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Der Regen am Johannistag.
*3>er Regen, der am Johannistag, 24. Juni, bom nieberfiäUt, wird vvin Bauersmanne mit scheelem Blick
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deutscher Mann, in treuer Pflichterfüllung für sein Vaterland sollend, begraben liegt, und wo der deutsche Aar seine Fänge in ein Land eingcschlaaen bat, das Land ist deutsch und wird derttsch bleiben — Run gilt es die Ostmark und besonders Böhmen. Hier wird die erste und wichtigste Entscheidung fallen im grasten Ringen zwischen Germanentum und Slavenkum. Hoffen wir, daß wir einst sagen können: ,,Wir haben unsre Pflicht gegen unser Volkstum treulich erfüllt!"
*♦ Tageskalender für Dientag, deu 24. Juni: Stadt- tbea ter: Zweites Operetten-Kastspiel des Kurtheaters Bad-Nau» heim: »Die schöne Helena." Abends 8 Ubr.
Vortrag des Bundes der Deutschen in Böhmen. Es sprechen.: Adg. Sch reit er und Morawetz. Abends 8'/, Uhr in Steins Garten. „
"Eine Reform-Erziehungsanstalt in Hessen. Im Kaufmännischen Vereinshause zu Frankfurt a. M. hielt der Hessen-Nassauische Fürsorge-Erziehungsverein unter dem Vorsitz des Landesrats A u g u st in (Wiesbaden) eine Sitzung ab, die sich mit dem Fortbestehen des Vereins beschäftigte. Der vor vier Jahren mit dein Zweck gegründete Verein, Anstalten für die Anstaltserziehung bedürftiger schulentlassener Knaben und Mädchen zu errichten, hat bisher keine praktischen Erfolge gezeitigt. Schließlich sollte neuerdings das 100 000 Mark umfassende Vermögen der Arbeitslehrkolonie Steinmühle bei Homburg zugeführt und der Verein dann aufgelöst werden. Die Versammlung beschloß aber gestern die Fortführung des Vereins. Außerdem genehmigte sie den Bau einer Reform-Erziehungsanstalt im Großherzogtum Hessen. Ein Ausschuß erhielt den Auftrag, sofort mit der hesischen Regierung in Verhandlungen zu treten und auch um eine Beteiligung staatlicher Mittel nachzusuchen.
•* * Jubiläums spende für d i e Säuglings- fürsocge. Das Kaiserin Augusta-Viktoria-Haus zur Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit im Deutschen Reiche will das Negierungsjubiläum des Kaisers dadurch begehen, daß es in einer großzügigen Form die allgemeine Aufmerksamkeit auf die Säuglingsfürsorge, im besonderen auf die richtige Pstege und Ernährung der Kinder lenkt. Das soll so ausgeführt werden, daß jede Mutter eines am 16. d. MtS. lebend geborenen KindeS ein einfach, frisch und populär geschriebenes Buch über die richtigen Grundsätze der Pflege und Ernährung unentgeltlich erhält, nämlich den sehr gut eingeführten und allerseits anerkannten Leitfaden von Peskatore-Langstein. Das Kaiserin Augusta-Viktoria-HauS bittet darum, daß ihm möglichst schnell die Zahl der am 16. Juni geborenen Kinder mitgetcilt wird. In Hessen werben die Erhebungen durch die Kreisämter mit Umfrage bei den Standesämtern angestellt itnb das Ergebnis dem Augusta-Viktoria-Haus übermittelt.
** S t a d tt Heater. Nochmals sei auf die heutige einmalige 'Aufführung von Offenbachs „Schöne Helena" hingewiesen, die gestern in Bad-Nauheim bei vorzüglicher Inszenierung und flotter 9Biebergabe vor ausverkauftem Hause einen großen Erfolg davongetragen hat. Besonderen Beifall sanden die Herren Gottfried lParisl, Ähnelt (Mcnelaus!, Schmidt (Kolchos) und .Fräulein Koppenhvfer (Helena!. Auch die temperamentvolle Leitung des Orchesters durch Herrn Kapellmeister Nähren wurde sehr bemerkt.
