oes Bekagerungsstanbes, toenn es notwendig werden sollte, zuläßt, angenommen.
Die Negierung hat Maßregeln ergriffen, um den Landau- i a u f m den neubesetzten Gebieten zu Schleudcrvreisen zu ve rhindern. Dem Parlament wird ein Gesetz mit rückwirkender Kraft vorgelegt werden, das derartige Käufe annulliert. Der Staat wird sich boj Vorkaufsrecht sichern, um rumänische Kolonien anxusiedeln.
Der Vorstand der evang. Gemeinde in Bukarest veröffentlicht einen Aufruf, in dem behufs möglichst ausgiebiger Unter-, stützung der Frauen und Kinder der zur Armee Eirchcrufcnen । dre Freunde der Gemeinde um Geld, Kleider und Lebensmittel gebeten werden.
Bukarest, 17. Juli. Der Agence Noumaine wird von amtlicher Stelle mitgeteilt: Im Laufe des 15. und 16. Juli irahm die rumänische Kavallerie von den Donauübergängcn airs Erkundungen nach allen Richtungen vor, auch entlang der Eisenbahnlinie Rustschuk-Warna Offizierspatrouillen nahmen mit den feindlichen Truppen Fühlung. Hinter der Kavallerie rückt die Vorhut der Truppen vor. Das ganze rechte Donauufcr befindet sich in den Händen der rumänischen Armee.
Sofia, 17. Juli. Rumänische Kavallerie erschien gestern auf der Station Tschcrwenberg und brachte den Bahn- verkehr auf der Strecke S v f i a—W a r n a , der einzigen für die Verproviantierung der bulgarischen Armee aus dem Ausland verfügbaren Linie zum Stillstand. Auch der Bahnhof und das Telegraphencrmt von Warna wurden vorgestern von den Rumänen besetzt. Daher hat Bulgarien keinen direkten Verkehr mit dem Auslände ohne Benutzung eines Weges über Rumänien oder Serbien. Die in Warna lagernden Waren können nicht in das Landesinnere gebracht werden.
Der Bormarsch der Türken.
Konstantinopel, 17. Juli. Heute sanden zwei außerordentliche Sitzungen des Ministerrats statt, um zu entscheiden, ob die türkische Armee in ihrem Vormarsch cin- halten soll.
Konstantinopel, 17. Juli. Die Türken haben ihren Marsch fortgesetzt.. — Die Eisenbahnrüge fahren bis T s ch o r l u. — Den Zeitungen zufolge haben die Türken gestern abend M i d i a besetzt. — Die Bulgaren haben in Silivri Unterseeminen zurückgelassen, welche jetzt die türkischen Behörden entfernen lassen.
Konstantinopel, 17. Juli. Der bulgarische Gouverneur von Rodosto, sowie einige Gendarmen und Beamte sind zu Gefangenen gemacht worden. Die Beamten werden wieder sreigelasfen werden. — In Rodosto ist ein türkischer Gouverneur eingesetzt worden.
Konstantinopel, 17. Juli. Nacht hier eingetrnffenen Privatnachrichten sollen die Bulgaren Adrianovel ge- räum t und nur einige Patrouillen zur Aufrechterhaltung der Ordnung zurückqelassen haben.
Sv si a , 17. Juli. Infolge des' Vormarsches der Türken aus Kirk Kilisse verläßt die christliche Bevölkerung Thraziens ihre Wohnstätten und flüchtet in der Richtung auf die bulgarische Grenze.
London, 17. Juli. Im Unterhau s e fraate Roel Bnptvn an, ob die Verletzung der Grenze von Enos-Mioia durch die türkischen Trupven nicht gegen das am 14. Juli von Wrcl) aufgestellte Prinzip verstoße. Acland verlas fügende Antwort Greys: .J'ch bleibe bei dem am 14. Juli Gesagten, was,,wie ich glaube, mit den Anschauungen der übrigen Regierungen übereinstimmt. Diese Anschauungen sind der Pforte mitgeteilt worden. Zur Stunde ist die einzige Nachricht, die ich von den türkischen Truppenbewegungen habe, die von den Bulgaren gebrachte Meldung, wie sie in der Presse erschienen ist."
Deutsches Rersb.
