Prinzessin und die GroßherMgin von Baden. Hinter den Genannten saßen in mehreren Reihen der Kronprinz, die Groß- rherzöge und Großherzoginnen und bie anderen Fürstlichkeiten. Die jüngeren Prinzen hatten in den seitlichen Ausbauten der Großen Loge Platz genommen. Tas Haus selbst bot das gewohnte glänzende Bild einer Galavorstellung, das durch die zahlreichen englischen und russischen Uniformen noch abwechseluugsvollcr wurde. (Gegeben wurde der erste Akt Vvn „Lohengrin". Rach der Vorstellung nntrbe großer Cercle im Foyer abgchalten.
Wie das „B. T." hört, dürften der Prinz von Cumber- der „Wiener Allgemeinen Zeitung": „Tie Körper land und Prinzessin Biltoria Luise demnächst von Hubertusstock aus sich auf etwa 14 Tage nach einem bei Gmunden gelegenen Jagdschloß des Herzogs von Cumberland begeben.
Andiknz des Reichskanzlers beim Zaren.
Berlin, 23. Mai. Der Reichskanzler wurde heute vormittag Vvm Kaiser von Rußland in Audienz empfangen. Die Audienz währte dreiviertel Stunden.
Die englische König und seine Landsleute.
Berlin, 23. Mai. In seiner Ansprache an die Deputation der hiesigen britischen Kolonie, die eine Begrüßungsadresse überreichte, sagte König Georg u. a.: Die Königin und ich sind besonders erfreut, daß wir Gäste des Herrschers dieses großen und uns befreundeten Volkes sind, um die Verbindung zweier junger Menschen zu feiern, die, wie wir innig erflehen, reichen Segen erfahren mögen. Ich bemerke mit Interesse, daß in so vielen verschiedenen Berufen meine Untertanen anzutrefsen sind, die die Gastfreundschaft und die Annehmlichkeiten Berlins genießen. Durch die Förderung und Aufrechterhaltung der freundlichen Beziehungen und des guten Einvernehmens zwischen Ihnen und der Bevölkerung dieser von Ihnen erwählten, Heimat helfen Sie den Weltfrieden sichern, dessen Erhaltung! mein innigster Wunsch ist, wie er auch das Hauptbestreben und das Hauptziel im Leben meines teueren Vaters war.
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Berlin, 23. Mai. Das Brautkleid der Prinzessin sowie die Hoch-zeitsgeschenke werden auf allerhöchsten Befehl am Sonntag und Montag im Königlichen Kunstgewerbe- Museum ausgestellt. Für die Besichtigung wird fü r wo hl- t ä t i g e Z w e ck e ein Eintrittsgeld von 50 Pfennig erhoben werden.
Als Hochzeitsgeschenk zur Vermählung der Prinzessin Luise ließen zwanzig Schülerinnen der Viktoria--Luisen- Schule in Wilmersdorf eine Teedecke überreichen. Am Sonntag fällt der Schulunterricht in Groß-Berlin und Potsdam auf Anordnung des Kaisers aus.
ArrsLarrv.
Die russische R e i ch s d u m d trat in die Beratung des Staatsbudgets ein. Der Vorsitzende des Biidgetausschusses entwarf ein Bild von der Staatswirtschaft und der allgemeinen wirtschaftlichen Bedingungen. Der BudgetaussäMß erhöhte im Endresultat die dinnalpnen um 54 200 000 Rubel und zwar die Einnahmen des Branntweinmonopols um 20 500 000, die der Staatsbal/n^n um 4 800000 linb der Tabaksteuer um 3 000 000. Im allgemeinen übersteigen die ordentlichen Einnahmen die ordentlichen Ausgaben um 22 519 958 Rubel. Die Totalausgaben balancieren mit 3 233 298006 Rubel, wobei die erwarteten Einnahmen die Ausgaben um 15 062 635 Rubel übersteigen. Der Ausschuß schlug vor, diese Summe zur Verbesserung des Siaatseisenbahmvesens in die Rubrik der außerordentlichen Ausgaben emzu stellen. Der freie Kassenbestand, der 1909
1900 000 Rubel betrug, sei nach der vorläufigen Berechnung auf 391 Millionen gestiegen, die zur Deckung dienten für viele dringende Ausgaben, wie beispielsweise zur Unterstützung infolge her schlechten Ernte der notleidenden Bevölkerung. Der freie .Kassenbestand leistete Rußland einen wichtigen Dienst, da er seine internationale «Äellung festige, seiner .Stimme Gehör verschaffe und ihm vine gewisse Kontrolle über den Geldmarkt verleihe. Die Worte eines ftanzösischen Ministers zitierend, könnten die russischen Steuerzahler sagen: Ihr habt gute Finanzen, macht also eine gute Politik. (Langanhaltender Beifall.)
