Ausgabe 
20.10.1913 Erstes Blatt
 
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17. Willy

die Kapelle des 4.

Mittelstufe.

eine Ansprache.

nr'manu Realgymn

9

taciicifcrung.

digten gestern mittag die Einleitung der fahr Aben! Uhr wurde der Fackelzug der Schulkinder an der

^itrg in, jw-

1 Dvrmülaq a t H-Gic

Jur der verdient die Freiheit und das Leben, Der täglich sie erobern iniif;.

Unsre Stellung, die wir im Herren Europas wohnen und wlt ringsum von Feinden umgeben sind, ist so, ich möchte lagen, Gott sei Dank, so, - - daß. wir alle Kräfte zusammennehmen müssen, um diesen Kamps um Freiheit und Leben bestehen zu tonnen. _ Wer kann es wissen, ob nicht eine nahe Zeit schon von uns allen fürs Vaterland die schwersten Opfer an Gilt und Blut verlangt? Unser Volk wird diese Opser um so bereit- williger bringen können, je reiner in ihm das grobe Vermächtnis e-?S Ven-erungskampfs bewahrt wird, je tiefer in ihm die Vater­landsliebe Wurzel faßt.

Düten wir also dies kostbare Gut in dem Tempel unsres Herzens wie ein heiliges Feuer! Und sorgen wir dafür, daß es reiner uno stärker sich sortpflanze auf die kommenden (Geschlechter! Dies möge unser (Gelöbnis in dieser bedeutungs­vollen Stunde fein! Und lassen Sie uns denn zum Schluß dies Gelöbnis bekräftigen, indem wir alle in den begeisterten Ruf ausbrechen: Unser geliebtes deutsches Vaterland hoch, doch, hoch!

Auch der tausendstimmige Gesang der Festlieder er­weckte allgemeinde Begeisterung, und als der vortreffliche Kapellmeister des Darmstädter Dvagone-rregiments Nr. 24 mit seinen Spielleuten unter klingendem Spiel zu weiterem festlichen Zusammensein in den großen Saal der Liebigs- höhe einzog, da folgten viele Hunderte, indem sie in fröh­lichen Gesang einstimmten, und in wenigen Minuten war der Raum bis auf den letzten Platz gefüllt. Der Rektor Prof. Körte, der mit de nübrigen Gästen und Vertretern der Behörden an einer besonderen Tafel Platz genommen hatte, eröffnete mit einer kleinen Ansprache diesen Teil der Bolksfeier^ die gemeinsamen Lieder erweckten eine so gute und des Tages würdige Stimmung, da ßder Saal sich erst lichtete, als die vortreffliche Kapelle zur Abreise aufbrechen mußte.

Das Jngendfest auf dem Trieb, begann gestern mittag mit dem Geräteturnen; infolge un­vorhergesehener Zwischenfälle konnte das übrige Programm nicht mehr durchgeführt werden. Die Ergebnisse des Tur­nens sind die folgenden:

Siegerliste für Unterstufe.

vom Großen Kurfürsten und Friedrich Wilhelm I. zur bürgcr- Uchen Pflichterfüllung erzogen war, dessen Bevölkerung durch die Ruhmestaten unter Friedrich dem Großen ein stolzes Staats- gerübl gewonnen hatte, das es ihr unmöglich machte, die Fremd­herrschaft auf die Tauer zu ertragen, dieser Staat allein mlter den deutschen Ländern war befähigt, alle die Kräfte des Widerstandes hervorzurufen und zu sammeln, die nötig waren, nnt ote napoleonische Gewaltherrschaft zu stürzen.

Wir wollen ferner nicht vergessen, daß unser Volk nicht un- verichuldet in die Not geraten war, aus der uns die Befteiungs- kriege wieder retten mußten. Ter kurzsichtige deutsche Sont^r- 30lst, der geneigt ist, den Stammesgenossen gering zu schätzen und dafür sich an den Fremden wegzuwerfen, hatte geradezu unser abenteuerüistiges Nachbarvolk ins Land gerufen. Bis zu melcber Erniedrigung ein solcher Geist ein Volk führen kann, das hat am allerdeutlichsten die napoleonische Zeit gezeigt. Wie nef mußten sich dock deutsche Fürsten und Stämme vor dem fremden Emporkömmling beugen ? Teutsche waßenfähige Jugend mutzte rhm Helsen, das eigene Volk zu unterjochen! Selbst in ber Schlacht bei Leipzig haben von viele Tausende von Deutschen, unter ihnen auch unsere hessischen Landsleute, auf seiner Seite gefochten.

