Ausgabe 
24.7.1913 Erstes Blatt
 
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andere Einzelheiten zu enthalten, die später geregelt werden sollen. Der Londoner Präliminarfriedens vertrug wird, ohne daß seine Prinzipien aufgegeben werden, infolge der durch die Besetzung Ädrianopels geschaffenen Lage und unter den in der letzten türkischen Zirkularnote entwickelten Gesidftspunkten als nicht bestehend au-- aesehen. Die Unterhandlungen mit dem ser­bischen Delegierten Pawlowitsch stehen nahe vor khrem Abschlüsse.

Kricgsnachrichten

Sofia, 23. Juli Tic Griechen haben die Mädchen­schule in Serres eingeschlossen und 93 Bulgaren, unter denen sich außer Bewohnern der Stadt 10 Soldaten und vier Gendarmen befanden, getötet. Die Leichen »vurden sämtlich am 11. Juni öoh den bulgarischen Behörden auf­gefunden. Die griechische Kavallerie plünderre das bul­garische Dorf Ha r s o v a im Distrikt Kuekuetsch und machte alj e Greise, Frauen und Kinder nieder. Ueber 800 Familien aus den Bezirken Keschan, Malagara und Usun-Köprü sind, vor den Türken fliehend, in Bulgarien angekommen; andere langen unaufhörlich an. Der Kom­mandant der Bulgaren in .Küstendil berichtet, daß die in den Bezirk Boszilegrad eingedrmlgenen Serben das Dorf Doukat bollständig geplündert und eingeäschert hätten. In dem Distritt Malagara hätten die Türten 7 Dörfer zer­stört und Frauen vergewaltigt. Der bulgarische Ort Har- lagundi ist geplündert worden.

Belgrad, 23. Juli. Bei Pi rot griffen zwei bulgarische Bataillone mit einem Maschinengewehr die serbischen Borposten in Garvan an. Der Feind wurde mit beträchtlichen Verlusten in der MctLuüg des Dorfes Zwontze auf bulgarisches Gebiet zurück- -ewiesen. Bei D et schau i und Kla d enatz griff der Feind unerwartet die serbischen Vorposten aus der Grenzlinie an. Es gelang ihm, auf kurze Zeit einige Kilometer weit in serbisches» Gebiet einzudringen. Die serbischerr Truppen erhielten jedoch Hkrfhtnfungcn; der Feind wurde wieder über die Grenze zurück gewon'm. Gestern und nachts versuchte der Feind einen Angriff von Trn in der Richtung auf Wlassina, wurde jedoch zurück- aeworsen und erlitt beträchtliche Verluste. In der Gegend von Egri Palanka spielten sich auf dem äußersten linken Flügel LLämpse an der Grenzlinie ohne große Bedeiltung ab. In der letzten Nacht versuchten die Bulgaren in der Richtung von Z a re wo Selo einen Angriff auf die serbischen Truppen. Tie serbischen Truppen waren jedoch auf ihrer Hut und kannten aus Ersahruna die versteckte bulgarische Taktik. Sic warfen die 23ub garen rasch in ihre alten Stellungen zurück. Morgens 3 Uhr versuchte der Feind den Angriff zu wiederholen. Ter Kampf bauerte mit Unterbrechungen den ganzen Tag an. Die serbischen Truppen haben vollständige Fühlung mit den griechischen Truppen.

Saloniki, 23. Juli. Die Griechen warfen den linken bulgarischen Flügel auf Razlok zurück.

Der türkische Bormarsch.

Konstantinopel, 22. Juli. Eine unabhängige Kavalleriekolonne unter dem Obersten Ibrahim so- toy eine fliegende Infanteriekolonne unter Enver Bey find morgens in Adrian opel eingezogen. Sie hatten einen kurzen Kampf mit den Bulgaren zu bestehen. Die Bulgaren sprengten vorher die Muintionsdepots in die Luft und ebenso einige Regierungsgcbände. Gleichzeitig haben sich 300 Gendarmen unter dem Obersten Fonlon Bev nach Adria- nopel begeben. 600 bulgarische Gefangene sind hierher ge­bracht worden. Die Tabatregie zahlte an den Staatsschatz 300 000 Pfd.; 600 000 Pfd. werden nach der Veröffentlichung des Jrades über die Verlängerung der Konzession der Tabakregie und 600 000 Pfd. nach zwei Monaten cingezahlt werden