Ein Räuber stück aus Marokko.
Aus Udschda wird gemeldet, daß marokkanische Plünderer auf der Straße von Merada nach Taurirt einen Postwagen überfallen, den Kutscher und einen Reisenden getötet und zwei europäische Frauen entführt hoben.
Aus Stadt und Land,
Gießen, 24. Mai 1913.
Dauersitzungen der Stadtverordneten.
Tie Sitzungen der Stadtverordneten am Donnerstag und Freitag toaren richtige Dauersitzungen. Tie erste längere Aussprache gab'es bei dem Baugesuch von Karl Textor, der (auf der Liebigshöhe ein Einzel- wohnhaus ermchten will. Die Baudeputation war geteilter Meinung. Die einen waren für unbedingte 9lb- lehnung, da dieses Haus der Anfang der geplanten Villen- lölonie sei und man diese dann auch nicht ablehnen könne. Die anderen waren für das eine Gesuch, ohne damit einen Präzedenzfall schaffen zu wollen. Bei der Beratung in der Versanlinlung tauchte dann noch der Vorschlag aus, wenn Herr Textor die Unterschriften von 6 bis 10 Leuten bringen lönne, die innerhalb zweier Jahre bauen wollten, könne man der Sache näher treten. Auch wurde der Vorschlag gemocht, die hinteren Triebviertel als Bauland auf- zuschlie'ßen und einen gemeinsamen Bebauungsplan für jene Gegend zu schaffen. Schließlich wurde das Textorsche Baugesuch an die Baudeputation zurückverwiesen.
Tie V o r a n s ch l a g s b e r a t u n g dauerte diesmal besonders lange, da auf Wunsch der Stadtv. Vetters und Urstadt eine allgemeine Aussprache über den Voranschlag stattfand. Tie Besprechung dauerte zwar recht lange, doch wurde kaum etwas vorgeöracht, was n*cht auch in der Einzelberatung hätte erledigt werden können. Stadtv. Vetters beantragte u. a. Aufhebung des Tktrois auf Kohlen und Befreiung der Einkommen unter 900 Mark von der Steuer. Eine Anzahl von ihm aufgestellter Behauptungen über die Behandlung und Entlohnung der Arbeiter konnten vom Oberbürgermeister richtig gestellt wurden. Dagegen stimmte ihm das Stadtoberhaupt zu, als er aus führte, daß die Ausbildung der >dinder in der Volksschule teilweise mangelhaft sei. Ter Vorsitzerrde führte dieses auffallende Ergebnis auf das Vorhandensein einiger ungeeigneter Lehrkräfte zurück. Stadtv. U r st a d t nahm auch für die anderen Parteien Arbeiterfreundlichkeit in Anspruch. Er verlangte u. a. Ermäßigung bezw. Beseitigung der den Grundbesitz drückenden Stempelabgaben. Urstadt wie Dr. Ebel und Iann verteidigten warm die Volksschullehrer. 'Aus der Einzelberatung ist hervorzuheben, daß Stadtv. Winn den Abbruch der alten mir wenig einbringenden Häuser verlangte. Wir dachten dabei au die Dammstroße, wo durch den Abbruch zweier Häuser der gefährliche Engpaß beseitigt werden könnte, was namentlich im Interesse der zahlreichen Schulkinder siegt, die täglich die Straße passieren müssen.
