Ausgabe 
17.3.1913 Erstes Blatt
 
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sbmcht der höhk- Nl wir Folgende-^ mtes vom 30. Mi rtemrin 1912. Gur me Lehrer und vin' abgelanscnen Schi! Xden. Irr heim entkommen mit te -Sekundaner fate Obm'chulrats M BneckligvngSM 2ie feierliche & nag, 9. Mär," j:' neue SM& 130 Uhr.

Gießener Strafkammer.

Gießen, 12. Marz.

Jagdpolizeiübertretung.

Der .Landwirt und Jagdpächtcr G. S. Dort Butzbach war vom Schöffengericht Butzbach mit 25 Mk. bestraft worden, weil er int Hum v. Z. wätzreud der Hegezcht seinen Hund zur Msrchung

vereinsuachrichte».

** u e b e r Zweite Hypothek läßt der Verein der' Hau s- Besitzer heute Mv' .ag abend imM e t r o p o l" durch ». Speckhardt - Darmstadt einen Vortrag halten, bei dem besonders auch zur Erörterung kommen soll, nneweit es etwa nie Pflicht der Stadt ist, und ob cs in ihren Kräften liegt, den ntirmer mehr fühlbaren Mißständen int Hypothekenwesen, haupt- lachlich der viel bettagteit Not mit zweistelligen Hypotheken ab- -uhelfen, oder ob als der einzige Weg nur itod> die Selbsthilfe lir die Beteiligten bleibt und was hierbei anzustreben wäre. Im kuschln,' hieran wird aus dem letzten städtischen Verwaltungs- kencht Rechtsanwalt Raab das für den Haus- und Grund- kesitz-er Wissenswerte mitteilen. Auch ist der Vortragsabend zu­gleich als Besprechungsabend für die Mitglieder vorgesehen.

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Don deut Segen der Wässerleitung überzeugt. Die Anlage kostete »ngesähr 50 OOO Mk.

Q Reuters, 14. März. Forstwart Brand hatte das Jagdglück, die erste Schnepfe int! Freiherr!. Riedeselscheu Revier Sassen zu schießen.

Kreis Friedberg.

L. Friedberg, 16. März. Endlich wird c§ ernst mit dec Erbauung einer neuen Volksschule. Die Stadt­verwaltung hat als erste Rate 100 000 Mk. in den Vor­anschlag für 1913 eingestellt.

v. Bad-N anheim, 16. März. Große Aufregung ver­ursachte in den letzten Tagen das Verfahren unserer Stadtverwal­tung, bei Vergebung der städtischen Fuhrleistungen Müllabfuhr, Fahren der Sprengwagen usw. auf die Dauer von 5 Jahren. Laut Beschluß der Versammlung sollte die Vergebung an den Mindestforderndcn erfolgen. Eingelegt hatten die Firmen Friedrich Mölclcr und Konrad Meyer jr. Meyer war um einige Pfennige für die Stunde billiger wie Morler. Bei regelreääer Submission hätte Meyer da beide Firmen gleich leistungsfähig sind den Zuschlag erhalten müssen. Der hohe Rat aber hatte anders beschlosseu. Zunächst liest man Nachgebote beider Konkurrenten zu und beschloß dann in gc- leimer Sitzung, in der es sehr lebhaft hergegangen sein soll, tnrit 9 gegen 6 Stimmten dem Friedr. Morler die Fulyrleistun- $ctt zu übertragen. Das Verfahren erregte den Unwillen Meyers und dieser machte mit Hilfe der Presse die Oeffentlichkeit mobil. Es gab einen heftigen Zeitungskricg, der den Erfolg hatte, daß dieFuhrlcistungcn" nochmals an die Stadtverordnetenversamm­lung kamen. Selbstverständlich stand der Punkt wieder in ge­heimer Sitzung zur Beratung. Aber cs kam anders. Bei Er­öffnung der Sitzung stellte der Stadtv. Rosenthal den An­trag, die Fuhrleistungen in die öffentliche Sitzung zu verlegen. Der Antrag fand genügende Unterstützung und mm entwickelte sich ein Kampf der Meinungen, wie er in unserem Stadthaus noch nicht dagewesen ist. Schließlich siegte doch die Gerechtig­keit: der Beschluß zugunsten Mörlers wurde aufgehoben und Tic beiden Bewerber Meyer und Mörler sollen auf gefordert werden, noch einmal es ist das drittemal ihre Preise einzulegen. lieble Folgen hatte dieses Submissionsverfahren für alle Be- tclligten insofern, weil bei der öfsentlickwn Behandlung der An­gelegenheit leider auch private Verhältnisse mit berührt wurden und die ganze Sache einen recht häßlichen Nachgeschmack Hinter­kassen hat. Gespannt ist man allerdings in allen Kreisen, wer denn rcun als Sieger aus dem Streit hcrvorgehett wird. Am Samstag wurde ein Veteran von 1866 und 1870/71, der int 50. Lebensjahre stehende Gärtnereibesitzcr Heinrich K l e e unter großer Beteiligung von hier und auswärts zu Grabe getragen. Der tragische Tod des Verstorbenen erregt allgemeines Mit- gcfüV- Klee wollte den in seinetn Garten befindlichen Brunnen won der Winterbelleidung säubern: dabei verlor er das lieber - gewicht, stürzte in den Summen und erlitt einen Bruch das Hals­wirbels.

