -mn 'Jbtitritt, denn er wvlllc nicht länger einem Bei