** Beim 3. Abonnements-Konzert unserer Rcgi- mentskapelle wirkt der Solo-Trompeter Ew. Dietzel aus Frankfurt a. M. mit. Sein virtuoses Solospiel ist uns vorn vorigen Jahr her noch in bester Erinnerung. Es sei besonders hervor- gehoben, daß der Künstler das beste Ansehen genießt und als hervorragender Virtuose bekannt ist, so daß das Konzert wieder einen besonderen Genuß verspricht. Außerdem bringt das Programm so reiche Abwechselung, daß jeder Besucher auf seine Kosten kommt. Erwähnt seien: Ungarische Rhapsodie Nr. 2, von Franz v. Liszt, Große Fant, aus „Siegfried" und Ouvertüre zu „Wilhelm Tell" u. a. m.
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m. Hungen, 23. Ium. Anlachup des ytegterungdiuonaumd des Kaisers fand gestern hier eine kleine Fe ier statt. Am .-ach- mittag versammelten sich die verschiedenen Vereine mit ihren Fahnen unterhalb der Stadt und marschierten unter Vorantritt der Musikkapelle Hisgen-Lich durch die Stadt,in den Garten bei „Traube". Kirchenrat Hainer hielt die Festrede, die-in einem Hoch auf den Kaiser ausklang. Am Nachmittag und Abend sand Konzert statt: auch ein Feuerwerk wurde abgebrannt.
Kreis Alsfeld.
Ok. Alsfeld,- 23. Juni. Dieser Tage weilte die Inge ni eur abt eiIu n g der Technischen Hochschule Darmstadt hier, um eine Exkursion nach dem Bahnbau Alsfeld—Nieder-Aula zu unternehmen.' Besonders wurden die Talbrücken eingehend be-
Alsfeld, 23. Juni. Der AlsfelderRadfahrer- verein 1890 errang auf dem Gansest des Gaues 9a des Deutschen Radfahrerbundes im Korsofahren den 2. Preis. Am Korso beteiligten sich ungefähr 20. •
ok. Alsfelb, 23. Juni. Amtlich wird von der Bürgermeisterei bekannt gegeben, daß in Alsfeld falsche Zweimarkstücke in Umlauf sind. Sie tragen das Bildnis Kaiser Wilhelms II. und die Jahreszahl 1911. Die Stücke fallen durch ihren bleiartigen Klang auf. Hoffentlich gelingt es bald, den Verfertiger oder Vertreiber der Falschstücke zu verhaften.
Kreis Lauterbach.
X Schlitz, 23. Juni. Am Samstag feierten im' Gasthaus „Deutsches Haus" die int Jahre 1863 hier (Geborenen unter großer Beteiligung ihren 50. Geburtstag. Lehrer Sommer hob in seiner Begrüßungsansprache die Heimatliebe und Karner abscbaftlichkeit hervor, welche die „50 er", zum Teil von weit her, selbst aus Amerika, zu der Feier vereint habe. Von 60 im Jahre 1863 hier Geborenen seien noch 51 am Leben: davon seien 40 anwesend, während die Fehlenden, bi» iiüber Ferne eine neue Heimat gefunden hätten, leider am Erscheinen verhindert seien. Ein flott gespieltes Theaterstück: „Irren ist menschlich" schloß sich an. Konzert und Tanz hielt die 50 er noch lange fröhlich zusammen.
= Wallenrod, 23. Juni. Gestern hielt der hiesige Kriegerverein sein Kriegerfest ab. Am Festplatze gedachte Prästdent Rühl des Regierungsjubiläums des Kaisers, auf den er ein Hoch a»is- braebte. Der Turnverein führte turnerische Uebungen vor, worauf einige Fußballfpiele folgten. Der Gesangverein Wallenrod trug einige schöne Ehoräle vor, während die Mitglieder des Kriegervereins sich am Preisschießen beteiligten. Gegen Abend fand die Preisverteilung statt. 1. Preis erhielt H. Zulauf, 2. K. Eichenauer, 3. K. Zinn, 4. W. Zinn, 5. K. Hartmann, 6. H. Döll, sämtlich aus Wallenrod; 7. I. Dechert-Hergersdors, 8. I. L. Habermehl-Wallen- rod, 9. Glitsch -Hopfgarten, 10. H. Kraft-Wallenrod, 11. Serth- Wallenrod, 12. Gering - Wallenrod und 13. W. Krömmelbein- Wallenrod.
