Seuifcbet Neicd.
^er fr<iif«r begab sich, wie au< ftiet gemefbct wird, Jra Dienstag vormittag gegen 10 Uhr im Automobil von der Marineakademiebrücke nach dem Lazarett Dik und befich- tigte dort die Lazarettanlagen. Der Kaiser fuhr darauf von der Dootsbrücke neben Hulk mit dem „Kronprinz" auf dem Wasserwege nach Friedrichsort, wo er nach 111 '2 Uhr ein traf und die Torpedowerkstötte besichtigte Die Rückkehr des Kaisers erfolgte gegen 1 Uhr aus dem Wasserwege. In der Begleitung des Kaisers beftmd sich unter anderem der Staats- sekretär deS Reich?marineamts. Abends um 10.50 Uhr ist der Kaiser nach Wildpark abgereist, wo seine Ankunft Mittwoch früh um 7.42 Uhr zu erwarten ist
Der russische Ministerpräsident Kokow- tz o w besuchte am Dienstag nachmittag wieder den Reichskanzler und hatte mit ihm eine längere Unterredung.
Dom bayerischen Königshausc Aus Ascha f- fenburg wird gemeldet: Am Menstag mittag 12> t Uhr hielten König Ludwig III. von Bayern und Kronprinz Rupprecht ihren feierlichen Einzug in die Stadt. Ter Empfang durch die B.'völserung war sehr herrlich. Die hohen Herrschaften begaben sich durch die reich- geschmückten Strotzen zum Schloß, wo Hoftafel zu 70 Gedecken stattfand Um 4 Uhr begaben sich der König und dar Kronprinz zur Schwärzwildjagd nach Rohrbrunn im Spessart, wo sie acht Tage verweilen werden.
Tie bayerische Zivilliste. Ter Finanzausschuß der bayerischen Kammer der Abgeordneten hat nach längerer Beratung, in welcher die Vertreter der einzelnen Parteien nochmals ihren Standpunkt darlegten, den Antrag der Regierung auf Erhöhung der Zivilliste mit 9 gegen 6 Stimmen bei zwei Stimmenthaltungen angenommen.
Die Gemeinderatswahl in Jena. Aus Jena wird berichtet: Die Auszählung der bei der Gemeinderatswahl am Montag abgegebenen Stimmen ergab, daß die Liste des Bürgerausschusses mit großer Mehrheit glatt gewählt war. Die Sozialisten haben sieben Sitze verloren.
Ausland.
Das Befinden des Oberstleutnants von Winterfeldt. Aus Grisolles wird gemeldet: (General Poline, der neue Kommandeur des 17. Armeekorps besuchte am Dienstag vormittag den deutschen Militärattache Oberstleutnant von Winterfeldt, dessen Zustand sich gebessert hat.
Der französisch-deutsche Zollkongreß wurde am Dienstag in Paris eröffnet: er ist vom französischen in Gemeinschaft mit dem deutschen Handelskomitee veranstaltet worden. Der Kongreß hörte zuerst den Bericht des Generalsekretärs Lucien Coguct über die Zolluntersuchung, die von dem Komitee veranstaltet worden ist und gab sodann dem Wunsche Ausdruck, daß man deutscherseits, um die Frei heil im Handelsverkehr zu fördern, auf den guten Willen der französischen Regierung eingehen möge im Geiste der B c r föbnung, damit die Regelung der augenblicklichen Zoll schwierigkciten zum Wohle der beiden Länder erleichtert würde. Der Kongreß beschäftigte sich darauf mit der Frage der Echtheit von Ursprungsbezeichnungen und gab dem Wunsche Ausdruck, die französische und die deutsche Regierung mögen Berhandlungen aufnehmen, damit sobald als möglich in den beiden Ländern ein Verfahren in der Be Handlung der Ursprnngsbezeichnung eingeschlagen werde, das Heherrscht fei vom liberalen Geiste der beiden großen Grundsätze: Der Gegenseitigkeit im Zollwesen und der Loyalität im Verkehr. Zahlreiche Handelskammern und Genossenschaften find auf dem Kongreß vertreten. Mittwoch sollen die Arbeiten fortgesetzt werden.
