165. Jahrgang
Zweites Blatt
Nr \I\
Erscheint täglich mit Ausnahme dcS Sonntags.
Rumäniens Aufschwung.
sind auf dein Rückzüge.
8*/t Uhr in Steins Garten.
*
Der Druck der Mächte auf die Türkei.
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n Effektenschalter erhält- leUungen rechtzeitig zu
verfolgt.
Urga, 23. Juli. Eine nördliche Abteilung von mongo- tischen Trnppesn wurde in der Nähe von Batslchalerais ge-
zugute kommen.
** Aus dem Militärwochenblatt. Der Leutnant d. Res. Kracke (Jüterbog) des Jnf.-Regts. Kaiser Wilhelm Nr 116 und CbcrieutiL d. Res. Sohl (Danzig) des Leibgarde- Ins -Neats. <1. Öen.) Nr. 115 zum Hauptmann befördert. S t i r 6, Obcrlt. der Landw.-Kav. 1. Aufgebots (I Darmstadt), wurde zum Rittmeister befördert: gleichzeitig wird er zu den Nes.-Omueren des Schleswig-Holstein. Ulan. Regts. Nr. 15 vers^t: zum Ober- leutnant wird Leutnant d. Res. Schul des Jnf.-Regts. Prinz Karl (4. Hess.) Nr. 118 (Mainz) befördert: zu Leutnants d. Re. die Vizefeldwebcl bezw. Vizewachtmeister Fischer (IDarmstadt), des Jnf.-Regts. Kaiser Wilhelm (2. Hess.) Nr. 116, Riesling > I Darmstadt), des Jnf.-Leib-Negts. Großherzogin (3. Öenjjnr 117 Müller, Vos; (I Darmstadt), des Jnf.-Regts. Prinz Karl (4 Hess.) Nr. 118, Frhr. v. NordeckzurRabenau (I Darmstadt), des Garde-Drag.-Regts. (1. Hess.) Nr 23 -
g.Regts. (1. Hess.) Nr. 23; zum Leutnant Aufgebots Vizeseldwebel Nodenhausen
Donnerstag, 24. Juli 1915
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'scheu Universitäts - Bilch- und Steiiidriickerei.
R. Lange, Gießen.
Torreon emgenonunen.
Teheran, 23. Juli. Salar ed Daulch, der für eine kurze Zeit zu einer Besprechung mit seinen Reitern freigelassen wordeu war, mißbrauchte das Vertrauen und floh in der Richtung von Kcrmanschah. Er wird von persischen Kofacken energisch
der Landw. Ins. 1. ----- . - ..
(Gießen): der Vizewachtmeister des Landw.-Bezirks Saarbrücken Planken, wurde zum Leutnant d. Res. des 2. Hen. Feldart.- Regtä. Nr. 61 befördert Oberleutnant Finger der Nei. des Fußart -Regts. von Dieskau (Schles.) Nr. 6 (Gießen) wurde zum Hauptmann befördert. Vizeseldwebel U e b e r l e (Friedberg) des Fußart.-Regts. General-Feldzeugmeister (Brand.) Nr. 3 wurde zum Leutnant d. Res. besördert.
" Lehrcrpersonalien. Uebertragen wurde dem
Regierimg an Eure Dlajenät zu wenden, um Sie um i des Friedens zu butcu. Indern wir so handeln, haben wir keine, ivegs die Absicht, die eucutiied günstige Aufnahme, die Eure v ajestät dieser Bitte gewähren würde, dazu zu benutzen, um den Kriegszustand mit Serbien und Griechenland sortzusehen. Meine Regieniiig ist im Gegenteil fest entschlossen, mit diesen beiden Landern rasch Frieden zu schließen. Sie hat dies eben bewiesen durch die Entsendung ihrer beiden Delegierteii nach Risch, die mit den weitgehendsten diesbezüglichen Vollmachten versebeir sind. Sie ist bereit, wenn Serbien und Griechenland ihrerseits mit derselben Maßnahme erwidern, sofort die Feindseligkeiten einzustelleir uub mit der Demobilisierung der Armee vorzugehen. Sie lieferte alle Garantien und ist noch bereit, alle Garantien zu liefern, die für die Aufrichtigkeit ihrer Absichten und dieser Erklärung, die ich heute in ihrem Namen abgebe, gefordert iverden können. In diesem Gefühle bitte ich Eure Majestät, sie ihrerseits als befriedigend anznsehen und den Vormarsch der Trnpven einzustellen. Ich und meine Regierung werden in diesem Akte Eurer Riagestät eine glückliche Vorbedeutung für eine baldige und herzliche Wiederaufnahme der Beziehungen zwischen unfern Völkern erblicken, die durch so viele Erinnerung und gemeinsamen Interessen geheiligt sind, die ivir mit tiefem Bedauern einen Augenblick getrübt haben.