am Johannistag die Mohrenhirse ober der Sorgho „in die Körner geht", will man vom Johannisregen ebenfalls nichts wissen, denn Mangel an Sorgho soll seine Folge sein. Im Jnntal behauptet man, daß es feinen Salatsamen geben wird, wenn es am Johannistage regnet, lleberall aber fdyreibt man dem Regen vom 24. Juni einen besonders traurigen Einfluß auf die Haselnußernte ju. „Rcgnet's am Johannistag, ist's der Haselnüsse Plag'", sagt man bei uns Ebenso heißt es der unseren westlichen Nachbarn: „Vom Tag Johanns der Regen-
Hessen-Nassau.
W. Frankfurt a. M., 23.Juni. Gegen 6Uhr vormittag wurde im Rangierbahnhof des Güterbabnhoses der Rangierer Gg. Winn aus Fechenheim beim Ueberschreiten der Geleise übcrtahren itnb sofort getötet.
h. Königstein, 23. Juni. Tie Großherzoginnen Maria. Adelheid und Maria Anna von 2uremburg trafen gestern abend zum Besuch brr Großherzogin ^Großmutter .loci* heib im hiesigen Schlosse ein. Bon hier begeben sich bic Herrschaften nach Weilburg zum Besuch der nassauischen Fürftctrgrust.
Aus Stadt uerH Cand»
Gießen, 24. Juni 1913.
Zum Kampfe um die Ostmark.
Wie aus dem Anzeigenteil des Blattes zu ersehen, rindet heute, Dienstag, ein Vvrtragsal'end des Bundes der Deutschen in Böhmen statt. Wer ist nun der Bund der Deutschen, und was will er? Zwar werden nur wenige Bewohner des beutschen Reiches einer Belehrung darüber bedürfen, daß im Osten, auck jenseits ber Reichsgrenzen, bodenständiges Deutschtum lebt. Doch^viel zu gering ist noch die Kenntnis der Tatsache, baß die Teutschew in Habsburgs Landen und besonders in TeutsclHöhrnen in schwerem Kampfe stehen um die Erhaltung ihres Volkstums. Einstmals wurde Bobinen durch deutschen Geist und deutsche Tatkraft der Kultur erschlossen. Doch auch hier hat der Deutsche wie fast allenthalben in der Welt nur für die Fremden geschaffen. Der Deutsche hat auch in Böhmen den Menschenfreund zum Schaden seines eigenen Volkstums gespielt. Diese Verblendung der .Deut« scheu wurde von den Tschechen, ihren dankbaren Zöglingen, dazu benutzt, allmählich die Herrschaft im Lande an sich zu reißen. Erst spät erkannten bic Deutschen, welch großes Verbrechen sie an der Zukunft ihres Volkes begangen hatten. Dockt diese Erkenntnis zeitigte auch sofort Friichte durch Gründung der SckMtzvereine. Ihre Aufgabe sollte fein, darüber zu wachen, daß neue völkische Verluste verhindert und alte wieder gut gemacht würden. Darum ging und geht heute noch ihr Streben dahin, das deutsche^ Volk in Oesterreich aufzuwecken, es über die ihm drohenden Gefahren 5,u beleben und schließlich die in,verschiedene Parteien zerspaltenen $>e er häufen zu sammeln yu wirksamem Gegenstoß des Deutsch tums gegen seine Bedränger. So entstanden der deutsche Sckmloer- ein in Wien, dessen Arbeitsfeld