Ausgabe 
20.5.1913 Erstes Blatt
 
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bie zum FriedenSvertrage gewünschten Modifizierungen er­matten haben. Die erste Gelegenheit ipirb wahrgenommen werden, um eine Zusammenkunft der Balkan- delegiertcn zu veranstalten, damit sie untereinander über die von ihren Regierungen vorHebrachten Punkte be­raten und sich dann gemeinsam entscheiden, welcher Weg eingcschlagen werden soll. Ms jetzt wurde noch keine Zu- sanrmenkunft der Friedensdelegierten veranstaltet.

Das Ncuter-Bnrecm erfährt, man sei übereingekommen, daß die Führer der Friedensmissionen der vier Dalkanstaaten am Diens­tag, dem 20. d. M., Tusanrmenlreten, um die vorgescblagencn Ab­änderungen in dem Entwurf der Friedensbedingungen zu bc- svrechrn und ato.-tt ipr Sinne der Instruktionen, die jetzt von Belgrad und Athen eingetroffen sind. Die montcnegri Ni­sche Regierung bat ihre Ansichten ihren Delegierten noch nickt mitgeteilt, aber man glaubt, daß die notwendigen Weisungen rechtzeitig da sein werden.

Die Botschastervereinigung wird, wie es lieißt, in ihrer Sitzung am Dienstag den österreichisch-italienischen Vor­schlag, bett', die Verwaltung Mbaniens, der auch von den Mächten geprüft worden ist, besprechen. Es ist möglich, daß, die Bot- schafter die letzten Vorschläge' der Verbündeten, betr. Abänderung der Friedenspräliminarien, erörtertt werden.

Die deutsche Matroseuabtciluug in Skutari.

Der BerlinerLolalanzeiger" meldet aus Skutari: Da oer erste Offizier des sranzösischen Kreuzers zum höchsten Ver­treter der Gerichtsbarkeit ernannt worden ist, so wird nach Ver­lassen Skutaris durch die Kommandanten an der Spitze der ge­samten Verwaltung ein englischer Offizier und auf dem nächst wichtigen Bosten ein französischer stehen. Dadurch wird der Ein­druck der Bevorzugung der Triple-iEntcntc erweckt. Da die einzig wahrnehmbaren Eimrähmen durck die Steirer auf Salz, Stempel und !Fisckereierlös der Dette Publigue verpfändet bleiben, so fragt es sich, tote die Beantten bezahlt werden sollen, die zu der von den Kommandanten angestrebten munizipalen Organisation aller Verwaltungsztoeige benötigt werden.

Der deutsche Kommandant mietete für seine Matrosen eine Schule, da die Kasernen verseucht warm. Alle» Mächte krbeiten mit reichlicheren Mitteln als Deutsch­land. So müssen die deutschen Offiziere die großen »Entfernungen bei der Hitze zu Fuß bewältigen, während die anderen Offiziere sich anstandslos Pferde.zu beschaffen imftaitbc sind.

AlUSLKNv.

Das Bagdad Bahn-Abkommen und Oesterreich-Ungarn.

Die WienerMontagsrevue" schreibt: Wie wir ver­nehmen, nimmt das Ministerium des Aeußiern mit Rücksicht truf die handelspolitischen Interessen der Monarchie einen lebhaften Anteil an allen die künftige Stel­lung der Bagdadbahn und ihre Ausgestaltung be­treffenden Verhandlungen. Unser Verhältnis zum Deut­schen Reiche bringt es mit sich, hast die Erörterungen auch über unsere Wünsche mit England einerseits und der Türkei andererseits durch 'Deutschland geführt werden.

Das Pariser Hauptquartier der englischen F raue n st immrechtsnär rinnen.