Starkenburg und Rheinhessen.

w Darmstadt, 15. März. Seinen Verletzungen ec­ke gen ist gestern in Mannheim der Stationsleitec Val. Sauer aus Darmstadt, der am 12. d. M. von einem Per- svnenzug auf der Strecke WaldhofMannheim beim Elek­trizitätswerk überfahren und schwer verletzt wurde.

d. Mainz, 16. März. Am Sonntag morgen verließ der verheiratete 48jährige Gasarbeiter Jos. Nickenig die Gas- fabrik auf der Ingelheimer Straße mit einem Korb, um Frühstück crrrzukaufett. Nicketüg ging den Graben entlang, der sich an der Straßenbahnlinie herzieht. Der Straßenbahnwagen Nr. 46 firnt iuti) der Wagenführer gab fortgesetzt Signale. Nickenig, der etwas schwerhörig ist. Mag die Signale nicht gehört haben, er bog plötzlich nach rechts gegen das Geleise zu, wurde front Wagen er­faßt, umgerissen, und kam zwischen die Randsteine des Bürger­steigs und die Schutzvorrichtung des Wagens zu liegen. Mit brat' Kopfe kam er dann unter die Schutzvorrichtttng des Wagens, nrobei ihm der Kopf vollständig zerdrückt wurde und der Tod t ct sofort ein. Außerdem trug er am rechten Bein und am Linien ArM schwere Verletzungen davon.

Kreis Wetzlar.

b. Braunfels, 16. März. Der seit acht Tagen ver- rmßte Präparand Ußner wurde im nahen Gehölz mit einer Schußwunde tot aufgefuuden. Allgemein ist die Teil- riahme mit den schwer geprüften Eltern.

Hessen-Nassau. "

RodheiM a. d. Bieber, 16. März. Das Müste- rungs geschäft für den B^irk Rodheim ist auf den 25. und 36. März int Bender scheu Saale festgelegt. Am Dienstagfür nie Militärpflichtigen aus Crumbach, Fellingshausen, Franken­bach, Hermaurfftein, Königsberg, Naunheim und Rodheim-Bieber »nd am Mittwoch für die aus Waldgirnres, nebst Verlosung.

X. Hanau, 16. März. Das am 1. Oktober von Schöneberg hierher verlegte Eisenbahnregiment Nr. 2 wird ätt der gleichen Weise wie vor drei Jahren das Eisenbahn- «egiment Nr. 3 von der Stadtverwaltung empfangen werden. Die Mittel sind bewilligt. Die Kaserne wird von der Stadt gebaut, die diese dann an die Militärverwaltung vermietet.

fc. Wiesbaden, 1'4. März'. In der heutigen Sitzung i Ser Stadtv erordneten genehmigten die Stadtverordneten

