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20.5.1913 Erstes Blatt
 
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Jahrgang

Erstes Blatt

Dienstag, 20. Mar PlZ

Bezugspreis: monatlich 75 Pf., viertel­jährlich Ntk. 2.20; durch Abhole- iu Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePostMk.2.viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Ps., auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A. Goetz. Pcrantwortlich für den politischen Teil: August

Nr. \\5

Ter Giehener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich GietzenerZamilienblätter: Siücnnal ivöchcntl.Breis: biatt für den Ureis Siegen (Dienstag und Freitag); zweimal nronatl. Land­wirtschaftliche seitfragen Fernsprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112,

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Tageskalender aus dem Jahre 1813.

2 0. u. 21. >M a i. 2tägige Schlacht bei Bautzen. Napoleon erkauft den Sieg mit einem Verlust von 25 000 Mann. Die Verbündeten verlieren 12 000 Mann. Die hessische Brigade hält den -W i n dm'ühl e n b e r g bei Gutta besetzt.

Die elsaß-lothringischen Ausnahmegesetze.

Straßburger Blätter bestätigen die Meldungen der Pariser Zeitungen über die in Vorbereitung befindlichen Ausnahmegesetze für die Reichslande. Es muß im höchsten Maße eigentümlich berühren, daß derartige Gesetzesvor-- schläge, ganz abgesehen davon, daß hier wieder einmal der so oft beklagte Falt bedenklicher Indiskretionen vorliegt, auf dem Umwege über französische Zeitungen dem deutschen Publikum bekannt werden, wie wir ja in ganz ähnlicher Weise wiederholt, so auch jetzt wieder bei der Bagdadbahn- frage, aus der englischen Presse über unsere internationale Politik informiert werden. Das sind Mißstände, gegen die seitens der Regierung endlich einmal mit aller Entschieden- heit eingeschritten tverden sollte.

Was die fraglichen Gesetzentwürfe betrifft, die an­geblich schon dem Bundesrat zugegangen sind, so handelt es sich hier nach den von Straßburger Blättern bestätigten Meldungen der Pariser Zeitungen um zwei Vorlagen, nämlich einmal um eine Verschärfung des Vereins­gesetz c s und zweitens um eine solche des Preßgesetzes. Das Reichsvereinsgesetz vom 19. April 1909 gilt für das ganze Reichsgebiet, mithin auch für Elsaß-Lothringen. Bei der Beratung des Gesetzes war bereits erwogen worden, ob mcht mit Rücksicht aus die besonderen Verhältnisse in Elsaß- 9othrmgen verschärfte Spezialvorschriften ausgenommen werden sollten, aber man ließ den Gedanken damals fallen

Was die Regierung anfangs geplant hatte, will sie nach den erwähnten Meldungen jetzt durchsetzen, und zwar ivird in. der Begründung des Gesetzentwurfs den Meldungen der Pariser Presse zufolge darauf hingewiesen, daß die Cin- sfühmrng Les Reichsvereinsgesetzes in Eksaßs-Lothringen mcht den gehegten Erwartungen entsprochen habe. Es habe sich gezeigt, daß das politische Berantwortlichkeitsgefühl in einem nicht unbeträchtlichen Bruchteil der elsässischen Be­völkerung nicht genügend lonsolidiert sei, um siel) von der Bildung und Teilnahme an Organisationen zurückzuhalten, deren Zweck mit ben nationalen Interessen unvereinbar ist.

Die V o r l a g e ü b e r das V e r e i n s g e s e tz soll dem­entsprechend die Bestimmung enthalten, daß in Elsaß-Loth ringen die Vereine außer den in Art. 2 des Veretnsgesetzes aufgezählten Gründen dann aufgelöst werden können, wenn ihre Tätigkeit die öffentliche Sicherheit bedroht, oder wenn sie andere Zwecke als die durch die Satzungen bestimmten verfolgen. Diese Bestimmung richtet sich in erster Reihe gegen die Mülhauser Ortsgruppe derLigue aerienne de France", die nach Art. 1 ihrer Satzungen den Zweck ver­folgt, bei der Entwicklung der Macht Frankreichs im Wege der Luft mitzuwirken, weiter gegen den Verein ehemaliger Fremdenlegionäre und endlich gegen die zahlreichen Ver­einigungen im Reichsland, die unter allerlei unverfänglichen Vergnügungsvereinsfirmen mehr oder weniger undurch­sichtige und bedenkliche Bestrebungen verfolgen.