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In der Sitzun g am Freitag wurde zunächst die Vorans chla g s b er cM un g fortgesetzt. Bei der Beratung des Titels „e t e k t r i s ch e S t r a ß e n b a h n" zeigte sich wieder einmal, daß die Sitzungen ganz unnötigerweise verlängert werden, weil einzelne Stadtverordnete ihnen zugetragene Sachen vorbringen, ohne sie vorher auf ihre Richtigkeit geprüft zu haben. Allseitige günstige Aufnahme fand der Antrag des Stadtv. Winn, im Interesse des Grundbesitzes und des Bauhandwerks den städtischen Zuschlag zur Reichswertzuwachssteuer und den städtischen Grundstück-Umsatzstempel aufzuheben. Da die Anträge die Aufhebung ortsstatutarischer Bestimmungen erfordern, können sie nicht kurzerhand aufgehoben werden. Tie Anträge auf Aufhebung sind, wenn sie in der nächsten Sitzung beraten werden sollen, mindestens 14 Tage vorher einzureichen. Die Gesuche der L e h r e r und Beamten wegen endgültigerReg.elung ihrer Gehaltsverhältnisse fanden ihre Erledigung durch den Beschluß, daß die Vorlage bis 1. Dez. d. I. den Stadtverordneten zugehen solle. Tie Aussprache wegen der Verlegung der Bahnsteigsperre hinter die Wartesäle hatte das Ergebnis, daß sich die Versammlung dem Gesuch anschloß.
Zur Hundertjahr-Zeier des Inf.-Regrs. Rasser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Hr. 116 in Gießen wird am Samstag, dem 8. Juni dem Gießener Anzeiger eine .... Feft-Beilaye beigefügt werden. Diese Beilage wird eine Fülle interessanter Mitteilungen und Aufsätze ent- halten, die sich auf das Regiment beziehen. Die Verwendung besseren papieres und ein reichlicher Bilderschmuck sind vorgesehen. Da zudem auf dem Festplatz selbst ein großzügiger Vertrieb dieser Festausgabe erfolgen soll, wird sie in der für hiesige Verhältnisse ganz ungewöhnlich hohen Auflage von
25000 Stück erscheinen. Den Inhabern der hiesigen Ladengeschäfte, der Wirtschafts-, Gastwirtschafts-, Hotel- und Lafebetriebe ist also eine kaum wiederkehrende Gelegenheit zur erfolgreichen Empfehlung ihrer Unternehmungen geboten. Soll doch auch auf die schöne typographische Ausgestaltung der Fest-Beilage und auf eine wirkungsvolle Ausstattung der Empfehlungsankündigungen besondere Sorgfalt verwendet werden, sodaß nicht nur den ständigen Lesern des Gießener Anzeigers, sondern auch den Tausenden von Feftbesuchern damit ein dauerndes Andenken an die Hundertjahrfeier geboten ist. Da für Empfehlung« -Ankündi- gütigen in der Fest-Beilage nur ein beschränkter Raum zur Verfügung steht, wird um sofortige Aufgabe der Anzeigen gebeten. Auch die Rücksicht auf die besonders wirkungsvolle Satzanordnung der Empfehlungen erfordert einen umgehenden Entschluß.
Verlag des GreßenerAnzeigers
* * Tageskalender Biograph-Lichtspiele: Täglich Vorstellung.
BakossKam mer-Lichtsviele: Täglich Vorstellung.
Lichtspielhaus: Täglich Vorstellung.
Ober hessischer K n n st v e r c i n. Gemäldeausstellung (in Turmhaus nm Brand. Geöffnet täglich (mit Ausnahme von Samstag) von 11—1 Uhr, Sonntags von 11—3 Uhr, Mittwoch nachmittag von 3—5 Uhr.
O b c r h e s s i s ch e s Museum u n d G a i l' s ch e S a m in - lunaen. Geöffnet Sonntag vormittags 11—1 Uhr unentgeltlich.
