Ausgabe 
17.3.1913 Erstes Blatt
 
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btnzien, sogar für Sofia, und tonne keineswegs an Grie­chenland fallen.

Trotz der vorgebrachten Kritiken erklärten die Führer sämtlicher Parteien, daß sie der Regierung ihre volle Unterstützung ^ur Verteidigung der nationalen Inter­essen gegen den Feind und gegen die konkurrierenden Be­strebungen gewähren würden.

Sofia, 17. März. Ministerpräsident Geschow und Sobraujc-Präsident Dr Danew hackirn gestern im Sitzungs­saale der Sobranje eine aus 700 Personen bestehende Ab­ordnung der Bezirke von Silistria, Baltschik, Kavanta und Dobritsch empfangen, welche gekommen war, um gegen eine eventuelle Abtretung bulgarischen Bodens an Rumänien Verwahrung cinzulegen und um bei der Regierung darauf zu dringen, sie möge nicht gestatten, daß Rumänien von oem bulgarischen Grenzgebiet Besitz ergreife Geschow und Dr. Danew gaben der Abordnung gegenüber die Versiche­rung ab, daß die Regierung die durch die Haltung des Nach­barn im Norden hervorgerufene Beunruhigung der Älbord nung teile. Sir werde die Großmächte über die nicht­berechtigten rumänischen Ansprüche weiterhin auf klären, und alles, was in ihren Kräften stehe, tun, um das bulgarische Vaterland vor einer Amputation zu bewahren.

Rumänien will warten.

K o n sta n t i n o p e l, 17. März. Nach hier eingetroffe­nen diplomatischen Meldungen beabsichtigt Rumänien die Regelung seines Streites mit Bulgarien bis nachdem Friedensschluß hinauszuziehen, weil es seine Bedingungen nach dem Ergebnis des Friedensvertrages für Bulgarien ändern will.

Serbiens Verwundete.

Belgrad, 17. März. Nach dem amtlichen Ausweis befinden sich gegenwärtig in den hiesigen Hospitälern 1054 verwundete und kranke serbische Soldaten.

Ein Sieg der Griechen.

Athen, 16. März. (W. B.). Der .Kronprinz meldet: Die 8. Division, in der (siegend von Delvino und Ar- gyrokastro kämpfend, schlug bei Arinista die Nach­hut des Feindes; 1600 Türken wurden gefangen.

Samos.

Athen, 16. März. Die Insel Samos ist gestern von griechischen Truppen besetzt worden.

Das Bombardement von Skutari.

Podgoritza, 16. März. Am Freitag begann ein furchtbares Bombardement aller Belagerungsgeschütze gegen die Befestigungen Skutaris und die Stadt selbst. Ein Stadtviertel wurde in Brand geschossen.

vom Reichrverband der deutschen presse.

~ Berlin, 16. März.

Unter zahlreicher Beteiligung von Mitgliedern der an- geschlossenen Vereine trat heute im Zoologischen Garten ein vom Reichsotrband der deutschen Presse einberufcncr Berlin Branden­burgischer Pressetag zusammen. Der frühere Chefredakteur der Kreuz-Zeitung", Ministerialdirektor a. T. Dr. Herrn es (Berlins sprach über das Thema:Regierung und Press c". Er erklärte u. a.: Bedauerlich ist cs, daß die Inhaber der höheren Staatsänttcr nicht wie in anderen Ländern auch bei uns durch die Presse gehen. In anderen Ländern geht freilich mitunter auch der Weg zu den Staatsänrtern durch das Parlament. Auch das ist bei uns nicht der Fall. Die Parlamentarier, die bei uns in höhere Staatsämter gelangt sind, können wir an den Fingern abzäblen, und sie sind gewöhnlich nicht allein Parlamentarier gewesen sondern auch noch höhere Verwaltungsbeamtc: ich brauche da nur an Miquel zu erinnern.