Die zweite Vorlage soll die Einführung des Reichs Pressegesetz es für Elsa ß-L vt hr r n g e n unter Hinzufügung einer verschärfenden Bestimmnng über den Vertrieb ausländischer Druckschriften be=- zwecken. Schon bei den Beratungen über die Verfassungs­vorlage für Elsaß-Lothringen war im Ausschuß von der Reichspartei ein entsprechender Antrag gestellt worden, der

aber unter den Tisch fiel. Die in der neuen Vorlage vor­gesehene, diesem Anträge nachgebildete Bestimmung besagt: Das elsaß-lothringische Ministerium kaun die Verbreitung einer Zeitschrift oder Zeitung in Elsaß-Lothringen, die im Auslande erscheint, ganz oder teilweise verbieten. Diese Bestimmungen sind auch auf diejenigen Zeitungen und Zeit­schriften anwendbar, die zwar innerhalb der deutschen Reichsarcnze erscheinen, aber nicht in deutscher Sprache abgefaßt sind.

Der Humor der Sache liegt iu der für die elsässischen Französlinge höchst peinlichen Tatsache, daß diese Bestim­mung einer französischen Gesetzesvorschrift entspricht, so daß )id} die Herren Wetterle und Genossen darüver eigent­lich nicht beklagen können. Ueberhaupt muß hervorgehoben werden, daß man in Elsaß-Lothringen dies Vorgehen der Regierung in erster Reihe dem sattsam bekannten Treiben des Herrn Wetterte, dessen Propagandareise in Frankreich noch in frischer Erinnerung ist, und dem seiner politischen Freunde verdankt, wie sieh, dieser Paragraph ja auch zu erster Reihe gegen den in französischer Sprache erscheinen­denNouvelliste" des besagtet:deutschen" Volksvertreters richtet. In der Begründung der Vorlage wird denn auch betont, daß die Regierung besonderer Mittel bedarf, um der vom Ausland unterstützten Propaganda dieser Blätter entgegenzuwirken.

Wie perlantet, sollen die fraglichen Vorlagen dem Reichstage im Herbst zugehen; als sonderlich günstig wird man freilich ihre Aussichten nicht bezeichnen Immen, da sie aller Voraussicht nach außer von den Sozialdemo­kraten auch vom Zentrum belämpft werden dürsten. Wenn übrigens von französischer Seite betont wird, daß durch ein solches Vorgehen die deutsch-französischen Beziehungen verschlechtert würden, so kann man über diesen Einwand achselzuckend zur Tagesordnung übergehen. Denn besagte Beziehungen haben sich wich ohne derartige Gesetze hin­reichend verschlechtert, und im übrigen pflegen die Fran- zosei: uns auch nicht tim Genehmigung ihrer autonomen Gesetzgebung zu ersuchen.

wiederholte Meutereien in Krankreich!

Wie aus T o u l gemeldet wird, versuchten Mannschaften der 77. Brigade, zumeist Soldaten des 145. und 153. In­fanterieregiments, am Sonntag nachmittag abermals eine öffentliche Kundgebung gegen die Zurückbehaltung der Jahresklasse. An 400-Soldalen versammelten sich aus dem Uebungsplatz Dommartin und faßten den Plan, in ge­schlossener Gruppe nach der Stadt zurückzu- kehreu, um dort vor der anläßlich des Militärkonzerts versammelten Volksmenge gegen die Zurückhaltung der Jahresllasse zu demonstrieren.

Der Stellvertreter des P1 a tz k o m m a n d a n - ten, Artillerieoberst Beuchon ritt nach dem Uebungs­platz und bemühte sich, die Soldaten in ei ne r Ansprache von dem Plan ab zu bringen. Seine Ermahnungen wurdet: anfangs von dem größten Teil der Soldmten gut aufgenommen, doch mußte der Oberst an­gesichts der widerspenstigen Haltung der Rädelsführer un­verrichteter S a ch e in die Stadt zu rück kehr en. Er entsandte In f a n t eri ep a tro u i ll en sowie eine Ab ­te i lu n g Gendarmen und Dragoner nach dem Uebungsplatz, um die Ansammlung zu zerstreuen. Die Ma­nifestanten flüchteten in die Felder und Weinberge, wobei es zu Raufereien kam. Auch sonst spielten sich pein­liche Szenen ab. So weigerte sich ein Korporal! der von dem Obersten Beuchon entsandten Patrouille, seinen Diensj: zu tun und legte das Erwehr nieder. Er wurde von einem anderen Unteroffizier sofort verhaftet.