Berlin, 17. Juli. Die „Nordd. Mlg. Ztg." schreibt: Die Meldung des Reuter'schen Bureaus aus Peking, wonach das deutsche Konsulat in Nanking von den Aufständischen lein schlossen sei, ist bisher durch nichts bestätigt worden. Der Kreuzer „Leipzig" traf am 16. Juli vor Nanking ein und bleibt bis auf weiteres dort.
Berlin, 17. Juli. Der Termin der Reichstag S- e rsatzwahl in Rckgn it - P il lkalle n ist auf den" 23. August angesetzt worden. Konservativer Kandidat ist der Landtagsabg. 'Gutsbesitzer Gottschalk. Die Auffbellun z des nationaltiberalen Kandidaten erfolgt am Sonnabend. — Das Reichstagsmandat des verstorbenen Zentrumsabgeordneten Kohl soll anaeblich Dr. Heim übermehmen. Laut dem „Berl. Tageblatt^ muß/te er aber weg-en seiner Herzlrankhei t ablehn en.
Ausland.
Bad-Ischl, 17. Juli. Der Kaiser empfing heute vormittag den Minister des Aeußcrn, Grafen Berchtold, in einer nahezu einstündigen Audienz. Berchtold lehrte heute abend nach Wien zurück.
Bern, 16. Juli. Die nationale Sammlung zur Schaffung einer schweizerischen M il i t ä r a v i a ti t hat nach vorläufigen Feststellungen 1,4 Millionen Franken ergeben. Da noch weitere Eingänge zu erhoffen sind, dürfte das Gesamt ergebnis rund 1,5 Millionen Franken betragen. Bon den Schweizerkolonien im Auslande gingen sehr erhebliche Spenden ein. Die Behörden schreiten nun zur Schaffung eines Flugzeug- geschwaders, "das dem Armcekommando direkt unterstellt nrirb.'
Paris, 17. Juli. Die Kammer beschloß heute vormittag die Einstellung der Jahrcsklassc 1913 in der zweiten! Hälfte des November. In der heutigen Kammersitzung wurde der Zusatzantrag Brvussc, wonach die in Frankreich wohnhaften großjährigen Söhne ausländischer Eltern als Franzosen angesehen und in die Gestellungslistcn eingetragen ivcrbcn sollen, dem Ausschuß, für Gerichts- und Vcrwaltun'gsreformcn überwiesen, nachdem der Regierungskommissar erklärt hatte, daß dieser Antrag mit dem Rekrutierungsgesetz nichts zu tun habe und vorherige diplomatische Verhandlungen notwendig machen imirbc.
Petersburg, 17. Juli. Der Reichsrat ist bis zum 14. November vertagt lvorden.
Petropawtowsk, 17. Juli. Auf der Insel Karwinski landeten mit sieben Fahrzeugen 1 0 5 Japaner imb zwangen im Dorfe Karaga die Einwohner mit Oswalt, sämtliche Vor- rätcan P e 5 z w a r e n a u s z u l i e f e r n und raubten für große Summen Blaufuchs- unb Zobelfelle, dann segelten die Japaner sofort wieder ab.
Kiukiangfu, 17. Juli. Nach einer Meldung von per trauenswürdigcr Seite sind die Südtruvpen zurückge-l schlagen worden. Biele fliehen nach Kuling und legen btc Waffen nieder. Die Stadt Kiukiangfu und die Forts befinden sich im Besitz der Nordtruppcn. In Pukou, wo sich btc Truppen »um Dorgehen nach dem Norden sammeln, nrirb eine rege Tätig ! feit entfaltet. In Schanghai ist man ruhiger geworden. Der Kurs des Dollars nähert sich wieber seinem Normalstaird. Allgemein wirb erwartet, baß, falls die Nordtruppen einen ent scheidenden Sieg emngen, die Bewegung in Kiangsi zusammen brechen wird. Allerdings wirb zugegeben, daß bie Bewegung sehr ausgedehnt ist.
Arbeiterbewegung.