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ung haben 10 uni j Mdrig-sreiwillig-n Anstalt unterrichici: chrer, darunter drei , ginnt am 1. W < innen an den bieiigen tr Schüler betrug 1), am 15.'Ma-191- 10 Abiturienten, du »rsektmdanerecheM smit - 2ie bobtri L Die SM- ieieckenbAcE tm«'' Abl-Hied. A-

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Den Voraitschlag der außerordentlichen Verwaltung für das Rech­nungsjahr 1913" mit 4 068 653 Mark. Tie Wassergeldfrage wurde durch Annahme folgenden Antrags gelöst: Das Wassergeld wird won 30 auf 25 Pfennig für den Kubikmeter herabgesetzt. Ter dadurch entstehende Ausfall fron 170 OOO Mark wird gedeckt dttrch Wiederherstellung der VApro^cntigen Umsatzsteuer, die 60 000 Mk. embringt. 60 000 Mark werden durch weitere Ablieferttngen des Wasserwerks aus seinen auß erordentlichen 1912. Ueberschüften heran- ciezogen und 50 000 Mark durch Entnahme aus dem Ausgleichs- $ ßlmds beschafft. Schließlich ersucht der Finanzaussckmß den Magi- frat, dec Stadtverordneten-VersaNtMlung möglichst bald eine Vor­lage über Schaffung einer Wasseranschlußgebühren, durch die auch Ler Mieter herangezogen wird, zugehen zu lassen und die Vor- «rberten so zu beschleunigen, daß die Ordnung am 1. Juli in Kraft treten kann. Nach Annahme des Antrages wurde der Etat der ordentlichen Verwaltung mit 12 821400 Mark gtttgeheißen. Dem­nach sollen an Steuern erhoben werden: Eine Genteindecinkom- Aensteuer im Betrage fron 100 Prozetrt der Staatssteucr, eine ' bewerbe- und Betriebs steuer fron je 150 Prozent der staatlich 2eranlagten Gewerbe- tmd Betriebssteuer, 2 pro Mille des ge­meinen Werts der Gebäude- und Grundstücke gleich 141,32 Proz. ter vom Staate veranlagten Grund- tmd Gebäudesteuer. Tie Turchschnittsbelastung der Realsteuertt beträgt hieritach 142,65"/o.

der Jagd verwendet habe, hiergegen verfolgt S. Berufung mit der Behaurüung, er habe lediglich leinen Hund nach einem am Tage vorher angeschoffenen Rehbock suchen lassen. Die Ver­handlung ergab ittdesien, daß der Angeklagte früher angegeben hatte, der Hund sei ihm ohne sein Wissen nachgelausen. Es konnte daher ehte sichere Feststellung, ob der Angeklagte den Hund zur Jagd hatte vertoenden wollen oder ob dies ohne feinen Willen gesck>ehen ist, nicht getroffen werden. Das Gericht bestrafte daher den Angeklagten nur deshalb, weil er den Hund in fremdem Jagdgebiet hatte umherlaufen lassett, tmd ermäßigte die Strafe auf 5 Mark.

In der P r i v atklag esache

des Gastwirts L. B. in Gießen gegen den Gerichtsvollzieher­aspiranten C. B. wegen Beleidigung, kam! die Strafkammer nach umfangreicher Verhattdlung, in der 17 Zeugen vernommen wur­den, zu dem Urteil, daß das dett Angeklagten B. m. 25 Mk. bestrafende Erlennmis des Sck>öffengerichts Gießen aufrecht zu erhalten sei. Da somit weder der Privatkläger, der wegen der schweren, gegen seine Ehefrau erhobenen Vorwürfe eine Erhöhung der Strafe herbcizuführett suchte, noch der seine Freisprechung er­strebende Angeklagte mit seiner Berufung Erfolg hatte, l>at jede Partei die durch ihre Berufung entstattdenen Kosten zu tragen.