Wir hossen, daß derartige Zustände für immer in Deutschland überwunden sind. Aber wer hätte den Mut zu behaupten, daß dieser verwerfliche Sondergeist in unsrem Volt nicht auch heute nocl) umgehe, daß er nicht auch heute noch gefährlich werden konnte, wenn er nicht in den nötigen Schranken gehalten wird?

Wie dieser Geist aber zu bannen ist, auch das bat uns die 0r.otze Zeit der Befreiungskriege gelehrt. Damals loderte zum ersten Male in unsrem Volk in mächtigen Flammen ein neues »Ix 5 Vaterlandsgefühl empor, in dem jener Geist der Zwie- tracht unterging, und dies Gefühl war es im letzten Grunde, dem die Macht Napoleons erlag, dies Gefühl wird uns, wenn wir es m Kraft und Reinheit bewahren, auch in Zukunft aus jeder Not und Gefahr retten.

. haben allen Grund, dies kostbarste Vermächtnis aus . J Befreiungskriege treu zu behüten. Sie alle wissen, welche Früchte es dem deutschen Volke im Laufe der Zeit trug, zu welchen Höhen es Preußen, ^Deutschland, ja das ganze deutsche oolt empor hob. Wie anders sind doch infolge davon die Ver- hältmne gilüorben, unter denen jetzt das deutsche Volk lebt. Wir stehen jetzt wieder als eines der mächtigsten Völker auf der ganzen Erde da.

Aber doch leben wir auch heute in unruhigen, sorgenvollen Jetten^ in denen es mehr denn je am Tage liegt, daß die Erde keine statte eines ewigen Friedens ist, daß es keinem Volke, auch dem mächtigsten nicht gestattet ist, sorglos um seinen Bestand hinzuleben. Es war eben immer so und wird wohl immer so bleiben, daß ein Volk nur so lange im Besitze seiner Freiheit und Selbständigkeit, der Möglichkeit ungehemmter Fortentwick­lung bletbt, als es sich allen Widerständen, selbst der rohesten Gewalt gegenüber zu behaupten weiß. Auch in dem Leben der Volker gilt das Dichterwort:

König Carol habe dem Prinzen Wilhelm zu Wied ge­raten, die Krone von Albanien anzunehmen, als unrichtig zu er­klären. König Carol hat feinen Rat erteilt und sich in keiner Werse in die albanische Thronfrage eingemischt.

Eine Auslandsreise Enver Beys

. Konstantinopel, 20. Oft. Enver Bey wird eine Reise ins; Ausland antreten, um sich in ärztliche Behfand- I u n g zu begeben.

lehret Boßler ermahnte die Jugend ;,ur

Das Fest in Hessen. Klein-Linden, 19. Olt Die Kircheng locken verkün-

... .. Garderegiments:Nun danket olle Gott".

Generalfeldmarschall Freiherr v. d. Goltz hielt ebcufalls noch

ausgestellt, um 8 Nhr traf er auf dem Schildberg belud begrüßte die .Kinderschar das mächtig aus Flammenzeichen. Pfarrer B r ö ck c l m a n n brachte i auf das Vaterland aus. Ein wohlgelungenes mürbe nach dem Verlöschen des Freubenfcuers adg

22. Karl Strack (T.-B.) .54: 23. Kail Albert (Wartburg-V 5H',; 24. Lxuis Becker (T.-B.) 501/?; 24. Hermann Treppinger (Cberrcal) öOV2: 24. Georg Hainer T.-B. ' 50* 2: 25 Otto Böger M. T -V i 50; 25. Ph. Weber (Oberreal.) 50 Punkte.

Oberstufe.