Sofia, 23. Juli. Unter dem Drucke zahlreicher regulärer türkischer Truppen, die am Montag abend vor Adrianopel erschienen, hat sich die kleine bulgarische Garnison ge­nötigt gesellen, sich kviderstandslos z u r ü ck z u z i e h e n. Am Dienstag srüh haben die Türken die Stadt besetzt und furcht­bare Grausamkeiten begangen. Der Bevölkerung hat sich eine Panik bemächtigt. Demselben Sckncksal wie Adrianopel ist Kirkkilissc verfallen, dessen schwackje bulgarische Garnison sich zurückziehen mußte. Die Einwohner sind niedergemetzelt worden.

Konstantinopel, 23. Juli. In einem an den 'Groß­wesir gerichteten Telegramm erklärt der bulgarische Minister des Aeuf.ern Ghenadiew, daß die Türkei durch ihr Vorgehen die territoriale Integrität Bulgariens verletzt habe und Bulgarien verlange, daß die türkischen Truppen an die durch den Londoner Friedensvertrag bestimmte Grenze zurückkch- ren. Tie Pforte wird darauf antworten, daß sie den Lon­doner Vertrag als hinfällig betrachte.

(Weitere Kriegsnachrichten siehe 2. Blatt.)

Line Besprechung des Reblausgesetzes.

ch. Bingen, 22. Juli. Hier sand heute die von den ver­bündeten Regiernitgcn einberufenc Besprechung von Be­schwerden und Vorschlägen zur Ausführung des Reb­laus g e s c tz e s unter der Leitung des Vertreters des Reichs­kanzlers, GelleimrateS Dr Jung vom Reichsamt des Innern, statt. Außer den Ncichsiagsabgeordnetcn Sl>aumann, Blanken- b-.'rit, Hartrath, Hock, Paulo und Wallenhorn waren etwa 35 Ber- trilcr aus Preußin, und zn-ar der Rhein Provinz und HcsseU- ptassau, 20 Vertreter aus Bayern, 20 Vertreter aus Hessen, vier Vertreter aus Elsas Lothringen, ferner von Regierungsvertretarn und beamteten Sachverftäitdigen, darunter Geh Regierungsrat und vvrtr. Rat Frhr. v. Hammerstein vom Ministerium für Xanbtvirtid^it, Landrat Geh Reg. 'Hat Wagner Büdesheim, Land- rat v Naße Kreuznack., Professor Rübsamen Koblenz, Ministerial rat Edler,v Braun München vom Staatsmiuisteriiim des Innern, Landesmivektor für Weinbau Hosrat Dent Neustadt a. H, Dr Bassermanu Jordan Deidesheim, Forstrat Orth-Würzburg, Mini stenalrat Holztnger Larmstadt, Geh Landesökonomierat ..« lltler Lariustadt, beide vom Ministerium des Innern, Do-

SanbK Vc-ht,r Lintz Silzen, Ministerial rat t i-.viw. Straßburg, vom Mmtsteruim des Innern Landes- ausstchtskomunsstlr Wanner Straßburg, anwesend. Der deutsche Wembauverband war durch seinen 2. Präsidenten ^launn bnni jnb ^nen ^Sekretär Klingner R'eustadt a H vertr?ttm Vertreter des Krenes Btugen war Geh.nnrat Dr. Steeg anwesend K'näcvst wurde über M a ß nahmen beim Aufsuch Inder R e b l a u S v e r , e n ch u n g e n verhandelt. Dabei beteil atm fi* an der Aussprache die Winzerverlret r so zahlreich n>ic auch die Vertreter der Reblaus UntersuchungS >lvlonnen und die der Re gtenmg Lie Vertreter der Regierung nahmen dann cnt.K\rai daß die Winzer die tunlichste Berückstck>tiguug ihr e'nsckie die Enwer nähme zwischen Üvlonnen und Gemeinden, die gründlichste Destmeklum der Schuhe und beider der bei ber llntersnchuna belästigten Arbeiter, das 2lufbörcn der Arbeit bei sehr trockenem Nwrmem und nassem Wetter, die Entstellung der Untersuchungen mit der Reite der Trauben, nicil letztere für (Heriidx* nie Be- rübningen sehr empfindlich seien, verlangen. Alle diese Wünsche nmrben eingeh ud besprochen.