Ferdinand.
zu Hiessen d. H.
Tie „Siebener Famtlienblätter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Rreirblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Tie „Landwirtschaftlichen Zeit- fragen“ erscheinen monatlich zweimal.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul« straße 7. Expedition und Verlag: e-^51. 5Rebaftion:e^U2. Tel.-Adr.:AnzeigerGießen.
Ausland.
Wien, 23. Juli. Der böhmische Oberlandesmarschall Prinz Lobkowitz und Mitglieder des konservativen G r 0 ß g r .r n d b e s i tz e s im böhmischen Landesausschutz haben bedingungsweise ihre Aemter nieder gelegt für den Fall, datz am 1‘ August fein Geld in den böhmischen Laiideskapen sei.
Londo n, 23. Juli. Die eng lis chen F löt lenma no- v er begannen unter sehr ungünstigen Witternngsbe- d i n g n n g e n. Ein Teil der Verteidigungsstotte mutzte mwlge furchtbaren Sturmes wieder nach Hum b er zurück-
^PariS, 23. Juli. Die Armeekommission des Senat nahm mit allen aegen eine Stimme Einstellung der 20jähi an Die Kommission schlägt vor, die von der Kammer angenom- meiic Vorlage anznnehmen, unter dem Vorbehalt, daß ein lpateres 6)esek in gewißen weniger wichtigen Fragen in dem Gesetz über bie dreijähriae Dienstzeit den vom Senat gewährten Abänderungen
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»* Hessische Handwerkskammer. Die Bestrebungen der Handwerkskammer, die für Ausrüstung der nenge bi lbeten Tru ppen formalione n nötigen Lieferungen von Uniformstücken und dergl. nach Möglichkeit den korporierten Handwerkern zuzuführen, find nicht ohne Erfolg geblieben. Schon jetzt liegen Anfragen der Militärbehörden vor zur Benennung solcher Jnmtngei» und Bereinigungen,die sichzur Uebernahme von Lieferungen bereit erklären; nähereFragen und Angebote wurden schon eingeholt. Die Handwerkskammer zu Darmstadt vertritt energisch die Forderungen der Handwcrkszweige bei den Militärbehörden, weshalb zu erwarten steht, daß diese Bemühungen auch weiterhin von Erfolg begleitet sein werden. Es cmpsichlt ich hierbei, auf den von der Heeresverwaltung vertretenen Grundsatz hinzuweifen, wonach eine Beteiligung des einzelnen kleinen Handwerkers an den Lieferungen nicht erfolgen kann. Die Arbeiten können nur an Innungen und Vereinigungen erteilt werden, da der einzelm Handwerker bei seinen beschränkten Betriebsmitteln für die umfangreichen Bestellungen des Heeres nicht leistungsfähig genug ist. Die Organisationen müssen sich in ihrer Gesamtheit zu pünktlichen Lieferungen verpflichten. Es beda'rf wohl keines besonderen Hinweises, daß bei solch umfangreichen Arbeiten den vergebenden Stellen, die dem Reich gegenüber die Verantwortung zu tragen haben, volle Garantie gegeben sein muß. Hieraus ergib! sich für das Handwerk die Notwendigkeit, sich zusammenzuschließen, damit die wirtschaftlichen Vorteile, die derartige große Maßnahmen, wtc sie die diesjährige Heeresvermehrung bringt, möglichst allen Angehörigen der in Betracht kommenden Handwerkszweige
111)11813
000, M. 1000 und M. 500
nni 1913 ab
hrlicli 2% des Kapitals
vom Jahre 1914 ab zulässig
Lehrer Wilh. Schneider zu Walldorf eine Lehrerstelle zu Groß-Karben.