Die Wahlreform in Frankreich. Die französische Kammer nahm in ihrer Sitzung am Montag mit 350 gegen 216 Stimmen den Paragraphen an, der besagt, daß jeder Wahlkreis auf 22500 eingeschriebene Wähl r einen Abgeordneten wählt und darüber auf je den Bruchteil, der größer als 11250 ist, gleichfalls einen. Der Minister des Innern Klotz erklärte, dies vermindere die Zahl der Alme- ordneten auf ungefähr 520. Die französische Kammer nahm am Dienstag mit 333 gegen 225 Stimmen das gesamte Wahlreformgesetz in seiner neuen Gestalt an.
Der zweite internationale Kongreß zur Regelung des Zollwesens wurde am Dienstag nachmittag in Paris durch den Unterstaatsselretär im Finanzministerium, Bonrely, eröffnet, welcher die Vertreter der fremden Regierungen mit einer Ansprache begrüßte, in der er ausführte, daß eS angesichts der von Jahr zu Jahr verwickelteren und strengeren Zollbestimmungen notwendig sei, die Interessen des internationalen Handels möglichst zu schonen. Ein solches Ergebnis könnte nur durch eingehende allseits von gutem Willen erfüllte Erörterungen und durch den Ausgleich einander bisweUen direkt widerstreitender Interessen erzielt werden.
Die Errichtung eines Kaiser-Franz-Jo sef-Denkmals der Dreibundvölker. Aus Wien
durch den die Indianer den Kolonisten Rensielaerswock Maiwr lauf weise überließen, ^ourden 6640 Mark bezahlt. Tas Dokument ist in holländischer Sprache geschrieben. Für einen Bries Pierre le MopneS, des Begründers von Lonsiana, der im März 1699 die Mündung de- Mississippi erreichte, wurden 880 Mark angelegt 1700 Mark erzielte ein vom 7. Mai 1679 datiertes Dokument, bas die Unterschrift Louis Jolliets trug, der gemeinsam mit Mar ouettc als erster Weißer den Mississippi sah. Ein zwei Seiten langer Bries von George Washington sand für 1100 Mark einen Käufer und ein französisch geschriebener Brief des Eroberers von Quebec, des Generals James Wolle, wurde mit 960 Mark bezahlt
— Kuriosa aus der Newyvrkcr Briefmarken- a Umstellung. Der nicht in die Geheimnisse der Munft des Markensammelns ängenxibte Laie, den eine Vanne vielleicht in bieicn lagen durch die einzigartige Remvorker Briesmarleuau^ stellnng führt, mag oft den Stoor ftbflttdn. ivenn er hört daß dieses 'oder iene» kleine blaue oder rote Blättcfau Papier dem Beuver einen Scklw bebeiitet, von dem nvber (Mb, viel Geld noch gute Worte ibn freiwillig trennen tonnen. Und auch die Miß tflihiln-tb Dawson. bte im Jahre 1851 in Loudon in der Gfrvri) Street 253 nwbnte, würde - wenn fie noch lebt und davon erführe -- erstaunen, datz der Bries, den sie 1851 von ihrem damals in Hawai lebenden Bruder erhielt - nein, nicht entxi der Brief, sondern nur der Umfdü.ia mit den zwei ’^rici- marken, beute einen Werl von rund 40 000 Mark darstellr befoildere Shiriofitdt aber zeigt man dem Unkundigen zwa Mauritius-Marten aus dem Jahre 1847. In iencm Jahre gab der OVouwmcur einen großen Baü, zu dem er mm Einladungen an Freunde nach England schickte Der Zufall wvlltc, daß gerade an ienem tage die Pvst die ersten in Mauritius gedruckten Marken auSgab. Jn der folgenden Rächt zerstörte eine Sturm- flut das nabe am Strande liegende Postamt mit all den neuen noch nicht aabgegebenen Marken. Allein der Postdampfer war schon abgefahren und so waren die beiden einzigen neuen Man imuymnrfen, die der Gouverneur nur durch besondere Vcrgün Innung von dem Posthaller erhalten hatte, der Matamrm en gangen und gerettet Die de,den kleinen bunten Paw Üuckche« »cpräsentierrn beute ein Vermögen von rund 75 000 Mk.