Es folgte bann die Behindlung des Punktes: Maßnahmen b e i A u s f i u d u n g v o n R e b l a u .> v e r s e u ch u n g e n. Hierzu Nwrde von Bier mann Bingerbrück die Verkleinerung der Sicherheit Gürtel verlangt, auf den ans der V.riammlung, be- sondiws von Pro'. Rübsamen laut werdenden Widerspruch, -oq er den Antrag zurück Man wurde sich einig darüber, daß der Sickterhensgürtel groß sein mässe. Ebenste zog Biermaim den Antrag, für jeden verseuchten Bezirk einen Reblaus und Dein bailsackiverstäildigen. der sein Gebiet immer begehen muß, am.i stellen, zurück. Dieser Eintrag wurde oadurch widerlegt, daß dieser Beamte Baum das sehen und festsrellen könne, was eine

Koinsussisn zu sinden vermöge, zumal, da die Reblaus sich bereits an den Wurzeln noch kerngesunder Stöcke nach ^außenhur befinden könne. Es wurde dann vvrgebmcht, daß die Tesinfektionsmaß- regcln und Verkehrsbcschränkungen auf das notwendig ne beschränkt werven sollen. Koch-Elwille sprach über ungleichmäßige Be­handlung der üerfdxcbencn Vorschriften. Geheimrat Jung teilte mit, daß, die Regierung bcabüdjtige, in größeren Gemarkungen eine Teilung vorzunehmen, so daß der verseuchte Teil abgetrennt würde und die Verkehrshindernisse nur für die verseuchten Teile sortbestehen sollten. Die sechsjährige Frist des Brachliegens von verseuchten Stellen dezw. Weinbergen, wurde angenommen, jedoch war man dagegen, datz Weinberge 12 Jahve brach und dann noch weitere 8 Jahre liegen müßten. Die verschiedenen Abschätzungen wurden ebenfalls behandelt. In Hessen sei es anders wie in Preußen. Im übrigen wurde betont, oaß die verschiedenen Be­hinderungen die Winzer zur Auslwanderung veranlassen würden. Vtan bezeichnete dieses als sehr schwerwiegend. Bereits sollen Winzer, die im Winter keine Arbeit mehr haben, au5geroanbert sein. Großes Gewicht wurde darauf gelegt daß die Versuche mit veredelten Reben vorgenommen und ausgedehnt werden fallen. Sie gäben einen ganz uiriebemteHenbrr. Wein, und wenn sie auch feine fo lange Lebensdauer hatten, dann seien doch die Er­träge aus solchen Reben besser. Die Amerikaner-Reben fanben aber nicht nur LicbhÄier, es wurde auch eine Stimme dagegen' laut. Bon clsässisck-cn Vertretern wurden die Amerikanerreben empfohlen. Es war bereits in später Stimbc, als Herr Sittmann dem Redner der Vereinigung Binger Weinbergsbesitzer, Biermann, für alle Vorschläge und Bemerkungen zum Reblausgesetz bei den Aussührnngsbestimmungen dankte, ebenso der Vereinigung, wor­auf der Vorsitzende die Tagung schloß.

DieCätr'gkeit der an den Mitteldeutsch. Arbeitrnachweis- verband berichtenden Arbeitsnachweise im Juni <915.

