vereinsnachrichterr.
k- Leihgestern, 21. Juli. Tas vom Gesangverein iS I n t r 0 d) t - Leihgestern aus Anlaß seines 52. Stiftungs- t c ft c s veranstaltete G a rten kon - e r t nahm trotz der teil' Witterung einen schönen Verlauf. Nach einem , bur(^ bc” sestgebenden Verein hielt Finanzarnts-
üfSr J beifällig aufgenommcne An'vractzc
des deutschen Männergesangs. Hierauf
wlgten Massenchorc unter Leitung von MusiNehrcr Gernhardt- u^tC^' oTC( ^lvzelchörc der Gesangvereine Germania^GroneN' »ciÄent^'bieA9£®an^fircunb'eici,lber9 1,nb Eintracht- ^noneitcrn, ote famtliQ gute Leistungen boten. Änaenebme ofh-
Geson^abteilung des Evang. Arbeitervereins Gleßcn^mitnürke'n ^tb werden halten die Herren Pfarrer Loo^Butzbach
Lberblblwtbefar ^r. >xu, er-Gießen u. a. Gleichzeitig'wirb ^ne dt'vrechung der Vere.nc über die Abhaltung eines Fialen Rur- fuS in Gießen stattfinden.
surt a. M Es seien bedeutende Verbesserungen zugunsten der Kassenmitglieder erzielt morden. Tie schönen Erfolge seien dem Zusammenschluß der Babnarbeitrr und dem Zusammenarbeiten der Organisationen zu verdanken. Tie Kasse wirkt jetzt mustergültig. H i l b e r g - Taubringen spricht über die allgemeine Lage der Eisenbahner und fordert die Mitglieder auf, die Vertreter mit Material zu versorgen, damit sie stets über alle Vorgänge unterrichtet sind. Bahnarbeiter Stein stattete den Rednern den Tank der Versammlung ab.
Kreis Alsfeld.
O. K. Alsfeld, 20. Juli. Ter am Dahnbau beschäftigte Tiesbauunternebmer Thiemann wurde vor einigen Tagen mittags gegen 5 Uhr plötzlich von sieben seiner Arbeiter anqesallen. Vier Mann konnte er abschütteln, den übrigen gelang es, ihn mit großen Steinen zu werfen. Er wurde derart verletzt, daß seine Heber sührung ins Kreiskrankendaus zu Alsfeld nötig wurde.,Tic Ar beiter, die aus Russisch-Polen stammen, wurden verhaftet. Ten Arbeitern war Steuer angefordert worden. Ta sie nicht bezahlen wollten/ hatte die Firma diese am Lohn abgezogen.
Kreis Lauterbach.
~ Lauterbach, 20. Juli. Auf dem 12. deutschen Turntest zu Leipzig errang sich der Finanzamtsgehilfe Hermann Möller hier, Sohn des Gastwirts und Metzgermeisters K. Möller in Altenschlirf, im Sechskamvl mit 8%'? Punkten unter 3700 Turnern den 25. Preis. Er hat unter sämtlichen Turnern aus dein Gau Hessen die höchste Punktzahl erreicht und somit die beiden Sieger vom diesjährigen Feldbergturnfest — Koster und Schneller aus Vad- Hornbnrg - überflügelt. — Gestern land durch den Generalarzt des 18. Armeekorps, Dr. Lindema im, eine Prüfung der am 15. Februar d. Js. ueugegründeten Sanitätskollonnen von Lauterbach uud bem benachbarten Blitzenrod statt. Tie Prüfung erstreckte sich auf den theoretischen Unterricht, überden Bau des menschlichen Körpers, auf die Anlegung von Verbänden und ersten Hilfeleistungen sowie das Tragen von Verwundeten. Der Inspizient sprach sich sehr lobend über die Leistungen während der kurzen Uebungszeit der Kolonnen aus. Diese haben mit der Ablegung der Prüfung Einspruch auf Verleihung des Neutralitätszeichens, da sie sich im Kriegsfälle der Militärbehörde zur Verfügung stellen. In nächster Zeit wird sich per Unterricht über den Verwundeten-Transport auf der Eisenbahn ausdehnen, wozu praktische Uebuugen an Eisenbahnwagen vorgenommen werden sollen. Ter ganze Unterricht beider Kolonnen wird durch Hernr Tr. Pyroth erteilt.