Eine voreilige Behauptung

hatte der Grünberger Dachdeckermeister K. F. gegen seinen Ge- schäftslonkurrenten, dett Tachdeckernteister M. aufgcstellt. Er war bei einer Arbeitsfrergebung gegen M., der weniger gefordert hatte, untertegeu unb dies verleitete ihn bei Besichtigung der Arbeit zu der Behauptttng, M. habe nicht Ziegeln erster, sonderit zweiter Sorte verwendet. Auch sprach er davon, er wolle ihn deshalb bei der Staatsanwaltschaft anzeigett. In diesen Acuße- rungen erblickte das Schöffengericht eine Beleidigung, da nach- getotefen wurde, daß tatsächlich Ziegeln erster Sorte verarbeitet worden waren, und es ahndete sie auf die Klage des M. hin mir einer Geldstrafe von 20 Mk. Die von F. gegen dieses Urteil gerichtete Berufung wurde als unbegründet kostenfällig zu­rückgewiesen.

Eine üble Nachrede

batte der Mechaniker F. St. in Gießen gegen die' Tochter des Wagnermeisters L. F. in Gießen verbreitet und war deshalb von dem Schöffengericht Gießetr zu 50 Mk. Geldstrafe verurteilt worden. Ta es ittdessen nach der erhobenen Privattlage den An­schein hatte, als ob auch gegenüber dem Vater der Beleidigten eine Beleidigung begangen worden sei, stellte auf die Berusimg des Angeklagten die Strafkammer fest, daß eine Beleidigung des Vaters nicht gegeben sei. ,JM übrigen behielt es! bei bein ersten Urteil sein Bewenden.

Gießen, 14. März.

In Notwehr

lvill der Tienstknecht W. L. in Bönstadt zum' Messer gegriffen haben. Er war im August v. I. in später Abendstunde vor der Wirtschaft von Wiegand in Bönstadt mit einem anderen Burschen in einen Wortwechsel geraten, als sich ein Dritter, der Weißbinder L. N. von Bönstadt, einmischte. _ Gr packte L. am Kragen, gab ihm einen leichten Schlag auf den Kopf und schaffte ihn in eilt Gäßchen. Hier hatte er ihn kaum losgelassen, als ihnt L. einen Messerstich in den Rücken versetzte. _ Das Schöffen­gericht Friedberg hatte den Angellagten freigesprochen in der Annahme, er habe sich nicht anders helfen können und sei auch nicht nur von N., sondern weiter noch von zivei anderen B:irsck>en m das "Gäßchen geschleppt lvorden und von ihnenchedroht gewesen. Die Verhandlung vor der Strafkamlneu die sich auf die Be- ruftiug der Staatsanwaltschaft mit der oaebe zu befassen hatte, ergab, daß der Angeklagte keinen begründeten Anlaß zum Ge­brauch des Aiessers hatte. Das Gericht hob daher das erste Urteil auf und erkannte unter Aimahme mildernder Untstände auf eine Gefängnisstrafe von 3 Wochen.

3 it r Verhandlung ausgebli eben waren die Eheleute G. R. in Butzbach, die vom Schöffengericht .Butzbach von der Anklage der Pfaitdveräußertmg freigesprochen, auf die Berufung der StaatSanwaltsck)aft aber zur erneuten Ver­handlung vor die Strafkammer geladen toorben waren. Da die den Angeklagten zugeftellte Ladung die Androhung der Vorführung für den Fall des Ausbleibens nicht enthielt, fonntc lediglich Vertagung der Verhandlung beschlossen werden. Sie wurde auf den 2. Maii l. I. verlegt.

Gemeinschaftliche Körperverletzung.

Ter Schneider PH. Sch. in Rüddingshausen und sein Sohn, der Steinhauer I. H. Sch., hatten ini Dezenrber fr. I. zu Rüd­dingshausen den Maurer H. W. nachts auf. dem Heimweg Über­fällen und gemeinschaftlich geschlagen, wobei ihnt namentlich der Vater Sch. mit entern Buchenprügel einen heftigen Schlag auf den Kopf versetzte. Die Veranlafsung bestand darin, daß W. kurz vorher dem jungen Sch. bei einer Wirtshausbalgerei übel mit- gespieli haben soll. Das Schöffengericht Homberg hatte die beiden Angeklagten freigesprocheu, da es sie zwar trotz ihres Leugnens für überführt, aber das Maß ihrer Beteiligung an der Körper­verletzung nickt für feststellbar erachtete. Auf die Berufung der Staatsanwaltschaft erkannte die Strafkammer gegen den Vater Sck. auf eine Geldstrafe von 40 Mk. und gegen den Sohn auf 20 Mt. Das Gericht nahm eine gefährliche Körperverletzung an, weit beide gemeinschaftlich unb hinterlistig gehandelt hätten und der Vater Sch. sich auch eines gefährlichen Werkzeugs bedient habe.