Zweiter Redner war Reiäistagsabgeordneter Pfarrer a. D. Naumann (Berlin) der in humorvoller Weise über das Thema Presse und Parlament" sprach. Er nannte die Presse eine Volksvertretung. Die Rolle, die der Stimmzettel bei den Wahlen svielt, vertritt die Abonnementsquittung bei den Zeitungen. Es kommt hinzu, daß das Parlament, der Reichstag aufgelöst werden kann bei Landtagen fonuiit das weniger vor. (Heiter­keit.» Die Presse ist aber die Volksvertretung, die niemals weg- ledrängt werden kann. Wir haben somit eine beschließende und eine beurteilende Volksvertretung. Die beschließende ist das Parla­ment die beurteilende die Presse, und daher besteht zwischen beiden eine gewisse Rivalität. Wenn ein neuer Gesetzentwurf erscheint, so geht cs ihm wie einem neugeborenen Kinde. Alle guten Tanten, das ist hier die Presse, konrmen und besehen das Kind, und einige, das sind die, ivelchc von vornherein sagten: aus dem Kinde kann nichts werden, ziehen ein Gesicht. Die andern, welche sagten, das Kind mußte kommen, wollen auch nichts davon wissen. Ein Gesetz ist aus Konzessionen und Kompromissen zusammengcset't, so daß eS schließlich seinem eigenen Erzeuger auch nicht mehr gefällt. Presse und Parlament erklären, daß sie völlig unabhängig voneinander sind, cs ist aber nicht allzuweit her mit dieser Unabhängigkeit. Wenn man unten ist im Parlament, so sagt iedcr Abgeordnete: Mir ist es ganz gleich, was die Zeitungen von mir schreiben. So ganz gleich ist es ihm aber doch nicht. Auck die Parlamentarier werden von der Presse oft falsch beurteilt. Die Spannung zwischen beiden beruht zum Teil aus gewissen technischen Mängeln in den parlamentarischen Einrich tungcn, zum Teil auch in den vielen Wiederholungen in den Reden. Zu wünschen ist, daß Parlament und Presse gegenseitig mehr Verständnis zueinander bekommen. (Lebhafter Beifall.)

Hierauf sprach Wirkt. Geh. .(kriegsgerichtsrat Tr Romen über:Presse und Rechtsprechung". Er behandelte die beiden Hauptkrebssäwdcu, unter denen die Presse auf dem Gebiete der Rechtsprechung zu leiden hat: den Zeugniszwang und den Begriff der Wahrnehmung eigener Interessen

An vierter Stelle sprach Verlagsdircktor Georg Bernhard über:Presse und Börse". Hierauf plauderte der frühere K. K. Hofburgdirektor Schlenthcr überDie soziale Lage der Feuilletonisten", und als letzter Redner behandelte der frühere Chefredakteur des Berliner Börscn-Couriers, Dr. LandauDie wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse der Redakteure".

Ans Stttdt «nv fand«

Gießen, 17. März 1913.

Unsere Gcldvcrfnssung.

Im kaufmännischen Verein sh aus hielt am Samstag abend Herr Otto Seipp- Darmstadt einen Vortrag über Unsere Geldverfassnng mit besonderer Berücksichtigung der Reichsbank und ihres Diskontverfatzrens" Infolge der Un- zulänafichkeit des Tauschhandels bildete sich die Notwendig- leit eines allgemein gültigen Ausgleichs- oder Zahlungs mittels heraus. ?lls solches gelten ans verschiedenen Grün­den die Edelmetalle besonders das Gold wegen seiner Wert­beständigkeit. Bis 1871 hatte man in Deutschland getreu seiner politischen Vielgestaltigkeit die verschiedenartigsten Geldsorten, die mit wenig Ausnahmen nur im Gebiet ihrer Ausgabe Volke Gültigkeit hatten, wodurch große Scherereien und Verluste notwendig entstehen mußten. In 'Preußen galt der Talerfnß, in anderem Staaten die verschiedensten Guldenfüße. Man sah ein, daß diesen Zuständen ein Ende gemacht werden müsse, und die erste große Tat nach der Reichsgründung war die Schaffung eines neuen deutschen MünzgesetzcS, als dessen (Grundlage die auf dem Dezim il- shsrem ruhende Marin ährung angesehen werden muß Der lange Jahre geführte Streit, ob Silber über Goldwährung, ist zugunsten Her le-tevcu entheben. Al. gesetzliches Zad

