Ausgabe 
18.4.1913 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Giessen, dei

Krofdorf, de

Für ( der Kran! Vaters, B

Phil sagt Allen

Für unseres li< Kon sagen wir sowie den

DHr an Jahr zurück. Wir müssen auf der Kaiser-Wilhelm- Akademre drei- bis fünfmal so viel abweisen, als wir aufnehmen können. Dre Karriere ist doch nicht so wenig begehrt. Die Ge­sundheitsversorgung unseres Heeres ist durch diese Fehlstellen in fern«: Weise gefährdet. Die Zahl der Kranken geht herunter, die Behandlungslage der einzelnen gehen in die Höhe. Der Gesund­heitszustand der Armee ist also vortrefflich. Die starke Strömung, die man manchmal in einem Offizierkorps beobachten kann, daß die Sanitätsoffiziere nicht das gleiche Recht haben, wie die Offi­ziere, ist durchails unberechtigt. D i e Sanitätsoffiziere

r f e n nicht über die Achsel angesehen werden. (Lebhafter Beifall.) Im allgemeinen ist das auch nicht der Fall, an emzelnen Aeußerungen soll man sich nicht stosjen. Was wir an unserem vortrefflichen Sanitätskorps haben, wissen wir. Unsere Sanitätsoffiziere werden in wachsendem Maße Hausärzte der Offiziersfamilien.

Arrr Stadt und Land.

Gi ege n, 18. April 1913.

L. U. Das Fach der Nationalökonomie an unserer Landes-Universität wird im Sommersemester von dem Privatdozenten Dr. Skalmcit aus Berlin ver­treten werden, da die Berufungsverhandlungen mit dem Nach­folger des Geh. Hofrats Dr. Biermer noch nicht zum Ab­schluß gekommen sind.

* HistorischerVerein für das Großherzogtum Hessen, Die 6. Monatsversammlung findet an: Montage den 21. April, abends 71/< Uhr, in Darmstadt im Vor­tragssaal des Landesmuseums statt. Professor Dr. G. Wolff, Frankfurt, spricht überBonifatius' letzte Fahrt durch die Wetterau".

"Aus dem Militär-Wochenblatt. Klllg(Worms), Halfter (If Darmstadt), Unterapotheker des Beurlaubten­standes, zu Oberapothekern befördert.

** Das Großh. Hessische Regierungsblatt Nr. 6 vom 16. April 1913 hat folgenden Inhalt: 1. Bekannt­machung, Genehmigung von Schenkungen betreffend. 2. Be­kanntmachung, die Erhebung der in der Gemarkung Schiffenbcrg, Kreis Gieß,en, erwachsenen Kosten der öffentlichen Armenpflege betreffend. 3. Ordensverleihungen. 4. Ermächtigung zur Annahme Mrd zum Tragen fremder Orden. 5. Tienstnaänichten. 6. Dienstenthebung. 7. Dienstentlassung en. 8. Nachweis der Befähigung zur Uebernahme eines Kirchenamts. 9. Cha­raktererteilungen. 10. Ruhestandsversehungen. 11. Sterbc- fälle.

** Chemisches Untersuchungsamt. Die Dicnst- stunden des chemischen Untersuchungsamts für die Provinz Oberhessen sind für die Sommermonate (1. Mai bis 30. September) auf die Zeit von 7 Uhr morgens bis 3 Uhr mittags festgesetzt.

* Schonzeit für Fische. Die Frühjahrsschouzcit für da§ Fischwasier hat im Großherzogtum am 10. April begonnen und dauert bis zum 9. Juni. Die Winterschonzcit beginnt am 15. Oktober und dauert bis zum 14. Dezember.

* Reklamemarken. Eine Anzahl Geschäftsleute führt Klage über die Belästigung, die ihnen durch die