Altona, 17. Juli. In einer von über 1000 Personen besuchten Versammlung beschlossen dem „Berliner Tage- btott" p-ufvlge btc Angestellten und Arbeiter der- Hapaa materielle Unterstützung der streikenden Werftarbeiter unter scharfer Verurteilung des Verhaltens der Organisationsleitunb-
Lodz, 17. Julr. Infolge des Ausstandes der Arbeiter in Zgierz sind die Zgicrzer Baum woll fab ri k, die 300 Arbeiter bejtijäftigt, und die Baum w ollf ab rik Lo
renz Krusche, die 500 Arbeiter beschäftigt, geschlossen nrorben. In Lodz streiken neuerdings 1000 Arbeiter.
Hüll, 17. Juli. 6000 Hafenarbeiter sind ausständig. Tie Bewegung begann unter den Zimmerleuten des Viktoriadocks, die einen halben Penny die Stunde Lohnerhöhung und Verkürzung der Arbeitszeit verlangten. Tie Unzufriedenen suchten die anderen Docks auf und rorberten die Arbeiter zum Streik auf. Alle Docks sind in Mitleidenschaft gezogen.
Aus Statt und Lantz.
Gießen, 18. Juli 1913.
Eisenbahn-Personalien. Verliehen wurde dem Regierungs- unb Baurat Effen berger bei der Eisen- bahndirektion Frankfurt, früher in Mainz, der Bayerische Verdienitorben vom h. Mich. 4. Kl. mit der Krone; au§ Anlaß des RegicrunqSjubiläums bc5 Kaisers der Kronenorden 4. Kl. dem Kassenvorsteher Knoop in Wetzlar; da§ Verdicnslkreuz in Gold: dem BetriebSsekretär Thomas und dem Oberbahnassistent Boormann in Wetzlar, dem Obcr- bahnasststent Matt in Bebra; das Allgemeine Ehrenzeichen: dem Unterastistenten K un z in Gießen; der Charakter als Nech- nungsrat: dem Oberbahnmeister Kranz in Frankfurt, früher in Butzbach. Ernannt wurde: der Bahnhofsvorsteher Möller in Bebra, früher in Gießen und Gelnhausen, zum Oberbahnhofsvorsteher, der kommiss. Eisenbahnassistent Küpper in Gießen zum Eisenbahnassistenten. Eine Belohnung erhielt der Lokomotivheizer Rau in Gießen für mit dem Urteil „Sehr gut* abgelegte Prüfung zum Lokomotivführer.
** Stadttheater. Am nächsten Dienstag wird das bekannte Vaudeville „Püppchen" von Jean Gilbert, dem Komponisten der „Polnischen Wirtschaft" und des „Autoliebchens" gegeben. Das Werk, aus dem ja zahlreiche Melodien 'bereits populär sind und das sich überall als Schlager erwiesen hat — in Frankfurt stand es bis zu Saisonschluß anhaltend auf dem Spielplan des Stadttheaters — dürfte aurf) hier unter der bewährten Regie des Herrn Ähnelt starke Wirkung ausüben.
Das Kruse'sche Konzert muß verschoben werden. (Siehe heutige Anzeige.)
* * Das 6. Abonnementskonzert, das außerordent- lia) gut besucht war, hatte sich wieder eines vollen Erfolges zu erfreuen, und der lebhafte Beifall bewies, welcher Beliebtheit sich die Veranstaltungen unserer Regimentskapelle zu erfreuen haben. Der Abend war her Operette gewidmet und zahlreiche Zugaben, die Herr Obermusikmeister L ö b e r bewilligte, hielten sich in dem>elben lustigen Rahmen. Als tüchtiger Solist stellte sich ein Gefreiter der Kapelle vor, der seine Trompete sehr geschickt zu handhaben wußte und fein Stück unter lebhaftem Beifall wiederholen mußte. Damit haben bie Sommerkonzerte, bie biesmal lehr unter der Ungunst der Witterung zu leiben hatten, ihr Ende erreicht.
* * Vom Wetter. Obwohl uns die Wetterberichte für -die Zeit vom 17. Juli 11 Uhr mittags bis 18. 11 Uhr mit- rags aufheiterndes Wetter in Aussicht gestellt hatten, gingen tn der Nacht heftige Regen nieder, und auch in den Morgenstunden regnete es noch. Nach dem heutigen Wetterbericht hat sich ein südwestliches Hochdruckgebiet weiter ostwärts ausgebreitet. Ein über der Nordsee lagerndes Randtie bringt uns heute leichten Regen. Wir haben morgen bei westlichen Winden zwar wolkiges Wetter, doch höchstens geringe Niederschläge zu erwarten.