Von den 26 Arbeitsnachweisen des Mitteldeutschen Arbeits­nachweisverbandes, die irn Juni an das Kaiserl. ©tat. Amt be­richteten (gegen 18 im Juni 1912) wurden 7192 (7151) männliche und 3804 13929) weibliche Personen, zusammen 10 996 (11 080) vermittelt. Hiervon entfallen auf Alzey 11 (), Aschaffenburg 34 1'76), Bebra 53 (), Dingen 100 '88', Butzbach 9 (), Kassel 963 8761, Tarmstadt 281 (349), Dieburg 26 (), Frankfurt 5075 (5339), Friedberg 50 (60), Gernsheim 1 (), Gießen 254 (181), Großt-Karbcn 29 (), Hanau 70 (84), Herborn 27 (65), Kreuznach 117 (42), Mainz 1039 (1078», Marburg 18 (8), Offen­bach 341 '382), Weilburg 18 (16), Wetzlar 35 (44), Wiesbaden 1983 (1967), Witzenhausen 6 (3) und Worms 450 (442).

Nach Berufsgruppcn getrennt wurden vermittelt: In den männlichen Abteilungen: Landwirtschaft 822 (gegen 702 im Juni 1912 , Metallgewerbe 679 (774), Holzgewerbe 385 (445), Industrie der Nahrungs- und Genußmittel 97 (113), Bekleidungs- und Reini­gungsgewerbe 385 (374), Baugewerbe 736 (590), Maschinisten, Heizer und Fabrikarbeiter 100 (166), Gast? und Schaukwirtschasts- gewerbe 1497 (1286), sonstige Lohnarbeit und häusliche Dienste 2222 (2300). In den weiblichen Abteilungen: Gelernte und an­gelernte Arbeiterinnen in Fabrikbetrieben 104 (52), Bekleidungs- und Reinigungsgewerbe 50 (31), Gast? und Schankwirtschafts- gewerbe 403 (362), sonstige Lohnarbeit und häusliche Dienste 3199 (3378).

Von den an den Mitteldeutschen Arbeitsnachweisverband be­richtenden nichtöffentlichen Arbeitsnachweisen wurden im Juni 1913 im ganzen 1057 Stellen vermittelt gegen 901 iin Juni 1912. Von diesen 1057 Stellen entfallen auf Jnnungsarbeitsnachweise 281, auf Arbeitnehmernachweife 314, auf paritätische Arbeitsnachweise 57 und auf Vereinsarbeitsnachweife 405.

Von den 13 an den Mitteldeutschen Arbertsnachweisverband berichtenden größeren Ortskrankenkassen war der Bestand am 1. Juli 1913: 301840 (gegen 293 125 am 1. Juli 1912); darunter waren 192 379 (190 783) versichcrungspslichtige männliche Mitglieder, 76 299 (72083) versichcrungspslichtige weibliche Mitglieder, 10 488 (9656) freiwillige männtidre Mitglieder und 22 674 (20 603) frei­willige weibliche Mitglieder.

planmäßig

Aus Stadt und Cant»

©legen, 24. Juli 1913.

Pünktliche Einhaltung des Fahrplanes ein Schutzgesetz für die Reisenden.

