Ausgabe 
19.2.1913 Zweites Blatt
 
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Hr. 42

Zweites Blatt

165. Jahrgang

Erscheint täglich nett Ausnahme des Sonntags.

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Selbständigkeit der Lokalstellen verlangt und nicht alles vom

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Wie

Diese umfassen in .der Hauptsache die

ich-Soda.

Die

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18. Febr.

9,30 Uhr.

Abg. Ulrich seine Freunde

der be-

Nebenbah ilinien durch Kraftwagenlinien für Personen- u n d 'F r a ch t v e r k e h r in die Wirklichkeit umzuformen gc-

preustische Rheinprovinz hat etwas mehr mit 231 Kilometer.

Fragt man nun, wie sich in Hessen und Preußen Hauvt- und Nebenbahnen zueinander verhalten, so ergibt sich folgendes: Zu Beginn des laufenden Rechnungsjahres besaß Hessen rund 1250 Kilometer Staatseisenbahnen, und zwar rund 790 Kilometer oder etwas über 63 Prozent Hauptbahnen und 490 Kilometer, d. h. nicht ganz 37 Prozent Nebenbahnen. Preußen besaß 36 780 Kilometer Staatseisenbahnen, davon rund 21260, d. h. etwa

schiebt dies nicht, so können wir Nur annehmen, daß eine Antwort überhaupt nicht oder erst bei einer geeignet erscheinenden späteren Gelegenheit erwartei werde. Nicht anders wird in allen anderen

In Hessen sind für Nebenbahnen in der Finanzgemetnschatt laut Artikel 11 des Staalsvcrtrages und seit seinem Abschluß für Haupt- und Nebenbahnen bewilligt rd. 41 725 000 Mk., in Preußen 1' Milliarden. Nach dem Tilgungsverhältnis von 1; 49 könnte also von eben bereits vorkommenden Ausnahme- fällen abgesehen die Aufnahme weiterer Bahnen in dieAmanz- gcmcinschaft von Hessen erst dann beansprucht werden, wenn Preußen rund 413,i Millionen Mark, d. h. rund 2 Milliarden Mark, für die Erweiterung seines Eisenbahnnetzes, also noch weiter

Aus dem Gesagten ergibt sich:

1. Alle Einnahmen der in die Eiscnbahngemeinschast ein­geworfenen und von ihr betriebenen hessischen und vreußi- schm Staatsbahnen einschl. der Main-Neckar-Bahn sind für beide Staaten gemeinsam.

2. Die Eisenbahngemeinschaft trägt sämtliche Betriebskosten der von ihr verwalteten Staatsbahnen.

Mittwoch, 19. Hebmar 1913

Rotationsdruck und Verlag der Bruhl'schen Unwersiräls - Buch- und Siemdruckerer.

R. Lange, Gießen.

teilt das Worr bem

Finanzminister Dr. Braun: Vor allem eine die Debatte allgemeinen betretende Bemerkung. In der vorigen Woche konnten einige Wünsche und Ansrageii von überwiegend lokalem

zusanimen 38 Linien mit 523,9 Kilometer Länge.

Baukosten sind veranschlagt für die Linien in: Starkenburg auf 20 209 000 Alk., Oberhessen auf 28 610 000 Mk., Rheinhessen auf 2 799500 Mk.

HMche Zweite Kammer.

Darmstadt, Präsident Köhler eröffnet die Sitzung um Vor Eintritt in die Tagesordnung verliest

Mus der eisernen Seit; Die Befreiung Berlins.

(20. Februar bis 4. März.)