) «ieg Willy Lckhr P f y 73 Punkte; 2. Wolf Bierat- lD- d.) 70; 3. eammn Eck (V. f. B5 68: 4. Hermann Neuier 6-v2. 5. Reinhold Schulte -Realgymn 56* -: 6 Adoli Kreilmg .L bemalj 53p»; 7. fach Wacker (T.-V. 50' , Punkie.

Da zur gesamten Vorbereitung der beiden Festtag eine einheitliche, wohlgegliederte Organisation infolge man« gelnder Initiative leider versäumt worden war, und di< berufenen Stellen nicht rechtzeitig die erforderlichen Schritte getan hatten, so konnte auch der größte Eifer der an der Spitze unermüdlich tätigen Herren nicht hindern, daß die Fcstordnung nicht in der geplanten Weise durchgeführv werden konnte. Um so erfreulicher ist es, daß b?i dem Kommers am Sonntag abend nicht der leiseste Mißklang bemerkbar wurde.

Der Kommet? in der Turnhalle.

_ bt. Gießen, 19. Oktober.

Bum Sonntag abend hatten die Vereine zur Pflege der Leibesübungen und die Hassia Bereine zu < ;r Jahrhundertfeier in Form eines Kommerses eingeladen. Die Turnhalle des Turnvereins war mit der lorlüer und tannen- bekränzten Fahne des Vereins der ehemaligen 116er geschmückt, der einzigen Fahne aus Hessen, die am Sonn­abend an der Denkmalsenthüllung zu Leipzig teilgenommen hatte.

Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt. Neben den vielen Mitgliedern der festgebenden und einaeladenen Vereine sah man auch eine große Zahl von Ehren äste;., dar­unter die Herren Professor Tr. Körte, Retwr der Univer- fttat, GeheimeratDr. U s i ng e r, Provinzialdirektor, Oberst von T r o t t a gen. Treyden, Beigeordneter Kell e r. Ober - staatsanwalt Hoffmann, Oberstleutnant von K nobels- d o r f. Geheimer Schulrat Dr. Hensel.

Die Feier verlief sehr stimmungsvoll, die Ansprachen und die übrigen Darbietungen trugen einen urdeutschen Cha- ratter und waren streng zugeschnitten auf den Ehrentag des Deutfchen Volkes, ben es zu feiern galt. Das erwähnte auch Rechtsanwalt K a u r m a n n, der ben Vorsitz führte, in seiner r " ß u n g s a n s p r a ch e und erzählte von der erhe- benben Denkmalsenthüllung in Leipzig, der er mit mehreren Mitgliedern des Vereins ehemaliger 116er beiwohn en konnte Seine Rede ging aus in ein Hoch aus Kaiser unb Großherzog.

Den Abend zu verschönen und zugleich unterhaltend zu gestalten, bemühten sich in dankenswerter Weise mehrere Ver- eine, deren Vorführungen von einem beifallsfreudigen Pu - lunm gebührend gewürdigt wurden. Wem davon der Vor­rang zukam, ist schwer zu entscheiden, sie leisteten alle ihr Bestes. Der Männerchor des GesangvereinsLieder- ranz" konnte besonders mit seinen sechs Altnjederläiidtt chen Volksliedern viel Ehre einlegen. Leiter des Chore - war Musikdirektor Bauer, Begleiter auf dem Harmonium Munldirektor K raufe, Solisten die Herren F a b e r und tfreunblieb. In Turnübungen unb prachtvoll gestellten Pyramideii glänzten Musterriegen des Turnver­eins und des Männerturnoereins. Elegant und sicher war der ^echfer-Reigen des Radfahrervereins von 188.5 Die mu­sikalische Begleitung der Vorträge unb des Kommerses über­haupt wurde von Musikern der hiesigen Infanterie Kapelle ausgeführt.

Mitbürger, Volksgenossen!

Allüberall in deutschen Landen feiert man heute die hundert­jährige Wiederkehr des großen Tages, an dem Deutschland, ja ganz Europa von der Gewaltherrschaft Napoleons befreit wurde und an dem damit für Deutschland die Grundbedingung wiedergewon­nen wurde für eine freie und feiner Eigenart entsprechende Entwickelung.