Einer Pariser Blättermeldung zufolge habe der englische Minister des Innern nach einer genauen Untersuchung über die Tätigkeit der nach Paris geflüchteten S t i m m r e ch t l e - rin Miß P a n k h n r st die Ueberzcugung gewonnen, daß Paris zum Hauptquartier einer gefährlichen Ver­schwörung gegen die englische Regierung ge­wählt worden sei. Das englische Ministerium des Aeüßern habe die französische Regierung hiervon verständigt, die ihrerseits Miß Pankhürst und ihre Genüssen auffordern dürfte, Frankreich in kürzester Frist zu verlassen.

Reue italienische Kämpfe in Tripolis.

General M a m b r e t t i telegraphiert aus D e r n a: In Voraussicht einer Operation gegen das Lager bei Etrarigi verließ ich am Morgen des 16. Mai mit einem Teil meiner Streitkräfte die Befestigungslinie, um die Zugänge zum feindlichen Lager festzustellen. Gegen 11 Uhr bemächtigte sich meine Kolonne nach erbittertem Kampfe der befestigten Höhen von Sidi Garda und Ras el Ain, welche sie vom Feinde stark besetzt fand. Während die Truppen ausruhten, erfolgte gegen 1 Uhr nachmittags ein neuer, leb Hafter Angriff des Feindes auf unsere Flanke, be sonders auf die linke Flanke in der Richtung des Araber- und Beduinenlagers von Partuba. Der erbitterte Kantpf endete mit dem Rückzug des Feindes, sobald unsere Reserven in Aktion traten. Am Abend kehrten unsere Truppen nach Derna zurück. Die Verluste des Feindes sind sehr hoch, auch d i e u n s e r e n sind beträchtlich, konnten aber noch nicht genau festgestellt werden. Rach einer späteren Meldung sind die Verluste der Italiener: sieben Offiziere n it b 72 Soldaten tot, 29 O f - fixiere und 250 Mann v e r inu ndet, die Mehrzahl leicht. Am 17. Mai unternahmen die italienischen Truppen erneut Erkundigungszüge außerhalb der befestigten Linieit, bis sie mit dem Feinde in Fühlung kamen. Dieser zog sich mit Verlusten zurück.

Die Einwebung des Lnpushelmr.

Gießen, 20. Mai.

Gestern vormittag 11 Uhr fand die Einweihttng der Lupus-Heilanstalt statt. Es lmtien sich dazu etwa 150 Herren erngefunden, darunter Minister v. Hombergk zu Vach, Gc heimerat Best, Geh: Medizinalrat Hauser, Obermedizinalrat Balser und Ministerialrat Weber, als Vertreter des Reichs­versicherungsamtes Regiemnwsrat Fritz, vom Reichsgesund­heitsamt Dr. Hamel, der Rektor der Landesuniversit.ät D. Eck, 6>ehcimerat Dr. Ufinger, Oberbürgermeister Mecum, die Lattdtagsabgcordneten Grünewald und Urstadt, Geh. Mcdizinalrat Dr. Habertorn, zahlreiche Professoren von der Landesuniversität, Stadtverordnete uttd Vertreter ärztlicher Bereinigungen.

Ansprache des Architekten.

Architekt Metzer hielt bei der Schlüsselüber­gabe folgende Ansprache: Am 6. Mai v. I. war es mir vergönnt, an dieser Stelle den ersten Spatenstich zum Bau der neuen Lupusheilstätte ausführen zu lassen. Heute nach etwa einjähriger Bauzeit wird mir die Ehre zuteil, Ihnen, Harr Geheimrat, al< Vorsitzender des Heilstättenvereins für Hessen den schlüssel dieses Hanfes zu übergeben, um damit ite Fertigstellung des Bauwesens zu betätigen. Mit aus- richtiger Freude vermag ich nntzuteilen, daß sich die Aus­führung ohne jeden nennenswert, n Unfall vollzog Viele fleißige Hände haben dazu veigetrageu, in einer relativ kurzen Bauzeit da-:- Werk ersten u zu'lassen Die Aufgabe, die sieh der Heilstattenverein gestellt hat, für die an Lupus erkrankten, armen, beklagenswerten Menschen eine eigene Stätte zu errichten, in der fte Heilung und Gesundung finden füttert, ist hiermit erfüllt worden. Dabei haben Sie, sehr geehrter Herr Gclw'imrat, m hohem Matz -,ur Ver- wirtlichung beigetragen und nicht nur sich ein Denkmal geschaffen, sondern mit dem Heilstättenverein eine Muitm Mtt« errichtet, für die Ihnen über Generationen hinan