»• Obst- und Gemüseverwertung 8k ursc. Der Landmirtschaftskammer-Ausschuß wird vom 19.—21. August in Ettingshausen und vom 26. —28. August in Steinbach Obstverwertungskurse abhalten. Neben einer allgemeinen Belehrung über die Zusammensetzung, die Ernte und Aufbewahrung, sowie den Versand des Obstes soll in erster Linie die Verwertung im Haushalte gelehrt und durch Vorführung der verschiedenartigsten Konservierungsmethoden (Fruchtsaft-, Gelee-, Marmelade-, Mus- und Latwerge-Bereitung) erlernt werden. Weiterhin wird in praktischen Hebungen das Einmachen von Obst nach den verschiedensten Verfahren, sowie das Dörren von Obst und Gemüse und die Verwertung der Gemüsearten gezeigt werden. Für den Kursus steht eine vollständige Einrichtung zur Verfügung. Anmeldungen sind bei der betr. Bürgermeisterei oder dem Landwlrtschastskammer- Ausschuß in Gießen' zu bewirken.
** Ankauf volljähriger Truppendien st vier de im Herbst 1913. Zum Ankauf von warmblütigen volljährigen Reit- und Zugpferden sollen im Großherzogtum Hessen am 7.Okt., 8 Uhr vormittags, in Butzbach, am 8. September, 8 Uhr vvrru., in Darmstadt, am 9. Sept., 8 Uhr vorm., in Alzey (Rheinhessen) öffentlich Märkte abgehalten werden. Die Pferde sind in geringem Umfange für Kavallerie, in b?r Hauptsache mr Feldartillerie und Train, die in Butzbach zu kaufenden zum -Leu auch für Maschinengewehr-Kompagnien bestimmt. Beim Verkauf werden die Anforderungen zugrunde gelegt, die für_ den Remonteankauf maßgebend sind: mit Rücksicht aus die große Zahl der Tür den sofortigen Truvpengebrauch erforderlichen Pferde wird allgemein ein scharfer Maßstab angelegt werden. Zugpferde für Maichmen- gewehr-Kompagnien müssen in Sielen gehen, sind paarweye Mit 1000 Kilogramm Last im tiefen Boden vom Bock vorzmahren und dürfen keine Schimmel sein. Es werden nur Pferde angekaust int Alter von fünf bis zu zehn Jahren und tn einer Große von 1,5-- Meter bis 1,60 Meter Stockmaß «ohne Eisen gemeßen'. Tragende Stuten sind vom Ankauf ausgeschlossen. Tie angckauitcn .1 werden sosort abgenommen und den Truppenteilen unmittclaar überwiesen. Die Bezahlung erfolgt gegen Quittung bar oder m,li . - Scheck^ Pferde mit Mängeln, die gesetzlich den Kaul rückgängig machen, sind vom Verkäufer gegen Erstattung des Kausprcnes, der Transport- und sonstigen Kosten zurückzunehmen, de<?g6nyen solche Pferde, die sich binnen 45 Tagen nach dem AnkaigUage als Klopfhengste erweisen, und Stuten, deren Trächtigk-tt nachträglich festgestellt wird Da dies häufig erit im vorge-chrittenen Stadium möglich sein wird, muß vor dem Verkau» gedeckter Stuten gewarnt werden. Tie gesetzliche Gewährsirist wird sur periodische Augenentzündung aus 28 Tage, für Kehlkopspseisen auf 21 Tage verlängert. Mit Rücksicht aus die durch die Zurücknahme für den
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den Abschluß t käinpiten 500 Mongolen mit zwei Geschützen gegen 5000 Chinesen 1 roir feinet'« I mit neun Geschützen und vier Maschinengewehren. Die Mongolen
rsrrs Stadt und Land.