Ein Antrag des Photographen Uhl, der seinen Schaukasten an seinem Hause Frankfurter Straste zweeLienlicher gestalten und erweitern will, und damit zusammenhängend den Hoseingang nnt einem Glasdach überbauen will, soll nach dem Antrag der Bmldeputatwn abgelehnt werden, weil dadurch eine unzulässige Bebamrng des Vorgartens eintreten würde. Stadtv. Habenicht tritt für die Genehmigung des Baugesuchs ein. Er verweist darauf, das, die Vorgärten in der Frankfurter Straße zum Teil eine Verschandelung der Straste bilden, wie z. B. am Hessischen P0' iJ1111" häßlichen Schild, das durchaus keine Zierde für ore Gegend bilde. Tie von Uhl geplante Umgestaltung sei keine Verunzierung des strastenbildes, sondern das Gegenteil. Er verwachse bei dieser Gelegenheit auf die Auslassungen tat Gießener Anzeiger Uber dre verhinderten Baupläne ber Firma Korsettenhaus En, die ganz aM Matze seien. Man solle doch kleinliche Be­denken m solchen Fällen fallen lassen und den Geschäftsleuten entg-egenkoMmen, wenn sie, wie hier in beiden Fällen, ihre Erwerbsmöglichkeiten verbessern und etwas schassen wollen, was der -L-tadt zur Zierde gereicht. In allen anderen Städten wäre nu.ch nimt verboten., Ter Oberbürgermeister bemerkt, daß Es sich un Falle Uhl um eine weitere Ueberbcruung des Vorgatten-' gekändes handle und män wegen der Folgen den Antrag der Baudeputatron entsprechend ablehnen müsse. Die Anbringung des Schildes un Vorgarten des Hessischen Hofes habe man nicht hmdern Tonnen. Stadtv. Habenicht erklärt, dast man doch Gauche wie das der Geschw. Aron, des Photographen Uhl tu nb anderer Geschäftsleute wohlwollender behandeln müsse: toatn man wolle, gebe es imMer einen Tag, uni den Leirten zu helfen. Obcr- burgermerster Mecum erklärt, er habe in beiden Fällen an den Beschlüssen der Baudeputation nicht mitgewirkt. Ter Bcricht- erstattec des Gieftener Anzeigers über das abgelehüte Gesuch der Geschw. Aton sei nicht objektiv gewesen. Die Baudeputation habe in beiden Fällen richtig entschieden und nur ihre Pflicht getan, stadtv. Ebel bemerk, dast der beabsiclstigte Bau des Herrn Uhl nach der Zeichnung für niemänd mischt.ändig sei. Tas Straßen- brld werde durch die Veränderung nur verschönert, und er sehe nicht eut, weshalb man den Antrag Uhl ablehnen soll. Stadtv. W i n n fordert in längeren Ausführungen sehr energisch, dast man den Geschäftsleuten nicht kleinlich in den Arm fällt, wenn sie ihre Auslagen erweitern wollen. Diese Leute trügen schwere Steuer­lasten, und da solle Man die kleinlichen Gesichtspunkte lallen lassen Es brauche in unsereir Strasten nicht alles in Reih und Glied zu stehen, wie Man dies auf dem Papier male: unsere Geschäfts­trasten brauchen nicht auszusehen wie ein Grenadierregiment. Die Einwände mit der Baufluchtlinie gerade am Seltersweg und die dabei an den Dag gelegte Aengstlichkett, es könne jemand zwei oder drei Zentimeter über diese Linie hinaus gehen, seien klein­lich. Wenn Man sich den Ssltersweg und auch andere Straßen eanMal genau ansche, dann werde man finden, dast gerade die Lotadt mit ihren Windeneinrichtungen für die elektrischen Strasten- lcrmpen 20 Zentimeter über die Bauflucht hinaus geht. Tas fei unschön: wenn aber jemand eine einheitlich du rehgebildete Laden- lront schaffen wolle, bann soll man diese Absicht nicht vereiteln, sondern ich Interesse der Verbesserung des Strastenbildes unter­stützen. Das Müsse einmal gesagt werden. Winn begreift nicht, warum Man sich dagegen sperrt. Tie Frankfurter Straste von Hettlers bis an die Schienenguerung Muß doch einmal als Vor- gartenftraste fallen und Geschäftsstraße toerden, und dagegen kann auch die Stadt nicht ankämpfen. Stadtv. Huhn erklärt als Mitglied dm Baudeputation, das Gesuch Uhl habe der Baudepu­tation dreimal zur Beschlustfassung Vorgelegen, es sei jedesmal aögrichnr worden. Beig. Keller verwahrt sich dagegen, ,dast er heute in der Stadtverordneten-VersamMlung den Teputations- beschluß anders mttgeteilt hübe, als er tatsächlich lautet. Stadtv. Petri, Mitglied der Baudeputation, wäre zu haben, wenn Uhls Bauprojekt etwas geändert wird. Beig. Grünewald laßt sich an Hand der Zeichnung das Baugesuch erklären und be­merkt, daß er gar keine Bedenken trage, dem Plane Uhls seine Zustimmung Mu geben. Stadtv. Habenicht stellt fest, dast sich heute die Mehrheit der Mitglieder der Baukommission für die Genehmigung des Uhlschen Baugesuchs ausgesprochen hat. Es sei doch eigentümlich, dast sich in der Kommission für die Ab­lehnung eine Mehrheit hat finden lassen. Stadtv. Vetters be­antragt unter lebhaftem Widerspruch von allen Seiten, das Bau­gesuch Uhl noch eimnnl an die Kommission zurüchzuverweisen. Stadtv. Schaffstädt regt an, die Veränderung widerruflich zu genehmigen. Nachdem der Oberbürgermeister erklärt, dast dies nicht imlöglid)! fei, wird das Gesuch mit großer Mehrheit bejahend verabschiedet. Der Gießener Lichtbühne in der Babnbofstraste wird auf ihren Antrag die Anbringung eines Firmenschildes mit 90 Zentimeter Ausladung genehmigt ebenso wird dem Bau- unternckhmri: Wehrum gestattet, an der Crednerstraße vor einem Wohnhaus statt eines eisernen ein Holzgitter als Abschluß herzu- stellen. Stadtv. Simon hat beantragt