hft iMt 11 erflfl'116

Eine düstere schwere Zeit voll banger Erwarrungen brach nun über Berlin herein. Die Franzosen biwakierten auf den Plätzen, schußbereit waren die Kanonen ausgefahren, die Tore geschlossen, Patrouillen durchzogen die Stadt. Totenstille auf allen Ltraßen. Ta kam früh am 4. M ärz die erlösende Sunbe: dre Franzosen sieben ab! Der Vizekönig, der zu seiner Streitmacht kein Ver- traucn hatte und völlig ratlos geworden war, beging einen neuen schweren Fehler: er gab auch die Hauptstadt auf und zog sich auf feine Verstärkungen an der Elbe zurück, obwohl die russische Hauptmacht erst nach mehreren Monaten auf dem Kriegsschau­platz eintreffen konnte. Um 5 Uhr morgens, als die französische Nachhut noch am Halleschen Tore stand, drangen gleichzeitig etwa 6000 Kosaken und Baschkiren, die Vorhut von Wittgensteins Heer, in Berlin ein.Tie Kosaken ebneten mit Hacken und Schaufeln augenblicklich die von den Franzosen veranstalteten Erd- aufwürse und Gräben, und um 6 Uhr zogen unter Anführung des kommandierenden Generals die russischen Truppen in die Stadt. Ihr Einmarsch ging durch die gedrängten Reihen des das von allen Seiten hinzuströinte und ihnen den freund-- .Dcn Jubel bei dem Ein-

Redaktion, Ervedition unb Druckerei: Scfiul* straße 7. Ervedition und Vertag: fRebafhon:e=@ 112. Tel.-Adr.:AuzetgerGleßen,

DieLietzener ZamUienblätter" werden dem .Anzeiger" vterrnal ivöeheiulich beigelegt, das ^rcisUIatt für den Kreis Sieben" zweimal wöchentlich. TieLandwirtschaftlichen Seit- frageh" erfd)emen monatlich zweunal.

Charakter nicht sofort beantwortet werden. Tie Antwort unter blieo nicht etwa, weil der Gegenstand zu gleichgültig geschienen hät e. Sie unterblieb auch nicht einmal aus dem Grunde, weil der Herr Präsident zu Beginn der Budgetberatung bei der Kürze der uns zur Verfügung stehenden Zeit gewünscht halte, wir möchten uns nicht in Einzelheiten verlieren. Vielmehr hätte mehrfach eine Antwort, weil es sich eben um übenviegenb örtliche Angelegenheiten hanbelte, ein vorgängiges Benehmen mit den Lokaldienststellcn nötig gemacht. Es ist in früheren Jahren schon

Herr Abg. Osann htt die Anfrage an mich gerichtet, ich meine programmatische Erklärung vom 17. Dezember bezüg­lich neuer Bahnen richtiger, wegen des Ersatzes projektierter

aserki

and sonstige!)

Kitt-Fabri

(Bessow

- Teleph. Nt.oJ

57i Prozent, Hauptbahnen und 15 520 Kilometer, oder etwa 42-> Prozent, Nebenbahnen. Die sämtlichen Zahlen beziehen sich'nur auf die in die Hessisch-Preußische Betriebsgemeinschaft aüsgeluunmenen Bahnen. In.Hessen waren nun in 1911 gegen­über den vorhandenen 490 Kilometern Nebenbahnen noch weiter projektiert rd. 525 Kilometer Nebenbahnen, und zwar in:

Starkenburg 17 Linien mit 200,5 Kilometer Länge, Oberhessen 18 Linien mit 294,5 Kilometer Länge, Rheinhessen 3 Linien mit 28,9 Kilometer Länge,

zurück," so wurde später in der SpeKerschen Zeitung der Uebersall geschildert.Die Kosaken solgen und sprengen den Flüchtigen nach bis auf den Aleranderplatz, wo feindliche Infanterie und Artillerie weitere Verfolgung ein Ziel setzte, nicht sowohl durch ihre Contenance, denn die Gewehre zitterten in den Händen der Erschrockenen, sondern weil es unvorsichtig gewesen märe, zu weit in .einer Stadt varzudringen, in der 6000 Mann^Insanterie waren, und wo man sich bei allen Querstraßen durch Seitendctachemcnts schwächen mußte. Einzelne Kosaken sprengten indes durch alle Straßen und verbreiteten überall Schrecken und Verwirrung unter den Franzosen, während sie von ben Einwohnern mit lautem Jubel begrüßt wurden. Der Schrecken Halle sich ber Genrüter her Franzosen so gänzlich bemächtigt, daß die seltsamsten Wir- lnngen daraus hervorgingen. Als der Oberst von Tettenborn, umringt von Offizieren, in der Hitze der Verfolgung bis an eine Kaierne sprengte, bereit Fenster bidit mit französischen Tirallcurs besetzt waren, so erhielt er auf 15 Schritt eine Gewehrsalve, ohne paß irgenb jemand auch nur verwundet ward. Tie außer Fassung geratenen Tirailleurs hatten alles übersck-ossen." Tettenborn hatte gehofit, durch dieses Eindringen das Signal zu einer allgemeinen Erhebung der Berliner zu geben: er war wütend auf dieseBestien, die kein Blut, sondern Wasser in den Adern haben". Aber _bic Stadt war ganz unvorbereitet, den Bürgern fehlte es an Waffen, und der Oberst mit seinen wenigen tausend Reitern konnte einen ernsten Kampf gegen die 10 000 Mann starke Besatzung nicht wagen So zog er sich wieder zurück. Sturge versprengte Ab­teilungen, die sich zu weit vorgewagt hatten, bis nach den Linden, deut Tönhoffsplatz und. bem Potsdamer Tor, wurden von den Einwohnern freundlich aufgenommen und vor den Franzosen ver­steckt. »