Auch wir in der alten Hessenstadt haben uns heute in feier­lichem Zuge hinausbegeben, um nach alter deutscher Sitte in der freien Gottesnatur das fast zu begehen und Zeugnis abznlegen von ben Gefühlen, die uns in diesen bedeutungsvollen Erinnerungs­tagen bewegen.

Denn es ist keins von den alltäglichen Festen, das wir und mit uns ganz Deutschland in diesen Tagen begeht, kein Fest, wie sie sich leider in den letzten Jahrzehnten in unferm Volk so ^rusgebreitet haben, an denen die Vergnügungssucht einen allzu großen Anteil hat, kein Rummel, wie es ein Stadtverordneter in der letzten Sitzung zu nennen für gut fand, - es ist vor allem ein fast dankbaren Gedenkens an all das Hohe unb Herrliche, was in jener Zeit in unserem Volke ans Tageslicht trat, aber es fei auch ein Fest ernster Besinnung, an dem mir uns Rech.'n- i fchaft darüber oblegen müssen, ob in unserem Volk der Geist von 1813 noch lebendig ist, ob wir, ein jeder an seinem Platz, alles) getan haben und tun. um diesen Geist zu pflegen uckd lebendig zu erhalten.

Ein fast dankbaren Gedenkens also! Dies Gedenken gelte allen 'denjenigen, wes Standes, Alters und Geschlechtes sie auch mären, die mitgearbeitet haben an dem großen Befreiungswerk.' Es gelte insbesondere den führenden Männern, die als Dichter, Denker rmd Erzieher ober als Staatsnränner und Feldherrn die feelifdxm unb körperlichen tiräfte des Volkes heranbildeten und sammelten und,als die Zeit erfüllet war", entfesselten und zur befreienden Tat führten! Möge das Bild dieser großen Männer, eines Schiller, Fichte, Jahn, eines Stein, Scharnhorst und Blück>er, "unsrem Volk stets unverfälscht bewahrt bleiben und der Jugend immer wieder vor Augen geführt iverben, damit sich an ihrem Feuergeist der verwandte Geist der kommenden Geschlechter immer wieder von neuem entzünde!

Mit tiefer Dankbarkeit wollen mir heute auch des deutsckien Staates gedenken, dec sich in diesem Kampf bei weitem das größte Verdienst erworben hat, -- ich meine das von den Hohen- zollern geschaffene Preußen. Dieser Staat, dessen Bevölkerung

vorübergehend einzelne Körperftellen befallen das akute zirkum­skripte Oedem, teils aber auch zu einer dauernden Verdickung der Extremitäten (Elefantiasis) führen. Berühmt ist die Nachtblind­heit (Hemeralopie), bei der die Befallenen am Tage gut, nachts aber nichts sehen, geworden durch eine Familie, die' von ihr nach­weislich seit dem 17. Jahrhundert heimgesucht wird. Es ist die Nachkommenschaft des Schläcklers Nou garet ans Vendemian bei Montpellier. Seit dem Jahre 1637 zählt man unter 1961 Nach­kommen 135 Hemeralope.

Eine wesentlich andere Rolle spielen die rezessiven Kraufheits- anlagen m der Vererbung. Ihnen gegenüber sind die normalen Merkmale die Dominanten. Deshalb können die Kinder ganz nor­mal sein oder es doch scheinen. So hatte die Zwergenfamilie Robert Skmuer aus Borkshire der Mann maß 2 Fuß 1 Zoll, die Frau einen Zoll mehr 14 normale Kinder. Bei Krankheit beider Eltern müssen auch die Kinder krank werden, bei völliger Gesund­heit eines Elters folgen die Nachkommen diesem, tragen aber zum Teil latent den rezessiven Keim des Leidens in sich, können es aber in einer folgenden Generation, wenn sie nicht in eine freie Familieexogam" einheiraten, zum erneuten Ausdruck bringen Gs ertranken dann die Hälfte oder doch ein Viertel der Nach­kommen Dabei ist ganz gleichgültig, wieviel Generationen hin durch die Anlage latent geblieben ist. Sobald sie auf eine gleich­sinnige tritft, bricht sie durch. Dieser- Umstand macht die Ve r wandten eh en so gefährlich, weil auf diese Weise häufig j)lernte Erbeigenschaften zusammcnfommen und sich addieren Plötzlich tritt dann bei den Deszendenten Taubstummheit, Schmach ' ftchtigteit, Biodlliin oder Epilepsie kombiniert oder nacheinander am Las berüchtigteste Beispiel für die Kumulation rezessiver plagen durch solche El-en bildet die Familie D a h 1, die unter 1b Mitgliedern nicht weniger als 42 taubstumme, epileptische wahnsinnige, idiotische oder schwachsinnige Jndividnen ausweist' Dabei nimmt infolge der Konsangiiinität die Belastung von Generation zu Generation zu. Von 52 Personen des fünften Gliedes erkrankten 1\ von 23 des sechsten aber 16 Perionen

