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hineitiversetzt sind, und von dem unsere Haut beständig umspült werden sollte. Durch unsere Kleidung ist das aber mehr oder weniger verhindert und darunter leiden nicht nur die Nerven unserer Haut, sondern es kann auch rückwirkend das übrige Nervensystem m Mitleidenschaft gezogen werden. Das Luftbad ist ein sehr naturgemäßes Heilmittel, von dem in ausgiebigster Weise Gebrauch gemacht werden sollte.
Landkreis Gietzen. 1
w. Daubringen, 19. Mai. Auf einem Acker unweit des Dorfes hat sich eine Senkung des Bodens gezeigt. Die entsinkende Stelle-ist 1,50 m groß und ungefähr 2 m tief. Kreis Schotten.
— Ulfa, 18. Mai. Nachdem von den Landständcn die erforderlichen Mittel zur Errichtung einer G e st ü t s- station hier bewilligt worden sind, soll die Station mit Beginn des nächsten Jahres eröffnet werden. Die Stallungs- srage, die lange der Lösung harrte, ist entschieden. Ober- laudstallmeister von Willich weilte hier und besichtigte die Hosreite des Gastwirts Hch. Wolf, der sich bereit erklärt hat, einen entsprechenden Stall für die Hengste und eine Wohnung für den GestutSdicncr auf seine Kosten Herrichten zu lassen. Der Stall, der drei Abteilungen erhält, soll bis zum 1. Oktober fertig sein, damit im Februar die Hengste — vorläufig zwei — zum erstenmale einziehen können. Dann? wird ein schon lange gehegter Wunsch der Pfcrdezüchter in Ulfa und Umgegend erfüllt.
§ Vom H o fr e r o ds k o ps, 18. Mai. Am 1 8. M a i toarcn c-3 25 Jahre, das; der Klubwirt Stein im Auftrage des Vogelsberger Höbcnllubs den Betrieb der Gastwirrschaft auf dem Hohe- rodskops-Klubfraus übernommen hat. Während der Verkehr vor einem Viertcljahrhundert noch äußerst gering n>ar und daher die Uebernahme des Klubhauses ein sehr gewagtes Unternehmen war, hat sich der Betrieb im hohen Vogelsberg in diesem Zeitraum so gesteigert, daß, ein zweites Klubhaus errichtet werden mußte. Doch zeigte sich der Klubwirt allen Ansprüchen gewachsen. Als Zeichen der Anerkennung wurde ihm bei einer gestern abend stattgefundenen Feier von dem Vorstande des V. H. K. eine prächtige Wanduhr als Geschenk überreicht, wobei Lehrer Link, Rudingshain, in Anwesenheit zahlreicher Klubbrüdcr die Verdienste Steins hervorhob, der selbst unter den schwierigsten Verhältnissen hier oben ausgehalten.
Kreis Friedberg.
h. Vilbel, 18. Mai. Vier Frankfurter junge Leute, darunter zwei Postbeamte, besudelten am zweiten Pfingsttage den Wartesaal des Südbahnhofs in der unflätigsten Weise und wurden, als man sie zur Wohlanständigkeit aussorderte, gegen die Aufsichtsbeamten tätlich, so daß man sich der Gesellen mit Waffen erwehren mußte. Der Bahnbchörde ist cs jetzt gelungen, die 92amen der Leute festzustellen und sie dem Gericht anzuzeigen.