am Airlweq einen Spielplatz anzulegen. Tie Baukommission beantragt, diesem Antrag zur­zeit nicht stattzugeben, weil daffür kein Bedürfnis vorliegt. Stadtv. Simon rechtfertigt sehr eingehend seinen Aittrag damit, dast außer Oswalds Gatten in der ganzen Stadt für die Fugend kein eigen!- kicher Tunnelplatz vorhanden wäre und dast bei der zunehmenden Behauung dieser Mangel iminer fMbarer werde. Andere Städtt

tirnders und

l.ch nötigt sieht-

^nne 6«! n s ÄM 'N S .7 neuer w, Msöiü »KSntM 1 wwJJUen W-

»h.nifUi"1"'® gW,«ll6er ? ihl-MW-"nb ! führfe Fräulein Endgültigen Abschluß Errichtung des yni □eiten. WN' des Packs, unfern Verhandlungen nab» meister Kirchner teil.

W. Büdl-Nllt heust mit einem Ko Leitung stehenden i Häuser sind geöfpm Worium, RÄnun Institut, befinden f lingsgewand durch gelitten hat, leuchte Selten sprechen ri sind in ihm durch (5 eine prachtvolle nr Verkehr von der i Salinenviettel regt derne Villen entft jähnge Schmerzend mentdbau mit gr Nichts ist versäurr

werrden große Mtttek für diesen Zweck auf und Gießen dürste dann nicht zurüchstehrm. Ein am Leihgesterner Weg vorgesehener Spielplatz ift viel zu flem. Spielplätze sind aber für die Jugend notwendig. Wollen Sie, so schließt der Antragsteller feine halb- ' >bündige Darlegung, etwas gutes für die Jugend schaffen, so muß oberhalb der Kliniken ein Baublock als Spielplak eingettchtet werden. Der Oberbürgermeister bemerkt, daß in keiner deutschen Stadt von der Größe Gießens soviel Raum' yinrt Spielen für die fügend sast wie hier. Stadtv. Sommer unterstützt den

Srmon. Die für das werdende Südviettel vorgesehenen Spielplätze liegen recht unglücklich, der eine in unmittelbarer Nähe : des Lupusheims, der andere an der Klinik für Nervenkranke, : ^raiye ferne sehr angenehme dtachbarstlxlft für .Kinderspielplätze. 9.taotö. Wrun tritt ebenfalls für den Antrag Simon ein. Jetzt 1 I« noch Zett, dafür zu sorgen. Stadtv. Wallenfels meint, man tonne des Guten auch ju viel tun. Früher war die Jugend daraus angewiesen, an der Bach zu spielen, und diese Jugend ist auch^groß geworden.