Eine SondersteUung unter den erblichen Krankheiten nimmi eine Gruppe ein, diegeschlechtsabhängig" ist. Jene treten nur bei Männern auf, rühren aber nie vom Vater her, sondern werden von der Mutter, die gesund erid>eint, in die Familie eingebracht Die Töchter bleiben im Sinne der Mendelschen Regel für dominante Anlagen gesund, die Söhne erkranken prozentual. Es gibt mehrere Krankheiten, bei denen die Mutter denKonduktor" abgibt. So eine Form des Muskelschwundes ldie pseudohyper trophiscke Muskelatrophie), Farbenblindheit iTaltonismusj und Blindheit infolge Sehnerveneutzündung. Am bekanntesten aber ist wohl die Bluterkrankheit (SSämoubitie), die diesem Typus folgt. Zahlreiche Stammbäume solcher Bluterfamikien liegen vor. So dieBluter von Tenna ' in Graubünden und die Familie Mampel in Kirchheim bei Heidelberg, die unter 237 Mitgliedern 33o.o Bluter hat. Auch ein deutsches Fürsteugeschlecht gehört -u den Blutern. Natürlich gehen Bestrebungen dahin, die erblidxm Krankheiten auszurotten. Das; züchterische Veredelung nickt allein zum Ziele führen kann, entspricht den Mendelsä^m Forschungen. Man wird sich balvcr über kurz oder lang dazu entschließen müssen, die derart belasteten Individuen von der Fortpflanzung auszn schalten.

mtb toastete auf Jung Deutschland Festgottesdieust, in welchem Liz. 2:

Die Hundertjahrfeier -er Völkerschlacht. Die Lrinnerungsfeier in Gießen.

Gießen, 20. Oft.

-iie festlichen Tage der Erinnerung an die Leipziger Wölkerschlacht haften nun doch auch in Gießen einen Wider hall gefunden. Die sichtbare Anteilnahme der gesamten Bürgerschaft an dem

Fackelzug

vom Samstag abend hat erwiesen, daß ein lebendiger vater­ländischer Sinn auch Iper die Gemüter beherrscht. An dem Zuge selbst haben sich über 100 0 Personen beteiligt, fo daß die vorgesehene Zahl der Fackeln nicht ausreichte, um die Teilnehmer mit zwei Fackeln auszurüsten. Aber wenn auch bei der Ankunft auf dem Trieb nicht mehr alle Fackeln brannten, so entzündete sich da oben um das Freu­denfeuer doch eine feierlich gehobene Stimmung, und alles erfreute sich an diesem schönen Volksfeste. Man kann wohl sagen, daß die gesamte Gießener Einwohnerschaft an dieser Feier teilgenommen hat. Wie günstig war aber auch die Witterung, indem der Mond auf die frische Herbstnacht her­niederblickte, auf die gewaltige Volksmenge, in deren Mitte auch die obersten Vertreter der Behörden sich eingefunden hatten, der Rektor Prof. Dr. Körte, Provinzialdirektor Ge- heimerat Tr. Usinger, der Regimentskommandeur Oberst v. Trotta gen. Treyden mit mehreren Offizieren, Oberstaats­anwalt Hoffmann, Beigeordneter Emmelius mit mehreren Stadtverordneten, Landtag^abg. Prof. Urstadt und andere.