Wegen Beleidigung und Kreditgefährdung klagt der Ingenieur E. L. in Bad-Nauheim gegen den Ober- Monteur H. O. von Frankfurt a. M. Dieser hatte für eine Frankfurter Firma in der Wetterait Bestellungen auf elektrische Arbeiten gesucht und da ihm' hierbei die Konkurrenz^ des Privat­klägers L. hinderlich war, sich gelegentlich in Weckesheim! abfällig über diesen geäußert und auch unwahre Tatsachnt über ihn be­hauptet. Dteses unlautere Vorgehen hatte nicht nur nicht bei den in Frage kommenden Kunden den gewünschten Erfolg, sondern trug ihm auch eine Bestrafung durch das Schöffengericht F-riedberg wegen Beleidigung und Vergehens gegen das Gesetz, betreffend den unlauteren Wettbewerb, ein. Auf die Berufung des Ange­llagten gegen dieses Urteil betätigte die Strafkammer lediglich die Verurteilung wegcnt Beleidigung. Tie Voraussetzungen für Anwendung des unlauteren Wettbewerbgesetzes hielt sie dagegen nicht für gegeben unb sprach den Angeklagten insoweit frei.

Die Dabendorser Mordaffäre abermals vor Gericht.

21 Berlin, 15. März.

Nachdem in den letzten beiden Verhandlungstagen die Be­weisaufnahme sich vorwiegend mit der Angeklagten Behm be- beschästigt batte, drehten sich die neuen Verhandlungen in erster Linie um die Person Kolbes. Mehrere Zeugen werden über Aeußerungen Kolbes vernommen, durch die sich dieser verdächtig gemadjt haben soll.

Nack) weiterer unwesentlicher Beweiscuefnahme unb nach den Plaidoyers fron Staatsanwaltschaft und Verteidigung zogen sich die Geschworenen zur Beratung zurück. Ihr Wahrspruch lautete gegen Kolbe auf schuldig des Totschlags, unter Versagung mildern­der Umstände, gegen Frau Behm schuldig der Begünstigung. Der Staatsanwalt beantragte hierauf gegen beide Angeklagte die Höchst­strafen. Der Gerichtshof folgte diesem Einträge und verurteilte Kolbe zu 15 Jahren Zuchthaus, 10 Jahren Ehrverlust, Fran Behm wegen Begünstigung zu einem Jahr Gef äug - n i s. Der Vorsitzende hob bei der Urteilsbegründung hervor, daß es sich um eine so gemeine Tat handle, daß das höchste Strafmaß noch zu gering erscheine.

<5erid)teSaaL

Metz, 14. März. Der frühere Leutnant Erb vom hiesigeil 134. Infanterieregiment, der vor zwei Jahren zu einem Jahr unb sieben Monaten wegen Betnigs (e§ handelte sich nach seinen Angaben um einen Betrag von 60 000 Mark, der ihm zur Aufbewahrung übergeben worben war und ans seinem Stafien- schrank gestohlen worben fein sollte) sowie zur Ausstoßung ans dem veere vom Kriegsgericht verurteilt morden war, wurde heute von der Straikammer wegen Verleitung zum Meineid in sieben Fällen zu einem Jahr und sechs Monaten Gefängnis und Aberkenmuig

der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von zehn Jahren vei>, urteilt. In der Verhandlnng stellte es sich heraus, daß Erb schon als Knabe von 14 Jahren, was er bisher immer verschwiegen hatte, wegen Einbruchbiebstahls mit zwei Monaten Gefängnis bc - straft worben tuar, ferner, baß er Offizier geworben war mit Hilfe eines von ihm gefälschten Äbiturienten- Zeugnisses unb infolge bes Umstanbes, baß er bett Beruf feines Vaters, ber Gefängnisbiener war, fälschlich als Oberamts- venvalter gekennzeichnet hatte.

