Die heutige Nummer umfahr 10 Seiten
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Verschiedene Redner verurteilten die Politik der Re- gierung in dem rumänisch-bulgarischen Streitfälle und erklärten, die Forderungen von Rumänien trügen geraden den Charakter der Erpressung, zumal sie ganz unbegründet
Äbg. Straschiminow, Führer des Laudtoirte-Ver- bandes, erklärte, Saloniki sei ein Hafen für ganz ALuze-
werden.
Die Krone des Ganzen aber ist das Verlangen der Balkanbündler nach einer Regelung der Nationalitätenfrage in der Türkei, nach Vorräten der orthodoxen Kirchen und der staatsrechtlichen Stellung der ottomanischen Staatsbürger griechischer, bulgarischer und serbischer Nationalität. Der Kenner der Balkanverhältnisse weiß^ daß diese Forderungen nichts anderes bedeuten als die Verewigung des Bälkankonflittes, als das Recht zu dauernder Einmischung in die tiirkischen Angelegenheiten.
Die deutsche Regierung hat in ihrem amtlichen Organ denn auch die Bedingungen der Balkanstaaten mit ziemlich entschiedenen Worten zürückgewiesen. Es wäre nur zu wünschen, daß. sie lauf der Londoner Botschafterkonferenz die Initiative zu einem Umschwüng gibt. Der bulgarische Ministerpräsident Geschow hat zwar in seinem Parlament ebenfalls kräftig seinen Standpunkt vertreten, aber einer von beiden wird doch seine Ankündigungen nicht erfüllen können: entweder Herr Geschow oder Herr v. Bcthmanw Hollwcg' eine der Statusquo-Blamage ähnliche Entwia- lung darf die „Nordd. Allg. Ztg." später nicht mehr zu entschuldigen versuchen.
Die Botfchafterkonferen,».
Loudon, 15. März. Wie das Reuterbureau meldet, befaßte sich die B o t s ch a s t e r v e r e i n i g u n g l>eute ausschließlich mit der Antwort der Verbündeten. Man verhehlt sich nicht, daß die Bedingungen der Verbündeten als üb er trieb en angesehen werden. In gewissen Kreisen stellt mar, ein Gefühl von Gereiztheit fest, dw von der Art herrührt, die ntmt auf „orien t alrsch e Wei s e fei l- s ch e n" nennt. Zum letzten Ende srnd jedoch die Botschafter nicht der Ansicht, daß die Anttvort jede Möglichkeit einer Vermittelung ausschließt. Daher werden die Machte auch beim nächsten ^Schritt der Verbündeten diesen gewisse Ratschläge geben, die, tote man hofft, da- Ergebnis haben werden, daß die Bedingungen der Verbündeten w dem Sinne modifiziert werden der nach der Meinung der Mächte für den Friedensschluß eine günstigere Grundlage bilden wird. Die Vereinigung hat sich bis auf den kommenden Mittwoch vertagt.
Die überspannten Forderungen des ZManbundes.
Ein einflußreiches englisches Blatt, die „Times", hat dieser Tage die Handlungsweise der Balkänvierbundler al- einen europäischen Skandal bezeichnet und sie beschuldigt, die europäischen Großmächte zu der Rolle von Laufjungen herabzuwürdigen. Die Antwort des Vierbundes aus den neuesten Vermittlungsversuch der Mächte hat in der -pat gezeigt, daß diesen die so unhöflich bezeichnete Rolle zitgemutet wird, und der Verlauf der letzten Sitzung der Londoner Botschafter-Konferenz hat erkennen lassen, daß die Großmächte diese Laufjungen-Politik — annehmen.
Die Botschafterkonferenz hat zwar die anmaßenden Forderungen des Balkanvierbundes, welche in Wahrheit nicht ein Eingehen auf den Vermittlungsversuch der Mächte, sondern dessen Ablehnung bedeuten, als übertrieben bezeichnet, und es soll auch bei' den Delegierten eine starke Geretzt- heit über dieses orientalische Feilschen bestanden haben. Mer die Botschafter sind doch nicht der Ansicht, daß die Antwort der Balkanstaaten jede Möglichkeit einer Vermittlung ausschließt, und- man wird daher den Verbündeten gewisse Ratschläge geben, von denen man eine Modifizierung der Bedingungen erhofft. Was aber soll bei dieser Politik herauskommen, und wie lange soll die Geduld Europas noch von den vier Balkankläffern mißbraucht werden? Die von diesen geforderte Grenze Rodosto-Kap Maletra wurde ebenso wie die jetzt verlangte Auslieferung aller Aegätschen Inseln, also außer Lesbos und Chios auch der den Dardanellen vorgelagerten drei Inseln Sämothraki, Jmbros und Tenedos, nicht nur das Ende der europäischen Türkei bedeuten, sondern diese Forderungen widersprechen auch in schroffster Weise den Beschlüssen der Großmächte, die sich mit Entschiedenheit gegen die Ueberlassung eines großen Teils der Marmaraküste an die Bulgaren'ausgesprochen und sich die Entscheidung über das Schicksal der Aegätschen Inseln Vorbehalten haben. Nicht minder unsinnig ist das Verlangen einer, und womöglich gar einer hohen Krieg s- e n t s ch ä d i g u n g. Denn da die Mächte ein starkes Interesse daran haben, wenigstens eine Konsolidierung der astatischen Türkei zu ermöglichen, muß der Gedanke, das aus- gepoverte und ausgesogene Land noch mit einer Milliardenlast zu beschweren, mit aller Entschiedenheit zürückgewiesen
Eine deutsche amtliche Erklärung.
