Erster Blatt
163. Jahrgang
von Ser §chröder-8tranz-Lxpedjtion.
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Die heutige Nummer umfaßt 18 Seiten
Zwei Jahre alt war. Innerhalb vier Wochen sollte die rochene .Hilfe kommen. Wir wollten sechs Wochen darauf Das Weiter war fast immer gut. Es kam aber keine
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Ter Eichener Anzeiger erscheint täglich, anher Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich SießenerLamilieiiblättLr: zweimal ivbchenll.Areis- vlattfürden^reisGiehen (Dienstag und Freitag); zweimal monall. Landwirtschaftliche Zcitsragen Fcrnsprech - Anschlüsse: für die Redaktion. 112, Verlag n. Expedition 51 Adresse für Depeschen:
Anzeiger Gießen.
Tageskatender aus dem Jahre 1813.
2 4. M a i. Bvriffow zersprengt bei Cönnern zwei französische Esladrons und nimmt den General Poinsot gefangen. Die Hauptarmee 'der Verbündeten setzt den Rü^ug bis hinter den Bober fort.
2 5. M a i. Bülow geht bis Calau, Oppen bis Gr. Raschen, Borstell bis Drebkau vor. Die .Hauptarmee der Verbündeten setzt den Rückzug bis in die Linie Haynau—Goldberg fort.
wani BlutMlsteu, wurde aber nach Behandlung besser. Am rüeil WeihuiiichtStagc kamen unerwartet ein Tislotse und ein Matrose von tytcw Peiermann zurück. Sie brachten traurige Nach- 1sie hatte. Eberhardt verloren und von Dettmers und Möser lcn,(” Aachrich». Ritscher war allein weiter nach der Adventba» l> le, an gen. Dir Eislotse, der Matrose und ich wollten Eberhardt lUchcn, wurden, aber d'ckh Sturm und schwindenden Mondschein !
daran verhindert. Silvester nahm ich eine glückliche Operation an Rüdiger vor, die heute gut verheilt ist. ‘ Am 24. Februar ftorb der Koch Stave, wir brachten seine Leiche zur Schweden- station Polheim. Anfang März wollten der Eislotse und Rotvold zur Adventbav. Ich sagte, alle könnten gehen, wenn sie Briefe und Telegramme mitnehmen. Am 15. März gingen wir beide (Rüdiger und Rave) mit Gepäck nach Polheim, weil das Schiff zu eng zum Arbeiten war. Am 25. März brach die Mannschaft nach der Adventbah auf..
Am 21. April traf früh morgens unerwartet die .Hilfsexpedition unter Hauptmann Staxrud ein und wir erhielten Briefe und Zeitungsausschnitte. Wir waren mit dem Vorschlag Staxruds einverstanden, am 1. Mai über das Inlandeis und über Kap Petermann nach Green Harbour zu gehen. Am 30. April kamen drei Mitglieder der Expedition Lerner von der Mosselbav an. Lerner stellte sein Schiff zur Beifügung, um uns auf dem Seewege direkt nach Green Harbour zu führen. Die zur Zeit für die Nachforschungen nach Schröder-Stranz günstige Fahrgelegenheit nach Nordostland ließ uns auf den bequemen Schifsslveg verzichten. Der Aufbruch erfolgte am 2. Mai und unter Staxruds vorzüglicher Führung erreichten wir die Adventbah am 15. Mai. Brieflicher Bericht folgt. Rave.
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— Zur Aufführung des Parsifal in Mainz. Aus Mainz, 28. Mai, meldet uns ein Privattelcgramm: Die Stadtverordnetenversammlung bewilligte heule zur Anschaffung von Dekorationen und Noten für eine Anfangs Januar kommenden Jahres stattfindende Aufführung des Parsifal im hiesigen Stadt- thcater 18 000 Mark.
— Die Ausgrabungen des HanauerGeschttchtt- verein s. Aus Hanau, 20. Mai, wird uns geschrieben: Das Hauptstück des Hanauer Geschichtvereins bildete, wie in der Hauptversammlung des Vereins mitgeteilt wurde, der Bronzeschmuck bei Windecken. Weißbindermeister Färber in Windecken sand bei der Herstellung eines Loches zum Einschlagen von Rüben im Distrikt „Am heiligen Haus" nur 40 Centimeter unter der Erde ein vollständiges Skelett, den Kopf nach Süden, die Beine nach Norden gekehrt. Auf dem Kopfe lag der bronzene Wandelring und um den Armen und Beinen befanden sich eben salls noch die Bronzeringe. Das wertvollste Stück des interessanten und wichtigen Fundes ist der Wandelring, den man bisher in der hiesigen Gegend noch nick' oefn-d-.' i hack'. - In Sandgrube bei Langen, i.-b.ck hit Kr-iv Ha-wn sind ck-cknun 0rüber aufgcdccht und die Fundsiü ke vom Hanauer Ci 1
Die Hochzeitsfeier in Berlm.