wird gemeldet: Beim Präsidenten des österreichischen Abgeordnetenhauses Sylvester findet am Mittwoch nachmittag die konstituierende Versammlung zur Errichtung des Kaiser-Franz-Josef-Monumentes der Drei öundnationen statt, an der auch der Vizepräsident des deutschen Reichstages Dr Paasche tecknehmen wird Auch der italienische Abgeordnete Gras Boltolini hatte dtesdezüg- !ich bereits eine Besprechung mit Sylvester. Es besteht die Absicht, aus Anlaß des 65jährigen Regierungsjublläums Kaiser Franz Josefs am 2. Dezember 1913 für den Friedcns- fürsten, Friedenssfifter und Friedensförderer Kaiser Franz Josef I. in Wien, dem natürlichen geographischen Zentrum des Dreibundes, em Huldigungsmonument zu erpichten, in dem die Völker der Treibundstaaten dem einzigen überlebenden Begründer dieser segensreichen Allianz den Tank für die Segnungen des Bundes aussprechen sollen. Nach erfolgter Konstttuierung des Komitees sollen die bedeutend sten Künftler der Monarchie, des Deut- s^chen Reiches und Italiens zur künstlerischen Fassung des Planes herangezogen werden. Tem vorbereitenden Komitee schlossen sich bisher außer bedeutenden Persönlichkeiten Oesterreich-Ungarns deutscherseits an Vizepräsident Tr. P a a s ch e, Geh. Hofrat R e n 6, Geh. Re- bierungsrat Schäfer und Bantdireltor Sobernheim, wrner der italienische Abgeordnete Graf Boltolini. Tr. Paasche konferierte bereits mit den Partcfi.m des ungarischen Reichstages und wird sich auch nach Rom begeben, um sich mit den italienischen Parlamentariern zu besprechen. Zu der Konferenz bei Sylvester sind Vertreter aller bürgerlichen Parteien geladen.
3n der russischen Reichsduma haben die Pro- greif iften einen Gesetzentwurf eingebracht, durch welchen festgesetzt werden soll, daß die Mitglieder der beiden Kammern für Reden die, sie in Ausübung ihrer parlamentarischen Mandate halten, gerichtlich nicht zur Verantwortung gezogen werden dürfen. Ter Gehilfe des Justizministers sprach sich im Namen der Regierung dagegen aus und trat für den bestehenden Zus. , d der gerichtlichen Verantwortlichkeit ein.
Vom Aus,i and der Indier wird aus Turban gemeldet: Am Dienstag morgen war alles ruhig. Beinahe alle Indier haben die Arbeit niedergelegt. Der Ausstand hat sich südwärts ausgedehnt. Tie Mehrheit der in der Ex- fiosivstoffabrik Kynoche beschäftigten Arbeiter haben die Arbeit niedergelegt.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 19. 9tooember 1913.
Ist der Staat in Bad-Nauheim kommnnalstcuerpflichtig?
Zu unserem Artikel in Nr. 265 haben wir noch zu )em Teil, der die Gewerbesteuerpflicht des preußischen Eisenbahnfiskus behandelt, nachzutragen:
Jn der Tat war nach dem hessischen Gewerbesteuer- gesetz der preußische Eisenbahnfislus der Geinfinde gegen* über gewerbesteuerpflichtig. Eisenbahnsahrttinternohmer an den Hcniptstationen unterlagen der Bestimmung des Tarifs 1. Klasse Abteilung Eisenbahnfahrtunternehmer an den Nebenorten mit Bahnhöfen berjenigen des Tarifs 2. Klasse Abteilung B; das hat sich mm geändert.
