Ausgabe 
18.7.1913 Erstes Blatt
 
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Rodheim a. d. B., 18. Juli 1913.

Die Beerdigung findet Samstag nachm. 2 Uhr statt.

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h. Hanau, 15. Juli. Das seit 6 Jahren bei einer Familie in Be^en in Stellung befindliche 20 Jahre alte Dienstmädchen M. S. au§ Freiensteinau hat sich gestern abend im Main ertränkt, zweifelsohne in einem Anfälle von Schwermut. Die hier im Anschluß an die König!. Zeichen­akademie zur Errichtung kommende erste deutsche Dlamant- schleiferei-Fachschule soll schon im August d. Js. in§ Leben treten.

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Soldat soll ebenfalls abgestürzt und schwer verletzt wor­den sein.

Schneidemühl, 17. Juli. Unter dem gestrigen starken Regen hatte das Luftschiff stark zu leiden. 250 Manu Infanterie waren abkommandiert, um das Luftschiff abwech­selnd zil bewachen und festzuhallen. Am Vormittag hatte sich durch die starke Soiineilbestrahlung das Gas in der vorher schlappen Hülle stark ausgedehnt und diese, die gestern noch stark auf die Gondel drückte, wieder ausgerichtet. Plötzlich, kurz vor 11 Uhr, wurde das Hinterteil des Schiffes von einer Nordwestbve erfaßt und etwa 30 Meter hoch geworfen. Bor Schreck ließen die meisten Soldaten los, nnb die in den Gondeln beschäftigten Arbeiter sprangen hinaus. Das Luft­schiff erhob sich mit großer Geschwindigkeit und riß auch die in dem anfgeweichten Boden nicht festsitzenden Verankerungen los. Zwei Soldaten wurden mit in die Höhe gerissen; der eine stürzte aus 30 Meter Höhe ab und wurde lebensgefährlich verletzt, der andere ans 200 Meter und war sofort tot. Der Konstrukteur desSchütte-Lanz"-Lustschiffes, Professor Schütte, der in Westerland auf Sylt weilt, sprach auf die Nachricht von dem gestrigen Unglück die Meinung aus, daß die Katastrophe cm Beweis dafür sei, wie not­wendig Bergehallen an den großen Verkehrsstraßen er­scheinen. Der Mangel an solchen habe schon Millionen

Eine Räuberbande im Weilburger Wald.

Aus Weilburg a. d. L. wird gemeldet: Eine unbekannte Frau bat einen auswärtigen Reisenden, sie in den benachbarten Wald zu begleiten, um ihr Kind zu befreien, das durch einen Holzstoß verschüttet sei. Als der Reisende die Frau begleitete, wurde er von drei Männern überfallen, geknebelt und vollständig aus­geraubt.

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3tt Stuttgart starb der frühere ord. Professor für Landwiistschast und landwirtschaftliche Technologie an der Um- ersität Tübingen Dr. Julius v. Seemann im Alter fron 3 Seinen 70. Geburtstag feiert am 21. Juli der ordent­liche Honorarprofessor für Veterinärwissenschasteu und Direktor des Ticrarzneiinstituts an der Universität Go t - Gingen Geh. Medizinalrat Dr. Hubert Jacob Esser, ^scheimrat Esser ist Präsident des Deutschen Veterinärrates >!nd Vorsitzender her Tierärztekammer in Hannover.

Dem Privatdvzenteri in der Freiburger rechts- und staatswisscnschaftlichieu Fakultät, Dr. Hans Schänitz, ist vom Wintersemester 1913/14 ab ein Lehrauftrag für Privatwirtschaftslehre erteilt worden.

Der?in$nad)rid}ten.

-- Rödgen, 18. Juli. (Verspätet eingegangen.) Der G c - sangvereinEintracht" feierte am versloiscnen Sonn- ag und Montag sein 25jäT)r. Stiftungsfest. Präsident K o rber eröffnete die Feier und nach einer Festrede des Pfarrers Groth überreichte sFrl. Lücke! die von den Jungfrauen gestiftete ^-ahmn- schleife. Dirigent Klos überreichte den teilnehmenden Bei-cuien ,vahnennägel. Durch turnerische Aufführungen, ^.amenrrrgen und Tanz wurden die Festgäste bis zu später Stunde in froher Stimmung beisammen gehalten.

gekostet. .

Wien, 17. Juli. Kaiser Franz Josef verlieh dem Professor Schütte-Danzig das Komturkreuz des Franz- Josef - Ordens.

Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen­schaft. Der 4. Deutsche Kongreß für Säuglings- chutz, veranstaltet von der Deutschen Vereinigung für Säug­lingsschuh, findet unter dem Vorsitz des Kammerherrn Dr. von Behr-Pinnow am 18.19. September 1913 m Breslau statt.

Todes-Anzeige.

Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, dass es Gott dem Allmäch­tigen gefallen hat, unseren lieben, treubesorgten Vater, Schwiegervater und Grossvater Herrn Andreas Schäfer

Werkführer i. P.

im Alter von 73 Jahren zu sich abzurufen.

Die tieftrauernden Hinterbliebenen.

Vmmfcfrtes.

* 8. 178". Mit dem Wrack des Torpedobootes 8. 178"' wurden 16 Leichen geborgen. Die Trauerfeier findet am 18. Juli statt.

* 250 000 Franken Belohnung. Wte aus London gemeldet wird, hat die Versicherungsgesellschaft, welche die aus deut Postpaket gestohlenen Perlen im Werte von etwa 31/, Millionen Francs versichert hat, einen Preis von 250000 Francs für die Entdeckung des Urhebers dieses Diebstahls ausgeschrieben.

* Von einer Flugmaschine getötet. Aus Brandenburg (Havel) wird gemeldet: Bei der Landung eines Doppeldeckers auf dem Neuendorfer Exerzierplatz wurde ein kleines Mädchen von der Luftschraube erfaßt und so schwer verletzt, daß es bald darauf starb.

*Schonwiederein Mädchenmord. Aus Bären- brück bei Kottbus wird nnterm 17. Juli gemeldet: Ern seit gestern abend vermißtes achtjähriges Mädchen ist heute morgen in einem Kornfelde in der Nähe des Dorfes er­mordet anfgeftmden worben. Die Leiche weist zahl­reiche Stiche in der Brnst rrnd im Gesicht auf. Die Schädel decke ist durch Axthiebe zertrümmert^ Der Tat verdächtig- ist sein 13jähriger Stiefbruder Richard, ein

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen.

Wetteraussichten in Dessen für Samstag, den 19. Juli 1913: Wechselnd bewölkt, höchstens geringe Niederschlage, Temperatur wenig geändert, westliche Winde.

Paris, 17. Juli. Wie aus N a n c v gemcLet wird, hat das dortige Zuchtpolizeigericht Swdenten der M^i- rin {Sollet, welcher am 14. Juli eine von Deut sch

Lothringernbeschimpfte und dm Beamten Conrad au» Hayingen geschlagen hatte, zu 14 Tagen Gefängnis und 300 Franks Schadenersatz verurteilt.

Unfall der §chütte-Lanz.

Das Militärlustschiff Schütte-Lanz ist, wie wir gestern durch Aushang bekannt gemacht haben, bei Schneidcmühl von einer Böe erfaßt und völlig zerstört worden. Ueber den Unfall haben wir folgende Drahtnachrichten erhalten:

Schneidemühl, 27. Juli. Das Militärluftschiff Schütte-Lanz" hat sich heute vormittag gegen 11 Uhr in­folge einer plötzlichen Windböe von seiner Verankerung losgerissen und trieb führerlos ab. Ein Soldat des lncsiqen Infanterieregiments wurde ui die Haltetaue ver­wickelt und in die Höhe gerissen. Er stürzte von 200 Meter Höhe ab und war sofort tot. Das Luftschiff trieb nahezu eine Stunde lang über der Stadt und ging etwa 3 Kilo­meter von Schneidemühl entfernt Nieder. Es ist noch nicht bekannt, ob das Luftschiff Beschädigungen erlitten hat

Schneidemühl, 17. Juli. Das LuftschiffSchutte- Lanz- liegt bei dem Dorfe Erpel an der Strecke Schnetde- ^tihlBromberg. Das Gerippe ist vollständig zer­brach e n. Bei seinem Niedergang entwurzelte das Luftschiff Bäume und zerstörte Telephonleitungen. Ein zweiter

Univcrfitätd»2Tacbricl)tcii»

In M i 4drvY ist am 16. d. M. der Professor für Biologie nn der Kgl. Akademie zu P o s e n und Oberlehrer am Kgl. Manen- iihmnafinm daselbst Dr. Fritz Pfuhl im .61 Lebenoiahre ge- itorbcn. Er stammte aus Pyntz. 1878 promovierte er in Gießen.