von allen, die von dieser Segnung Gebrauch machen werden, der wohlverdiente Dank gewiß sein wird. Heute am Tage der feierlichen Uebergabe dieses Hauses benutze ich gerne die Gelegenheit, dem Heilstättenverein für den ehrenvollen Auftrag, nicht nur für mich, sondern im Ramcn älter, die hier Hand ans Werk legten, den herzlichen Dank zum Aus­druck zu bringen, ganz besonders aber möchte ich Ihnen, H-err Geheimrat, danken für das große Vertrauen und die mir erwiesene Unterstützutta, die Sie mir bei Ausführung der Anlage in so reichem Maße haben zuteil werden lassen. Ten gleichen Dank bitte ich Sie, sehr geehrter Herr^Pro- fefsor, ebenfalls von mir eutgegennehmen zu wollen. Sollte es mir gelungen sein, die Wünsche des Heilstättenvereins so zu vereinigen, daß in der Neuanlage dem Zweck, dem diese Anstalt dienen soll, in jeder Beziehung Genüge ge­leistet worden ist, so würde die gestellte Ausgabe nicht nur erfüllt, sondern auch ein weiterer Dentstein den Bestrebun­gen sozialer Fürsorge eingefügt werden. Mögen alle, di? hier Rat und Heilung suchen, gestärkt und gesund diese Stätte verlassen, dann wird die Saat, die Sie, sehr geehrter Herr Geheimrat, und mit Ihnen der Heilstättenverein gesät haben, sich bald zur Blüte entfalten und ihren reichen Segen der leidenden Menschheit spenden. Das mein aufrichtigster Wunsch! Gott schütze und schirme die neue Lupusheilstätte'

Ansprache des Bauherrn.