Der Oberbürgermeister verweist daraus, daß nach dem Bebauungsplan für den Auliüeg dort bereits ein solcher ar * vorges.ehen sei. Tie Kommission hat beantragt, dem rc& Srmon zurzeit nicht stattzugeben. Die Abstimmung ergibt eine Mehrheit für diesen Antrag.

Eine Polizeiverordnnng über den Fuhrwerksverkehr in den Straßen der Stadt rtr? öS Polizeiamt vorgelegt. Tie Bestimmungen hierüber uud 20 ^ahre alt und entsprechen nicht mehr den veränderte ^A?ltnis|en. Tie Verkehrskommission hat sich mit der Vorlage beschäftigt und beantragt, die Verordnung zur Berücksichttgung ihrer Anträge an das Polizriamt zuttickzuvtzrweisen. In diesem Sinne wird beschlossen.

Ein Flnchtlinienplan für rine neue, übrigens längst geplant gewesene Straße Von der Stemftraße durch die von der Stadt vor Jahren erworbene Eulersche Besitzung bis zur Dammftraße wird der Versammlung vorgelegt und genehmigt. Mit den Arbeiten soll sofort begonnen werden. Beigeordneter Grünewald regt an, von dem Tier- schutzvereiN Schilder zu beziehen, mit der Aufschrift:Zug- 11 e r e schonen" und diese in den Straßen anzubringen. Der Oberburgermerster wird der Anregung Folge geben.

Die Umgestaltung der Westanlage, die schon wiederholt die Versammlung beschäftigt hat, soll noch ein «vjafjr Zurückgestellt toerben, weil nötigere Arbeiten vorliegen. Dw Kommission ist der Ansicht, daß durch die Anlage des Bürgersterges an den Häusern entlang für den Fußverkehr bestens gesorgt sei, so daß der geplant gewesene Pflasterstteiseu zwischen der äußeren Baumreihe in Fortfall kommen kann. Tie Pflasterung der Fahrbahn soll, um Mittel für andere Zwecke frei zu bekommen, 1914 ausgeführt werden.

Der Vorschlag der Kommission wird angenommen. Stadtv. Wallenfels regt an, den Bürgersteig in der Schillerstraße auf eine kurze Strecke zu verbessern.

Einrichtung der alten Klinik für Zwecke der Bürgermeisterei.

Oberbürgermeister Mecum verweist auf die Verhandlungen der Stadtverordnetenversammlung vom 9. Januar d. I. Ein Verkauf des Gebäudes, an die Ersenbahn ist ge)d>citert und nach dem damals gefaßten Beschluß müsse nun über die Angelegenheit erneut besckflossen werden. Ter Antrag der Kommission, eine Verbesserung und Zentralisierung der Bürgermeisterei, sei dringend und tatsächlich unaufschiebbar geworden. Stadtv. Winn weist darauf hin, daß schon damals verlangt worden sei, daß das Hochbauamt einen Koftenvoranschlag für Herrichtung vorlegen sollte. Es sei z. B. dringend nötig, das Dach auszubessern, wenn das Gebäude nicht zur Nuine werden soll.

Der Oberbürgermeister bemerkt, daß für die Dacharbert 3000 Mark im Voranschlag 1913/14 eingestellt seien. Ein Beschluß, einen Voranschlag aufzustellen, sei bisher nicht gefaßt.

Stadtv. L ö b e r meint, wenn das Dach schleckst fei, müsse es gemacht werden. Er habe die Beratungen so aufgefaßt, als ob auch eine Kostenberechnung vorgelegt würde. Stadtv. Petri glaubt gehört zu haben, daß der Umbau der ehemaligen alten Klinik zur Bürgermeisterei etwa 260 000 Mk. kosten würde. Stadtv. Wallenfels meint, man möge die Sache heute abfetzen und erst den Kostenvoranfchlag abwarten.

Beigeordneter Grünewald beantragt: Das Hochbauamt aufzufordcrn, binnen seck)s Wochen Kostenvoranfchlag und Pläne zur Umwandlung der alten Klinik für Zwecke der Bürgermeisterei vorzulegen. Der Antragsteller erklärt, man könne sich nickt lächerlich macken und das Gebäude verfallen lassen. Pläne und Koftenvoranschläge zur 'Erweiterung der Bauten und Schaffrmg von ausreichendem Raum zur Unterbringung der gesamten Ver­waltung auf ,dem jetzigen Bürgermeistereigrundstück zu verlangen, einen derartigen Antrag stelle er nicht, denn er wisse, es sei dies bei den Raumverhältnissen des Grundstücks unmöglich. Hier­auf wird ein Schlußantrag angenommen. Stadtv. Habenicht, der sich vorher noch zum Wort gemeldet, bittet den Oberbürger­meister, den Eingang zu der Klinik doch von Unkraut befreien zu lassen, dazu seien doch keine besonderen Aufwendungen nötig.