Tie außerordentliche Professur <ur Chemie an der Tech- Nischen Hochschule zu Stuttgart ist dem ordentlichen Vroiesior r William K ü st c r an der Tierärztlichen Hochschule daselbst unter Belassung des Titels und Ranges eines ordentlichen Professors uber-

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Sohn des Schuhmachcrmcisters Hänschen in Barcnbrück. Gr sol^ die Tat ausgefilbrt haben, während die Eltern auf dem Neide mit Erntearbciten beschäftigt waren. Der Junge leug­net allerdings. Er wurde rim (Gcrichtsgofängnis in Pech eingeliefert. . .

* Liebeswahnsinn. Aus Frankfurt a. b. O. nnrb vom 17 gemeldet: Heute früh drang der Handlungsgehilfe Hopke in die Wohnung der Kellnerin Gange und teuertc drei Revoloerschüsse auf sie ab. Dann stach er wie wahnf innig mit einem Rasiermesser auf das Mädchen em, w daß cs sclnver verletzt ins Krankenhaus geschafft werden m^tk®er -batcr, ber sich selbst mit dem Rasiermesser zu töten v-ersuchtc, sich aber nur verletzte, wurde verhaftet.

Die Restbestände in Scfcyhwaren aus meinem Saison-Rusverkauf herrührend, sollen zu A

Danksagung.

cv,-;- hi» nielen Beweise herzlicher Teilnahme bei unterer lieben Schwester,

Schwägerin und ^ante

gräulein Klara Klingelhosser

fnoen wir auf diesem Wege unfern berSIi«ften Dank.

Die trauernd Hinterbliebenen.

Gießen (Asterweg 26), den 18. Juli 1913. 14694

Prozeß Vorngässer.

Gießen, 18. Juli. In dem Prozeß Bvtstgasscr, der heute morgen unter großem HLndrang fernen .lnfang irahm, flehen 10 Fälle von Fälschungen einer Privaturkunde (Blankett. sälschung) in Verbindung mit Betrug, sowie neun einfache Betrug' fälle'unter Antlage. -Ser Angeklagte ist teilweise gestandig^Der wegen Betrugs schon mehrfach vorbestrafteBruder Leopold» Born- gässer ist in einzelnen fällentter «etWfe

30 Zeugen zu vernehmen. Die Aullage vertritt L>wat^nwalt Dr Brill, die Verteidigung führen für N. Bov^affkr Rechts­anwalt Kaufmann, für 2. Borngasser Rechtsanwalt -ir. Leopold Katz. Für die Verhandlung find zwei Tage voryefehen, sie soll aber, wenn irgeiid möglich, heute zu Ende geführt werden.

Nathan Vorngässer schildert die Verhältnisse, die ihn zu den Straftaten veranlasst haben und gibt dem Bankier Herz inGießen die Schuld. Dieser habe ihm einen Bauplatz an der Rvdheimer Straße verkaufen >vollen, und ihm dabei einen Blankokredit zum Geschäftsbetrieb versprochen. Hierdurch jei er veranlagt worden, den Bauplatz zu erwerben und em 5)aus darauf zu erbauen Ab das Gebäude fertig war Und die Landeshypvthekenbank 46 00k> M als 1. H»P-th<-k qesaHt hatte r°g Seri .b,e[c,rnh6 l^nLL0°°, Mark, die er als Blankokredit gegeben hatte, und 12000 .Jtart als Kaufpreis für den Bauplatz ab, so daß er, um sich ubn Wasser zu halten, bei den Fälschungen seine Zuflucht gesucht habe.

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St omratn. Sei b,r Mil nzeldetrage von 1601100 Ml. iuli. Tellern abend wurde am hier flammender junger Mann einer am Bahnbau Mfeld- ueibaufirma auö Soest i. W. als oll dort Geld unterschlagen haben,

Alsfeld, 17. Juli. Die >en gedauert hat, ist setzt fast ganz eislens sehr gut, bis aus einiges, etters draußen gelegen hat und hat. Auch der erste Kleeschnitt «idelbeerernle ist auch in vollem en schon fast beendet. Besonders ieerhandel in hoher Blüte. Wegen die Preise sehr hoch. Die Händler inS Rheinland.

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ili. Testern weilte ber Teneral- im das Hospital

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17 M. Ein trauriges UnMi en gegen %10 Uhr. Am Schwoll- anFfurrcr Straße wurde em L* ikfurt, der hier zu Besuchj wecke, iMwmöbil E»ersahren Md 10 bis sss ber Pinge noch vor dem

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