Gießen, 24. Juli 1913.
** Tagcskalender für Donnerstag, 24. Juli: Gesellschast Liebigiuuseum. Jahresversammlung um 6' , Uhr im L'icbig Laboratorium. Vortrag von Geh. Medizinalrat Dr. Sommer Liebig vom Standpunkt der Familiensorschung und der Der« erbungstheorie. , ., , , .. , „
Konzert der Schwäbischen Singvogel. Abends
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberhessen
Paris, 23. Juli. Der „TemM" erfährt aus Petersburg, daß der r-ussische Botschafter in London deck Auftrag erhalten habe, in der morgen zusammcntretenden Bot- schasterkonserenz die energischsten Maßnahmen zu ver^ langen, um die Türkei zur Räumung der von ihr ienfcut> der Grenze Eliv^-Midia okkupierten Geb iete zu zwingen. In offiziell en Kreisen in Petersburg erklärt man mit aller Entschiedenheit, daß die Türkei nicht in Adrianopel bleiben werde und daß man die notwendigen Mittel anwenden werde, um sie zum Verlassen der Stadt sowie Thraziens zu zwingen.
Wien, 23. Juli. Die „Wiener Allg. Ztg." schreibt: In französischen Blättern sand man in den letzten Tagen wiederholt die Meldung, daß Oesterreich-Ungarn nicht gesonnen ici an der K 0 l l ektivdemarchc der Botschafter in Konstantinopel bezüglich der A d r i a n 0 p e l e r F r a g e t e i l z u n e h m e n. Diese Nachrichten beruhen auf vollständig falschen Informationen. Der österreichisch-ungarische Botschafter in Konstantinopel unternahm in der vorigen Woche ebenso wie die Botschafter der anderen Grotz- müchtc bei der Pforte Schritte, um Vorstellungen bei der türkischen N e gi e r u n g gegen den Vormarsch der türIndien Armee nach Adrianopel zu machen. Oesterreich-Ungarn ist gleicherweise bereit, an einer eventuellen Kollektivdemarche bei der Pforte tcilzunehmcn, falls solche Demarche angeregt wird. Ferner bch hanpten die russischen und sranz-ösischen Zeitungen, datz m Wiener Rcgicrungskreisen der Versuch gemacht werde, die Autonomie Mazedoniens auf die Tagesordnung zu stellen. Diese Behauptungen gehören in das Gebiet ganz irriger Kombinationen. Hier beschäftigt man sich nicht mit dieser Idee.
London, 23. Juli. Die Türker hat in Paris eine Anleihe von 50 Millionen. Franks abgeschlossen. Das Geld liegt zur Auszahlung bereit, wird aber auf Betreiben der Mächte zurückgehalten, bis die Türkei aus Adrianopel herausgeht.
Verschiedene Nachrichten.
Konstantinopel, 23. Juli. Die Regierung beauftragte den Architekten Kemal Eddin Bev, der in Deutschland studiert hat, nack) Adrianopel zu reisen und die Beschädigungen der Selem-Mosck-ec auszubcssern.
M e h e m a i a, 23. Juli. Da in dem russischen Kloster Pan- teleimon auf dem Berge Athos neue Unruhen aus- brad>cn, mußte eine russische L a n d u n g s t r u p,p e gewaltsam ein schreit en, und die Ruhe wieder Herstellen. Dabei wurden 40 Ruhestörer leicht verwundet Alle Aufwiegler wairden aus einem russischen Dampfer eingeschifst und nach Ruplam. gebracht. Nacktem die Ruh? wieder hergestellt war, wurde die russische Landungstruppe wieder auf dem russischen stationär eingeschifst.