Berlin, 23. Mai. Kaiser Wilhelm und Kaiser Nikv- laus mit Gefolge und Ehrendienst unternahmen heute vormittag in Automobilen eine Fahrt nach der Kolonie Grune- wald. Im Mausoleum in Eharlotteuburg legte Kaiser Nikolaus einen Kranz, am Grabe Wilhelms I . nieder. Unt 121/2 Uhr frühstückten die Monarchen bei dem Offizierskorps des Alexander-Regiments. Das englische Königspaar frühstückte in der englischen Botschaft. Unter den 52 Geladenen waren auch der Reichskanzler und Staatssekretär v. Jagow.
Besuche und Empfänge.
Heute vormittag 10 Uhr besichtigten die Kaiserin, das Königspaar von England, das Herzogspaar und die Prinzessin Olga von Cumberland, die Erbprinzessin und die andern Fürstlichkeiten die in den braunschweigischen Kammern ausgestellten Hochzeitsgeschente. — Um 11 Uhr empfing das Brautpaar in Gegenwart der Kaiserin in der braunschweigischen CKilerie eine ganze Anzahl Abordnungen, darunter die Botschafter und Gesandten.
Berlin, 23. Mai. Das englische Königspaar be- suchte^heute das Kronprinz-enpaar' — Der Zar empfing zum Tee das Prinzenpaar Heinrich mit seinen Söhnen, ferner das Erbprinzenpaar von Sachsen-Meiningen, das Prinzenpaar Friedrich Karl von Hessen mit seinen Söhnen und das Großherzogspaar von Hessen. Später besuchte der Zar die cumberländischen Herrschaften.
Familicntafel und Feitvorstellung.
Nachmittags war große Familientafel im Elisabethsaal. Gleichzeitig wurde Maischalltafel in der Bildergalerie abgehalten. Um 8 Uhr begann im Opernhause die F e st v o r st e'l l u n g. Das ganze Haus ist mit Nelken überreich geschmückt. In den Wandclgängen des ersten Ranges herrscht die Rose und dep Lorbeer. Tie Auffahrt deS Hofes beim Opernhausc gestaltete sich zu einem überaus glanzvollen Bilde. Als einer der ersten erschien der Kaiser im Automobil, um die Gäste zu empfangen. Der Zar und der König von England kamen gemeinsam in einer Galakaroise an. Im zweiten Galawagen traf die Kaiserin mit der Königin von England und das Brautpaar ein. Unter Vortritt des Generalintendanten Grafen Hülsen-Häseler und des Oberhofmarschalls Grasen Eulenburg betrat der Hof die Große Loge. Zunächst erschien das Brautpaar, das sich tief vor der Versammlung verneigte, dann der Kaiser mit der Königin von England, der Zar mit der Herzogin von Cumberland und der König von England mit der Kaiserin. An der Logenbrüstting nahmen Braus und Bräutigam Platz, rechts von der Braut der Kaiser, die Königin von England, der Zar und die Herzogin von Cumberland, links vom Bräutigam die Kaiserin, der König von England, die Krou-
polUifdte Wochenschau.
Gießen, 24. Mai.