Museum für Völkerkunde. Geöffnet an Sonntagen vormittags von 11—1 Uhr unentgeltlich.
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**OberhessischerKun st verein Auf die gegenwärtig ausgestellten Sammlungen von Prof. Liebermann-München, Prof. Kampmann-Grötzingen, W. W i t t i n g-Dresden, A. Grü te ri n g - Rom und F. Kuhlmann-Gießen sei nochmals hingewicsen, du sie nur noch 8 Tage ausgestellt bleiben können. In der nächsten Ausstellung stellen aus Peter Bayer- München, Otto Engelhardt- Kyf Muser—Magdeburg und Künstler W. Bart he l-Gießen.
" Von der Straßenbahn. Seit gestern machen die neuen Anhängewagen Probefahrten.
• • Die Anlagemusik fällt morgen aus.
** A u f ein dreifaches Jubiläum kann in diesem Jahre der Eis enba tzn schl osser Heinrich Le hrmun d aus Gießen zurückblicken. Am 15. Februar ist er 25 Jahre bei der Frci- midigen Feuerwehr, am 8. März wurde er beim 25jährigen Stiftungsfest des Vereins Amicitia zum Ehrenmitglied ernannt und am 16. Mai ist er in der EisenbaI)imebcnroer'Ttätte 25 Jahre tätig. Von der Verwaltung wurde ihm. ein Geldbetrag und von seinen Mitarbeitern ein schönes Gesck,ent nebst Ehrenurkunde überreicht. Sein Arbeitsplatz war festlich geschmückt.
• • Zum Schlossertaq. Schlossermeister Krailing ersucht uns, folgendes mitznteilen: Zu der gestrigen Veröffentlichung teile ich Ihnen Höst, mit, daß ich, der Vor- sitzende der Schlofservereinigung, C. Krailing, von dem Schreiben keine Kenntnis hatte und der Briefschreiber In keiner Weise etwas unrechtes beabsichtigte.
Landkreis Gießen.
A Li ck, 23. Mai Seine Hauptversammlung hielt heilte im Anschluß an die Kreisschau der Kreisrinderzuchtverein für Simmentaler Vieh ab. Der Direktor. Regierungsrak W e l ck e r - Gießen, wies auf die ansehnliche Ausstellung der Simmentaler hin Der Jahresbericht für 1912 zeigt, daß leider wieder die Maul- und Klauenseuche ein Hindernis für die Tätigkeit zur Förderung der Zuchtbestrebungen war. Aus dem Pereinsgebiet waren zu der Ausstellung in Gießen 20 Bullen und 110 Kalbinnen gemeldet. Der Verein hat sich 1912 erfreulich entwickelt. Es gehören ihm an 48 Gemeinden als korporative Mitglieder und 217 Einzelmitglieder mit 630 Herdbuchtieren. 28 Mitglieder sind neu eingetreten. Es wurden im Vereinsbezirk 29 Bullen, 163 Kühe und Rinder neu angekört. Die Landwirt- schafiSkammer hat im abgelaufenen Winter in den Gemeinden Leihgestern, Birklar, Langsdorf, Queckbom, Rieder-Bessingen, Daubringen, Reinhard^,ain, Watzenborn, Treis a. d. Lda., Bellersheim Vorträge durch Oekonomierat Weitzel und Landwirtschasts- - lehrer Tramm-Lick halten lassen., — Tie Rechnung für 1912 wurde genehmigt; sie zeigt eine Einnahme von 897,46 Mk. f darunter Mitgliederbeiträge 263 Mk., Zuschuß von den Bezirkssparkassen Grünberg 50 Mk. und Gießen 40 Mk. Tie Ausgaben betragen 615 Mk., das Gesamtvermögen beläuft sich auf 1423 ßRk. Der Voranschlag für 1913 wurde einstimmig angenommen; er zeigt in Einnahme und Ausgabe 1158,52 Mk. Für Ausstellungen und Schauen sind 300 Mk., als stuscküfse zur Weidebeschickung und Beschaffung guter Zuchttiere sind 300 Mk., als Prämien an Bullenwärter 100 Mk., für Anlage von Kälbergärten 100 Mk. vorgesehen. Die von der Landwirtschaftskammer geplante Streichung von Herdbuchtieren, die trotz wiederholter Aufforderung nicht vorgeführt wurden, wird gutgeheißen. Die diesjährigen Zuchtviehäuktionen und -Märkte finden statt in Alsfeld, Lauterbach, Butzbach, Ridda. Hungen, Schotten, Friekcherg. Weil-Lang- Göns bedauert, daß so wenig Vieh zur Weide gebracht wird, die Landwirtschaftskammer habeWwh kaufen und auf die Weide bringen müssen. Es stehe zu erwarten, daß künftig nur noch Vieh zu Schauen zugelassen wird, das auf der Weide war. Ter Kreis Gießen sei mit dem Weidegang im Vergleich zum Vogelsberg sehr zurück, nur die Grünberger Gegend mache eine Ausnahme. Regierungsrat Welcker hebt ebenfalls die Wichtigkeit des Weidebetriebs hervor.