Kreis Friedberg.
h Friedberg i. Jo., 20. Juli. Eine Versammlung rübenbauender Landwirte der Wetterau beschloß heute nach einem Vortrag des Gutsbesitzers Secrctan aus .Hohenau ihre Beteiligung an der Neugründung der Zuckerfabrik Rheingau. Für eine große Anzahl nassauischer Landwirte gab Gutsbesitzer C h r i st i a n aus Unterlicderbach ebensalls zusagende Erklärungen ab. Tie aus genossenschaftlicher Grundlage aufgebaute Gründung ist somit gesichert.
Starkenburg und Rheinhessen.
Bingen, 20. Juli. Tas Hotel „Pariser Hos" hier, das seinen Besitzer seinerzeit 110 000 Mk. gekostet hat, wurde bei der gestrigen Versteigerung für 40 000 Mk. der Kreissparkasse zugeschlagen.
dj. Bin gerbrück, 21. Juli. In ber Zeit vom 25. bis 29. Juli wird das Pionier-Bataillon 21 zwischen Trechtingshausen und Kaub Brücken schlagen. Am 25. wird d/.s Material von Kastel nach Trechtingshausen befördert, am 25. und 26. werden die Brücken während des Tages ge- chtagen bis auf 100 Meter weit in den Strom, am 2’8. wird der ganze Strom übrrbrückt, und am 29. erfolgt die Beförderung des Materials nach Kaub und dort tagsüber ein Brük- kenschlag über die ganze Breite des Rheines.
Kreis Wetzlar.
— Salzböden, 19. Juli. Unter herzlicher Anteilnahme der Gemeinde wurde heute nachmittag der am Dienstag verunglückte Landwirt Ludw. Schneider zur letzten Ruhe gebettet. Ter Verunglückte war am Dienstag morgen nach Fronhausen ge- ahren, um Baumaterial zu holen: am Bahnübergang bei der Baumaterialienhandlung von Wilh. Finger scheuten die Kühe und Schneider geriet unter sein eigenes Fulrrwerk. Schwer verletzt wurde er nach Marburg in die Klinik gebracht, wo er verschieden ist. Für die Gemeindevertretung legten Gemeindevorsteher Müller und für den Evang. Männerverein Jak. Rau Kränze am Grabe nieder. Ter Verstorbene hinterläßt eine Witwe mit uns zum Teil noch schulpflichtigen Kindern.
Hessen-Nassau.
h Homburg v.d.H., 20. Juli. Nack dreitägigen Verhandlungen gelang es den Bemühungen des Oberbürgermeisters und dem Ein- flub der öffentlichen Meinung, die ausnahmlos die Straßenbahner unterstützt, eine Einigung zwischen der Verwaltimg und dem Personal herbciznsühren. Dem Werkstättenpersonal, daß im Fall eines Streiks Fahrerdienste versehen sollte, hatte man schon Samstag früh eine Lohnerhöhung sowie Urlaubsaewährung zugestanden. Am Nachmittag billigte man dann den Fahrern eine monatliche Lohnanfbessennlg von 5 Mark zu. Eine in später Nachtstunde abgehaltene Personalversammlung erklärte sich schließlich, obwohl bei einem solchen Zugeständnis von einer wirksamen Aufbesserung kaum die Rede sein kann, vorläufig mit dem Angebot der Direktion zufrieden; sie beschloß einstimmig, nicht in den Streik einzutreten.
ch. Rüdesheim a. Rh., 21. Juli. Der in Rüdesheim am Rhein vor kurzem im Lklter von 80 Jahren verstorbene Turner und T'urnfreund Anton Jung hat der Turngemeinde Rüdesheim letztwillig 5000 Mark vermacht. Bei Lebzeiten hatte er srlwn eine Schenkung von 10 000 Mark gemacht. Jung war im Besitz des Ehrenbriefes der DeutsckM Turnersck)aft.