Die Zivilbevölkerung, die über die Haltung der Soldaten sehr entrüstet war, leistete den Gendarmen und Militärpatrouillen Beistand, um die Ordnung wiederherzu­stellen. Eine Anzahl Soldaten verschiedener Waffen- gattungen wurde festgenommen und nach den: Arrest ge­bracht. Auch ein sozialistischer Arbeiter, der "an der Kundgebung teilgenommen haben soll, wurde verhaftet. Die Militär- und Zioilbehörden in To ul hielten eine Be­sprechung ab, räi: der sie über die zur Verhinderung der­artiger Vorfälle erforderlichen Maßnahmen sich verstän­digten.

Zu den Vorfällen in Toni meldet die Agence Havas:

Als der Platzmajor von Toul allein auf dem Uebungsselde Dommartin, mir dem die Soldaten gegen das Gesetz der drei- jävrigen Dienstzeit demonstrierten, anlangte und sie anfforderte, .uiseinander zu geben, erwiderten d i e D em o n st r a n te n: Lieber den Sirieg! W i r wollen uns wohl schlagen, abernicht drei Jahre hier bleiben! Zivilpersonen und Mitglieder uoi: Schützenvereiucn mußten den noch verhandelnden Major befreien. Als eine Abteilung Kavallerie auf seinen Befehl erschien, zerstreuten sich die Soldaten in Unordnung. Ein Leutnant iic Zivil, der die Ordnung wiederherstellen wollte, ivurde von unge'ähr 15 Soldaten übel behandelt. Zivilisten befreiten ibn, wieien die Soldateii zurecht und führten mehrere zur Wache Um 7 Uhr abends war die Ordnung wieder hergestellt. Der Komman­deur des 20. Korps traf abends in Toul ein, er ist von: Kriegs- minifler beauftragt worden, Bericbt über die Angelegenheit zu erstatten. Allen Oifizieren wurde besohlen, sich in die Kasernen und Baracken zu begeben.

Bel iort, 19 Mai. (Agenee Havas) Soldaten des 35. Linien- Regimenls veranstalteten heute Vormittag eine K u n d g e b u n g gegen die dreijährige Dienstzeit. Dabei soll die Inter­nationale gelungen und ein Feldwebel mißhandelt worden sein. Der Ober fl ließ das Regiment i ii der Kaserne un­tre t e n u n d hielt eine patriotische Ansprache. Fünf Personen sollen verhaftet worden sein.

Da; Ergebnis ber preußischen Lan-tagrwahten.

Berlin, 19. Mai. Heute mittag ein Uhr liegen die Endergebnisse der Wahlmänn erwähl von 276 Wahl­kreisen vor. Danach sind 393 Abgeordnete als gewählt an­zusehen und 50 Stichwahle n sind erforderlich.

Bisher sind gewählt: 141 Konservative, 48 Frei- konservative, 57 Nationalliberale, 25 Volkspartei, 101 Zen­trum, 12 Polen, 2 Dänen, 7 Sozialdemokraten.

An den 50 Stichwahlen beteiliget: sich 21 Konservative, 14 Freikonservative, 23 Nationalliberale, 14 Volkspartei, 6 Zentrum, 1 Pole, 1 Bund der Landwirte. 1 Deutsch-Sozialer, 19 Sozialdemokraten.

Die Konservativen gewinnen 7 und verlieren 10, die Freikonservaliven gewinnen 1 und verlieren 5, die National­liberalen gewinnet: 8 und verlieren 4, die Volkspartei ge­winnt 4 und verliert 5, das Zentrum gewinnt und verliert 4, die Sozialdemokraten gewinnen 1, die Polen verlieren 2.

Die 5rie-eitSM§sichlert.