DaS am 1. yHril 1913 in Kraft getretene Gesetz, die Gemeindeumlagen betreffend, statuiert in Artikel 8: Der Gewerbe st euer unterliegen nicht
3. der Betrieb von Verkehrsanstallen durch Verbände deS öffentlichen Rechts. — Die Motive bemerken hierzu, der Betrieb erfolge nicht, um einen Gewinn zu erzielen, es empfehle sich deshalb nach dem Vorgang einer Reihe von anderen Staaten, diesen Betrieb frerzulassen, zumal die Feststellung des in den einzelnen Gemeinden ar beite nbeu 2lli- age- und Betriebskapitals wenigstens für einen Teil des- elbeit nahezu undurchführbar fei. Eine derartige Regelung erscheine übrigens um so unbedenklicher, als das unbew-sa- liche Anlage- und Betriebskapital, das wohl regelmäßig den größeren Teil darstelle, selbstverständlich der Steuer vom Grundbesitz unterliege.
Der preußische Eisenbahnfiskus ist daher nach den Be- timmungcu des Gemeindeumlagegesetzes mir noch grundteuer- und einkommensteuerpflichtig.
** Tageskalender für Mittwoch, 19. Nov. Stadt- theater: »Wilhelm T e l l", nachmittags Uhr; »Film- j a u b e r', 7x Uhr abends.
Kolosseum: Paristö-Vorstellungen, nachmittags 4 und abends b Uhr.
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' Der Groß Herzog hat den Kreisrat des Kreises Friedberg Hermann Freiherrn Schenck zu SchweinSberg ür die Dauer de? dermalen von ihm bekleideten Amtes zum Mitgliede deS VerwaltnngSgcrichtShofeS ernannt.
** Stadtverordnetenversammlung. Zu der am Donnerstag, den 20. November, nachmittags 4 llhr, statt- indenden Sitzung der Stadtverordnetenversammlung ist folgende Tagesordnung aufgestellt worden: 1. Auslosung von Schuldverschreibungen der Anleihe von 1901. 2. Äittei- langen. 3. Umbau des Hauses Gartenstraße 1 (Loge). 4. Bau' liche Veränderung an der Scheuer des Wilhelm Seipp III. im alten Feld. 5. Bebauungsplan für die Straße von der Stein- nach der Dammstraye. 6. Bebauungsplan für die Schwarzlach und Enteignung von O^etänbe. 7. Aufteilung des Troßschen Geländes. 8. llebevtaffimg eines Bauplatzes an das landwirtschaftliche Institut in Erbpacht. 9. Anschluß der Zementivarensabrit von Sack und Jughardt in Heuchelheim an die Ueberlandcmlage. 10. Anschluß der Gailschen Dampf- iegelei an das Elektrizitätswerk. 11. Beschwerden der Viehländler wegen des Vormarktes und der Beibringung von Ursprungszeugnissen. 12. Befestigung des Viehmarktplatzes. 13. Verlängerung der Gleisanlage von Dänninger. 14. Vertrag mit der Eisenbahn über den Gleisanschluß an der Mar garetenhütte. 15. Gaszuleitung zum Haus Seltersweg 67 Straßenaufbruch). 16. Rechnung 1912 13 und Voranschlag 1913/14 der LoberStiftung. 17. OSesuch des Wilhelm Schultes um Erlaubnis zum Schankwirtschaftsbetrieb im Hanse Walltorstraße 6. 18. Desgleichen des Wilhelm Schmid für Ost-Anlage 15. I
•• Stadttheater. DaS Gastspiel von Friedrich Kayßler und Helene Fehdener vom Lessingtheater in Berlin in »RoSmcrSholm* findet befnmmt am Mittwoch, den 3. Dezember flott. Die Künstler haben wegen der früheren Abmachung mit Gießen ihre Mitwirkung in einer Berliner Uraufführung abgesagt. Hoffentlich entspricht der Besuch bei Vorstellung der Bedeutung deS 9lbendö und den Opfern, die die T^rektren für dieses Gastspiel bringen muß.
•• Deutscher Frauenverein vom Roten Kreuz Wie man unS schreibt, findet der von dem Deutschen Frauen, oeiem vom Roten Kreuz für die Kolonien. Abteilung Gießen geplante Vortrag an'ialt am 13. Dezember erst am 29. Januar 1914 statt und wird daS Thema und Vor- ragender noch bekannt gegeben werden.