ch. Biebrich a. Rh., 21. Juli. Anläßlich seines 70. Geburtstages hat Professor Tr. Rudolf Dyckerhof f in Biebrich a. Rh. 45 000 Mark für einen Spielplatz geschenkt, der der gesamten schulentlassenen Jugend zur Verfügung stehen soll. Dem Turnverein schenkte er 2000 Mark Anteilscheine. Dem Ortsaussckmß für Jugendpflege überwies er im Vorjahre 1000 Mark zur freien Verfügung; ihm schloß fick) Geheimrat Dr. Kalle mit 500 Mark an.
vrozetz Borngäffcr vor der Straffammer.
# Gießen, /?. Juli.
Es wird darauf der inzwischen durch den Staatsanwalt sistierte Lehrling des Bankhauses Herz, Cziva, darüber vernommen, welchen Bescheid er seinerzeit seinem Chef von der Reichsbank gegeben hat. Der Zeuge erhärt, daß der betreffende Beamte ihm erklärt habe, die Firma Herz dürfe einen bestimmten Wechsel, der bei ihr zahlbar war und den sic unter Vorbehalt eingelöst hätte, noch am dritten Tage namens der Reichsbant zu Protest geben. Aus Befragen erklärt der junge Mann, er habe dies auch zu Hause genau so bestellt und nicht ctwa die Sache so dargestellt, als ob diese Erlaubnis der Rcichsbank im allgemeinen für alle Wechsel gegeben sei.
Wilhelm Geller von Rodheim a. d. B. bekundet, wie er in Amerika einen Arm verloren hat und dafür eine Entschädigung von 10 000 Mark bekommen sollte. Mit 6000 Mark in der Tasche sei er in die Heimat zurückgckehrt und habe das Geld bei der Tarmstädter Bank hinterlegt. Er kannte Leopold Born- gässer und dieser engagierte ihn als Reisenden, indem er ihn veranlaßte, ihm die 6000 Mark ins Geschäft zu geben. Borngässer sagte ihm, er solle der Darmstädter Bank, bei der er das Geld kurz vorher eingezahlt hatte, mitteilcn, er wolle wieder nach Amerika, wenn der Beamte sich etwa darüber wundern sollte, daß Geller das Geld nach so kurzer Zeit wieder abhebe. Geller hat außerdem noch 4000 Mark Akzepte an seinen Chef gegeben, die bei Fälligkeit der Wechsel immer prolongiert wurden. Geller hatte nock einen Rest von 4518 Mark aus Amerika bekommen; die Anweisung darüber überließ et dem Leopold Borngässer, her den Betraa für ihn durck das Bankhaus Herz cinziehen lassen sollte. Schließlich gab er Borngässer noch Vollmacht, den Betrag bei Her; in Empfang zu nehmen. Ter Zeuge hat bei der Herrschen Bank wiederholt telephonisch angefragt, zuletzt noch gegen Ende Oktober, ob das Geld schon aus Amerika eingeqangen sei, aber stets eine verneinende Antwort bekommen. Am 26. Oktober erhielt er dann von Herz eine Anzeige, worin dieser mitteilte, daß dos Geld eingegangen und dem Konto Borngässer gutgeschrieben sei. Der Zeuge versichert, daß es ihm gar nicht eingefallen sei. auch diesen Betrag dem Borngässer zu überlassen, und "er habe sich gewundert, daß Herz sein (Mb einfach dem Borngässer gutbringe, der nur dem Herz gegenüber als Empfangsberechtigter gelten sollte. Durch Vorlegung der Vollmacht stellt sich heraus, daß sich unter dem Text noch eine handschristliche Anweisung befindet, worin Borngäfser unter dem 26. Oktober dem Bankhause Herz mitteilt, daß der Betrag nach Eingang seinem Konto gutgeschrieben werden solle.
Im Laufe der Beweisaufnahme hat sich herausgestellt, daß das Geld des Geller aus Amerika, für beffen Einholung hie Herzbank sich eine Provision von 50 Mar' rechnete, schon am 15. Oktober ein gegangen war, währcnb her Betrag erst volle 14 Tage ibätcr bem Borngässer gutgebracht würbe, so baß die Zinsen während dieser 2 Wochen dem Bank- Hause Herz zu flössen. Es steht auch fest, daß der am 15. Oktober 1912 schon eingeoangene Betrag dem Geller sowohl als auch dem Borngässer gegenüber noch als ausstehend bezeichnet wurde.