Kreis Büdingen.
Ortenberg, 23. Mai. Heüte nacht gegen 3 Uhr gab es Fenerlärm. Die am unteren Stadtteil gelegene Mahl- und .Säge mühle war in Brand geraten. Das Mühlwerk branrste ab, Maschinen und Zugehöre sind vernichtet, ebenso Mebl- und Fruchtvorräte. Von dem anstoßenden Wohnhaus ist ba3v Dach abgebrannt. Die Feuerwehr war bald zur Stelle und konnte das Feuer vor weiterem Umsich- greifen dämpfen.
Kreis Friedberg.
I/. Bad-Nauheim, 23. Mai. Der hessische Fiskus hat ein großes Geländestück an gekauft. Es sind die Grundstücke auf dem östlichen Ufer der Ufa vom Ludwigs- brunnen bis zur Staatsstraße nach Gießen. Das Gelände soll als Anlage angelegt werden. Auch wird eine neue Straße angelegt werden, die an den Ludwigsbrunnen führt.
Starkenburg und Rheinhessen.
m. Offenbach, 23. Mai. In der Sitzung der Stadtverordneten wurde auf Antrag des Osfenbacher Tetaillisten- vereins der 8-Uhr-Ladenschluß dahin geregelt, daß an den bis- bengen acht Ausnahmetagen der Ladenschluß statt bisher 9Vs Uhr bereits um 9 Uhr abends erfolgen soll. — Tie Alkobol- Abstinenten und Mäßigkeitsvercine beabsichtigen die Vercmstal- tung einer Ausstellung gegen den Alkoholmißbrauch, um damit gegen den Mißbrauch des Alkohols Stimmung zu machen. Für die Unterbringung der Ausstellung werden zwei Räume in dem alten Gebäude der Technischen Lehranstalten am Mathildenplatz zur Verfügung gestellt und zur weiteren Unterstützung der Ausstellung 300 Mk. bewilligt. — Für die El-weite- nmg der Kreiser ziehung sanft alt hat die Stadt einen Anteil von 40000 Mark zu entrichten, der bewilligt wurde. Für das Stadtkrankenhaus, die Auskunft- und Fim'orgestelle für Lungenkranke sowie das städtische Versorgungsl-aus machen sich für das Rechnungsjahr 1912 Rachbewilligungen in Höhe von 29 250 Mk. erforderlich, die genehmigt wurden. — Eine lange Besprechung rief die Errichtung einer Stützmiau er, aus der Stadtseite des Maindammes hervor, die einen Kostenaufwand von 180 000 Mk. erfordern werde. Ter Antrag der Verwaltung, die Ausführung der Teststrecke von der Austraße bis • Großer Bier- grunb grundsätzlich zu beschließen und die für die Teilstrecke erforderlichen Mittel im Betrage von 25 000 Mk. zu. bewilligen, wurde im Hinblick auf die Erledigung anderer dringenderer Arbeiten abgelehnt. — Tie Frage der Errichtung eines Magazingebäudes für das Elektrizitätswerk, wofür 85 000 Mk. angefordert wurden, mürbe in nichtöffentlicher Sitzung erledigt.