— Södel, 19. Mai. Ein wohlgelnngenes Kirchenkonzert veranstaltete gestern der Kirchengesangverein hier. Ter erst seit einigen Jahren bestehende Verein, begründet .von seinen: derzeitigen Dirigenten Pfarrer Beckel, hatte üd) an eine nicht leichte Ausgabe gewagt. „Der Einzug Jesu in Jerusalem", Festkantate für Gemeinde-, Chor-, Kinder- und Sologesang von August Stern, mar das Werk, das der Verein mit I vielen: Fleiß eingeübt hatte und in sehr exakter Weise zum Vortrag brachte. Die Solopartien wurden von Fräulein Hieronimus und Mehrer M a r s ch a r d t aus Friedberg in sehr ansprechender । Weise gesungen. Besonders ergreifend war das „Tein Heiland i meint- der Solistin, d:e über eine sehr reine und unstangreiche Stimme verstigt und diesem Passus einen erbaulichen Charakter zu verleihen verstand. Sehr gut gelang auch der Wechselgesang des Kinder- und des gemischten Chores. Es war allerliebst, das „Hoüanna" von frischen Kinderlippen zu hören. Tie Chorgesänge begleitete in gewohnter Meisterschaft auf dem Harmonium Pfarrer K l e b e r g e r von Friedberg, während Lehrer Junker von Södel die undankbare Nolle zugeiallen war, auf der verstirmnten alten Orgel die Gemeindegesänge zu begleiten. Mit dem Erfolg kann der Verein wohl zufrieden sein. Er hatte mit der Wahl des klassischen Werkes ein großes Wagnis übernommen, aber er hat Tank des Eifers seiner Mitglieder und Dank der Rührigkeit seines verständnisvollen Dirigenten das Wagnis glücklich hmausgestihrt. Tie allerdings nicht sehr zahlreich vertreteue Gemeinde und die von ansivärts erschienenen Gäste haben gewiß alle sehr befriedigt das Gotteshaus gegen 5 Uhr verlaßen, in den: bei dieser Gelegenheit die elektrische Lichtanlage znn: ersten Male zur Geltung kam.
Starkenburg und Mein Hessen.
R.B. Darmstadt, 18. Mai. Tas 2 5jährigc Jubiläum der E r z i c h n n g s a n st a l t „O h l v st i f t" in G r ä s e n- I Hausen wurde gestern begangen. Am Bormittag wurde ein Fcstgottesdienst abgchalten und am Nachmittag versammelten sich Freunde und Gönner der Anstalt und die Zöglinge der Anstalt in dem geschmückten Festsaal, wo die Feier mit dem Chor „Wir treten zum Beten" (von den Zöglingen vorgetragen) von Kremser eingclcitct wurde. Tann sorgten abwechselnd Vorträge der Konzertsängerin Frl. Landzettcl und eine aus Laien gebildete Quartettvereinigung, während ein Anstaltsmädchen einen hübfchen Prolog zum Vortrag brachte. Die Festansprache hielt Bürgermeister Müller, der allen Förderern der Anstalt dankte und die Erfolge darlegte, die die Leitung des Ohlpstiftes errungen hat. Später gab Hausvater Jost eine Schilderung der Geschichte der Anstalt, die früher ein Besitztum der Grafen Häusenstamm war und 1888 mit dazu gehörigem Gelände für 17 500 Mk. erworben wurde. 92ad) der Feier erfolgte die Bewirtung der Gäste und der Zöglinge mit Kaffee und Kuchen, frei der Geh. Landes ötonomicrat Müller namens des Kuratoriums der Anstaltsleitung für ihre Umsicht und Mühewaltung dankte und Pfarrer Z i m mermann- Wixhausen seiner Freude über die stete Entwickelung der Anstalt und feine schon 12jährige Mitarbeit daran Ausdruck gab. Die musterhaften landw. Einrichtungen und die zu einer kleinen Ausstellung vereinigten Arbeiten der Zöglinge als Schuhmacher, Schneider, Gärtner und Landwirte fanden warine Anerkennung.