Es folgen nun eine Reihe von Zeugen, die Rechtsanwalt Kaufmann zur Klärung der Sache geladen hatte. Mühlen- besitzet Marx von Dorlar stand mit der Firma Borngässer in Verbindung und hat etwa 60 000 Mark jährlich mit ihr umgesetzt. Er hat nur mit Leopold Borngässer ;u tun gehabt, den er für fleißig, strebsam und solide gehalten hat. Samuel Rosenbaum, früher in Firma Gebt. Rosenbaum, hat die gleiche Ansicht über Borngässer. Er hat ihm einen Vertraiienskrehit gegeben, her wohl zeitweilig über 20 000 Mark betragen Hat. Die Firma Borngässer Hat mit Akzepten bezahlt, auch ab und zu baar, seltener Kundenwechsel gegeben: ab und zu wurde auch wohl einer der Wechsel prolongiert. Tie Seele des Geschäfts war Leopold Borngässer; Nathan ist sehr wenig Kaufmann, ja sogar ein beschränkter 'Mensch. Ein Geschäftsfreund von ihm, Moritz Strauß, von her Firma Goldenberg u. Markus, sprach einmal im Juli 1912 die Ansicht aus, daß Borngässers Verhältnisse nicht mehr derart seien, daß man ihm Kredite einräumen könne: derselbe Herr meinte, die Verbindung mit Herz mahne zur größten Vorsicht. Er, Rosenbaum, hat auch mit Borngässer über diese Verhältnisse gesprochen und ihm vorgestellt, daß Pas fremde (Mb doch viel zu teuer sei, um daraufhin zu bauen. Rosenbaum habe sich so nach und nach aus der Affäre gezogen, verliert aber doch noch 1500 Mark, die er zur Masse angemelbct hat.
Auf Befragen des Rechtsanwalts K a u f m a n n erklärt her Zeuge, daß das Jahr 1911 für den Getreibehandel sehr ungünstig war. Tie Preise für gewisse Artikel, hie sehr hoch waren, sielen plötzlich ganz erheblich, und es könne wohl möglich fein, daß Borngässer dadurch Verluste gehabt hat. Wer int Jahre 1912 in der Lage war, zu den billigen Preisen einzukaufen, der konnte, als die Waren wieder ausschlugen, den Schaden ausgleichen. Ob Borngässer bei dieser Konjunktur Verluste ober Gewinne gehabt hat, wisse er nicht.
Der Zeuge Liebmann Baer von her Firma Baer u. Wetterhahn äußert sich im gleichen Sinne wie txr Vorzeuge über die Persönlichkeiten der Angeklagten. Er ist der Ansicht, das; Nathan Borngässer bis unmittelbar vor dein Zusammenbruch her Firma nicht gewußt hat, wie die Verhältnisse lagen. Seine Firma habe mit Borngässer gearbeitet, ihm auch einen großen Vcr- trauenskredit gegeben; sie sind schließlich ebenfalls mit einer größeren Forderung in die Masse gegangen. Ter Kaufmann Louis Troß crflärtc, er habe seinerzeit als Vertreter des Ortsgerichtsvorstehers den Kaufvertrag zwischen Joseph Herz und dem Angeklagten Borngässer wegen des Bauplatzes an her Rodheimer Straße entgegcngenommcn. Er sei, um hie Notul' zu machen, in bas Haus des Bankiers Herz bestellt loorbcn, durch wen, weiß er nicht mehr. Vereinbart sei in sc>:r Gegenwart weiter nichts nwrden, als was im Protokoll stehe. Auf Befragen des Verteidigers gesteht Troß zu, zu Jemand gesagt zu haben: Hat der Herz aber da Glück gehabt! Er habe damit sagen wollen, daß er einen guten, zahlungsfähigen Käufer dafür gefunden hat. Aus Befragen, ob der Bauplatz mit 19,50 Mark für den Quadratmeter, der doch cigcntli chnickt an der Rodheimer, sondern an der Schützenstraßc liegt, nicht sehr teuer bezahlt sei, bemerkt her Zeuge, er könne nur sagen, daß an der Rodheimer Straße Platze an Scheppelmann u. Winn u. Co. verkauft worden seien, hie nur 10 bis 12 Mark per Quadratmeter gekostet haben.