Sehr geehrte Tanten und Herrn! Indem ich diesen 'Schlüssel aus der Hand des Baumeisters entgegemrehrne, gebe ick namens des Vorstandes des HoilftättenvercinS der Freude Ausdruck, daß der Tag endlich erschienen ist, an dem wir die Pforte dieses Hauses den unglücklichen Kranken öffnen können, die unsere ganz be­sondere Tciliial-me verdienen. Während wir schon lange mit Stolz auf das blicken können, was im Kampfe gegen die Lungen­tuberkulose in der ganzen zivilisierten Welt und besonders in Deutschland geschehen ist, müssen wir tms sagen, daß gerade für die s ch r e ck lich ste Form der Tuberkulose, den Lupus, an­fänglich nicht in dem Maße gesorgt wurde, wie cs erforderlich erseyien, daß es vor allem vielfach an Unterkunft für die von ihm Befallenen mangelte. Daß man dem Lupus nicht die gleiche Beachtung, >oie der Lungentuberkulose schenkte, mag zum Teil darauf zurückzuführen fein, daß er nicht als eine Volkskrankheir wie die Lungentuberkulose angefebcit werden kann. Immerhin ist er weit mehr verbreitet, als vielfach angenommen wird. Ge­legentlich der auf Veranlassung des Deutschen Zentralkomitees zur Bekämpfung der Tuberkulose am 1. November 1908 in Deutschland vorgenommencn Zählung der Lupösen, die in ärjtlid/er Behandlung standen, wurden im Großherzogtüm Hessen 363 gezählt. Diese Zählung, die sich, wie gesagt, nur auf Die in Behandlung befindlichen Kranken erstreckte, gibt natürlich fein vollständiges Bild vom Vorhandensein des Lupus. Es sind nach allgemeiner Ansicht wohl dreimal soviel Lupöse vorhanden. Die mangelnde Fürsorge hatte ihren Grund aber zum weiteren Teil wohl auch in dem Umstande, daß der Lupus infolge der schrecklichen Form des Auftretens die davon Befallenen von der Arbeit fast vollständig ausschließt, daß sie daher der Jnvaliden- versicherungspflichk nicht unterliegen und die Versicherungsanstalten nicht so oft mit der Heilung Lupöser befaßt werden, wie mit der Heilung Lungenkräuter, daß jedenfalls die Errichtung besonderer Heilstätten für die Versicherungsanstalten nicht geboten erschien. Er lommt aber weiter in Betracht, daß auch die Möglichkeit der föcilinig, des Lupus noch nickt in alle Kreise gedrungen war und geb rangen ist. Schon lange hatte man sich zwar mit der Heilung des Lupus befaßt, man wendete alle möglichen Salben und Pflaster an, benutzte Actzftifte und sonstige Mittel, operierte auch: Heilung trat aber nur selten ein, die Erfolge waren meist nur von kurzer Dauer. Da brachte vor nunmehr einigen 20 Jahren Professor Lang in Wien Methode in die operative Behand­lung, und er konnte Ersolge außveisen. Dann stellte Finsen das L i cht in bett Dienst ber Lupusheilung, unb bic von Röntgen entbeckten unb nach ihm benannten Strahlen würben nebst weiteren Methoden ber Bekämpfung bes Lupus bienstbar gemacht, so baß wir nunmehr über einen ganzen Schatz von Heilmethoden ver­fügen. Welchen Einfluß das Bekanntwerben ber Möglichkeit ber Heilung bes Lupus hatte, schilderte seinerzeit Hofrat Professor Dr. Lang mit etwa folgenben anschaulichen Worten:Seitbem cs bem Publikum bekannt ist, baß wir rabifale Verfahren gegen Lupus besitzen, tauchen bic Kranken in großer Menge auf, wie bie Regenwürmer nach einem Regen plötzlich aus ber Erboberfläche erscheinen." So ging es auch bei uns. Mit ber Begründung bes Lehrstuhls für Dermatologie in Gießen mclbete sich eine große Anzahl Luposer, unb als bic Erbauung ber Heilstätte bekannt würbe, sand alsbald wieder ein bedeutender Andrang statt. Leiber machten aber auch wir dieselbe Ersahrung wie Lang, wir waren gezwungen, einen Teil ber sich melbeitbcn Kranken obzuweisui. Mit Rücksicht ans bic geschilderten traurigen Verhältnisse entschloß sich bas Deutsche Zentralkomitee auf Veranlassung Althofss, bie V o r t ei l e b e r L i ch t b e h a n b l n n g m ö g l i ch ft af l e n v o r yanbenen Lupuskranken zn teil werben zu lassen unb zu diesem Zwecke eine planmäßige Bekämpfung bes Lupus zu organi­sieren. Sic war in ber Weise gedacht, baß ztoeckmaßig verteilt int Deutschen Reick eine a n 5 r c i rf; c n b c Anzahl v o n An­stalten gegrüubct unb beit Kranken selbst bic Möglichkeit ver­schafft werben solle, bic Anstalten zu ihrer Heilung in 2ftffvruch zu nehmen. Angeregt unb öfters getrieben durch Herrn Prof. Dr. Iesionek, durch den .wir das in Gießen l/errfdvnbc 151enb km neu lernten, reifte bei bem Vorstand bes Heilstättenvereins ber Gedanke, einen derartigen Mittelpunkt für bie Luvus- b c ha n b l u n g i m H e r z c n Deu t s chl a nbs zn schaffen. Nach- bem wir erst versucht batten, bie Kranken in Prioattvohnungcn untcrzudringen, uns aber überzeugen mußten, baß bieS auf bic Tauer nicht möglich war, verdichtete sich brr Plan, einen Neubau zu erstellen. An diesem Plan würbe auch festgchaltcn, als bie Großh. Regierung sich entschloß, eine dermatologische Kl i - n i X zu errichten, denn nach Anschannng der medizinischen Fakultät, welckw Anschauung auch von Lang, Iabassohn unb anberen geteilt werben wirb, ist cs nicht empschlensivcrt, Lupusheilstätten ber- watologischen IMteilnugen ober Kliniken anzuglicbcrn, es barf höchstens eine Personalunion bestehen. Ausschuß unb Mit- glieberversammlung bes Heilstättenvereins erklärten sich freubigcii Herzens mit ber Errichtung einer Heilstätte ei nver stanb en, nachdem die Lanbesversick ?rungSanstalt mit Zustimmung ber vorgesetzten Behorbe zu gesagt hatte, baS erforoerlichc Bau kapital 'All mäßigem Zinsfuß barzuleiheii^ Die Platzsragc machte feine besonderen Schwierigkeiten, bi bie Stadt Gießen in nächster Nähe ber klinischen Institute noch über geiiügenb Gelanbe verßägtc unb zn einem annehmbaren Preis anbot, bem Heilstättenvercin: «auch noch anbere UnterftüVinigcn angedeihen ließ. Unb so ist benn, nachdem gerade vor Jahresfrist mit dem Bau begonnen nnirbc, unter der tüchtigen Leitung bes Herrn Arckitcltcn Meyer dieser Bau entstanden, ber heute seiner Bestimmung übergeben nerben soll, ein Bau nicht groß an Ausbchnung, aber wohl boch ein bcbeutnngsvolles Ereignis in ber Geschickte ber Lupusbe- kämvsung.