Tie Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt in ihrer Wockenrundschau: „D e Forderungen des Balkanbundes sind teilweise recht weitgehend und greifen außerdem in mehr als einem Punkt auf Fragen über, die nnt den^ europäischen Interessen verknüpft sind und die deshalb nicht ° h n ° W itroir k u >, e. E u r op a s gelt» »oben tarnen. W,r nennen beispielsweise die Enticherdung über die Zukunft Sku- taris und die Aeaäischen Inseln und das Verlangen. nach einer Kri eas entschädig ung. Unter diesen Umstanden und du Vorschläge der Verbündeten einer eingehenden Nachprüsung durch die Mächte zu unterziehen. Damit wird leider dem allgemein gehegten Friedenswunsch eine neue Geduld probe austrlegt. Wu halten indessen an der Hoffnung fest, da» die schwierige Arbeit der europäischen Vernrittlung trotz der noch entgegenstehen den Hindernisse glücklich durchgeführt werden kann. Seck der EinnalMe Janinas macht Montenegro erhöhte Anstrengungen, um S k u t a r i in seine Gewalt zu bringen. Man muß e? beklagen, daß in diesen Kämpfeii das Leben so vieler tapferer '..canner geopfert wird, ohne daß daraus für MIontencgro ein Vorteil erwächst. Nach dem einmütigen Willen Europas >oll Skutari, welches auch sein Schicksal in diesem
Nr. 64 Erstes Blatt 163. Jahrgang Montag, 14.^ Mr; 1Ys3
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Feldzug sein utag, mit dem künftigen Albani en I Eine Rede Ser bulgarischen Ministerpräsidenten, vereinigt werden. Man möchte glauben, die Klugheit König Sofia 15 MärL. Auf der Tagesordnung der gestti-
Nikolaus werde seinem Volke neue schwere Opfer ersparen, die Sobranje-Sitzunq standen Anfragen betr. die bulgarisch-
S M’ ’Ä Ä" Ä tt'Ä ÄÄ ^a^me^rctc.^bncr ihre Wen bj. die Botschafter in Petersburg ihre Arbeit in deniselben versöhn gründet hatten, ergriff der Mtntsterprastdent uno lichen Geiste beginnen uitd durchführen werden, wie ine Botschafter Minister des Aeußern, Geschow, das Wort, um aus otc
Zu den Acußerungen des englischen ^^rmlNisterS tiertcizu^ächst gegen die unHarlawentarische Sprache
Asquith im Unter hause über die Bemühungen der Machte! §o^off änd nklärte sodann, daß mit der Türkei
zur Lösung der Orientkriie bemerkt die „Norddeutsche Allg^Ztg. Verhandlungen nicht gepflogen werden, xax Minister
Wenn Asquith hierbei besonderen NachdruFE dte Stellung ücrla5 bic Don ben Verbündeten in Beairtwortung des Vermttt- lcgtc, daß das einmütige ^uwmmena^etten ^cutschland^ beT Mächte überreichte identische Note der Bef
und Großbritanniens bei der Behandlung der wngstenI ning^ngeom^ füqt/I)in,lt/ die Vermittlung der Mächte, d„ Orientkrisis gegenseitiges Vertraue,i.zwischenden. ^cn grotzei n]|. ?(rtifc[ 6 bcr Hager Konvention beruhe, sei nicht bürdend. Nationen hervorrief, so wird man sich bet uns dieser Lrtlarung ben bulgarisch-rumänischen Streitfall betreffe, gern anschließen. . f0 sei an die Stelle der Verhandlungen die von beiden Ländern
Dre türklsche 4-reüe. angenommene Vermittelung getreten.