Der Antrag Grünewald wird darauf mit großer Mehrheit angenommen. Stadtv. Löber will noch einen Antrag stellen über Pläne und Kostenvoranschläge für das jetzige Bürgermeisterei­gebäude, er wird aber darauf hingewiesen, daß die Versammlung den Schluß der Aussprache angenommen und abgestimmt hat, so daß der Gegenstand als erledigt anzusehen ist.

(Schluß folgt.)

Satzung -er

th. Gießen, 18. April.

. der gestrigen Stadtverordneteu-Bersammlung waren an­wesend: Oberbürgermeister Mecum, die Beigeordneten Keller, zcommer^renrat Emmelius und Justizrat Grünewald.

Ter Ober bür germrister eröffnet um 4 Uhr die Sitzung und Mächte folgende

Mitteilungen.

Geh^ Kirchenrat Schlosser und Prof. Sievers haben an die Lrtadtverordneten rine Einladung ergehen lassen zu einem gern einsamen Besuch der Völkettimdlicheu Ausstellung in der ehe­maligen alten. Klinik. Ter Bürgermeister hat an die Eisen- b a h ndire k t i o n Frankfurt a. M. den Antrag gerichtet, auf uni eren Bahnhöf en die Sperre für die WatteräuMe aufzuheben und bittet die Stadtverordneten,, durch Zustimmung zu diesem Antrag zu erkennen zu geben, daß die städtische Verwaltung es ebeu- faus für richtig hält, wenn sich die Warteräume außerhalb der sperre befinden. Ter Oberbürgermeister erllätt, daß er, als ihm ber 'neue Bahnhofsbau irrt Projett bekannt geworden sei, den Stadtverordneten Kirch gefragt habe, wie er als Bahnhossrestau- rateur sich dazu stelle, und dieser habe ihm geantwortet, daß er die DmmMassung gegeben habe. Tie Anordnung habe ja sehr viel für sich, aber auch Manches gegen sich. Die Angelegen­heit wird der VerkehrskomMiffion zur Vorberatung überwiesen.

Ter Oberbürgerm'eifter eröffnet der Versammlung, daß ihm lvieder von einem' Unbekannten in gewöhnlichem Stadtbrief wettere 2000 Mk. zum Fonds für ein Denkmal Ludwigs V., des Be­gründers ber Hochschule,, übermittelt worben seien. Er handle wohl im Sinne der Versammlung, wenn er dem edlen Spender namens der Stadt hiermit öffentlich danke. Mit dem Dank vcr- bircke er die Bitte an den ihm' bekannten Geber, doch bei weiteren Geldsendungen einen eingeschriebenen Brief zu senden. Die ^.uimhaLle der Oberrealschule an der BisMarckstraß? ist im' Bau Tcrhggeitcnt. Ter Oberbürgermeister labet die Stadtverordneten yur Besichtigung für Freitag, den 25. April, nachmittags 6 Uhr, eun- Der Verein der 116er dankt für den Kosten zuschuß von 3000 Mk. zur Jubiläumsveranstaltung.

Beig. Keil er als Vorsitzender der BaukomMission berichtet über die Anträge der vorliegenden

Bangesuche.

Die Eisenbahudirettiou will an der Frankfurter Straße sofott zwei BeaMt en wohn Häuser bauen und ein drittes Haus eUvas hinter der Straßenfront errichten. Tic Bauten sollen aul'erhalb des genehmigten Bauplanes errichtet werden. Ter Aspens wird besürwotttt. BLckerMrister Georg Forbach will an feinem' Neubau in der Kaiser-Allee Balkone anbringen, die den vor geschriebenen 3-Mtter-Wstand vorn Nachbargrundstück nicht innehalten, weshalb der erbetene Dispens nicht befürwortet wird, dagegen 'wird eine mrchgesuchte Genehmigung der Anbringung von Erlern am Haus mit einer Ausladung von 90 Zentimetern als zuläsfig bezeichnet.