eine Erklärung seiner Fraktion wonach .

nur ans versehen für Kapitel 2 gestimmt haben. Ich erkläre bn Auftrage meiner sämtlichen FraklionSkollecfen, daß alle auf bem Standpunkt stehen, den ich im Ausschuß eingenommen habe: b. h also, sie stimmen gegen biV Zivilliste unb die Beschlüsse ber Mehrheit. Tamil fällt ber Grunb zu ber hämischen Bemerkung fort, bie dieWormser Zeitung" machen zu müssen glaubte.

Es wirb bann in bie Tagesordnung, Beratung über öen Hauptvoranschlag, eingetreten. Ter Präsident er-

zusammen 51 618 500 Mk. Baukosten.

In Wirklichkeit würden die Kosten heute infolge der gestiegenen Arbeitslöhne und Materialpreise wohl noch erheblich hölfer sein, doch sehe ich zunächst hiervon ab. Die 30 Prozent Staatszuschuß würden bei dieser Summe erfordern 15 485 500 Mk. oder rund 15- o Millionen Mark und damit zu Lasten der Staatskasse, unter Berücksichtigung des dermaligen Kurses unlerer Iprozentigen Staatspapiere und ber Vorschriften bes neuen Tilgungsgejetzes über Eisenbahnschulden ein jährliches ^Ausgabenmehr von fast 41/2 Prozent jener Summe mit nalwzu 700000 Mk.

zug stellst Du Dir nicht vor," schrieb Niebuhr,und so sind sie int ganzen Lande empfangen. Preußen und Russen siirb wie Brüder miteinander." Am meisten jauchzte man jenen exotischen Gästen ber fernen Steppen, den Kosaken, Kalmücken unb Baschkiren zu, bie auf ihren kleinen Pferden lKngend, bie lange Lanze in ber nervigen Faust, frennblich fragten, wo der nächste Weg nach Paris ginge." Sie wurden ivahrhaft vergöttert unb mit Brot, Wurst, Tabak unb Schnaps überschüttet. Die vornehmsten Tarnen braditen den schmutzigen, struppigen Kerlen Erguickungen ins Lager. Jedem Kosaken lies man womöglich nach," erzäh l Caroline von Rock.ow,sand alles an ihnen himmlisch, ihre eigentümliche Er­scheinung, ihre Bärte, ihren Gesang." Mil einer improvisierten Illumiiration wurde bie Befreiung Berlins gefeiert.

Rekordpreise auf einer amerikanischen Auktion. Rekordpreise, wie sie auf einer Auktion in Amerika noch nicht gezahlt worden sind, brackste die Versteigerung der Sammlung von C. D. Borden in New Aork, auf ber 42 Bilder für 3 200 000 Mark verkauft wurden. Ten höchsten Preis er­zielte ein RembrandtDie sterbende Lucrezia", der für 520 000 Mark für den bekannten amerikanischen Kunstsammler Frick erworben wurde. Es ist der höchste Preis, der je für einen Rembrandt in den Vereinigten Staaten gezahlt wurde. Ein besonders schönes Gemälde TurnersRegatta, mit dem Wind segelnd", brachte 420 000 Mark, ein Ktnderporträt von Rom- n e 1) 400 000 Mark, Höppners Bildnis der Mrs. Arbuthnot 242 000 Mark. Weitere Bilder von Romneh murbeit für 240 000 Mark unb für 55 000 Mark versteigert. Frick erwarb auch ein Hauptwerk John CromesDie Weide" für 220 000 Mark Tas Bildnis des Geistlichen Kaspar Sibelius von Frans Hals, das nur IOV2 Zoll zu 7% Zoll mißt, ging für den Preis von 180 000 Mark in andere Hände über.