d Mainz, 19. Mai. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten wurde der Voranschlag für 1913 beraten. Die allgemeine Besprechung dehnte sich recht lange ans. Wünsche wurden vorgebracht wegen der Beschaffung von zweiten Hypotheken. Der Oberbürgermeister erklärte, daß die Frage äußerst schwierig fei, er hoffe jedoch, daß die Sache demnächst ihre Erledigung findet. Es könne sich aber mir um Anleihung von Neubauten handeln und zwar durch eilte Genossenschafts- oder Landeshypothekenbank, für die Anleihung müsse die Stadt die Garantie übernehmen. Auf eine Anfrage, wie die Bürgermeisterei der Lebensmittelteuerung weiter begegnen werde, erwiderte Beigeordneter Dr. Külb, daß der Fischverkauf im Winter weitergeführt werde. Von der Einrichtung einer Schweinezucht müsse die Verwaltung Abstand nehmen, da hierzu mindestens eine Million Betriebs- lapilal gehöre. Er habe sich mit dem Landwirtschafts-Ausschuß für Starkenburg ins Einvernkhmen gesetzt, damit von dieser Seite zu gleichmäßigen Preisen an die Stadt Schweine geliefert würden, aber man sei noch nicht einig geworden. Später werde die Bürgermeisterei entsprechende Vorschläge machen. Die Anträge deS Finanzausschusses wurden sämtlich gutgeheißen.
ob. B i n g e n, 19. Mai. Vom Bauausschuß wurden in der heutigen Sitzung der Stadtoerordtteten die Pläne für ein D c n k n: a l des Großherzogs Ludwig IV. oorgelegt. Diese Pläne wurden von
der Versammlung einstimmig genehmigt. Das Standbild soll mit dem Sockel eine Ges amt höhe von 5,30 Metern erhalten.
(EfcricbtofaaL
Der Bankräuber Brüning vor Gericht.
•= Berlin, 19. Mai. Bor der elften Strafkammer des Landgerichts I hat sich freute der Kasscubote Gustav Brüning, der bci der Dresdener Bank in Berlin angestellt war, zu verantworten. Am Vormittag des 12. Juni des v. I. waren von zwölf Kassenboten der Bank zwei Millionen Mark in Gold, Silber und <5d)einen von der Rcichsbank geholt worden, welche für die nächsten Stunden zur Auszahlung dienen sollten. Als die zwei Millionen an den Kassierer abgelicfert werden sollten, fehlten 260 000 Mark und cs stellte sich gleich',eilig heraus, daß Brüning verschwunden war. Durch Zirlülar-Dcpeschen der Polizei rtntrben sofort alle Polizeiwachen der ReichsHauptstadt und der großen Provinzorte, besonders der Seestädte von dem Diebstahl benach- richtigt. Zunächst aber- waren alle Nachforschungen vergeblich, obwohl die Dresdner Bank eine Belohnung von 10 000 Mark ausgesetzt hatte. Tie Behörden ordneten nun eine sorgfältige Uebcrwad'ung der Verwandten Brrrniugs in «Engter an, wo Brünings Sdnvesler mit dem Maurer Halle .Derfreiratet war. feier fiel cS auf, als die wenig begüterten Lewe einen Tauscndmark- schein wechseln ließeri. Es wurde daher eine Haussuchung vorgenommen und man fand in Blciröhrcn versteckt und cingemauert den Betrag von 65 000 Mark. Weiter wurden eine Reihe von Chiffrcbriefen beschlagnahmt, aus denen scstgestellt werden konnte, daß sich) der Gesuchte in Winnipeg in Canada aufhielt. Er lebte hier unter falschem Namen und gedacchc sich als Farmer niederzulassen, iveshalb er schon umfangreich? Laildanläufe gewachst hatte.
Nach seinen eigenen Angaben ist Brüning zunächst im, Auto nach einem kleinen Orte in der Umgegend von Berlin gefahren, und hat von dort die Balm bis znn: Wohnorte seines Schwagers benutzt. Dann fuhr Brüning nad) Hamburg und trat ziemlich ungeniert auf, obgleich, sein Signalement in allen Zeitungen stand.