Die hinreißende und kernhafte Ansprache von Prof. Altendorf, die weithin vernehmlich durch die Herbstnacht scholl, hatte folgenden Wortlaut:

das Hoch eucrwerk lebrannt.

i. V. > 58; 18. Otto Kötzler -Oderrea! 57 T V.) 57; 18. Karl Dechthock M D ' .'7 Rerckgymn 56: 20. Ludwig Scknntt Oberreal 5teinmittler (Oberreal.) 55; 22. Otto Fra

fein lebhaftes Echo in den Herzen der Versannnelien er­weckte auch die F e st äii sp r a ch e des Oberlehrers Dr. Schmoll. Er verstand es, die Hörer an sich zu fesseln und sie durch seine in Begeisterung erzeugte Rede wiederum zu begeistern und mit sich fortzureißen. Er pries die hohe Be ­deutung des Tages, auch für die Hessen, trotz der damals so mißlichen politischen Lage, denn damals ans dem Schlacht­felde bei Leipzig ist der Keim zu dem erst viele Jahre später entstehenden einigen deutschen Reiche gelegt worden. Was einst kommen würde, das ahnten schon da die führenden Geister und Streiter der Zeit. Jchr Wirken und Kämpfen beschrieb der Redner, sprach von dem geknechteten und im Staube zertretenen Deutschland und dem sieghaften, starken Deutschland am Abend des 19. Oktobers 1813. Unser qc» liebtes Vaterland, cs lebe hoch!

Im Namen der festgebenden Vereine sprach Rechtsan­walt Kaufmann den Vereinen, die zum guten Gelingen des Abends beigetragen hatten, seinen Dank aus, dankte auch allen anderen, unter ihnen besonders den Vertretern der Behörden, für ihr Erscheinen. Dann kam er nochmals auf bic Leipziger Feier zu sprechen und erwähnte, daß der Eil­botenlauf des 8. Turnkreises (Hessens) leider sehr verspätet eingetroffen wäre, allerdings nicht durch das Verschulden der Läufer, sondern durch eine Panne des begleitenden Auto­mobils. Sein Glas galt dem weitern fröhlichen Verlauf des Kommerses.

Des Vorsitzenden Wunsch sollte nicht unerfüllt bleiben. Noch lange nach Schluß des offiziellen Teiles saßen die Teil­nehmer in regem Gedankenaustausch beisammen.

Die Feier in Berlin.

Berlin. 19. Okt. Tie Gruppe Groß-Berlin des Jnngdeutschlandbundes veranstaltete nachmittags Wx Erinnerung an die Völkerschlacht bei Leipzig pinen gronartigcit historischen Festzug, der die Erhebung Preußens 1813 bar- stellte. Melnere Kasernenhöfe im 3cmrum der Stadt bildeten bic Sammelpunkte. Von .hier aus setzte Jidj der faftiug bald nack Amei llljr in Bewegung. Man sah Schill mit seinen Husaren, Turnvater Zahn, General ?)orck, Major Lützow, die Generale Gneise,tau, Scharnhorst, Bülow, v. Dennewitz. Kleist Nollen- darf, den ^altcn Marschall Vorwärts Fürst Blücher von Wahl statt. In Kaleschen saßen Stein, Hardenberg, Fichte und ^chleiermack)er. Ganz besonderes Interesse erregten di>' vom Kaiser zur Berlugung gestellten R e i f e m a g c u der Königin Luise und 'hr Hockzeitswagen, ferner der faftmaqen mit einer Germania und dem schmiede des deutschen Roick^s. Bismarck. Die Verbindung zwüclwii einselmm marl'ante.t Gestalten bil.vten Triippen aus der Zeit vor 100 Jal/ren in teilweise ecktet hiftorudk-n Uniformen. An den historischen Fest-ug schlossen fiel, Vertreter von Regimentern an, die in Leipzig oen Sieg erfami-i n halfen. Atif deut Tempelhoser Felde, wo der Zug endete, laberten rwn hohen Holzstößen mächtige Flammen zuiir klaren Oktoberhimmel empor. Bald trat feierliche Stille ein; nachdem die letzten > .locken Hänge der nahen Kirche verhallt waren, betrat Milituroher- yiarrer Goens die Tribüne irrü) hielt die Festrede, bann (vielte

>. Hermann

17 Hans Haus-r

1 s- flarl Fische:

19 Karl Schmidt

55 ; 21. Lndroia jCbcrrcnlj 54;

1. toieg Wilhelm Michel (Realgstrnn.) 76i/2 Punkte; 2. Heinrich Wisker tStadtkn.) 75; 3. Karl Urban (Oberreal.) 741/2 4 Karl Renk (Oberreal.» 74; 4. Kurt Pfeiffer (Stadtkn.) 74; "5. Franz Möbius (Oberreal.) 73i/2; 6. Fritz Hofmann (Gymn 73; 7 Jul Güngerich (Realgninn.) 72; 8. Ernst Sommerkorn (Stadtkn) 71> .> 9. Arthur Flamme (Stadtkn.) 71: 10. August Wallenfels (Stadt' knabcnschule) 70: 10. Heinr. Boukeiller (Realgstrnn ) 70; 11 Fer­dinand Engel (Stadtkn.) 69: 11. Wilhelm Rieb (Stadtkn ) 69- 12. Georg Himmler (Oberreal.) 67; 12. Karl Daiipert -Oberreal ' 67; 13. Franz Rinn (Oberreal? 66; 14. Karl Engisch (Gstmn) 631/2; 15. Ludwig Deibel (Stadtkn.) 63; 16. Heinrich Zutt (Stadk- knabensckule^ 62'.,; 16. Karl Cappeller (Stadtkn., 62'/°; 17 Willy Kans (Stadtkn. > 61'/L,; 18. Willy Schwarz lRealgymn 61; 18 Karl farnges (M.-T.-V.) 61; 19. Willst Ruhl iT.-V) (iO'A; 19. August Tauster (Realgymn.) 60'.-; 20. Marl Burkhardt (Stadtkn.) 60; 20. Arthur Heißler fStabtln.i 60; 21. Theodor Schmieder (Realastmn. 59; 22. Wilhelm Haus i Stadtkn ) 58' ,- 22. Martin Balser (Stadtkn.» 58'..; 22. Emil Noll (Stadtkn^ 58V2; 23. Karl Balser (Stadtkn.) 58; 24. ffiobert Westvlxil i65nmn.) 57' 2; 25. Wilhelm Magnus (Realgstrnn 57; 26. Marl Schäfer (Oberreal.' 55'/°; 26. Richard Hildebrand (M.-T.-V. > 55' ,; 26 Hermann Jhring (Oberreal.) 55'..; 27. Joseph Wilhelm,' Oberreal.' 55; 28. Adolf Euler (Stadtkn.> 54; 28. Hermann Keßler (Oberreal.) 54; 28. Arthur Fourier Stadtkn.^ 54: 29. Walt Zöller «Realgstrnn.) 53i _>; 29. Hans Veith Stadtln > 53'- 30. Willy Eidman.n Realgymn.) 52; 31. Julius Schlabach (Ober- rcahrbiüei 51; 31. Ernst Fix (Realgstrnn.) 51; 31 .veinririj 2bcbcv «Lbcrrcalj 51: 32. Gkorg Sckubccker (T.-V.) 50' .; 33 Sleorg Schmidt ^tabtfn.) 50; 33. August Hilger Realgstrnn.) 50: no-cta6Vrn Z?: 33. Hugo Prasch (Stadtkn.) 50;

33. StubolT Krausmuller (Realgymn.« 50 Punkte.

r..HnL -Jarl fajter (Realgymn. 79 Punkte: 2. Kurt fach T 7^d3Srfo^na ^berreat.) 76V-: 4. Ernst Schneider i V Vtltmann Ballsv 'Cl.' 75: 5. Karl Leisler

)4. b.^ 9vcintrtirb Ltzauß Gnmn3 7.3Ä; 7 Gustav ußner t. -b ^.1'. : 8 irrnit Hempel 'Oberreal.) 71:9 fajt. Monrab^bcrrca j /O: 10. Karl Nagel Oberreal 67- >; 11. W oerger (Oberreal.) (.4'..; 12 ouao Freitag Cbcrreal) iG- 13. Rudolf Köhler (T V 63; 13 Otto Hr' '

63; 14. Rudolf Dietrick Realgymn 61 1

(Realgymn ' 61; 16. Karl Kröck (T