Eine schlechte Behandlung der Wehrpslichti- g e n durch d ie Bezirksoffiziere mißbilligen wir. Aber Verr tz^chopsun hatte mir zugesagt, er werde mir die einzelnen zyaHe unterbreiten. Das ist aber nicht geschehen, deshalb kann ich daraus auch nicht antworten. Sonst wären diese Dinge schnell erledigt, ^n Kontrollversammlungen sollen nur dienstliche Vor- fajrrften gemacht werden, alle anderen sogenannten Politrichen Reden gehören nicht in die Kontroll- Versammlungen. Die Kriegervererne unterstehen nicht mir, sondern dem Minister des Innern. Ich kann also die rechte Ant­wort nicht geben. Die Tätigkeit der Kriegervereine wird von der Zentrale verfolgt, sie sollen sich nickt politisch be­tätigen, als insofern, daß sie für Kaiser und Reich eintreten, f* \e rf-u r Kaiser und Reich, Landesfürst und Vater- £nb,mSIn^<tn9(uSl£ii an Kriegs- und Kameradentreue. Das ist ihre Grundlage, und eine solche Grundlage kann die Armee nur sympathisch begrüßen. Sie kann daher den Zusammenhang mit der Armee nur fordern. Nicht aus polittschen Gründen. (Lachen ber den ^soz.)

» r-2? Betonung der Treue zu Kaiser und Reich ist keine Po.rtrkl Daß es |o steht, ist nicht unsere Schuld. Wir führen hwr ctneii Selbsterhaltungskampf. Mit Militärverboten wollen wir nnr dann eingreifen, wenn die Disziplin der Armee leiden tomtte. Nur dienstliche und disziplinarische Rücksichten haben dorAber zu entschelden. Wir greifen dabei nicht in wirt- Ichaftliche Kampfe ein, das wollen wir auch nicht. Wir gorügen aber unserer Pflicht, wenn wir nicht andere die Disziplin Myern können. Die Bestimmungen darüber sind dieselben in Frentzen wie in Sachsen. Im Einzelfall kann ich von Berlin aus nicht entscheiden, werde aber jede Beschwerde prüfen. Bei Ar- beitseinftelbingen greifen wir nur ein, wenn wichtige staatliche Interessen in den Streit gestellt sind, wenn der Fiskus in Frage kommt. Im privaten Interesse darf das Ddilitär selbst nicht in 7)-orm von Beurlaubungen eingreifen. Nur bei einem öffentlichen ^totstand ist etn Eingreifen des Militärs gerechtfettigt. Eine Ar- bettseinstellung von Spediteuren oder Kellnern ift natürlich kein öffentlicher Notstand.

Schlreßlich ist das Thema Mißhandlungen ange= fdjnittcn worden. Es ist darauf hingewiesen worden, daß der Gerichtsherr oft selbst Berufung einlegt, daß dem Verhandlungs- fuhrenden d,e Strafe oft zu gering gewesen ift. Daraus gehen doch deutlich die Gesichtspunkte hervor, die die Militärverwal- Mng gegenüber den Mißhandlungen einnimmt. Ich wiederhole: Ueber die schärfste Verurteilung dieses Hauses geht meine Verurteilung der Mißhandlungen VLber Scharfe noch hinaus. (Beifall.) Ich nehme keinen Armand zu erklären: derartige Mißhandlungen und Schindereien rühren an dem Ansehender Armee (Zustimmung.) Das ist auch draußen überall bekannt, und wenn trotzdem immer noch Verfehlungen vorkommen, so liegt das zum ^il in der Roheit unseres Ersatzes. Denn vielfach sind es die Mannschaften, die solche Mißhandlungen begehen. Ich habe im vorigen Jahr eine Verfügung erlassen, wonach die Kommandeure derartige Mißhandlungen durch die eigenen Mannschaften ber- Ijuibcrn sollen. Heber jede Mißhandlung wird eine Nachweisung aufgenommen, die an den Kaiser geht.