* * Blumenschmuck an den H Lus er fr on ten. Wenn man ein Auge für die Kinder der Flora hat, die auch in unserer Stadt in der schönen Jahreszeit die Balkone und Fensternder Häuser zieren, so muß, man bedauern, daß für diesen Schmuck im Verhältnis nach immer zu wenig Interesse in unserer Stadt vorhanden ist. Gewiß, sind hier unb dort einzelne nacheiferungswürdige Anfänge vorhanden und doch Tönnien die W o hnu n^s in Haber mit wenigen Kosten darin mehr tun. Vorherrschend sieht man bei uns als äußeren Schmuck Geranien in rot, rosa unb seltener weiß verwendet und doch gibt es eine ganze Anzahl dafür geeigneter, ebenfalls dankbarer blühender Pflanzen, die dem Straßenbilde ein abwechselungsreicheres Bild geben ivür- den. Ta ist zuerst hie Betunie, die weiß und besonders in dunkellila, als fogenannte Rathausbetunie, in anderen Städten sich einer äußerst wirksamen Bevorzugung zum Schmuck der Häuser erfreut. Ebenso wirksam ist für den Zweck die lila und auch grün blüheiide Eobäe zu empfehlen. Ein sehr billiger PflanzensckMuck für Fenster und Gallone |ater ist die gelb und bronee blühende Kapuzinerkresse, die in Kästen gesät, sich sehr gut entwickelt. Wundervoll wirkt aber diese blühende Pflanze, wenn sie mit dunkelroten stehenden Geranienpflanzen zusammen sich entwickelt. Ein großer Fehler aber ist's, wenn die Blumenfreunde im Früh- jabT, wenn die Pflanzen eingesetzt werden, die kleine Ausgabe sparen unb nicht vom Gärtner zubereitete Mistbeet- erde nehmen. Verwendet man diese unb vergißt bann nicht bas durchdringenbe Gießen, so entfalten sich alle bie von uns genannten Pflanzen in einer Blütenpracht, bie nichts zu wünschen übrig läßt. She bilben dann erst in ihrer Ueppigkeit unb Farbenpracht ben rechten Schmuck unserer Hauser.
** Jugendschwimmsest. Der Wettergott ist uns Heuer nicht sehr günstig. Wer im Fluß, zu haben, sich an der leaune zu trocknen unb braun zu werden liebt, der muß allzuoft daheim bleiben. Da scheint es fast ein Wagnis zu sem, wenn Jun g deutschlan b zu einem Wettschwimmen aufsordert. Aber enblich muß es doch einmal besser werden. Unb so wollen wir Optimisten sein unb fyoffen, daß am Samstag, 26. Juli, uns bie Sonne heiß auf den Rücken scheint unb uns alle ins erfrischende Naß treibt. — Das Programm des Schwimmeiis ist schon lange in ben Schulen und Vereinen verteilt, und immer irock) auf der Redaktion des Anzeigers, sowie bei ben Herren ®ceg, (Neuenwea, zwischen 2 unb 4 Uhr) und Tobt. iPlockstraße) zu haben. Es sieht Sprünge unb Sckpvimmen sur zwei Altersllassen (12 bis 14, 14 bis 18 Jahrew nar und verlangt von jedem Teilnehmer eine leichte Freiübung Als Platz war anfangs das schön gelegene Militärbad in Aussicht genommen, aber es erfd)ctnt zu gefährlich, dort ^ größere Schar zu beauffidchigen. Daher wurde die Mu 11 erf che Badeanstalt gewählt, wo für alle Teilnehmer unb Zuschauer bie besten Plätze zur Verfügung stellen. Besonders können dort auch bie Zuschauer von der anberen Lahnsette bequem alles beobacksten. Als Zeit ist eine nicht KU frühe Nachmittagsstunbe in Aussicht genommen bamit bie in Geschäften tätigen jungen Leute noch nach 6 Uhr erscheinen können. Als Preise werden nur Kränze und Ehrenurkunden gegeben. Alle Schüler und jungen Leute Gießens sind ein geladen, unb hoffentlich zeickpien sich recht viele in bie Melbelisten ein, bie in den Schulen unb Ver einen, sowie bei ben Herren Weeg und Tobt au fliegen Tann möge bieses zweite Gießener Schwimmfest recht froh und glücklich verlaufen, zur Pflege des Schwimmens an- regen unb noch viele Nachfolger finden!