London, 19. Mai. Sir Edward Grey hak heute im Auswärtigen Amt die Mehrzahl der Friedensdelegiertenl empfangen. Wie Reuters Bureau aus diplomatische:: Kreisen erfährt, herrsche n och große llngc wiß heik darüber, w e t ch e r W e g für den F r i e d e n s a b s ch l u ß e i t: g e s ch l a g e u werden wird. Es ist kein Anzeichen dafür vorhanden, daß die Verbündeten, ausgenommen Bul­garien, bereit sind, die Friedenspräliminarien in der gegen­wärtigen Form zu unterzeichnen. Es liegt Grund zu der Annahme vor, daß die griechischen und serbischen ^e^cgier- ten von ihren Regierungen die nötigen Instruktionen für

Darmstädter Hoftheater.

Du r m st a dt, 18. Mai.

Die Meistersinger-Aufführung, die heute als sechster Abend der Frühlingsfestspiele der Darmstädter Hofbühne in Szene ging, wird allen eine bleibende Erinnerung sein. Der Generaldirektor Dr. Eger hatte selbst die Spielleitung übernommen. Die ungeheure Begeisterung, die nach jedem Akk hervorbrach, galt vor allem auch ihm. So viel man aber am Schlüsse des Abends auchEger" rief, er kam nicht. Daß man seipe Meisterschaft aber voll würdigt, wird ihm bewußt geworden sein.

Musikalisch leitete Hoflapellmeiste-r Leo Blech von: Berliner Königlichen Opernhaus die Vorstellung. Wie bei derWalküre", so zeigte sich auch henke, daß Blech be- soiitzers das Lyrische hervorhebt. So baute er auf diesen Grundakkord der Oper das Ganze zu einer wundervollen Einheit aut. Das vortreffliche Darmstädter Orchester ging auf alle seine Wünsche ein.

Herr Walther Soomer sang den Hans Sachs. Nimmt man Feinhals aus, der ihm vielleicht nur gleichkommt, so gibt es keinen Sänger auf den deutschen Bühnen, der eine so in allen Teilen fertige Leistung vollbringen kann. Eine reife und edle Kunst mischt sich hier mit seltenen Natur- gabci!. Als Walther Stolzing ließ sich Herr Rudolf Berger tion, der Berliner Kgl. Oper hören. Anfangs etwas un­entschlossen, griff der Sänger aber im weiterei: Verlauf des Abends kräftiger zu und steigerte seine künstlerische Straft, bis er ihm im Preislied kaum zu Ucberbietendes abrang. Frl. Uhr vom Frankfurter Operrchans war als Eochen von liebreizender Anmut. Das gewisseSchnip­pische", das sie iu Spiel und Stimme 'legte, stand ihr aus­gezeichnet.Ihr wohlgebildeter Sopran gestattet ihr die größte Ausdrucksmöglichkeit. Den David sang Herr Tchramm (ebenfalls vom Frankfurter Opernhaus). Der Künstler gi-lt /mit Recht als einer der ersten David-Darsteller; er wird ja als solcher auch in Wahnfried geschätzt.

Von den einheimischen Künstlern verdient Herr Georg Weber das höchste Lob. Er stand in dieser Partie zum I ersten Male auf der Bühne, bot aber eine bis ins kleinste j

durchgearbeitete und fertige Leistung, so daß ihn das Pu­blikum befouders rief. Als Pogner zeichnete sich Herr Stephani aus, als Magdalena Frl. Jacobs.

Die neuen Bühnenbilder sind, wie gesagt, vom General­direktor Dr. Eger entworfen und von Herrn Kurt Kempin ausgeführt. Das Innere der Kirche und Sachsens Stube sind in einfachen Linien gehalten. Geradezu unvergleich­lich war der zweite Akt (Straße iu Nürnberg). Die Fest­wiese dagegen schien mir weniger gelungen. Sie machte einen zu beengten Eindruck. Es fehlte der weite Blick. Auch der allzu hohe Sitz der Meister wollte sich dem kleinen Rahmen nicht recht atipafsen. An und für sich ist gegen diese Anordnung nichts cinzuwenden, wenn eben ein größerer Raum für die Wiese selbst zur Verfügung steht. Auch die tanzenden Ballettmädel könnte man vielleicht ab­schaffen. Für Wagner will das so wenig passen.

Die Chöre, von Herrn Chordirektor Robert Preuß. ein­studiert, klangen rein und sicher.

Es war ein Feiertag, den heute das Darmstädter Hof­theater und Dr. Eger seinen Gästen bot.