lungsmittel diente nur Gold sowie die in Umlauf ge­wesenen Taler. Später ist diese Bestimmung auf die Reichs- imnfnoten (nicht Reichskassenscheine' ausgedehnt worden. Silber braucht uiemanb über 20 Mark und .HUpfcrgeü) nicht über eine Mark anzunehmen Lildergeld wurde für den Kopf auf 10 Mark, neuerdings 15 Mark in Umlauf gesetzt. Eine iveitere Tat von einschneidender Bedeutung war die 1875 infolge des BanlgesetzeS erfolgte Gründung der Reichs­bank. Der Geschäftskreis der bestehenden Notenbanken wurde dadurch eingeschränkt, daß von 32 Notenbanken so­fort 13 ihren Geschäftsbetrieb einstellten. Joeirtc gibt es nur noch 4, deren Tätigkeit sich aber fast nur auf das' Land ;er Ausgabe beschränk. Düe Reichsbank ist als Mtien- gesellschaft gegründet, um ihr im Fall eines unglücklichen Krieges die international vereinbarten Rechte des Privat- eigentums zu sichern. Im übrigen aber steht fie ganz unter der Leitung des Reichs, unb ihre Beamten sind Reichsbcamte. Sie genießt bis zu einem gewissen Grade Steuerfreiheit und wird von dem Reichsrechnungshofe ge­prüft. Der von den Aktionären gewählte Zentralausschuß hat nur gutachtliche Bedeutung Um den Geldumlauf zu regeln und den Zahlungsausgleich zu erleichtern, wurden rund 500 Reichsbankstellen gegründet, so daß das Deutsche Reich von einem sehr umfangreichen Gironetz durchzogen erscheint. Welchen Umfang dieser Geldverkehr angenommen hat, der in der Hauptsache ohne bares Geld gedacht ist, geht daraus hervor, daß bei der Gründung 32 Milliarden unb jetzt 415 Milliarden umgesetzt werden. Das der Reichs­bant zustehende Recht der Notenausgabe ist insofern be­grenzt, als mindestens 1 . der Noten durch Gold gesichert ein muß. Der über 550 Millionen Mark, an Quartals­terminen über 750 Millionen Mark, hinausgehende Umsatz unterliegt der Besteuerung, die im Jahre 1912 4 Millionen Mark betrug. Die augenblicklich sehr angespannten Geld­verhältnisse machten eine Erhöhung des Reichsbankdiskonts nötig, der alle Voraussicht nach noch eine Zeit lang anhalten wird. Die Verschiebungen des Diskonts ljaben ihren Grund in der lebhaften Nachfrage und in der Art des internatio­nalen Getdverkehrs. Um diesen in seinen ungünstigen Schwankungen etwas in der Hand zu haben, unterhält die Reichsbauk selbst größere Bestände an Devisen und ver­hindert demgemäß größere Goldausgänge ins Ausland, wie auch die Diskonterhöhung ein Mittel darstellt, den Gold­export aufzuhalten. Dann kommt der Redner auf einen in unserer Geschäftswelt noch zu wenig beachteten Punkt zu sprechen, der darin liegt, daß wir noch zu viel mit Hart­geld bezahlen. Das hat den Nachteil, daß unsere Gold­bestände luapp sind. Man suchte diesem Verfahren durch einen auf breiter Grundlage gedachten Scheckverkehr Einhalt zu tun. Die dadurch erzielten Erfolge werden durch die Einführung des Schectsternpels ungünstig beeinflußt.

Was unsere Geldverhältnisse im Kriegsfälle betrifft, o muß man sich darüber War sein, daß ein finanzieller Aufmarsch nicht erst angesichts des Feindes, sondern schon int Frieden erfolgen muß. Die für diesen Fall aus gestell­ten Berechnungen gründen sich auf die Ausgaben der letz­ten großen Kriege und sind nur Wahrscheinlichkeitsrech- nungen. Auf alle Fälle würde nach dieser Seite hin kein Grund vorhanden fein, sich über die finanzielle Leistungs- ähigleit Sorge zu machen. Einen schweren Stand dürften o meint der Vortragende, in Kriegszeiten die Sparkassen )abcn, die einen großen Teil ihres Geldes in Hypotheken estgelegt haben. In Preußen hat man barum durch (besetz bestimmt, daß die Sparkassen 25 Prozent ihrer Bestände in Staatspapieren anzulegen haben, was' indessen auch infolge der Kur ss chwa n tun gen recht fühlbare Nachteile int Gefolge hat. Das alleinige Mittel ist die immer mehr durchbrechende Ansicht, daß die Anlage von Geldbeständen auch zu Krüegszeiten in den Sparkassen die denkbar beste ist. Ohne Lontbardkriegskassen und ohne Zwangskurs werde es int Kriegsfall wohl nicht abgehett, aber es ist anzuneh- men, daß sich unsere Geldverfassung auf Grund des Nativ nalwohlstands ebenso wie im Frieden auch int Kriege be­währen wird. Den sehr beifällig aufgenommenen Ausfüh- ntngcn schloß sich eine ausgedehnte Aussprache an, an >er sich unter anderen Rechtsanwalt Raab und Lehrer H. Müller beteiligten.