• * Jubiläum Steller. Der Wandteller unb bet Fayencekmg, bie auf Veranlassung der Kunsthanblung I. Hirz zum Jubiläum beS Infanterieregiments Kaiser Wilhelm von ber Königl. Porzellan-Manufaktur in Meißen, bezw. von der Fayencefabrik Aluminia in Kopenhagen angefertigt würben, haben einen so vielseitigen Beifall gefunben, daß nunmehr ein zweiter ,93ranb* bavon heraestellt werben muß. Die beiden Stücke sind von besonderem künstlerischen Wert und. dürften, da eine spätere Anfertigung nicht mehr erfolgt, bald einen Sammelwert besitzen.
* * Gemeindesteuer-Rückstände. In den heutigen amtlichen Bekanntmachungen der Stadt nrirb an bie Zahlung bes ersten Ziels ber Gemeindesteuern unb Kanalgebühren für 1913 gemahnt. Nach den wiederholten Bekanntmachungen bes Oberbürgermeisters werden besvn- bere Mahnzettel hierfür nicht mehr zugcstellt. Die Zahlung^ kann noch bis zum 3 0. Juli ohme Kosten bei der Stadt-' lasse erfolgen. Nach Ablauf dieser Frist erfolgt bie Beitreibung, wobei bie Pfänbungskosten erhoben werden.
* * Zu dem Selbstmordversuch im Philo- | s ophen wald wird uns mitgeteilt, daß bie Eltern des jungen Mannes nicht gegen eine eheliche Verbindung gewesen wären, daß sie aber kein aussichtsloses Liebesverhältnis dulden wollten.
** Berichtigung. Ter in dem Artikel über den Pfälzer- Wald empvNene Ort heißt Kaltenbach, nicht Keltenbach. — Der Verband deutscher Eisenbahn-Hanb- iperfer unb - Arbeiter hat 98 000 , nicht 18 000 Mit glieder, wie es gestern infolge eines Druckfehlers hieß.
Landkreis Gießen.
— Lich, 18. Juli. Heute feiert ber Braumeister ber Firma I. H. Jhring, Herr Emil Machalett, sein 25jähriges Dienstjubilaum bei völliger Frische unb Rüstigkeit. Dem Jubilar waren allseitige Ehrungen zugedacht. Von der Firma I. H. Jhring würbe ihm in Anerkennung feiner langjährigen treuen Dienste ein schönes Geschenk überreicht.
Kreis Alsfeld.
ok. Alsfeld, 17. Juli. Eine amerikanische Erb- chast ist in eine Anzahl hiesiger Familien gefallen. Wie bet allen derartigen Erbschaften sprach män zuerst von ungeheuren Summen. Jetzt hat sich herauSgestellt, daß nach ^llsfelb insgesamt 30 000 Mk. kommen. Bei ber Verteilung zerfällt dieser Betrag in Einzelbeträge von 160—1100 Mk.
ok. Alsfeld, 17. Juli. Gestern abend wurde am hiesigen Bahnhof ein von hier stammender junger Mann verhaftet. Er ist bei einer am Bahnbau Alsfeld— Nieder-Aula beschäftigten Tiefbaufirma auS Soest i. W. als Buchhalter angestellt und soll dort Geld unterschlagen haben.
ok. AuS dem Kreise Alsfeld, 17. Juli. Die Heuernte, die etwa 4 Wochen gedauert hat, ist jetzt fast ganz beendet. TaS Heu ist meistens sehr gut, bis auf einiges, das während des Regenwetters draußen gelegen hat und dabei die Farbe verloren hat. Auch der erste Kleeschnitt war ausgezeichnet. Die Heidelbeerernle ist auch in vollem Gang, in manchen Gegenden schon fast beendet. Besonders in Elbenrod ist der Heidelbeerhandel in hoher Blüte. Wegen der starken Konkurrenz sind bie Preise sehr hoch. Die Händler bringen die Beeren meistens ins Rheinland.