-- Wagners eier in Da r n: st a d t. Aus Darmstadt, 18. Mai, wird uns geschrieben: Eine würdige akademische Wagnerfeier veranstaltete heute der Richard-Wagner-Verein im großen Saale des städtischen Saalbaues in Anwesenheit des Großherzogs. Die Feier wurde eingeleitet durch den Hmldigungsmarsch, vorgetragen vom Instrurneutalverein unter Leitung des Direktors Wilhelm Schmitt. Dam: folgte ein MännerchorAn Richard Wagner" mit Orchester­begleitung unter Leitung des Kapellmeisters Fritz Rehbock. Die Festrede selbst hielt Dr. Wilibald Steuer aus Wien. Das Thema seines Vortrages lautet:Das dramatische Kunstideal Richard Wagners und seine Verwirklichung in Bayreuth." Der Redner legte Wagners Bestreben nach dein Einheitskunstwerl dar, dessen Anfänge auf die Griechen zurückgehen. Den Schluß der Feier bildete der Kaifermarsch mit Schlußchor, vorgetragen vorn Justrumentalverein, vom Mozartverein und Dom Sängerchor des Lehrervereins unter Leitung des Direktors Wilhelm Schmitt.

Hauptversammlung öer Goethe-Gesellschast.

Weimar, 18. Mai.

Unter außerordeutlicb zahlreicher Beteiligung trat iin großen ^aale derArmbrust" die Goethegesellschaft 311 ihrer diesjährigen .'Oauvti-crfammiung zusammen. Unter den anwesenden Ehrengästen befanden sich ein Vertreter des Großherzogs, ferner Staatsnnnister Dr. Rothe, Oberbürgermeister Dr. Tonndorf, der Direktor des Frankfurter Goethe-Museums Dr. Heuer, Generalintendant von Vignau,u. a. m. Ter Vorsitzende Geheimrat Dr. v. O e t t i n g c n widmete den: verstorbenen Vorsitzenden Prof. Erich v. Schmidt und Hofrat Mimor (Wien) herzlich? Worte bei- Erinnerung, woraus Dr. Seuffert (Graz) den Fesworrrag überC. M. W : clait d" hielt. Er behandelte darin namentlich die Einwirkung Wielands auf Goethe und feierte Wieland als den Patrioten, der die Errichtung eines neuen deutschen Königtums au. Stelle des zersplitterten römischen Reiches herbeiwünschte und erst dann in stiller Entsagung schwieg, als sein lltuf ungehört verhallte.

Wirk!. Staatsrat Geh. 9iat Dr. R geht m a n n erstattete den Jahresbericht, in den: besonders auf das lebhafte Interesse des Großherzogs, an der Entwickelung der Goeth.-geselkschaft Bezug genommen Nvird. - Nach einer längeren Panse wurde sodann die Wahl des Vorsitzenden vorgeuommen, wofür Staatssekretäp v. Posadowskv in Aussicht genommen war. Die Wahl siel auf den früheren preußischen Finanzminister Frhru. v. Rhein haben, der durch Zuruf gewählt wurde: an Stelle des verstorbenen zweiten Vorsltzeirden wurde Pros. R 0 e t h e (Berlin! gewählt. Oberbürger­meister Dr. Tonndorf erstattete im Anschluß an die Vorstaiidswahl den Rechenschaftsbericht, demzufolge die Goeti^-tzchchellschoft an: Schlüsse des Jahres 1912 insgesamt 3670 Mitglieder zählte Dw Kassmverhältnisse sind sehr günstig, so das; an die Herder- GeselliämN em Zuschuß von 10 000 Mark gewährt werden konnte

Das Goetl>e-Nat:oualmuse::m Ijat durch Zuwendungen Privater rerjänebene 'wertvolle Bereicherungen erfahren, auch wurden die Arbeiten :m Museum nach Möglichkeit gefördert. Im Goech-- -schlller-Archiv wird derzeit am 53. Band des großen Goethe- Werkes, sowie am Register gearbeitet. Die Benützung des Archivs Plrch Trcinbe Gelehvte nimmt immer mehr zu, gleichwie auch die Sammlungen durch Zmoeudungen zahlreicher Freunde immer mehr bereichert werden. Anträge lagen der Versammlung nirbt vor. so daß die Versammlnwa durän den Vorsitzenden nach etnxi dre:stündiger Dauer geschlossen iverbcn konnte.