** Eifersuchtstat. In die Gießener Klinik wurd« am Dienstag nachmittag mit schweren Schußwunden tut Leibe der 23jährige Kart Jakob Ledermann aus Lichj gebracht. Jn Lich war er morgens gegen 5 Uhr von eine« Äbcnduntcrhaltung gekommen und halte sich mit einem Mädchen im Schloßganen aus einer Bank niedergelassen., Dori wurde er gegen 5 Uhr morgens von dem 25jährigen, don seiner Frau getrennt lehendcn F. überfallen, der ihm aus Eifersucht mit ei item Revolver drei Schüsse beibrachte. Ter Schwerverletzte konnte sich noch nach Hauso schleppen: an seinem Aufkommen wird jedoch gezweifelt. Ter Täter wurde verhaftet und hat die Tat eingeftanden.
Unseren Anzeigenkunden zur gefälligen Beachtung.
Um den größeren Anzeigen für die Samstagsnummer eine sorgfältige Satzausstattung zu sichern, empfiehlt eS sich dringend, die Aufgabe ein bis zwei Tage vorher zu bewirken. Bei der großen Menge der Anzeigen kann nur bei rechtzeitiger Bestcllmig eine wirkungsvolle Anordnung gewährleistet werden.
Verlag de; Siebener Anzeiger;.
Landkreis Gießen.
--- Harbach, 19. Nov Ter Gemeiilde,chafhirt Kaspar Schäfer II. tritt vom 1. Janriar 1914 ab in den Ruhestand. Er ist seit seinem 14 Lebensjahre als Schafhirt an- gestellt und steht jetzt im 92. Lebensjahre.
Kreis Lauterbach.
z. Sichenhausen, 16. Nov. Die Frau des Ludwig Kältenschnee hatte heute einen Topf mit kochendem Wasser auf den Fußboden gestellt, zugedeckt und das Zimmer .«verlassen. Plötzlich wurde sie durch Hilferufe ihres zweijährigen Kindes zu schnellen Schritten angetrieben. Als sie das Zimmer betrat, sah die arme Mutter« ihr .Kind mit beiden Füßen in dem kochenden Wasser» stehen. vDas Kind hatte sich entsetzlich die Füßchen ver-i brannt.
Kreis Friedberg.
L. Friedberg, 16. Nov. Die Wahl zur Stadtverordnetenversammlung endete mit dem Siege der bisherigen Stadtverordneten, szerd. Damm, P. Dietz, Karl Skriba,LLopp und K. L o t h.
h. Vilbel, 18. Nov. Der (Seineinberat beschloß die 9libbarcgnlieriing von der Eisenbohnbrücke ab talwärts. Weiter genehmigte er auf Antrag, daß fortan alle Gemeinderatssitzungen öffentlich abgehalten werden.
Hessen-Nassau.
O Biedenkopf, 18. Nov. Der, Minister hat unserem Gcjchichtsverein die erbetenen Mittel für den Ausbau der Museums räume im Schlosse bewilligt.
h. Stillen häufen, 18. Nov. Der zmeijährige Sohn des Bergarbeiters Jung stürzte beim Spielen in einen Rubel kochenden Wassers und verbrühte bei lebendigem Leibe.
h Bad-Homburg v. d. H., 18. Nov Landrat a T von: Brüning foal dar Stadl jur Verschönerung fa s Kaper Wilhelm-' Jubiläumsparkes einen koubarcn Monumentatbrunneni genistet, den die Stadtverordnetenversammlung in ihrer heutigen' Sivrmg mit ivarmemf Dank annabm. — D.e Stadtverordnetenversammlung beschloß die Iffnniühnmg der Wintertrinkkur in dem Kurhause und bewilligte für die dazu notioen- digen Einrichtungen 2000 Ntark Ter Nassauischen Landesbank nnirbe die Beschasfung eines Teilbetrages von 50000 Mark der zum Bau des Mineralivasser-Behalters bcivilligten Anlnfa' übertragen. Der'Zinsfuß beträgt 4>, Prozent, der jährliche TilgmiqS- satz iy* Prozent.
fanöwidfebaft
8. Leihgestern, 18. Roo. Jn unserer Gemarkung tritt in diesem Jahre der Frostspanner sehr stark auf, das zeigt sich durch den starken Behang der von einzelnen !2bstzüchteru an den Bäumen anaeleqten Llebgürtel. So lange indeb die Bekämpfung dieses Schädling« nicht gemeinfam von allen Obflbaumbefihem durchge'ührt wird, ist auf einen Erfolg nicht zu rechnen, und es wäre nur zu wünschen, daß hier von der Gemeinde geeignete ZwangSiuaßregeln ergriffen würden.