Konstantinopel, 16. Marz. Die gesamte tstmtsch Der Minister gab eine Geschichte dieses Streitfalles und Presse nimmt die Friedensbedingungen der Balkanstaaten I^gte: Nach dem Siege der bulgarischen Llrmec erhielten wir mit Entrüstung auf. Der „Tanin" sagt: Kenntnis davon, daß Rumänien eine Grenz-Regulierung ver-
Es wäre besser, die Annexion der ganzen Türkei zu verlangen. |angc Wir entsaiidten den Kämäner-Prästdenten Dr.
Selbst iveiin die gesamte Armee vor Tschadalischa und Balair I l[m, lt)tj-erm Nachbarn die Versicherung zu geben, daß kem Mensch vernichtet, die letzte Patrone verschossen und der letzte OentrmeiBulgarien je daran gedacht habe, ihn anzugreifen. ö. Ia- ansgegebcn wäre, würde die Türkei niemals > o t <17 c 1 niiar erhielten wir von unserem^ Gesandten in Bukarest eure Bedingungen annehwcn. Das Friedenskapitci müsse eno- ^pestoe. worauf wir Dr. Danew, ausgestattet mit den notwendigen lich geschlossen sverden, und man müsse den Frühling benutzen, I ^^str^xttonen, nach London entsandten. Die Antwort Rumänien, um mit allen nationalen Kräften bis zum Dode zu tampfen. I gjng un§ am 25. Januar zu, und am 27. Januar trat eine Cr-
Wie die Blätter melden, befaßte sich der gestrige hierzu ein. Der Minister gab den weientlrck>en Inhalt
nisterrat auch mit den Friedensbedingnngen der Verbun- Londoner Protokolls vom'29. Terember bekannt, in welchem deten und übEittelte den türkischen Vertretern im Aus- Bulgarien erklärte, es werde den Kutzowallack>en ,n den z-u- S KST künftigen bulgarischen Gebieten^Schul- und K-rchen-Autonomre
Die Pforte erhielt noch keine offizielle Mitteilung von gewähren, wobei Rumänien das Recht erhalten ,olle, leneunterder den to^beten. «HÄtW»
leitenden türkischen als auch die diplomatischen Kreise halten! Sili stria zn schleifen. Diese Maßnahme gab Ru- die Bedingungen für unannehmbar und eine Vermittelung mänicn, baÄ Recht behielt, seine Südgrcnze zn befesttgen, du ‘ dieser Grundlage für unmöglich. gewünschte absolute Sicherheit. Bulgarien gab seine Zustimmung
Eholerafälle in Konstantinopel. zu einer Grenzregulierung unter Abtretung eines Grenz-
Die innere Krists. I der kriegerischen Operationen, noch in den rrriedensvertzandlunffm.
K 0 n st a n t i n 0 p e l, 16. März. Eine Osfiziersgruppe in London, noch bei dem letzten Meinungsaustmlsch über die bem IX Awelch!
und der Regierungswechsel nichts geuützt sondern die Wi^ M das^Bun nw ^ewovfa^ ^merefsei/ver'pflichtet." Wü können derausnahme der Kampfe zur Folge gehabt hatten, um an öeni aufrichtigen Wunsche der Verbündeten, das Histo- derenttoillen der Pforte schlimmere Friedensbedingungen ber qxllianz aufrecht zu erhalten, genügen lassen, und auferlegt werden solleti, zum letztenmal ausgesordert tl)tale Zwistigkeiten gewisser subalterner Or- toird, s i ch z u rückzu zi e h en und das Schicksal des Lan- nnnc, die mehr Eifer als Takt besitzen, werden sich ans dieser des einer vertrauenswürdigeren Regierung zu überlassen. I Grmrdlage regeln lassen. . ..