Ei n neues arabisches M useum in Tunis. I'n Tunis ist dieser Tage von dem Generalgouvemeur das Neue arabische Museunr eröffnet worden, das dem Bardo-Museum an gegliedert ist. Als Räumlichkeiten wurden einige bislwr un­benutzte Teile und Nebengebäude des prächtigen maurischen Pa­lastes, in dem sich das Bardo-Museum befinbet, ltergerichtet, und zwar wurden zu der Ausstattung dieser Säle alte Gewölbe und andere Bauteile, sowie alte Täfelungen und Fayencen verwendet, die aus den Trümmern ber niedergelegten Bardo-Burg gerettet sind. In 3 Sälen und 1 großen Galerie präsentieren sich nun die stattlichen arabischen Sammlungen, die bisher in den Magazinen verborgen waren. Es sind kostbare Kunstschätze, Teppiche, Waffen, Möbel, Gewebe, Miniaturen, Gegenstände aus Silber und Kupfer und Schmucksachen. Besonders fielen herrliche Tonlacheln aus Kleinasien und wundervolle alte Teppiche auf.

grünen Tisch" der Zentrale aus geordnet wissen will.

Nunmehr zur Sache, und zwar zunächst zu den schon in Generaldebatte von den Herren Rednern aus bem Hause rührten Fragen ,utm' KapitelEisenbahnen":

oocr lewetls ourcy iaitD)tanonajc )öqa>iuiic zu oen etnzcimn, Budgets, für welche bie Verwendbarkeit entsprechender Beträge nack gewiesen wird. Würde unser bisheriges Vorgehen unbe-' schränkt für alle möglichen Linien fortgesetzt, so würde man auf die Dauer zu nicht zu verantwortenden Ergebnissen kommen. In bezug auf die Bevölkerungsdichtigkeit übertreffen Hessen, das 167 Seelen auf den Quadratkilometer zählt, nur das Königreich Säckchen mit 320 Seelen, also mit der-choppellen Zahl, und ferner die preußische Nheinprovinz mit 261 Seelen. Was die Dichtig­keit des Bahnnei.es angeht, so bat Hessen auf 1000 Quadrat­kilometer 208 Kilometer Eisenbahnen (Haupt- und Nebenbahnen zusammen), die Provinz.Rheinhessen sogar 335 Kilometer. Damit

Die ungültige Reichrtagrersatzwahl in 8ingen-Aizey

Der Wahlprüfunosausschuß des Reichstags hat b'kannt- liä) beschloßen, das Mandat des mit Hilfe des Zentrums gewählten früheren nationallibcralcn Abg. Dr. Becker für Alzey-Bingen für ungültig zu erklären. Der - Be­schluß des Plenums des Reichs ags steht noch aus. Er kann der kaum zweifelhaft sein auf Grund der amtlichen Beweis­

erhebungen, deren Ergebnis der Wahlprüsungsausschuß so- elen in einem 56 Seiten starken Ak.enstück veröffentlicht hat. Wir entnehmen daraus folgende bemerkenswerten Angaben:

Die Zahl der für Dr. Becker abgegebenen Stimmzettel hatte die Mahlprüfungskommission auf 12 016, die Stimmzettel für seinen Stichwahlgegner Korell auf 12 012 festgestellt. Tas Er­gebnis der Stichwahl hängt also an ei tem seidenen Faden. Nun ist aber amtlich ermittelt worden: In Elsheim waren einmal gleichzeitig drei Wähler im Isolier raum. In $au - Mgesheim und in Alzey haben zwei W a h l u n m ü n d i g e ge w'ähtt. In Oberingelheim hat ein seit langen Iahten wegen Geisteskrankheit Entmündigter seine Stimme abgegeben. 3n Armsheim hat ein R e i chs a u s l ä n d e r gewählt, in Hor- nifilcr ein nicht im Besitze ber bürgerlichen Ehrenrechte befindlicher Mann. In mehreren Wahllokalen sind ungehörig Leute aus bem Wahllokal verwiesen worden. Unzulässigerweise nnirbe für bie Stichwahl ein Wahllokal verlegt.