Ter Reisende Friedrich Haas und der Buchhalter Beruh. Strauß waren beide im Hause Borngässer tätig. Beide haben wich er holt im Auftrage des Lcopolo Borngässer Blankoakzepte von der Kundsäfast geholt. Haas bemerkt, daß die betreffenden Leute gar feine langen Worte machten, sondern glatt ihren Namen quer schrieben. Aus Befragen des Vorsitzenden, ob es denn nicht ausfällig nxir, als der Eb.f ifmen solche Auftrage gab, und ob sie denn nicht daran gedacht haben, daß man diese Wechsel auch mit höheren Beträgen ausfüllcn könnte, afä die Leute schuldig waren, erklärten beide, es sei ihnen bei der 3ad)e nichts ausfällig vvrgekornmen. Strauß erklärte noch, Leopold Borngässer habe ihm angeboten, ihn zu feinem Prokuristen zu machen, wenn er 15 000 Mark in bas Geschäft einlege, er habe soviel Zutrauen zu her Solidität der Firma gehabt, das; er den Betrag auch eingelegt hätte, wenn er ihn damals gehabt hatte.
Ter Vorsitzende fragt Strauß, ob er als Buchhalter denn nicht einen gewissen Einblick in die Verhältnisse der Firma bekommen habe: er hätte doch aus dem bedeutenden Wcchsclumlauf fchcn müssen, wie der Stand der Tinge eigentlich gewesen sei. Ta raus- hin erklärt Strauß, er ha6c sich nur gesagt, daß das Geschäft einen ziemlich starken Wechselumlaus habe. Borngässer habe er für einen reichen Mann gehalten. Auf ipeitcre Fragen muß er zu gestehen, daß er in seinen früheren Stellungen nie davon gehört hat, daß seine Chefs sich von der Kundschaft Blankowechsel haben geben laßen.
Durch Vorlage einer Blankoabsckrist durch den Zeugen Joseph >>erz, bic über L. Borngässers Baukonto lautet, wirb dargetcrn, baß die Herzschr Bank, wie Borngässer angegeben hat, tatsäclrlich Anxi Konten für ihn geführt hat. Ter von der Lanbeshypothcken- bank für hie 1. Hypothek gezahlte Betrag wurde auch nicht auf
Aber das Kind fall nicht mit Leib und Seele durch bie Fepeln der Arbeit eingeschnürt werden; die nötige Bewegungstreihrii ist dem jugendlichen Körper und Geist durchaus zu geitatten. wenn die Entwicklung eine gedeihliche sein soll. , m .
Laßt die Kinder spielen? So oft als möglich ivrelcn Skim einfachsten Ringelreihen werden leibliche und geistige Fähigkeiten geweckt, gefördert. c, ,,
Vieles Spielen führt zu einer guten, geistigen vlufraffurtg, macht aber auch körperlich gefchickk und begabt. Leider nur werden die Fertigkeiten der Hand und des Fußes^ in unserem überbürdeten Zeitalter noch viel zu wenig gewürdigt, w?nn es im cm in dieser Beziehung, wie unser vielseitiger Leibessport beweist, um vieles besser geworden ist.
Dock) was nützt alle Klugheit und alles Win en, wenn pabei der Körper vernachlässigt wird? Ach, und das ^ötet ist so vielseitig bildend und schon allein als ausglcichenh^r Faktor für die geistige Entwicklung unentbehrlich! Darum laßt die Kinder spielen — je mehr, desto besser.