Vermischter.

* Drei neue Wer ke Rafaels nti>et. Die N uova Antologia" veröffentlicht einen Artikel über zrei Werke Rafaels, die Adolfo B ent n ri in Perir gia entdeckte. Ihre Echtheit soll nnbezioeifelbar inti» ihre Schön­heit staunenswert sein. Eines davon, ein mvnnmentaler FreSko, ein Meisterwerk aus den jüngeren Jahren des Künstlers, sei eine der bedeutenden Schöpfungen der ita­lienischen Kunst.

* Wieder ein Drahtseilverbrechen. Ans Roy s u r Ser r e, 15. März, wird gemeldet: Ms der Notar L\ auf der Straße nach Mainbrefsy fuhr, rannte der Kraft­wagen plötzlich gegen ein Hindernis und wurde in den Graben geschlendert. Der Chcrufscnlr wurde sck^ver, der Notar leicht frer letzt. lieber die Straße war ein Drahtseil gespannt. Das' Auto fuhr in geringer Geschwindigkeit.

* JnH-agenbecksTiergavtenin Stellingen 4viurde, Sonntag nachmittag der Kassierer an der Löwengrube, der trotz wiederholter Warnung unberechtigterweise den Raum der'Löwenschtucht betrat und den größten dort befindlichen Löwen mit der Peitsche schlug, angefatlen und zu Boden ge­worfen. Der Löwe brachte ihm mehrere Fleischwunden an den Beinen bei. Um den Verletzten aus der Schlucht heraus- zuholcn, wurden die Löwen durch Schüffe zurückgeschreckt: der angreifende große Löwe wurde erschossen. Nach Anlegung eines Notver'bandes wurde der Verletzte nach dem Kranken Hause g eschafft.

* Explosion an Bord. Aus Bremerhaven wird unterni 15. März gemeldet: Gestern abend ereignete sich an Bord des FischdampfersVigilant" kurz nach dem Auslaufen eine Explosion der Petroleum behalte r. Drei M a n n der Besatzung standen sofort in Flam'men, zwei erlitten sckvvere Brandwunden, ein dritter sprang in das Wasfer und ertrank. Ter ganze Mafchinenrauw stand in Flammen. Das brennende Schiff wurde von einem1 Marinedamvfer und einem Schlepper nach Bremerhaven geschleppt. Nach mehrstündiger Tattgkeit löschte die Feuerwehr den Brand. Der Schaden, den der Dampfer er­litten hat, ist erheblich. Tie beiden Schwerverletzten wurden in. das Krankenhaus gebracht.

Kleine Tageschronik.

Vor etwa 14 Tagen verübte in einer Konstanzer Bade­anstalt ein Mann Selbstmord durch Erschießen. Es stellt sich nun heraus, daß es sich um den Postbefraudanten Kühnemund handelt der nach größeren Unterschlagungen an dem Postamt in Ahlbeck vor einiger Zeit flüchtig gegangen war.

Auf der Straße in L o d z erschossen Banditen den Kassierer K o l t o n s k i unb raubten ihm 10 000 Mark, welche er zur Lohn­zahlung bei sich führte.

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen.

Wetteraussichten in Hessen für Dienstag, den 18. März 1913: Wechfelub bewölkt, Nieberfchläge in Schauern, etivas kälter, norb- westliche Winbe.

Letzte A^cLDkichren.

Die s r a n z ö s i s ch e ic W c h r b e g e i st e r t e n.

Paris, 17. März. Der Verfalller LizoalProfessor Chal- laye, der den von der Sorbonne erlassenen Aufruf gegen den dreijährigen militärischen Dienst unterzeich­net hatte, wurde bei seinem Erscheineil im Lehrsaal von seinen Schülern mit Hohngeschrei und den Riffen: Hoch die dreijährige Dienstzeit! empfangen.