Unter dein etwas verdunkelten Maienhimmel gehst es gegenwärtig in Deutschland doch froh und festlich her. Das Volk hat mit großem Enthüsiasmus seinen großen Tonkünstler Richard Wagner gefeiert, der ihm mit Recht nicht nur als ein erhabenes Genie im Reiche der Kunst, sondern auch als ein Mann von echter deutscher Wesensart erscheint. Er hat die alten Mythen aus grauer Vorzeit in seiner Musik mit neuem deutschem Geiste und Glanz, umgeben, und wenn uns auch die Rätsel von des Künstlers Persönlichkeit und Werken heute noch nicht völlig entschleiert sind, so hat doch fast jeder einzelne Deutsche zu ihm eine Beziehung gefunden, in der sich Erhebung und Verehrung vereinigen. Ein großes Leitmotiv hat sich wieder eröffnet: daß der deutsche Boden auch im Bereiche der Kunst noch lauteres Golb birgt und der deutsche Geist mit den Fittichen eines hohen und schwungvollen Idealismus auch durch den Staub des politischen Alltagskampfes doch hinauf und vorwärts bringt. Eine freundliche Mär klingt von Berlin zu uns her, daß des Kaisers Tochter an ihres Lebens schönster Feier im Königlichen Opernhaus das Lohen- grinspiel sich ausgesucht habe, und an der festlichen Tafel mt kaiserlichen Schlosse, wo die Großen und Mächtigen der Erde versammelt waren, da wurden auch Richard Wagners Klänge nicht verschmäht. Der Kaiser scheint der Bayreuther Kunst nicht mehr abhold zu sein. Lohengrin in der Kunst, Nicht in der Politik, das soll die Losung des Tages fein Es ist nicht ohne Reiz — man braucht sich dieses Geständnisses auch als aufrechter, bem Byzantinismus abholder Bürger nicht zu schämen — wenn man heute die gehobene Stim- iming der Berliner Fürsten tage betrachtet'. Den ernsten Staatsgeschäften scheinbar für eine Weile entrückt, wirbeln die Monarchen der größten Großmächte wie bunte Schmet- terlinge umher, vom Schlosse zur Rennbahn und zur interimistischen Behausung des Prinzenpaares Heinrich von Preußen, im Hotel Kaiserhof, wo auch unser Großherzogs- paar Wohnung genommen hat, und wo, in Gesellschaft des englischen Königspaares, auch der sonst ernste Zar in heiterster Laune eine halbe Stunde »verbracht haben foll. Ueber dem Weltfrieden scheinen in der Zat keine Wolken mehr zu hangen. Um den Bund der fürstlichen Brautleute wollen manche anderen Beziehungen sich freundlicher gestalten, und die fester geknüpften verwandtschaftlichen Bande der Fürstenhäuser werden doch auch vielleicht einige politische Segnungen mit einschließen. Da König Georg und riarser Nikolaus längere Tage in Berlin verweilen werden, tvird es wohl nicht immer nur bei traulich brausendem Tee- oespräch bleiben. Man kann es sich nicht anders denken, -als daß die drei Herrscher auch die großen Fragen, die alle Volker jetzt bewegen, in ihre Gespräche mit einziehen wer- nen, unb es wird dem Zaren vielleicht auch aus dieser Tafelrunde ein freundliches und aufmunterndes Wort darüber zuteil werden, daß er in schwerer Zeit der Kriegs-
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-üfe, matt dessen die Winternacht. Nach vier Wochen bereitete n alles für die Rückkehr vor.
gefahr nicht auf die Eingebungen der allslawischen Hetzer geachtet hat. Nach der anderen Seite hin fällt der Meinungsaustausch zwischen denk König von England unt) unserem Kaiser in eine günstige Zeit. Das englisch-deutsche Zusammenarbeiten bei den Balkanfragen ist nicht ohne Erfolg gewesen und hat das Streben nach einem noch besseren Verständnis zwischen beiden Völkern und Regierungen gefestigt. In der Bagdad-Bahnfrage werden die Verhandlungen mit beiderseitigem Entgegenkommen geführt. Gerade aus diesen Anzeichen entnehmen wir die angenehmsten Hoffnungen für die Zukunft.
Dabei dürfen die Massen freilich nicht rosten. Der Büd- getausschuß des Reichstags hat an der Wehrvorlage ein gutes Stück weiter gesponnen und scheint, einschließlich der Zentrumspartei, gewillt zu sein, die Regierungsforberungen tm großen und ganzen anzunehmen, lieber die gestrichenen Kavallerieregimenter wird der Reichstag freilich sich noch einmal unterhalten müssen. Daß das Zentrum weitere (große Streichungen an der Vorlage beabsichtigt, war eine Falschmeldung; es begnügt sich in der Hauptsache mit der Weglassung einiger Intendanturräte und mit Verwaltungsvereinfachungen. Daß es bei der Gelegenheit so großer neuer Geldbewilligungen für Militärzwecke auch zur Kritik an bestehenden Einrichtungen! kommt, ist begreiflich und berechtigt. Was der Ausschuß bisher an Wünschen in Form von Entschließungen herausgebracht hat, ist zum größten Teil zu billigen. Die Erklärungen des Kriegsministers waren recht häufig wegen ihrer Dehnbarkeit und llnbe- strmmthert verwunderlich. Es ist unseres Erachtens nützlich, !dah die Volksvertretung alles rein Parademäßige und alle „Kinkerlitzchen" beseitigt wissen will. Die zahllosen besonderen Auszeichnungen im Bekleidungswesen sind nicht nur aus Ersparungsgründen oft unsinnig. Auch über die bevorrechtete Stellung des Adels im Heere werden vorn Regterungstische oft nicht völlig befriedigende Erklärungen abgegeben. Man sollte mit Reformen in dieser Hinsicht nur mutig ein etwas schnelleres Tempo einschlagen. Gerade in einer Institution wie dem Heere sollte die Tüchtigkeit nicht der Warne und dieHerlünft ausschlaggebend sein! Wenn man ui den höchsten Stellen einmal die rechte Bereitwillig- keit und ungedämpfte Bemühungen zeigt, in diesen Dingen dem Volkswünschen entgegenzukommen, so wird auch 'die Tatsache der schrittweisen Besserung dieser Zustänoe rückhaltloser erkannt werden und das Heer wird feine alte Beliebtheit im Bürgertum aufs Neue festigen und ver- 'tärken. Vorkommnisse, wie sie in den letzten Tagen in Frankreich vorgekommen sind, werden bei uns hoffentlich für immer unmöglich bleiben!