Bei schwereren Vergehen werden die Akten emberlangt, durch- gcsehen und dann wird eingegriffen. Dann bekomme ich die Nachwerfungen, und ich habe dem Kaiser darüber Vottrag zu halten, wre wett allgemeine Maßregeln notwendig sind. Dieses scharfe Eingreifen hat bewerkstelligt, daßdieMißhandlun- gen tatsächlich zurückgehen. Die Gesamtzahl ist erfreu­licherweise dauernd im Abnehmen, wenn auch immer noch Fälle vottomrnen. In ftüheren Jahren hatten wir unter den Offizie­ren und Unteroffizieren an Bestraften 0,63 Proz., 1908 waren es 0,35 Proz., 1910 0,32 Proz., 1911 0,30 Proz., 1912 0,25 Proz. Afto eine dauernde Abnahme der Bestraften. Im vorigen Jahre hatten wir 225 Fälle, im Jahre 1896 aber 743 Fälle. Wir wer­den auf diesem Wege fortfahren und mit aller Energie gegen diese Mißhandlungen ankämpfen. Aber Sie sollten auch Einzelfälle hier nicht verallgemeinern, denn dadurch wird die Armee herab- gesetzt. v

Sehen Sie sich die Zeitungen tat Auslände an, die Leute bil- den sich etn, der Offizier läuft bei uns nur mit dem Stocke herum Sie sind dann erstaunt, wenn sie sehen, daß es doch anders ist daß das Vertrauensverhältnis zwischen Offi­zieren, Unteroffizieren und Mannschaften bei unS diel besser ist, als wie in anderen Armeen. Durch solche Ver­allgemeinerung entsteht also eine Geringschätzung der deutschen Armee. Man glaubt, die Schlagfertigkeit der deutschen Armee die innere Verfassung wäre bedroht. Das ist der dunkle Punkt wenn man seine schmutzige Wäsche hier wäscht vor dem Auslande' Davor warne ick Sie. (Lachen der Soz.) Geben Sie uns t$SPe' Ik'en S'? versichert, wir schreiten V"! ^ber waschen Sie nicht die schamutzige Wäsche vor dem ^tfnbe, das ist nicht im Interesse des deutschen Vaterlandes. (Beifall.)

Sachs. Militärbevollmächt. Generalmaj. Frhr. v. Leuckart b. Weißdorf bestreitet daß ein sächsischer Oberleutnant auf die tfx°: SBaS ist Deutschland, nur die AntwortUnser Vaterlands als richtig bezeichnet hat. Auch wir konstatieren mit Freude einen ftanb'gen Rückgang von Soldatenmißhandlungen. Wir hatten im letzten ^>ahr nur 16 ^alle von Soldatenmißhandlungen, darunter nur v»er schwere Fälle.

Abg. Pospiech (Pole)S

Die armen polnischen Rekruten, die der deutschen Sprache kaum mächtig sind, werden in ihrem nationalen Empfinden nicht

T sondern auch von Offizieren aufs grob-

lichste verletzt. Die Roheit bei den Soldatenmißhandlungen hat angenommen. Gegen dre Polen wird von der Militärverwaltuna em wirtschaftlicher Boykott betrieben. 8

Abg. Mumm (Wirtfch. Vgg.) begründet eine Resolution, die in einem Nach trag? ekat Me für eine Freifahrt b eurlaubter Soldaten in ihre Hermat und zurück fordert und weiter verlangt, daß Pa­kete d e r A n g e h ö r i g e n an Soldaten bis 3 Kilogramm post- und bestellgeldfrei befördert werden. Die Sozialdemokraten sind nicht besonders befähigt, über die Soldatenm'ßhandlungen sich zu entrüsten, das zeigen die Vorgänge im Ruhrrevier

Sozialdemokratie vergiftet durch ihre Jugendpresse und Liederbücher unsere Jugend. Sic predigt Antimilitarismus und untergrabt ben Gottesglauben. Wenn die Juden gerne ^rh?a\bTCmeA to°a,:n f0 h°ben sie ja anscheinend genug 5t8Ib<^r 'hre.Deiatigung in der Sozialdemokratie. Ihnen ailch ritäJTr ba0e°cn ^ben sich die militärischen Auto-

Diäten ich erwähne nur Moltke sehr entschieden ausae- ßfSfor^^eS1 Reserveoffiziere geschieht geheim Sm ^erf°r^8 ' unb dagegen wollen sie Sturm laufen!

fün^HiV betta0t Weiterberatung auf Freitag 1 Uhr

Schluß 6% Uhr.