Die Anklage nimmt cn, daß er in der Umgegend von Hamburg etwa 117 000 Mark vergraben habe. Von Hamburg ging Brüning nach Luxemburg, wo er unter dem Verdacht der Spionag^ verhaftet, aber gegen eine Kaution von 3000 Mark wieder auf freien Fu'ß gesetzt wurde. Er ließ diese Kaution verfallen und sdstffte sid) auf einem holländischen Da:npfcr nach Canada ein, und zwar mit der: Legitiw.ationspapieren des Pferdeknechts Hermann Kranich, die er diesem für 6000 Mark abgekauft hatte. Als der Aufenthaltsort Brünings bekannt war, wurde der Deutfdx' Konsul in. Wimstpeg beauftragt, seine Verhaftung bei den cana- dischen Behörden zu veranlassen. Brüning wurde gefaßt, als er einen Postlagemden Geldbrief in Empfang nehmen wollte. Er gestand auch sofort ein, der Gesuchte zu sein. Die Auslieferungsverhandlungen nahmen nur kurze Zeit in Anspruch und Brüning wurde nackt London überführt, wo ifrit zwei deutsche Kriminalbeamte in Empfang nahmen. Bei feinen Vernehmungen hat er sich bisher hartnäckig geweigert, anzugebeu, wo der Nest des unter« schlagencn Geldes verborgen ist. Er hat dabei offen zugegeben, daß er nack) Verbüßung seiner Strafe das Geld erheben will. Mit Brüning haben das Ehepaar Halle sowie dm Pferdeknecht Kranich und desfeu Schwester Olga unter der Anschuldigung .her Begünstigung lauf der Anklagebank Platz zu nehmen. Den Vorsitz, in der Verhandlung führt Landgerickstsdirelt. Dr. Karsten. Brüning, ein mittelgroßer schmächtiger Mensch mit blondem Schnurrbart, gibt an, daß er in: Jahre 1873 in Engter als Cohn eines Zimmermeisters geboren wurde. Von 1893—95 war er Soldat, danach Diener bei einen: Generalmcyor, durch dessen Empfehlung er eine Stellung als Lakai bei einer heilischen Prinzesstn in Rothenburg erhielt. Später fand er eine Tienerstelle bei der Herzogin von Anhalt. Nach den: Tode des Herzogs trat er in den Dienst des Direktors Gnttmann voi: der Dresdener Bank. Dieser verschaffte ihn: dann die Stetlung als üässenbote bei der Bank. Der Angeklagte schildert dann den Diebstahl. Am 26. Juni wurden von der Ne:cbs- bank 2 Millionen Mark geholt. Er nahm ein Paket Papiergeld zum Nachzählen und :vollte vom Korridor einen Schwannn holen, um die Scheine dein: Zählen anzufcuchten. Als er auf den: Korridor niemanden sah, kau: ihm der Gedanke: feist fort! Erst später fei ihm die Schwere der Tat zum Bewußtsein gekommen und er hätte sie am liebsten ungeschehen gemacht. Er irrte dann eine Zeit lang in Deutschland nncher, bis er schließlich über Luxemburg nach Amerika gim:, wo er verhaftet wurde. Nach der Vernehmung der übrigen Angeklagten, die behaupten, von dem unredlichen Erwerb des Geldes nichts gewußt zu habe,:, wird die Verhandlung vertagt.
Segelbootunglück deutscher Seesoldaten.
Aus Kiel, 19. Ma-, wird gemeldet. Die Einjährigen Boeck, Homack, Wil ke :u:d Stein sowie die Seesoldatei: Crä mer, Preske. Lämmer und Schirn:cr, sämtlich voi: der 8. Kompagnie deS erste,: Seebataillons, sind bisher nicht von einer gestern nachmittag auf See unternommenen Segelpartie zurückgekehrt, sie sind bei den: stürmischen Wetter anscheinend verunglückt. Die Kreuzer „München" und „Magdeburg" sonne die Schiffe „Württemberg", „Pelikan" und eiiüge Torpedoboote finb gegenwärtig auf der Suche nach den Vermißten.
An: späte,: Abend wird aus Kiel gemeldet: Die zur Suche nach den vermißtet: acht Angehörigen des ersten Seebattaillons aus- gesandten Kreuzer und Torpedoboote sind abends wieder eingelaufen, ohne ein Ergebnis erzielt zu haben. Die Nachforschungen werden morgen in aller Frühe wieder aufgenomn:en werden.
Ein dnrchgegangener Ballon.