** VomGroßh. H o f c. Am Sonntag sand in Türm- stadt eine Abendgesellschaft statt, zu welcher 80 Einladungen ergangen waren Außer den Fürstlichkeiten, Prinz und Prinzessin Karl Friedrich von Hessen, Fürst zu SolmS- Lich, Fürst zu Stolberg-Wernigerode, die Fürstin-Mutter zu Erbach-Schönberg, Prinz und Prinzessin Leopold zu Isenburg-Birstein und Prinz und Prinzessin Victor zu Er­bach-Schönberg, waren u. a. erschienen: Geheimerat Dr. Strecker und Frau aus Mainz, Geh. Kommerziettrat Gail und Frau aus Gießen, Herr R. von Passavant mit Frau, Konsul von Passavant, "Herr Max von Grunclius und Frau, Boron und Baronin Schey aus Frankfurt, Fran Lanz, Dr. Karl Lanz und Frau aus Manicheim, Landrat von Marx aus Homburg. Um 10 Uhr wurde im Kaisersaal das Abend- essett genommen, nachdem vorher im Weißen Saal musi­ziert worden war; hierbei kamen Darbietungen der Harfen- Virtuosin Frau .Professor Vicky-Daum aus Wien, sowie des Sängers Mr. Pitt Ehathant zum Vortrag.

** Kreisausschuß des Kreises Gießen. In der öffentlichen Kreisausschußsitzung am Samstag wurde über fol gende Punkte verhandelt: 1. Klage der Mühlcnbesitzer Bern iiard S t e 1 l >v a g Neumühle, Heinrich Krauß Utphermühle, Georg S ch u d t Grund Schwalheim, Heinrich Hermann König Echzell gegen die Provinz Obcrbch'cn wegen Entschädigung; 2. Klage des Mühlenbefitzers Louis Bopp-Reichelsheim i. d. W. gegen Oberhessen wegen Entschädigung: 3. Beschwerde der Jo­hannes Haas Witwe zu Hungen gegen den Ortsarmenoerband Hungen wegen verweigerter Armenunterstützung. Zu den Punkten 1 und 2 führte Regierungsral Gebhardt imb zu Punkt 3 Regierungsrat Weicker den Vorsitz. lieber die Punkte 1 und 2 ist bereits in der nichtöffentlichen Sitzung des Kreisausschusses vom 1. Mär; verhandelt worden. Heute wurde nur die Entscheidung verkündet. Dieselbe geht dahin, das; zu Punkt 1 Beweis erhoben iverden soll über bic fheitige Tatsache, ob den Klägern das für ihren wirtschaftlichen Bedarf erforderliche Wasser durch die Inheidener Wasserwerks anlage Oberhessens teilweise entzogen wird und die Kläger hier­durch erheblich geschädigt werden durch Vernehmung oer Sach­verständigen Sladtbauinspektor Sprengel zu Offenbach und Mühlen besitzer Brauer zu Oberosteiden, und zu Punkt 2, daß bu- Klage als unzulässig abzuweisen sei unter Verurteilung des Klagers in die Kosten des Verfahrens. lieber Punkt 3 wurde nach stattgebabter Anhörung der Parteien dahin entschieden, daß die Beschwerde als unbegrüitdet zu verwersen unter Auferlegung der Kosten des Verfahrens auf die Beschwerde;üdrerin.

** Tagung des hesfiscken Sparkassenverban - d e s. Unter dem Vorsitz des Geheimrats M i ck e 1 - Grünberg hielt am Samstag der Hess:säte Sparkassenverband in Frankfurt eure auKerorbenllitte Hauptversammlung ab, zu der u. a. die Landtagsabg. Reh Msfeld, Stöpler-Lauterbach, Fvritbeamler Tr. Weber en cf'en m ivaren. In der Hauptsache beschäftigte sich die Hauvtverwmmlnng mit der Frage der Liauidation der v a r k a > i e n und mit der kür^rch bei bat Landtagsverhand lungen angeregten Frage über den Ankauf hessischer Staat sp.rpiere