Mit der Freude über bicses Bauwesen verbindet sick das Gefühl deck DaitteS, innigen Dankes, Dank zunächst Gott, ber seine «schützende Hand über den Bau gehalten hat, Tank Ihrer Königlichen Hoheit ber Groß her zog in, bie nicht nur bem Bau stets leb la fies Interesse cntgcgcitgcjradü, sondern bas Unter nehmen auch burck Gewährung von Mitteln unterstützt hat: Tank b(*r Großh. Regierung, bic ebenfalls zu ben kosten brr inneren Einrichtung beigesteuert, außerbem für bic ersten 2 Jahre einen erheblichen Zuschuß au den Betriebskosten bewilligt l>it: Tank dem L n p n S a n s s ch des Tcut scheu .Zentralkomi­tees, ber uns reiche Spenden gewährte: Tank Herrn Geheime Konrmerzicnrat Heichelheim m Gießen, Herrn Dr. Lcitz- Wetzlar, Herrn Professor Dr. M c t r o w S k v 'töln, Herrn Stabt- rat W i u n - Gießen, bic uns reich? Geschenke zuwiefen; Dank der Stabt Gießen unb ben Lokalbehörden, bie uns in entgegenkommendster Weise unterstützt haben: Dank Herrn Direktor Tr. R e b c n t i j ch von Offenbach und dem Vorstände des A l i c -

F raue nv er eins, bic es ermöglichten, baß an bic Spitze deS Hauswesens eine tüchtige Schwester gestellt werben kann: Dank dem Ausschuß unb der Mitgliederversammlung ves H e i 11t ä 11 c n* Vereins, sowie meinen treuen Mitarbeitern in biefem Vereine, insbesonberc £>erfn Kassier Stier unb Sekretär Döll. Dank Herrn Architekt Meyer, ber uns über alle lautidjoi Schwierigkeiten leickft hinwcghalf. Dank allen B a u b a n b io c r - fern unb Lieferanten, und nicht in letzter Linie ben Ar­beitern, bic, wie ich mich des öfteren überzeugen konnte, geradezu wetteiferten, ben Bau zu förbem unb ihr Bestes zu leisten: Tank enblich Ihnen allen, bic Sic heute teils aus tocitcr Ferne herbei geeilt finb, um diesen Tag festlich mit uns zu begohm, unb dadurch bewiesen haben, baß cs sich nicht um ein alltägliches Ereignis hänbclt, Tank besonders ben Herrn Vertretern b?3 RcichsvcrsichcrnngsarntS, beS Kaiferlichen Gesunb- h e i t s a m t s unb bem Generalsekretär bes Deuffchen Zentralkomitees zur BckämpfungberTubcrknlose, Herrn Professor Tr. Nictner.