München, 20. Mai. Am Sonntag geriet ein Ballon in der Nähe der Kalk-Alpen in ein Schneegestöber. Mangels Auftrieben kam er auf einem Bcrgkamnl zu Boden, wobei die Nctzstricke rissen. Die Gondel blieb stehen und der entlastete Ballon verschwand in den Wolken. Die unversehrt gebliebenen Insassen trafen nack) längerem Marsch bei dem 1700 Meter hoch gelegenen Wendelstein-Haus ein.
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Mannheim, 19. Mai. liebet- das zweite Luftschiff, Sn st em Schütte-Lanz, das bereits in Angriff genommen ist, werden folgende Einzelheiten bekannt: Das Luftschiff wird rund 24000 Kubikmeter Gas fassen und fünf Gondeln erhalten, Führergottdel und vier Mannschaftsgondeln. Die Führergondel wirb vorn aufgehängt, zwei der Maschinengondelit werden in der lyitt- leren Linie vorne und achtern lose, die beiden andern ettvas seitlich der Mittellinie in der Mitte starr angeordnet. Es werden vier Motore von je zweihundert Pferdestärken, drei Maybachmotore und ein Daimlermotor, die je zwei zweiflügelige Propreller antreiben, eingebaut.
Vermischtes»
* Vier Arbeiter im Staunl erstickt. Aus Charlotten- bürg, 19. Mai, wird gemeldet: Vier KaualisationSarbeiter erstickten heute nachmittag in einen: Rohre der C harlottenburger Kanalisation. Als die Arbeiter, die gegen 3 Uhr in das Rohr emgestiegen waren, nach längerer Zeit nicht erschienen, rückte die gesamte Feuerwehr aus. Tie Arbeiter wurden als Leichen geborgen. — Ter Tod der vier Arbeiter ist auf eigene Unvorsichtigkeit zurück- zuführen. Tie Verunglückten unterließe» es, vor dem Hinuntersteigen vorschriftsmäßig eine brennende Kerze hinab zu lassen. Ein lunger Offizier, Leutnant Dittmor, der an dem Unglücksplatz vorüberkam, halte kaum vernommen, was sich zugetragen habe, als er and: die Oberkleider abivarf, sich von einem in der Nähe befindlichen 9leubau ein Drahtseil :eichen ließ :md sich in den Schacht hmabließ. .Mit eigener Lebensgefahr versuchte er den Körper des ihm zuuäck)st liegende,: Mannes aus dem Wasser
zu ziehen. Als er damit beschäftigt war, wurde ihm burd) die inzwischen eingetroffene Mannschaft der Feuerwehr Hilfe zuteil. Nach vieler Mühe gelang es, die vier Verunglückten herauf zu befördern. Die doi: mehreren Aerzten vorgenommenen Wiederbelebungsversuche waren ohne Erfolg. Während der Bergung der Verunglückten waren die schädlichen Gase allmählich entwichen, so daß der Offizier und die Feuerwehrmannschaft feinen Schaden durch sie nahmen.
Kleine Tagerchronik.
In Jena hat die Zahl der immatrikulierten Studenten im laufenden Semester zum ersten Mal das zweite Tausend überschritten.
Aus dem Hochschwarzwald wird Frost und Schnee- f a l l gemeldet.
Eingesandt.
(Für Form und Inhalt aller unter diefcr Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Gießen, 19. Mai.