Lebhaftere und temperamentvollere Nedekämpfe als in Berlin wurden im Straßburger Parlamente der Reichslande entfesselt, und dort kämpft die Kaiserliche Regierung einen harten und schweren Kampf. Ihre Stellung wird "ihr er- chwert dadurch, daß die neuen Maßregeln im Vereins- und Presserechte allerdings nicht in der 'Linie des bisherigen Kurses liegen. Man darf bei der Beurteilung nicht kleinlich fein: die Behandlung der reichsländischen Probleme ist gewiß nicht einfach, und mehr als einmal werden tastende Versuche der Regierung nach Fortschritten in der Germani- sierung nutzlos aufgegeben oder durch entgegengesetzte Maßnahmen ersetzt werden müssen. Gegenwärtig aber sind die früher wortreichen Verkündigungen der Regierung in bezug auf die Versöhnung und Gewinnung hes einge- essenen Elementes noch in zu frischer Erinnerung. Manch einer erinnert sich auch dann wieder der nicht verbürgten aber doch wohl gefallenen Drohworte des Kaisers, daß er die Verfassung in Scherben schlagen werde.
B e r l i n , 22. Mai. Geheimer Regierungsrat M i e t h e emp- linj ein Telegramm des Malers Nave, eines der lieber» übenden der Sckwöder-Stranz^Expedition aus der Adventbay. Das Telegramm, welches an vielen Stellen verstümmelt ist, dürfte folgend! rwaßen zu lesen sein:
, Teck: Vorschlag, des Schiff zu verlassen, machte Kapitän R i t- sche r dm 8. September 1912. Wir hatten reichhaltigen Schiffs- Proviant für gut vier Monate, außerdem konzentrierten Schlitten- provianf, woran lein Mangel war. Auch sonst waren wir gut ausgerüstet. Am 21. September marschierten wir nach Süden mit dem Ziel Adventbay und kamen am 4. Oktober nach der Jagdhütte Wijebay. Am zweiten Tag sahen wir, daß Rüdigers Fuß halb ertroren war. Am rechten Fuß waren zwei Zehen schwer verletzt,/deshalb erklärte ich mich bereit, hier mit ihm liegen zu bleiben,', wenn die andern Hilfe bringen wollten. Proviant war In der Hütte für einen Monat vorhanden, aber teils verdorben, weil er( ' ~ ~ ~ . .....
scstversp
.. ... Wir hatten zwar kein Werk- keine Schlafsäcke, kein Lichtund leinen Pro- ’J 1 a n t, \ auch der Verbandsstoff ging zu Ende. Ich machte Lichte uw Renmtierfctt und Schlafsäcke aus gesalzenen Fellen, die in der Vütle vowgesunden wurden. Für Rüdiger machte ich einen mecha- mschen Sftiefel, da sein erfrorener -Fuß sehr verschlechtert war. Am 23. Movember brachen wir bei Mondschein zum Schiffe unter Iwßen Sktrapazen auf. Häufig hatten wir schlechtes Wetter, wir -'sttcn niahts zu trinken und lagen drei Tage im Mosselbayhaus vn Schneessturm. Dort fanden wir verschimmeltes Hartbrot und Peaupcn umd gingen dann Über das Gebirge zum Schiffe, die okerne als ^Wegweiser benutzend. Rüdiger konnte manchmal aus lf n jSd'fitttfit sitzen. Am 1. Dezember erreichten wir glücklich Schiff. Rüdiger hätte tveitere vier Finger und zwei Zehen raren, ichl machte nun alle drei Tage einen frischen Verband -rd schritt z,t>r Amputation des Fu ßes. Der Koch Stave
Samstag, 24. Mai 1913
Bezugspreis: monatlich 75Pf., vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- iu Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Dik.2,—viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Pf,, ausivnrls 20 Pfennig. Chefredakteur: A. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil: August Goetz; für ^Feuilleton", „Vermischtes" und für bL Tagesnuinmer Rotationsdruck und Verlag der Vrüheschen Univ.-Such- und Steindruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei! Lchuifiratze 7. ralh; für „Stadt und bis vormittags 9 Uhr. Büdingen: Zernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Vahtthosstrahe 16a.