Und so übergebe ich denn nunmehr Ihnen, sehr- geehrter Herr Professor, ber Sie in uneigennützigster Weise bic Leitung her Heil ftätte übernommen haben, mit biesem Schlüssel bie Heilstätte unb spreche babei bie Hoffnung aus, baß alle, bie hier Heilung suchen, Tank Ihrer Kunst unb Tank hoffentlich auch der 92aturträrtc Heilung sinben mögen. Möge das Haus aber nicht nur eine Heil ftätte fein, sondern auch eine Stätte, an ber bie Wissensckiast immer weiter fortsckircitct, an ber bic heranwachsenbe meoizinischc Iugenb etwas TüchffgeS lernt zum Segen ber leiben bat Menschheit. Das walte Gott!

Der Minister des Innern von Homberqk zu Vach überbrachte die Glückwünsche des Großherzvqspaares, dein es zu seinem Bedauern nicht möglich sei, an der Feier teil - zunehmen. Es dränge ihn, namens der Großh. Regierung dem Heilstättenverein seine Anerkennung auszusprechen. Die Errichtung des Lupusheims ist so rasch in die Tat umqesetzt worden: daß das rege Interesse an dieser Art der Tuber« lulosebelampfring weit über Hessen hinausgeht, beweist die Anwesenheit zahlreicher Vertreter der Wissenschaft, der Be­hörden und Kommunalverbände. Es bereite ihm eine be­sondere Genugtuung, daß in Gießen zu dem reichen Kranz der Kliniken das Lupusheim hinzukommeu werde. Es werde eine enge Verbindung der Heilstätten bestehen, da Professor Iesionek der Leiter der Anstalt fein wird. Er wünsche, daß die Anstalt vielen SlTQntcir Heilung bringen und der medizinischen Jugend eine wichtige Ausbildungsstätte sein möge.

Ansprache des Leiters der A n st a l t.

Professor Tr. Iesionek 'banfte dem Heilstättenverein für die Schaffung der Heilstätte und für das Vertrauen, das man ihm in der Sache entgegengebracht habe. Ei' sei der Zuversicht, daß die Heilstätte den Anforderungen, die man an sie stellt, im vollen Umfang gerecht werden kann. Tic Erbauung des Lupusheims ser eine Ruhmestat des Heil- stättenvereius, die den Kranken reichen Segen bringen wird.

Hierauf überreichte der Tekan der medizinischen Faku.0 tat, Prof. Dr. Voit, Herrn Geh. Regierungsrat Tr. Tietz eine Urkunde, nach der er zum Todor honoris causa ernannt worden ist.

Tr. Dietz dankte mit bewegten Worten für diese Aus­zeichnung.

(Durch den während des Weiheaktes niedergehenden heftigen Re^en waren die Redner fast nicht zu verstehen, weshalb hnr uns mit einem kurzen Auszug begnügen müssen.)

Professor Dr. Iesionek öffnete nunmehr die Tür der Heilstätte, worauf in drei Gruppen unter Führung von Geh. Rcgicrungsrat Dr. Dietz, Professor Tr Fcsionck und Architekt Meyer das Hous besichtigt nnirbc. Wir haben bereits gestern eine Beschreibung der Lnpusheilstättc <v bracht, so daß hier nur feftgestellt sei, daß gerade in den fachmännischen Kreisen nur Sttmmcn des Lobes imb der An­erkennung für das schöne, zweckmäßige Heim laut wurden.