durck die Sparkassen zum Zwecke der Hebung der Kurse der StaatZ- (Kuriere. Weiter beschäftigte sich die Tagung mit dem Reservefonds ber Sparkaücn, der auf den Grundsätzen des kürzlick verab­schiedeten diesbezüglichen preußischen Gesetzentwuris, wonach je nach der Gröhe der Sparkasse der Reservesonds 15 bis 25 Prvrent betragen muß Es steht wohl außer Zweifel, daß die Sparkassen tnbetug auf den Reservesonds nickt überall diesen gesetzlichen Be- ftimmtuigtii entsprechen. Von verschiedenen Vertretern würbe anerkannt, daß viele Sparkassen nickt in genügender Höhe Werl- i oaoiere besitzen Beschlossen wurde, die Höbe des Reservefonds nach den preußischen Bestimmungen zu normieren. Durch diesen Bnäüuß imrb die Frage der Hvvothekenbeleihung beschränkt: der Prozentsatz des Einkaufs von Wertpapieren soll auf einer noch näher ;u besttntmenden Bans für größere und kleinere Spar­kassen begrenzt werden. Die nächste Haupttagung Tinbct in Worms statt

Erledigt sind die Stellen je eines Bezirkskassc- Assistenten bet den Bezirkskassen Darmstadt unb Offenbach.

' Das BezirkSkommando wirb morgen von ber West-Anlage in daS HatiS Lanbgrafen-^'rvtz Nr. 6 verlegt.

Stabttheater. Ta nu5 Abonnentenkreisen ber dringende Wunsch geäußert wurde, daß GogolsRevisor* auch im DienStag-Abonnement gegeben werde, mußte die für ; den 18. Marz zu Hebbels 100. Geburtstag geplante Auf« ührung vonMaria Magdalena* auf später, und zwar nach Lage deS Repertoires auf Freitag, 28. Marz, verschoben werden. Die morgige Aufführung desRevisor* ist die letzte des Wertes.

Gasmessermiete. Vom städtischen Gaswerk wird unsgeschricben: In Ihrer geschätzten Zeitung brachten sic vor einiger Zeit eine Notiz, wonach daS Amtsgericht Delmenhorst entschiedat habe, daß die Erhebung von Gasmcssermietc un­gesetzlich sei. Diese Amtsgerichtsentscheidung datiert vom 24. Ja­nuar 1902. Vom Landgericht Oldenburg wurde am 15. April 1902 das amtsgerichtlick' Urteil aber ausgehoben unb die Beklagte zur Zahlung der Gasmessermiete und zur Tragung der Kvsteik beider Instanzen verurteilt. Die Angelegenheit ist demnach seit I 11 Jahren als erledigt anzusehen.

Landkreis Gietzen.

Ettingshausen, 14. März. Hier nnirbc ein Bulle mit 18 Zentner Gewicht versteigert. Er brachte der (Gemeinde einen Erlös von 900 Mark, währatd er vor 3 Jahren 475 Mark gekostet hatte Es wurde wieder ein Bulle in Butzbach für 595 Mark gekauft. Er muß aber zunehmen, warn er so schwer werben soll wie der alte.

A Lich, 16. März. Verfloßene Woche fand die 2(uf nabmeprüfitng für daS Borseminar statt. 20 junge Leute fanden Ausnahme in die Hnterflaffe; die CberUaffe zählt nur 14 Schuler. Die Gesamtzahl der Schüler ivitb etwa 40 betragen.

--- Grünberg, 14 März Dem Jahresbericht der Höhe­ren Bürger- (Real-)Scktt le entnehmen wir Folgendes: Die Anstalt ist durch Entschließung des ReickvamtcS vom 30. Mar; 1912 miluärberechtigt mit Wirkung vorn Osterlerrniit 1912. Ein­schließlich des Leiters iiitb an ihr 7 ordentliche Lehrer unb vier* Hilsskräfle tätig. Die Schülerzahl betrug int abgelaufenen Schul jahr 134, darunter 99 Kltaben und 35 Mädchen. Der Hetmat nach sind 66 aus ltzrünberg selbst, die übrigen kommen mit den Bahnen aus dsr Umgegend Alle 8 Unter-Sekt,ndancr haben am 24. Februar unter dem Vorsitz des Geh. Oberschulrats Block die Mschlußprüsung bestandm und damit den Berechtigungssä)!,» zum einjährig-freiwilligen Dienst erlangt. Die feierliche Ent­lassung der Abiturienteir erfolgte aut Sonntag, 9. Mär», ;.r einer öffentlichen Feier in der Turnhalle Das neue Schustadt beginnt Montag, den 31. März, vormittags 9,30 Uhr.

Kreis Alsfelv.