Kreis Friedberg.
L Friedberg, 17. Juli. Gestern weilte ber Generalstabsarzt der Armee hier, um das Hospital zu besichtigt-n, dessen eine Abteilung event. als Mil itä rl aza rett dienen soll. — Nächsten Sonntag will der Flieger A. Schäfer auS Frankfurt auf der Kreisstraße Friedberg—Ockstadt Flug- versuche unternehmen.
*—1- Friedberg, 17. IM. Ein trauriges Unglück ereignete sich heute morgen gegen 1/210 Uhr. Am Schmoll scheu Neubau in ber Frankfurter Straße würbe ein 12- jähriger Junge ans Frankfurt, der hier zu Besuch weilte, von einem schweren Luxus automobil überfuhren und 10 bis 12 Meter weit geschleift. Er erlitt dabei so schwere Verletzungen, baß er kaum mit bem Leben davon kommen wirb. Trotzdem bas Automobil in schnellem Tempo fuhr, trifft den Chauffeur keine Schuld, ba der Junge noch vor bem Automobil quer über bie Straße laufen wollte. Er würbe ins Krankenhaus gefahren. Tie Eltern, bie heute wieber nach Frankfurt zurückkehren wollten, sinb ganz ^intröstlich über den schweren Unglücks fall, ber sich an dem Geburtstage des Verunglückten ereignet hat. — Der Junge, der färtv Autler heißt unb Sohn eines Fvankfurter Oberkellners ist, ist inzwischen seinen schweren Verletzungen er fegen.
h. D 0 rtelweil, 16. Juli. Gestern fand bet sehr starker Beteiligung die Wahl von fünf Gemeinderäten statt. Unter 15 aufgestellten Kandidaten wurden gewählt: K. Brückmann, Schceinermeister Jeckel, Ph. K. Hensel, Ph. Hensel und Schreinermeister Opp.
Starkenburg und Nheinhessen.
m. Darm stabt, 17. Juli. In der heutigen Stadt- verordnete nsitzung teilte ber Bürgernreister mit, baß die Heeresverwaltung den von der Stabt für bie Errichtung von Kasernenbauten für eine Luf tschiffer- unb eine Funkerkompa.gnie gestellten Bedingungen zugesttmmt habe, unb daß mit bem Bau in bennäd^ sten Wochen begonnen werde. Weiter teilte der Bürgermeister mit, daß die Kriegsschule, um die sich Darmstadt bemüht habe, nach Erfurt komme, da dieses aus militärischen unb wirtschaftlichen Grünben geeigneter ei. — Auf einem Antrag, gemeinsam mit ben übrigen großen hessischen Stabten wegen Aenderung der Steuer- Gesetze über bie Realsteuern vorzugehen, antwortete >er. Bürgermeister, baß bie Angelegenheit auf einem im Herbst stattfinbenben Stäbtetag besprochen werben soll. An Realsteuem (Grunb-, Geweckbe- unb Kapitalsteuernd habe O f f enbach mit 34.5 Pfennig auf 100 Mk. Vermögen ben höchsten Steuersatz, Maiirz erhebt 22.95, Worms 22.53, Darmstadt 21.6 unb Gießen ben niedrigsten mit 21 Pfg'
Kreis Wetzlar.
Kloster Altenberg, 17. Juli. Unter dem fetzigen Pachter des Fürstlich. BraunfelSschen HofguteS Kloster Alten- berg, Hauptmann a. D. Garth, ist die alte frühromanischc kleine Kapelle im jetzigen Herrenhause, die älter ist als die prächtige Klosterkirche, wieder hergestellt und wird in den nächsten Tagen das erste Mal aus Anlaß einer Eheschließung in der Gartb'schen Familie als Kapelle wieder benutzt werden. Der baugeschichtlich interesiantc Raum lag bisher, seit Auf- Hebung deS adeligen JrauenstisteS, 1802, verwahrlost, und ist es ein Verdienst des Hauptmannes Garth, daß derselbe wieder hergestellt worden ist.
Hefien-Nasfan.
f ) Fronyausen, 17. Juli. In der Nähe unseres ^rtes stürzte der Einwohner Schneider aus Salzböden so unglücklich von einem Wagen, daß er bald darauf verschied