Die Stadt Gießen muß der clektrisd)en Bahn über 6000 Mark zuschicßen. Ta ist es im Interesse der Steuerzahler geboten, die Einnahmequellen der Bahn zu vermehren und nickst, wie cs jetzt geschieht, aus engherzigen Gründen zu vermindern. So dürfen hier - im Gegensatz zu den meisten anderen Städten — Hunde, und wären es die lleutsten, in die elektrische Bahn nicht mit* genommen werden. Was ist die Folge? Ter Hundebesitzer und mit ihm seine Familie wandert zu Fuß. Ter Bahn entgehen viele 10-Pfennigstücke, statt daß sie für den Hund noch besonders 10 Psg., ober, wie es an manchen Orten ist, für das Mitnehmen im Inneren des Wagens 20 Psg. löst. Im Lauf der Zeit gibt das eine frübsck>e Summe. Das ist noch der günstigere Fall. Ter schlimmere ist, daß wohlfrabeirde Hundebesitzer iich weder frier anbauen, noch herzicfren, sogar wegziehen, dies zumal dann, wenn der in Aussicht stehende Antrag eines 9iächstfreteiligten im Landtag durd)gehen sollte, daß die gesetzwidrig erlassene Verfügung, Hunde auf den Feldwegen anzuleinen, Gesetz toirb. Man unter- sckstitze nicht, wie schwer ein Hundebesitzer von dieser Hundefeindschaft der Stadtspitzen betroffen wird. Aeltere Leute, Damen, denen vielfach weite Wege schwer fallen, wollen und müssen in die freie Luft, der Hund bedarf auch der Bewegung, die Dame will den Hund zu ihrem Schutz, man kommt in Regen, andere wollen den treuen Begleiter nicht missen, da werden alle Einsdwänkungen schwer empfunden. Der^Hund verkümmert. Man sucht bann lieber hunbefreunblichere Städte und Länder auf und zahlt dabei anderwo vielfach niedrigere Steuern. Andere Städte suchen mit großem Entgegenkommen wohlhabende Steuerzahler heranzuziehen — und frier ?
Nun wird gesagt: „Lassen Sic doch Ihren Hnnd hinter der Elektrischen fr erlaufen!" Bei kleinen Hunden oder großen Strecken ist dies eine Tierquälerei, auch können dadurch^ leickst Schadensersatzforderungen ettvachsen, z. B. wenn ein Hund ohne seine Schuld unter einen kreuzenden Wagen kommt.
Unzuträglichkeiten, die durch Mitnahme von Hunden entstehen, länn leicht vorgebeugt werden. Geradeso wie dem Besitzer cnnes bissigen Hundes auferlegt wird, seinen Hund nur mit Maulkorb laufen zu lassen, gerade so gut können schlecht erzogene Hunde von der Mitfnhrt ein für allemal ausgeschlossen werben.
Daß es manche Leute gibt, die überhairpt keinen Hund leiden können, sei unbestritten. Der moderne Staatsbürger muß sick> aber in Vieles sinden: Lärmen von früh bis spät und häufig sogar in der Nacht, Geruch, sei es von "Autos, von Tabak, vom Kaffee und Zichoriebrennen usw., an manchen unästhetischen, sogar widerlichen Anblick; warum da mcht an einen Hund, zumal dieser Steuerobjekt und zwar ein reckst ergiebiges ist. K.
Wetteraussichten in Hessen für Mittwoch, bei: 21. Mai 1913: Wechselnd bewölkt, meist trocken, tags wärmer, Südwestwind.
Letzte Hacbriditeih
Die Wiedereröffnung der Hessischen Zweiten Kammer.
bs. Darmstadt, 20. Mai. Präsident Köhler eröffnet um 1 _>11 Ufrr die Sitzung der Zweiten Kammer. Das Haus war anfangs nur schwach besucht. Vor Eintritt in die Tagesordnung macht Dr. Osann Mitteilungen über die Arbeiten des Finanzausschusses in der B e so l bun g s s r a g e. Es wird dann über eine Reihe kleinerer Vorlagen abgestimmt. Die Sitzung bauAt fort.
Gefährdung eines Eisenbahnzuges.
Paris, 20. Mai. Auf der Bahttstrecke Belfort- Mülhausett wurden in der Nacht zum Sonntag m der Nähe des Bahnhofs von Ehevremont mehrere Balken und ©teiltc auf die Schienen gelegt, doch wurden die Hindernisse von dent Paris-Mülhausener Schnellzug weggefcgt. Nacli dem Urheber des Anschlags wird gefahndet. Er steht auch im Verdacht, vor cinigeu Tagen bei H e r i v o u r t einen ähnlichen Anschlag verübt zu haben, bci dem ein Lokomotivführer den Tod fand.
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