Die Firma Bering & Waechter, Eifenbahnbau- und

Bctriebsgesell schäft in Berlin, betreibt eine schmal- spurige Eisenbahn von der Staatssttaße bei Krass, bis zum Bahnhofe Er stein der Reichseisenbahnen. Der Be­trieb erfolgt teils mit Dampf, teils mit Pferden, und zwar sind für den Personenverkehr zwischen den Bahnhöfen Erstein-Stadt und Erstein-Reichsbahnhos Pserdebahnwagen in Be­trieb, während die Beförderung von Gütern, ausnahmsweise auch von Personen, mittels Tampfstraßcnbahnzügcn erfolgt. Die Pferde­bahn wag en und die Tampsbahnzüge benutzen zwischen Erstetn- Stadt und Erstein-Bahnhof dieselben Bahngleise. Am 16. Oktober 1910, am sogenannten Meßti-Tage in Erstein, an dem ein Volksfest daselbst stattfand, hatte der Koch D. aus Beu seid die Pferdebahn zur Fahrt von Erstein-Stadt nach Erstein-Bahnhof benutzt und zwar mit einem Wagen, der fahr­planmäßig abends um 8 Uhr 59 Min. von Erstein-Stadt ab- fahren sollte. Unterwegs wurde dieser Wagen durch einen hinter­drein fahrenden Tampfbahnwagcn eingeholt und angcfahren, und D. von der Plattform, auf der er stand, heruntergefchleudert, wobei er erhebliche Verletzungen erlitt. Der Dampsbahnwagen sollte fahrplanmäßig um 8 Uhr 46 Minuten von der Station Erstein- Rheinstraße abfahren, um 8 Uhr 58 Min. in Station Erste in Stabt an komm en und erst um 9 Uhr 10 Min. von bort wiebcr abfahren, während» der von D. benutzte Pferdebahnwagen um 9 Uhr 8 Min. an der Endstation Erstein-Bahnl-os ünkommen sollte. Dadurch, daß 'einer der beiden Züge diesen Fahr>- plan aber nicht eingehalten haben mußte entweder war der Pserdebahnwagen zu spät oder der Dampfzug zu früh von ber Station Erstein-Stadt abgefahren, war der Zu farnmenstoß erfolgt, der vermieden worden wäre, wenn vor der Abfahrt des Dampfbahnwagens der Vorschrift entsprechend eine telephonische Meldung eingcholt werden wäre, ob die Strecke ErchnnStadt bis Erstein-Bahnhof frei sei. Das war aber in ber Tat nicht geschehen, wahrscheinlid? infolge des starken Meß Verkehrs. Der Kläger behauptete, er habe als Koch sehr guten Derdiemt unb gute Aussichten für die Zukunft gehabt und ver­langte deshalb, gestützt auf § 1 des Hastpslichtgesetzes und § 823, 1 unb 2 BGB. erhebliche Schadensbeträge, die ihm auch von den Vorinstanzen teilweise zugesprochm worden roamt

Landgericht Straßburg und Oberlandcsgericht K o l m a r batten dem Aflägcr 5000 Mark Schmerzensgeld, bis 1. Januar 1914 eine Rente von 4600 Mark und von da ab eine Rente non 3000 Mark .yugebiHigt. Die Beklagte habe zivar, so hatte das LbcrliinbeSgericbt ausgeführt, den Eittlastungsbeweis aus § 831 erbracht, hafte aber nach § 823, 1 und ä wegen eigenen Verichuldens, unb zwar wegen schuld basten Verstoßes gegen die Bestimmung der Eisenbahnbau und Betriebsord- nung, die grade zum Sckuitzc des reisenden Publikums, in § 65 bclhnrme, ber, mn Zug ohne Erlaubnis des zuständigen Be­amten von einer Station nbiabren dürfe, und 'weiter, daß kein fpftnpftTfG 3ugsolgestclle ab oder durchfahren dürfe, bevor

v £ ------ ' uv vutujionrni ourrc, vevor

b?rÜvor«nisqegan«ne Zug fick, unterDeckung b e r n a a^)t e n 3 u g t o l g c ft c 11 e befinde. Fahrplanmäßig habe ^-.^7 D^nvnug um 8 Ubr 46 Min. von tn-r Station ^Rein" 1 obiabren unb um 8 Uhr 58 Min an ber Stati-m faIS. ^rt "-"ten die Reiseiiden auf den

1 hebabniun umyiiaen sollen, ber die ^taHnn fabrvlanmaßia um 8 Ubr 59 Min habe

jtanon Erstem iicid>.: abnbof urm Ulrr * Mm emUchVn frftn a cd Ankunft des Straßenbahn«SrsÄgfi namftch ent 9 Uhr 10 Min., habt dann iabr-

, der um 8 Ubr 58 Min. «nge'trx^enr

£tahtm ^U'^n-^tadt verlassen unb nad, Erstein-ReidiÜ oaunüot lucUHrmbrrn dunen Dero fr ft gefegte Fatnwtnn imbr al»o Rücklicht genommen aus die Befniumung in »«der Be^

triebsordnung Freilnn der Strede! |et oder unveittitt« am 2tbatb des 16. Oktober nicht eingehalten wvrden, obwohl es sehr leicht möglich gewesen wäre, sich vor iedem Zuge telephonisch zu vergewissern, ob bie Strecke tret fei. Hätte die Beklagte ihre Beamten ein für allemal angewiesen, nur so zu handeln, dann wäre der Zmammenftoß. niemals er­folgt. Wegen dieses Verstoßes gegen § 65 der Betriebsordnung hafte die Bellagte wegen Verletzung eines Sckutzgcsetzes; sic hafte an Berbern aber auch aus § 823, 1 BGB. wegen ei­genem Ben'chulden, denn auch für sie gelte wie für jede Gifcn- bahnunternehmerin der allgemeine Satz, ihren Betrieb stets so zu regeln, wie es die Sicherheit des Verkehrs verlange.