König Karl erwiderte mit folgender Depesche:
Ich beeile mich, das Telegramm Eurer Majestät zu erwidern, indem ich Ihnen die Versicherung gebe, daß ich von demselben Wunsche beseelt bin, sobald als möglich einer Situation ein Ende zii setzen, die ich umsomehr beklage, als sie einen Augenblick die guten Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern zu trüben vermocht hat, die so viele Erinnerungen geheiligt hoben. Meine Regierung gab der Regierung Eurer Majestät die Bedingungen bekannt, die die Wiederherstellung vertrauensvoller Beziehungen zwischen unseren beiden Staaten gestalten, deren Aufiechterhaltung ich den größten Wert beimesse. Eure Majestät können überzeugt sein, daß die ireundlicheii Gefühle, die ich Ihnen seil langer Zeit entgegenaebraebt habe, durch diese letzten Ereignisse, die uns durch die Umstände anigedrängk ivorden sind, nicht beciiuräditigt werden konnten. Ich bin glücklich, von Suref Majestät zu erfahren, datz Ihre Regierung fest entschlossen ist, den Kriegszustand nut eerbieii und Griechenland zu beendigen und daß Sie bereits Ihre Delegierten zu diesem Behuse designiert haben. Karl.
Augenblick, wo sich die Blicke ganz Europas auf_bie Einmischung Rumäniens in den Bal'i ankrieg und setne Dcil- nalyme an der Regelung der Orientfrage richten, durste eo augezeigt sein, den außergewöhnlichen Aufschwung naher zu betrachten, welchen dieses junge iiluliurland in den Vetztvergangenen Jahrzehnten genommen f)at. .reit bem Berliner Vertrag im Jahre 1878, wo Rumänien zum Ersatz für das an Rußland abgetretene Bessarabien die Dobrudsa auf dem rechten Donauufer erhielt, machte seine inteller- tuel'le und wirtschaftliche Entwicklung geradezu staunenswerte Fortschritte Eilt Volt van kaum acht Millionen Köpfen - aber welche vorwärtsdrängende Kraft, sich wirtschaftlich und politisch-litlturell durchzusetzen!
Werfen wir einen kurzen Rückblick auf die Entwicklung de" Handels. Im Jahre 1866 belief sich die Einfuhr nach Rumänien, die größtenteils in fertigen Waren bestand, auf 71 500 000 Lei (1 Lei = zirka 80 Pfennig), die Ausfuhr des Landes verzeichnete 116 500 000 Lei, hauptsächlich an Getreide und Petroleum. Stellen wir die (auf offiziellem Material beruhenden) Zahlen1 vomFahre 1910 daneben — Einfuhr 409 700 000, Misfuhr 616 500000 Lei so springt der wirtschaftliche Aufschwung in die Augen. Während der l-ctztv-erflossenen fünfzig Jahre ist tm übrigen die Ausfuhr des Landes stets erheblich größer gewesen, als die Einfuhr . . das Zeichen einer gesunden Handelspolitik. Was den Anteil Deutschlands an dieser Einfuhr betrifft, so erreichte sie im genannten Jahre die stattliche Ziffer von 138 237 277 Lei (etwa HO1/., Millionen Mark), d. h. mehr al-s ein Drittel des Gesamtimports.
Betrachtet man daneben den Handelsverkehr anderer hervorragender Kulturstaaten mit Rumänien, so kann man nicht umhin, der deutschen Tüchtigkeit und Energie die hier ein neues Tätigleitsfeld gesucht und gefunden haben, da^ größte Lob zu zollen. Frankreich z. B., das um 1880 noch seinen Rang in der Einfuhr zu behaupten wußte, ist gegenwärtig auf 25627 410 Lei (1910) gefallen: während es damals speziell mit Luxuswaren und Automobilen den ersten Platz einnahm, ist es heute auf den fünften oder sechsten verwiesen und mußte, besonders was Erzeugnisse der Großtechnik und Maschinenbranche angeht, der österreichischen, deutschen und englischen Konkurrenz weichen.