I Für Groß-Winternhcim hat bie Kommission bei Prüfung ber cingeforberten Stimmzettel festgestellt, baß eine erhebliche Zahl von Becker-Zetteln, nämlich 32 Stück, bnrch je zwei neben= ciranbcrttegenbe S t e ck n a d e l st i ch e gekennzeichnet wor­den sind. Tie Frage, ob baraus eine Ungültigkeit ber sämtlichen in Groß-Wintern heim für Dr. Becker abgegebenen 70 Stimmen hergeleitet werben könnte, mürbe, verneint. Dagegen erklärte die Kommission einstimmig, der gesetzlichen Vorschrift entsvrcchend, bie 32 gekennzeichneten Stimmzettel für ungültig, so daß hier dem Kandidaten Dr. Becker 32 Stimmen abzusetzen sind.

Für Sprendlingen erachtete die Kommission übereinstimmend als ausreichend festgestellt: 1. daß der Wahlvorsteher unb der Protokollführer etwa eine Stunde lang gleichzeitig abwesend gewesen sind: 2. daß bei der Ermittlung des Wahl- refultats nicht ordnungsmäßig verfahren worden ist: 3. daß sich bei der Zählung 2 Stimmzettel mehr ergaben, als Stimmen abgegeben worden sind. Gezählt sind in Sprendlingen fül Dr. Becker 139 Stimmen und für Korell 382 Stimmen. Ter Antrag auf Kassierung des ganzen Wahlaktes in Sprendlingen wurde in der Wahlprüfungskommission mit 9 gegen 5 Stimmen dbgelebnt. Auch die beantragte Ungültigkeitserklärung aller für bin Gewählten in Sprendlingen abgegebenen Stimmen wurde abgelehnt. Dagegen wurde mit 9 gegen 5 Stimmen beschlossen, bie 2 zuviel gezählten Stimmen dem gewählten Abg. Dr. Becker in Abzug zu bringen.

Auf Grund dieser Beschlüsse ist der Wahlprüfungs^- ausschuß zu der Entscheidung gekommen, daß dem Abg. Dr. Becker von seinen 12 016 Stimmen 44 abzuzrehen und seinem Stichwahlgcgner Korell zu seinen 12 012 Stimmen t zuzuzählen sind, so daß auf Becker nur 11972 Stimmen, mf Korell aber 12 016 gefallen sind.

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

, el, Heinrich von meins tytiunu, uay

erooert.Die feindliche Kavallerie widersteht dem Ungestüm Volkes,r -: x..

d« Angriffes nickst und wirft sich in Utwrdnung ui dre Stadt | lrchsten Wüllomünen entgegenbrachte.

Wie groß war in jenen zukunftsreichen, aber noch ungeklärten FÄruartagen des Jahres 1813, als die Erhebung des^Volkes sich eben erst vorbereitete, die Gefahr, daß die noch in ^eutick, land stehenden Franzosen einen entscheidenden schlag führten und den eindringenden Russen mannhaft, widerstanden! Es be- bentete ein ganz außerordentliches Glück für die Lache der 53er- bünbeten, daß ber französische Heerführer, dem tu Vertretung bey iteiferd bie schwere Aufgabe geworben war, bas franzu.sckfe Mach! gebiet in Tentschlanb zu behaupten, bat? Napoleons <*ager (higen Beau Harnais, ber Vizekönig von Jtalren, lid) wtner Auf­gabe nicht gewachsen zeigte. Tas Ausharren in 1 einer Stellung an der Oder hätte den Russen, die mit ihrer Hauptarme noch tief in Polen fteften, einen schwer zu überwindenden -Lamm Mgegenaestcllt. Der Vizekönig .aber verzichtete in übereilter Tmgsttichkcit von vornherein aus dte Verteidigung ber Oder- tiiie unb beschloß, seine Truppen weiter rückwärts ^ei Berlin ' sammeln. Er selbst nahm sein Hauptquartier tn L-choneberg.