Das Reichsgericht bat dieses Urteil im wesentlichen be­stätig t, nur soweit als die Rente Don 3000 Mark über das 45. Lebensjahr hinaus zugebilligt worden ist, hat das Reichs­gericht das Urteil aufgehoben und die Sache in diesem Um­fange an das Oberlandesgericht zurückverwicseii. (VI. 183/13. 12. Juli 13 )

* Geheimrat Professor Dr. Gasfkp in Berlin, der Ehrenbürger unserer Stadt, ist anttsmüde und Hal bie Absicht, Ende dieses Jahres irm seine Pensionierung nach- Lusuchen. Es soll in der Absicht Geheim rat Gaffkys liegen, seinen Wohnsch bann in Gießen zu nehmen.

" Ordensverleihung. Der König von Preußen hat dem Hessischen Oberstallmeister und Kammerherrn Niedesel Frciherrn zu Eisenbach zu Darmstadt den Roten Adlcrorden erster Klasie, dem Oberhofmeifter der Groß­herzogin von Hessen, Kammerherrn Dr. Freiherrn von Leonhardi, den Roten Adlcrorden zweiter Klosse verliehen.

Lehrerpersonalien. Dem Lehrer Val. Löwen­haupt zu Petterweil wurde eine Lehrerstelle zu Jugenheim (Kr. Bensheim) und dem Schulamtsospiranten Wilh. Gaul aus Büdingen die erledigte 2. Lehrerstelle zu Usenborn über­tragen. Erledigt sind je eine mit einem evangel. Lehrer zu besehende Lehrerstelle in Zwingenberg und zu B: n d s a ch s e n.

Schützen fest. Das nächsten Sonntag und Montag stattfindende 35jährige Jubiläumsfest und große Preisfchießen des Gießener Schützenvereins erfreut sich des größten In­teresses weitester Kreise. Reiche hochherzige Stiftungen ermög­lichen es dem Verein, die Scheiben mit Ehrenpreisen im Wette von ca. 1000 Mk. auSzustatten, ohne daß dadurch die üb­lichen Barpreise der Meisterscheiben irgendwie beeinträchtigt werden. Die Ehrenpreise werden am Freitag und SamStag im Schaufenster des Herrn Ad. Geisie, SelterSweg, ausgestellt. Viele Anmeldungen von auSivärtS lasten einen regen Besuch des Festes ermatten.

Silberne Hochzeit feiern heute Eduard Engeler und Frau, geb. Earl4, Bruchstr. 9; am Sonntag, 27. d. Mts., Zugführer M. AlthauS und Frau, Elifabethe, geb. Nau.

**JmHeimsürLupuskranke, über dessen untrer Erwarten starke Benutzung mir schon berichtet hüben, soll jetzt Raum für weitere 10 Belten geschaffen werden, indem sofort mit dem Bau einer Wäscherei, Bügel- und Trockm- raum begonnen wird. Hierdurch werden im Dachgeschoß die dafür benutzten Räume frei, die dann noch als Krartteiy- zimmer eirrgerichtet werden.