ganz Oesterreich ist, und eine größere Anzahl von Schutz»cremen für die einzelnen Kronländer, die sich mehr auf wirtschaftlichem Gebiete betätigen. Ter stärkste derselben wirkt in Böhmen, dem am schwersten bedrohten Gebiete. Er will dafür sorgen, daß der deutsche Besitz an Grund und Boden erhalten bleibt und gefestigt wird, daß die Deutschen in Gcioerbc und Handel ilyre alte überragende Stellung behaupten. Vor allem aber sucht er die Liebe zu unserem Volke und ein starkes, stolzes Deutschbewußtsein zii erwecken. Ein hohes Ziel! Doch cs erfordert auch viele, treue Arbeit und große Opfer. Deutschböhrncu sieht sich einem an Kopfzahl zweifach überlegenen Feinde gegenüber, der auch noch auf die Unterstützung der gesamten flämischen Welt rechnen kann. Es ist ihm daher nur unter den größten Anstrengungen möglich, dem Anstirrme der Tschechen Einhält zu gebißen. Aus die Tauer müssen die Tapferen fieber der Uebermacht erliegen, wenn ihnen nicht Hilfe wird. Doch wo sollen sie diese finden? Darauf muß die Antwort sehr leicht fallen: natürlich im Bismarckreiche, bei den Brüdern innerhalb der sckwarz-weiß-roten Grenz-pfähle, für bic ja mit bet Kamps geführt wird. Die Deutschböhmen müssen sich also an den Geist ber deutschen Gemcinbürgschäft weichen. Tiefen Geist soll die Versammlung am heutigen Dienstag erwecken helfen. Immer mehr muß es aller Welt bekannt werden, daß das gefanttc Deutschtum bereit ist, jederzeit für seine einzelnen Glieder einzutrelen! Wenn wir unsre Stellung in ber Welt behaupten wollen, müssen lvir vor alstm dafür sorgen, daß wir nickst den Boden unter den «Füßen verlieren, und dieser Boden ist uns das germanische Mitteleuropa. Hier liegen, ob wir auch Welten erobern, bic Wurzeln deutscher Kraft, hier ist unser Vaterland. Deshalb ergeht an alle Deutsch- bewußten, an Frau und Mann, die herzliche Aufforderung, die Gelegenheit zu nützen, um einen Einblick in den Kampf, mnsercö Volksgenossen in der Ostmark zu erhalten. Wer sich erst einmal bewußt geworden ist, wie sehr dort allgemein deutsche Belange in Frage kommen, ber ivirb auch balb wissen, ob und wie er dabei als Mitstreiter helfen kann. Folgen wir hierbei nur dem Wort unseres Kaisers, „Wilhelm? bc? Dentfck'-en": „Wo ein
denn er soll eine schlechte, nasse Ernte prophezeien, darum bei uns heißt: „Johannisregen ohne Segen!' . man auch in Frankreich: ,Jobanmsregeu nimmt den Wein und gibt lein Brot". In Oberitalien, wo die Bevölkerung glaubt, daß in der Johannisnacht ber Most in die Traube tritt, und daß
IrnttunaZplan schließt in Einnahme und Ausgabe mit 46 462 Mk ab und sind darin neu aufgenommen in Einnahme 5000 Mk. für Gebühren zur Neaherstellungj der Lehrlingsrollen, die jetzt im Betrag von je 5 Mck. pur jeden Lehrling erhoben werden sollen.