Um 1 Uhr fand im Saale des Gesellschaftsvereins ein Festessen

statt, an dem etwa 90 Damen wird Herren teiknahmc^n. Geheimrat Dr. Dietz begrüßte die Teilnehmer mit humor­vollen Worten. Er habe als D-oetor medicinae honoris causa zwar nicht das Recht, Medizin zu verschreiben, aber ein kleines Rezept habe er den Anwesenden doch ver­schrieben, und er hoffe, daß ihnen das Rezept recht gut gefalle. Minister v. .Hombergk zu Vach brachte das Hoch auf das Kaiser- und Großherzogspaar aus, indem er auf die soziale Tätigkeit der beiden Fürstenpaare hinwies. Weitere Trinksprüche brachten aus Prof. Iesionek, Dr. Li ebn er-Berlin, der im Auftrage des Deutschen Zen­tralkomitees zur Bekämpfung der Tuberkulose sprach, der Vertreter des Kaiserl. Gesundheitsamtes Dr. Hamel, der Vertreter bes Reichsversicherungsamtes Reg.-Rat Fritz, ber Rektor ber Lanbesuniversität D. Eck, der die hessische Regierung hochleben ließ, ber Vorsitzende der medizinischen 6>esellschaft zu Gießen Prof. Dr. Opitz, Oberbürgermeister Köhler (Worms), Oberbürgermeister Mecum (Gießen), dar auf die soziale Tätigkeit der Stadtverwaltung hinwies, unb Geheimerat Best, ber Erinnerungen an die Universität unb bie Stadt Gießen mitteiltc. Architekt Meyer über­reichte Geheimrat Dr. Dietz ein Album mit ben Planen unb Ansichten ber Heilstätte, wofür dieser herzlich bankte.

An» Stafct rind Canft»

Gießen, 20. Mai 1913.

** Für die Sitzung der Stadtverordneten­versammlung am Donnerstag, 22. Mai, nachmittag 4 Uhr unb, wenn nötig, Fortsetzung Freitag, 23. Mai, nach­mittags 4 Uhr, ist folgenbe Tagesordnung vorgesehen: 1. Mitteilungen 2. Baugesuche Peter Sch epp für Wetzlarer Weg. 3. Baugesuch Karl Textor für bic Liebrgshöhe. 1. Um­bau eines Gewächshauses am Wicsccker -Weg durch Wilhelm Moser. 5. Einfriedigung Kaiser-Allee, Verein Franken- Haus. 6. (tyefuef) des Th. Budde wegen Anbringung eines Firmenschildes Seltersweg 52. 7. Gesuch I. B. Noll um Frist zur Bebauung seines Grundstücks in ber Wicsenftraßc 8. Verlängerung des Uebereinkommcns wegen Unterhaltung der Anlagen Dor dem Unwcrsitätsgebäudc. 9. Verwal­tung Sb er ich t für 1911. 10. Voranschlag r 1913. 11. Gesuch der Lehrer und Lehrerinnen um Gehaltserhöhung. 12. Desgleichen der st ä d t i s ch e n Beamten und Bedreu steten. 13. Förderung ber Ka­ninchenzucht. 14 Unterstützung der deutschen Gesellschaft für Kaufmanns-Erholungshoime in Wiesbaden 15. Neubau einer Isolierbaracke 16. Festsetzung des ortsüblichen Tage- lohns. 17. Bürgschaft für eine Hypothek der gemein­nützigen Baugenossenschaft. 18. Straßenbaukoftcn für die Mühlstraße. 19. Eingabe des Bürgervereins wegen Acnberung ber Bahnsteigsperre. 20. Gesuch bes Gilbert Neun um Erlaubnis zum Sck;ankwirtshastsbdricb im Hause Neuenweg 31. 21. Tesgl. bes Jos. Schweinsberg für Neustabt 58.

* Licht-, Luft- unb Sonnenbäder. Als eines der Mittel, die zur Erhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit bienen, kann man das Licht-Lustbab bezeichnen. Ist doch bic Luft bas Element, in bas wir von Natur

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