Ein ausgedehnter Ackerbau, der gegen o Prozent des Bodens in Anspruch nimmt und mit Hilfe modernster Geräte und Maschinen rationell betrieben wird, stellt mit seinen Produkten den Hauptreichtum des Landes dar. Weizen, Mais, Gerste, Roggen, Hafer gedeihen in gleicher Weise. Die Erzeugung von Weizen, die bisher an erster Stelle stand, ist seit einigen Jahren zwar zurirckgegangen, aber nur, um dem größeren Gewinn bringenden Gerste- inid Maisdau entsprechenden Platz zu machen Die Weizen- ernte ckrzeichnet für 1910: 39 031 794 Hektoliter, für 1912: 31 Millionen, während die Gerste- und Maivproduition von einer imerheblichen Ziffer um 1900 bereits aus mehrere Millionen Hektoliter gestiegen ist. Der Gesamtertrag an Kornfrüchten belief sich im Jahre 1912 auf das stattlich. Gewicht von 5 545 000 Tonnen: ein großer Deck davon wrrd durch den von Jahr zu Jahr mehr au f blüh enden Ha en Sul-ina ausgeführt. Besondere Aufmerl)amleit verdient auch der Weickiau, der im Jahre 1911. 1093 000 Hektoliter im Fahre 1912: 1589 000 Hektoliter Ertrag brachte Vergeben wir schließlich nicht die reichen Walder des ^anbey, die im ganzen 2 800 000 Hektar bedecken: da viel alckr Baumbestand^ und vorzügliche Nutzhölzer vorhanden sind, darf man dem erst seit kurzem in erheblicherem Umfange betriebenen Holzhandel eine gute Zukunft Voraussagen.
Die wichtigsten Bodenschätze Rumänien^ find Kvl'ken und speziell Petroleum. Man kann die Ausbeutung der Minerakölquellen geradezu als R a 110 n all n du st rie bezeichnen ; sie ernährt direkt oder indirekt fast ein Viertel Cr Das^Ei^s enbahnwesen befindet sich, wie in den Übrigen Balkanländern, erst im Anfangsftadiunii was insbesondere der lange Zeit hindurch mangelhaften Kapital- gewäkrimg von feiten des Auslandes zuzufchreiben ist EäX Mietet in diesem Punkte das merkwürdige und seltene Beispiel dar, daß ein Land auch ohne Eisenbahnlinien einen bemerkenswerten Aufschwung nehmen kann. Vergessen wir indessen nicht, hinzuzufügeii, daß Rumänien über ein Netz vortrefflicher Landstraßen verfugt. An Elsen- J L ^nhre 1912 bloß 3590 Kilometer vor- 2™ buchten Skrtöon etwa 710 Millionen Mark dar- stcNcn/M.l Ausnahme ernrger u^e^tenden ^ekunhar- bahnen sinh die C-isenbahncn tm Besch des Otaa^ ^Ti umsangr-nches Konstrnktwnsprogrmnm, mit dessen Au.s h rung im Jahre 1914 begonnen werden sott, steht den İu der europäischen ®rapmaajre hrrmnlteten Haus-
Mt""Jir™ SS'bCTeVi" bülitcV Während der empor- 18 ^Ä^Eckt^iestlben?eit 1890 'fast sämtlich zu 4 Pro-
Stt» sss * ^E^^^„s^6 015Ä8^Lei)01907 bis 1908: 62 Mil- 21 Mtrl«E(auf216Mo110 391 665 Lei. Diese
» S«->w w SJSS Ä» und rumänischen König.
e 90 Die Depesche, d-ie König
F e rd?n an dern 21. R« an König Karl richtete, hat iol=
N^ichl-säl),.- Wunsch d^mich b-st-lt, der .u wen . r„
MU i6n?Älimnarin m?m“m «amTunb iS m=iner । Selbe. Bei dem in der Näh- von Khalgan erfolgten Gefecht
Sember g, 29. Juli. Das Blatt „Dzinik Polskie" meldet aus Warschau: die Polizeibehörde mache durch Anschlag den Reservisten bekannt, daß die P r 0 b e m 0 b i l i s i e r n n g am 23. August stattsindet. .
Paris, 23. J»li. Mehreren Blatten, wird ans Madrid gemeldet, daß der Generalresident von Marokko, General Also demnächst dnrch den General Marina ersetzt werden würde.
N e w y 0 r k, 23. Juli. Wie der Zeitung „eun" gemeldet wird, haben die I n s il r g e n t e n in dem Staate Mexiko die Stadt
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