Mackflvirth Alzeh beantragt diesen Polten zu streichen, nur von Lehrlingen der Richtmitglleder je 3 Mk. zu er- h'ben und die Mitglieder freizulassen. In der hierüber entstehenden W lebhaften Aussprache weist der Regierungs- nertreter darauf hin, daß eine Differenzierung zwilchen Mitgliedern und Nichtmitgliedern von der Regierung jedenfalls feine Genehmigung finde. Auch bac Beanstandung, daß ber Vorstand die Erhebung dreier Gebühr ohne vorherige Genehmigung der Versammlung bejttmmt habe, wird von dem Vorsitzenden und verschiedenen anderen Mtt- aliedern zurückgetviesen, da man dem Vorstand eine gewisse Bewegungsfreiheit nicht nehmen könne. Schiiepllch wird der Posten genehmigt und ber ganze Voranschlag gegen 12 Stimmen angenommen; damit ist der Antrag Machwrrth abgelehnt. Auch die Frage der Gehaltsregultermtg der Beamten, welche fiu einer kurzen Aussprache g^ftchrt hatte, tmrd genehmigt. Weiter bericht et Rockek-Darmstadt über die neuen GesellenprufungsaussMsse, sie werden genehmigt. Auch die Erhöl-ung der Gesellenprstfung-syebUhr trort 3 JJri. auf 5Mk. mirb nach Widerspurch eines Vertreters des sellenausschusfes gutgelMßen. Verschiedene Vorschläge eines Vorstandsmitgliedes über das weibliche — c ryT t r n g s- mesen finden Annahme und ebenso die hierzu iwtwen- diaen Abänderungen und Ergänzmigen der Vorfchrtften über da^ Lehrlingswesen, über welche Sames-Darmftadt berichtet' Lantz-Darmstadt macht Mitteilungeit über die not- weudige Regelung der Lehrstellenvermtrielung. Die I-Öbung der Gebühren bei der Meisterprüfung um 2o M-k., metin zugleich in zwei Handwerken geprüft wird, wird nach Bericht von Rockel-Darmstadt genehmigt. Sehr interessante Ausführungen machte Sames-Darmstadt über das Unter» bietungLwersahren: die Gründung einer Submissions- stelle, welche das gemeinsame Vorgehen der Handwerker bei Vergebung von Arbeiten unterstützt, wird beschlossen, nachdem Baurat Wagner im Namen der Regierung verschiedene Erläuterung gegeben. Es folgen Mitteillrngen über die Einziehungsstelle der Handwerkskammer, sowte über die guten Ergebnisse der Handwerferzentralgenossenschaft, dann wird die Versammlung geschlossen.
Kreis Schotten.
r. B o b e n h a u f e n II, 23. Juni. Der Männergefangverein Allendorf a. d. Lumda kam gestern morgen bei einem Ausflug nach Ullrichstein hierdurch und brachte in unserer Kirche während des Gottesdienstes zwei geistliche Chöre zum Vortrag, die hier großen Beiiall fanden. Der Verein, der schon bei verschiedenen Gesangswetlstreiten erste Preise, sowie Ehrenpreise errang, steht unter Leitung des Lehrers Scheidt von Kesselbach, einem geborenen Bobenhäuser.
ck Laubach, 23. Juni. Wiel verlautet, soll die jetzt ofsen- gelegte Bilanz dos Bors chu ß Vereins, e. G. ml u. H., dahier für 1912 einen Verlust von 270000 Mk. aufweisen. ' Wenn auch nicht zum größten Teil, so ibocfy in erheblichem Maße die Krisis der landwirtschaftlichen Genossenschaftsbank in Darmstadt, dazu beigetragen haben soll, so soll andererseits auch die z. 3t sehr ungünstige Lage des Jmmobilienmarktes zu größeren Rückstellungen bei städtischen Hvpothe^orderungen geführt haben. Ferner sollen einige kleinere Zurückstellungen bei verschiedenen Forderungsposten gemacht ixwrben sein. Dem Verlust sollen etwa 100 000 Mk. Reservefonds und Mitgliedergeschäftsguthaben gegen- überfteften, so daß sich dis Sonntag, den 29. dieses Monats, nachmittags 124 Uhr, im Saale des Solmser Hofes stattsindende Gencralversammlung über die Deckung der fehlenden. ca. 170 000 Mark zu entschließen hat. Der