Währenb bieses Rückzuges aber erschienen bereits, oon^ ber öiwölkerung jubelnb begrüßt, als bie ersten Befreier die K o f a i c n, Deren raschem Vorbringen ein Hauptverdienft an ber lschnellen ihiumung Preußens bnrch bie Franzosen zugefchrleben werben in.llß Tiefe bärtigen Gesellen auf ihren Timten zottigen Pferden eilten in den Tagen vom 15.-21. Februar, unter der Führung öei Generals Tschernitschelv unb ber Obersten Tettenborn und öimckenborf über bas morsche Eis ber Oder oberhalb von Kustrin, Harfen sich mit verwegener Kühnheit auf bie vereinzelt marfchie- reibcn französischen Bataillone und riefen einen Schrecken hervor, bet die Bürger Berlins mit freudiger Hoffnung, die französische Matzung mit liefen Sorgen erfüllte. So schwärmten einzelne PAks bis in die Gegend von Berlin, und mit unglaublicher Ver- roigenbeit unternahm Tettenborn am 2 0. Februar einen UebcnuM auf die Stadt, nachdem er mit grösster ^reistig- feit den Kommandanten AUgereau zur Uebergabe aufgciorben kalte. Tettenborn, eineleichte lustige Husarennatur , wie ihn Tmdt nennt, hatte schon früher als österreichischer Offizier, dein Hanbtcn in Berlin zugeteilt, durch seine tollen Streiche und iHnc Verschwendung bei den Bürgern AuNehen erregt, '-r ver- liflcubertc damals eine ihm von preußischen Verivatidten zu- Büalicne Erbschaft von 20 000 Talern in wenigen Monaten, I» daß er bei seiner A'reise auch nicht einen Pfennig mehr davon bsaß. Der leichtsinnige, liebenswürdige Reiterfuhrer wurde als Fretter und Befreier begrüßt, da er durch bas Königs kor m die Straften einbrang. Zu gleicher Zeit hatte sein Stabschef, ber ^<ajor von Pfuel, Heinrich von Kleists Freuub, bas Schönhauser <ü>r erobert. r....... " "

Aufwendungen für die Ergänzung bet Bahnanlagen unb Betriebs - mittel, die nach den preußischen Verwaltungsgrunds atzen nicht unter den Ausgaben des Betriebsetats verrechnet roerben. Es sind das zunächst alle einmaligen Kapitalauswendungeu im Emzel- betrage über 100 000 Mark für bie Erweiterung ber tiorbanbenen Anlagen unb für bie Vermehrung ber Fahrzeuge. Weiter fallen hierunter ohne Rücksicht auf die Höhe der Einzelbeträge biejemgen Kapitalinvestitionen, für bie in Preußen befonbere, sog. Zentral soubs, bestehen. Solche Foubs sind vorhanden für Anlagen und Beschaffungen, die sich über einen größeren Raum erstrecken und einem einheitlichen Zweck dienen, auch wenn dessen Gesamt- kosten den Betrag 'von 100 000 Mk. übersteigen. Hierunter fallen z. B. die Kosten der nach einheitlichen Gesichtspunkteii durchgesührten Vorkehrungen zur Verhütung von Waldbränden unb Schneeverwehungen, ferner bie Ausgaben für elektrische Liche- rungsanlagen und Doppellichtsignale, weiter die Baukosten für Dienst- und Mietwohnungsgebäude für geringbesoldete Eisenbahn- bedieilstete in den östlichen Grenzgebieten und endlich nochmals ein Zentralfonds für unvorhergesehene außerordentliche Ausgaben.

wiederholt vom Regiemngstisch aus gcbc.cn worden, daß, man uns vorher von solchen Anfragen und Wünschcii, die sich aus Zahlen ober örtliche Vorgänge beziehen, in Kenntnis setzen möge. Gc-

.gebot ition 50 350 250 L76 J 1.75 lo01.2» 95 2.001.<» l.o® 7125) 2.001.<5 50 2.00 1.25 1.50 50 3.00 g 1.75 00 S LOO 0L0 &Cie.

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1,2 Milliarde aufgewendet haben wird.