*
- Justizpersonalien. Durch Entschließung des Ministeriums der Justiz wurden die Referendare Dr. Ludw. berliner auS WormS, Karl Dingeldey au§ Darmstadt, Dr. Siegst. Drucker aus Mainz, Dr. (Aust. Fehr er aus Darmstadt, Otto Hellwig au8 Gießen, 9(ug. Niebergall au§ Udenheim, Gust. Reis anS Darmstadt, Dr. Nud. Rutb au6 Büdingen und Friedrich Scholl auS Mainz zu Gerichts - asiestoren ernannt.
" Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde dem Lehrer Rudolf Weyrich zu Erbes-BudeSheim eine Lehrerftelle an der (Semeinbeschule zu Flonheim.
" Zu Neqierungßbaurnciftern sind ernannt worden bie NegienmgSbanflihrer Theobor Der la m au? Frankfurt, Karl Goehner aus Straßburg unb Aböls Heiß aus Darmstabt.
** Diamantenes Musiker-Jubiläum. Gestern sind 60 Jahre verflossen, seitdem der Musiklehrer Ehr, Kruse als 14jähriger Knabe bei bem Musikdirigenten Roßbach in der Waldeckschen Residenz Arolsen in die Lehre trat. Ehr. Kruse entstammt einer allen Musiferfamilie: sein Großvater war Musiker und ebenso sein Vater, bei bem er schon in frühester Jugend Unterricht im Violin- spiel bekam Nach beendeter Lehrzeit trat er als 17jähriger Jüngling 1858 als Musiker bei dem damaligen Fürstlich Waldeckschen Bataillon ein, dessen Kapelle während der besseren Jahreszeit Pyrmont als Kurkapelle diente. Als nach dem Kriege 18G6 für Waldeck die mit Preußen^ abgeschlossene Militärkonvcntion in Kraft trat, ließ sich ftrufe pensionieren und zog nach Kassel, wo er beauftragt wurde, für das ehemalige Thaliatheater unter seiner Leitung eine Kapelle zu bUbcn. Im Jahre 1877 folgte der tüchtige Violinvirtuose einem 9iuf an das Palmengarten-Orchester in Frankfurt a. M., dem er mit Ehren bis 1888 angehörte. Inzwischen waren die drei Söhne des Jubilars herangewachsen, vom Vater unterrichtet. Die beiden ältesten Söhne Heinrich unb Willi hatten unter Direktor Raff Tr. Hochs Konservatorium in Frankfurt a. M. besucht, ber eine war ein vorzüglicher Cellist, ber andere ein hervorragender Violinkünstler. Die Familie fttufc siedelte nun nach Bad- Nauheim über, da alle vier bei der Großh. Kurkapelle angesteUt worden marctk Der Konigl. Kammermusiker Heinrich Kruse ist heute als hervorragender Cellist in Deutschland bekannt; er wohnt in Hamburg und läßt sich nur noch in einigen Konzerten in Berlin in der Konigl. Singakademie hören. Der König!. Kammermusiker Willi Krufe ist ein sehr geschätztes Mitglied der Kapelle des Ktmitzl. Hoftheaters in Kassel und zwar als erster Geiger. Ehr. Kruse zog 1892 nach Gießen, wo er uud fein Sohn Georg ihre zweite S^cimnt sanden. Beide sind gesuchte Musiflehrcr. Dem Wirken des Jubilars ist es zu oanfen, wenn sich in unserer Stadt zahlreiche Leute befinden, die neben ihrem Berus ganz achtungswertes auf der Violine oder dem Cello leisten. Fa^t alljährlich gibt der Jubilar mit seinen Schülern ein öffentliches Konzert; er versteht heute nach trotz seiner 75 Jahre den Taftstock genau so sicher und meisterhaft zu handhaben wie den Bogen.