teinzige WeA zur Deckung dieses Verlustes, den das Genossenschaftsgesetz vorichreibt, ist tumber, daß die Geschäftsanteile der Genossen entsprechend erhobt werden. Da der Mitgliederbestand des Vereins ein großer fern soll, etwa 300—400, dürfte somit die auf jeden einzelnen Genossen entfallende Erhöhung seines Geschäftsanteils nur einig« Hundert Mark betragen. Nach Einziehung der Erhöhungen wird der Verlust an dem Geschäftsanteil eines jeden Genossen gleichmäßig abgetrieben. Durch die späteren Rechnungsüberscküsse des Vereins werden bann die Geschäftsanteile wieder allmähnch auf ihre Höhe gebracht werden. Es ist daher töricht, locnn ein- seine Genossen es vorziehen sollten^ setzt auszutreten, da dieselben dann ihren Berlustanteil bezahlen müssen'und der dann für immer für sic verloren ist. Es ist daher größte Rrihe imb Besonnenheit den einzelnen Genossen anzuraten und es ist ivohl zu überlegen, was geschehen soll und muß. Sehr gut hat Dr. Krüger, der Anwalt des allgemeinen Verbandes der Erwerbsund Wirtschaftsgenossenschaften in Nr. 100 des Gießener Anzeigers vom 30. April 1913 die .Krisis der Genossenschaften mit einem Theaterbrand zu vergleichen versucht. Denn brickst im Theater Feuer aus und das ^Publikum verhält sich ruhig, so kann auch der Letzte ungefährdet das Theater verlassen: Panik dagegen kostet vielen das Scben. Was durch Unbesonnenheit der Genossen in der letzten Zeck hervvrgerufen worden ist, dafür hat man Beispiele genug! Wie achev schon jetzt angenommen werden kann, wird die Erhöhung der Geschäftsanteile ohne Zweifel von der Generalversammllmg beschlossen werden. Aber nicht allein den Efenossen, sondern and) den SPareinlegern ist bic gleiche oben ausgesvrochene Ruhe und Besonnenheit anznempfehlen. Denn den Einlegern haften doch in erster Linie die sämtlichen Ausleihungen des Vereins gegen Hypotheken, Bürgschaft u. bergt, sodann ber Reservefonbs und bie Geschäftsanteile der Genossen. Erst wenn diese Summen nicht ausreichen, tritt die Haftpflicht der Genossen, und zwar mit ihrem ganzen Vermögen, ein, da die Kasse unbeschränkte Haftpflicht besitzt. Da dem' Verein viele und gute Genossen angehören, dürste für bic Einleger reichliche Sicherheit bestehen und kein Grund zur Belm- mhigung vorliegen. Es wirb daher Beiden, Genossen und Einlegern, aus Herz gelegt, das uns Deutschen stets nadtgerübinte „Fest- und Treuzusammenhalten" Mich in dieser ernsten Zeit des Vereins zu betätigen, beim nur Einigkeit macht stark. Es 'rmrb dann der jetzt gerade 50 Jahre lang segensreich wirkende Verein auch wieder- zu neuem Leben und Segen erblühen und fein altes Vertrauen zurückerobern.
Kreis Friedberg.
h. Friedberg, 22. Juni. Die Eröffnung des neuen Personenbahnhofs soll ant 15. Juli statt finden.
[] Steinfurth, 23. Juni. Sein Fahnenweihfest beging gestern der Gesangverein „Frohsinn": aus ber mittleren Wetterau waren etwa 30 Gesangvereine zum Fest erschienen. Das Rosendorf war miss schönste herausgeputzt.
Starkenburg und Rheinhessen.
w. Kelsterbach, 23.Juni. Die gestern hier vollzogenen Gcmeinberatswahlcn brachten der sozialdemokratischen Partei bie Mehrheit im ©em ein berat. Auf ihre Kandidaten bereinigten sich 320 Stiminen, während die bürgerllchen nur 170 erhielten.
** Tic Spar- und D a rle h n ska ss e m. u. H. in Ober-Beerb ach hat ihre Auslösung beschlossen, da der Bestand der Kasse infolge von Verlusten auf die Dauer unmöglich erscheint. Zu .Liquidatoren wurden bestimmt: Landwirt P. Keller II. und Kolonialwarenhändler Jakob Zubrod, beide in Oberbeerbach.