Mehrfach ist die Frage gestreift worden, ob nicht die Eisen­bahnerträge noch weiter steigend bleiben würden. Dazu nur ganz wenige Worte: Als Anteil Hessens am Betriebsüberschuß ber Eisenbahngemeinschaft sind für 1913 bekanntlich tm Budget 17 443 000 Mk. eingestellt. Ter Ansatz entspricht dem Betrag, gesetzgebenden Mrperschaften verfahren, und anders kann auch der sich nach dem Gemeinschaftsetat^ aus dem Betricbsüberschutz gar nicht verfahren werden, zumal, wenn man mit Recht größere in der veranschlagten Höhe von 825 Millionen Mark und ans ~ "' ' der voraussichtlichen Tilgungsziffer für 1913 nut 2,1142 Proz.

ergibt Er bleibt sowohl hinter dem wirklichen Anteil für 1911, ber 17 852 000 Mk. betrug, als auch hinter dem bis letzt 'zu ermartenben Anteil für 1912 mit rund 18 Millionen Mart

zurück.

Tie Brutto-Einnahmen ber Eisenbahnverwaltung zeigen zwar auch jetzt noch steigende Tendenz, wie sie über lange Zeiträume ja unzweiselhaft ansuerfennen ist. Im ührigen läßt sich gerade fetzt, nach einer längeren günstigen Periode, die wirtschaftliche Ent- , Wickelung in der nächsten Zeit nur schwer beurteilen.

denke. Ta zu Folgendes: Es wird vor allem erforderlich fein, i Die Betriebseinnahmen setzen sich zusammen aus den Subventionsmittelbereitzustellen. Taß hierzu in besonderem Maße eigentlichen V e r k e h r s cinnahnien, d. h. den Einnahmen aus Beträge geeignet sind, die aus Eisenbahnüberschüssen fließen, will dem Personen-, Gepäck- unb Güterverkehr, und ferner aus ben mir scheinen. Man könnte also daran denken, aus etwaigen lieber sonstigen Einnahmen. Diese umfassen in .der Hauptsache dre schüssen des Ausgleichs- und Tilgungsfonds demnächst einen Teil Vergütung für Bahnanlagen und Fahrzeuge, die an Dritte über für jeneZubringcr"-Linien im lokalen Eisenbahnverkehr zu einem lassen werden und für Leistungen zugunsten der Post unb anderer besonderen Fonbs auszuscheiden, und zwar entweber gesetzlich Verwaltungen, ferner die Grträgc aus dem Verkauf von Mate- ober jeweils durch landständliche Beschlüsse zu den einzelnen. rialien.

Budgets, für welche die Verwendbarkeit entsprechender Beträge Die Betriebs a u s g a b e n setzen sich zusammen aus den per nack gewiesen wird. Würde unser bisheriges, Vorgehen unbe-' sönlichcn unb sachlichen Ausgaben. Tie persönlichen Aus- r r- -. ** aasten umfassen die Besoldungen und sonstigen Tienstbezüge der

Beamten und Hilfskräfte, fowie die Löhne der Betriebsarbetter. Es gehören ferner hierzu die Pensionen, Warte- und Hrntcr- blicbencngelber, die Unterstützungen, Unfall- und Krankengelder und die Zuschüsse an Pensionskassen. Zu den sachlichen Ausgaben rechnen die Beschaffungskosten der Bettiebsmaterralren, der Auf­wand für die Erhaltung und Erneuerung der baulichen Anlagen und Fahrzeuge, sowie der Geräte und maschinellen Einrichtungen, ein

- u ----- . schließlich der Löhne der Bahnunterhaltungs- und Werkstatten-

h-at Hessen das dichteste Bahnnetz von ganz L.eutfchland: nur die a^iter, ferner 'bie Kosten der Benutzung fremder Bahnanlager. 001 R'"<* und Fahrzeuge und die allgemeinen Geschäftsunkoften.

Nicht zu den Betriebsausgaben ber Eisenbahngemeinschaft werden dagegen gerechnet die auf den Eisenbahnbesitz von Hefsen und Preußen entfallenden Staats-, Gememde- und fonsttgen öffentlichen Abgaben. Sie sind von jedem der beiden ©tauten aus eigenen Mitteln zu decken. Gleiches gilt von denjemgen '' ' die Ergänzung der Bahnanlagen und Betnevs-