Vereinsmuseum angekauft worden. Aus dem 11 Stücke umfassenden Funde sind hervorzuheLen eine vollständig erhaltene Urne nut kalzinierten Ktwchen als Beweis für den Brandgrabcknr-il- ter, für den bei den meisten Fundstücken des Hanauer Musen-ns aiis dieser Gegend nur unsichere Angaben vorhanden sind ferner Stücke von Näpfen mit eigenartiger Ornamentieruna, schließ- uw 'lock Bronzennge und, eine Seltenheit, eine Pfeilsvitz- mit Widerhaken.
— Die kultur-historische Ans stell un g in Breslau, die am Dienstag eröffnet wurde, umfaßt in 56 Sälen, die rings um einen prachtvollen Empiregarten gruppiert sind, zunächst Andenken an die führenden Persönlichkeiten der großen Zett vor 100 Jahren und weiter an die Ereignisse von dem Ende des rusnichen Feldzuges bis zum zweiten Pariser Frieden, dann eine Ueberficht über das damalige Leben und die damalige ^lunst. Die Eingangskuppelhalle, in die ein antiker Säulen- Vorbail führt, enthält nur Napoleons Wagen, den Blüeh-r in der schlackst bei Waterloo erbeutete. Der erste Saal ist den verbündeten Monarchen gewidmet, der zweite dem preußiscknl Konigshaiise. Tic nächsteii Säle beherbergen Andeiilcn an Blücher, Scharnhorst, Gneisencru, Yorck, Clausewitz, Botzen, üleiii Freiherrn v. Stein, Hardenberg, Wilhelm Humboldt, an Lutzowfche Freikorps usw. Ein weiterer Saal veranschautt''' unter dem Sinnbild des Eisernen Kreuzes das preußische Heerwesen. Tann folgt ein Saal der Dichter der FreihntSleck'^e die folgenden Säle sind von den beiden Mecklenburg und der schwedischen Regierung reich beschickt worden Einen br-j'en Raum nimmt die österreichische Ausstellung ein, mehrere Sä'-' A^loon- Em weiterer Saal enthüllt die russischen Ausstellung.--, de^ Zareii zusaurmengestellt worden sind. Den Ä! Sreätou mit stimmmm-.mt!
Ä? fur bie ®ci,,llc,u'n- WM- eine m.E-
Dichter Ix,t sich entschlösse», di-se Gabe al^ seiner nicht würdig zurückzruveiseii. — Warum man M mcht voll machte swrnn man schon in d?n pf r sich beschränken wollte' und diese Nie ick wuicige, ileuiliche ^umme wählte, ist unerfindlich. ES sch .ntt als ob die <2chttlerstisEung teigen moilf \ ba'- V ■ ’ v ' {
Angriffen ^nm Trotz, Angriffe-,. bi? omb ii-1 V -•/. i t- :., a::f teilt Sy;le»rt der Klein!ichü-it h .r : äi.ij E . ., t:. Ll
Wechselnde Stimmungen sind den Fortschritten in dem Grenz lande wahrlich nicht förderlich. Tie elsaß-lothringische Kammer hat jetzt in den kräftigsten Tönen gegen bas Vorgehen der Regierung Einspruch erhoben, trotz der Versicherung, daß die Negierung die Gesetze nicht mit unvermittelter Schroffheit handhaben, sondern fchonend vorgehen wolle. Der Staatssekretär Zorn v. Bulach aber scheint damit zufrieden zu fein, daß aus den .Kreisen der Parteien dem Nationalismus nachhaltige Absagen erteilt worben finb. In ber Tat, auch ein Erfolg! Tie Negierung darf sich vom Parlamente nicht unterkriegen lassen, beim so verführerisch manchem bemokratischen Gemüte bie Losung vom Volkswillen auch Hingen mag: in ben bunt gemischten Reichslanben kann eine Volksvertretungsmchrhcit nimmermehr bie Führerin fein. Vielleicht bessern sich eines Tages bie Aussichten, jfxmte aber sind zu viele Beweise geliefert, baß bie Welschlinge zu breistem Vorgehen bereit finb', unb ba heißt es für bie Regierung, dauernb unb fest auf ber Wacht zu stehen!