----- Alsfeld, 14. März. Der Jahresbericht ber Ober­realschule h'ir baS Schuljahr 191213 weist einen Schüler­bestand von 280 Schülern nach. Davon waren 242 evangelisch, 8 römisch-katholisch unb 31 israelitisch; 162 toaren at,8 AlS- sclb, 97 anS anberen hessischen Orten unb 22 auß nicht­hessischen beutschen Orten. Die Reifeprüfung haben 10 mit die wissenschaftliche Befähigung ,311m einjährig - freiwilligen Dienst 20 Schüler erworben. An her Anstalt unterrichten einschließlich deS Direktors Dr. Pit; 17 Lehrer, barunter brei Religionslehrer. DaS neue Schuljahr beginnt am 1. April.

OK. Alsfeld, 14. März. Morgen beginnen an den hiesigen S ck u l e 11 die Osterferien. Tie 3abf der Schüler betrug am Schluffe des Schuljahres 282 (1911 1912 281), am 15. Mai 1912 waren es 281 (int Vorjahr 290). Von den 10 Abiturienten, die die Prüfung beftanben, studieren 8. 20 Untersekundaner erhielten die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienst. Die Höhere Bürger-(Mädck;en Schule schließt ebenfalls morgen Tie Schüle rinnen unb die Unterrichtenden dieser Anstalt feierten heute mittag iin großen Saale des HotelsDeutsches .Hans" Abschied. Die 1 Schule besteht am 21. April 10 Jahre.

S. H 0 mber g a. d. Ohm, 14. März. Hettto mittag V?3 Ubt ertönten schon wieder Feuerru se in unserem Städtäten. Es brannte, wie am Montag, bei Metzgermeister Karl Hisserick in der Untersttaße. Tas 'Feuer entstand ztoischen Haus und ^ckeuer unb nahm sogleich einen großen Umfang an. Die frei- I willigx Feuerwehr war sofort zur Stelle: dank deren tatkrästigem Eingreifen korntte das Fcuet auf feinen Herd beschränkt werben. Bürgermeister Spanier benad-nditigtc fofort daS ÜtciSamt Alsfeld unb Kreisamtmcnm Dr. Süfierth war alsbald an der Brandstelle.

H Homberg a. d Ohm, 16. März. Dem hessischen Dichter Ludwig Maar soll hier in seiner Vaterstadt ein Denkmal gesetzt werben. G§ sinb Verhanblungeu mit ber Stabt im Gange, um bern Denkstein einen würbigen Platz emzuräumen.

H Ober- Osleiben, 16. März. Der seit Wochen ver­mißte Maurer Röhrig würbe gestern unter ber Ohmdrucke gefunben. Es ist sicher anzunehmen, baß ber Mann ba- malS bet ber Dunkelheit von bein Wege abkam unb in ber Ohm ertrunken ist.

Kreis Lauterbach.

r. Lauterbach, 15 März. LMibeSNwhmalgsinspektor Gretsckcl - Darmstadt In eit vor den Bürgermeistern unb Woh- nungsinspektoren des Kreises einen Vortrag über ine Ausgaben der Wohnungsinspektion. Er vesprack die Wichtigkeit der Wohnnngsauffichl auch mir dem Lande, gab hierfür praktische Winke und empfahl den Gemeinden, mehr als bisher tbt Augen­merk auf die Erstelstutg von Kleinwohnnngen und eigener Hauser für kleine Lerne zu richten Tie Landesversickerungsanstalt leib' unter (Garantie der Gemeinden 'Baugelder aus zu 4' Prozent etnsckließlick 1 Prozent Tilgun iSguotc, io daß nach etwa 38 Jahren bas Besitztum schuldenfrei ist. Im Kreise Lauterbach habe na ment lick die 5dritter Baugenossensckatt in otefem Sinne Nürsbergültiges geleistet Kreisral v. Bechtold emvitehlt angesichts der Schwie- rigkecten der Abstellung bet Mißständc im Wobimngsivesen die Be- " Nutzung der Vorteile der Lm,^ c-v-tslänrungsanstalt ebenfalls den VKrncinden und mit deren Mitteln die Schaffung billiger Klein- Wohnungen

-r. AngerS ach, 15. März. Die Maul- und Klauenseuche ist amtlich für erloschen erklärt und baß Sperr- unb Beobachtunqßgebiet aufgehoben worben.

O Wallenrob, 14. Mär;. Die Arbeiten an dem Bau unserer Wasserleitung sind beendet, daß gestern ixe Wosser- kitung in Bettück genommen werden tonnic. Ueberall ist man