Landkreis Gießen.
r. Londorf, 23.1. Zur Bismarckfeier gestern Nachmittag hatte sich eine große Zahl Teilnehmer gegen 2 Uhr am Schnlhaiise versammelt, die dann unter den fröblichen Weifen der Turnerspielleute zum nahen Wald marschierten. Hier hielt Pfarrer H o f m a n n die Begrüßungsansprache und brachte ein Hoch auf den Kaiser aus. Der Gesangverein Frohsinn fang hierauf unter MufiklehrerKastens Leitung ein Lied. Weihevoll und zur An.dacht stimmend, klangen die machtigeir Akkorde in dem schönop frischen Wald. Hierauf führte Lehrer Tri n k a us mit etwa 30 Knaben freie Stabübungen aus. Auch der Turnverein brachte vorzügllche Leistungen zur Schau. Tie Festrede hielt Lehrer Tietz an5 Heuchelheim, der in großen Zügen den Werdegang Bismarks zeichnete. Mit einem Hoch auf daS deutsche Vaterland schloß Redner fernen beifällig aufgenommenen Vortrag. Eine Sanunlung zum Besten des Bis- luarckdenkmals auf der Eliseuhohe bei Bingen hatte ein recht befriedigendes Ergebnis.
B.. 93 e u e r it, 23. Juni. Zur Erinnerung an die Ordination des von hier gebürtigen Missionars Heinrich Walther im vorigen Jahre, ber zurzeit im Dienst ber Baseler Mission in Kamerun steht, wirb alljährlich im Juni ein Missionsfest gefeiert werben, bei dem des in ber Ferne Weilenben gedacht werben soll. Dieses Fest wurde gestern nachmittag unter den prachtvollen Linden bei der Kirche begangen. Eine zahlreiche Zuhörerschaft lauschte andächtig den Worten ber Festprebiger, bes Pfarrers Bechtolsheim e r-Gießen unb bes Missionars M ü.l l er - Hersfetb. Wäh- renb B. im Anschluß au bat Evangelium von Petri Fischzug die Missionspflicht ber Christenheit betonte, wies M. an ber Hanb vieler Beispiele nach, baß bas Christentum in fast allen Hcibcu- länbern, hefonbers in China jetzt „unr erboten" sei, ja baß es sogar von allen Seiten bort gewünscht werbe. Daß ber Appell beider Redner an die Opferfreudigckril ihrer Zuhörer nicht vergeblich war, bewies die zum Schluß gesammelte Kollekte von 145 Mari, welche ber Baseler Mission für bic Arbeit bes Missionars Walther zugute kommen. Zur Vcrschöuerung des Festes trugen noch bie Vorträge des hiesigen Kirchengesangvereins sowie des Bersröber itnb des hiesigen Posaunenchors bei.
k Lick), 23. Juni. Die Arbeitervereine hielten gestern hier ihr W a h l k r e i s f e ft für den Wahlkreis Gießeu-Grünbcrg-Nioda nb und verbanden damit die Fahnenweihe des Wahlvereins Lich. Um 2 Uhr wurde am Bahnhof der Festzug ausgestellt. Es toaren zahlreiche Arbeitervereine erschienen, so and) die Vereine aus Gießen lind Offenbach. Reichstagsabg. Wendel-Frankfurt a. M. hielt die Festrede. Ter Arbeiter-Gesangverein unb -Turnverein wirkten beim Feste mit.
1. Grünberg, 23. Juni. Auf bcin Georgenhammer flog bem Werkmeister Henschel em Schiffchen aus bem Webstuhl ins Auge. In der Klinik zu Gießen mußte das Auge entfernt werben.
guR, läßt verfaulen bie Haselnuß", uno apnlictz in Italien: ,,'Jieg net's vor JoHanni sehr, werben bie Haselnüsse leer". Lewer ,vll ber Regen am 24. Juni auch noch auf kommenbe Mauleplage Meßen lassen: . ...
„Regnet es Johanni auch nur leise, So regnet es Mäuse." , ....
Ja es heißt sogar, wenn es am Johannistag regne, w würben Mäuse wachsen, selbst in einem Bündel Stroh, bas man in den Rhein wirft. „ ,
Regen nach Johanni ist bem Landmann aus begrerftrchen Gründen überhaupt nicht mehr willkommen, währeiib er ihn vor diesem Termin oft sehnlichst herbeiwünscht. Deshalb sagt man auch: „Vor Johanni muß Gemeinde und Pastor um Regen bitten, nach ^hanni kann's ber Pastor allein", ober:
„Vor Johanni bitt’ um Regen, Nachher kommt er ungelegen."