Das an den Großwesir gerichtete Memorandum ist von Hinsichtlich der Beendigung des Krieges, ,agtc der Minister- etwa 3000 Offizieren unterzeichnet worden. Unter den Mit- Präsident, müsse er kategorisch erklären, daß, ,0 ,ehr Bulgarien müchtigten fungierte. Wiederaufnahme durch die Weigerung der neuen jungturkischen
Bei Tschataldfcha ein neues Gefecht ? I Regierung trotz der einmütigen Ratschläge der Großmächte und Konstantinopel 16. März. Wie U er! mit et, be- hes nicht minder einmütigen Entschlusses des von Kiamil Pcftcha gann an der Tfchataldschalinie nach elriem An griN der ^bcru^ K?echttgkeitÄühl^fordc^ Lß "den^Verbündeten statt, wobei die Bulgaren zurück geschlagen wurden. Gestern baß wir nach Wiederaufnahme der Feindseligkeiten keine
wurde gegen Adria nopel ein leichtes B 0 m b a r d e -1 ^^.^^^.^uswerten Ergebnisse zu erzielen vermöchwn. Tic vcr- ment unterhalteii. . hinderte, seit langen! vorbereitete Landung der Türken, die ^er-
Konstantinopel, 16. März. (Amtlicher Kriegs- störung eines türkischen PanzerlcknNes in Abwefenhett aller Kriegs- berickt ) Eine feindliche Truppenabteilung, die schiffe, die denkwürdige. Niederlage bei B u l a i r, wo die Türken S in del Mchtung «us hM BeyN nahe non ®er- nad> ifirern eigenen »änbnio m* alo 14 00,0 Sote nnb kossee vorzurücken, rourte infolge lebhaften ArtilleriefsMs hmter^denen"er°1ich versteckt hält, hervvrzuwagen.
$um»«8tra?17. MSrz. Der Esch- Angriss t F Ü5TÄ
auf die Nordwestfront der Ts ch a tal d s ch a-Li iw e wird wisrige, all das sind Tatsachen, die im Zusammenhang mit der energisch fortgesetzt. Die t ü r ki s ch e F l o t t e b e s ch i e ßt! glänzenden Einnahme von Janina seitens der uns verbün- p o m M a r m a r a m e e r a u s die b n l g a r i s ch e S t e l -1 steten Griechen unwiderleglich beweisen, daß unter Gegner nicht lang bei Silinri Ä Ä, V
Alexanbria, ». iilrkische Kreuzer «
midije" ist hier erngekroffen. . qewicsen hat. Sache der Großmächte ist es, sich nunmehr oarübcr
Rom, 17. März. Nach einer Meldung des „Cormere a^zusprechen was den Verbündeten nach den neuen schweren d'Italia" aus Korfu s ch o ß d er tü r ki s ch e Kreuzer ohscrn, bic fie nicht durch ihre Sckmld erlitten, gegeben »oerden Hamid ije" am Freitag auf die vier veralteten wu, und wir hoffen, daß ihr Richtspruch derart ,em -wich, arieckisch en Torpedoboote, die die albanische Küste daß dessen Annahme sich durch seine Weisheit und Gerecht^- blockieren als sie ihn ver-folgten. Das Boot „Akelos" mußte kcit beiden Teilm aufzwingen wird. Aus den rumänisch- (ÄÄ in W anlegen, 'S
Die letzte« Karnpsc. qen aufwenden, um die vermiltelnden Mächte über diese Frage
Sofia, 16. Marz. Wie die Agenee Bulgare meldet, stusznklären und sie von der Notwendigkeit zu überzeugen, eine haben am 12. Mürz zwei bulgarische Rekognoszierungs- Formet zu finden, welche nicht nur den gegenwärtigen Streit- kolonnen die in der Richtung auf Akalan ausgeschickt fall regelt, sondern auch keinen Keim zu kunsttgen Mißhellig- worden waren, qeoen den Feind einen B<ijonett-An feiten zwischen den beiden durch ^«underte lange gute R-ch- a r i f s gemacht 3 Eine östlich non dieser Ortschaft gelegene barschask nnb unwandelbare Freundschaft verbündeten Staaten Red-ute wurde erobert. Ter Feind versuchte, unterstützt »”n*Ä?*t~ilbr(!r bct OvV-iiti-nSvarteien billigten int all- non einer starken Abteilung che RedmUe Mneckzueroberrt ! ,„^e^Fnl)te^d^ Oppos.tto.^paEchten^-ch B°r. wurde aber durch m en Gegen ang^ ss Verwun- behalte betreffs der optimistischen Anschauung der Regte- geschlagen wöbet er ung<nährxotc imö J^rinun , hinsichtlich der schließlichen Ergebnisse des nom « be e juiutHteft. ®te im t ®efcmftenm 0^«» t unternommenen Werkes. Sie verurteilten in fr«.
Kadik0ej vorzugehen, wurden aber durch einen Gegen-,tätigketten zu entuationalifteren trachteten^ _____
angriff der bulgarischen Truppen ebenfaNs zurückgeworsen lind bis zum Dorfe Elbassan verfolgt. Seit diesem Tage haben die Türken jeden Versuch eines Vorstoßes unterlassen.
— Die türkischen Truppen in Adriano pel desertieren in Massen. Gruppen von 50 bis 60 Soldaten mit Unteroffizieren erscheinen täglich vor der Einschließungslinie, um sich zu ergeben. — Bei Gallipoli ist alles ruhig.