Hcssen-Nasiau.
x Aus dem Biebertal, 23. Mai. J<etzt wird das elektrische Licht auch im1 Mebental seinen Einzniz halten. Während man in Rodheim und Bieber infolge der erhöhten Wassertare der neuen Anlage nicht überall zustimmk, nimmt Fellingshausen bom erstell bis zum letzten Haus Anschluß. Die Versorgung geschieht von der elektrischen Zentrale Wetzlar-Lollar und zweigt an der hessisch-preußischen Grenze ab, um unserem Tal zu folgen. ______
verelnrnachrichteir.
Der Sängerkranz macht am Sonntag, den 25. Mai, nachmittags V,2 Uhr, einen Ausflug nach Braunk els in« Schloßhotel.
Gröhe llunstaurstellung Stuttgart M3.,
Tas von Theodor Fischer auf dem Schloßplatz zu 3 tuttgari erbaute Kunstausstellungsgebäude ist nunmehr mit einer großen Kunstausstellung, deren »Eröffimng durch den König von W iirttem* berg auf Donnerstag mittag festgesetzt ist, seiner Best! mnumg übergeben worden, lieber das Aeußere des neuen Kunst aussteb lungsgebäudes hat ein lebhafter Meinungsstreit getobt, in deck diejenigen, die sich zu Verteidigern der äußeren Schönheit des Bauwerkes aufivarfen, ganz bedeutend in der Mindtwheil waren. So sehr aber das Bauwesen in vielen Stücken seiner < Außen* architektur berechtigte Kritik herausfordert, so sehr kann mpn über die vornehme Raumgestaltung im Innern und ihre Zwecknnäßigkeil einig sein. Insbesondere der zentral gelegen: große zwlölfeckigß Kuppelsaal, die König-Wilhelms Halle, die fick bei einentt KünstH ler-Huldigungsfest im April auch als Festraum glänzend |bcmäb4 hat, kann als ein Meisterwerk gesstmlackvoller moderner Arfckitektuk angesprochen werden. Tie weite Fluck t der seitlich.n Räumck ;cidymf sich vor allem durch günstige Belenchtungsverhältnisse 0Qis. 1 Was die neueröffnete Aisstellung selbst betrifft,__ fo/trägt fiS einen ausgesprochen modernen Charakter. Tas trirrt por alle» auf die Malerei und die Graphik zu. Bei der Plassfik ist <"> ja nicht so einfach, sich von allen Traditioneic loszusagfeu: ftarlD Ansätze sind aber auch hier vorhanden. Was an ältere Michtungor erinnert, wurde nach Möglichkeit ferttgehalten. So vckrmißt ma£ imter den schwäbischen Malern Künstlerpersönlickieit/en wie dec prächtigen alten Julius Kvrnbeck und andere würdi/ie Bcrtretrc der sch»väbischen Landschaftsmalerei wie Albert Kap»ns, die trtfr hohen Alters noch rüstig bei der Arbeit sind und sä hon honoi» causa bei dieser ersten Schau in der neuen schwäbi/ scheu Kuni> Halle hätten vertreten sein sollen. Sollte doch diese Ansstelluvr Mogrammäßig eine Uebersicht über das ganze gcgcnirÄärtigc denn^ Kunstschaffen bieten unter Heranziehung einer ll!.einen Anzav- nichtd.ulschcr Kunstwerke. Im übrigen ist die wl irtt.nubergftv? Kunst innerhalb dieses Rahinms guautijatia nickst schlecht vertreten, und sie schneidet auch qualitativ reckst günsstig ab._
Die Ausstellung im großen Kuvpelsaal erhält ihre ftärrm- Akzente durch zwei mächtige dekorative Arbeiten vv' a Albin Egg^''
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