**Die Ortsgruppe Gießen des Verbands be u ts ch e r Ei s e n b a l> u-H a n bw e rke r unb -Äl rbe ite r beging am SamStcig unb Sonntag aus Anlaß ihres 15. Stistungs- t e ft e s bas Fest ber Fahnenweihe, wozu sich zahlreiche a'us- wävtigc Vereine ciiigchmben hatten. Tie Fahnenweihe würbe am Samstag abeub im Katholischen Vercinshans vorqenonnncn. Der VorfUienbe W e n z c l hielt bie Begrüßungsansprache. Unter Leitung bes Dirigenten Görlach trug der Banersche Gesangverein das Mieberlänbiche Dankgebet vor. Fräulein Bellnhöser sprach ein Festgebicht und (»eueralsekretär C. Niebel-Berlin weihte die Fahne, die Fräulein Tcibcl bem Präsidenten übergab. In einer Festrede brachte der Generalsekretär daS Kaiserboch aus. Auszeichntmgen mürben überreicht an die Herren Gg. Größer unb Gg. Heller für bvjährige Dienstzeit, an Hch. Schnutt tiir 40jährige und an Hch Nölzcl-Wicseck für 25jährige Dienstzeit. K. Straub trug zwei heitere Eiuzelstückc unter lebhaften Beifall vor, lebende Bilder mürben gestellt lind ber Männerlurnvcrein stellte unter Leitung deS Turn rnarlS Gerhardt, Stntzhantcl-Pvramiben. Die Fahne zeigt auf roi- ivernein Grnnbc auf ber Vorbei seile den Namen bes Vei banbes mit Flugclrab auf der Rückseite die Wappen der Hanbrnerler lind Arbeiter und bcn Wahlsprnch: „Einer für alle, alle für einen". An, «onntag mittag 2 Uhr bewegte sich ein Festzng nach ber Lielngshohc, wo Schneiber-Betzborf die Festrede hielt. Zorn- Gießen sprach über den Daseinskampf des werktätigen Volkes, über bic 'Jloliücnbigtcit her Organisation. Rubols - Frankfurt forderte bie dem Verband» noch nicht Angehörcnben zum Anschluß au, unb appellierte an die Mithilfe der Frauen unb Jungfrauen benen sein poch galt. Tie Mmbcr, die mit Bretzeln beschenkt ivurdeN'führten eine Polonaise auf unb sangen „Deutschland über alles . Em -ranz hielt die Fesltcilnehmer noch lange zusammen
. L ic W a i i c nv e r n i m i u ng beutf chei W a chteln pn nner Zufchriil an bei, „Teutschcn Verein für ländliche Wohl fvhrls unb peilllatpflege gibt ein einfadjer Soldat seiner Em Pvning Ausdruck über bie Massenvcrilidnung unserer Wachteln ES tH auch ui der £at höd>ite Zeit, bas, unmal von allen gtegic- rungen energisch gegen den Singvögel mord im südlichen Europa vorgegangcn wirb. In ber Hauptsache ist ihm das Wasser abgcqraben, wenn die Absatzgebiete für tote Vögel verschlossen werben. Während nun aber Frankreich z. B. bie Grenzen für den Transport roter 2Aachteln gesperrt hat, unterstützt Trutsch- lanh burd) Zulassung ber Ein- und Ausfuhr birelt bcn Voget- mord. Aus den Bahnyö;en ut Basel und Straßburg kann man in den Enbinoiiatcn eines jeden Jahres ganze Transportzüge mit Wad telleichen beotwdftcn, bic durch Deutschland unb über Luxem bnrg nach England gehen. In einem Wimeriadr wurden in Basel W,id)telstudunge,i in Höh, von nino oOUOU kg nad) Deutsch lanb obgaertigt. . Jährlich satten dem Pkordcn in Aegypten, Italien, auf bcn italienischen und griechischen Inseln etwa ad» bis zehn Millionen Wachteln zum Opfer (Mjt das so weiter, bann wird Ixilb and) hie Wachtet zu den ausgestordenen Tieren zu rechnen sein. Unb doch gehört biefcr nützlidie Vogel in die deutsche Landschaft, in unsere getrcibemdxm Ebenen, und sein Lvdrus ist nidit umsonst von brutschen Dichtern seit Walther von der Vogettveidr besungen worden
Landkreis Gießen.
h. Danbringrn, 20. Juli. Tic Mttalirdcr der Eisenbahn Betriebs Krankentassc hielten gestern abend eine gut besuchte Brrsainmliing ab. Vertret er Zorn-Gwßcn erstattete Beridn über bic Generalversammlung der Krankenkassen am 28. Juni in Frank-