Ein neuer Truppenübungsplatz in Frankreich.

Pari s, 17. März. Bei Auxerre int Departement k)onia soll für das 6. unb 8. Armeekorps ein neuer Truppen­übungsplatz angelegt werden. Zu diesem Ziveck muffen zwei Ortschaften angekauft und niebergetegt werden.

Eine gefährdete Frauenrechtlarinnen- Versammlung.

London, 17. März. Eine feindlich gcsimtte Menge von etwa 10000 Personen erwartete die Eröffnung der üblichen Sonntagsversammluitg der An h ä n gerinnen des Frauenstimmrechts in Hydepark. Die Leiterin, Mißkreß D r u m o it, hatte kaum den Wagen bestiegen, der als Redner tribüne dienen sollte, als ihr ein R a s e n st ü ck a u f d e n M u n d geworfen wurde. Obwohl ihre Stimme in dem Lärm unter- ging, sprach sie eine Ijafbc Stunde lang, währcttd sie fort - gesetzt mit Apfelsinen, Schmutz uni) Steinen be­tt' o r f e u wurde. Einer jungen Tarne, die danach sprach, erging es nicht besser. Tie Polizei erklärte die Versammlung für ge­schlossen und versuchte die Fraueitrechtlerinnen nach der nächsten^ llntergrundbahnstation zu geleiten. Die Menge jedoch über wältigte die Polizei und jagte die Frauen auf der Oxfortstteet aiff und nieder. Der Verkehr auf der Straße erlitt eine halb­stündige Unterbrechung. Schließlich gelang es der verstärkten Polizeimannschaft, die Verfolgten auf den Untergrundbahuhof zu bringe», dessen Eingang geschlossen wurde. Die Mehrzahl der Teflnehmerinnen der Dersammlimg wurde übel zugerichtet. Vielen hing die Kleidung in Fetzen am Leibe.

Keine Kontr cbände.

Konstantinopel, 17. März. In der Angelegenheit dcsi französisckren Dampfers Henry F r e y ssiuet besuckstc der Groß Wesir den ftanzösischen Gesaudten unb teilte ihm mit, baß daS Schiff keine Kriegskonttcbande enthalte. Es sei deshalb wieder freigelassen worden.

Dynamitexplosion auf einem Dampfer.

Baltimore, 17. März. Die Explosion auf dem bri­tischen Dampfer A l u m ch t n e wurde dadurch verursacht, daß ein Hilfsarbeiter beim Herablassen von Dynamit eine Kiste satten ließ.

Fünf Studenten ertrunken.

Lissabon, 17. März. Bei einer von 6 Studenten unter- nominellen Jackstsahrt scheiterte bei Viasme do Pastello das Boot. Fünf der Insassen ertranken.

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Amb r i cu, 17. März. Der Flieger Mercier ist gestern' nachmittag mit feinem Flugzeug abgestürzt und getötet worden.

Sommer und Dbrc|lu*«*>° > Winter besucht. Kuranstalt Hofheim i. T. i/2Stunde v. Frankfurt a. M. Prospekte , durchOr. Schulze-KihleyM.Nerrenarzt,

Rauchen und Trinken ist Bännersitte, und daran wirb nicber bic Nikotin- noch bic Alkoholsurcht viel nnbcrii. Die ktelnen Bcschwerben, bie man nach einem vergnügten 1 Avenb vielleicht bat, beseitigt man, iitbem man ein paar von 3-1171 v achten Sodener Mtneral-Pastillen iin Munde -.ergehen läßt. Die Pachllen ivirken erfrischend, sie beseitigen bic Verschleimung imb jiigleidi auch bw Säureansamnilung im Magen. Eme «Sdniducl mit ans Sodener sollte man bnriim immer zur Hand haben. Sw kostet nur 85 Psg. und ist überall zu hoben. Besondere Kenn- teichen : Der NomeFon" u. weißer Montrolliivciieit m. nmilidicr Bescheinigung des Bürgerniclstcr-Amtes BadSodena.T. (ssIH,.

11 Für Erholungsbedürftige und ieichfere

Nerven