** Gesetz widriges Wetter unb schle chle Ge» schäfte. Ueber das Wetter klagen heuer die Landwirte, denen es allerdings die Wettermacher nie recht machen können. Es ist ihnen des Segens zu viel, der vorn Himmel herunter kommt, und sie befürchten, die Ernte tonnte dar­unter Not leiden. Aber and) die ortsangefefsenen Benwh- ner der Badeorte, der Sommerfrischen unb die Wirte ber Ausflugsorte haben alle Ursache, Heuer mit dem Sommer, der gar kein Sommer ist, unzufrieden zu sein, weil bie Nässe unb die Kälte ihnen die <Ääste fern hält. Ader wegen des gesetzwidrigen Wetters Hagen auch Industrielle und Geschäftsinhaber in der Stcrdl, besonders auch in Gießen. Ganze Erwerbszweige liegen wegen des Wetters darmeder, und es ist eine gewaltige Summe, die den Unternehmern burd) ben nun schon feit Wochen mangelnden Sonnenschein verloren gegangen unb in diesem Sommer nicht wieder hereinzuholen ist. Die große Gruppe der Ladeninhaber, welche mit den verschiedensten Artikeln für Herren- unb Damenbeffetinmg Handel treibt, ist sehr zu bedauern, denn deren Läger sind gefüllt mit einer großen Auswahl mit Dam enbeffeidungsstücken, als iveißen Blusen, leichten Damenröcken, leichten, gewebten seidenen und bauinwollenen Strümpfen und all ben eleganten Artikeln, welche unsere Frauenwelt bei sonnigem, heißem Wetter für die Straßen­toilette zu kaufen gewiß nidft säumen würde. Ader auch die Herreugarderobengefcbüfte haben sich über schlechten Absatz zu beschweren, denn oie großen Vorräte für die Sommer- sarsou liegen fest wie Blei, weil fein Bedürfnis vorliegt für leichte Sommerstoffe. Wer sich sommerlich bekleiden würde, würde ebenfalls gesetzwidrig handeln unb sich einen gehörigen Schnupfen holen. Lider auch die Schuhbranche hat über mangelnden Msatz in eleganteren Hcrrorv- unb Damen stiefeln zu Hagen, denn bei den stets nassen Straßen kommt es in der Hauptsache baranj an, daß die Fußdellei- düng wasserdicht ist. Die .Hutgcsiyäste schimpfen auf das Wetter, weil fein vernünftiger Mensch von einem Strohhut etwas wissen will. Ebenso unzufrieden sind die Sxmbler, welche Hemden, Trikotagen usw. führen, denn deren große Auswahl von Sommerartikeln ist unverkäuflich. Die Waren werben nicht umgesetzt unb weil bei ben meisten Artikeln bie Mode ein gewichtig Wort mitzureden hat, werden sie, wenn sie nicht abgesetzt werden, erheblich entwertet, ja teilweise sogar vollständig unverkäuflich. Noch in keinem Jahre sah man in unserer Stadt mit einer solchen Geschäftig­keit unb Eile den Betrieb von Ausverkäufen zu so billigen Preisen. Die Geschäftsleute müssen die eingekauften Waren räumen, sie schlageii die Sonrmersad-en los, mn trotz des unsommerlichen Wetters burd) erheblich herabgesetzte Preise b'ie Kauflust M reizen. Man sagt sich als .Vüiufmann, ber erste Schaben ist der beste, es entspricht dies auch dem modernen Geschästsprinzip, denn irrer Modeartikel aufheben wollte bis zum Sommer übers Jahr, würde dabei uvch fd)Ied)tere Geschäfte machen. 9hir ein Artikel ist heute von Damen und Herren stark begehrt und die darin sehr leistungsfäßige deutsche Industrie ist restlos an der Arbeit, den stärksten Bedarf, ben selbst bas Auslanb bann bat, zu decken. Es ist der Regenschirm, der von allen Ge- sellschaftsklafsen, in allen Preislagen zurzeit ber am meisten gekaufte Artikel ist unb die Schirmbranche, die zwar über mangelnden Absatz an Sonnenschirmen zu klagen hat, findet aber für ben entgangenen Verdienst in diesem Artikel reich­lich Ersatz in dem dafür eingetretenen starken Bedarf in Regenschirmen.

Kreis Alsfeld.

D M ü ck e, 22. Juli. Heute nacht wurde in der Villa Schrader hier eingebrochen unb mehrere Möbelstücke >r> eggebra cht. Die sofott angestellten Ermittelungen durch Wachtmeister Daum fördctten die drei Stück gestohlenen Möbel bet einem Einwohner von Merlau zu Tage. Ex