(ßcriditsfaaL
tfi. Gießen, 18 Nov. Kriegsgericht der 25. Dix>v sion. „W eißc Mäuse" wollten die Musketiere Hch. Stucke, Julius Meier und Joses Georg vvn der 3. Kompagnie unsere» Regiments, drei „alte" Leute der Handwcrkerstube, dem Rekrutc« Hofmann nachts ins Bett setzen. Sie zogen nach Zapfenstreich in die Rekrutenslube, rissen dem Bedauernswerten die 21ettdeckv fort und zogen ihm mit der Klopfpeitsche einige Hiebe über die Beine. Die Angeklagten wollten die vom Regiment kurz vor Eintritt der jungen Mannschaft besonders den alten Leuten streng verbotene Tat nur verübt haben, weil ihnen Hofmann auf der Handwertorslube großschnäuzig und frech bczzegnet sei. Sie gestanden ul das Berfack gekannt zu haben. Das Urteil lautete wegen Ungehorsam und ge- meftlschaftlich verübter KörperverleNung auf 1 Woche Mittttarrest. *— Der Rekrut Musketier Start Süß Von der 7. Kvmpagnic des 116. llns.-Regts. hatte wie alle die junge Mannschaft, am 29. Dfc tobet das Gewehr erhalten und mit auf die Stube genommen, inrt eS sich einmal an zu sehen. Er hatte einige Tage vorher zufällig eine Platzpatrvne gefunden, vvn der er annahm, sie sei bereits abge- säiosscn. Et steckte die vermeintlich leere Hülse in die Waffe und drückte ab, wobei er einen Kameraden so schwer verletzte, daß er inS Lazarett kam und 3—4 Wochen keinen Dienst tun Toiuihe. Das Kriegsgericht erkannte aut 10 Tage Mittelarrest. — Dee Rekrut Schmidt, ein Bayer, von der 10. Kompasmie des 116. Inf - Retö.. hat vor seinem Diensteintritt in dem württembergii'chen Städtchen Feiningen abends nibefiörcnbcn Lärm verursacht und Widerstand geleistet. Tas Urteil lautete wegen Widerstands <mf eine Woche <üeiängnis und wegen ruhestörenden Lärms auf 5Mk. Geldstrafe oder ans 1 Tag Haft. Sämtliche abgeurtrilte Uebeltäter erklärten, die Strafe annebmen zu wollen
w Berlin, 18. Nov. Jn dem Prozeß gegen die mierbankiers Kärger und Mi blass, der seit vier Worben die Strafkanmier des Landgerichts Berlin I beschäftigte, murds der Angellaate Kärger megen Betruges, Berteitung zum Bär- l'enspiel und Ztonkursvergeben zu l'/r Jalwcn Geiänmns imb 2000 Mark C'SeltHtrate verurteilt. Löwe wurde wegen Betrugs bei bilfe zu 300 Mrfa-k Geldstrate und H e t l m i n g weaen Berleitung <um Börsenspiel zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Graf Rurners- kinb wurde fieigesprvchen.
w. BreSlan, 18. Nov Die beiden minder jährigen Mädchen. die bei der viel bei motbenCT! Breslauer Sittlichkeitsa'iäre bifl 5?auvtrolle spielten, batten sich beute wegen gewerbsmäßiger Unzucht vor btmj Jugendgericht zu verantworten. Das Gericht J vrack sie frei, weil es zweifelhaft erschien, ob die Mädchen bei der Begebung der Straftaten die zur Erkenntnis der SliajdaV« leit ihrer Handlungsweise nötige Einsicht hatten.


